Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

  • Hallo Ute,

    Wenn es so klar mit der Einwilligung ins Heim und die ganzen Beschwerden, Stürzen, Schwindel etc.steht, hast du auch nichts zu befürchten bzgl. Androhung mit Anwalt. Ist doch super. Du darfst dich entspannen und kannst aufhören zu kämpfen, auch innerlich möglichst ;) und ob du dich den kämpfen und Anfeindungen aussetzt, ist DEINE Entscheidung, denn deine Mutter wird professionell versorgt.

    Deine Mutter kann dir nicht wirklich was , sie läuft in ihrem Kampf ins Leere

    Bei meiner Mutter ist es mittlerweile insofern leichter, als sie eh nicht mehr weiß, ob ich gestern oder vor drei Wochen da war, also ist es nicht so schlimm, dass.ich gerade wegen Krankheit nicht hin kann. Ich laufe immer noch in die Falle mit meiner ständigen Sorge, dass ich mich kümmern muss, so wie seit Kindertagen, eine andere Baustelle als bei dir nun. Meine Mutter wird auch vaskuläre Demenz haben, seit ein paar Monaten lässt das Gedächtnis so massiv nach und das Langzeitgedächtnis ist nun auch zunehmend betroffen..

    Du schaffst das!! Und dein Humor wird dir helfen, auch wenn er dir bisweilen vergehen mag.

    Liebe Grüße

    Rose 60

  • Weißt Du meine Mutter hat diese vaskuläre Demenz. Das mit dem Vergessen geht oft noch, aber sie zieht unsinnige Schlüsse zB und vereinsamt innerlich und ist Mrs. Boshaftigkeit.

    Hallo Alfskjoni-Ute, gibt es bei euch eine Diagnose, welche Form der Demenz deine Mutter hat? Mich würde interessieren, wie sie erstellt wurde.


    Bei meiner Mutter begannen die dramatische Persönlichkeitsauffälligkeiten vor ca. 10 Jahren (kurz vor dem Tod meines Vaters, während seiner schweren Krankheit). Wir haben also schon eine lange schwere Zeit hinter uns ... Am Anfang fiel bei ihr auch keine Vergesslichkeit auf, aber schon vorhandene Eigenschaften (und nicht die angenehmsten) verstärkten sich ins Unerträgliche. Da wir Haus an Haus wohnen, war es für uns teilweise die Hölle. Meine Mutter war ja durchaus kein böser Mensch, hatte aber eben schon immer eine spezielle Persönlichkeit (wie vielleicht jeder?), mit der man jedoch zurechtkam, wenngleich sie nicht die sensibelste Person war ... weder zu sich selbst noch zu anderen. Sie hatte alles immer im Griff. Sie hat auch viel erreicht, war sich für nichts zu schade, erwartete aber natürlich Gleiches von anderen.


    Aber besonders ich wurde dann auf einmal zu so einer Art Müllabladeplatz, ohne dass ich wusste, was eigentlich los war. Das Zusammenleben war sehr, sehr kompliziert. Nichts war mehr gut, da hätte man ihr buchstäblich einen Lottogewinn vor die Füße legen können.


    Vor ca. 6 Jahren erst fielen dann die Vergesslichkeiten auf, die wir aber mit großer Anstrengung unsereseits kompensierten. (An ihren versäumten Dingen waren aber immer andere schuld, v.a. ich!!!)

    Die Hausärztin sprach zuerst das Wort "Demenz" aus, aber eine Diagnose gab es nie. Ich hatte mir eine von der Neurologin erhofft, zu der ich meine Mutter hingeschleppt habe, aber das war ein totaler Reinfall. Die meinte, meine Mutter sei doch extrem gut drauf und verdächtigte sogar mich, dass ich schlechte Absichten hätte.


    Schließlich wurden aber ihre Wahnvorstellungen (die Nachbarn klingelten angeblich bei ihr, fremde Leute waren im Haus ...) immer deutlicher, die Merkfähigkeit umfasste nur noch wenige Minuten, Gespräche waren nicht mehr möglich ...

    Agressivität kam spontan ... und wurde eine Stunde später nicht erinnert, Hilfe wurde komplett verweigert. Horror!


    Ich schreibe das um zu zeigen, wie lange so eine Entwicklung dauern kann. Aus der Ferne kann ich es nicht beurteilen, denke aber, dass deine Mutter noch nicht "auf der Stufe" angekommen ist, an der meine Mutter schon steht.


    Ich nehme an, dass meine Mutter eine Mischung aus vaskulärer und Alzheimer-Demenz hat - das würde zu ihrem Krankheitsbild passen, aber ich vermute das nur. Ich bin ja nicht ausgebildet in diesem Bereich (wenngleich ich mich mit einem kleinen Ausschnitt der Hirnfunktion beruflich etwas beschäftige ...).


    Jedenfalls ist die jetzige Stufe meiner Mutter zwar traurig, aber für uns wesentlich entspannter zu ertragen als die vorangegangenen Jahre. Die haben auch in mir Spuren hinterlassen und das, obwohl ich mit meiner Mutter früher weitgehend "im Reinen war". Also da brauchte ich auch psychologische Begleitung, sonst hält man sowas schwer durch.


    So viel zu meiner Geschichte. Du musst dich also nicht wundern, dass es dir so schwer vorkommt. Es IST schwer, aber du hast ja schon Hilfe an deiner Seite und das ist gut!!!!! Liebe Grüße

  • Schwarzerkater die Ärztin und die Pflegeleiterin sagten mir es: man kann da wohl auch einiges bei den CTs erkennen.

    Mir half es, so zu verstehen, warum sie oft, wenn auch immer mit den gleichen Themen und ohne neue Eindrücke, noch so sehr gut kommunizieren kann und oft auch Dinge noch gut behält, wieder nur auf ihren Radius bezogen.

    Aber viel besser hat mir die Erkenntnis „narzisstische demente Mutter“ geholfen: diese Grandiosität, die sie für sich empfindet und die sie auch mit Lügen aufrechterhält.


    So hat sie mir zB Zeit meines Lebens meinen 3,2er Abischnitt vorgehalten, was ich doch für eine Loserin sei: sie wäre ja soooo gut in der Volksschule gewesen. Nun hab ich gestern ihr Abschlusszeugnis 9. Klasse gefunden beim Sortieren: fast nur 4en (genügend), eine 5 in Rechtschreibung und sonst fast nichts. Dzdzdz.


    Und wie Du ja auch sagst: ich denke jede Demenz ist so einzigartig wie der Mensch, der sie hat. So wie Fingerabdrücke vielleicht 🤷‍♀️


    Du bist doch auf einem richtig guten (langen!) Weg!

    Meiner ist oft noch ein Basismodell, die Extras kommen erst noch.


    Alles Gute 🍄🌸❤️

  • man kann da wohl auch einiges bei den CTs erkennen.

    Aha, ein CT! Bei meiner Mutter wurde keins gemacht (ich sprach ja schon die Neurologin an - sie hätte es wohl veranlassen müssen). Aber ehrlich gesagt: Als wir dann wussten, dass es eine Demenz IST, war die genaue Diagnose. angesichts des Alters und offensichtlichen Zustandes meiner Mutter zweitrangig.


    Ich bin aber inzwischen sicher, dass sich am beginn der Demenz aus unterschiedlichen Gründen meistens die "problematischen" Persönlichkeitseigenschaften einer Person verstärken. Als "gesunde" Person hat man auch schwarze und weiße Seiten, die miteinander aber oft harmonieren und sozusagen als System "schwingen" und funktionieren. Das System bricht aber zusammen, wenn das Gehirn an einigen Stellen Schaden nimmt.


    So kannst du auch dir erklären, warum dir die Eigenschaften deiner Mutter auf einmal so deutlich vor Augen stehen. Sie war wahrscheinlich zeitlebens unzufrieden mit allem um sie herum ... (Das stelle ich mir aber auch nicht gerade als ein sehr angenehmes Leben vor. )


    Ich denke, man muss das verarbeiten und dann unbedingt an die Seite legen, um wieder mehr Lebensfreude zu bekommen. Aber da hilft eine gute Therapie, weil sie eben auch nach vorn schaut, nachdem die alten Verletzungen betrachtet und verbunden sind.

    ZUmindest sitzt deine Mutter nicht mehr auf dem selbstgezimmerten Thron ... manchmal fliegen Lügen eben auch auf ... haha ;)


    Zuweilen hat solch eine schwierige Kindheit und Jugend aber durchaus etwas Positives ... vielleicht hättest du sonst nicht solch eine tolle Familie, die das kompensiert und nicht nur das ...

    Ich schau ja auf ähnliche Themen aus einer anderen Perspektive, denn leider hat mein kleiner Enkel einen narzisstischen Vater, der auf Vernichtung aus ist ... (schlimme Geschichte).


    So plagen wir uns alle mehr oder weniger mit schwierigen Themen herum, aber wichtig ist, dass wir sie angehen und bewältigen. Und das machen wir, egal auf welcher Stufe wir gerade stehen. Alles Liebe und ein schönes Wochenende!

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, erstmal wieder danke für die Gedanken, die große Offenheit und die gegenseitige Unterstützung, sodass ich wieder nur einige Anmerkungen machen möchte:


    Ute und Nelly, Sie haben viele wichtige Erkenntnisse beschrieben, eine möchte ich noch ganz deutlich sagen: Egal was Sie tun, sie können es Ihrer Mutter nicht recht machen, das ist bei einem Narzissten fast unmöglich und noch weniger wenn eine Demenz dazukommt.

    Je mehr Sie sich mühen, um so mehr gilt: Vorsicht Falle!


    Es kann eine hilfreiche Idee sein, sich hier umzubenennen und sich damit der neu erarbeiten Rolle immer klarer zu werden: Alfskjoni gehen Sie damit einen neuen und besseren Weg?

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Weihnachten in dem Sie sich treu bleiben - wie gesagt, egal was Sie tun, Ihre Mutter wird es abwerten und damit können Sie freier entscheiden!


    Eine richtige Demenz Diagnose kann auch helfen furchtbare Persönlichkeitsveränderungen besser zu ertragen, Ihr Mutter, SchwarzerKater, hätte ich es gewünscht, denn manches was Sie geschrieben haben, ließe sich auch mit einer frontotemporalen Demenz erklären. Eine medizinische Behandlung ist sehr schwer, aber es lässt sich leichter damit umgehen, wenn wir uns klar machen, dass die Ursache eine Zerstörung des Gehirns ist und nicht eine (lebenslange) Persönlichkeitsstörung.


    Steht diese im Vordergrund, wie offensichtlich bei Ihrer Mutter, Alfskjoni, gilt alles was ich zu einem demenzgerechten Umgang, Validation, Wertschätzung, Gewährenlassen ... solange nicht, wie die demenzbedingten Veränderungen die Persönlichkeit irgendwann verändern.

    Eine narzisstische demenzkranke Mutter kommt (eigentlich) nicht aus Ihrer lebenslangen Zwickmühle, eine kleine Chance liegt darin, das toxische Spiel zu verlassen, sich innerlich zu stärken und nicht in die Fallen zu tappen. Und natürlich: sich Unterstützung suchen, hier im Forum und in der eigenen Therapie!

    NellyS, ich bin gespannt auf die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung, da z.B. Schilddrüsenwerte eine der Ursachen für das Wahnerleben Ihrer Mutter sein können.

    Allen wünsche ich viel Klarheit! Ihr Martin Hamborg

  • Lieber Herr Hamborg…hm eigentlich wollte ich nur meinen echten Namen verdecken…aber wer weiß warum ich das gerade jetzt gemacht habe…neues Selbstbewusstsein, neuer Name🍄🍀❤️.


    Sie geben wirklich wichtige Tipps, die mich ja letztenendes auch haben aufhorchen lassen, mir selbst helfen zu lassen (dabei ist ihre Hilfe und die von den „Mädels“ im Forum nicht unerheblich sondern echt erheblich❤️.


    Ich bin 1000x entspannter, meine Mutter als Narzistin, dement, verstanden zu haben. Komischerweise ist mein Groll auch so total weg! Logisches Denken und Leiden bringt nichts- ich verstehe nun ihre despotische Sicht. Und kann sie komischerweise gut als unabänderlich hinnehmen.

    Auch schön mal ohne Herzklopfen um 4 aufzuwachen.

    Lg 🍄🌸❤️(Alfskjoni ist übrigens unser jüngstes Islandpferd, ein Fuchsschecke, der Name heißt Elfenschecke)

  • Liebe Rose60 -


    vielen Dank für Deine lieben Worte! Ich habe es tatsächlich geschafftem an einen geschäftlichen Termin in London 2 Tage dranzuhängen. Und auch wenn ich meine Mutter anrufe und sie mich wieder kontinuierlich anblafft, tun mir diese 2 Tage wirklich gut.

    Die Ärztin meiner Mutter hat sich nochmal telefonisch gemeldet - physisch ist alles in Ordnung mit meiner Mutter, alles andere "müsse man sehen". Sie meinte, sie hätte das Thema Demenz an die Krankenkasse gemeldet und meinte, auch wenn meine Mutter keinen Antrag auf Pflegestufe usw. unterschreibt, bauen wir mit den Berichten und den Gesprächen mit der Krankenkasse einen "Fall" auf. Zum Neurologen will meine Mutter ja nicht - das war noch ein Tipp der Ärztin, aber nach der Untersuchung meinte sie, dass sie jetzt verstanden hätte, warum ich gesagt habe, dass das nicht klappen wird. Also machen wir jetzt einen Schritt nach dem nächsten.


    Weihnachten ist bei mir auch noch so ein Punkt. Ich fahre wieder zu meiner Mutter, aber kürzer als früher. Übernachte wieder im Hotel. Das hört sich ein wenig traurig an, aber es ist besser.

    Liebe Grüße

    Tanja

  • Liebe Alfskjoni -


    Weinen kann manchmal so befreiend sein. Also nicht wegen Deiner Tränen schämen. Ohne solche Ventile würden wir alle nur irgendwann komplett zusammenbrechen.

    Liebe Grüße

    Tanja

  • Liebe Tanja, das hört sich überhaupt nicht traurig sondern lebensbejahend und optimistisch UND gesund für Dich an! Lg🌸

  • Liebe Alfskjoni -


    Weinen kann manchmal so befreiend sein. Also nicht wegen Deiner Tränen schämen. Ohne solche Ventile würden wir alle nur irgendwann komplett zusammenbrechen.

    Liebe Grüße

    Tanja

    Liebe Tanja ☺️ Dankeschön

  • Hallo Tanja! Schön, dass Du ein Paar Tage in London anhängen konntest! Man muss seine Freiheit geniessen, wo man kann, auch als Demenz-Angehöriger.


    Zum Thema "Fall aufbauen": Mein Vater wollte ja auch ewig nicht zum Arzt, hat allen erzählt es fehlt ihm nichts. Ich hatte immer im Hinterkopf, Dokumentation sammeln, Zeugen haben, "Fall" aufbauen. Es war dann aber wirklich so, dass als wir die richtige Ärztin gefunden hatten, alles wie von selbst lief. Er hat einfach eine fortgeschrittene Demenz, und wenn man da erstmal bei den richtigen Ärzten ist, dann "flutscht" alles -- Pflegestufe, Gericht, usw. Es ist sicherlich nicht der Pfad für jeden, aber ich denke, bei uns haben Klinikaufenthalt, dann Geronto-Psychiatrie Wunder gewirkt. Wir hätten meinen Vater sonst noch lange bei niedergelassenen Ärzten vorstellen können, die ihm seine Heldengeschichten geglaubt hätten. Drücke Dir die Daumen, dass Du deine Mutter auch irgendwie auf den richtigen Weg bringen kannst!

  • Eine richtige Demenz Diagnose kann auch helfen furchtbare Persönlichkeitsveränderungen besser zu ertragen, Ihr Mutter, SchwarzerKater, hätte ich es gewünscht, denn manches was Sie geschrieben haben, ließe sich auch mit einer frontotemporalen Demenz erklären. Eine medizinische Behandlung ist sehr schwer, aber es lässt sich leichter damit umgehen, wenn wir uns klar machen, dass die Ursache eine Zerstörung des Gehirns ist und nicht eine (lebenslange) Persönlichkeitsstörung.

    Guten Morgen Herr Hamborg, ja oftmals ergibt das Verhalten erst viel später einen Sinn, weil sich die Puzzleteile aneinanderfügen. Ich kenne keine gesicherte Diagnose bezüglich der Demenz meiner Mutter. Jedoch sprachen alle immer von Alzheimerdemenz und im Pflegeheim meinte man, meine Mutter sei die "typische Alzheimerpatientin". Man muss dazu wissen, dass meine Mutter über einen sehr hohen IQ verfügte (heute würde man es hochbegabt nennen), ein glasklares Denken hatte und auch praktisch ihr Leben perfekt gemeistert hat. So hatte sie genügend Strategien, ihre ersten Ausfälle geschickt zu kompensieren. Außerdem dauerte es, bis ihre Ressourcen aufgebraucht waren. Die Hausärztin sprach von einer festen Fassade. Im Nachhinein fanden wir Berge von Zetteln mit wirren Notizen. So nehme ich an, dass ihre Wut einmal gegen sich selbst richtet war und ebenso von ihren Defiziten ablenken sollte. Sie vergaß ja mit der Zeit immer mehr, was schon auch auffiel.

    Da meine Mutter aber diverse Vorerkrankungen hat, käme auch eine vaskuläre Demenz infrage und ich vermutete, dass es von allem etwas ist. Die FTD beginnt ja meist etwas früher oder irre ich mich? Und kann nicht auch die Alzheimerdemenz oder die vaskuläre Demenz Schäden im Frontalhirn anrichten? Beim einen früher, beim anderen später?


    Aber es ist wahr: Hätte ich früher gewusst, was sich da anbahnt, wäre manches anders gelaufen. Unzufrieden bin ich v.a. mit der Neurologin, die wir aufsuchten und die komplett auf das fassadäre Verhalten meiner Mutter reinfiel. (OiOcha beschreibt ja ähnliche Situationen). Liebe Grüße

  • Ja diese Fassade! Selbst eine psychologische Mitarbeiterin im Heim fragte mich mal, ob ich nicht meiner Mutter den Wunsch gewähren könnte dass sie wieder zuhause lebt.

    Solche Situationen haben mich sowas von verunsichert. Lg 🌸

  • Mir fällt es so schwer, bei der Kommunikation mit meiner Mutter nicht in Fallen zu tappen!!! Da scheint irgendwie mein Sensor kaputt zu sein…ist das bei Euch auch so?

    Einmal editiert, zuletzt von Alfskjoni ()

  • Mir fällt es so schwer, bei der Kommunikation mit meiner Mutter nicht in Fallen zu tappen!!! Da scheint irgendwie mein Sensor kaputt zu sein…ist das bei Euch auch so?

    Ach Alfskjoni, das ist absolut normal. Am schwersten lassen sich die automatisierten "Glaubenssätze" ändern. Auch das Verhalten dazu hat sich verselbstständigt und läuft ab wie eine Routine. Das hat sicher mit der Erziehung zu tun, aber auch im späteren Leben kommen noch weitere Routinen hinzu. Vor Jahren sagte mal eine Kollegin zu mir "Ich denke immer "Nein" und mein Mund sagt trotzdem "Ja".


    Da hilft nur: Nachsichtig mit sich selber sein und sich ein paar Strategien ausdenken, die man bewusst einsetzen kann. Funktionieren diese und hat man Erfolg, hilft das beim Umprogrammieren.


    Da hilft dir sicher eine gute Therapeutin, solche Strategien zu finden. Es ist ein Prozess, aber man schafft es ... sage ich aus eigener Erfahrung. Liebe Grüße

  • Liebe Alfskoni,

    Solche Fragen von Mitarbeitern hatte ich anfangs auch öfter , bis die zuständige demenzerfahrene Pflegerin mir gegenüber sagte, meine Mutter versuche immer noch die Fassade zu wahren.. teilweise schafft sie das ja jetzt noch manchmal, während sie auf ihre Mama wartet..

    Bzgl.der Fallen: für dich ist ja einiges in der Betrachtung deiner Mutter noch relativ neu und funktioniert anfangs auf Abstand und theoretisch, während die Verhaltensmuster so viele Jahre bestehen, da braucht es ein gewisses Training für ein anderes Handeln nach dem "Um-denken".. Geduld , Geduld!

    Liebe Grüße

  • Ja diese Fassade! Selbst eine psychologische Mitarbeiterin im Heim fragte mich mal, ob ich nicht meiner Mutter den Wunsch gewähren könnte dass sie wieder zuhause lebt.

    Na "wunderbar" ... Ich kann mir vorstellen, wie einem da zumute ist. Man macht es sich sowieso schon nicht leicht und dann sowas. Aber dagegen kann man wohl nichts machen ... am Ende sprechen die Tatsachen eine deutliche Sprache, die auch die letzten Zweifler verstehen.

  • Na "wunderbar" ... Ich kann mir vorstellen, wie einem da zumute ist. Man macht es sich sowieso schon nicht leicht und dann sowas. Aber dagegen kann man wohl nichts machen ... am Ende sprechen die Tatsachen eine deutliche Sprache, die auch die letzten Zweifler verstehen.

    Ja das hatte ich da echt noch gebraucht. 🥹

  • Liebe Alfskoni,

    Solche Fragen von Mitarbeitern hatte ich anfangs auch öfter , bis die zuständige demenzerfahrene Pflegerin mir gegenüber sagte, meine Mutter versuche immer noch die Fassade zu wahren.. teilweise schafft sie das ja jetzt noch manchmal, während sie auf ihre Mama wartet..

    Bzgl.der Fallen: für dich ist ja einiges in der Betrachtung deiner Mutter noch relativ neu und funktioniert anfangs auf Abstand und theoretisch, während die Verhaltensmuster so viele Jahre bestehen, da braucht es ein gewisses Training für ein anderes Handeln nach dem "Um-denken".. Geduld , Geduld!

    Liebe Grüße

    Abstand ist echt am heilsamsten. 🧪

  • Ach Alfskjoni, das ist absolut normal. Am schwersten lassen sich die automatisierten "Glaubenssätze" ändern. Auch das Verhalten dazu hat sich verselbstständigt und läuft ab wie eine Routine. Das hat sicher mit der Erziehung zu tun, aber auch im späteren Leben kommen noch weitere Routinen hinzu. Vor Jahren sagte mal eine Kollegin zu mir "Ich denke immer "Nein" und mein Mund sagt trotzdem "Ja".


    Da hilft nur: Nachsichtig mit sich selber sein und sich ein paar Strategien ausdenken, die man bewusst einsetzen kann. Funktionieren diese und hat man Erfolg, hilft das beim Umprogrammieren.


    Da hilft dir sicher eine gute Therapeutin, solche Strategien zu finden. Es ist ein Prozess, aber man schafft es ... sage ich aus eigener Erfahrung. Liebe Grüße

    Das ist genau meine Meinung. Ich habe diese Situationen selbst auch schon im Alltag erlebt. Ich glaube es geht jedem Menschen so.

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