Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

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  • Ja, das stimmt auf jeden Fall und ist irgendwie auch entlastend. Heute hat sie aber mehrmals betont, wie schön es ist, dass ich gekommen bin und wie sehr sie sich immer freut. Also so ganz entlassen bin ich noch nicht ;)

  • Liebe Alfi -


    wenn das Gericht bestätigt, dass die Vorsorgevollmacht ausreicht, ist das mega. Das hat mir eine Richterin auch bestätigt. Dann gibt's einen Eintrag in die Gerichtsakte und es ist dann schriftlich vom Gericht untermauert.

    Deine Mutter scheint meiner sehr ähnlich in ihrem Demenz-Status zu sein. Bei ihr gibt es auch die beiden Stati wie bei Deiner Mutter. Aber ich habe festgestellt, dass es einfacher ist, im Heim dann aufzustehen und zu gehen, als bei ihr in der Wohnung. Und das gibt mir etwas mehr Ruhe.

    Du hältst Dich gut! Ruh Dich aus. Und gönn Dir mal was - ich habe für Samstag beispielweise einen Tisch in einem meiner Lieblingsrestaurants reserviert und gönne mir ein leckeres Abendessen.

    Liebe Grüße, Tanja

  • Bei meinem dementen Großvater war es auch so, dass die eigene Einrichtung eher nicht willkommen war, weil er ja nicht krank war und bald entlassen würde. Und die Bilder u.ä. waren ihm egal.

    Auch bei meinen Eltern und jetzt nur noch bei meiner Mutter ist es so, dass nichts von zu Hause im Zimmer sein soll, es gehört nach Hause, meine Mutter hat immer Angst, man könnte vergessen, z.B. das Kissen wieder mitzunehmen und es soll auch nichts „Privates“ für andere zu sehen sein. Jeder noch seine kleine Gegenstand wird sofort in die Schublade gelegt. Und ja, genau, man ist ja nicht krank, es kommt nie eine Visite und was soll man dann also noch hier. Sie denkt immer noch, sie sei in Reha oder doch im Krankenhaus, aber die machen hier ja nichts.

  • Hallo Nelly,

    das ist bei meiner Mutter genauso. Letztens hat sie versehentlich gesagt, dass das Bild noch nicht aufgehängt ist. Aber schon gleich sagte: Halt, das soll ja wieder mit nach Hause. Ich hatte kurz Hoffnung....

  • Auch bei meinen Eltern und jetzt nur noch bei meiner Mutter ist es so, dass nichts von zu Hause im Zimmer sein soll, es gehört nach Hause, meine Mutter hat immer Angst, man könnte vergessen, z.B. das Kissen wieder mitzunehmen und es soll auch nichts „Privates“ für andere zu sehen sein. Jeder noch seine kleine Gegenstand wird sofort in die Schublade gelegt. Und ja, genau, man ist ja nicht krank, es kommt nie eine Visite und was soll man dann also noch hier. Sie denkt immer noch, sie sei in Reha oder doch im Krankenhaus, aber die machen hier ja nichts.

    Ja das kenne ich auch: die Hoffnung stirb zuletzt. Und eigene Möbel im Heim bedeuten Aufgabe der Wohnung. Das ist verständlich. Leider. Und tut auch mir weh.

    Zumal ja nur alle um meine Mutter herum dement und krank sind. Sieeeee dagegen ist fit und kann alleine leben. Jaja. Lg Alfi

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nelly, wie Alfskjoni so schön schreibt, die Hoffnung stirbt zuletzt und ist auch bei einer Demenz eine starke Kraft.


    Wenn Sie ein wichtiges Bild wieder mitnehmen, kann es vielleicht in einem halben Jahr genau das richtige Mitbringsel sein.


    Die "gepackte Tasche mit allen wichtigen persönlichen Dingen" kann durchaus auch in der Betreuungsarbeit im Heim eingesetzt werden, bitte informieren Sie die Betreuungskräfte, die dann in der "zusätzlichen Betreuungszeit" mit dem Sortieren der Tasche arbeiten können, wenn Ihre Mutter das zulässt.

    Es ist dann eine echte 10-Minuten-Aktivierung, eine Methode in der Dinge des täglichen Lebens aus dem früheren Alltag zum biografischen Gespräch genutzt werden...

    Ich hoffe diese Idee hilft etwas für die noch so lange notwendige Gelassenheit! Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Alle,

    bin heute guter Dinge ins Heim gefahren.


    Ups - bei meiner Mutter sass die psychologische Betreuung.

    Intro: "Hallo, stör ich?" Nein ich störe nicht sagte die Dame - meine Mutter ging direkt richtig auf mich los, wie verlogen und kalt und schlecht ich wäre.

    Aua. Das kam alles so unverhofft.

    Ich erzählte nur kurz: "meine VenenOP ist gut verlaufen" - "Na dann ist ja bei Dir alles in Ordnung (mit giftigster Stimme). Es ging dann immer so weiter, ich blieb ruhig, die Dame bedeutete mir das auch und sie bemerkte die üble Verhaltensspirale meiner Mutter, die immer darin mündet, dass sie alleine zuhause leben könne und dass ich die verlogene Feindin bin, die sie davon abhält (heute ist wieder diese schlimme Version 1 ihres Verhaltens dagewesen,

    Version 2 = kränklich, jammerig, nicht so böse).


    Meine Mutter argumentierte oft wirr, aber immer abgrundtief böse. Als sie aus einer Schublade Briefe meines verstorbenen Vaters holte, um zu zeigen wie sehr er sie mochte (und nicht wie die böse Tochter), sah ich da ein altes Brötchen und viele Krümel - als ich sie darauf ansprach, dass ja ein Brötchen in der Schublade liege, wurde sie nochmal biestiger. - hatten nicht auch andere von Euch erzählt, dass Demente Essen horten?


    "Sie sehen ja wie die lügt".


    Also es war echt schlimmschlimm.


    Die Dame schlug vor, mit meiner Mutter in 2 Wochen nach ihrem Urlaub Kommunikation zu üben, denn sie sah auch, dass meine Mutter auf jeden meiner Sätze "speziell" reagiere - "Ihre Tochter sagt blau und Sie verstehen schwarz".


    Ich hab natürlich zugestimmt - mit gemischten Gefühlen - aber es kann ja nur besser werden. Auch wenn das meinen emotionalen Abstand wieder verringert. Hilfe.


    Na mal sehn ob meine Mutter zustimmt.


    Also mein Hirn ist heute durch den Mixer gedreht.

    Aber als Fortgeschrittene leide ich zwar, aber nicht mehr so schlimm wie vor einem Jahr. Naja aber Tränen waren schon da.


    Alles Gute Alfi

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Alfskjoni, es wundert mich nicht, dass sich Ihre Mutter in der Situation ganz nach Version1 verhalten hat.

    Aber die Betreuerin hat so viel Material bekommen, um mit Ihrer Mutter zu arbeiten.

    Haben Sie eine Einschätzung, wie viel dies für Ihre Kommunikation bringt?

    Kann sich Ihre Mutter noch ändern? Zu viel Hoffnung würde ich Ihnen da nicht machen wollen...


    Insofern bleiben Sie bitte bei Ihrer Strategie der Gelassenheit und meiden Sie so schnell wie möglich die Version1...

    Ihr Martin Hamborg

  • Lieber Herr Hamborg,

    Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl bei einem Gesprächstraining.


    Zu viel Schmerz für mich.


    Die Mitarbeiterin hat turnusmässig meine Mutter @auf den Zettel“. Das war schon mal so bzgl Aktivitäten, die meine Mutter alle abblockt: es sind ja alle anderen im Heimzu niveaulos, dement, etc.

    Und dann als die Mitarbeiterin so nicht weiterkam, gab sie auf und ich saß wieder vor der …. Vor dem Scherbenhaufen.


    Ich mache aber bei einem Termin mit und höre dann auf: ich falle sonst wieder in mein Schmerzschema zurück und fühle mich sehr sehr verletztlich.

    „ich will mit ihnen Kommunikation üben Ihre Tochter sagt blau und sie verstehen schwarz“ haha. Meine Mutter versteht mich ganz genau, fällt aber in ein sadistisches Quälmuster und ich soll mich dann immer weiter beschimpfen lassen?

    Wie Sie es auch sagten: lieber meine erfahrene Strategie.


    Lg Alfi und Dankeschön 🥹

  • Das würde ich an deiner Stelle genau so machen, liebe Alfskoni.. ich denke du hast genug gelitten, da würde ich mich dem Energiesauger auch nicht aussetzen, mal so aus dem Bauch raus

    Alles Liebe für dich

  • Liebe Schwarzerkater, dochdoch es ist so schlimm.

    Die Dame ist jetzt im Urlaub.

    Werde ihre neue Vorgesetzte anrufen und genau das freundlich sagen.

    Mann ging es mir schlecht die letzten Tage!

    Aber mit dem Plan und Eurer aller Hilfe schon besser.

    Lg Alfi

  • Das würde ich an deiner Stelle genau so machen, liebe Alfskoni.. ich denke du hast genug gelitten, da würde ich mich dem Energiesauger auch nicht aussetzen, mal so aus dem Bauch raus

    Alles Liebe für dich

    Danke Rose wir hatten das ja alles schon und ich werde mich nicht zum Objekt empirischer Sozialforschung machen 🥹🌹

  • brennen beim Thema "Kommunikationstraining" mit narzisst. Menschen buchstäblich die Warnlampen durch

    Du mir auch.

    Hab mich da ja mühsamst rausgewunden.


    Hoffnung auf ein Happyend gibts bei mir nicht mehr.


    Und laienhafte Kommunikationsübungen „ich werd mich da mal einlesen“ katapultieren mich wieder auf Start oder ins Nirvana.


    Gute Nacht lg Alfi- Ute🌙

  • schwarzerkater: auch dir gehört mein vollstes Mitgefühl. Was du schon mehrfach von dem Erzeuger deines Enkels beschrieben hast, lässt mir echt die Nackenhaare hochstehen. Ich weiß auch von anderen Kindern , die aus ähnlichen Gründen diesem Grauen behördlicherseits ausgesetzt werden. Unfassbar!! Unbegreiflich auch , dass daraus wiederum spätere Kosten für die Behandlung der psychischen Schäden entstehen, wenigstens das sollte doch zuständige Politiker überzeugen..

    Da ich selbst Enkelkinder habe, kann ich nachvollziehen, wie du da als Oma mitleiden wirst , noch mehr deine Tochter als Mama. Aber wie toll immerhin, dass sie den Absprung geschafft hat, das habe ich mir von meiner Mutter auch Jahrzehnte gewünscht - und da kann ich wieder den Bogen zu unserem Thema hier schlagen. Die Beziehung zu meiner Mutter ist trotz all meiner vielen Therapiestunden nachhaltig gestört und jeder einzelne Besuch kostet Überwindung.

    Aus Mitgefühl bleibe ich aber dabei, weil ich daran denke, wie es mir evtl.später mal ergehen mag...

    Toll, dass du bewusst mit deiner Tochter auf die positiven Dinge des Lebens schauen kannst!

    Das versuche ich ebenfalls.

    Aktuell gibt's auch neue Sorgen, da ich mich auch für meinen behinderten Bruder verantwortlich fühle, nun wo meine Mutter es nicht mehr kann - und da gab es diese Woche schlechte Nachrichten, weiß noch nicht genau wo es hingeht und ich weiß momentan nicht, ob ich ihm und unserer dementen Mutter ein Treffen zumuten soll , da man ja nie weiß, wann sie in welcher Welt ist..

    Manchmal kommt so vieles zusammen und manchmal ist es schwer bei Kräften zu bleiben.

    Liebe Grüße

  • Status Quo heute morgen, nachdem mir dank Euch und Herrn Hamborg und meines Empfindens klar ist, dass ich genauso weiter mache wie bisher, ohne Gesprächstherapie mit meiner Mutter:

    1000x besser!


    Es fühlte sich so wahnsinnig falsch an!


    Schönen Samstag an Alle lg Alfi

  • Liebe Alfi.

    Ich denke mir das im Moment so:
    Was wäre wohl mit meiner Mutter, wenn es mich gar nicht geben würde?

    Entweder würde sie dann schon im Heim sein, weil mein Bruder sie hätte einweisen lassen.

    Oder sie wäre alleine in ihrer Wohnung umgekommen.


    Ich weiß aktuell gar nicht wo meine Mutter ist.

    Ich habe 2 Tage nicht mit dem KH geredet.

    Vielleicht schon in der Übergangspflege......

    Auf jeden Fall ist jetzt eine Betreuerin da.

    Die Dame kommt mir seltsam vor, aber das muss mir egal sein.

    Sie hat mich kontaktiert, will nächste Woche mit mir reden.

    Wieso redet sie nicht mit meinem Bruder?
    Ganz einfach. Er hält sich raus, weil er es kann.

    Und mein Bruder ist ein Mega-Narzisst.

    Gegen den sind alle anderen Narze Waisenknaben.


    Mir kommt wieder und wieder der Gedanke:
    Was wäre, wenn es mich nicht gäbe?

    Ich lebe ja auch alleine, wer kümmert sich um mich?
    Ich werde wohl zuhause verwahrlosen, wenn ich dement werde, vorausgesetzt ich habe dann noch ein Zuhause.


    Wir sind doch nicht dazu verdonnert unser Leben lang in der Nähe unserer Eltern zu bleiben, schon gar nicht, wenn da eine solche Charaktereigenschaft wie Narzissmuss ist.


    Narzissmuss ist gefährlich, von Narzissten hält man sich fern, wenn man nicht mit ihnen umgehen kann. Die werden dich immer wieder runter ziehen, und verletzen. Davon leben sie.


    Ob schwer Demente allerdings noch narzisstischen Strategien anwenden, sei dahin gestellt. Sie scheinen eher gefrustet zu sein und nehmen kein Blatt mehr vor den Mund. Aber auch das kann dich deinen Ruf kosten.

    Die Entscheidung nicht hin zu gehen, ist eine weise Entscheidung.


    LG

  • Ich lebe ja auch alleine, wer kümmert sich um mich?

    Liebe Carolina, ja das ist ein Problem.

    Sorge am besten rechtzeitig vor wenn Du so um die 75 bist und ziehe in ein betreutes Wohnen. Nicht so wie unsere Eltern die einfach stur denken man kann bis zum Schluss alleine zB im 4. Stock ohne Aufzug leben.


    Demenz und Narzissmus: der Narzissmus lässt eine Demente leider noch böser werden: Verlust von Schönheit, Gesundheit, Bewunderung, die gefühlte Grandiosität geht schlichtweg verloren.

    Und dann kommt die sadistische zerstörerische Seite erst so richtig raus.


    Wenn dann noch alle sagen: Ihre Tochter ist ja lieb, das ist aber eine Hübsche, da haben Sie aber Glück, und was für gut gelingende große schöne Enkel- nun, das führt leider zu rabenschwarzem Hass und Neid.

    Leider . LeiderLeider.


    Aber wir lernen daraus und behalten unsere Ruhe, unser Niveau, unsere Zufriedenheit, stimmt’s?


    Lg Ute 🍄

  • Die Beziehung zu meiner Mutter ist trotz all meiner vielen Therapiestunden nachhaltig gestört und jeder einzelne Besuch kostet Überwindung.

    Aus Mitgefühl bleibe ich aber dabei,

    Rose genau meins.

    Was meinte der sehr schlaue (einfach ein cooler Typ) Kavierlehrer/ Kantor eines großen Doms eines meiner Söhne, er hatte auch demente Eltern:

    Wöchentliche Pflicht wahren, so kann muss man sich nichts nachsagen lassen, aber : mehr nicht!!!!!

    Lg Ute 🍄

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