Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

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  • Danke, liebe Alfi-Ute,

    Ist schon wahnsinnig, wie einen diese Problematik beschäftigt. Eigentlich wurde mir von professioneller Seite schon vor Jahren geraten, mich von meiner Familie fernzuhalten, auf Abstand - und nun komme ich aus dem Thema nicht raus. Ich dachte wirklich nicht, dass es sich über mehrere Jahre ziehen würde bei den schwachen Organfunktionen meiner Mutter. Lange stand ich unter dem Druck, ihr noch was Schönes bieten zu müssen, das habe ich mehr oder weniger aufgegeben, es ist eh nie richtig und gut genug. Ich schaffe einfach nicht den Ausgleich zu den vielen für meine Mutter belastenden Jahren - bin sozusagen eine "hilflose Helferin"..

    Es ist ein etwas anderer Fall bei uns, meine Mutter ist nicht so ausgeprägt narzistisch , sie hat uns vor allem nicht geschützt vor dem toxischen Narzissten, aus Angst und Abhängigkeit vielerlei Art.

    Und ich muss immer wieder sehen, dass ich mich nicht weiter im Kreis drehe, ich gerate von einem Infekt in den nächsten, das sagt wohl genug und ich versuche mich nicht mehr immer an den Angehörigen zu messen, die mehrmals pro Woche ihre Elternteile im Heim erfreuen können.

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

    ❤️ Liche Grüße

  • Sorge am besten rechtzeitig vor wenn Du so um die 75 bist und ziehe in ein betreutes Wohnen.

    So hat dankenswerter Weise meine Tante, die auch alleinstehend war, gehandelt und es hat sich sehr bewährt. Sie konnte sich ihre Freiheit bewahren, die sie ohnehin erst nach dem Tod ihrer Mutter (mit der sie zeitlebens zusammenlebte) erreicht hat und ich, die einzige Nichte, mehrere 100km entfernt, konnte sicher sein, dass sie sehr gut aufgehoben ist und sich wohlfühlt. Zum Tragen kam das allerdings vor allem die letzten Wochen vor ihrem Tod, als es ihr mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ganz rapide schlechter ging - und sie konnte friedlich und schmerzfrei in ihrem Zuhause einschlafen. Es war ein würdevoller und unendlichen Frieden ausstrahlender Tod vor dem sie niemanden belasten musste.

  • Liebe Carolina, du muss nun auch Zufriedenheit mit deiner Entscheidung finden, dass du die Betreuung abgegeben hast. Man weiß ja oft nicht, ob dies oder das richtig gewesen wäre ... Du hattest gute Gründe (die dir wichtig waren) und dann war das auch der richtige Weg. Hauptsache, es hat sich alles geregelt. Und das scheint ja so zu sein.

    Moin Moin.

    Bis da alles geregelt ist, werde ich wohl noch öfter involviert.

    Wieso eigentlich ich?

    Wieso nicht mein Bruder?

    Ach, der Narzisst hat ja immer noch keinen Wohnungsschlüssel......Achtung Ironie.

    Wen spricht die Betreuerin an, wenn ich auch keine Lust habe zu kooperieren?

  • Liebe Carolina, das ist wirklich nervig, Du hast ja nicht umsonst die Betreuung abgegeben.

    Mann es wird WIRKLICH viel Durchsetzungskraft von uns Angehörigen verlangt.

    Immer wieder neu.

    Also wirklich 100x schlimmer als kleine Kinder.

    LG Alfi

  • Also wirklich 100x schlimmer als kleine Kinder.

    Jepp.....

    Und ich drücke uns alle Daumen, dass uns die Demenz verschont.

    Wobei.... für die Dementen ist ja alles "OK".😵‍💫

  • Hallo Ihr,

    Die gutgemeinten Gespräche der Heimmitarbeiterin mit meiner Mutter („sie muss doch verstehen dass sie nicht mehr zuhause wohnen kann“) und mir und dann auch noch mal alleine mit meiner Mutter haben dann wieder, ihr ahnt es, einen Supergau heraufbeschworen: Sie sprach ihren Ex-Nachbarn gestern Abend (aua auch noch sonntags) auf Band- es sind diese supernetten über 80 Jahre alten Leute die mir so viel mit meiner Mutter geholfen haben- „Sie sind meine letzte Chance ich muss Sie dringend sprechen, meine Tochter belügt mich nur etc“.

    Der Nachbar sagte, er ruft nicht zurück, meine Mutter weiß ja auch nicht dass die Wohnung verkauft ist und sagt ja immer, sie zieht bald wieder ein.

    Hab mit der Pflegeleiterin telefoniert: Telefon wird so gestellt, dass meine Mutter zwar angerufen werden kann, aber nicht selbst nicht telefonieren kann.

    Der Nachbar war sehr erleichtert. Er hat ja diese 4 Versuche, dass meine Mutter nach KH Aufenthalten mit Pflegern alleine wohnen wollte, hautnah mitbekommen und dass sie alles verweigert und wieder zusammenbricht. Bei ihm hört sie auch nicht hin wenn er sie lieb darauf hinweist.


    Mann wie traurig alles.


    Aber ich konnte immerhin 1ne Stunde nachmittags schlafen wie die ganzen letzen Tage und Nächte nicht.


    Das liegt auch daran dass die Pflegeleiterin sagte sie haben alles im Griff und ich soll an meine Familie und mich denken❤️

    Lg Alfi

  • Die Idee der Mitarbeiterin, dass man deiner Mutter mit Demenz noch ins Gewissen reden kann, ist aber auch irgendwie daneben.. OK, "Versuch macht kluch", wie ätzend, dass du dann wieder erfolgreich verunsichert warst. Wünsche gutes Runterkommen ;)

  • Oh je Alfi, ich hatte dir doch (aus eigener Erfahrung) geraten, diese Gespräche abzulehnen ... Na ja egal, immerhin ist es nun vorbei und du kannst dir mehr als sicher sein, dass du so etwas nie mehr wiederholen wirst. Also erhole dich gut davon und träume in der nächsten Nacht nur schöne Dinge!

    Liebe Schwarzerkater das waren alles noch die Nachwehen von letzter Woche als ich in das Gespräch Mitarbeiterin/ Mutter hereinplatzte. Die Mitarbeiterin war dann wohl noch 1x alleine bei meiner Mutter und ist jetzt in Urlaub.

    Hab das aber nun alles freundlich mit ihrer neuen Chefin, sehr nett, geklärt und fühle mich wieder als ich 🥹lg Alfi

  • Die Idee der Mitarbeiterin, dass man deiner Mutter mit Demenz noch ins Gewissen reden kann, ist aber auch irgendwie daneben.. OK, "Versuch macht kluch", wie ätzend, dass du dann wieder erfolgreich verunsichert warst. Wünsche gutes Runterkommen ;)

    Liebe Rose ja wirklich.

    Sie dachte sie hat „einen wirklich guten Draht zu meiner Mutter“.

    Ich kenne diesen Draht: meine Mutter sah die Mitarbeiterin als Schlüssel zu ihrer alten Wohnung.

    Alles sehr traurig.


    Aber ich bin wieder bei mir❤️lg Alfi

  • Meiner Mutter ist es völlig gleichgültig, ob ich zweimal die Woche oder auch mal zwei Wochen nicht da bin. Das will einfach in meinen Kopf nicht rein (ich denke immer, sie wartet vielleicht doch). Aber nein, das tut sie nicht.

    Ich bin derzeit auch im gleichen Dilemma. Meine Mutter ist etwas ruhiger geworden, will aber immer noch nach Hause. Sie sagt, dass sie im Heim sehr einsam ist. Meine Mutter fühlt sich trotz den Menschen dort einsam, da ihr nur ihre Familie wichtig ist (schon immer). Und der Besuch gestern war auch richtig schön. Ich war heute den ganzen Tag unruhig und habe überlegt, ob ich gleich wieder zu ihr soll, damit sie nicht alleine ist. Aber eigentlich ist es mir doch zuviel jeden Tag und ich befürchte, dass sie sich dann erst recht um keinen Anschluss dort bemüht. Allerdings sind

    ihre Mitbewohner ziemlich schwach und ich glaube, dass sie dort niemanden finden wird, mit dem sie sich unterhalten kann. Oder sehe ich das nur von meiner Sichtweise so?

  • Nee Anette.

    Geht meiner Mutter auch so.

    Die sind im Heim alle "dementer" als sie.

    Sie braucht eine sprechende Freundin dort.

    Hoffe es zieht wieder eine ein, die mit Mom reden kann.

  • Es ist auch nicht möglich, den Wohnbereich zu wechseln, da sie immer wegläuft und in einem geschützten Bereich sein muss. Ich hoffe auch sehr, dass sie bald irgendwie Anschluss findet, obwohl sie das zu Hause auch nicht suchte (aber da hatte sie uns als Familie).

  • Liebe Alfi -


    ich gebe schwarzerkater recht: Die gutgemeinten Versuche, Deiner Mutter zu erklären, dass sie nicht mehr nach Hause kann, fruchten nicht. In dem Heim, in dem meine Mutter ist, wird das Thema nicht adressiert. Da kommt dann ein "jetzt genießen Sie doch erst einmal ihre Zeit hier". Kommt bei meiner Mutter und den anderen Bewohnern gut an - meine Mutter meint momentan, sie ist im Hotel bzw. zur Kur. Sie hat ein paar Damen gefunden, mit denen sie sich unterhält, auch wenn alle teilweise in ihrer eigenen Welt leben, tut das den Gesprächen keinen Abbruch. Wenn ich komme, freut sie sich, wenn ich gehe, beschimpft sie mich. Aber hier kann ich dann auch gehen und das macht er für mich erträglicher.

    LG

    Tanja

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Tanja, Glückwunsch zu Ihrer Gelassenheit, es kommt nur auf die Minuten an, in denen sich Ihre Mutter über den Besuch freut, dieses Muster stärken und genießen Sie bitte. Das alte Muster verkürzen Sie so kurz wie irgend möglich, denn im Heim hat Ihre Mutter nun die wertvollen Kontakte, mit einem hohen Gemeinschaftsgefühl, auch wenn alle aneinander vorbei reden!

    Ihr Martin Hamborg!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Alfskjoni, selbstverständlich können Sie mit meinen Argumenten arbeiten, wenn es Sie stärkt! Ob meine Wahrnehmung "richtig" ist, kann ich nie sagen, das können nur Sie für sich entscheiden.


    Aber die Berichte der Woche zeigen, wie sehr die Betreuerin gutmeinend in die narzistische Falle getappt ist. Das wird ihr hoffentlich eine gute Erfahrung sein, da Sie zum Glück sofort die Reißleine gezogen haben, denn diese verletzenden Muster lassen sich nicht einfach mit Kommunikationstrainings auflösen...

    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung! Es ist für mich hilfreich, zumal ich diese Woche ein Gespräch mit meiner Therapeutin nach längerer Zeit hatte, die mir aufgrund meiner persönlichen (somatischen)Reaktion empfahl, die zeitlichen Abstände zum Besuch meiner Mutter zu verlängern. Es fiel mir sehr schwer mir dies selbst "zu erlauben", doch nun, wo meine Mutter die zeitliche Orientierung eh verloren hat und letzte Woche auch nicht mehr wusste, dass ich 1 Woche zuvor dort war, die Tulpen von mir waren etc. macht es ihr vermutlich nicht soviel aus, dass ich erst nach 10-14 Tagen komme. Für mich ist es eine Erleichterung. Ich werde sonst zunehmend in traurige Stimmung versetzt, besonders wenn nun traumatische Erfahrungen mit meinem Vater erwähnt werden, noch schlimmer wenn es um meinen Bruder geht. Einiges wurde in den allerletzten Jahren erst an mich herangetragen, zumal ich vorher mehr Abstand hatte.

    Es tut mir so leid, wenn nun in der Demenz einiges wieder hochgespült wird, doch für meine Mutter scheint es schnell wieder vergessen, für mich nicht, zumal es so schwerwiegend ist..

    Ich hoffe ich darf dies hier (etwas) loswerden. Je mehr ich mich wieder den schöneren Zeiten zuwenden kann, desto besser kann ich manches unter Verschluss halten, was jahrelang mit verschiedenen Methoden bearbeitet wurde.

    Vor allen Dingen möchte ich wirklich alles erdenkliche tun um einer eigenen Demenz vorzubeugen und dazu zählt, soweit ich in TV sah, außer körperlicher Bewegung, sozialen Beziehungen etc auch die Vermeidung von anhaltendem Stress.

    Lange dachte ich, ich könne die Situation meiner Mutter mit schönen Unternehmungen verbessern, doch sie sind seit einiger Zeit grundsätzlich am nächsten Tag vergessen.

    Von daher muss ich mir da offensichtlich keinen Stress mit machen.

    Meinen Bruder konnte ich dafür im Krankenhaus gestern besuchen und er vergisst es zum Glück nicht, auch das war ein eher schwerer Weg für mich, hat uns aber beiden gut getan.

    Ich versuche nun wieder einiges in den inneren Tresor zu packen und abzuschließen.

    Danke fürs Lesen ;)

  • Lieber Herr Hamborg -


    vielen Dank für die netten Worte. Für mich ist es tatsächlich sehr erleichternd, dass ich einfach gehen kann. Meine Mutter hat dann ihre Bekannten im Heim und bei ihr ist alles vergessen. Bei mir ist das ein wenig anders, aber es hilft mir auch, zu wissen, dass ich mir nicht dauernd Sorgen machen muss. Sie bekommt gutes Essen, sie wird gepflegt, man kümmert sich um sie - das Personal ist sehr nett und sie ist dort sehr gut aufgehoben.

    Ich denke, sobald die Wohnung abgegeben ist, kann ich etwas durchatmen und Dinge aufarbeiten.

    Viele Grüße

    TanjaS

  • Hallo Alfskjoni, selbstverständlich können Sie mit meinen Argumenten arbeiten, wenn es Sie stärkt! Ob meine Wahrnehmung "richtig" ist, kann ich nie sagen, das können nur Sie für sich entscheiden.


    Aber die Berichte der Woche zeigen, wie sehr die Betreuerin gutmeinend in die narzistische Falle getappt ist. Das wird ihr hoffentlich eine gute Erfahrung sein, da Sie zum Glück sofort die Reißleine gezogen haben, denn diese verletzenden Muster lassen sich nicht einfach mit Kommunikationstrainings auflösen...

    Ihr Martin Hamborg

    Dankeschön Herr Hamborg❤️

  • Hallo hier bin ich,

    Heute war mein Besuchstag bei meiner Mutter.


    Nachdem ich mit der sehr lieben, erfahrenen neuen Stationsleiterin gesprochen hatte und diese mich genauso wie Herr Hamborg und ihr darin bestärkt haben, meine schon eingeübte Verfahrensweise weiterzuführen (1x wöchentlich besuchen, Smalltalk, keine Diskussionen, Kleinigkeit zu Essen mitbringen, ist alles wieder ruhiger.


    Meine Mutter keift mich auch nicht mehr an, wenn ich gehe, die boshaften Spitzen sind auszuhalten, hab ich ja schon gelernt.

    Sie sagt auch schon mal so Sachen wie „ich kann ja garnicht mehr alleine leben“.

    Sie hat sogar 1x bei der Gymnastik mitgemacht! Oha!

    Ihr gesundheitlicher Zustand ist schlecht: sie kann kaum laufen und ihr ist dauernd schwindelig. Heute roch sie auch zum ersten Mal nach Urin. Windeln hat sie ja schon lange.


    Nachdem sie ihre ehemaligen Nachbarn, auch über 80, Sonntagabends auf Band gesprochen hatte „Sie sind meine letzte Rettung, ich vertraue nur Ihnen, ich muss Sie sprechen“ haben mich die Nachbarn gebeten, ihre Nummer zu sperren.

    Habe das Telefon nun so stellen lassen, dass sie nur noch angerufen werden kann.

    Denn sie ruft auch den Notarzt an, wenn nicht sofort ein Pfleger kommt, für 80Eur irgendeine Auskunft, Nachbarn zu unmöglichen Uhrzeiten, Krankenkasse wegen Umzug nach Hause etc.


    Dieses Dominante hat sie natürlich immer noch und so herrschte sie mich heute an ich sollte ihr Telefon richtig einstellen lassen, nur ich könnte das veranlassen hätte der Hausmeister gesagt.

    Hab dann mit ihm telefoniert: er weiß um die Situation. Wir werden beide sagen, dass eventuell andere ihr Telefon gesperrt haben?

    Angerufen werden könnte sie ja.

    Klar hab ich ein schlechtes Gewissen.

    Mit dieser herrischen Art kriegt sie mich immer noch.


    Und im „Verborgenen“ ohne darüber mit mir zu sprechen plant sie ja immer noch den Rückzug in ihre alte Wohnung.🤷‍♀️


    Alles Gute Ute-Alfi🍄

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