Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Alfskjoni : kannst du die Distanz noch verlängern auf 1mal/Monat um dich zu schonen? So läufst du doch immer wieder (gefühlt) ins offene Messer..


    martinhamborg : bzgl. des Themas mit meinem Bruder war es nun so, dass meine Mutter seit kurz vor seinem Tod (im März 23) nicht mehr nach ihm gefragt hat, vorher eigentlich bei jedem Besuch. Und nun bereits seit Weihnachten zweimal gefragt, wie es ihm geht und sowohl meine Schwester als auch ich haben gesagt, ihm gehe es gut etc. und dann Thema gewechselt. Meine Idee dahinter ist, dass sie vllt nicht von dieser Welt gehen kann, solange er von ihrem Gefühl her lebt, weil sie sich immer so gesorgt hat aufgrund seiner geistigen Behinderung u.v.m. Ganz sicher könnte ich sie nicht beruhigen damit, dass er bei seinem Vater ist (ich verstehe Ihre Idee..) , da dieser sein Peiniger war. Ich denke, ich würde spontan entscheiden, wie ich beim nächsten Mal diese Frage beantworte. Mich selbst beschäftigt es tatsächlich immer wieder und oft gibt es ja die Frage, was alte Menschen noch im Leben hält, was eigentlich nicht mehr so wirklich lebenswert ist. Vielleicht würde es sie auch beruhigen trotz Trauer, dass sie für meinen Bruder nicht mehr weiterleben muss... Das ist so mein Gedanke dahinter.


    Meine Mutter wird peu a peu schwächer und müder, läuft aber immer noch herum. Letztens war einige Tage ihre Sprache verwaschen, nun lt. Pfleger wieder besser.

    Ich weiß nicht, wie lange das noch so gehen kann, es belastet mich trotz aller verstärkt inneren Distanz schon noch sie so zunehmend hilflos zu erleben, nun auch inkontinent als vormals stolze Frau, die sich immer gerne gepflegt und gut gekleidet hat.


    Freundliche Grüße

  • kannst du die Distanz noch verlängern auf 1mal/Monat um dich zu schonen? So läufst du doch immer wieder (gefühlt) ins offene Messer..

    Liebe Rose,

    Länger kann ich noch nicht, Du hast Recht, aber ich kann noch nicht längere Abstände.

    Die 2 Wochen sind schon extrem entzerrend, ich stehe nicht mehr im Agro- Fokus, leider jetzt einige Pflegerinnen.


    Bruder:

    Du ich würde das lassen.

    Deine Mutter lebt doch in ihrer friedlichen Welt.

    Die Maßstäbe haben sich verändert.

    Und das Gedächtnis wird auch nicht besser 😉

    Lg Alfi🐽

  • Liebe Rose,


    was Du jetzt alles über Deinen Bruder und Deine Mama geschrieben hast, da denke ich, dass Dein Gefühl hier entscheiden sollte. Es spricht einiges dafür, dass sie es weiß, es kann aber, je nach Demenzgrad, auch einiges dagegen sprechen. Ich würde darauf vertrauen, dass Du in dem Moment, wo die Frage noch einmal auftaucht, dass Du dann aus dem Bauch heraus richtig entscheiden wirst. Das zu sagen, was dem Demenzkranken individuell gut tut und weiterhilft, das ist dann auch der richtige Weg, denke ich.


    Liebe Grüße

  • Danke für die Duftempfehlung mit Wohlfühlgarantie, kann ich sehr gut gebrauchen.

    Lieben Gruß

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rose60, Ihre Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Wenn Sie einmal die Wahrheit sagen und nicht validieren oder ablenken ist das für Sie sehr entlastend und es kommt vielleicht sogar ganz tief im Inneren bei Ihrer Mutter etwas an. Sie wird es aber schnell wieder vergessen, aber die Lage ist endlich geklärt.


    Ich würde es nicht dem Zufall überlassen, denn Sie haben sich ja schon viele Gedanken gemacht und vielleicht schon einen Plan.

    Wenn es o.k. ist vier Tipps noch dazu:

    • Wenn Ihre Mutter ärgerlich reagiert, warum Sie es Ihr jetzt erst sagen ist das eine typische Reaktion der beginnenden Trauer. Sie können ehrlich antworten, zum Beispiel dass Sie auf die Frage gewartet haben, um sie nicht zusätzlich zu all ihrem Leid zu belasten.
    • Wenn Ihre Mutter in ein unerwartetes Leid ausbricht dass Sie nicht auffangen können (und sollen!) oder es aus dem Ruder läuft, nutzen Sie die Klingel und informieren Sie vorher die Mitarbeitenden, dass dies möglich ist und sie dann kommen um mit einem neutralen Thema abzulenken.
    • Wahrscheinlich werden Sie aber sehr schnell selbst Ihre Mutter ablenken und gemeinsam trauern, bis Sie ein neue Thema anschneiden. Ihre Mutter wird (in einem klaren Moment) dankbar sein, weil die Verdrängung eben auch zur Trauer gehört.

    Auf jeden Fall bitte ich Sie nur einen "Wahrheitstag" zu machen und dann wieder wie bisher zu validieren!

    Ihr Martin Hamborg

  • Lieber Herr Hamborg,

    Vielen Dank für Ihre umfangreiche und für mich sehr hilfreiche Antwort. Mit diesem "Plan" kann ich mir mein Vorgehen gut vorstellen. Ehrlich gesagt habe ich auch etwas Bedenken vor meiner eigenen Trauer dann , es jährt sich nun bald im März und auch trotz des großen Unterschieds wegen seiner Behinderung waren wir uns sehr nah..

    Ich werde berichten falls es zum "Wahrheitstag" gekommen ist.

    Ich finde dieses Level meiner Mutter gerade so "ver-rückt". Erst berichtet sie mir, dass sie öfter ihre Mama gegenüber wohnen sieht, dann fragt sie mich ganz liebevoll "ich habe das Gefühl, du hast was auf dem Herzen. Möchtest du mir irgendwas sagen?" - ihre sehr liebevolle Seite bekomme ich nun meist wieder zu spüren.

    Herzliche Grüße

    Rose60

  • Liebe Rose bin auf Deinen Wahrheitstag gespannt! Pass auf Dich auf.


    Hach.

    Am Wochenende hatte mein Mann eine Nierenkolik. Er kam als eine „fremde“ Person von einer Geschäftsreise zurück. Ich hab nicht gewusst, dass Schmerz so das Gesicht und Verhalten verändern kann.

    Aber: hab letztenendes den Notarzt gerufen, Kh, Schiene eingesetzt, Stein separiert, OP in 4 Wochen, mein Mann ist wieder mein Mann und es geht ihm fast super.


    Letzte Woche war Angehörigenabend im Heim. Es waren nur 20% Angehörige da, war aber gut: habe dann nach dem Ende um 20.30 Pralinen für meine Mutter hinterlegt, Plan: dann erst in der 3. Woche Besuch bei ihr.


    Dienstagnachmittag klingelt es bei uns um 16.30: meine Mutter stand vor der Tür, Taxi fuhr weg, mit Hallooo und so. Nun sie war freundlich aber ich wusste das war ihr Plan.

    Ich hab sie einfach hereingebeten und nur gesagt dass sie Glück habe dass ich da sei, zukünftig müssten wir das bitte verabreden („ich muss mich doch bei Dir wohl nicht anmelden“). (Doch! Aber das hab ich vorläufig für mich behalten, wir wissen da: keine Dikussionen)

    Ich hab ein bischen geschlottert, sie im Wohnzimmer Platz nehmen lassen und ein bischen Smallgetalkt (die üblichen Sachen von Früher).

    Mein Mann kam aus dem Homeoffice im Keller, noch arg angeschlagen. Sie hat ihn versteckt bissig begrüßt. Wir erzählten vom KH Aufenthalt. Die Gespräche verliefen normal.

    Nach einer halben Stunde sagte ich ihr, ich würde sie ins Heim zurückfahren. Sie wollte, dass mein Mann das macht. Nein. Möchte ich grundsätzlich nicht. Er hat genug Stress, meine Mutter ist mein Job. Und viel zu krank war er, auch offensichtlich, auch. Aber da fehlte ihr die Empathie.

    Ich wusste ja auch dass sie dann mit meinem noch nicht so demenzerfahrenen Mann rumdiskutieren würde.


    Die Rückfahrt ging. Smalltalk. Meine Nerven trotzdem angespannt. Wer fährt schon gerne Dynamit.

    Ich hab sie im Heim abgesetzt, eine Pflegerin empfing sie.

    Ich habe nicht nach dem WARUM gefragt: das wollte ich lieber am nächsten Tag mit der Pflegeleiterin tun.

    Ich war schon SEHR erstaunt, wie fit meine Mutter durchgehalten hatte!


    So am nächsten Morgen Telefonat mit der Pflegeleiterin. Sie war baff.

    Ich war ganz freundlich und hab direkt gesagt dass wir ja in einem Boot sitzen und dass wir nur klären müssen wie meine Mutter das Taxi rufen konnte.

    wir hatten ja Glück dass wir da waren: wir wohnen in einer ruhigen Straße auf dem Land, der Weg zu unserem Haus ist auch mit Rollator beschwerlich und sie hat kein Handy und es wurde schon fast dunkel.


    Heute - Besuchstag- das Ergebnis ihrer Recherche: meine Mutter hat über das Telefon einer Bewohnerin das Taxi bestellt und ist dann ohne sich abzumelden abgehauen.

    Sie war wohl wie immer sehr bestimmt und kam so an das Telefon.

    Sonst meldet sie sich immer ab, normalerweise traut sie sich kaum zum nahen Supermarkt, da sie so schlecht zu Fuß ist🥹.


    Nungut. Pflegeleiterin und Pfleger haben ein Auge drauf.


    Zur Erinnerung: die letzten 2 Besuche war meine Mutter zu mir freundlich und zu den Pflegern giftig und böse.


    Mein Eintritt: klopfklopf an die Tür. Keine Antwort.

    Eintreten.

    Meine Mutter war wieder diese sehr alte gebrechliche Frau auf dem Bett.

    Sie hatte den Verdacht sie haben im Heim etwas mit ihr vor, sie will das KH anrufen.

    Nun und dann ging der ganz Hass wieder auf mich nieder dass ich eine Fremde sei und dass sie in ihrem Ort bleiben wollte und dass ich alles falsch mache und dass lieber der Nachbarssohn ihr Betreuer sein sollte er hätte wenigstens Ahnung und sie will sterben und ich bin das letzte und ich hätte ihr die Wohnung genommen und ich hätte von ihrem Geld die Nachbarn bezahlt etc. ihr kennt den Text.


    Puh.

    Und ich dachte schon es wird gruselig wenn sie freundlich bleibt.


    Also waren die letzten Wochen wohl nur Teil eines queren Planes so wie sie das auch immer schon in gesunden Zeiten gemacht hat: Plan und Manipulation.


    Wie nannte es die Pflegeleiterin: ich soll dem dicken Elefanten auf meinem Herzen nicht zu viel Raum geben: nun noch sitzt er fett drauf.


    Zukunftsplan: in 2 Wochen fahr ich nachmittags freitags hin, einer der Söhne kommt mit. Darauf freue ich mich. Danach: 🍟. Oder 🍱.


    Oje sorry für den langen Text.


    Lg Alfi🐽

  • Liebe Alfi,

    Das klingt für mich wie ein Alptraum!! OMG, da wäre ich auch fertig, wenn meine Mutter einfach vor der Tür steht, meine hat es nur mehrmals angekündigt, wie eine Drohung teilweise noch. Aber das ist zum Glück Geschichte. Machst du schon einen Plan, wenn sowas nochmal vorkommt?

    Sofort mit dem Taxi zurück schicken, weil du "dringend wegmusst"?

    So wie deine Mutter dich behandelt(hat und immer noch), hat sie für mein Empfinden keine Gastfreundschaft verdient..


    Meinen Wahrheitstag muss/werde ich aufschieben, das Norovirus tobt dort aktuell und ich bin angeschlagen, hatte Besuch von kleinen Zwillis mit Bruder für ein paar Tage. Ich weiß nicht, wie du es mit Drillingen geschafft hast und wie deine Mutter sich da raushalten konnte.. nächste Woche mein nächster Einsatz dort, da ist meine Energie gut eingesetzt.


    Liebe Grüße

  • Sofort mit dem Taxi zurück schicken, weil du "dringend wegmusst"?

    So wie deine Mutter dich behandelt(hat und immer noch), hat sie für mein Empfinden keine Gastfreundschaft verdient..

    Liebe Rose,

    Da hast Du aber Recht! Genau so werd ichs machen, war schon wieder blind dafür.


    Und ich verteile an die 3 Nachbarn um mich rum je 50 Euro im Umschlag mit meiner Nr und Taxinr drauf.


    Alles Gute Alfi und 1000 Dank für die schnelle Antwort 🐽

  • wie du es mit Drillingen geschafft hast und wie deine Mutter sich da raushalten konnte.

    Du weiß ich auch nicht😃. Sie hat sich ja nicht nur rausgehalten sondern nur auf mir rumgehackt wie ich Drillinge bekommen könnte und wie übel dick ich geworden wäre und sowas.

    …im Nachhinein hilft das natürlich sehr sich abzugrenzen. Ist so .

    Lg Alfi und schöne Woche mit den Kindern.

  • Liebe Alfi -


    ich bin ja zusammengezuckt, als ich Deine Schilderung gelesen habe. Hast Du aber super gemeistert.


    Ich habe am Freitag und Montag Resturlaubstage abgebummelt. Am Freitag war ich dann erst einmal bei der Bank meiner Mutter, musste ein paar Dokumente unterschreiben. Dann bin ich die 40 Min mit dem Bus wieder zum Bahnhof und zu meiner Mutter. Sie macht seit Januar immer einen Mittagsschlaf, habe ich erfahren, also wollte ich so lange warten, bis sie wieder geweckt wird. Wurde sie dann auch, die Pflegerin kündigt mich freudestrahlend an - und meine Mutter schaut mich an, zieht die Bettdecke hoch und schläft weiter. Ich habe dann noch etwas gewartet, aber sie hat weitergeschlafen. Ich bin dann irgendwann gegangen. Wenn sie schlafen möchte. Ich werde von ihr nicht mehr gebraucht, sie ist in ihrer eigenen Welt. Ostern schaue ich wieder vorbei, wenn sie wieder schläft (war ja Weihnachten am 2. Feiertag auch so), dann werde ich nur noch alle 2 Monate oder so hinfahren. Sie braucht mich jetzt anscheinend auf eine andere Art, um die Rechnungen zu zahlen beispielsweise. Auch das ist okay.

    ich wünsche euch allen eine schöne Woche

  • ich bin ja zusammengezuckt, als ich Deine Schilderung gelesen habe. Hast Du aber super gemeistert.

    Liebe Tanja,

    Ich fand es garnicht so schlimm weil ich ja seit 2,5 Jahren Dauerdrama gewohnt bin, dachte ich. Aber dieser geballte Hass letzte Woche beim Heimbesuch traf mich voll, da sie davor ein paar Wochen eher friedlich war.

    Sonderbar, ist doch nichts neues für mich.


    Anscheinend ist da irgendwas mit dem kleinen Mädchen in mir was immer so verletzt wird, das hat mir eine Therapeutin erklärt.

    Und da bin ich als Erwachsene gefordert, die kleine zu schützen. Schon irgendwie schizophren. Ich will das aber nicht. Ok ich muss.


    Tanja darf ich freundlich neidisch auf Eure Situation sein? So in der Art: so könnte es irgendwann kommen?

    Ich weiss was Du alles schlimm und schlimmer und böse ertragen musstest: und Du hast so super durchgehalten und hast jetzt die 100% Bestätigung, alles gut zu machen und gemacht zu haben.


    Vielleicht kann ich meinen Scherbenhaufen irgendwann auch sortieren.


    Es hilft auch nicht grad dass eine frühere , auch verzogene Nachbarin meiner Mutter, etwas älter als ich, DIE Traumtochter meiner Mutter, im Heim anruft (und sich in die Dtstion durchstellen lässt) und garnicht versteht dass ich mit meiner armen liebreizenden Mutter sooo Probleme habe. Und meine Mutter dann sooo weint.

    sie haben sich immer so jedes 1/2 Jahr mal getroffen und meine Mutter hat sie immer auf so einen Sockel gestellt.

    Die Frau ist nett, schon Witwe, auch die erwachsene Tochter schreibt meiner Mutter. Aber jeder Mensch hat ja viele Seiten.


    Und wie so viele Mensch gibt auch diese Frau mit das Gefühl „ich kann das garnicht verstehen, diese liebe Frau“. Dabei hat meine Mutter über sie früher auch übel hergezogen.


    Bin ich eifersüchtig? Nö, verletzt. Dass immer und immer Fremde vorgezogen werden.

    Aber das hat mir die Frau mit einem Satz auch gut erklärt: oberflächlich mit Fremden findet man schnell einen Konsens, aber enges Zusammensein mit der Familie muss man aushalten . Ungefähr so.


    Genug gejammert.


    Stehe gerade mit meinem Auto am Bahnhof einer niedersächsischen Kleinstadt, Türen schön zu 🐽und warte auf 2 meiner Jungs, die noch ein Tutorentreffen hatten.

    Wird Zeit dass sie ihre Führerscheine haben 😤.

    Lg Alfi 🦄

  • Liebe Alfi - meine aufrichtige Bewunderung für Dich. Das kleine Kind in uns wird viele Kränkungen nie überwinden, wir müssen liebevoll mit ihm sein. Ich sehe das jeden Tag bei meinem Mann.


    Auch meine Schwiegermutter, zu ihren Kindern die Boshaftigkeit in Person, stellte sich gerne als liebevolle Mutter und Oma da und als die arme Frau, mit der z.B. niemand einkaufen fährt. Selbst die Dame vom Fleischergeschäft hat mich mal angesprochen, warum ich denn mit ihr nicht einkaufen fahre? Sie wäre doch so reizend. Ich habe ihr dann gesagt, sie könne das gerne mit ihr machen. Sie hat nämlich immer kurz vorher abgesagt und behauptet, sie müsse das alleine können. Gegenüber anderen dann geklagt, dass wir ja nur arbeiten und keine Zeit hätten.

  • Das Muster kenne ich von meiner Mutter. Als gäbe es den starken inneren Wunsch nach Mitleid. Und der Wunsch scheint so stark, dass jede Hilfe abgelehnt wird... Ich kann es mir auch nicht erklären.


    Meine Mutter sitzt seit nun 4 Monaten deprimiert in ihrer Wohnung. Möchte aber auch nichts an der Situation ändern. Für sie ist es am schlimmsten, sagt sie. Nicht für meinen Vater...

  • Liebe Alfi,


    das ist typisch Demenz, zumindest bei manchen Menschen. Du hast das so treffend formuliert. Ein Mensch besteht aus mehreren Facetten.

    Das vergisst man leider nur allzu gerne.


    Was einen bei Demenzkranken an bestimmten Tagen so erwartet, das ist leider nicht vorhersehbar, wegen den unterschiedlichen Charakteranteilen. Irgendwann steht man wieder im kalten Wasser und ab und zu gibt es eine warme Dusche. ;)

    Die Hoffnung bleibt, es wird durch die Demenz irgendwann besser, aber die Garantie hat man nicht.


    Erstaunlich ist trotzdem, dass sie alleine mit dem Taxi fahren konnte.


    Da saß der Elefant sicher fett auf seiner Stelle, das kann ich mir vorstellen.


    Dir und Deinem Mann alles Gute

    Einmal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

  • Liebe Alfskjoni

    Wow, da hat es Dich wieder eingeholt ... so etwas Unvorhersehbares versetzt einem einen Hieb.

    Also, ein bisschen sehe ich da das Pflegeheim in der Pflicht, dass sie ein Auge drauf haben, dass Deine Mutter nicht wieder so einen Stunt abzieht ... das hätte auch anders ausgehen können.

    Ich denke auch oft an mein inneres Kind - das kleine Mädchen, das ich mal war. Mein Therapeut hat gesagt, dass mein erwachsenes Ich sich dann dem kindlichen Ich liebevoll zuwendet und kümmert - das ist für ein tröstlicher Gedanke und hilft mir, die Vergangenheit ein kleines Stückchen zu bewältigen. Mein erwachsenes Ich hat schon eine Menge bewältigt und ist heute stark genug, auch schwierige Aufgaben anzugehen.

    Pass' gut auf Dich auf, liebe Grüße, SunnyBee

  • Liebe SunnyBee , Teuteburger , Sabine67 , Schwiegertochter71 , schwarzerkater ,


    Jau also ich bin durch den Mixer gedreht.


    Aber: bloß kein Selbstmitleid, viele von Euch haben es ja schon immer berichtet von diesen extremen Ups and Downs.


    Haha als meine Mutter 3 Wochen menschlich zu mir war dachte ich schon: es ist ja alles so leicht und was soll ich nur im Forum berichten 😃.


    Taxi: da das Heim passt besser auf, sie hatte eine andere Bewohnerin genötigt dass sie das Telefon benutzen dürfe.

    Sie hat dann ja dieses ultradominante Auftreten trotz winziger Körpergröße.


    Es macht mich auch immer wieder fertig wie ihr Status Quo zwischen Beweglichkeit (an dem Tag war auch der Friseur da, dann ist sie eh immer gut drauf) und uralter Dame, die vom Bett kaum aufstehen kann und wirr erzählt.

    Das ist mit das schlimmste: denn dann stelle ich in Zweifel alles richtig zu machen.


    Sie brütet den ganzen Tag immer etwas aus und schließt sich komplett überall aus. Auch oft vom Essen.


    Ein Pfleger erzählte mir dass sie zumeist so ab 11 depressiv wird. Ob das mit meiner Besuchszeit um 10.30 zusammenhängt?


    🤷‍♀️Liebe Grüße von Alfi ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️🐞

    Danke an Euch!!!!

  • Liebe Alfi -


    bitte nicht neidisch sein. Ich drücke Dir die Daumen, dass sich Deine Lage bessern wird. Bei meiner Mutter ging es mit der Demenz recht flott. Am Ende des Tages ist sie jetzt im Heim gut aufgehoben. Ich hoffe, dass es sich bei Deiner Mutter auch so entwickelt. Und wir sind hier, um Dir zuzuhören.

    Liebe Grüße

    Tanja

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!