Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

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  • Viele Menschen suchen eben dauernd nach einem Feindbild, die für ihre komplexe und Ängste verantwortlich sind, so wie in unserer Gesellschaft "die Politiker ", "die Ausländer " herhalten müssen.

    Und für deine Mutter bist du für alles mögliche verantwortlich, wenn sie es schon selbst in ihrem Narzissmus nicht sein kann und du hast dich nun ganz schlau entschieden, diese Schuldgefühle nicht (mehr immer) anzunehmen. Da wird der/die Narzisst/in depressiv , irgendwann kommt er, derAbsturz.

    Und dann kannst du vllt endlich innerlich wachsen, vllt kein Doppelwumms, aber ein kleiner schon mal.

    Bis zum 31.1.fließt noch viel Wasser den Rhein runter... Du kriegt es gut hin, wenn ich überlege, welche selbstzweifel du im Sommer noch hattest ;)

    Liebe Rose,

    Deine Mail hat mich seit gestern wie ein Luftkissen getragen.

    Ja das mit dem Absturz ist zu erkennen.


    Dienstag habe ich Geburtstag und hab meine. Mann gefragt ob wir morgens (er ist seit Jahren zum ersten Mal zu meinem Geburtstag nicht auf irgendeiner Baustelle) zu meiner Mutter fahren wollen.

    Sein Gesicht kannst Du Dir vorstellen. Warum ich mir das an meinem Tag antuen will etc. Also wieder mal ich die dachte so und ab meinem Geburtstag wird es schön mit Mutti.

    Jaja das alte Muster.

    Wie gut dass mein Mann das gesagt hat (sonst hättet Ihr es gesagt da hab ich keine Sorge 😉)

    Und ich habe auch nur 2,7% ein schlechtes Gewissen.


    Das Wechselbad der Emotionen bei Deiner Mutter ist speziell und noch unerfühlt von mir.

    Sonderbar dass wir, die so da sind für unsere Mütter, so unwichtig für sie scheinen/ sind.


    Alles Gute Ute 🌸❤️🌸

  • Schwarzerkater ohohoh ich fühle so mit Dir❤️

  • Das klingt so, als gehe der Abbau recht rasant voran, vllt auch tageweise sehr unterschiedlich.. Jedenfalls musst du nun nicht mehr zweifeln, dass du mit der Unterbringung alles richtig gemacht hast und das hat jedenfalls auch mir geholfen, nicht dagegen zu halten, sondern ein nötige Schutzschild innerlich aufzubauen.

    Rose und wie das hilft!!!

    Wenn dann meine Mutter so ungeschminkt mit geschlossenen Augen auf dem Bett liegt (nach einer Salve Boshaftigkeit gegen mich mir das Pulver verschossen) sehe ich die sehr alte Frau und muss mich zusammenreißen sie nicht anzutippen weil sie dann mindestens wie bewusstlos aussieht.

    Oft klappt sie dann plötzlich wieder die Augen auf und legt noch mal einen nach mit richtig hasserfüllten Sätzen nachdem ich mich schon fast entspannt hatte.

    Das ist dann schon ein bisschen gruselig, und das mir wo ich in dem einzigen Steven King Buch das ich je gelesen habe nicht über die ersten 2 Seiten, auch nach mehreren Versuchen, hinausgekommen bin 🥹


    Bei meinem letzten Besuch war sie zum Schluss einfach eingeschlafen: seit einem Jahr bin ich nicht mit einer Schimpfsalve verabschiedet worden oh das war wirklich schön!!!

  • Hallo Alfi,


    danke für deine Zeilen ...


    Mir graut schon vor dem nächsten "Mutterumzug" und dem, was dann kommt.


    Und an alle hier....ihr seit so herzlich und offen!!


    Lieben Gruß zum Abend

    Harzhexi

  • Mir graut schon vor dem nächsten "Mutterumzug" und dem, was dann kommt.

    Du das braucht es wirklich nicht, Ihr bewegt Euch damit nach bestem Wissen und Gewissen in die richtige Richtung und das hab ich in dieser Situation verstanden: Aktion hilft, Stagnation macht schlaflose Nächte.


    Eine schöne Woche wünscht allen Alfi❤️

  • Liebe Alfskjoni, wie schön! Ich finde das richtig toll, denn so kannst du die narzisstische Grundeinstellung deiner Mutter (die wohl auch vor der Demenz schon da war) mit positiver Energie völlig ins Leere laufen lassen. Ganz liebe Grüße, du machst es toll.

    Du so lebt es sich viel leichter 🌸 Dankeschön

  • Lieber Schwarzerkater,


    es tut immer gut, warmherzig Zeilen zu lesen.


    Genau das werden wir jetzt tun...

    Kontakte zu Einrichtung hier in unserer Nähe aufnehmen, wir haben bereits damit begonnen.


    Lieben Gruß von

    Harzhexi

  • Hallo Ihr,

    gestern Anruf aus dem Heim: meine Mutter war gestürzt und danach im KH zur Kontrolle.

    Alles gut!

    Bis darauf, dass sie starke Schwindelanfälle hat.

    Heute war sie geradezu freundlich zu mir, wir konnten uns UNTERHALTEN, wie schön.

    Nur ganz zum Schluss sagte sie zu mir, dass jeder Sie darauf anspricht, was sie denn mit den ganzen Achtzigjährigen in einem Heim wolle - als ich ihr sagte, sie würde aber auch 88 - schaute sie mich echt erstaunt an, stutzte und sagte sie wäre aber ganz anders.

    Ach ja und Sie sagte wie schrecklich es doch wäre dass sie jetzt für immer im Heim wäre.


    Zum Schluss meckerte sie noch mit erträglicher Aggression dass ich schon wieder ginge.

    Aber echt auszuhalten.


    Die beiden Pflegerinnen, die heute da waren, erzählten mir, dass meine Mutter immer 1/2 Stunde nach meinem Besuch klingelt und sagt es ginge ihr schlecht.

    Sie beruhigten mich aber, dass ich da nicht zu könne und stimmten zu, dass ich nicht öfter als 1x die Woche kommen sollte, sonst würde es eher schlimmer.


    Per Saldo: wirklich erträglich!


    Mein Menü bei McDonalds hat dann um so besser geschmeckt.


    Alles Gute Alfi

  • Ach ja und dann hat sie natürlich auch wieder wie in den letzten 57 Jahren betont wie schön meine Eltern („wie ein Liebespaar“) gelebt haben bevor ich auf die Welt kam, das wäre ja sooo ein Schock mit den Pflichten gewesen.

    Bei einem Einzelkind.

    Sagt sie einer Mutter von Drillingsjungs.

    Aber ich bleibe freundlich und nicke.

    🌸schönen Donnerstag

  • Ach, liebe Alfi, du bleibst ruhig, aber es bohrt ja doch, wenn du quasi immer wieder als störenfried für das "Liebespaar" bezeichnet wirst. Das macht was mit dir, dessen sich bewusst zu sein ist wichtig um es für dich klarzukriegen..ich kenne das in ähnlicher Form, habe mich Zeit meines Lebens bis vor ein paar Jahren ähnlich empfunden und dachte ewig lange, ich bin falsch, nicht liebenswert genug etc.

    Sowas sitzt sehr tief, wenn man es von Kind an zu hören und spüren bekommt. Vllt kannst du das mit Psychologin nun aufarbeiten?

    Ich denke mit mehr Selbstwert hätte dich die letzte Zeit never ever so angegriffen, dann kann man sich nämlich viel leichter abgrenzen und muss sich nicht so anstrengen um vielleicht doch nochmal irgendwann Anerkennung zu bekommen.

    Sagt die Küchenpsychologin ;) (die im Alter noch ein paar Semester Psychologie studiert hat..)

    Kennst du das Buch von St.Stahl"das Kind in dir muss Heimat finden"?

    Liebe Grüße

  • Liebe Rose,

    Klar das macht was mit mir aber ich habe verstanden „was“ - seitdem ich diese Komplexität Narzissmus verstanden habe kratzt es mich zwar noch kurz (lebe ja und reagiere🤩)- aber ich denke mir auch: wie armselig 😿.


    Alles gut.

    Das mit dem „irgendwas ist komisch“ ist überwunden ❤️‍🩹. Meistens.


    Danke für die lieben 🥰 Worte


    Lg Alfi𐂃

  • Schwarzerkater wie schrecklich!

    Und wie wichtig, dass Du in der Situation da bist und es erkennst!


    Bei meiner Mutter ist eigentlich alles immer dagegen gerichtet, wie mein Vater war und ich bin.

    Was hackt sie auf ihm (selig) immer noch herum!

    Diese Erkenntnis ist so befreiend, dass sie da in ihrem Narzissmus gefangen ist.

    So denke ich jetzt: ah schon wieder, Mensch ist das eindeutig, sie könnte wirklich als Lehrbeispiel dienen.

    Lg Alfi❤️

  • Mensch ist das eindeutig, sie könnte wirklich als Lehrbeispiel dienen.

    Liebe Alfi, ich denke, es liegt v.a. daran, dass bei Demenz die errichtete Fassade nicht mehr komplett funktioniert. So sieht man Persönlichkeitsanteile, die früher kompensiert werden konnten, wie durch ein Brennglas. Jeder von uns hat Anteile, die man nicht so gern nach außen zeigen will ... das ist normal. Sind aber solche unangenehmen Eigenschaften sehr tief verwurzelt (in tiefen Persönlichkeitsschichten, im Wesen), können sie manchmal genauso unangenehm an die Oberfläche treten.

    Ich denke, bei Menschen mit einer narzisstischen Störung (bzw. starken narzisstischen Persönlichkeitsanteilen) wird es in der Demenz dadurch oft richtig heftig.


    Da ich mich beruflich auch mit Fragen der Person/Persönlichkeit, mit Gehirn, Neuropsychologie und mit Kommunikation befasse, kann ich mir vieles herleiten.

    (Eine Expertin bin ich aber trotzdem nicht!!!!)


    Und leider habe ich so ziemlich alles über Narzissmus gelesen, was aber leider dann nicht viel hilft, wenn ein gesamtes System auf Seiten des bösartigen Narzissten steht.


    Liebe Alfi, bei deinem Leid dürfte dagegen ein Ende absehbar sein. Du hast alles genau richtig gemacht: deine Mutter ist versorgt, du bist befreit. Genieße alles, was du hast. Und zwar von ganzem Herzen.

  • Schon interessant, was wir hier alles noch außer über Demenz lernen. Toll!

    Mein Vater war ja auch Narzisst, Psychopath, manipulativ - und später Alzheimer. Noch in der GerontoPsychiatrie konnte er anfangs die Fassade aufrecht halten und blöffen, die Ärzte sagten, er habe mehr als zwei Gesichter.. als ihn die körperlichen Kräfte auch vorher schon phasenweise verließen, kippte es total in Depression, er weinte viel, sah Einbrecher, schrie jede Nacht noch später im geschl.Heim nach "Mama", bedauernswert eigentlich. Leider habe ich das alles erst mit Ü50 angefangen zu durchblicken , aber besser spät als nie.

    Schlimm, was einzelne Menschen anrichten können und ganze Familien auf dem Gewissen haben, ganz zu schweigen von entsprechenden Politikern, die ja viel mehr noch anrichten können - ein weites Feld.

    Liebe Grüße an euch alle

  • Liebe schwarzer Kater,

    Die Angelegenheit mit deinem Schwiegersohn tut mir auch sehr leid, das ist sicher sehr schwer mit anzusehen. Und leider sind die Gesetze oft wahrlich nicht auf Seiten eines Kindes.

    Ohne da irgendwas schönreden zu wollen: du und vermutlich auch deine Tochter wisst Bescheid und könnt hoffentlich Probleme damit zumindest erklären. Natürlich gab es solche Menschen schon immer , nur früher hat uns überhaupt niemand in irgendeiner Form geholfen. Habe nun ein bisschen gegoogelt und so ist mir klar, mein Vater war definitiv ein maligner Narzisst, meine Mutter hat teils aus Angst , teils Unwissenheit "mitgespielt", vieles an Krankheiten bei mir und anderen Geschwistern (teils sehr schlimm) runtergespielt mit "schlechten Blutwerten", "Kreislauf", was weiß ich...

    Und da muss ich Ü60 werden um mich abgrenzen zu können - aber nun ist mir nochmal klarer, was mir andere professionelle schon mehrmals gesagt haben: ich bin meiner Mutter nichts schuldig. Meine Eltern, erst mein Vater, nun meine Mutter haben quasi ihr "Fegefeuer auf Erden ".

    Das hilft dir, liebe schwarzer Kater, nun überhaupt nicht, aber vielleicht trotzdem die Rückmeldung , dass deine Ausführungen anderen hier (teils sehr) helfen

    In diesem Sinne herzliche Grüße und immer mal wieder schöne Momente auch der Entspannung wünsche ich!

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