Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

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  • Liebe Alfskjoni, wie schön! Ich finde das richtig toll, denn so kannst du die narzisstische Grundeinstellung deiner Mutter (die wohl auch vor der Demenz schon da war) mit positiver Energie völlig ins Leere laufen lassen. Ganz liebe Grüße, du machst es toll.

    Du so lebt es sich viel leichter 🌸 Dankeschön

  • Lieber Schwarzerkater,


    es tut immer gut, warmherzig Zeilen zu lesen.


    Genau das werden wir jetzt tun...

    Kontakte zu Einrichtung hier in unserer Nähe aufnehmen, wir haben bereits damit begonnen.


    Lieben Gruß von

    Harzhexi

  • Hallo Ihr,

    gestern Anruf aus dem Heim: meine Mutter war gestürzt und danach im KH zur Kontrolle.

    Alles gut!

    Bis darauf, dass sie starke Schwindelanfälle hat.

    Heute war sie geradezu freundlich zu mir, wir konnten uns UNTERHALTEN, wie schön.

    Nur ganz zum Schluss sagte sie zu mir, dass jeder Sie darauf anspricht, was sie denn mit den ganzen Achtzigjährigen in einem Heim wolle - als ich ihr sagte, sie würde aber auch 88 - schaute sie mich echt erstaunt an, stutzte und sagte sie wäre aber ganz anders.

    Ach ja und Sie sagte wie schrecklich es doch wäre dass sie jetzt für immer im Heim wäre.


    Zum Schluss meckerte sie noch mit erträglicher Aggression dass ich schon wieder ginge.

    Aber echt auszuhalten.


    Die beiden Pflegerinnen, die heute da waren, erzählten mir, dass meine Mutter immer 1/2 Stunde nach meinem Besuch klingelt und sagt es ginge ihr schlecht.

    Sie beruhigten mich aber, dass ich da nicht zu könne und stimmten zu, dass ich nicht öfter als 1x die Woche kommen sollte, sonst würde es eher schlimmer.


    Per Saldo: wirklich erträglich!


    Mein Menü bei McDonalds hat dann um so besser geschmeckt.


    Alles Gute Alfi

  • Ach ja und dann hat sie natürlich auch wieder wie in den letzten 57 Jahren betont wie schön meine Eltern („wie ein Liebespaar“) gelebt haben bevor ich auf die Welt kam, das wäre ja sooo ein Schock mit den Pflichten gewesen.

    Bei einem Einzelkind.

    Sagt sie einer Mutter von Drillingsjungs.

    Aber ich bleibe freundlich und nicke.

    🌸schönen Donnerstag

  • Ach, liebe Alfi, du bleibst ruhig, aber es bohrt ja doch, wenn du quasi immer wieder als störenfried für das "Liebespaar" bezeichnet wirst. Das macht was mit dir, dessen sich bewusst zu sein ist wichtig um es für dich klarzukriegen..ich kenne das in ähnlicher Form, habe mich Zeit meines Lebens bis vor ein paar Jahren ähnlich empfunden und dachte ewig lange, ich bin falsch, nicht liebenswert genug etc.

    Sowas sitzt sehr tief, wenn man es von Kind an zu hören und spüren bekommt. Vllt kannst du das mit Psychologin nun aufarbeiten?

    Ich denke mit mehr Selbstwert hätte dich die letzte Zeit never ever so angegriffen, dann kann man sich nämlich viel leichter abgrenzen und muss sich nicht so anstrengen um vielleicht doch nochmal irgendwann Anerkennung zu bekommen.

    Sagt die Küchenpsychologin ;) (die im Alter noch ein paar Semester Psychologie studiert hat..)

    Kennst du das Buch von St.Stahl"das Kind in dir muss Heimat finden"?

    Liebe Grüße

  • Liebe Rose,

    Klar das macht was mit mir aber ich habe verstanden „was“ - seitdem ich diese Komplexität Narzissmus verstanden habe kratzt es mich zwar noch kurz (lebe ja und reagiere🤩)- aber ich denke mir auch: wie armselig 😿.


    Alles gut.

    Das mit dem „irgendwas ist komisch“ ist überwunden ❤️‍🩹. Meistens.


    Danke für die lieben 🥰 Worte


    Lg Alfi𐂃

  • Das mit dem „irgendwas ist komisch“ ist überwunden

    Liebe Alfskjoni, super! Du bist schon so weit gekommen. Dabei hilft dir aber sicher auch dein gutes Umfeld (eigene Familie) - dies ist ein großer Gewinn, den man nicht hoch genug schätzen kann.


    Maligner Narzissmus scheint öfter vorzukommen als bisher aufgedeckt ... und zwar nicht erst heutzutage. Leider bin ich dafür auch bereits eine Expertin wider Willen geworden, da der Vater meines Enkelkindes alles in den Schatten stellt, was über Narzissmus geschrieben steht. Bei ihm steht der pure zwanghafte Vernichtungswille im Vordergrund (hinter einer hervorragenden Fassade) und alle Institutionen machen mit, so dass sich das Kind quälen lassen MUSS ... auf eine subtile und sehr grausame Weise. Und ich steh daneben und kann NICHTS machen. Wie sollte man das je ausgleichen?

    Das ist Stoff für mehrere Dramen. Insofern verstehe ich euch (Rose und Alfskjoni) gut.

    Dies nur als kleiner Gedankensplitter!

  • Schwarzerkater wie schrecklich!

    Und wie wichtig, dass Du in der Situation da bist und es erkennst!


    Bei meiner Mutter ist eigentlich alles immer dagegen gerichtet, wie mein Vater war und ich bin.

    Was hackt sie auf ihm (selig) immer noch herum!

    Diese Erkenntnis ist so befreiend, dass sie da in ihrem Narzissmus gefangen ist.

    So denke ich jetzt: ah schon wieder, Mensch ist das eindeutig, sie könnte wirklich als Lehrbeispiel dienen.

    Lg Alfi❤️

  • Mensch ist das eindeutig, sie könnte wirklich als Lehrbeispiel dienen.

    Liebe Alfi, ich denke, es liegt v.a. daran, dass bei Demenz die errichtete Fassade nicht mehr komplett funktioniert. So sieht man Persönlichkeitsanteile, die früher kompensiert werden konnten, wie durch ein Brennglas. Jeder von uns hat Anteile, die man nicht so gern nach außen zeigen will ... das ist normal. Sind aber solche unangenehmen Eigenschaften sehr tief verwurzelt (in tiefen Persönlichkeitsschichten, im Wesen), können sie manchmal genauso unangenehm an die Oberfläche treten.

    Ich denke, bei Menschen mit einer narzisstischen Störung (bzw. starken narzisstischen Persönlichkeitsanteilen) wird es in der Demenz dadurch oft richtig heftig.


    Da ich mich beruflich auch mit Fragen der Person/Persönlichkeit, mit Gehirn, Neuropsychologie und mit Kommunikation befasse, kann ich mir vieles herleiten.

    (Eine Expertin bin ich aber trotzdem nicht!!!!)


    Und leider habe ich so ziemlich alles über Narzissmus gelesen, was aber leider dann nicht viel hilft, wenn ein gesamtes System auf Seiten des bösartigen Narzissten steht.


    Liebe Alfi, bei deinem Leid dürfte dagegen ein Ende absehbar sein. Du hast alles genau richtig gemacht: deine Mutter ist versorgt, du bist befreit. Genieße alles, was du hast. Und zwar von ganzem Herzen.

  • Schon interessant, was wir hier alles noch außer über Demenz lernen. Toll!

    Mein Vater war ja auch Narzisst, Psychopath, manipulativ - und später Alzheimer. Noch in der GerontoPsychiatrie konnte er anfangs die Fassade aufrecht halten und blöffen, die Ärzte sagten, er habe mehr als zwei Gesichter.. als ihn die körperlichen Kräfte auch vorher schon phasenweise verließen, kippte es total in Depression, er weinte viel, sah Einbrecher, schrie jede Nacht noch später im geschl.Heim nach "Mama", bedauernswert eigentlich. Leider habe ich das alles erst mit Ü50 angefangen zu durchblicken , aber besser spät als nie.

    Schlimm, was einzelne Menschen anrichten können und ganze Familien auf dem Gewissen haben, ganz zu schweigen von entsprechenden Politikern, die ja viel mehr noch anrichten können - ein weites Feld.

    Liebe Grüße an euch alle

  • Liebe schwarzer Kater,

    Die Angelegenheit mit deinem Schwiegersohn tut mir auch sehr leid, das ist sicher sehr schwer mit anzusehen. Und leider sind die Gesetze oft wahrlich nicht auf Seiten eines Kindes.

    Ohne da irgendwas schönreden zu wollen: du und vermutlich auch deine Tochter wisst Bescheid und könnt hoffentlich Probleme damit zumindest erklären. Natürlich gab es solche Menschen schon immer , nur früher hat uns überhaupt niemand in irgendeiner Form geholfen. Habe nun ein bisschen gegoogelt und so ist mir klar, mein Vater war definitiv ein maligner Narzisst, meine Mutter hat teils aus Angst , teils Unwissenheit "mitgespielt", vieles an Krankheiten bei mir und anderen Geschwistern (teils sehr schlimm) runtergespielt mit "schlechten Blutwerten", "Kreislauf", was weiß ich...

    Und da muss ich Ü60 werden um mich abgrenzen zu können - aber nun ist mir nochmal klarer, was mir andere professionelle schon mehrmals gesagt haben: ich bin meiner Mutter nichts schuldig. Meine Eltern, erst mein Vater, nun meine Mutter haben quasi ihr "Fegefeuer auf Erden ".

    Das hilft dir, liebe schwarzer Kater, nun überhaupt nicht, aber vielleicht trotzdem die Rückmeldung , dass deine Ausführungen anderen hier (teils sehr) helfen

    In diesem Sinne herzliche Grüße und immer mal wieder schöne Momente auch der Entspannung wünsche ich!

  • Hallo Rose60, hallo Alfi, vielen Dank für euer Mitgefühl. Ich hatte (wenigstens) das Glück, selbst keine narzisstischen Eltern zu haben, kenne allerdings inzwischen viele (sogar aus meiner Generation), die mit solchen Eltern die Hölle auf Erden hatten.


    Diesen Satz "man ist seinen Eltern nichts schuldig" würde ich vielleicht noch etwas präzisieren, wobei in "schuldig" ja per sé etwas Negatives mitschwingt, wenn es auf Beziehungen angewendet wird. Materielles kann man schon schuldig sein. Aber wenn man in einer Beziehung (das kann auch die Familie sein) nur Positives erfahren hat, dann darf man dankbar etwas zurückgeben, wenn die gebende Person in Not gerät. Ich muss dann natürlich trotzdem abwägen, was ich tun kann und was nicht. Aber es darf auch gern manchmal etwas mehr sein.


    War die Beziehung aber v.a. auf Bösartigkeit gebaut, dann muss ich jetzt auch nicht viel mehr tun als es ein menschlicher Anstand gebietet. Ich finde, Alfjonski gibt dafür ein gutes Beispiel, wie man das machen kann. Ich bin davon richtig beeindruckt.


    Auf jeden Fall ist der maligne Narzissmus eine schreckliche Persönlichkeitsstörung, die durch die Demenz noch mal so richtig deutlich wird, bevor das "Gerüst" (wie bei deinem Vater, Rose) dann am Ende völlig zusammenbricht.


    Am schlimmsten ist, dass man als Opfer der Narzissten mutterseelenallein ist. Die gesamte Welt steht fast bis zum bitteren Ende an der Seite der Narzissten und die wenigen, die helfen könnten, bekommen keine Chance. Ich verfolge (aus persönlichen Gründen) sowohl die Forschung hinsichtlich Demenz als auch hinsichtlich narzisstischer Persönlichkeitsstörungen. Der große Durchbruch lässt bei beiden leider auf sich warten, wobei ich da bezüglich der Demenz etwas (wenngleich vorsichtig) hoffnungsvoller bin.


    Alles Liebe in die Runde.

  • Das kann ich bzgl der Opfer von Narzissten gut nachvollziehen, schwarzer Kater..wenn ich überhaupt als Jugendliche mal ansatzweise versuchte "was auszuplaudern", hieß es gleich "aber dein Vater ist doch so nett" - ja, bis die heimische Tür geschlossen war..

    Doch damit beende ich mal lieber den "Abstecher" in die Vergangenheit;)

    Liebe Grüße

  • War die Beziehung aber v.a. auf Bösartigkeit gebaut, dann muss ich jetzt auch nicht viel mehr tun als es ein menschlicher Anstand gebietet. Ich finde, Alfjonski gibt dafür ein gutes Beispiel, wie man das machen kann. Ich bin davon richtig beeindruckt.

    Liebe Schwarzerkater,

    Dankeschön!

    Da habt Ihr aber auch echt mitgeholfen, den Knäuel zu entwirren!

    Und als ich an dem Punkt war „da ist noch mehr“ hab ich ja 2 Therapeutinnen aufgesucht (privat & teuer), die mich aber innerhalb kurzer Zeit aufgebaut und bestärkt haben und mich in die richtige Richtung geschickt haben.


    Das gesetzliche Betreuungsverfahren wurde erfolgreich gestoppt- dieses Aufbäumen meiner Mutter ist auch vorbei. Momentan.

    Wie Ihr es ja auch schildertet:

    Kräftigerer Narzist: kalt und boshaft

    Kränkerer Narzist: extremst wehleidig und jammerig


    Alles Gute Alfi 🌸

  • Schon interessant, was wir hier alles noch außer über Demenz lernen. Toll!

    Mein Vater war ja auch Narzisst, Psychopath, manipulativ - und später Alzheimer. Noch in der GerontoPsychiatrie konnte er anfangs die Fassade aufrecht halten und blöffen, die Ärzte sagten, er habe mehr als zwei Gesichter.. als ihn die körperlichen Kräfte auch vorher schon phasenweise verließen, kippte es total in Depression, er weinte viel, sah Einbrecher, schrie jede Nacht noch später im geschl.Heim nach "Mama", bedauernswert eigentlich. Leider habe ich das alles erst mit Ü50 angefangen zu durchblicken , aber besser spät als nie.

    Schlimm, was einzelne Menschen anrichten können und ganze Familien auf dem Gewissen haben, ganz zu schweigen von entsprechenden Politikern, die ja viel mehr noch anrichten können - ein weites Feld.

    Liebe Grüße an euch alle

    Liebe Rose60 -- ich muss sagen, mir ist ein Licht aufgegangen, als ich vor ein Paar Wochen das psychiatrische Gutachten für die Unterbringung meines Vaters gelesen habe. Das ist echt unglaublich, was die Fachleute da rausgearbeitet haben zu seiner Persönlichkeit -- trotz Demenz. Hätte ich das nur alles vor 20 Jahren so klar gesehen, ich hätte meine Mutter gedrängt, sich zu trennen, statt sich jahrzehntelang zu quälen. Ich kann nur jedem, der mit dementen und narzistischen Eltern gesegnet ist, raten, rechtzeitig die Reissleine zu ziehen. "Den Ball flachhalten," "es wird schon gutgehen" usw ist auf Dauer keine gute Strategie.

  • Liebe aufmerksame Forumrunde,


    Schwarzerkater nennt es so treffend Gedankensplitter.....

    Und nun beschäftige ich mich intensiv mit dem Themenkomplex Narzissmuss und Demenz und erkenne langsam mehr Zusammenhänge in den Auswirkungen, als mir lieb ist.


    Auch meine S.Mutter beherrscht(e) zahlreiche Spielregeln und alle mach(t)en mit...die einen zeigen ausgeprägtes Helfersyndrom, die sind lieb...und die anderen halt doof..

    Jetzt scheint sich das extrem manipulative Verhalten zu verändern.

    Wir hoffen, dass sie noch länger ein ruhiges Verhalten an den Tag legt....sie kann auch anders.


    Beim Lesen eurer Beiträge schicke ich im Stillen einen innigen Gruß, da fehlen mir manches Mal echt die Worte.


    Harzhexi

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