Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

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    • Offizieller Beitrag

    Es gibt allerdings immer noch Situationen, die mich extrem belasten. So waren wir z.B. diese Woche, beim Orthopäden, weil sie oft über ganz furchtbare Schmerzen in der Hüfte, manchmal am Bein, oder im Rücken... klagt.

    Also, ich Mittags Feierabend gemacht, anderthalb Stunden bis zum Pflegeheim gefahren, Mutter ins Auto bugsiert und zum Arzt gebracht. Das Wartezimmer war voll und nach einer halben Minute wollte Madame wieder gehen. Hier warte ich nicht, die können uns doch nicht ewig warten lassen, der jetzt dran ist, ist aber nach uns gekommen, wir gehen ein anderes Mal hier her, jetzt musst du aber mal was sagen ......u.s.w. und so fort, ohne Punkt und Komma. Eine reichliche Stunde lang. Übrigens, als wir dann endlich dran waren, hat meine Mutter dem Arzt gesagt, dass sie überhaupt keine Schmerzen hat und nur da ist, weil ich das so wollte. Auch bei den verschiedenen Bewegungen tat nichts weh!!! Als wir dann wieder im Heim waren setzt sie sich auf ihr Bett und sagt; "du machst dir keine Vorstellung, was ich immer für Schmerzen habe!"

    Hallo never20,


    darf ich fragen, was bzw. ob hinsichtlich der geäußerten Schmerzen nun etwas unternommen wurde / wird?
    Menschen mit Demenz sind schmerztherapeutisch häufig unterversorgt und mich interessiert, wie nun damit umgegangen wird. Sie wird ja erwartbar wieder Schmerzen äußern, wenn auch vielleicht nicht in der Situation beim (Fach)Arzt.


    Dass all das ganz schön an den Kräften zehrt, kann ich gut verstehen.
    Auch Ihnen ein schönes Wochenende.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hallo an Alle,


    never20 von mir ist der Thread "Schmerzgedächtnis oder Simulation". Das was Sie von Ihrer Mutter beschreiben bzgl. Schmerzen und nicht-Schmerzen ist bei meiner Oma ganz genauso der Fall! Es gibt inzwischen die wildesten Diagnosen, aber niemand kann herausfinden, ob diese Schmerzen echt sind oder Erinnerung oder ähnliches. Selbst unter diversen Schmerzmittel treten diese diffusen Schmerzen auf- gerne an Tagen an denen im Pflegeheim die große Körperpflege Programm ist...


    Ich kann keinen Tipp geben und wollte nur sagen, dass ich mit Ihnen mitfühlen kann und ich ähnliche Situationen (Arzttermin) auch durchhabe. :(


    Beste Grüße

  • Ich finde auch, das ist ein schwieriges Thema. Meine Mutter äußert im Ernstfall immer, dass sie keinen Arzt braucht, sei doch alles Quatsch. Mir gegenüber hat sie in den letzten Jahren aber oft Schmerzen geäußert, und das berechtigt bei Oberarmkopf Nekrose an beiden Armen. Das ist lange diagnostiziert, doch ihr ist offenbar wichtig, dass sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist. Sie kann dafür jederzeit Novalgin bekommen als Bedarfsmedikation, in letzter Zeit sagt sie nichts mehr dazu und ich kann ja nicht ewig daneben sitzen und den Pflegern Bescheid sagen.

  • Ach, Mutter und Arzt: sie lehnt ihn inzwischen grundsätzlich ab. Klagt täglich über Schmerzen an den mir längst gut bekannten Stellen, will aber keine Schmerzmittel nehmen, will auch nicht mehr ins Krankenhaus, will nicht wirklich etwas gegen die Schmerzen tun. Es kommt wöchentlich eine Phsyiotherapeutin zu ihr ins Haus, das ist die einzige Hilfe gegen die Schmerzen, die Mutter akzeptiert.

    Kein Telefonat vergeht, in dem sie nicht plötzlich wegen Schmerzen aufstöhnt, aber die scheinen so schnell, wie sie auftauchen, auch wieder abzuklingen, denn das Thema wechselt auch schnell wieder. Wie heftig sie sind, wie dauerhaft, wie oft, kann ich alles nicht beurteilen.

    Manchmal wirkt es, als wolle sie einfach Mitgefühl oder manchmal auch Konkurrenz, da ich durch viele Schäden seit Jahrzehnten mehr oder weniger Dauerschmerzen habe (die behandelt werden). Von mir aus sage ich zwar nichts zu ihr, aber manchmal fällt es ihr ein und sie fragt danach, um dann kurz darauf selbst zu stöhnen.

  • Als wir dann wieder im Heim waren setzt sie sich auf ihr Bett und sagt; "du machst dir keine Vorstellung, was ich immer für Schmerzen habe!"

    Liebe Never,


    Aaaah bei Deiner Mutter auch?

    Am einen Tag will sie wegen Hüft- und Rückenschmerzen sterben und sie japst beim Aufstehen, am anderen Tag ist nie etwas gewesen.


    Ich hatte ja erzählt : Arztbesuche geb ich mir nicht mehr, die Pflegeleiterin hat Verständnis dafür und eine Pflegerin fährt mit.


    Also Ihr macht mir Mut und entgegen meines sonst unerschütterlichen Optimismus hoffe ich mal auf nichts sondern passe vor allem darauf auf, mich nicht mehr triggern zu lassen: ich muss da schon aktiv selbst für sorgen, das hab ich kapiert. Auch kapiert habe ich (hoffentlich) dass meine Mutter nicht irgendwann zu mir sagt aaaah Du arme ich ändere mich jetzt.


    Alles Gute Alfi 💪🏻🌸

  • darf ich fragen, was bzw. ob hinsichtlich der geäußerten Schmerzen nun etwas unternommen wurde / wird?

    Hallo Herr Gust,

    unternommen wurde, bis auf das Ausstellen eines Physiotherapierezeptes, nichts. Meine Mutter wurde geröntgt, das Metall sitzt noch an der richtigen Stelle, und sie hat in ihrer Hüfte Arthrose. Ein Gelenkersatz ist jedoch aus Sicht des Arztes noch nicht angebracht und ich hätte da auch sehr große Bedenken. Das Risiko einer Vollnarkose ist ja nicht ohne und außerdem war meine Mutter war schon in der Vergangenheit (vor ihrer Demenz) völlig unkooperativ, wenn es um Fragen der Rehabilitation (insbesondere um den Teil, den man selbst tun muss) ging. Sie bekommt seit 10 Jahren täglich 1 Tilidin und nach Bedarf bis zu drei Novaminsulfon. Letzteres fordert sie sich aber nur selten ein, obwohl sie früher mal Tablettenabhängig war (Schmerz- und Schlaftabletten +Alkohol) und auch mal zu Entziehung war. Sie hat die Tabletten und den Alkohol vergessen.


    Was denken Sie, was man noch tun könnte?


    Ich selbst denke ähnlich wie ecia, dass das Ganze ein Versuch ist, Aufmerksamkeit und Mitleid zu bekommen.

    Auch kapiert habe ich (hoffentlich) dass meine Mutter nicht irgendwann zu mir sagt aaaah Du arme ich ändere mich jetzt.

    Aber schön wär es schon, also ich meine, wenn sie das sagen würde? ;)

    Am einen Tag will sie wegen Hüft- und Rückenschmerzen sterben und sie japst beim Aufstehen, am anderen Tag ist nie etwas gewesen.

    ja bei uns kann dieser Wechsel sogar von einem Moment auf den anderen kommen. Wenn irgendwas passiert, was ihre Aufmerksamkeit und das Interesse erregt, sind die Schmerzen plötzlich wie weggeblasen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Herr Gust,

    unternommen wurde, bis auf das Ausstellen eines Physiotherapierezeptes, nichts. Meine Mutter wurde geröntgt, das Metall sitzt noch an der richtigen Stelle, und sie hat in ihrer Hüfte Arthrose. Ein Gelenkersatz ist jedoch aus Sicht des Arztes noch nicht angebracht und ich hätte da auch sehr große Bedenken. Das Risiko einer Vollnarkose ist ja nicht ohne und außerdem war meine Mutter war schon in der Vergangenheit (vor ihrer Demenz) völlig unkooperativ, wenn es um Fragen der Rehabilitation (insbesondere um den Teil, den man selbst tun muss) ging. Sie bekommt seit 10 Jahren täglich 1 Tilidin und nach Bedarf bis zu drei Novaminsulfon. Letzteres fordert sie sich aber nur selten ein, obwohl sie früher mal Tablettenabhängig war (Schmerz- und Schlaftabletten +Alkohol) und auch mal zu Entziehung war. Sie hat die Tabletten und den Alkohol vergessen.


    Was denken Sie, was man noch tun könnte?

    Hallo never20,


    also auf den ersten Blick und so aus der Ferne denke ich, haben Sie wirklich bereits alles getan: mal abwarten, was die / der Physio sagt und beobachten, wie sich das entwickelt. Nehme an, 6er-Rezept. Hoffen wir auf eine gute Rückmeldung.
    Viele Menschen mit Demenz erhalten zu wenig Schmerzmittel (selbst wenn die Diagnose dieselbe ist wie bei einem Menschen ohne Demenz); hier ist ja aber bereits angesetzt, sogar bedarfsweise kann etwas gegeben werden. Manche Ärzte setzen (bei fortgeschrittener) Demenz grundsätzlich ein Schmerzmittel an.

    Die Selbstauskunft über Schmerz hat immer Vorrang in der Gewichtung. Ggfs. könnte man noch versuchen genau zu beobachten, wann die Schmerzäußerungen fallen, also ob es ein Muster gibt z.B. bei einer ganz bestimmten Bewegung / Aufgabe - oder eben bei einem ganz bestimmten Kontakt..... . Die KollegInnen der Pflege werden vermutlich mit einer Skala arbeiten / gearbeitet haben, z.B. der BISAD od. etwas ähnlichem.
    Schließlich kann die Schmerzäußerung ja auch bewirken, dass sich Kontakt verlängert, weicher wird, Aufmerksamkeit gebunden wird...etc. pp. .

    Ansonsten würde mir nur noch einfallen, eine Schmerzambulanz aufzusuchen falls in erreichbarer Nähe und der Aufwand nicht zuviel ist - oder, falls vorhanden, eine Pain-Nurse, eine auf Schmerzen spezialisierte Pflegefachkraft, hinzuziehen (die sind aber auch recht rar gesät, m.W.).
    Ihre Vorsicht in Sachen Vollnarkose teile ich auch.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust


  • von mir ist der Thread "Schmerzgedächtnis oder Simulation". Das was Sie von Ihrer Mutter beschreiben bzgl. Schmerzen und nicht-Schmerzen ist bei meiner Oma ganz genauso der Fall! Es gibt inzwischen die wildesten Diagnosen, aber niemand kann herausfinden, ob diese Schmerzen echt sind oder Erinnerung oder ähnliches. Selbst unter diversen Schmerzmittel treten diese diffusen Schmerzen auf- gerne an Tagen an denen im Pflegeheim die große Körperpflege Programm ist...

    Hallo kedi, ich habe jetzt deinen Thred nochmal gelesen. So richtig hilfreiche Tipps, um herauszufinden, ob die Schmerzen tatsächlich schlimm sind, oder ob nur mehr Aufmerksamkeit eingefordert wird, gab es da ja auch nicht. Vllt. hat ja Herr Gust hierzu noch Ideen?

    VG never

    • Offizieller Beitrag

    . Vllt. hat ja Herr Gust hierzu noch Ideen?

    VG never

    Hallo never, hallo kedi,
    ....leider akut nicht mehr, als ich oben schon schrieb. Mein Wissensstand zum Thema "Schmerzgedächtnis" (Chronifizierung) ist der, dass dies bei Betroffenen zumindest mittels Medikamenten nicht "gelöscht" werden kann.
    Vielleicht ist es ratsam, eine/n Expertin hierrüber zu suchen bzw. anzusprechen: Schmerzgesellschaft. Aber auch diese Nachlese einer Veranstaltung der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg enthält noch Anregungen.
    Da Ihre Vorerfahrungen mit den Betroffen lang sind, weiß ich nicht, ob das wesentlich Neues für Sie enthält.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hallo zusammen,

    Meine Idee dazu wäre noch, dass in der Schmerztherapie oft Antidepressiva eingesetzt werden um die Schmerzschwelle zu erhöhen.

    Ich habe es bei meinem Vater erlebt, der über viele Jahre starke bis stärkste Schmerzen hatte, von verletztem Nerv evtl. Nach Einsatz eines Antidepressivums zu Beginn seiner Alzheimer Erkrankung war dies plötzlich kein Thema mehr.

    Da kann man einen speziellen Schmerztherapeuten befragen.

    Oft ist eine sehr geringe Dosis erforderlich.

  • Liebe Alle, Lieber Herr Gust,


    vielen Dank für die tollen Anregungen! Ich werde mir alle Verlinkungen anschauen!


    Aktuell sind alle Schmerzen vergessen und meine Oma läuft sogar plötzlich am Rollator. Vor gut einer Woche konnte sie nicht aus dem Bett aufstehen, aber nun scheint sich etwas verändert zu haben. Trotzdem werde ich mich weiter mit dem Thema auseinandersetzen. Danke für die Tipps!


    Rose60 Was genau ist gemeint mit "Die Schmerzschwelle erhöhen durch Antidepressiva"?


    jochengust Meine Oma bekommt morgens und abends Tilidin und bei Bedarf 500er Ibu. Mit dieser Kombi müsste sie doch eigentlich schmerzfrei sein oder?.. oder ist dies dann das Schmerzgedächtnis das unabhängig von Medikamenten agiert?

  • Hallo Kedi,

    Soweit ich es verstanden hat, empfindet man die Schmerzen unter Antidepressiva nicht mehr so stark. Dafür gibt es spezielle Schmerztherapeuten, ich kenne es auch bzgl. Kopfschmerzerkrankungen, dass sich einige Antidepressiva gut auswirken können unabhängig von Depression oder nicht. Wie gesagt, dafür einen Schmerztherapeuten befragen.

  • Hallo Kedi,

    Soweit ich es verstanden hat, empfindet man die Schmerzen unter Antidepressiva nicht mehr so stark. Dafür gibt es spezielle Schmerztherapeuten, ich kenne es auch bzgl. Kopfschmerzerkrankungen, dass sich einige Antidepressiva gut auswirken können unabhängig von Depression oder nicht. Wie gesagt, dafür einen Schmerztherapeuten befragen.

    Was ich noch dazu beitragen kann: Die Intensität von Schmerzen ist auch subjektiv. Ich erinnere, als ich aus der Narkose von der Schulter-OP aufwachte, wurde ich gefragt, wie hoch mein Schmerzlevel von 1 bis 10 sei. Ich meinte "4". Mein Nebenmann, der die selbe OP hinter sich hatte, sagte "7".

    Es gibt auch eine Physiotherapie für Rückenschmerzen, bei der der Körper lernt, durch wiederholtes Herantasten an die Schmerzschwelle, weniger intensiv auf einen bestimmten Schmerz zu reagieren.

    • Offizieller Beitrag

    jochengust Meine Oma bekommt morgens und abends Tilidin und bei Bedarf 500er Ibu. Mit dieser Kombi müsste sie doch eigentlich schmerzfrei sein oder?.. oder ist dies dann das Schmerzgedächtnis das unabhängig von Medikamenten agiert?

    Hallo Kedi,

    auch wenn Sie das möglicherweise enttäuscht: das zu beurteilen aus der Ferne scheint mir nicht angemessen. Es gilt: die Selbstauskunft hat Vorrang. Äußert jemand Schmerzen, ist er nicht schmerzfrei. Oder auch: "people dont fake beeing in pain. they fake beeing ok." - das ist erstmal stets mein (gedachtes) Motto im Einzelfall.
    Auch Schmerzen aus dem Schmerzgedächtnis heraus sind ja welche.
    Ganz direkt: bei dieser Kombi würde ich bei meiner Mutter davon ausgehen, dass die Ursache eher in einer Chronifizierung / Schmerzgedächtnis oder auch in einem anderen Vorteil der Äußerung liegen könnte, als in einem akuten Schmerz. Das rauszukriegen / abzugrenzen ist allerdings "Detailarbeit am Menschen" - vor Ort.
    Die guten Nachrichten die Sie beschreiben: Ihre Oma geht (wieder) am Rollator. Da würde ich unbedingt dranbleiben wollen, das fördern so gut es geht. Bewegung ist so wichtig - auch im Sinne dessen, dass ggfs. damit Schmerzen entgegengewirkt wird. Insgesamt lassen "wir" in Deutschland Menschen mit Demenz viel zuviel liegen / sitzen (und das auch noch in dafür nicht geeigneten Positionen / Unterlagen).
    Tolle Nachrichten, dass sie wieder am Rollator geht!

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hallo alle.

    Gestern: Muttertag, Besuchstag- nach 9 Tagen ohoooo! Hab’s geschafft länger als eine Woche auszuhalten.

    Ging gut mit klitzekleinem dumpfem schlechten Gefühl.


    Hatte noch Herr Hamborgs Worte im Ohr (im Kopf): an solch emotionalen Tagen besser NICHT besuchen.


    Also habe ich mit ein bisschen wackligen Knien das Heim betreten: 1. Station: Pflegerinnenzimmer.

    Oha also sie wollte morgens nicht frühstücken und sie fühle sich nicht gut.

    Bestens🥹.

    Dann betrat ich die Bühne.


    Dazu sollte ich vorher noch anmerken: ein Vergleich einer Therapeutin auf YouTube hat es mir sehr angetan:


    Ich bin für mein Seelenheil selbst verantwortlich und darf nicht abwarten wie es meiner Mutter geht: so verhalte ich mich mit „ach ich arme Tochter einer dementen narzistischen Mutter“ genauso wie sie: ich werde zum mich selbst bedauernden Jammerlappen.


    Was leert man als Passagier in einem Linieflug zuerst? Sich selbst zu helfen mit der Sauerstoffmaske.


    Ich bin also nicht wie ein erwartender Schwamm (Prügelknabe) auf die Bühne getreten, sondern als mit mir zufriedenes ICH.

    Das war auch gut so: meine Mutter saß unbeweglich mit einer sich nicht bewegenden hm… wirklich Hassfratze in einem Sessel und sagte nichts.


    Ich checkte dann ob der Fernseher wirklich nicht ginge (doch alles bestens, sie behaupte te weiterhin nein, nungut. Riesengroße hellbeigefarbene Frotteetücher mit ihrem eingestickten Namen fand sie blöd (sollten zum Wechseln der anderen Tücher auf den Sesseln sein). Ok, dann eben nicht, wieder eingepackt.


    Starken Schwindel habe sie, dann doch nicht.


    Ich bin auf einer sehr freundlichen aber sachlichen Ebene geblieben und habe auch nichts darauf geantwortet dass sie unglücklich sei.

    Sie fühlt sich bei den Pflegerinnen nämlich eigentlich sehr geborgen.


    Als sie mich mehr oder weniger rauswerfen wollte bin ich mit kurzen Abschiedsworten gegangen.


    Wie ich mich fühle?

    Super!


    Alles Gute Alfi❤️

  • Herzlichen Glückwunsch Alfi! Da ist ein großer Schritt geschafft, dann werden Dir die weiteren schon leichter gelingen (Rückfälle dennoch nicht ausgeschlossen). Sicherlich hilfst Du mit dieser Erzählung hier auch einigen anderen in ähnlicher Situation!

  • Schmerzen sind sehr subjektiv. Bei meinem Papa war es mit der Hüftathrose auch eine Odysee. Die Schmerztherpeutin meine damals auch es dauert bis man das richtige Schmerzmittel findet. Es war zugegebenermaßen auch ein ziemlich beschwerlicher Weg bis wir bei richtigen Mittel angelangt sind. Ich sehe Rückblickend auch das hier gerade die Orthopäden zu lange gezögert haben. Hier zeigen sich wieder die Lücken in der Versorgung Dementer.


    Zuerst hatten wir relativ lange Tilidin in Verbindung mit Bedarfsmedikation Novaminsulvon, dadurch war er aber nicht schmerzfrei. Das Novaminsulvon hat er dann plötzlich nicht mehr vertragen, schon eine halbe Tablette hat zu einer ganz massiven Verwirrung geführt.

    Danach Oxycodon, hat bei den Schmerzen besser geholfen aber die "Zieldosis" haben wir nicht erreicht. Diese hat beim ersten mal einen ganz massiven Blutdruckabfall verursacht. Dann ging es mit einer geringeren Dosis und Ibuprofen (trotz Nierenschwäche) weiter.

    Wirklich einigermaßen schmerzfrei war er erst mit Schmerzpflastern "Buprenorphin" dort sogar mit einer relativ geringen Dosis, die waren aber erst im Heim und mit Druck meinerseits möglich, warum auch immer ...


    Es ist Schade das wir nicht schon früher bei den Schmerzpflastern gelandet sind, zu dem Zeitpunkt als er die bekommen hat war er schon großteils immobil (schmerzbedingt) und die Beimmuskulatur hatte ganz massiv abgebaut.

    .

    Bei den Schmerzmittel können wir uns als Laien ja relativ wenig vorstellen. Ich fand da diese Wikipedia Seite relativ hilfreich https://de.wikipedia.org/wiki/Analgetische_Potenz so kann man die Stärke eines Präparats im Vergleich etwas besser einschätzen.


    Name: | Analgetische Potenz

    Acetylsalicylsäure (Asprin)
    0,003
    Metamizol (Novaminsulfon)
    0,1
    Tilidin 0,1-0,2
    Morphin (Referenzwert) 1
    Oxycodon 2
    Buprenorphin 30-70
  • Herzlichen Glückwunsch Alfi! Da ist ein großer Schritt geschafft, dann werden Dir die weiteren schon leichter gelingen (Rückfälle dennoch nicht ausgeschlossen). Sicherlich hilfst Du mit dieser Erzählung hier auch einigen anderen in ähnlicher Situation!

    Liebe Ecia Dankeschön.


    Du hast so Recht diese Rückfälle passieren.

    Aber ich darf mich nur nicht vorher „einwickeln“ lassen und muss rechtzeitig an die „Sauerstoffmaske“ denken, die nur ich mir rechtzeitig aufsetzen kann.


    Alles Gute Alfi 🌸

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