Meine Mutter, 87, möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung und lehnt mich und meine Familie ab

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  • Liebe Moskito ich habe Deinen Brief jetzt erst gefunden: manche kommen einfach nicht als Mail bei mir an.

    Ja ein Kontaktabbruch ist die einzige Lösung.


    Da ich ja die Vorsorgevollmacht habe hab ich meine Besuche auf 1x die Woche 10 Minuten reduziert: das kommt einem Kontaktabbruch gleich und ich schaue nur nach dem Rechten.

    Ich mache das als ordentlicher verantwortungsvoller Mensch für … mich.


    Liebe Grüße von Alfi🐞

  • Liebe Alfi,

    noch nie habe ich von dir einen so distanziert-humorigen Beitrag gelesen. Gratulation! Ich glaube, du hast es geschafft und bist wieder du selbst geworden.

    Grüße von Buchenberg

  • Meine Frau und ich sprechen seit Jahren Ihre Eltern mit ihren Vornamen an. Ist da irgendwas verkehrt daran?

  • Liebe Alfi,

    noch nie habe ich von dir einen so distanziert-humorigen Beitrag gelesen. Gratulation! Ich glaube, du hast es geschafft und bist wieder du selbst geworden.

    Grüße von Buchenberg

    Danke Dir, meinsse? Na wir werden sehn was ich als Nächstes Schreibe 🥹

  • Meine Frau und ich sprechen seit Jahren Ihre Eltern mit ihren Vornamen an. Ist da irgendwas verkehrt daran?

    Das kann doch jede Familie so handhaben, wie sich die Beteiligten am wohlsten damit fühlen. Da gibt es überhaupt kein verkehrt oder richtig.

  • Meine Mutter würde das nicht dulden. „Wie kannst Du so respektlos mit Deiner Mutter reden? Ich habe alles(🤪) für euch getan, so dankst du es mir?“

    Auch mit 62 habe ich Schiss vor ihr und blase ihr noch immer Zucker in den Hintern, um sie bei Laune zu halten… 🤯

  • Liebe alle -


    früher habe ich Mama oder Mom gesagt. Jetzt ist sie Mutter. Für mich steckt da schon sehr viel Distanz drin. Mein Dad - wenn auch tot - ist immer noch mein Dad.

    Alfskjoni: liebe Deinen Beitrag. Musste wirklich sehr schmunzeln.

    SunnyBee: Wie die anderen bereits sagen: Wenn es ausartet, geh bitte. Du musst Dich auch selbst schützen

  • Guten Morgen alle…

    Sagt mal kommen die Wahnvorstellungen schubweise? Mutti ist jetzt wieder fast klar. Ruft nicht mehr so viel an und weiß, wo sie ist. Irgendwie gruselig….

    Sie sagt auch, dass in ihrem Kopf irgendwas nicht stimmt. Muss hart sein, zu merken, dass man den Verstand verliert.

    Durch Euch hab ich gelernt, Nein zu sagen und ihr nicht alles zuzulassen. Im Moment akzeptiert sie das. Und stellt Euch vor, gestern bin ich nicht hingefahren! 💪🏽

    Ich war auf dem Geburtstag ihrer Freundin (der sie den Umgang mit mir verboten hat- weil ich IHRE Tochter wäre) und hab es genossen, das Handy auf stumm zu schalten. EIN Tag ohne- wie geil war das denn?

  • Schubweise leider ja, eigentlich ist es immer eine Wundertüte, in welchem Zustand ich meine Mutter antreffe. Manchmal war angeblich ihre Mama da(seit fast 50 Jahren tot), beim nächsten Mal ist diese gerade gestorben, dann wieder hat sie sie auf dem Balkon gegenüber gesehen, also ich muss immer flexibel sein.. du machst offensichtlich Fortschritte;)

  • Ja, das erlebe ich auch, dass viele Verhaltensweisen schubweise kommen, dann wieder scheinbar verschwinden, um vielleicht später wieder zu kommen oder auch anderen Platz zu machen.

    Auf jeden Fall hat wirklich jeder Kontakt hohes Überraschungspotenzial - und wenn es die Überraschung ist, dass mal alles noch ist wie beim letzten Mal!

    Jede Kontaktaufnahme erfordert die hohe innere Bereitschaft, sich auf alles mögliche und unmögliche einzustellen.

    Das verunsichert uns Angehörige vermutlich auch immer wieder von neuem.

  • Hallo Nimmersatteraupe,

    ja mich machen diese Schübe auch irre.


    Meine Mutter wechselt zwischen „ich bin ein altes bald sterbendes Weibchen, mit ist alles egal“. - dann sieht sie so aus, wie eine betagte eben fast 90-jährige. Gegen mich schiessen kann sie dann natürlich immer noch.


    Manchmal ist sie auch ganz wirr und fragt wo ich her komme.


    Und dann, ich sehe es schon daran dass sie aufgebrezelt ist, dann gebärdeten sie sich so: „ich bin hier völlig falsch, alles Deine Schuld“.

    Sie redet dann zwar auch das immer gleiche und stellt die immergleichen Fragen, aber die Fassade ist dann noch recht perfekt.


    Das ist Status Quo Heim.


    Seit 2 Jahren.


    In ihrer Wohnung war es zwischen 5 KH Aufenthalten so:

    Was mache ich im Krankenhaus? Ich bin nur krank weil ich hier bin.

    Pflegedienst? Darauf soll ich 2 Tage warten? Mach sofort, dass ich nach Hause komme, was habe ich alles für Dich getan.


    Dann Zuhause:

    Und Du verlässt mich schon wieder?

    Ich bin ganz alleine.

    Die von Dir gebuchten Pflegerinnen sind alle nicht unser (?) Niveau. Da hast Du wieder versagt.

    Ich rufe immer den Nachbarn wegen Hilfe an. Ich bin viel flotter als seine Frau.

    (Nachbar und Nachbarin saßen Stunden und Nächte bei ihr)

    Meine Tochter kümmert sich nicht.

    Der Notarzt ist unqualifiziert.

    Ich bin garnicht in der Wohnung gestürzt.

    Die Pflegerinnen gehen nach 2 Stunden schon wieder.

    Wenn ich nur im Bett liege gehts mir wieder besser.

    Tabletten sind Gift. Ich nehme sie nicht.

    Ich trinke 2 Liter am Tag.

    Ich koche und esse.


    Resultat: nach einer Woche wieder im Kh, dehydriert, neuer Schlaganfall (keine Tabletten genommen) halb verhungert.


    Und das in einer immer engeren Spirale.


    Aber so im Gespräch dachte man oft: alles gut 🥹


    Lg Alfi

  • Liebe all -


    das Thema Schübe kann ich nur bestätigen. Bei meiner Mutter war das manchmal, als würde ein Schalter umgelegt. Allerdings kamen sie in immer kürzeren Abständen. Anfangs dachte ich, ich hätte etwas Falsches gesagt, aber nein: Es war vollkommen unabhängig davon. Das macht es so unberechenbar. Was für mich feststeht: Nichts, was wir sagen oder tun, ist ein Auslöser. Der findet rein in ihrem Kopf statt.

    Alfskjoni: Wir hatten ja schonmal festgestellt, dass unsere Mütter Schwestern im Geiste sein könnten. Bei mir war es 100% genauso. Ausnahme die KH Aufenthalte - nach dem 1. KH Aufenthalt kam die Kurzzeitpflege und das Heim. Aber im Heim dann das Gleiche: Sie wäre ja fitter als die "Kellnerinnen" (sie dachte, sie wäre im Hotel), alle anderen wären so alt in diesem Hotel, nichts los, sie will nach Hause. Usw.

    Mittlerweile ist ihre Demenz sehr weit fortgeschritten: Sie spricht nicht mehr wirklich, ab und an mal ein oder zwei Wörter. Die sitzt in einem Pflegestuhl, mit dem die Pflegerinnen sie fahren. letzte Woche habe ich Pflegegrad 5 beantragt. Im Januar hatte sie Pflegegrad 2. Mittlerweile werde ich nicht mehr beschimpft - meine Mutter kann das einfach nicht mehr. Aber ich merke, dass mich das ständige Niedermachen dort deutlich mehr angegriffen hat, als ich dachte. Ich habe mal irgendwo gelesen "Die Seele des Menschen ist zerbrechlicher als man denkt. Es dauert, bis sie heilt." Daher: Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Und wenn es euch mal nicht gut geht: Auch das ist okay.

    Einen schönen Donnerstag!
    Tanja

  • Liebe Tanja,


    Ja sie haben uns für alle Zeiten verwundet.

    Es sind hässlich heilende Wunden.

    Aber sie haben uns auch für alle Zeit von uns weggestoßen. Unwiderruflich.

    Pech gehabt.


    Du siehst ja wie richtig Du alles gemacht hast.


    Alles gute Alfi


    Heute: unzyklischer Heimcheckup um 10.30. mit natürlich danach McDonalds.

  • "Die Seele des Menschen ist zerbrechlicher als man denkt. Es dauert, bis sie heilt." Daher: Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Und wenn es euch mal nicht gut geht: Auch das ist okay.

    So wahr und wird dochso oft vergessen: Heilung, auch und gerade die seelische, braucht Zeit.

    Was sich manchmal über Jahrzehnte aufgebaut hat, kann nicht innerhalb ein paar Wochen heilen, es braucht Zeit und Geduld, fast unendlich.

  • Liebe Grüße von McDonalds.

    Sie war bei der Fußpflege, sah sie dort von Hinten (Gottseidank) durch die Glastür.


    Hab mir überlegt, ob ich reingehe- wir wissen alle was passiert wäre. Sie war eh aufgetakelt und radelte auf die Fußpflegerin ein.


    Ich hätte Euch empfohlen, Ihr hättet mir empfohlen, Herr Hamborg hätte mir empfohlen: meide den Konflikt, häng die Tüte mit den Pants und dem Obst an die Tür, sag der Pflegerin Bescheid und…schnell weg.

    Bin eh übermorgen da um einen Kleiderschrank zu bringen. Das weiß meine Mutter nicht, aber der andere ist zu klein.

    Sie würde eh meckern oder sagen sie Osthandel bald wieder… Ihr wisst schon.


    Wie es mir geht? Super

    🐞Alfi

  • @Tanja: meine Güte, das ist ja wirklich rasant, wie gut, dass deine Mutter im Heim versorgt wird.

    Ich war heute morgen - zum Glück mit Unterstützung meines Partners - mit meiner Mutter zum Zahnarzt, die Zahnprothese musste aufgebaut werden nach ein paar kaputten Stellen, hat zum Glück alles zügig geklappt. Aber wir haben meine Mutter im Rollstuhl hingeschoben zum Glück, ins Auto kriegt man sie kaum rein wegen der neuerdings krassen Unbeweglichkeit. Während Wartezeit schöner Spaziergang, den sie sogar genossen hat, tolle Luft heute. Doch nach den zwei Stunden wusste sie eben überhaupt nicht mehr, wo sie war, hat ihr Zimmer nicht erkannt, wusste nicht, wo es Essen gibt, sie habe kein Geld dabei, also rundum desorientiert. Habe schon heute morgen bemerkt, dass die Beine immer schwerer werden, sie hat bestimmt fast 90 kg, das wird kein Spaß für die Pfleger, falls sie bald nicht mehr laufen kann..

    Ich war ziemlich aufgeregt vor diesem Termin, der wirklich sein musste und sie hat es zum Glück gut mitgemacht, aber, nunja, einfach immer wieder traurig, was Demenz aus den Menschen macht..

    LG

  • Rose60: es ist wirklich total rasant, wie sich der Zustand meiner Mutter verändert hat. Ich gebe zu, Stille ist besser als angepflaumt zu werden. Ich bin trotzdem jedes Mal etwas fertig, wenn ich sie besucht habe. Am Samstag bin ich wieder dort.

    Aber das Heim bzw. die Pflegerinnen sind super - bemühen sich um sie, nehmen sie in den Arm, machen ihr zu essen, auf was sie auch zeigt usw. Das könnte ich nicht ansatzweise leisten

  • am

    das Thema Schübe kann ich nur bestätigen. Bei meiner Mutter war das manchmal, als würde ein Schalter umgelegt. Allerdings kamen sie in immer kürzeren Abständen. Anfangs dachte ich, ich hätte etwas Falsches gesagt, aber nein: Es war vollkommen unabhängig davon. Das macht es so unberechenbar. Was für mich feststeht: Nichts, was wir sagen oder tun, ist ein Auslöser. Der findet rein in ihrem Kopf statt

    Danke für die Schilderung.

    Es ist erschütternd- ich dachte auch immer wieder, ich/wir hätten etwas falsch gemacht.

    Einen Tag vorher noch entspannt und freundlich beim Kaffee zusammen gesessen- klare, sinnvolle Unterhaltung… einen Tag später haltlose Vorwürfe,

    absurde Anschuldigungen und ein Gesichtsausdruck, der mir bis heute Angst macht. Wie- ja, wie besessen 😳

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