Demenz-WG; Voraussetzung für Wohngruppenzuschlag

  • Hallo,


    die Pflegeversicherung verweigert den Wohngruppenzuschlag mit dem Hinweis, dass die Organisation / Hauswirtschaft der WG nicht gemeinschaftlich beauftragt sei. Tatsächlich hat jeder Bewohner einen eigenen Dienstleistungsvertrag mit dem gleichen Sozialdienst, der die WG führt. Man kann keinen anderen Sozialdienst wählen. Faktisch also eine gemeinschaftliche Beauftragung, auf dem Papier vielleicht nicht. Windet sich die Pflegekasse hier mit juristischen Spitzfindigkeiten um ihre Leistungspflicht? Oder gibt es gar WG's, die bei jeder Änderung der Bewohnerschaft die Verträge neu aufsetzen?


    Freundliche Grüsse

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag,


    grundsätzlich gesehen könnte die Antwort auf Ihre Anfrage sehr umfangreich sein, aber das kann ich hier an dieser Stelle nicht leisten. Ein persönliches Beratungsgespräch vor Ort bei einem Pflegestützpunkt oder einer Seniorenberatung wäre durchaus sinnvoll.


    Trotzdem folgende Information zum Wohngruppenzuschlag nach § 38a SGB XI in Bezugnehmend auf Ihre Anfrage. Abschnitt (1) Satz 3 besagt, Pflegebedürftige haben Anspruch auf einen pauschalen Zuschlag in Höhe von 214 € monatlich, wenn „eine Person durch die Mitglieder der Wohngruppe gemeinschaftlich beauftragt ist, unabhängig von der individuellen pflegerischen Versorgung allgemeine organisatorische, verwaltende, betreuende oder das Gemeinschaftslebende fördernde Tätigkeiten zu verrichten oder die Wohngruppenmitglieder bei der Haushaltsführung zu unterstützen“.


    Sie sprechen von einem Sozialdienst bzw. einem Pflegedienst? Die sollten es eigentlich wissen, wie dieser Zuschlag richtig beantragt wird.


    Lesen Sie bitte den vollständigen Paragraph 38 a SGB XI im Internet nach. Unter dem Abschnitt (2) finden Sie dann auch die Forderungen der Pflegekasse zur Feststellung der Anspruchsvoraussetzung.


    Wichtig ist, dass die betroffene Person in einer ambulant betreuten Wohngruppe in einer gemeinsamen Wohnung zum Zweck der gemeinschaftlich organisierten pflegerischen Versorgung lebt.


    Viel Erfolg.


    Mit freundlichen Grüßen

    R. Gascho

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