Korsakov Syndrom

  • Hallo, ich nenne mich mal sommerbaer

    Mein Mann hat das Korsakov Syndrom seit Dezember 2020. Nun habe ich das Gefühl, die Krankheit schreitet voran. Bis jetzt habe ich noch keinen Neurologen gefunden, der die Krankheit ernst nimmt. Ich kriege nur zu hören "das ist bei dem Krankheitsbild normal" . Das weiss ich auch. Es fehlt nur der Satz "selbst schuld"....

    Aber ich möchte gerne Hilfe haben. Gibt es Medikation? Wie gehe ich um mit ihm? Sein Verhalten hat sich sehr geändert in letzter Zeit. Bis jetzt äusserte sich seine Krankheit in leichter Demenz, jetzt wird es zunehmend schlimmer, auch mit Wutanfällen...

    Können Sie mir helfen? Wir wohnen in Schleswig Holstein, in Elmshorn.

    Bitte, ich brauche Hilfe

    Vielen Dank erstmal

  • Hallo sommerbaer! Herzlich Willkommen in diesem Forum! Ich kann leider keine direkte Empfehlung zum Korsakow Syndrom geben, aber mein Vater ist schwerer Alkoholiker und dement, und unsere Erfahrungen mit Ärzten ähneln Ihren. Man wird oft nicht ernstgenommen und fühlt sich hilflos, besonders wenn der Patient nicht mitspielt. Wir hatten auch zunächst 1 1/2 Jahre lang Ärzte, denen es völlig egal war. Was uns dann geholfen hat, eine ganz tolle Ärztin zu finden war ein Anruf bei einer Stiftung (leider nur lokal tätig), die Angehörige zum Thema Demenz berät. Die Dame gab mir dann eine Empfehlung für eine ganz nette Ärztin, die sich unserer Probleme angenommen hat. Gibt es denn bei Ihnen eine Beratungsstelle, wo Sie nach einer Empfehlung fragen könnten? Ich drücke die Daumen!

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte(r) Sommerbaer,


    leider kommt es im medizinisch-therapeutischen Kontext vereinzelt immer noch vor, dass man bei alkoholassoziierten Erkrankungen mit einem gewissen Grad an Stigmatisierung konfrontiert ist. Ob das im Falle Ihres Vaters auch so ist, traue ich mich aus der Ferne nicht zu beurteilen. In aller Regel wird ein Facharzt alle therapeutischen Möglichkeiten zur Stabilisierung bzw. Verlangsamung des Krankheitsverlaufes ausschöpfen, unabhängig von den Begleitumständen. In Ihrem Fall ist aber auch die Frage, ob der behandelnde Arzt bei ihren Anliegen auch wirklich immer der richtige Ansprechpartner ist. Auf Verhaltensebene ist das Korsakow-Syndrom aufgrund der ausgeprägten Gedächtnisstörung und der sich veränderten Emotionsregulation häufig schon in frühen Stadien der Erkrankung gerade für das betreuende Umfeld herausfordernder als andere Demenzformen. Deshalb ist es besonders wichtig sich schon frühzeitig mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen und sich im Idealfall auch Beratung von pflegerischere Seite einzuholen. Sie finden hier im Wegweiser Informationen zu den Möglichkeiten einer Erstberatung:

    Wegweiser Demenz - Pflegerische Beratung


    Bei konkreten Fragen im Umgang mit Ihrem Vater finde sie hier im Ratgeberforum "Alltag, Pflege und Betreuung" eine sehr gute Austauschmöglichkeit mit anderen Betroffenen und den Rat durch ausgewiesenen Experten zu diesen Themen.


    Vorerst alles Gute und freundliche Grüße,


    Marc M. Lässer

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