Aus diesem Forum V: GRAUER STAR; HAFTPFLICHT; HÄUSL. PFLEGE; HILFE VON ‚FREMDEN‘; HIRNTRAINING; HYGIENE; HUND VERSORGEN; INKONTINENZ; JUCKREIZ; KOMMUNIKATION; KRANKENHAUS;

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  • Ich habe nun alle Seiten des Pflegealltag-Forums durchstöbert. Was mir bemerkenswert oder „typisch“ schien, habe ich als Originalzitat hierher kopiert und alphabetisch sortiert.. Auf Anführungsstriche habe ich verzichtet..

    GRAUER STAR

    Bei meinem Vater wurde kürzlich der sogenannte Graue Star diagnostiziert. Der Augenarzt möchte am liebsten gleich sofort eine OP machen. Hat noch jemand Erfahrungen damit? Das größte Problem sehe ich darin, dass er das Auge nicht anfassen darf. Bei einer vorherigen Prostata-OP hatten wir das ganze Programm mit herausgezogenen Kanülen, Kathedern und einmal einem heraus gezogenen Dialyse-Zugang.

    HAFTPFLICHT

    ich habe noch eine Frage zur Haftpflichtversicherung. Muss ich die Demenzerkrankung meines Mannes der Versicherung melden? Was passiert bei einem Schadensfall, wenn keine Meldung erfolgte?-

    In diesem Fall ist von einer so genannten nachträglichen Gefahrenerhöhung auszugehen. Der Betroffene ist bei bekannt werden der Erkrankung verpflichtet, den Versicherer davon zu unterrichten. Das Versicherungsunternehmen kann dann entweder den Versicherungsvertrag fristgerecht kündigen oder den Vertrag mit erhöhten Beiträgen fortführen. Informiert der Erkrankte das Versicherungsunternehmen nicht, kann der Versicherer im Schadensfall den Vertrag fristlos kündigen und die Leistung verweigern, es sei denn, der Schadensfall tritt innerhalb eines Monats nach bekannt werden der Krankheit ein".-

    Meine Frau und ich planen die demenzkranke Mutter meiner Frau zu uns in häusliche Pflege zu nehmen. Es wurde Pflegegrad 2 diagnostiziert. Nun machen wir uns Gedanken darüber, wer für Schäden haftet, die durch die betreute, bei uns wohnende Mutter entstehen könnten. Im schlimmsten Fall sogar unser Eigenheim anzündet. Wie können wir uns vor den Folgen schützen?

    HÄUSLICHE PFLEGE

    Ich sehe die Pflege meiner Mutter nicht als Belastung. Ich bin gern bereit, sie auf ihren letzten Weg zu begleiten und es ihr so angenehm wie möglich zu machen. Dazu gehört für mich aber auch, mein eigenes Leben nicht aufzugeben. Und was mir besonders am Herzen liegt wenn es um häusliche Pflege geht- alle Hilfen annehmen, die es gibt. Die Körperpflege lieber einem guten Pflegedienst überlassen-das schont auch die eigenen Knochen.

    Besuchsdienste in Anspruch nehmen, private Hilfen - alles was geht. Das ist sehr aufwendig und kostet viel Organisation -aber es lohnt sich.

    HILFE VON ‚FREMDEN‘

    Ich hab bereits eine Betreuungsvollmacht - meine Mutter "erlaubt" mir jedoch nicht, irgendjemanden zu organisieren, der sie besucht oder sie betreut. Angeblich kann sie alles noch alleine machen und lehnt jegliche Hilfestellung durch "Fremde" ab. Sie möcht ausschließlich von ihren beiden Töchtern betreut werden. -

    Das Zulassen von Hilfe ist ein großes Thema in der Pflege und es ist viel Fingerspitzengefühl und der Respekt vor den Gefühlen nötig. Ich ermutige die Mitarbeiter immer sehr, dass sie nicht enttäuscht und "unverrichteter Dinge" herausgehen, sondern in kleinen Schritten Vertrauen aufbauen und mit einer kleinen Dienstleistung den Kontakt wachsen lassen...

    HIRNTRAINING

    von klassischem Gedächtnistraining würde ich eher abraten, zumindest dann, wenn es sich um dabei um das abfragen von Wissen handelt. Es gibt spielerische Arten der geistigen Anregung, die nicht zu Frustrationen beim Erkrankten führen, weil man dort nicht "scheitern" kann. Wahrscheinlich bietet das "richtige Leben" auch genug Anregungen, wenn Sie (oder andere) mit Ihrer Mutter rausgehen - in den Zoo zum Beispiel).

    Was auch immer Sie Ihrer Mutter Gutes tun möchten: Sie sollten vermeiden, dass Sie unter Leistungsdruck gerät.

    HYGIENE

    Mutti läßt keine Körperpflege zu. Der Friseur wird Woche um Woche verschoben. Wir haben ihr schon wiederholt die Haare selbst geschnitten. Waschen läßt sie sich jedoch leider momentan überhaupt nicht. Sie verschiebt gern das erforderliche Waschen von Tag zu Tag. Körperlich ist sie dazu noch mit einigen Anstrengungen in der Lage. Und sieht es natürlich auch nicht ein. Bewegt sich leider auch kaum noch, begründet durch zunehmende Körperfülle.-

    Grundsätzlich macht eine Übermacht versorgender Menschen die Erkrankten noch ängstlicher und aggressiver - je weniger Leute beim Duschen beteiligt sind, desto besser. Je ruhiger dieser Mensch ist, und je weniger und je leiser er auf denjenigen mit Demenz einredet, desto besser. Je tiefer die Stimme des Pflegenden, desto besser. Überlegen sollte man auch, ob Ihrer Mutter in der Vergangenheit einmal Gewalt angetan worden ist - Manchmal hilft es, das Thema Toilette erst gar nicht anzusprechen, sondern den Erkrankten einfach zu bitten, mitzukommen. Manchmal hilft es, wenn die Klobrille vorgewärmt ist, damit die Person mit Demenz sitzen bleibt. Manchmal hilft es, ihre Hände zu beschäftigen, damit sie nicht sofort wieder aufstehen ("Kannst du das mal bitte für mich halten?")

    HUND VERSORGEN

    meine 90 jährige oma vernachlässigt ihren hund,sie füttert ihn nicht mehr richtig (gibt nur kekse und schokolade) und führt ihn nur noch selten aus(und dann auch immer nur ums haus) Der Hund fängt an und leidet darunter, so kann es nicht weitergehen. Aber wie bringe ich meine oma dazu ihn abzugeben? das ist ihre einzige momentane lebensaufgabe,ihr lebensinhalt.-

    Probleme nicht sehen zu können, bringt die Demenz mit sich. Es ist also durchaus gut möglich, dass Ihre Oma glaubt, der Hund sei gut versorgt. Als Idee: wäre es möglich, eine Schülerin /Schüler o.ä. als Hundesitterin zu engagieren, die mit dem Tier Gassi geht und für passendes Hundefutter sorgt?

    INKONTINENZ

    Meinem Vater (90) passiert es immer öfter, dass er nachts beim Gang ins Bad stürzt. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass er im Bestreben, noch "trocken" zur Toilette zu kommen, zu schnell läuft. .... Auch könnte er ein Inkontinenzhöschen wie am Tage tragen, aber das Höschen zieht er zwar einsichtig an, dann jedoch unweigerlich im Bett wieder aus..-

    Meine Schwiegermutter zerpflückt nach jedem Toilettengang ihre Inkontinenzvorlage und wirft sie in die Toilette. Zuerst haben wir Schilder ausgedruckt und diese gut sichtbar im Badezimmer angebracht, das funktionierte auch. Jetzt allerdings war bereits zweimal alles verstopft, so daß wir nicht mehr weiter wissen. Sie möchte natürlich niemanden dabeihaben, das kann ich auch verstehen. Wenn wir erklären, dass es nicht gut ist, so etwas zu tun, lacht sie nur. Haben Sie einen Rat?

    JUCKREIZ

    Mein Mann ist mit 56 Jahren an frontotemporaler Demenz erkrankt. Bis jetzt kommen wir noch gut zurecht..

    Im Augenblick leidet er sehr an seiner Kratzsucht. Er kratzt sich die Unterarme auf. Harnstoffhaltige Salben helfen nicht.

    KOMMUNIKATION

    Menschen mit Demenz lieben in der Regel "Bernhardiner" - also Menschen, die eher gemütlich, langsam und bedächtig sind und sich auch so bewegen, und die eine tiefe Stimmlage haben. Die verstehen sie besser, und die wirken beruhigend auf sie. Menschen mit Demenz haben allerdings häufig Probleme mit "Hühnchen" - also Leuten, die im Eifer des Gefechts zu schnell, zu fahrig, zu laut sind und dann auch noch mit eher hoher, schriller Stimme sprechen.-

    Gehen Sie auf jeden Fall offensiv mit der Krankheit der Mutter um. Verstecken kann man sie auf Dauer sowieso nicht - und je eher und ehrlicher das Umfeld informiert ist, desto leichter fällt der Umgang - und damit hoffentlich auch die Unterstützung, die Familien in dieser Lage so dringend brauchen.-

    Grundsätzlich können die Erkrankten sehr viel besser verstehen als sprechen, also sollten Sie es durchaus immer wieder auch mit Worten versuchen! Allerdings fürchte ich, dass Sie sich von der Idee verabschieden müssen, ihm komplexe, inhaltliche Botschaften übermitteln zu können, das funktioniert leider igrendwann nicht mehr.

    Menschen mit Demenz sind aber nonverbal, also körpersprachlich, zunächst kaum eingeschränkt, und sie geniessen es zunehmend, mit Händen und Füssen zu kommunizieren - von uns berührt zu werden und selber berühren zu dürfen, mit Mimik, Gestik und Pantomime Kontakt herzustellen. Scheuen Sie sich nicht, dabei etwas zu übertreiben ...-

    Eine vernünftige Kommunikation mit meiner Mutter ist nicht mehr möglich. Sie will nichts mehr verstehen und sagt stets das Gegenteil von dem, was ich sage, selbst wenn ich ihr gerade noch nach dem Mund geredet habe. Um da nicht die Nerven zu verlieren, muß man wohl ein Heiliger sein.-

    1. Jede hohe Aufmerksamkeit, jede Diskussion und jeder Versuch an die Einsicht zu appellieren kann das Verhaltensmuster verstärken. Das Kontrollzentrum ist geschädigt und das zwanghafte Muster hat eine selbstwertstabilisierende Funkion. Alte Konfliktmuster der Beziehung helfen da nicht weiter! 2. Die abnehmende Selbstkontrolle durch liebevolle und nicht reglementierende Fremdkontrolle oder Unterstützung ersetzen. Das ist einfach gesagt und schwer umgesetzt.

    KRANKENHAUS

    Nach Unfällen und Krankenhausaufenthalten verschlechtern sich Orientierung und Verhalten vieler Menschen mit Demenz rapide - sei es wegen Schmerzen, Schock, Traumatisierung wegen der vielen Umgebungswechsel (von Zuhause in die Klinik, von eienr Station auf die andere, dann in die Reha oder Kurzzeitpflege) oder möglicher Delir-Zustände. Unter Umständen verschlimmern auch Unterzuckerung oder Dehydrierung (Austrocknen wegen zu wenig Flüssigkeitszufuhr) das Problem.-

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