Wechsel Krankenhaus ins Pflegeheim

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  • @ Buchenberg,


    habt ihr es schonmal mit rein pflanzlichen Stoffen probiert? Mein Papa hat recht gut auf Tabletten mit Passionsblume (ohne Rezept erhältich) reagiert. Das hatte ich aber mit dem Hausarzt abgesprochen.


    "gegen nervöse Beschwerden wie Nervenschwäche, Angst und Unruhe sowie gegen Einschlafstörungen."


    Die nimmt er jetzt seit 18 Monaten. Im Heim hatten sie die kurzfristig abgesetzt (weil das ja nur was pflanzliches ist und nicht hilft ...), nach wenigen Tagen aber wieder angesetzt.


    Natürlich immer nur in Absprache mit dem Arzt.

  • @ Buchenberg,


    habt ihr es schonmal mit rein pflanzlichen Stoffen probiert? Mein Papa hat recht gut auf Tabletten mit Passionsblume (ohne Rezept erhältich) reagiert. Das hatte ich aber mit dem Hausarzt abgesprochen.


    "gegen nervöse Beschwerden wie Nervenschwäche, Angst und Unruhe sowie gegen Einschlafstörungen."

    Hallo Sohn,

    ja, im ersten Jahr nach dem Umzug zu uns, als die Stimmungswechsel bei der Schwiegermutter wirklich schlimm waren, bekam sie von der Neurologin ein schwaches Mittel verschrieben. Keine Ahnung, ob das geholfen hat? Nach einem dreiviertel Jahr haben wir das abgesetzt, damit keine Abhängigkeit entsteht.

    Ich warte noch auf die Legalisierung von Cannabis, das ist ja auch ein pflanzliches Mittel, und wir schauen, wie das als Tee wirkt. (Bei meiner Frau wirkte das gut.)

    LB Buchenberg

  • Hallo Buchenberg,

    Abhängigkeiten entstehen eigentlich nicht von Antidepressiva, nur von Beruhigungsmitteln (Tavor o.ä.), von daher verstehe ich das Vorgehen nicht so recht, wenn doch eine Depression besteht.

    Pflanzliche Mittel ist so eine Sache für sich. Johanniskraut z.b.verträgt sich wohl nicht mit Herzmedikamenten, soweit ich weiß und von Baldrian wurde uns auch deshalb abgeraten..

  • Hallo Rose,

    Eigentlich kennen wir uns bei dem Thema Psychopharmaka gar nicht aus und verlassen uns ganz auf das Urteil unserer Hausärztin und der Neurologin. Letztere schließt aber seelische Krankheiten von ihrem Therapiegebiet aus. Die psychischen Probleme hat die Schwiegermutter auch schon ihr ganzes Leben lang. Ich dachte bisher: wenn sie damit 88 Jahre gelebt hat, dann kann sie auch noch länger damit leben. Sie meint ja, sie sei ganz gesund. Auch ihre Demenz würde "wieder besser werden."

  • Nunja, eine Psychotherapie halte ich in dem Alter natürlich auch nicht für angesagt, schon gar nicht bei Demenz. Auch eine unbehandelte Depression kann m.W.n.zu Demenz führen, von daher evtl.früher eine Chance verpasst. Aber das war dann die Verantwortung deiner Schwiegermutter.

    Meine Mutter bekommt nun im Pflegeheim ein Antidepressivum, es schien doch etwas zu wirken, da hat eben der Neurologe es angesetzt..

    Also wird schon passen, wie ihr das macht ;)

    Liebe Grüße

  • Ich wollte euch fragen, ob ihr das auch kennt:


    Meine Mutter redet- wenn sie alleine ist - immer mit sich selbst bzw. redet vor sich hin.

    Ich merke das, bevor ich in ihr Zimmer eintrete oder kurz rausgehe.

    Ich weiß nicht, ob sie mit sich selbst redet oder denkt sie, mein Vater sei da?

    Die Pfleger haben das auch bestätigt.

  • Liebe Anette, ja ich kenne das auch. Meine Mutter redet mit sich selbst, mit nicht anwesenden und teilw. schon verstorbenen Personen. Ich habe auch schon öfter erlebt, dass sie, wenn ich das Zimmer verlasse (was ich ihr zuvor sehr deutlich sage) weiter ganz angeregt mit dem Stuhl spricht, auf dem ich kurz zuvor gesessen habe. Meist erschrickt sie dann, wenn ich zurückkomme und versteht nicht, wo ich jetzt herkomme.

    Ich sehe das als eine Auswirkung der Demenz und finde es nicht wirklich schlimm (Da gibt es anderes). Meine Mutter lebt eben jetzt in ihrer eigenen Welt und unterhält sich mit den Menschen, die sie dort sieht bzw. trifft.

    VG never

  • Liebe Annette, liebe never20 -


    bei meiner Mutter ist es genauso. Sie redet manchmal vor sich hin, auch wenn ich da bin. Sie redet dann nicht mit mir - oder zu mir. Das scheint aber "normal" zu sein, sagte mir eine der Pflegerinnen im Heim.

  • Mein Bruder und ich, wir verstehen uns sehr gut und besprechen alles zusammen. Er wohnt ca. 200 m von uns und ich habe mit meinen Eltern zusammen gewohnt bisher.

    Mein Bruder hat nun kurz überlegt, ob es eine Option sei, wenn unsere Mutter wirklich nicht im Pflegeheim bleiben will, dass sie wieder heim kommt (also zu uns ins Haus), tagsüber in die Tagespflege plus für die Zeit daheim eine 24 Stundenpflegerin, die dann auch die Nachtschicht macht. Ist das eine Überlegung wert?

    Ich glaube nicht, dass dies meiner Mutter gut täte und mir vermutlich auch nicht. Was mache ich, wenn sie auch zu Hause wieder anfängt, dass sie nach Hause will?

  • Ganz ehrlich, wenn es in eurem Haus ist, bist du natürlich schnell wieder in der Verantwortung, wenn sie die Pflegerin nicht mag, nicht in die Tagespflege will o.ä. Man kann die dementen Menschen ja nicht mehr mit Logik erreichen und vernünftiges Verhalten erwarten und die Tendenz ist ja klar. Aber das könnt ihr nur selbst fühlen, ob es machbar ist. Wenn du nicht mehr dazu bereit bist, noch mehr Energie zu investieren, würde ich dazu stehen und mich notfalls coachen lassen.

    Diese Phase ist schwer auszuhalten, wie wir alle hier wissen.

    Herzliche Grüße

  • Ja, wir würden die Überlegung gar nicht erst machen, sondern nur weil meine Mutter sich (noch) nicht dort wohl fühlt. Ich weiß, dass es zu Hause trotzdem sehr schwierig wäre, auch mit dieser doppelten Hilfe. Es gab ja einen Grund, warum wir uns für die Heimpflege entschieden haben. Wir waren alle am Ende unserer Kräfte Für meinen Bruder ist es trotz dieser Nähe einfacher, da er nicht im gleichen Haus wohnt. Aber das weiß er auch. Wir kamen jetzt nur nochmal mit unseren Gedanken zusammen, da die Kurzzeitpflege in ein paar Tagen ausläuft und wir den Vertrag für die Dauerpflege unterschreiben werden.

    Danke Rose!

  • Wenn ich doch nur nicht immer zweifeln würde an der Entscheidung, unsere Mutter ins Heim gebracht zu haben. Der Kopf sagt ja und das Herz nein. Ich muss mir immer wieder eure Ratschläge durchlesen und mir immer wieder die schwierige Zeit zu Hause mit meiner Mutter vor Augen halten. Aber meine Mutter tut mir so leid und ich vermisse die alte Zeit. Ich bin gerade bei meinen Kindern und Enkelkindern und doch bin ich ständig so traurig.

    Einmal editiert, zuletzt von Anette K ()

  • Liebe Anette!

    Trotz das meine Mutter seit ueber einem Jahr im Heim ist (seit fast einem Monat in einer "Demenzabteilung", die einen guten Eindruck macht), bin ich immer noch im gleichen Dilemma. Der Verstand sagt definitiv JA, aber das Herz fragt: wirklich?

    Ich weiss nicht, wie man aus diesem Hin-und-her der Gefuehle rauskommt, manchmal möchte ich mich einfach nur verstecken und weinen - gut dass mein kluger Mann mich dann auf dem Teppich hält.

    Ausserdem sehr schön, dass ich durch das Forum einfach einsehen "muss", dass ich nicht allein bin.

    Ich wuensche dir und mir viele gute Gedanken..... ausserdem wuensche ich dir eine schöne Zeit bei deinen Kindern und Enkeln!

    Liebe Gruesse

    Weit Weg

  • Wenn ich doch nur nicht immer zweifeln würde an der Entscheidung, unsere Mutter ins Heim gebracht zu haben. Der Kopf sagt ja und das Herz nein.

    Ihr Lieben (Anette, Weit weg, ....),

    diese Gedanken sind uns allen hier wie alte Bekannte ... und sie werden immer von denselben Mustern angetriggert. Unter anderem vom mit starken Emotionen und scheinbar klar vorgetragenen Nach-Hause-Wunsch der Dementen, die doch selbst ihre Problematik nicht mehr überschauen KÖNNEN.

    Da sehen wir, was Beziehungskommunikation mit uns macht, egal ob wir die Muster kennen und benennen können oder nicht (ich befasse mich sogar beruflich damit).

    Und doch! Es war bei mir GENAUSO und es IST auch jetzt noch ab und zu so. Mir wurde damals von der Heimleiterin (die auch zum ambulanten Pflegedienst gehörte) gesagt: "Sie opfern sich auf ohne nennenswerten Erfolg."


    Meine Mutter baute auch körperlich immer stärker ab. Ich konnte doch meine Mutter nicht vor meinen Augen verwahrlosen und untergehen lassen. DAS wäre unterlassene Hilfeleistung gewesen. So hab ich mir das immer wieder gesagt. Und es passt auch auf eure Situation!!! Alles Liebe und viel Kraft und Mut für euch.

  • Da kann ich voll mit einstimmen. Unsere dementen Angehörigen können noch lange sooo überzeugend sein und u.a. aus dem Grund kann ich mich dieser Situation auch nur 1mal/Woche aussetzen. Mal habe ich Glück und komme um das Nachhause-Thema herum, doch in letzter Zeit meist nicht. Meine Therapeutin vermutete schon vor längerer Zeit, dass dieser Gedanke nachhause zu wollen, vermutlich mit als letztes von meiner Mutter vergessen wird, es kommt ja in jeder Situation, wenn mal ne halbe Minute keiner was sagt, wie auf Knopfdruck wieder.

    Da kann man sich nur Mantra-artig sagen, dass die dementen Menschen ihre Situation nicht mehr realistisch beurteilen können, wir aber sehr wohl und wir müssen/sollten es als unsere Aufgabe und Verantwortung annehmen , bei unserer Einschätzung auch gegen den massiv vorgetragenen Wunsch zu bleiben. So wie bei einem tobenden Kleinkind an der Supermarkt Kasse, wenn wir auch entscheiden, dass schon wieder ein Lolli o.ä.nicht gut ist für die Kleinkind-Zähne..


    Liebe Annette, meine Schwester und ich haben es mit logischen Erklärungen und Sprüchen wie "du musst dich nun damit abfinden !" etc.versucht , ohne jeden Erfolg. Meine Mutter will auch niemanden damit ärgern, sie weiß es einfach nicht besser. Vllt schreibst du dir ein/zwei passende Sätze für dich auf, warum ihr eure Mutter "abgeben" musstet und liest sie dir im Fall der Fälle durch, auf dem Handy irgendwo, auf der Toilette o.ä.

    Auch wir können uns diese sinnvollen Sätze nach und nach einprägen, bis sie "sitzen" . Und wir müssen auch oft Verständnis für uns selbst aufbringen und uns irgendwie trösten, unser "inneres Kind", das gefühlt böse zur Mama ist.

    Man gewöhnt sich bekanntlich an vieles . ;)

  • Danke für eure Unterstützung. Die Gruppe ist richtig toll. Gestern Abend hattw ich einen richtigen Tiefpunkt und war froh, euch schreiben zu können.

  • unser "inneres Kind", das gefühlt böse zur Mama ist

    Liebe Rose, bei fast allem von dir Geschriebenen würde ich (von mir aus gesehen) zustimmen. Bei dem zitierten Satz denke ich, dass dies höchstens ein kleiner Prozentsatz meines Leidensprozesses ist. Da quasi mein ganzes Lebenskonzept darauf aufbaut, immer ALLES zu geben (und das finde ich nach wie vor völlig okay, selbst wenn das durch Erziehung befördert sein sollte) ist es einfach schwer für mich, Grenzen fürs Machbare und Sinnhafte zu ziehen. Außerdem setzt mir das Mitleid mit meiner nun so schwachen Mutter übermäßig zu. Das alles ist ebenso schwer auszuhalten ...


    Meine Mutter selbst erwartete - glaube ich - nicht von mir, dass ich sie pflege. Sie hat uns ja brüsk rausgeworfen als wir ihr helfen wollten. Sie wollte überhaupt niemanden, der ihr hilft. Das war eindeutig. An sich selbst akzeptierte meine Mutter keine Schwäche und das ist eigentlich mein Hauptproblem, sie auf dem Weg nach unten durch diese Schwäche hindurch zu begleiten.


    Aber letztlich mündet es alles in dieselbe Verpflichtung für uns, das Notwendige zu tun und sich selbst klarzumachen, das es notwendig ist.

    Ich wollte diesen Aspekt nur noch einmal hinzufügen, weil er mir nicht weniger weh tut.

  • Meine Mutter selbst erwartete - glaube ich - nicht von mir, dass ich sie pflege

    Lieber schwarzerkater, meine Mutter ist da anders. Schon immer erwartete meine Mutter, dass mein Vater und ich immer für sie da sind. War ich im Urlaub, hat sie mich mehrmals täglich angerufen , dass sie so Depressionen hat und ich heimkommen soll, obwohl zu Hause mein Vater, mein Bruder etc. für sie da waren. Meine Mutter konnte nie alleine sein und ist schon immer sehr unselbständig und fordernd.

    Und jetzt plötzlich lass ich einen Teil dieser Verantwortung los.

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