Meine demente narzistische Mutter

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  • Hallo Alle,

    meine Mutter, fast 88, war immer schon pathologisch narzistisch - erst durch Eure Hilfe im Forum konnte ich das erkennen und mich auch nach 57 Jahren endlich abgrenzen und erkennen - auch mit Hilfe von Therapeuten.


    Das schönste Heim (33 qm, Terrasse Zimmer), eigene Küche, Kurort, Kurbus hält vor der Tür, ich bin nicht mehr 430, sondern 15 km entfernt: alles nichts - immer schrecklich.

    Die Bewohner sind "einfach" (sie selbst war 2x wöchentlich als Verkäuferin tätig), ich bin sowieso alles schreckliche, mein Mann, unsere Drillingsjungs...es wird nur, wirklich nur gemeckert und gedroht - ausser Sie ist in einer schwachen Phase, dann ist sie jammerig und fast leidlich.


    Ich fahre 1x die Woche hin (zu wenig).

    vor 5 Jahren starb mein Vater, seit dem ist sie noch giftiger zu mir - er hat früher auch sehr viele Dosen abbekommen und hat immer zu mir gesagt: "Du darfst bei Mutti nicht hinhören, sonst wäre ich auch schon zerbrochen". Das fand ich immer so schwach und blöd - aber es geht wirklich nicht anders. Bin nach Abi+Ausbildung ganz weit weggezogen.


    Nun droht meine Mutter mit Gerichten, Anwalt, telefoniert entfernteste Urlaubsbekannte ab (sie hatte nicht enge Freunde) - wenn die nicht das sagen, was ihr gefällt, werden die nächsten "aus der Versenkung" geholt. Vor allen Dingen wird dann immer erzählt, dass ihre böse Tochter Schuld an ihrem Gesundheitszustand ist. In ihrer Wohnung wäre sie wieder gesund. (Habe die hoch verschuldete Wohnung verkauft, weiss sie nicht).


    In ihrer Wohnung ging das nach einer HerzklappenOP leider garnicht: Stürze, alle Pfleger unqualifiziert und/ oder niveaulos, auch die Notärzte, schlussendlich wöchentliche KH-Aufenthalte, nächtliches Wandern, Notarzt, Einen Nachbar im Haus, 83, sehr fit, hatte sie sich ausgeguckt und hat sogar immer bei mir seine 80-jährige Frau schlecht gemacht - sie wollte ihn echt für sich gewinnen. Gruselig. Sie hat ihn täglich stundenlang zu sich gerufen.

    Genau und natürlich jedem erzählt ihre Tochter kümmert sich nicht.


    In den letzen 20 Jahren waren meine Eltern 2x bei uns für je einen Tag - nein also so viele "Blagen" waren nichts für sie. Da stand sie ja nicht im Mittelpunkt. Taufe? Lieber Fuerteventura "was soll ich denn zwischen den fremden Leuten" - Geburt + KH? 1ne Stunde: erster Satz: "an Deiner Figur musst Du aber was tun" - und das war dann bei den Telefonaten im ersten Jahr das einzige Thema.

    Das fanden andere noch viel schlimmer als ich - habs ja nie anders erfahren. Bin wenn dann alleine oder mit einem Kind zu meinen Eltern gefahren (mein Mann riet mir dazu für meinen Seelenfrieden).


    Meine Mutter möchte wieder einen "Sklaven" - wie meinen Vater - der resigniert immer um sie rum ist und sie kutschiert, sie in ihrer Schönheit (naja war immer mittelmässig), ihr bei ihren Monologen lauscht und ganz wichtig, sich immer wieder verbal platt machen lässt.


    Im Heim (sehr gutes Heim) haben sie sie richtig gut in den Rhythmus eingefangen mit Mahlzeiten, Aufstehen, etc. Sie brezeln sich natürlich immer auf (meistens ganz in Weiss, die arme Waschabteilung) "ich habe hier keine Konkurrenz".

    Natürlich leidet sie, dass sie sich unterordnen muss - und ich bin schuld - Todesblicke.


    Ich war schon soweit, eine gesetzliche Betreuung zu beantragen (habe die Vorsorgevollmacht): aber auch Ihr im Forum habt mir geraten, das nicht zu tun: Abstand ist die einzige Möglichkeit.


    Ehrlich gesagt ist am schlimmsten für mich, immer nur so richtig schlecht gemacht zu werden: und immer mehr Nachbarn von früher und so erzählen mir nun Storys wie sehr sie schlecht von mir redete.


    Die Bilder unserer recht hübschen Drillingsjungs hat und hatte sie immer gerne rumgezeigt: ganz die aufopfernde Oma. (Das war ja ihre Sache, aber unterstützt, also auch finanziell, haben sie uns nie).


    Diese Narzissmusmerkmale sind interessant und sooo wahr:


    Narzissten reden viel über sich selbst. Sie empfinden sich als GRANDIOS. Ganz wichtig ist ihnen Bewunderung. Andere Menschen kommen nur in kritisierender oder abwertender Form vor (und schöpfen daraus wie ein Vampir Kraft - und lassen einen leer zurück). Auf Kritik reagieren sie selbst extrem empfindlich - sie ist immer unberechtigt.

    Negative Emotionen wie Wut, Eifersucht und Cholerik herrschen vor.

    Sie stellen sich als Opfer dar - Schuld sind immer andere.


    Beispiele:

    Ich: Guck mal mit meiner neuen Frisur bin ich endlich mal zufrieden - "die Pflegerinnen hier im Heim rennen auch immer so rum, als wenn sie sich nie kämmen würden"

    "Du hast da meine Mantel" - nein Mutti wirklich nicht darin würdest Du versinken - "ich kenne doch meinen Mantel" - nimmt ihn: na der ist aber auch schlecht verarbeitet, die versuchen billig die teueren Marken nachzumachen (ahem der Parka hat EUR 650 gekostet, hab aber nix gesagt, Endlosspirale).

    Mein Mann und ich sind fast 25 Jahre verheiratet - und zwar richtig toitoitoi glücklich: "Dein Mann war mit 38 ja schon reif (zwei Kurzehen, 2 Kinder) - dann ist das ja alles einfach. Na klar. Widerspruch zwecklos. Wir haben alles nur mit Kindern, Drillingen, Familien - Firmenturbulenzen übelster Sorte mit viel Liebe, Kraft und so gemeistert.

    Ist klar dass sie meinem Mann zeigen wollte, dass sie die bessere, schönere ist. Grusel. Sagt er.


    Ich bin das halt so gewohnt gewesen alles, das hört sich für andere oft schlimmer an. OK es ist schlimm.


    Erkennst Du Dich wieder?


    Tschüss von Alfi :love:

  • Liebe Ute.

    Du hast doch vor Jahren beschlossen ganz weit weg zu gehen.

    Das war schlau, wenn es um die "Narze" geht.


    Deine Mutter ist jetzt im Heim.

    Lass es doch mal gut sein und gehe nicht mehr hin, oder brauchst du von Muttern deinen wöchentlichen Tritt in den Hintern?

    Sorry, für die direkten Worte.


    Ich war mit einem Narzissten zusammen und glaube mir, dagegen ist deine Mutter eine Heilige.

    Dummerweise bin ich ein Narzisstenschreck.

    Narze hassen mich.


    Meine Mutter ist auch ein echter Kotzbrocken, und so dement wie sie ist täuscht sie immer noch alles und jeden.

    Aber mich nicht.


    Und ich habe eine Betreuung beim Gericht angeregt.

    Damit will ich nichts zu tun haben, also darf es gerne ein Fremder machen.

    Sie muss in ein Heim, weil sie wirklich fertig ist.


    Trotzdem brauchen die eine eindeutige Diagnose.

    So einfach ist das auch alles nicht.

    Mal schauen was der Gutachter sagt, wenn er denn mal kommt.


    Und dazu kommt noch mein manipulativer Bruder, den ich auch schon als Narzissten bezeichne.

    Probleme noch und nöcher, weil er nicht mit mir in ein Horn bläst.

    Man ließ mich machen, und er tat nichts.

    Damit ist nun Schluß.


    Im Moment lasse ich meine Giftnatter zuhause schmoren.

    Ich lasse mir mit ihren Ausreden, Lügen und fiesen verbalen Attacken nicht das Leben versauen.


    Fahr in Urlaub, lebe dein Leben!

    Deine Mutter ist gut versorgt.

    Irgendwann wird sie auch ganz kleine Brötchen backen.


    Liebe Grüße

  • Liebe Carolina,

    Dankeschön für Deine wahren klaren Worte.


    Ich hatte mich mit der Situation schon recht klar arrangiert.

    Ein Arztbesuch mit Taxifahrt und 3 Stunden Beschimpfungen hat alles ins Wanken gebracht.


    Ich schreib mir es hinter die Ohren.


    Lg Alfi🌸

  • Erkennst Du Dich wieder?

    Ja, und vor allem auch meine Mutter! Ich habe das alles schon durch, manche Dinge klingen, als wenn du meine Mutter beschreibst. Mich hat z.B. sogar mal der Bürgermeister meines Heimatdorfes angerufen (damals lebte meine Mutter noch in ihrem Haus) und mich aufgefordert, endlich tätig zu werden, ich müsste mich jetzt unbedingt mal um meine Mutter kümmern! Und das in einer Zeit, mein Vater war einige Zeit zuvor verstorben, als ich mir den A... für meine Mutter aufgerissen habe. In dieser Zeit hat sich alles nur noch um sie gedreht. Essen auf Rädern (von mir), putzen, Einkaufen, wichtige Dinge suchen, die immer verschwanden, gaaanz viele Arzttermine, zu denen ich sie fahren musste usw., u.s.w.

    Das Ganze jedes Mal mit einer Stunde An- und Abreise, neben meiner, auch ziemlich anstrengenden Arbeit und einem schwer kranken Mann.

    Aber wie ich vermutlich schon geschrieben habe, da sind wir da jetzt drüber. Meine Mutter ist jetzt fast drei Jahre im Pflegeheim, sie spricht fast nie von ihrem zu Hause und wenn ja, ist meint sie das aus ihrer Jugend. Sie freut sich, wenn ich sie besuche, und erzählt Dritten, wie toll ich mich um sie kümmere :!: Ich zitiere jetzt mal Nena: WUNDER GESCHEHN...Also nicht den Mut verlieren.


    Übrigens, in der ersten Zeit, als meine Mutter auch immer nur nach Hause wollte, hat meinem Gewissen ganz sehr geholfen, dass sie ja einfach gehen könnte. Sie hatte immer genug Geld (für ein Taxi) im Portemonnaie, Ihr Notizbuch mit Rufnummern von Taxiunternehmen dabei, den Haustürschlüssel für ihr Haus in der Tasche und falls es mit dem Taxi nicht geklappt hätte, eine (echte) Bushaltestelle direkt vor dem Haus. Das Pflegeheim war immer offen, also stand dem "nach Hause gehen" eigentlich nichts im Weg. Dass sie das nie getan hat, war für mich immer die Bestätigung, dass sie da im Pflegeheim genau richtig und auf die Rundumversorgung angewiesen ist.


    Viele Grüße

    never

  • Liebe Never,

    Der Bürgermeister! Oh Mann!

    Das mit dem Geld handhabe ich auch so: Sie kann von Ihrem Verwahrkonto immer Geld abheben: es waren auch schon mal Eur 800 im Monat: damit hätte sie mit dem Taxi in ihre alte Wohnung gekonnt.

    Oder immer die 15 km zu uns.

    Zu uns ist sie aber nur 1x gekommen per Taxi- dafür hat sie zu sehr der Demenzgeiz gepackt.


    Mensch toll die Wendung bei Dir! Weißt Du was? Ich hoffe erst mal lieber nicht, versuche mich aber auch nicht zu jeck zu machen.

    Lg Alfi

  • Liebe Alfi,

    Ich verstehe es so, dass du dich immer noch vor dem Schreckgespenst "Anwalt" fürchtest und dich deshalb noch versuchst,gut mit deiner Mutter zu stellen?

    Ansonsten ist die Frage von Carolina durchaus berechtigt, warum du dich nicht zurückziehst bzw.wenigstens die Abstände verlängerst.

    Aber mit deiner Beschreibung hier hilfst du sicher noch anderen Lesern/innen.

  • Liebe Rose, wie immer „aufn Punkt“.

    Ich hoffe auf den rückkehrenden vertrauten Wochenrhytmus (habe immer die Sätze ihrer Ärztin im Kopf, die eine deckungsgleiche Oma hatte: machen Sie Ihren wöchentlichen Pflichbesuch, erwarten Sie nichts)

    Dieser Arztbesuch hat mich wirklich auf den Kopf gestellt.

    ❤️lg Alfi

  • Moin moin.

    Also, ich habe jetzt eeeendlich unseren Hausarzt im Boot.

    Der will zusätzlich zu meiner Anregung auch noch einmal eine Betreuung anregen, den Pflegedienst will er erstmal wegen der Medikamente täglich hin beordern (wenn Mutter den überhaupt rein lässt :|), und er schickt noch einmal den sozialpsychiatrischen Dienst hin.

    Wir brauchen eine klare Demenz Diagnose, die aussagt, dass sie nicht mehr alleine zuhause leben kann.


    Andernfalls kann das Gericht nämlich auch nichts gegen ihren Willen machen.

    Das wäre sonst Freiheitsberaubung.


    Heute komme ich dahin, weil sie gar nichts mehr zu essen hatte, habe Geld zum Einkaufen geholt. Sie war völlig aufgelöst, weil mein Vater mal wieder verschwunden ist.

    Er wäre noch auf dem Balkon gewesen und dann war er weg.

    Sie glaubte mir nicht, dass er tot ist.

    Zeitgleich wollte sie aber mit einer Bekannten auf den Friedhof.

    Warum, wenn er doch nicht tot ist?

    Na, er war ja wieder da.


    Und sie wollte umziehen, weil sie es in ihrer Wohnung nicht mehr aushält.

    Aber wehe du sagst, dass sie in ein Pflegeheim gehen soll. Oh weia.


    Demenz ist 💩, echt!

    Hoffe mich erwischt es nicht auch irgendwann.

  • Ach Carolina dieses Hin und Her und Auf und Ab ist wirklich kaum auszuhalten.


    Ich wünsche Dir und Deiner Mutter viel Erfolg bei der Einstufung.

    Es ist echt schizophren teilweise: sie wollen und können nicht mehr alleine zuhause sein und wollen und können doch nicht loslassen.


    🤷‍♀️was sagte mein Nachbar, der Anwalt ist und früher als Zivi im Altenheim? Wenn man nur alt genug wird erwischt es jeden 🥹


    Du bist auf einem guten Weg.

    Lg Alfi❤️

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