Ist Demenz vererbbar

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Ich habe diese Frage schon im Forum Kommunikation und Konflikte gestellt und ich soll sie noch einmal in diesem Forum stellen.
    U/nsere Oma ist vergangenes Jahr nach vielen Jahren sehr starker seniler Demenz friedlich eingeschlafen.


    Nun beschäftigt mich eine Frage ungemein, die bei mir (61 Jahre) innere Unruhezustände bis hin zu Schlafstörungen auslösst:


    Ist Demenz vererbbar und wenn ja, gibt es Tests zur Früherkennung?


    Blaukatzenoma

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Blaukatzenoma,


    der Antwort von Frau Sachweh gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Direkt vererbbare Formen der Alzheimer-Krankheit sind selten und diese betreffen nur einen geringen Prozentsatz aller Neuerkrankungen. Die in den Medien oft kommunizierte „genetische Komponente“ der Demenzen bezieht sich meistens auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko durch das Vorliegen von bestimmten Ausprägungsformen von Genen. Bei der Alzheimer-Demenz ist es konkret das sogenannte Apolipoprotein E-Gen am Chromosom 19, welches in einer bestimmten Variante (bei Vorliegen des Allels 4, deshalb „ApoE-e4“) das Erkrankungsrisiko erhöht. „ApoE-e4“ ist aus wissenschaftlicher Sicht ein „begünstigender Faktor“ der Alzheimer-Krankheit, aber –und das kann nicht oft genug gesagt werden- weder ausreichend noch notwendig für die Entstehung einer Alzheimer-Demenz. Eine ApoE-e4 Bestimmung ist diagnostisch möglich, hat aber keine wirkliche prognostische Aussagekraft und aus klinischer Sicht keinen Einfluss auf die weitere Behandlung.
    Unabhängig davon kann aber immer zu einer individuellen Risikoanalyse in einer entsprechenden Einrichtung bzw. bei einem Facharzt geraten werden. Neben der unbeeinflussbaren genetischen Veranlagung gibt es nämlich eine Reihe von „beeinflussbaren“ Risikofaktoren, die als Ziel sinnvoller individueller Präventionsmaßnahmen dienen können.


    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung,
    ich wünsch ihnen bis dahin alles Gute,


    Marc M. Lässer

  • Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Anfrage.
    Ihre Antwort hat mich doch ein kleinwenig beruhigt.
    Ich werde mich wohl am Besten mal zu einem Neurologen in die Sprechstunde begeben.


    Blaukatzenoma

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!