Und täglich grüßt das Murmeltier ...

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Hallo Alfskjoni , schwarzerkater , ecia25 , martinhamborg


    danke für Eure Rückmeldungen.

    Ich habe das Thema auch mit meinem Bruder besprochen und er redet bei seinem Besuch mal mit den betreuenden Pflegekräften, wie das alles einzuordnen ist ...

    Ich hatte das Thema "Alkohol" ja auch schon mit der Hausärztin meiner Mutter besprochen und sie hatte mir damals die Menge (1 Glas Wein) empfohlen und das war auch mein Bauchgefühl. Meine Mutter kann nicht selbst entscheiden, wann es genug ist, wenn ich ihr die Flasche hinstellen würde, würde sie trinken, bis sie vom Stuhl fällt (hatten wir alles schon ...). Sogar bei "nur" 2 Gläsern Wein bin ich nicht sicher, ob sie es verträgt und nicht vielleicht stürzt (hatten wir auch schon ...). Also ist das 2. Glas schon irgendwie kritisch ...

    Ich bin durchaus dafür, meiner Mutter eine Freude zu machen - ich bringe ihr oft Blumen, Schokolade, Brezeln oder etwas Neues zum Anziehen mit - aber beim Alkohol ziehe ich echt eine Grenze.

    Nach dem Gespräch mit meinem Bruder habe ich gemerkt, dass auch er von den Erfahrungen traumatisiert ist. Unser Aufwachsen war einsam und ohne wirkliche Nähe und ich bin dankbar, dass heute wenigstens wir beide Nähe zueinander empfinden und die Erfahrung mit der pflegebedürftigen Mutter gemeinsam schultern können.

    Euch alles Gute!

    LG, SunnyBee

  • Hallo zusammen,


    heute war ich bei meiner Mutter im Pflegeheim und der Besuch war nicht schön ... Zur Zeit beschäftigt sie das Thema "Haus" wieder sehr und sie fragt ständig danach, je nach Situation sagen wir (mein Bruder und ich) ihr dann auch mal die Wahrheit, nämlich dass das Haus verkauft wurde. Das ist jedesmal vollkommen neu für sie und sie regt sich auf ... aber ehrlich gesagt, weiß ich einfach nicht mehr, wie ich reagieren soll, sie lässt einfach nicht locker ...

    Und das leidige Thema "Duschen" ... kurz gesagt: sie will einfach nicht und das Pflegepersonal kann sie nicht zwingen. Ausserdem schläft sie teilweise in ihren Klamotten und wechselt sie wochenlang nicht. Es gibt zuwenig Personal mit zuwenig Zeit, um da groß auf sie einzugehen und sie vielleicht mit gutem Zureden zu motivieren, das kann ich irgendwie schon verstehen. Und wenn ich nicht jedes Wochenende aufräumen würde, würde sie ihr ganzes Zimmer vermüllen ... heute habe ich wieder gebunkerte, verschimmelte Lebensmittel "entsorgt", die sie teilweise versteckt hatte, gottseidank weiß ich in etwa, wo ich suchen muss ... aber es ist jedesmal ein Kampf "Das BRAUCHE ich noch!"

    Also, ich bin heute einfach nur müde von dem Besuch ... sie hat in drei Jahren noch nicht einmal gesagt, dass es schön ist, dass sie in unserer Nähe wohnt und dass mein Bruder und ich sie jedes(!) Wochenende besuchen. Ich habe wirkliche keine großen Erwartungen an sie, aber momentan fühlt es sich einfach nur sehr nach "Pflicht" an ....

    Nachdenklich und müde - liebe Grüße, SunnyBee

    Einmal editiert, zuletzt von SunnyBee ()

    • Offizieller Beitrag

    Hallo SunnyBee, gibt es eine Möglichkeit, die "Wahrheit" um den Verkauf des Hauses zu vermeiden? Manchmal kann es ausreichen, wenn Sie sagen, "ich bin neulich vorbeigefahren, es sah sehr schön aus ... weißt Du noch als wir das neue Wohnzimmer bekommen haben ... usw."

    Die Erlebniswelt Ihrer Mutter geht zunehmend in die Vergangenheit und da haben die Diskussionen um die Gegenwart (eigentlich) keinen Platz mehr.


    Schwieriger ist das Ablehnen der Hilfe zu ertragen. Das Schlafen in lange nicht gewechselter Kleidung ist ein ethisches Dilemma, selbst wenn zunehmend mit gesundheitlichen Risiken zu rechnen ist, ist der Einsatz von unmittelbarem Zwang nur mit richterlicher Genehmigung möglich. Bis dahin ist es ein langer Weg all das auszuhalten und im richtigen Moment nur Schadensbegrenzung leisten zu können. Es ist wirklich eine sehr "lästige" oder lastvolle Pflicht zu der es wenig Alternativen gibt.


    Manchmal hilft Verständnis, oft haben die Menschen als Kinder Angst gehabt und mussten schnell in den Bombenkeller fliehen, aber diese Generation wird nun auch schon über 90zig. Bekommt Ihrer Mutter Antidepressiva oder gibt es Hinweise auf psychotisches (wahnhaftes oder verzerrtes) Erleben?

    Wenn wir über das "Recht auf Verwahrlosung" diskutieren, ist es aus meiner Sicht erforderlich, den Einfluss von psychischen Erkrankungen (in und zusätzlich) zur Demenz zu beachten.

    Ihnen viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo martinhamborg

    Danke für Ihren Input - Sie haben recht: das Ablehnen der Hilfe, des "Gutgemeinten" ist schwer zu ertragen. Jemand hat in einem früheren Thread mal davon berichtet, dass es oft diese bestimmten Broschüren für Pflegeheime gibt, auf denen die (dementen) Senioren lächelnd, proper gepflegt und adrett abgebildet sind, daran muss ich im Moment oft denken, denn die Wirklichkeit - zumindest für mich - sieht anders aus.

    Meine Mutter hatte schon immer ein wirres "System" (wenn man es denn so nennen kann ...) was den Umgang mit Kleidung angeht ... getragene Kleidung hat sie immer auf Stühlen abgelegt, vermutlich in der Absicht das Kleidungsstück nochmal zu tragen. Sie hat nur nie irgendwas in die Wäsche getan, geschweige denn Kleidung gewaschen ... und so wurden die Kleiderberge auf den Stühlen immer höher, und, und ... jedenfalls habe ich mit relativ jungen Jahren zuhause die Wäschepflege übernommen, sonst hätten mein Bruder und ich keine saubere Kleidung gehabt.

    Ich weiß auch nicht so recht, woran es liegt, dass sie ihre Kleidung nicht wechselt, sie hat definitiv genug im Schrank. Vielleicht braucht sie Hilfe beim An- und Ausziehen und will es nicht zugeben?

    Ich bin leider sehr geruchsempfindlich und ich kann sie "riechen" (andere noch nicht ...), das empfinde ich als belastend.

    Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, bald mit der Pflegeleitung zu sprechen, ob man meine Mutter vielleicht mal alle paar Wochen zum Duschen motivieren könnte - von meiner Seite aus muss es sich nicht jede Woche sein, aber wenn es dokumentiert wäre, würde ich mich besser fühlen ...

    Was den Hausverkauf angeht ... es geht nicht darum die "Wahrheit" zu vermeiden, das machen wir größtenteils und wissen damit umzugehen. Aber meine Mutter hat Phasen, in denen sie das Thema intensiv beschäftigt und sie fragt dann auch ganz konkret nach, immer und immer wieder, und lässt einfach nicht los ... Ich habe es bereits gefühlt tausendmal erklärt und ich mag einfach nicht mehr die Vorwürfe und die Streiterei über mich ergehen lassen ...

    Freundliche Grüße, SunnyBee

    • Offizieller Beitrag

    Hallo SunnyBee, die Erfahrungen mit Ihrer Mutter zeigen, dass sich ein lange bestehende Problem mit der Demenz verstärkt. Der Vorteil ist, Sie haben damals Lösungswege erarbeitet, die vielleicht heute noch die Richtung weisen können. Wie reagiert Ihre Mutter, wenn Sie sagen, dass sie sehr unangenehm riecht?

    Ich habe viele Gespräche mit demenzkranken Menschen geführt, die naturgemäß ihren eigenen Geruch nicht wahrnehmen. - In meinem Zivildienst in Bethel habe ich den starken Uringeruch auf der Station auch "nur" noch einen Tag nach meinem freien langen Wochenende wahrgenommen und dann 9 Tage nicht mehr.

    Diese heiklen Themen beginne ich gern mit den Worten: "Darf ich Ihnen etwas unangenehmes sagen?" und "Ist es gut, wenn man Freunde hat, die sich trauen etwas Schwieriges anzusprechen?"


    Wenn Sie das Hausthema nicht vermeiden können, dann können Sie es vielleicht begrenzen: "Mutter das haben wir ausführlich ausdiskutiert, ... ich wünsche mir dass Du Vertrauen hast, was mein Bruder und ich in Deinem Sinne machen!"

    Haben Sie ähnliche Sätze schon ausprobiert?

    Viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

  • Ich mal wieder.

    Heute Besuch im Pflegeheim (wie - fast - jeden Sonntag) ...

    Mutter hatte schlechte Laune, weil ich ihr Zimmer aufgeräumt habe - aber sonst droht Vermüllung, wie bereits, als sie noch in ihrem Haus lebte. Allerdings heftige Diskussionen über jeden Fetzen Papier ... "das brauche ich noch!" ... dabei bekommt sie jeden Tag die Zeitung. Gebunkerte, verdorbene Lebensmittel (Mandarinen, garantiert noch von Weihnachten) habe ich entsorgt. Ausserdem habe ich sie gezwungen überredet, ihre Kleidung (seit mindestens 4 Wochen getragen) zu wechseln und ihr Komplimente gemacht, weil sie am Donnerstag eingewilligt hatte, zu duschen ... "Deine Haare sehen so viel besser aus ..." ... Alles in allem: Anstrengend.

    Sie hatte also schlechte Laune und wollte sie an mir auslassen. Wenn sie mich verletzen will, lästert sie gerne über meine Figur. Laut und bevorzugt so, dass alle mithören können. Nur schade, dass sie micht damit nicht mehr verletzt und es nicht mehr funktioniert 8o Äußeres war meiner Mutter schon immer extrem wichtig und sie beurteilt auch Mitmenschen nach ihrem Aussehen. Hab' ich nie kapiert ...

    Sie hat auch einen neuen Tischnachbarn, einen Herrn (nicht dement, so glaube ich jedenfalls, sitzt aber im Rollstuhl ...), so Typ "lüsterner Onkel", wenn Ihr wißt, was ich meine ... Er sagt zu jeder weiblichen Pflegekraft "Du tätest mir gefallen, wie wär's mit uns?". Mir tun die Pflegekräfte leid, die müssen ihn den ganzen Tag aushalten, ohne ihm auf die Finger hauen zu können ...

    Mein Stiefvater war auch so ... Sex war eines seiner Lieblingsthemen, das war für uns Kinder so unglaublich peinlich ... eines Tages hat er sich tatsächlich mal bei mir beschwert, dass meine demente Mutter keinen Sex mehr mit ihm hatte ... davon bin ich immer noch traumatisiert.
    Ich hoffe, ich habe kein Gruseln bei Euch ausgelöst, aber ich musste das jetzt loswerden. Allen noch ein schönes Rest-Wochenende!

    LG, SunnyBee

  • Liebe Sunny,

    Nein Du löst keinen Grusel sondern Mitgefühl aus!!!!

    Wenn nicht hier wo dann sollten wir unsere Nöte loswerden.

    Ich denke fast immer, wenn ich mein Geschreibsel noch mal lese: oh nein also DAS zwar nun zu persönlich 🥹.


    Du machst das toll mit dem Schlechte-Laune-Abhaken und ich werde Dir nacheifern.

    Lg Alfi 🐽

  • Alfskjoni

    Ganz ehrlich: dieses Forum ist für mich wie Therapie - nur eben rund um die Uhr.

    Immer wenn man denkt, man hat jetzt schon alles gehört und gesehen ... dann guckt man wieder in den Abgrund.

    Du machst es auch gut - bleib' dabei!

    LG, SunnyBee

  • Liebe Sunnybee,

    Gut wenn du das hier loswerden kannst! Ich fühle mit dir, kenne diese peinlichen Situationen seit früher Kindheit, meine Mutter konnte keine Pflegerin zulassen, weil mein Vater sie "nicht in Ruhe gelassen hätte", was in der Demenz natürlich noch enthemmter wurde. Das ist zum Glück vorbei.. meine Mutter ist bei dem Thema leider auch sehr offenherzig, auch darum ziehe ich mich zurück, ich will das alles nicht mehr. Ich räume auch nicht ihre Schubladen im Heim auf, sondern berichte dem Pflegepersonal.

    Verwelkte Blumen und uralte Zeitschriften werfe ich manchmal heimlich weg.

    Alles Gute!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo SunnyBee, die schlechte Laune Ihrer Mutter kann ich mir sehr gut vorstellen, denn Sie greifen ja direkt in ihr ureigenstes (Un)-Ordnungssystem ein - offensichtlich gelingt Ihnen das besser als den Pflegekräften.


    Respekt für Ihre Stärke, dass Sie dann auch noch danach die Folgen der schlechten Laune aushalten. Trotz der Demenz, weiß Ihre Mutter Sie zu kränken oder vorzuführen.

    In den Teams empfehle ich da gerne eine Arbeitsteilung: Eine räumt auf, die andere übernimmt danach die Ablenkung oder validiert den Ärger.

    Ihr Martin Hamborg

  • Hach,

    ich muß meinen eigenen Thread auch mal wieder entstauben ... *pust* ...

    Heute war ich mit meinem Mann bei meiner Mutter im Pflegeheim - wir wollten anschließend noch ins Kino, welches fußläufig in der Nähe des Pflegeheims liegt (wie praktisch ...). Das hat den Vorteil, dass ich unmittelbar nach dem Besuch gleich auf andere Gedanken komme und was Schönes mit meinem Mann unternehme.

    Ich habe meiner Mutter frische Blumen mitgebracht, das liebt sie sehr. Leider gießt sie immer viel zu viel, so dass ich gelegentlich wieder was mit nach Hause nehme um es zu "retten". Dann bekommt sie halt was Neues. Heute fing sie wieder davon an, dass sie Heimweh hat und nach Hause will. Sie wüßte nicht, warum sie eigentlich hier sei, ihr fehle doch nichts. Auf meine Nachfrage, wie sie das denn dann mit der Versorgung machen will, meinte sie: "Ich such' mir jemanden!" Konkreter wurde sie nicht und wechselte flugs das Thema. Mein Mann meinte später auch, dass ihre Demenz deutlich fortschreitet und er das auch bemerkt.

    Wir haben dann ein Spiel gespielt, aber da sie die Regeln nicht mehr versteht, schummelt sie gnadenlos, um zu gewinnen.

    An Ostern hole ich sie mal wieder zum Mittagessen zu uns, mal schauen, wie sie das verkraftet.

    Alles in allem ist sie wesentlich friedlicher geworden als am Anfang, allerdings leider nicht wirklich netter mir gegenüber. Aber das ist okay, da warte ich ja auch nicht mehr drauf. Inzwischen erlaube ich mir, auch mal 2 - 3 Tage nicht anzurufen, das tut mir auch gut.

    Ich brauch' grad viel Energie für meine Arbeit, aber es ist auch gut einen anderen Fokus zu haben, sonst würden sich meine Gedanken im Kreis drehen. Ich bin froh, dass ich mein Leben abgrenzen konnte - dass ich gelernt habe, meiner Mutter gegenüber Grenzen zu setzen, hat mir auch in anderen Lebensbereichen geholfen.

    Euch allen noch einen schönen Sonntagabend, LG - SunnyBee

  • Heute fing sie wieder davon an, dass sie Heimweh hat und nach Hause will. Sie wüßte nicht, warum sie eigentlich hier sei, ihr fehle doch nichts. Auf meine Nachfrage, wie sie das denn dann mit der Versorgung machen will, meinte sie: "Ich such' mir jemanden!"

    Hallo SunnyBee das sagt meine Mutter wortwörtlich auch oft.

    Und dann noch dass ich nur immer alles falsch mache und dass sie jemanden anderen sucht.


    Nungut.

    Demente leben nur noch in Emotionen.

    Diskutieren klappt nie.

    Also sag ich oft nichts und gehe alsbald wieder.


    Mein Mann war seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder im KH: Nierensteine. Aua. Just an dem Tag Anruf aus dem Heim: meine Mutter ist im KH. In einem anderen als mein Mann. Bin hingefahren, vorher Sachen im Heim eingesammelt, durfte nicht zu ihr da sie in der Notaufnahme geparkt war wg Bettenmangel. Hatte die Sachen dagelassen.


    Am nächsten Tag Besuch: ich hörte sie schon im Gang rumgiften, das ging dann so weiter.

    Hab den Oberarzt instruiert.

    Es mussten nur Medikamente neu eingestellt werden, sie ist zurück im Heim.


    Nun heute an 16 Uhr geb ich mir noch mal das Heim und dann ausnahmsweise noch mal eine Woche später, da hat sie Geburtstag.


    Hey aber dann eine fette 2-Wochen-Luxus- Pause.


    Meinem Mann geht’s gut ❤️, nur „da“ muss noch eine Schiene rausgezogen werden.


    Frohe Ostern 🐰🐇🐣

  • Hej Alfskjoni


    schön, von Dir zu hören. Unsere Mütter sind wirklich "Schwestern im Geiste" ... ;)

    Und dann noch dass ich nur immer alles falsch mache und dass sie jemanden anderen sucht.

    Ich wette, sie hat noch nie konkrete Schritte unternommen, sich "jemand anderen" zu suchen, das ist also nur 'ne vage Drohung, bei der sie aber weiß - oder vielmehr spürt - daß es Dich trifft ... das ist nicht nett, zeigt aber auch eine gewisse Hilflosigkeit ihrerseits ...

    Diskutieren klappt nie.

    Also ehrlich gesagt: ich diskutiere kaum noch, reine Zeitverschwendung ... wenn es darum geht, meine Mutter bei irgendeinem Thema zu beruhigen, dann erkläre ich ihr ganz geduldig, aber diskutieren mag ich nicht mehr, habe ich schon tausendmal ohne Erfolg gemacht ...

    Mein Mann war seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder im KH: Nierensteine. Aua.

    Oh, das ist schmerzhaft ... da merkt man wieder, daß man auch an anderer Front noch gebraucht wird.


    Hey aber dann eine fette 2-Wochen-Luxus- Pause.

    Aber sowas von!

    Ich habe meine Mutter an Ostern hier (+ Schwiegermutter, warum nicht beide auf einmal, dann hab' ich's hinter mir ...) und danach besuche ich sie eine Weile wieder "nur" im Heim. Ich habe ein bißchen Hoffnung, daß mein Bruder und ich mittelfristig auf einen 14-tägigen Besuchsrhytmus, bei dem wir uns abwechseln, umstellen können, aber ich glaube wir sind noch nicht ganz soweit ...

    Ich bin ja noch - wie es so schön heißt - "erwerbstätig", und hab' da auch 'ne Menge Streß, das ist manchmal schon ganz schön viel zu stemmen.


    Mein Bruder war gestern im Heim und wollte das ganze Altpapier aus ihrem Zimmer mitnehmen, aber da zetert sie immer: "Das BRAUCHE ich noch! Ich muss das durchschauen und werfe es dann selber weg!" Tja, darauf sind wir früher noch reingefallen, inzwischen weiß ich, daß sie es NIE wegwerfen wird und wenn das ganze Zimmer vollgemüllt ist ...

    Zum Glück ist mein Bruder der "Altpapier-Beauftragte" ... 8o


    Frohe Ostern, liebe Grüße, SunnyBee

  • Hallo Alle und SunnyBee ,


    Nein es bleibt bei boshaftesten Drohungen. Aber als sie es noch mehr auf die Reihe bekommen hat hat sie schon übel herumtelefoniert, immer mit Verbindung durch die Auskunft 1188 oder so, da kostete ein Anruf dann gerne EUR 50 und mehr. Das war als die noch in dieser „ich habe Superkräfte“ Phase war.


    Wollte sie heute im Heim besuchen, sie war aber doch noch im KH, also bin ich dann da hin gefahren. Sie war gestürzt, aber wohl alles ok. Hat es natürlich abgetan.

    Die Zimmernachbarin ist sehr nett, ca. 65, sie hat eine Mütze auf und ist ganz schwarz um die Augen, das hab ich noch nie gesehen 🥹.


    Nun bin dann wieder nach Hause gefahren.

    Bin mit dem Heim so verblieben, dass ich anrufe am Nachmittag ob sie da ist.

    Ich glaube: sie werden sie noch dabehalten.


    Fahre aber erst mal nicht wieder hin.


    Lg Alfi 🐝

  • Liebe Alle & schwarzerkater ,


    Bald sollten wir unsere Gruppe die „Hermes-Schnack-Gruppe“ (hab den Strich über dem e nicht gefunden) nennen 🐝.

    Schön wenn der optimistische Duft verbindet.


    Anruf vorhin im KH: viel Wasser in der Lunge. Hab der Schwester gesagt dass ich aber heute und morgen nicht komme „ich sag’s Ihrer Mutter“. Na toll fühle mich direkt wieder schlecht und da kann die freundliche Schwester nicht zu.

    Peile Dienstagabend an. Weil ich finde das gehört sich so.


    Euch allen schöne Feiertage🐞

    Lg Alfi

  • Ja, irgendwie muss man wohl letztlich seiner inneren Stimme folgen ..., allein mit dieser "Stimme" müssen wir uns auseinander setzen und schließlich einigen ... bei genauer Betrachtung der aktuellen Umstände. (Krankenhaus ist ja eine besondere Situation).

    Ja da hast Du Recht, und es ist auch nicht so ein übles Gefühl wie ins Heim zu fahren 🤷‍♀️

  • Hallo Alfskjoni und alle,

    Hab der Schwester gesagt dass ich aber heute und morgen nicht komme „ich sag’s Ihrer Mutter“. Na toll fühle mich direkt wieder schlecht und da kann die freundliche Schwester nicht zu.

    Ich glaube, der Besuch im Krankenhaus darf ruhig auch eher kurz ausfallen: Du schaust nach Deiner Mutter und generell nach dem Rechten, zeigst Präsenz und gut ist. Du kannst ja der Schwester gegenüber erwähnen, dass Dein Mann derzeit gesundheitlich auch angeschlagen ist und dass Du halt überall gebraucht wirst. Ist ja auch so.

    Du hast keine übermenschlichen Kräfte, sonst müsstest Du Dir ein Cape umbinden ...


    Wer weiß ... wenn es Deiner Mutter nicht so gut geht, dann ist das Thema "Geburtstag" eh nicht im Vordergrund ...


    In eigener Sache: meine Mutter baut kognitiv weiterhin ab. Das ist mir Ostersonntag beim Mittagessen (anwesend: Mann, Sohn, Schwiegermutter, Mutter und ich) aufgefallen. Meine Mutter kann einer Unterhaltung nicht mehr wirklich folgen ... sie hat so 6 -7 Standardthemen, bzw. -sätze, die sie gelegentlich - auch ohne jeden Zusammenhang - einwirft. Das soll den Anschein erwecken, dass sie am Gespräch teilnimmt, tut sie aber nicht wirklich.


    Irgendwie hat mich das traurig gemacht, weil es wieder ein neuer Abschnitt ist, in dem eine Fähigkeit verloren geht ... Andrerseits ist sie viel umgänglicher geworden und sagt oft, dass sie sich in dem "Haus" (sie meint das Pflegeheim) wohl und gut aufgehoben fühlt.


    Allen eine gute Woche! LG, SunnyBee

    Einmal editiert, zuletzt von SunnyBee ()

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo SunnyBee, schön zu lesen, dass Ihre Mutter nun umgänglicher geworden ist, auch wenn es schmerzhaft ist, mit anzusehen, wie sehr sie abbaut. Aber offensichtlich hat sie eine sehr schwierige Phase ihrer Demenz abgeschlossen: sie muss nicht mehr gegen sich, gegen Sie und die ganz Welt kämpfen (auch um die Ausfälle infolge der Demenz zu überdecken). Wichtig ist, dass Sie die Muster vermeiden, die bisher zu dem schwierigen Verhalten geführt haben.


    Es ist (auch) ein gutes Zeichen, dass sie sich mit ihren 5 Themen beteiligt und zeigt, dass sie dazugehört und gehört wird- ohne die Erwartung eines intensiven Gespräches. Oft ist es völlig ausreichend, das Thema kurz aufzugreifen und dann wieder das andere Gespräch weiterzuführen. Vermutlich finden Sie validierende Standardantworten, die wie ein Ritual Geborgenheit vermitteln.

    (Das gemeinsame Kaffeetrinken mit Ihrer Schwiegermutter kann also zu einem Erfolgsrezept werden)

    Lässt sie sich jetzt besser versorgen und bekommt sie im Heim noch ihr Glas Wein?

    Alles Gute, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo martinhamborg und alle,

    Lässt sie sich jetzt besser versorgen und bekommt sie im Heim noch ihr Glas Wein?

    Ja, sie bekommt standardmäßig am Abend ihr Glas Wein - wenn sie es am Tisch nicht ganz trinkt, nimmt sie es mit in ihr Zimmer. Im Sommer werden wir ihr ab und an auch mal ein Bier/Radler mitbringen und vielleicht gemeinsam im Garten trinken.

    Ob sie sich besser versorgen lässt? Ich denke ja, Duschen ist nach wie vor schwierig, aber ich diskutiere das nicht mehr.

    Gestern hatte sie großen Besuch von meinen beiden Stiefschwestern mit ihren Familien. Seit dem Tod meines Stiefvaters und den darauffolgenden Auseinandersetzungen mit der sogenannten "Erbengemeinschaft" haben mein Bruder und ich den Kontakt auf ein absolutes, "nur-wenn-es-unbedingt-sein-muss"-Maß heruntergefahren. Das (gemeinsame) Testament ist mir relativ wurscht, mein Stiefvater hatte es seinerzeit aufgesetzt und meine Mutter hat es unterschrieben, wobei ich rückblickend denke, dass sie bereits damals nicht verstanden hat, was sie da unterschrieben hat. Aber sei's drum ...

    Was mich aber damals echt auf die Palme gebracht hat, war der Versuch, meiner Mutter nicht den ihr zustehenden Erbteil zukommen zu lassen, es ging um Konten und Aktiendepots, die den beiden gemeinsam gehörten, d.h. 50% gehörte schonmal nicht zur Erbmasse. Darüber gab es unschöne Diskussionen, aber schlußendlich habe ich mich durchgesetzt und meine Mutter hat das bekommen, was ihr zusteht. Da gab es z.B. Vorwürfe, dass meine Mutter sich auf Kosten des Stiefvaters ein schönes Leben gemacht hätte, dabei hatte sie durchaus eigenes Vermögen und hat ihm das Haus zur Hälfte überschrieben.

    Wie dem auch sein, der Kontakt besteht praktisch nicht mehr, aber die Stiefschwestern rufen meine Mutter regelmäßig an und besuchen sie, was ich wirklich anständig finde.

    Gestern habe ich dann so gedacht, dass die Demenz in dieser Hinsicht eigentlich auch was Gutes ist, denn meine Mutter fragt NIE, warum wir uns denn nicht mal alle gemeinsam treffen. Es ist ihr in drei Jahren noch nicht aufgefallen, dass es keine "Familien"-Treffen mehr gibt und sie hinterfragt das nicht, so dass ich es auch nicht erklären muss.

    Mit diesem durchaus positiven Gedanken allen ein schönes Wochenende,

    SunnyBee

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!