Wie geht es euch - Kapitel V

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  • Hallo taybeere

    auch von mir willkommen im Forum.


    Und doch frage ich mich, ob es mir gut tut, gleiches mit gleichem zu vergelten und mich nicht zu kümmern.... Ich befürchte es wird mich nicht glücklicher und zufriedener machen...

    Nein, wird es nicht. Deine Zeilen haben mich sehr berührt ... ich hatte und habe eine komplizierte, belastete und anstrengende Beziehung zu meiner Mutter, schon seit vielen, vielen Jahren. Mit Hilfe eines Therapeuten arbeite ich seit Jahren vieles auf und bin - so bilde ich mir ein - inzwischen auf einem guten Weg. Dennoch bin ich durch die Umstände in der Verantwortung für die Pflege und Betreuung meiner Mutter (sie lebt im Pflegeheim) gelandet. Ich kann heute diese Verantwortung annehmen, aber nur weil meine Mutter im Pflegeheim lebt und ich nicht die tägliche Sorge und den Stress habe. Nachdem ich jahrelang bei jedem Notfall und sonstigen Schwierigkeiten gesprungen bin und sozusagen immer in Bereitschaft war, gab es bei mir diesen einen Punkt, wo ich gesagt habe: Jetzt bin ich dran mit meinem Leben! Und dann bin ich wieder arbeiten gegangen und stand eben nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung. Was ich damit sagen will: Du hast ein Recht auf ein eigenes Leben. Wenn Du Versorgung, Pflege und Betreuung (durch Fachkräfte) für Deine Mutter organisierst, dann ist das schon enorm viel und Du musst Dich für überhaupt nichts rechtfertigen.


    Hallo ecia25

    Mir wurde gestern mitgeteilt, dass meine Cousine, die einen Monat jünger ist als ich, an Alzheimer erkrankt ist.

    Deine Sorge kann ich gut verstehen, das sind Gedanken, die mich auch manchmal nachts wach halten. Meine Großmutter und meine Mutter waren/sind an Demenz erkrankt, mein Vater starb mit 46 Jahren an einem Herzinfarkt - ich habe also genetisch betrachtet nicht die allerbesten Karten. Immerhin bin ich jetzt schon ein ganzes Stück älter als mein Vater wurde ... aber die Sache mit der Demenz ... Ich würde nicht wollen, dass mein Mann sich in der Pflege für mich aufopfert, wenn er selber noch fit ist. Ich hoffe für mich, dass ich - falls es mich erwischt - von der "pflegeleichten, angenehmen Sorte" bin - und mein Mann ein nettes Pflegeheim für mich aussucht. Mein Sohn erlebt diese Situation mit meiner Mutter ja ganz nah mit und ich hoffe, dass ich ihm ein gutes Beispiel vorlebe, wie man damit umgehen kann ...


    Noch einen schönen Sonntag!

    LG, SunnyBee

    Einmal editiert, zuletzt von SunnyBee ()

  • Sich kümmern bedeutet auch nicht, alles selbst zu machen, sondern kann auch die Organisation der Pflege mit entsprechenden deligierten Aufgaben bedeuten - das war für mich mehrmals ein wichtiger Satz in meiner psychol. Beratung!

  • Wir müssen einfach das Kunststück fertigbringen, unser noch gutes (wenn auch nicht perfektes) Leben mit Freude zu genießen. Gerade fällt mir das auch gar nicht leicht ... und ich bin auf der Suche nach dafür tauglichen Mitteln, aber habe große Hoffnung, dass ich sie finde. Alles Gute für dich, liebe ecia ... schau einfach, ob du irgendwo Licht siehst. Ich mach das auch!!!!

    Danke, Du hast ja so Recht. Aber manchmal ist einfach der erste Schreck so groß und dass man dann hier schreiben kann, dafür bin ich auch sehr dankbar.

  • Ich hoffe für mich, dass ich - falls es mich erwischt - von der "pflegeleichten, angenehmen Sorte" bin - und mein Mann ein nettes Pflegeheim für mich aussucht. Mein Sohn erlebt diese Situation mit meiner Mutter ja ganz nah mit und ich hoffe, dass ich ihm ein gutes Beispiel vorlebe, wie man damit umgehen kann ...

    Danke auch Dir für Deine Worte, es ist einfach gut, sich da mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Gefühle kennen.


    Deinen Beitrag an taybeere kann ich auch völlig mittragen.

    Noch einen schönen Sonntagabend allen.

  • Hier zu lesen und sich mit Euch auszutauschen bedeutet mir viel.

    Ich glaube alle, die in irgend einer Form mit Demenzkranken zu tun haben werden unweigerlich mit der Angst konfrontiert "erwischt es mich auch irgendwann" und "wenn ja, wie schlimm werde ich mit meinem Verhalten meine Lieben belasten"...

    Ich kenne das nur zu gut. Es hängt wie ein Damoklesschwert über einem und ist fast immer präsent... Mir hilft es aber zuweilen nachsichtig zu sein, wenn es mit meiner Mutter wieder mal etwas problematischer ist...

    Sich kümmern bedeutet auch nicht, alles selbst zu machen, sondern kann auch die Organisation der Pflege mit entsprechenden deligierten Aufgaben bedeuten - das war für mich mehrmals ein wichtiger Satz in meiner psychol. Beratung!

    Für mich war sehr lange das delegieren von Aufgaben, die meine Mutter betrafen gleichbedeutend mit die Verantwortung abschieben, nicht bereit sein, selber etwas zu tun... Ich habe nur sehr schwer akzeptieren können, dass es mein Recht ist, nicht alles alleine machen zu müssen. Ich hatte vorher immer das Gefühl, meine Mutter anderen aufzubürden, sie abzuschieben.


    Sorgen und Ängste sind bei uns allen ständige Begleiter, mal stärker und mächtiger, fast erdrückend, mal erträglich und zu bewältigen ... Ich wünsche uns allen die Kraft und die Energie in den schwierigeren Phasen "den Kopf über Wasser zu halten" . Passt auf Euch auf und Danke für Eure aufbauenden Worte.

  • Für mich war sehr lange das delegieren von Aufgaben, die meine Mutter betrafen gleichbedeutend mit die Verantwortung abschieben, nicht bereit sein, selber etwas zu tun... Ich habe nur sehr schwer akzeptieren können, dass es mein Recht ist, nicht alles alleine machen zu müssen. Ich hatte vorher immer das Gefühl, meine Mutter anderen aufzubürden, sie abzuschieben.

    Ja, es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr in uns geprägt ist, für Angehörige (seien es die Kinder, seien es pflegebedürftige Partner, seien es die Eltern) selbst und v.a. alleine zuständig zu sein. Dass das aber nicht bedeutet, alles selbst zu machen, sondern eben auch die entsprechenden Fachkräfte für die jeweiligen Bedarfe zu organisieren, egal ob Kindergarten oder Pflegeheim etc., das steckt einfach nicht in uns.

    Obwohl doch längst klar ist, dass mit fachkundiger Betreuung, die eben nur Fachleute können, mehr Wohlbefinden zu erreichen ist, als von uns Angehörigen alleine. Dass wir dann zusätzlich noch unseren jeweils möglichen Teil beitragen, ist wohl den meisten selbstverständlich. Aber wir dürfen unsere Angehörigen auch der Betreuung Fachkundiger überlassen, wo uns die qualitativ gleichwertige Betreuung nicht selbst möglich ist (und das ist sie meistens nicht). Zudem sind weniger belastete Angehörige, denen es selbst gut geht, einfach hilfreicher für die Lebensqualität der zu Betreuenden.

    Ups, zur Zeit finde ich nicht so leicht ein Ende. Schöne Woche ohne Dramen Euch allen.

  • Heute muss ich hier ein neues Thema anschneiden, das mich seit gestern Abend sehr beschäftigt.

    Mir wurde gestern mitgeteilt, dass meine Cousine, die einen Monat jünger ist als ich, an Alzheimer erkrankt ist.

    Liebe ecia,

    Mit meinen 75 Jahren darf ich mich auch mit meinem Sterben befassen. Ich sehe eine mögliche Demenzerkrankung als eine (besonders langsame) Form des Sterbens. Es ist sicherlich kein einfaches Sterben, aber an meinem Schwiegervater erlebe ich, dass man eine vaskuläre Demenz auch ganz friedfertig, friedlich und auch zufrieden erleben kann. Einen plötzlichen Tod wünsche ich mir nicht. Einen plötzlichen Tod erlebt man nicht, den erleidet man. Ich möchte aber auch bei meinem Tod dabei sein.

    Von Sterbebegleitern habe ich erfahren, dass (alle?) Menschen vor ihrem unvermeidlichen Tod ein Resümee ihres ganzen Lebens ziehen wollen. In diesem Resümee kommen andere Menschen vor, denen sie vielleicht in der einen oder anderen Weise Unrecht getan haben oder die sie sehr geschätzt haben. Arbeitsleistungen spielen in diesem letzten Resümee vor dem Tod so gut wie keine Rolle – weder die Firmenkarriere noch eigene Arbeitsprodukte handwerklicher oder intellektueller Art.
    Ich mache mir also jetzt schon Gedanken, wie ich mit diesen oder jenen Menschen umgehe. Besonders schön finde ich es, wenn ich mit unbekannten Menschen auf der Straße oder in der Stadt ins Gespräch kommen kann oder mich gegenüber fremden Menschen hilfreich zeigen kann. Ich glaube, ich kann auch fremde Hilfe gut annehmen. Ich glaube, das kann man auch lernen und üben.

    In gewisser Weise habe ich mein Lebens-Resümee schon im Kopf. Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, was ich mir als „Nachruf“ auf meiner Beerdigung wünschte.

    Buchenberg

  • Danke, Buchenberg für diesen Denkansatz.

    Der ist mir allerdings auch nicht fremd.

    Ja, helfend anderen zur Seite stehen fiel mir immer leicht, fremde Hilfe annehmen, gut annehmen, das musste ich tatsächlich mühsam lernen.

    Nach meiner Wahrnehmung hat das durchaus auch mit einer gewissen Art von innerer Überheblichkeit zu tun: ICH komme schon alleine klar. Das ist aber Quatsch. Menschen sind drauf angelegt, nicht alles allein bewältigen zu müssen und auch nicht zu können. Natürlich kann ein Mensch allein irgendwie zurecht kommen, am besten dann als Einsiedler (dazu muss man nicht im Wald leben), aber es ist sicher nicht das, was den meisten gefallen würde.

    Und zur Gemeinschaft gehört eben nicht nur das Geben, sondern auch das Nehmen-Können.

    Auch ich setze mich mit meiner eigenen Endlichkeit schon lange auseinander, hatte ich als junge Frau doch schon Erlebnisse, die schnell zum Tod hätten führen können, u.a. bei der Geburt meines ersten Kindes.

    Wie Du möchte ich nicht einfach plötzlich sterben, sondern Zeit haben, bewusst hinüber zu gehen in die andere Dimension. Danke nochmal.

  • Es ist schon eine Zeit her, dass martinhamborg hier den Tipp gab, alte Fotos mit den dementen Menschen anzuschauen. Heute endlich habe ich dran gedacht bzw.sah eine gute Phase dafür und ich möchte rückmelden, dass es ein voller Erfolg war.

    Ich hatte über meine Schwester Fotos von der Herkunftsfamilie meiner Mutter bekommen, auch mit Cousinen, Tanten etc. Meine Mutter hat fast alle erkannt und es war wohl ihre Welt, in der sie sich noch auskannte. Sie hat sich mehrmals für diesen so schönen Nachmittag bedankt und ich werde nun ein Album mit einer gewissen Auswahl zurechtkleben, so dass sie es sich immer mal wieder anschauen kann (vermutlich versteckt sie es wieder, mal schauen)..

    Im Album, in dem meine Familie, meine Kinder etc.verewigt ist, kennt sie schon länger kaum jemanden.

    Also danke nochmal für diese Idee!!

    Liebe Grüße

  • Rose60, ich kann Dir da nur zustimmen, ich hatte damals für meine Mutter auch so ein Album gemacht, aber sehr schnell hat sie niemanden erkannt und trotzdem gern mit mir geschaut und ich habe erlebte Geschichten dazu erzählt und sie hat sich gefreut.

    Als Sie dann ins Heim musste, habe ich ein Album mit Beschreibungen erzählt, die Pfleger:innen waren sehr dankbar dafür.

    Da sie auch im Heim alles versteckt hat, habe ich Kataloge bestellt, die sie gern geschaut hat oder kostenlose Zeitungen von Zooläden, da sie gerne Tiere mochte. Vielleicht nützen ja meine Erfahrungen jemanden. Liebe Grüße

  • Das tun sie bestimmt, liebe Elfriede. Ich denke, viele lesen auch nur hier.

    Ich habe meiner Mutter auch schon Kataloge mit Kleidung hingelegt, die hat sie früher schon gern angeschaut.

    Und eine Zeitschrift mit wunderschönen Fotos von Blumen und Landschaften (beginnt mit 'Land..", soviel darf ich hoffentlich schreiben..). Da freut sie sich an den tollen Fotos. Bilder anschauen geht noch.

    Dass sie regelmäßig beim Singen teilnimmt, hat sie immer kurz drauf vergessen, ist schon krass..

    LG

  • Heute muss ich hier ein neues Thema anschneiden, das mich seit gestern Abend sehr beschäftigt.

    Mir wurde gestern mitgeteilt, dass meine Cousine, die einen Monat jünger ist als ich, an Alzheimer erkrankt ist. Inzwischen sich weder an Wochentag, Monat, Jahr orientieren kann und als sie meine Tante von einer Reise wieder nach Hause brachte, den Weg nicht mehr fand.


    Liebe ecia25, vielen Dank, dass Du dieses Thema angeschnitten hast. Ich denke, es bewegt viele hier. Ich frage mich sogar, ob Herr Hamborg diese Beiträge in ein eigenes Thema verschieben könnte, damit die Diskussion leichter zu finden ist.


    Ich mache mir seit einigen Monaten Sorgen um meine Mutter. Ich bemerke z.B., dass sie sich mit dem Einparken schwer tut, die Breite ihres Kleinwagens nicht mehr einschätzen kann (so ging es mit der Demenz bei meinem Vater los). Sie hat oft Wortfindungsstörungen (gab es bei meinem Vater fast nicht) -- "Halterungsgerät" statt Christbaumständer, verwechselt Namen ("was der Puschkin der Ukraine antut," kann sich den Names des Heimes meines Vaters nicht merken (verwechselt so eine typisch bayerische Endung -hofen, -hausen), verstolpert den Namen von Ärzten, usw. Sie hat mir vor ein Paar Wochen gesagt, " mir fehlen so viele Wörter." Sie hat oft Stimmungsschwankungen, war einige Tage lang extrem gut drauf, und gestern dann völlig überfordert und meinte, es solle doch täglich ein Pflegedienstleister vorbeikommen, der schaut, dass es ihr gut geht. Sie erzählt mir oft das Gleiche mehrmals, und ist dann ganz überrascht, dass ich es schon weiss. Mit Orientierung und Organisation ist's auch nicht toll, aber ich weiss nicht, ob das daran liegt, dass sie es noch nie machen musste, weil sich mein Vater immer darum gekümmert hat.


    Andererseits kann es natürlich sein, dass ich mir das alles einfach einbilde, und diese Dinge für jemanden Mitte 70 ganz normal sind. Oder vielleicht liegt eine leichte Depression vor. Meine Mutter selbst diagnostiziert auch munter beginnende Demenz bei Anderen -- ihre Freundin, mit der sie auf einer Reise war könne sich nicht mehr orientieren, bei der gehe es auch los. Vielleicht gehört das Ganze also auch einfach dazu, wenn man Erfahrung mit dementen Angehörigen hat -- man sieht überall vermeintliche Warnzeichen.

  • Andererseits kann es natürlich sein, dass ich mir das alles einfach einbilde, und diese Dinge für jemanden Mitte 70 ganz normal sind.

    Hallo OiOcha,

    ich werde in diesem Jahr noch 76 und kann dir versichern: Nichts von dem, was du von deiner Mutter berichtest, ist in dieser Altersklasse normal.
    Ja, du hast Grund, dir Sorgen zu machen.

    LG Buchenberg

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Könnte auch zu einer Depression gehören (Pseudodemenz), dadurch dass sie nun ohne deinen Vater ist, vllt trauert.. Kann man sagen, ob sie morgens oder eher nachmittags nachlässt mit der Konzentration etc.? Soweit ich weiß, kann dies ein Unterscheidungskriterium sein, also wenn man morgens bis mittags schlechter drauf ist, eher Richtung Depression.. "Normal" sollte es mit Mitte 70 nicht angesehen werden. Ich weiß aber , wie wuschig man mit Trauer sein kann, daher diese Überlegung

  • Andererseits kann es natürlich sein, dass ich mir das alles einfach einbilde, und diese Dinge für jemanden Mitte 70 ganz normal sind.

    Auch ich sehe diese Dinge mit Mitte 70 nicht als normal an. Bin selbst zwar erst 70, aber mein Mann und viele in meiner Umgebung sind Mitte 70 und älter und solche Beobachtungen mache ich da bei niemandem.

    Doch, bei meinem Mann vorübergehend, als der nach einer Prostata-OP durch Infektion mit MRSE (ähnlich MRSA) auch eine Schambeinentzündung hatte und sich die gesamte Heilung im Unterleib über 4 Jahre zog, da hatte er eine Weile auch Verwirrungserscheinungen u.ä. Damals hatte ich große Angst, dass nun auch Demenz dazukommt - aber das ist vorüber und er nur "altersgemäß entwickelt" (wie man so schön bei Kindern sagt).

    Ja, es wäre vielleicht tatsächlich sinnvoll, dieses Thema in einen eigenen Faden zu verschieben.

  • Hallo OiOcha,


    ich würde das auch abklären lassen. Sowas kann auch andere Ursachen haben. Auch wenn es eines Demenz sein sollte heißt es ja noch nicht das es so verläuft wie bei deinem Vater.

    Bei meinem Papa hat z.b. Gingko lange Zeit sehr gut gewirkt, bei anderen wieder gar nicht.

    und auch an ecia25

    Deine Sorgen kann ich sehr gut nachvollziehen. Seit mein Papa verstorben ist die Angst einmal selbst an Demenz zu erkranken bei mir sogar noch gewachsen. Gerade weil es auf der väterlichen Familienseite eine ziemlilche Epedemie ist.


    Wir wissen es nicht und das ist gut so. Alles was wir machen können ist den üblichen Empfehlungen folgen. Ich bin der festen Überzeugung das auch eine sinnvolle, fordernde und erfüllende Aufgabe im Alter helfen kann eine Demenz wenigstens zu verlangsamen. Sich immer wieder neuem stellen.

    Es gibt wohl Berichte das z.b. das erlernen einer 2. oder dritten Sprache dazu geeignet sein könnte eine Demenz zu verlangsamen (erscheint mir auch durchaus nachvollziehbar weil ja neue Verknüpfungen im Hirn angelegt werden) Auch regelmäßige Meditation könnte einen ähnlichen Effekt haben (hierzu gab es meines Wissens auch eine Studie, kann aber sein das mich mein Gedächtnis ;) belügt.)

    Sehr intressant finde ich auch die Artikel die einen Zusammenhang zwischen Demenz (und Parkinson) mit dem Herpes Virus nachweißen. Den trägt ja fast jeder in uns. Auch die Gürtelrose Impfung könnte vielleicht ein Baustein zur Demenzprävention sein (wenn man der entsprechenden Datenauswertung aus Wales glauben schenkt)

  • Manchmal packen mich diese Gedanken auch, mein Vater hatte - wie schon seine Mutter - Alzheimer (damals kannte man noch nicht so viel davon), meine Mutter mit Mitte 80 Beginn, aber mit wesentlichen Vorerkrankungen wie Diabetes (unbehandelt), Bluthochdruck, kaum Bewegung, weil keiner mitgeht...

    Nach neueren Erkenntnissen soll auch Muskelaufbautraining sehr gut fürs Gehirn sein und vor allem soziale Beziehungen aufrecht erhalten wichtig.

    Aber wenn ich mich gerade so umschaue in unserem Freundes- und Familienkreis, gibt es soviel mehr, was man vor dem Altwerden noch erleben kann, ob Herzerkr., Krebserkr. aktuell mehrere etc. Also ich verdränge diese Ängste möglichst und gebe mein Bestes zur Vorbeugung aller möglichen Erkrankungen.

    "Et kütt wie et kütt" - sagt der Rheinländer und freut sich (möglichst) des aktuellen Lebens.

  • Liebe OiOcha -


    ich sehe bei Deiner Mutter Parallelen zu meiner - das Vergessen von Wörter war für mich der erste Hinweis, dass sie vielleicht dement werden könnte. Sie verwechselte Wörter bzw. wusste auch manchmal relativ einfache Wörter nicht mehr. Hinzu kam, dass sie Uhrzeiten und Tage verwechselte. Meine Mutter war allerdings schon über 80 Jahre alt. Es tut mir leid, dass ich Deine Befürchtungen nicht zerstreuen kann.

    LG

    tanja

  • Hallo ihr Lieben! Vielen Dank für die Rückmeldungen!


    Ich habe heute Mittag 20 Minuten lang mit der Psychiaterin meiner Mutter gesprochen. Die hatte von den Warnsignalen noch nichts bemerkt, und meint auch eher, bei der depressiven Symptomatik meiner Mutter könnte es auch eine Pseudodemenz sein. Sie selbst macht keine Tests und hat eine Gedächtnisambulanz empfohlen. Muss mir halt jetzt überlegen, wie ich das Thema mit meiner Mutter bespreche, ohne dass sie völlig durchdreht. Ein guter Ansatz ist vielleicht zu sagen, dass man es halt möglichst früh abklären sollte. Sie beklagt ja selbst, dass mein Vater jahrelang gewartet hat, und somit medikamentös nichts mehr machbar war.


    Sohn83, besonders schön, von Dir zu hören! Ich hoffe es geht Dir gut trotz des Verlusts Deines Vaters!

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