Wie geht es euch - Kapitel V

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rose60, Ihr Bild vom inneren "Akku" möchte ich gern aufgreifen, weil es so einfach und hilfreich ist. Wenn wir unser Wissen um technische Akkus aufgreifen stellen sich mir für den (Lebens-)Akku Fragen wie...


    ... wie erkennen und verhindern wir, dass sich unser Akku "tief-entläd" und dann kaputt geht?

    ... was können wir für einen optimalen Ladezyklus tun und so von unseren Handys lernen?


    Es freut mich, dass nun eine hoffnungsvolle Diagnose an Ihre große Last getreten ist.


    Zu dem Auf und Ab`s Ihrer Mutter möchte ich mich dem Rat der Pflegenden anschließen: Nutzen Sie bitte den Urlaub um - mit bestem Gewissen - Kraft zu tanken und den Akku aufzufüllen!


    Wenn Sie Sorgen haben, dass Ihre Mutter in dieser Zeit sterben könnte, hilft vielleicht folgender Gedanke:


    Unsere Erfahrung - und noch nicht die Wissenschaft - hat gezeigt, dass Menschen in Ihrem Loslassen verharren können, um mit ihrer letzten Stunde auf liebe Menschen zu warten - oder genau anders herum: sie gehen, um den lieben Menschen zu schonen oder weil sie den Weg allein gehen wollen.


    Überzufällig oft habe ich dies auch bei Menschen mit Demenz so empfunden.

    Auch bei ihnen kommt nach meiner Erfahrung die Botschaft an: Ich verabschiede mich in meinen Urlaub. Du darfst in dieser Zeit gehen oder auf mich warten. Deine Entscheidung kann ich respektieren.


    Sie kennen Ihre Mutter am besten und wissen, welche Worte für sie passen...

    Viel Glück für Ihren Sohn und seine Familie, Ihr Martin Hamborg

  • WOW hier ist so viel passiert... ich habe immer mal mit gelesen und möchte Euch allen eine ganz liebe, virtuelle Umarmung da lassen... denn auch wenn Ihr das nicht immer merken könnt... Ihr helft noch so vielen mehr, als denen die sich hier reglemäßig einbringen.... (zu Bsp. mir :-))

    Mir fehlt tatsächlich oft die Zeit und Kraft mich hier schriftlich zu beteiligen und ich denke oft... hmmm... das ist so völlig aus dem Zusammenhang wenn Du jetzt was schreibst... und habe dann Hemmungen....

    Kurz möchte ich denen die es gerne lesen möchten erzählen wie es meiner Mutter und mir gerade geht...

    Meine Mutter ist vor 4 Wochen mit Verdacht auf eine Beinvenentrombose ins Krankenhaus gekommen. Meine Oma ist daran vor 51 Jahren (daraus resultierende Lungenembolie) gestorben.. Ihr könnt Euch vorstellen, die Aufregung war groß...
    Im Krankenhaus hat sie sich mehrfach eingekotet, hat den Ärtzen erzählt sie wohne zu Hause alleine seitdem Ihr Mann verstorben ist (... wer es nicht weiß: sie lebt im Altersheim seit 2 Jahren und hat nicht einen Tag alleine zu Hause gelebt), meiner Schwester hat sie erzählt, dass der Mann aus dem Nachbarzimmer vor irgendwelchen Zimmermitbewohnern auf den Flur geflüchtet wäre und man hätte Ihm dann eine Matratze auf den Flur gelegt und und und...
    Insgesammt war sie also sehr wirr...
    Es war keine Trombose, sondern "nur" eine schlimme Infektion am Bein, die bis heute noch nicht völlig abgeheilt ist (trotz Antibiotika). Als sie nach 4 Tagen wieder ins Altersheim kam, fragte Sie mich als ich sie besuchte zur Begrüßung ob ischon im Meer schwimmen gewesen sei (...???) , später dann: seit wann ich denn hier in
    Italien sei.
    Nun gut, nach dem ersten Schock habe ich es versucht einfach positiv zu sehen... wenn man sich gedanklich nach Italien beamen kann, ist ja nicht soooo schlecht... und vor allem: da war sie mit meinem Papa oft (von dem sie ja nicht mehr geredet hat, als hätte es Ihn nie gegeben...)
    Vor 2 Wochen ist sie nun in ein Einzelzimmer umgezogen. Ich hatte mit Ihrer Zimmergenossin gesprochen als ich Ihre Krankenhaustasche gepackt habe und sie gefragt ob es mit Ihr auf dem Zimmer noch gehe (hatte das Gefühl es ist deutlich schlechter geworden) und die meinte: "naja... Nachts schreit Sie oft nach Ihrer Mama und ich kann kaum schlafen...."
    Du liebe Zeit... das möchte man ja auch niemandem zumuten... (ihre Enkeltochter und Ihr Schwiegersohn arbeiten dort im Büro... verstehe gar nicht warum sie nie was gesagt hat....)
    Naja ich habe dann mit Ihrer Enkeltochter gesprochen, dass wir für meine Mama schnellstmöglich auf der gleichen Station ein Einzelzimmer finden...
    Das ging dann auch ganz schnell und meine Mama ist total happy in Ihrem Zimmer und ist seitdem so klar wie seit Jahren nicht mehr...
    Allerdings war ich gestern da und habe (im gleichen Heim) ihre Schwester besucht (88. Geburtstag)... und sie war wieder so agressiv wie ich sie schon immer kenne :-( es war so erholsam die letzten Wochen, dass sie null agressiv war... man Ihren Narzismus eigentlich kaum noch bemerkt hat und ich hatte noch gedacht: na da habe ich aber Glück im Unglück... das macht es auf jeden Fall leichter die Krankheit Demenz mit Ihr bis zum Schluss durchzustehen...
    Gestern dann bin ich heulend heim gefahren und habe auch jetzt noch ständig die Tränen in den Augen... es war so schlimm... dieser Besuch über knapp 2 Stunden hat mich meiner gesammten Energie beraubt... dabei stehen gerade scho wieder 3 Themen ( Heizung, Wasserschaden in einer der Wohnung und kaputtes Fenster im Dachboden) im Haus meiner Mutter an... um das ich mich ja auch trotz 100 km Entfernung kümmere....
    Es ist so schräg, man freut sich das die PmD wieder etwas klarer ist und man tatsächlich sich richtig unterhalten kann - es ist so krass das ich schon wieder über eine Fehlsdiagnose nachgedacht habe... aber dafür kommt Ihre narzistische und (ja ich muss es sagen) bösartige Natur wieder durch....
    Es war tatsächlich einfacher Ihre wirren Geschichten und Ihr unvermögen sich an jetzt / alles vor einer Woche / oder auch Dinge von vor 20- 50 Jahren erinnern zu können zu akzeptieren, als das jetzt wieder...
    Ich habe wahnsinnige Angst das sie in Ihrer Demenz noch mal so richtig bösartig wird... weil ich einfach glaube, dass schaffe ich nicht... ich habe mir so viele Jahre so viel gefallen lassen.. bin weg gezogen, hatte den Kontakt Jahrelang abgebrochen und nach 6 Jahren Therapie es wieder geschafft den Kontakt wieder aufzunehmen ... es war nicht einfach mit meiner Mutter, aber ich wollte UNBEDINGT wieder Kontakt zu meinem Dad... jetzt ist er nach 6 Jahren des Kontakts vor 2 Jahren gestorben und ich mache genau das was ich nie wollte: ich kümmere mich um meine Mutter, sie ist in meine Nähe gezogen, (was sie immer wollte) und ich habe das Gefühl ich kann mich nicht abgrenzen....

    Meine Therapeutin von damals ist im Ruhestand... und noch mal von vorne anfangen... ist mir eigentlich auch zu viel...
    Ich fühle mich gerade völlig in die Ecke gedrängt... meine Ehe leidet auch schon darunter und - ja auch mein Akku ist sehr sehr leer und ich bekomme ihn nicht mehr aufgealden...
    Sorry fürs jammern... aber ich weiß echt nicht wem ich dasalles erzählen soll... ich mag auch eigentlich niemanden damit belasten - aber es muss raus !!! :-(

  • Liebe Trinity15 ,

    ich fange mal am Ende an: du belastest uns nicht!! Wir können hier ja jederzeit reinschauen und/oder lesen und/oder wieder abbrechen, wie wir es wollen. Also gar kein Problem - sage ich jedenfalls..

    Sehr vieles , was du geschrieben hast, kenne ich genauso, man freut sich über einen netteren Umgang, auch wenn man einen schlechteren mentalen Zustand dafür in Kauf nimmt und dann ist wieder alles wie zuvor und man kriegt einen drüber.

    Wie oft besuchst du denn deine Mutter aktuell? Wie oft ist es wirklich notwendig?

    Ich kenne diese innere starke Gebundenheit total gut, aber ich kann dir auch berichten, dass ich in der 6wöchigen Besuchspause durch meine Reha im Herbst ganz krass gemerkt habe, wie ich durch den Abstand auflebte, wie ich ruhiger und besser gestimmt wurde.

    Ich hatte in der Reha eine "Hausaufgabe" meiner Therapeutin, meiner Mutter einen Brief zu schreiben (ohne abzuschicken, nur für mich), in dem ich ALLES schreiben konnte, selbst Schimpfwörter o.ä. Es klingt so banal, aber das hat in mir etwas bewirkt und gelöst, ich wurde wütend während des Schreibens u.v.m.

    Ich war selbst kürzlich (wegen abgelaufener Therapie) bei einer Ehe-, Familien - und Lebensberatungsstelle unserer Stadt. Da kann JEDE/R hin und viele kennen es nicht. Ich musste nochmal vis-a-vis meine Gedanken und Probleme sortieren mit direkter Rückmeldung, das hat mir schon wieder etwas weitergeholfen und ich habe einen weiteren Termin.

    Hast du schon mal über eine Reha nachgedacht? Deine Ehe sollte in jedem Fall wichtiger sein als häufiger Kontakt zu deiner Mutter, zumal sie es vermutlich eh schnell vergisst, wenn du da warst?

    Ich selbst bin ruhiger geworden mit dem Fortschritt der Demenz, dem Wissen um das immer schlechtere Gedächtnis.


    Deine Mutter wird doch im Heim versorgt und du hast ihr sogar ein Einzelzimmer vermittelt. Was sie nun daraus macht für sich, liegt nicht in deiner Hand und auch nicht in deiner Zuständigkeit!!

    Hast du Unterstützung für die Probleme mit dem Haus? Kannst du etwas delegieren?


    Zunächst mal liebe Grüße für heute 👋

  • Ich habe wahnsinnige Angst das sie in Ihrer Demenz noch mal so richtig bösartig wird... weil ich einfach glaube, dass schaffe ich nicht... ich habe mir so viele Jahre so viel gefallen lassen.. bin weg gezogen, hatte den Kontakt Jahrelang abgebrochen und nach 6 Jahren Therapie es wieder geschafft den Kontakt wieder aufzunehmen ... es war nicht einfach mit meiner Mutter, aber ich wollte UNBEDINGT wieder Kontakt zu meinem Dad... jetzt ist er nach 6 Jahren des Kontakts vor 2 Jahren gestorben und ich mache genau das was ich nie wollte: ich kümmere mich um meine Mutter, sie ist in meine Nähe gezogen, (was sie immer wollte) und ich habe das Gefühl ich kann mich nicht abgrenzen....



    Ich fühle mich gerade völlig in die Ecke gedrängt... meine Ehe leidet auch schon darunter und - ja auch mein Akku ist sehr sehr leer und ich bekomme ihn nicht mehr aufgealden...

    Trinity15,


    ich hatte mich schon abgemeldet, und habe nur noch ab und an mal hier reingeschaut.

    Aber wegen deinen letzten Posts habe ich mich wieder anmelden müssen ;- ) ging einfach nicht anders.


    Hey, deine Gesamtsituation kommt mir so unfasslich bekannt vor, dass ich schon überlegt habe, ob nicht vielleicht eine meiner multiplen Persönlichkeitsanteile unter deinem Namen geschrieben hat.


    Weil ich morgen in der Früh 500 km zu meinem Dementen fahren muss, kann ich nur ganz rasch was zu deinen Beitrag schreiben:


    - du hast den Kontakt zu deiner Mutter nur wegen deinem Vater wieder aufgenommen, und dein Papa ist inzwischen gestorben, oder?

    Ich selbst bin einem ähnlichen Schicksal deshalb entgangen, weil meine Mutter glücklicherweise vor meinem dementen Stiefvater gestorben ist.

    Aber eins weiß ich gewiss, ich wäre gerannt... soweit, und so schnell es geht.

    Deine Mutter ist vielleicht nicht direkt mit der meinigen vergleichbar -die war mehr so die versteckte emotionale Erpresserin- aber sicher ähnlich grauselig in der Wirkung.

    Glaubst du, du änderst sie, oder sie sich selbst? Ich glaube nicht.

    Wenn der Kontakt wirklich nur wegen deinem Vater aufgenommen wurde, und du seit seinem Tod unter ihrem Verhalten leidest, dann solltest du evt. überlegen, jetzt einen Cut zu machen, und dich selbst zu retten, auch wenn das eher ein Tabubruch besonders für Töchter in unserer Gesellschaft bedeutet.


    - klar fühlst du dich unter Druck gesetzt, und in die Ecke gedrängt. Einmal durch deine eigenen Ansprüche daran, was eine "gute Tochter" tun sollte, und durch die der Allgemeinheit.

    Aber du bist nicht nur für dich allein verantwortlich, du hast auch einen Mann, und vielleicht auch Kinder und einen Job. Und ja, wie bei mir auch, gab und gibt es Spannungen wegen dem/der Dementen.

    Die sind emotionale Vampire, auch wenn sie das vielleicht nicht beabsichtigen, und ganz besonders dann, wenn sich dazu noch deren eingebaute psychische Störungen addieren.

    Schau zu, dass du das tust, was dir für dich am Besten vorkommt! Wenn du denkst, du stehst das trotz der schwierigen Beziehung zu deiner Mutter durch, dann bleib. Aber wenn es dich davor graust, dann geh, egal was dein (schlechtes) Gewissen dir aufdrücken will.

    Helfen zu wollen, ehrt dich, aber es könnte auch dich und die Beziehung zu Mann, Freunden, Arbeit belasten.

    Mein Mann hat in diesem Zusammenhang vor kurzen gesagt, dass mein "Stiefvater" es schaffen wird, uns auch noch auf sein Niveau runterzuziehen, und genau das stimmt.


    Ich jedenfalls fahr morgen nur, weil ich der Hausärztin versprochen habe, ihn zu den noch offenen zwei Terminen beim Neurologen zu schleppen, und dann weil der die Ruine in der er lebt, vollständig verfallen läßt, und ich jetzt die Ehre habe, für die Reparaturen zu sorgen.

    Das sind insgesamt noch drei mehrtägige Veranstaltungen, aber dann... dann war's das.


    Ich wünsch dir was!

    Einmal editiert, zuletzt von NoName ()

  • Hallo NoName,


    • erst mal vielen Dank für Deine Antwort...
      Aus jeder Deiner Zeilen spricht (und sorry falls ich zu ehrlich bin) die gehetztheit aus der Situation und auch ich habe das Gefühl emotional sofort mit Dir zu sein... klingt verrückt, aber ich denke Du weißt was ich meine...
      Ja ich habe ein Kind (16) und ich bin auch noch Selbständig...
      Meine Tante (noch anstrengender als Ihre Schwester (meine Mutter)) liegt im gleichen Altersheim... beide 100km von Ihrem Wohnort entfernt, 20 km von meinem zu Hause weg... ich dachte das wäre eine gute Idee und würde mir zumindest den stress der ständigen Fahrerei ersparen... inzwischen wäre ich sehr sehr froh, wenn ich Sie nicht hier untergebracht hätte... einfach weil ich es nicht schaffe mich abzugrenzen..
      Wobei es gestern mal wieder SO schlimm war, dass ich das erste mal seit langem über größere Abstände zwischen den Besuchen im Altersheim nachdenke... !
      Und ja Du hast sehr Recht, dass ich eigentlich wegrennen müsste... ich werde mir Deine Antwort sehr zu Herzen nehmen und in mich gehen, wie ich weiter machen kann und möchte...

    DANKE

  • Erst mal Danke dafür ds Du mir den Druck nimmst Euch hier zu "nerven" :)
    Das mit dem Brief an die Mutter klingt total gut und das werde ich definitiv machen. Eine Reha ist für mich leider nicht möglich, ich bins freiberufliche Fotografin und würde das finanziell nicht schaffen 4 oder 6 Wochen nicht zu arbeiten.. leider haben wir Fotografen durch KI und 1000 andere Dinge eh schon so unseren Kampf finanziell zu überleben :-/

    Das ist also so schade es ist - keine Option... denn JA das wäre mir im Moment am liebsten... alles in mir schriet förmlich nach einer Auszeit...
    Was das Haus angeht habe ich leider so gut wie keine Unterstützung, ich habe Sie jetzt bei meiner Schwester eingefordert, einfach weil ich nicht mehr kann... :-(
    Warscheinlich sollte ich eher nach einer Gesprächstherapiemölichkeit suchen... war hier auch schon in dieser Sprechstunde, dass hat mir leider null weiter geholfen... die Therapeutin war vielleicht 24 (gerade mit dem Studium fertig schätze ich...) und tatsächlich hat Ihr da einfach eine gewisse Lebenserfahrung gefehlt um mir auch nur im Ansatz bei dem Thema helfen zu können... am Schluss gag Sie mir eine Adressliste mit Therapeuten bei uns in der Stadt und ich solle mich mal durchtelefonieren... (ja danke das hätte ich auch so gekonnt...)...
    Aber ich merke gerade: ich packe es irgendwie doch nicht alleine... ich dachte das... aber ich komme gerade wirklich an meine Grenzen

  • Ja, verstehe ich gut. Bei mir war die Dame bei der Beratung Ü60 mit viel Erfahrung.. ich drücke die Daumen.

    Auf lange Sicht dankt es dir NIEMAND, wenn du für deine Mutter ständig über deine Grenzen gehst und viele von uns machen das ja, um doch noch irgendwann ein bisschen bisher vermisste Anerkennung zu bekommen. Aber das wird (meist) nichts mehr, daher kann man sich auch zurücknehmen und was angeblich gesellschaftliche Erwartungen sind, die Frage stelle ich mir nicht, da ich durch meine tiefsten Täler auch ohne "die Nachbarn", "andere Leute" kommen musste. Klingt vllt radikal, aber soviel habe ich eben gelernt. Es soll auch nicht lieblos klingen, nur eben soll man "seinen Nächsten lieben WIE sich selbst" und nicht MEHR als sich selbst - haben mir Profis gesagt.. vielleicht kannst du ja was damit anfangen 😉

    LG

  • Trinity15


    Menno, gleich zwei von der Sorte... du läßt aber nichts aus. Und dann noch ein Pubertier!


    Yep, gehetzt sein trifft's genau. Ich bin auch selbstständig, und grad jetzt ist meine Hauptarbeitszeit. Ich musste meiner Kundschaft einen Rabatt anbieten.

    Was soll's, es dauert nicht mehr lang. Mitte Juni ist Schicht im Schacht.


    Therapie ist eine gute Idee, aber aus meiner Sicht nicht, damit du mit einer unhaltbaren Situation mehr schlecht als recht zurechtkommst. Sich mit professioneller Hilfe nur irgendwie durch die nächsten Jahre fretten, damit sich eine andere Person -die ich nicht einmal mag, oder die mich sogar noch schädigt- sich auf meine Kosten austobt, nee, das kann's nicht sein.

    Aber Therapie, um noch unklare oder problematische Punkte die aus der Vergangenheit herrühren zu klären, ist eine supergute Idee, wenn du auf längere Sicht jemanden findest.


    Schau sehr genau auf dich, und lass von dir hören!


    Edit: ich habe nebenbei keinen Brief geschrieben.

    Ich habe getan, was man nach gängiger Auffassung niemals bei einem Dementen tun sollte: ich bin aus gegebenem Anlass einfach ausgetickt, und hab ihm seinen ganzen gesammelte Sch...dreck verbal um die Ohren gehauen. Laut. Sehr laut.

    Hat es bei ihm was bewegt? Nö, gewiss nicht. Wie nicht anders zu erwarten.

    Aber: für mich war's ungemein befreiend. Weshalb soll ich mit dem Mist im Kopf rumlaufen? Soll derjenige damit klarkommen, der das Ganze ausgelöst hat.

    Und wenn der wg. Demenz keine Ahnung hat, wie er damit umgehen soll?

    Na und? Ich bin meinen Ärger los, und das ist wichtig. Außerdem weiß "meiner" nach 5 Minuten eh nicht mehr, dass was gesagt wurde. Vom Inhalt der Ansage überhaupt nicht zu reden.

    Einmal editiert, zuletzt von NoName () aus folgendem Grund: Edit: ich habe nebenbei keinen Brief geschrieben. Ich habe getan, was man nach gängiger Auffassung niemals bei einem Dementen tun sollte

  • Bloß nicht! Da hängen schon genug Verrückte um deinen Hals. <3

  • Hallo Trinity15

    Wobei es gestern mal wieder SO schlimm war, dass ich das erste mal seit langem über größere Abstände zwischen den Besuchen im Altersheim nachdenke... !

    Das halte ich für einen sehr gesunden Ansatz, so hat mir das mein Therapeut auch immer empfohlen, wenn ich mich von der Situation überwältigt gefühlt habe.

    In Deinem Beitrag klingt an, dass Du in letzter Zeit viel Auf und Ab mit zwei(!) Pflegebedürftigen hattest - ich denke, da hat wirklich jeder Verständnis dafür, dass Du Dich mal sortieren und durchatmen musst. Nimm' Dir eine Auszeit, die beiden sind im Heim soweit versorgt und Du musst auch auf Deine Gesundheit achten.

    Ich kann gut verstehen, dass Du damit haderst, Dich um Deine Mutter kümmern zu müssen, obwohl Du den Kontakt schon abgebrochen hattest. Ging mir so ähnlich - ich hatte den Kontakt zu meiner Mutter und ihrem Mann auf das absolute Mindestmaß runtergefahren und damit ging's mir gut. Dann starb ihr Mann und ich musste mich kümmern, ob ich wollte oder nicht. Was mir damals geholfen hat, war, dass ich gelernt habe, Grenzen zu setzen und ihren Wünschen (eher: Befehlen) auch mal NICHT nachzukommen, weil es bei mir gerade nicht gepaßt hat. Und siehe da: sie hat's überlebt.

    Schreib' Dir hier ruhig alles von der Seele, ich kenne keine Gruppe, in der man mehr Verständnis findet.

    Alles Gute, SunnyBee

  • Danke für deine Worte, die mich gerade sowas von erreicht haben…

    Es ist einfach phantastisch hier so viele Menschen zu haben, die ähnliches erlebt haben und einen nicht verurteilen… 🙏🏼

  • Auf lange Sicht dankt es dir NIEMAND, wenn du für deine Mutter ständig über deine Grenzen gehst und viele von uns machen das ja, um doch noch irgendwann ein bisschen bisher vermisste Anerkennung zu bekommen. Aber das wird (meist) nichts mehr, daher kann man sich auch zurücknehmen und was angeblich gesellschaftliche Erwartungen sind, die Frage stelle ich mir nicht, da ich durch meine tiefsten Täler auch ohne "die Nachbarn", "andere Leute" kommen musste. Klingt vllt radikal, aber soviel habe ich eben gelernt. Es soll auch nicht lieblos klingen, nur eben soll man "seinen Nächsten lieben WIE sich selbst" und nicht MEHR als sich selbst - haben mir Profis gesagt.. vielleicht kannst du ja was damit anfangen 😉

    LG

    Oh wie war ist Dein Satz mit der gewünschten Anerkennung...

  • Trinity15


    Edit: ich habe nebenbei keinen Brief geschrieben.

    Ich habe getan, was man nach gängiger Auffassung niemals bei einem Dementen tun sollte: ich bin aus gegebenem Anlass einfach ausgetickt, und hab ihm seinen ganzen gesammelte Sch...dreck verbal um die Ohren gehauen. Laut. Sehr laut.

    Hat es bei ihm was bewegt? Nö, gewiss nicht. Wie nicht anders zu erwarten.

    Aber: für mich war's ungemein befreiend.

    auch eine Möglichkeit :-D

  • Obwohl ich diese Möglichkeit nicht besonders schön finde, gebe ich zu, ich habe auch schon oft darüber nachgedacht und erwische mich dabei, es immer wieder zu tun…🤔

  • Es würde mir keinerlei Genugtuung geben, meine Mutter anzuschreien.

    Von daher war die Idee mit dem unabgeschickten Brief für mich persönlich super

  • Ja, liebe Rose, genauso sehe ich es auch. Es bringt mir nichts, meine Mutter anzuschreien.

    Mir geht’s auch nur darum, mich mal so richtig von allem zu befreien, was sich im Laufe der Zeit in mir angesammelt hat.

    Deshalb finde ich die Idee, das mal allein in einem anderen Raum zu tun sehr gut! 👍

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!