Wie geht es euch - Kapitel V

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  • Hallo OiOcha,


    Ich wünsche dir alles Gute das sich das mit deiner Mutter wieder gibt.


    Mir geht es soweit gut, ich bin dabei mein Leben neu zu ordnen und die letzten Jahre zu verarbeiten. Meine Psychologin ist dabei sehr hilfreich.

    So ganz will mich das Thema noch nicht loslassen.

  • Hallo Sohn83,

    Wie schön von dir zu lesen :) du warst soviele Jahre mit der Pflege und dem Demenzthema intensiv beschäftigt, da muss man sich schon eine ganze Weile Zeit lassen.

    Und hier kannst du gelegentlich vllt noch Hilfreiches beitragen. ;)

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, zunächst auf die Frage, vielleicht kann die Administratorin die Beiträger in in ein eigenes Thema schieben "Eigene Angst vor Demenz - was tun", ich werde mal nachfragen.


    Bei Schulungen oder Vorträgen kommt diese Frage fast immer, denn wenn wir alt genug werden, trifft es uns mit einem 100%tigen Risiko. Mit dieser Erkenntnis wird die Schulung schnell zur Selbsthilfegruppe.

    Gegen eine konkrete Gefahr können wir etwas tun, auch wenn es nicht 100% sicher ist. Ich habe etliche Menschen kennengelernt, die haben alles (von außen betrachtet) richtig gemacht und sind trotzdem schwer erkrankt. Aber das ist auch das Leben.


    Seit etwa drei Jahren gibt es von der WHO eine Leitlinie zur Prävention von Demenz. Dort werden - je nach Studienlage - mehr oder weniger starke Empfehlungen gegeben. In den Schulungen oder Vorträgen lasse ich immer spekulieren, welche das sind und es kommen viele der hier genannten Beispiele - jedesmal sage ich, richtig, aber es fehlen noch Studien für eine starke wissenschaftlich Empfehlung.


    Den besten Schutz haben "Bewegung" und "Aufhören mit dem Rauchen".

    Trotzdem sind alle anderen positiven Erfahrungen und Forschungen wertvoll und bestärken die Richtung.

    Später vielleicht mehr davon. Ich persönlich probiere immer mal was Neues aus, wenn es dafür glaubwürdige wissenschaftliche Erkenntnisse gab... Aber trotzdem lebe ich mit dem Risiko einer Demenz.


    Die andere Frage - vielleicht auch ein eigenes Thema - ist: "Wie kann ich mich auf eine mögliche Demenz am besten vorbereiten?"

    Auch hier an dieser Stelle nur eine meiner wichtigsten Erkenntnisse dazu: Wer es gelernt hat, Hilfe anzunehmen lebt mit der Erkrankung besser.

    Ich habe viele Menschen kennengelernt, die erhebliche Verhaltensstörungen entwickelten, weil sie Hilfe ablehnten und abwehrten...


    Unter diesen Gedanken werden die schlimmen Beobachtungen von Ihnen OiOcha vielleicht leichter: Tatsächlich weisen Sprachstörungen und kurze plötzliche Episoden von Orientierungsstörungen relativ früh auf eine Demenz hin, lange bevor die typischen Symptome auftreten.

    Wenn Ihre Mutter nun alles gegen eine Demenz tut, bleibt es vielleicht bei einer sog. "Minimalen zerebralen Dysfunktion" aus der sich eine Demenz entwickeln kann, aber nicht muss...

    Allen ein etwas beruhigteres Wochenende, Ihr Martin Hamborg

  • Liebe Alle,

    ich bin ja noch (jedenfalls als aktiv Schreibende) recht neu hier im Forum, und habe den Tipp von Herrn Hamborg erst über den Beitrag von Rose60 mitbekommen.

    Auch ich habe in der vergangenen Woche ein altes Fotoablum, mit Fotos der Familie meiner Mutter, rausgekramt und es mit ihr zusammen angeschaut. Unglaublich wie aufmerksam sie all die Fotos betrachtet hat, und auch wirklich viele der abgebildeten Menschen richtig einordnen und beim Namen nennen konnte. Auch sich selbst hat meine Mutter auf den Fotos wunderbar erkannt, als Kind und als junge Frau.

    Und dann war da plötzlich ein farbiges Foto meiner Mutter als sie Anfang 50 war. Das hat sie vollkommen kalt gelassen, und als ich sie fragte, ob sie weiß, wer das ist, zuckte sie nur mit den Schultern.

    Als ich das Album gestern nochmal mit ihr angeschaut habe, habe ich das irritierende Farbfoto rausgemacht und gesagt: Schau, da bist du schon älter, das gehört hier nicht rein.

    Da hat sie mich zufrieden nickend angeschaut und sich dann wieder den alten s/w Bildern zugewandt. :)


    Ich wünsche allen hier einen guten Start in die neue Woche.

    Silly

  • Hallo Silly, Dein Erlebnis finde ich sehr interessant und Deine Idee, damit umzugehen, ausgesprochen gelungen.

    Es schmerzt mich regelmäßig, wenn Ihr von diesen gemeinsamen Fotobetrachtungen schreibt, denn das kann ich leider mit meiner Mutter nicht mehr machen, da sie nahezu blind ist.

    Zwar beginnt sie gerne damit, Bilder anzusehen - das geht aber nur, wenn sie stark vergrößert sind und strengt sie dann so an, dass sie spätestens beim zweiten Bild nicht mehr mag und kann, weil es so anstrengend ist, überhaupt etwas zu erkennen. Ein kleines bisschen Neid hab ich da für alle, bei denen es noch geht mit dieser Betrachtung.

    Dabei hat sie derzeit starke Erinnerungen in die Zeit um Kriegsende um 1945, die sie auch regelmäßig "nachträumt", da wäre es sicherlich eine große Hilfe, wenn wir gemeinsam Fotos von damals ansehen könnten und so die Erinnerungen wirklich in die Vergangenheit zurückschieben könnten.

    Einen schönen Tag Euch allen!

  • Es schmerzt mich regelmäßig, wenn Ihr von diesen gemeinsamen Fotobetrachtungen schreibt, denn das kann ich leider mit meiner Mutter nicht mehr machen, da sie nahezu blind ist.

    Liebe ecia25,

    das tut mir sehr, sehr leid (habe Tränen in den Augen), dass du diese schönen Erlebnisse mit deiner Mutter nicht mehr haben kannst.

    Aber ich hoffe sehr, dass ihr andere schöne Erlebnisse miteinander teilen könnt. Z.B. Musik hören und dazu zu schunkeln. Ich habe meiner Mutter zu ihrem 90sten eine CD mit den beliebtesten Schlagern der 40ger Jahre geschenkt. Die hören wir des Öfteren gemeinsam an und tanzen mit den Armen dazu, da meine Mum im Rollstuhl stitzt.

    Liebe Grüße

    Silly

  • Hallo, ich bin neu hier und habe gerade das Bedürfnis, mich einfach mitzuteilen. Meine Schwiegermutter (78) ist mittelgradig dement, wobei wir im Moment zusehen, wie es rapide schlimmer wird. Wir durften uns jahrelang nicht kümmern, weil ihr Lebenspartner sie quasi „betreut und gepflegt“ hat. Er (narzisstischer Natur), brauchte ihre Krankheit wohl, um im Mittelpunkt zu stehen, und sich bewundern zu lassen, wie er das mit 85 alles toll macht. Alle unsere Hilfsangebote wurden steht’s abgelehnt. Nun ist sie seit ein paar Monaten deutlich eingeschränkt und jetzt liegt er selbst im Krankenhaus, mit unklarer Perspektive.

    Selbstverständlich übernahmen wir. Das ganze Ausmaß ihres Zustandes wurde uns nun deutlich vor Augen geführt. Ich will gar nicht ins Detail gehen, ihr kennt das alles… Pflegegrad 3, zum Glück geht sie gern in die Tagespflege. Nun ist große Hitze und Urlaubszeit, so dass sie aus ihrer gewohnten Umgebung rausgerissen werden muss.

    Ich bin beruflich im sozialen Bereich tätig und den Umgang viel Leid gewohnt. Und auch wenn meine Beziehung zu ihr nicht sehr eng ist, greift mich dieser Abschied an. Ich möchte mit einem Zitat vom Wochenende schließen. Ich: „Was suchst du denn?“ Sie „den gestrigen Tag.“ 😔

  • Hallo zusammen,

    Ich muss mir heute mal wieder etwas von der Seele schreiben: mir fällt meine "Sandwich-Situation" aktuell wieder etwas schwerer. Seit vier Jahren fahre ich nun regelmäßig mind.1mal pro Woche meine Mutter besuchen mit allen aufs und Abs, die dazugehören. Selbst zur Corona Zeit wenigstens mit Besuchen im Garten oder indoor auf Abstand. Ein normales Gespräch ist mittlerweile kaum noch möglich, eher gibt es Antworten, die nicht zu meiner Frage passen o.ä. eigentlich spricht sie ja gerne. Mittlerweile geht es für mich insofern besser als manchen anderen und als mir in den ersten beiden Jahren, dass meine Mutter sich freut, wenn ich komme, gerne umarmt werden will etc.

    Insgesamt komme ich also auf ca.200 Besuche, die ich fast immer eher unangenehm finde , zu denen ich mich aufraffen muss und die mir grundsätzlich (deutlich)mehr Energie nehmen als geben.

    Gleichzeitig habe ich mit meinem neuen Partner (bin früh verwitwet) sechs erwachsene Kinder, die auch immer mal Zuspruch brauchen(Liebeskummer, Jobsuche etc.). Vor 10 Tagen wurde unter viel Aufregung mein viertes Enkelkind geboren(der Mutter ging es davor und danach schlecht, jetzt besser).

    Bei meiner anderen jungen Familie war meine Unterstützung wegen fehlender professioneller auch eine Zeit lang gefragt - und ich habe eine chronische Erkrankung, wegen der ich frühpensioniert bin.

    So bin ich gerade einfach erschöpft und überlege ernsthaft eine mehrwöchige Maßnahme raus aus allem hier, in der Hoffnung, dass dann nicht gerade was mit meiner Mutter ist - weil ich in erreichbarer Nähe eben die einzige Angehörige bin...


    Das mal so als Beispiel, was eigentlich Senioren im (Un-) Ruhestand noch zu wuppen haben.

    Und nun fühle ich mich schon wieder moralisch verpflichtet, bald meine Mutter zu besuchen - obwohl ich keine Lust dazu habe .. und es fällt mir schwer etwas zum Auftanken zu finden und mich vor den ewig neuen großen Problemen dieser Welt, von denen fortgeschritten demente Menschen zum Glück ja nichts mehr mitbekommen, zu schützen (Krieg, Klima, Umwelt, politische Entwicklung..).


    So, genug gejammert, wahrscheinlich bin ich heute Abend erleichtert, dass ich den Besuch bei meiner Mutter wieder für eine Woche hinter mir habe - nur weil sie mir leid tut und sonst niemand aus der Familie kommt.. vor vier Jahren gab es einfach keinen heimatnahen Platz.

    Danke fürs Lesen!

  • Das mal so als Beispiel, was eigentlich Senioren im (Un-) Ruhestand noch zu wuppen haben.

    Ja, mir kommt auch vor, dieser sogenannte Ruhestand ist v.a. die Zeit, in der man sich um all das kümmern uns sorgen (durchaus wörtlich zu verstehen) kann und muss, für das im Erwerbsleben und während der Kinderaufzucht nicht genügend Zeit zur Verfügung stand.

    Dafür haben die Ruheständler fast alle schon viele Lasten und Erfahrungen hinter sich und können mit viel Glück daraus für die neuen Lasten schöpfen.

    Leichter wird es aber dadurch auch nicht. Immerhin, mit zunehmendem Alter ist mensch oft nicht mehr so belastungsfähig.

    Daher würde ich auch an Deiner Stelle bezüglich des Besuchs bei der Mutter sehr genau abwägen, ob ich mich besser fühle, wenn ich ihn mal auslasse und stattdessen entspanne oder ob ich es doch lieber wieder hinter mich bringe und dafür ein besseres Gewissen (oder wie Du es nennen willst) habe.

    Denn manchmal kann das vermeintlich Angenehmere durchaus doch belasten, v.a. wenn man sich selbst aktiv dafür und gegen das Unangenehmere entscheiden muss.

    Vielleicht wäre aber eine mehrwöchige Erholung tatsächlich sinnvoll und danach wieder etwas mehr Energie?

  • Liebe Rose 60,


    Dein Gefühl kenne ich gut, mir ging es mit meiner dementen Mutter vor einigen Jahren auch so.

    Jeden Freitag bin ich drei Stunden hin und drei Stunden zurück ins Heim gefahren, um sie zu besuchen und war auch jedes Mal total erschöpft.

    Ich habe dann den Weg gefunden, das Wochenende einmal im Monat in einer tollen Ferienwohnung an der Ostsee zu verbringen und mir den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Hat geholfen und ich war für den Job wieder halbwegs fit.

    Ich habe mich auch nie getraut mal ein Wochenende nicht zu fahren, aus Sorge, dass Sie mich dann nicht mehr erkennt.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du einen Weg zur Erholung für Dich findest.

  • Hallo Rose60


    ach, ich kann Dich gut verstehen ...

    Und nun fühle ich mich schon wieder moralisch verpflichtet, bald meine Mutter zu besuchen - obwohl ich keine Lust dazu habe .. und es fällt mir schwer etwas zum Auftanken zu finden

    Wenn ich ehrlich bin, treibt mich auch eher das Pflichtbewußtsein dazu, meine Mutter zu besuchen, als dass es wirklich ein Bedürfnis meinerseits wäre ...


    Den Begriff "Sandwich-Situation" finde ich richtig gut ... alle brauchen uns, ob jung oder alt, groß oder klein mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ... aber wo bleiben unsere Bedürfnisse?

    Ich möchte Dich ermutigen, Dir tatsächlich Zeit für DICH zu gönnen (ist vielleicht eine verordnete Kur möglich?) und herauszufinden, woran Du Spaß hast. Vielleicht kann in Absprache mal jemand anderes aus der Familie einen Besuch übernehmen ...

    Fakt ist, wir werden auch nicht jünger ... und ich muss mich manchmal wirklich zu einem Besuch am Wochenende aufraffen ... und meine Mutter ist ja weiß Gott kein pflegeleichter Mensch ...

    Ich bin ja beruflich nochmal in einer Leitungsfunktion durchgestartet - das macht mir zwar Freude, ist aber gleichzeitig auch anstrengend und ich merke, dass ich das nicht mehr so leicht wegstecke wie mit 25 Jahren ...

    Meine Mutter interessiert das alles herzlich wenig ... sie meckert, weil ihr der neue Physiotherapeut nicht passt und weil alle anderen "dement" sind und weil sie die anderen Bewohner verdächtigt, ihren Wein wegzutrinken, und, und, und ...

    Liebe Rose60 , gönn' Dir unbedingt eine Auszeit um Kraft zu tanken, Du hast es verdient!

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    LG, SunnyBee

  • Vielen lieben Dank SunnyBee ! Ich denke ja schnell, ich nehme anderen einen Platz weg und schließlich muss/kann ich ja nicht mehr arbeiten etc. Und dafür ist es wirklich gut, wenn ich von außen bestärkt werde, dass ich mir eine längere Auszeit durch Reha o.ä.gönnen darf, wenn sie denn genehmigt wird.. ich denke dann schnell, anderen steht es mehr zu, dabei habe ich wirklich einige Einschränkungen und möchte ja noch einige Jahre durchhalten und meine Kinder bei den Enkeln unterstützen, etwas sportlicher werden nach meinem Unfall mit anschließendem Rollstuhl etc.

    Danke auch an elfriede für die lieben Worte!

  • Liebe Rose60


    auch wenn Du nicht mehr berufstätig bist, leistest Du Arbeit - indem Du dich um Menschen kümmerst, das ist soziale Arbeit. Und deshalb darfst Du Dir - ganz ohne schlechtes Gewissen - eine Auszeit gönnen, damit Du wieder Kraft für diese Arbeit findest.

    Alles Gute! LG, SunnyBee

  • Liebe Rose60 ,


    ganz allgemein schließe ich mich den vorherigen Antworten an.


    Ich denke du hast generell ein gutes Gespür dafür, was nötig ist - so auch bei diesem aktuellen Plan.


    Du hast dir eine solche Auszeit definitiv verdient. Wobei sie dir auch ohne deine unermüdliche Unterstützung zustände.


    Meine Empfehlung: Suche schon bald nach passenden Möglichkeiten. Es muss ja nicht gleich morgen losgehen, aber vielleicht peilst du einfach den Spätsommer an?!


    LG

  • Liebe Rose60 -


    Du darfst Dir nicht nur eine Reha oder Auszeit gönnen - Du musst. Wenn nicht, hättest Du sie sicherlich gar nicht erst beantragt. Daher drücke ich Dir die Daumen, dass sie genehmigt wird. Ich gebe SunnyBee recht: Arbeit ist nicht nur Job, sondern viele andere Dinge.

    Ich gebe auch zu: Mir geht es wir Dir und SunnyBee: Ich besuche meine Mutter eher aus Pflichtgefühl. Die Fahrt ist anstrengend, da ich im Hotel übernachte, sind die Kosten auch nicht zu verachten. Aber "die Außenwelt" versteht, dass ich nicht so oft zu Besuch kommen kann. Würde sie im gleichen Ort oder 30 Minuten von mir entfernt im Heim sein, sähe es anders aus. Da herrschen dann immer noch alte Muster: Die Tochter muss bitteschön regelmäßig zu Besuch kommen, ein Sohn müsste das nicht (weil, der arbeitet ja hart).

  • Lieber enh2292 : auch dir danke für die unterstützenden Worte. Spätsommer oder Herbst hatte ich auch von jetzt an gedacht, die Realität ist mind.5-6 Monate Wartezeit und ich habe noch nicht mal den Antrag gestellt. Habe aber nun einen Arzttermin dafür immerhin.

    Auch danke an TanjaS und SunnyBee (stimmt, soziale Arbeit! )

    Gestern habe ich zufällig in einer Jackentasche einen Einkaufschip gefunden, darauf stand "pro Reha"(woher auch immer der kommt..) das habe ich als Zeichen angesehen :)

    Liebe Grüße

  • TanjaS

    Da herrschen dann immer noch alte Muster: Die Tochter muss bitteschön regelmäßig zu Besuch kommen, ein Sohn müsste das nicht (weil, der arbeitet ja hart).

    Oh ja! Meine Mutter hat sehr unterschiedliche Erwartungen an mich oder meinen Bruder ... von mir wird erwartet, dass ich mich "kümmere", dass ich zur Verfügung stehe, dass ich präsent bin. Wenn man bedenkt, dass meine Mutter für mich nicht da war, erwartet sie ganz schön viel ... Bei meinem Bruder reicht ein Anruf pro Woche und er ist ein Star, weil er muss ja sooviel arbeiten. Bei mir hat sie noch nicht mal registriert, dass ich wieder arbeite ...

    Ich kann mich nicht beklagen, mein Bruder besucht sie regelmäßig, er tut was er kann - aber mich irritieren die unterschiedlichen Maßstäbe ...


    Rose60

    Gestern habe ich zufällig in einer Jackentasche einen Einkaufschip gefunden, darauf stand "pro Reha"(woher auch immer der kommt..) das habe ich als Zeichen angesehen :)

    Das Schicksal will es so! ;)


    LG, SunnyBee

  • Liebe SunnyBee -


    ich habe ja keine Geschwister, aber meine Mutter hat meinen Job nie für voll genommen - zuerst hieß es "wenn Du mal heiratest, dann gibst Du den eh auf". Jetzt zum Schluss hieß es, ich kann meinen Job nicht mit dem meines Vaters vergleichen, der hatte ja einen richtigen Job. Ich mache das ja nur als Zeitvertreib und weil mich niemand geheiratet hätte. Ah ja. Egal, Hauptsache, ich mache meinen Job gerne. Aber das sind leider die vorherrschenden Muster, gerade in der Generation unserer Eltern.


    Rose60: Der proReha Chip ist definitiv ein positives Zeichen! :)

  • Liebe TanjaS


    da bin ich ganz bei Dir ...

    Aber das sind leider die vorherrschenden Muster, gerade in der Generation unserer Eltern.

    Da fallen mir die ganzen Sprüche ein, die ich mir im Laufe der Jahre anhören musste ... z.B. als ich im reifen Alter von 27 Jahren noch keinen Mann an meiner Seite hatte: "Naja, aber Du hast ja noch Deinen Beruf" ... sozusagen als Trostpreis.

    Oder - bei den seltenen Gelegenheiten, wenn ich mal was von meinem Job erzählt habe: "Aber das macht Dir doch Spaß, oder?" Als ob es kein "richtiger" Beruf wäre, sondern eine Art "Hobby", eine Beschäftigung, weil ich nichts "Besseres" zu tun hatte ... verstehe das, wer will ...

    In der Anfangszeit meiner Mutter im Pflegeheim, als ich mich noch relativ intensiv um sie gekümmert habe, meinte sie dann immer: "Du könntest Altenpflegerin werden ... ".

    Für meine Mutter gehörte zum "Erfolg", einen (vermeintlich) tollen Mann an ihrer Seite zu haben und vor allem bewundert und beneidet zu werden. Ich frage mich bis heute, für was eigentlich ...

    Mir geht es heute gut, weil ich mich von den Erwartungen und Maßstäben meiner Mutter befreit habe, sie sind für mich nicht relevant.

    Dir noch eine gute Zeit - LG, SunnyBee

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