Wie geht es euch - Kapitel V

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  • Aber es ist ja so, dass Eltern ein Recht auf ihre Kinder haben - dies setzt das Gesetz durch, z.T. gnadenlos. Man selbst schaut zu, wie Unheil angerichtet wird ... und es kostet unheimlich viel Anstrengung, da einen Ausgleich zu schaffen.

    Ja, das kenne ich auch von einer guten Freundin. Der Ex-Mann (Narzisst, Jurist) verwickelt die Freundin wegen Nichtigkeiten immer wieder in ein Gerichtsverfahren nach dem anderen. Teilweise verfasst er eine Klage mit dem gleichen Wortlaut, obwohl er von der vorangegangenen Klage bereits ein Urteil bekommen hat. Immerhin hat er das Datum geändert.


    Das "Kind" ist leider wie ein Spion und liefert dem Vater immer die neuesten Geschichten. Sich über ihn zu unterhalten, geht nur, wenn das Kind nicht da ist, sonst riskiert man eine strafbewerte Unterlassungserklärung.


    Das Gericht ist da jedesmal gnadenlos, auch wenn die Richter schon selbst den Kopfschütteln.

    Narzissmus existiert bei unserem Amtsgericht nicht, obwohl es sogar für den Vater ein medizinisches Gutachten gibt und die Halbgeschwister nachweislich schwer geschädigt wurden durch den Vater.


    Schlaf gut. Du machst das toll, freue Dich an Deinem Enkel.

  • Liebe Schwarzerkater,


    Ich könnte ein Buch darüber schreiben (und vielleicht sollte ich es tun).

    Bitte mach das. Du hast soviel Erfahrung und es würde sicher vielen Menschen in ähnlichen Situationen helfen.


    Andererseits besteht die Gefahr, dass sich das Schwerwiegende dieser schlimmen Störung immer mehr verwässert und man dann nicht ernst genommen wird, wenn man darüber spricht. Das zieht sich bis in die Behörden hinein.

    Das hat die RAin, bei der ich war auch gesagt. Mir ist nicht wirklich klar, warum das einen negativen Einfluß auf die Rechtssprechung machen sollte.



    Herr Hamborg spricht immer mal davon, dass in der Demenz die stark narzisstischen Persönlichkeitsanteile vergessen werden können. Das finde ich sehr interessant und ich würde dazu gern etwas lesen, wenn es etwas gibt.

    Das würde ich auch, obwohl ich fürchte, dass es von der Art der Demenz abhängt (Alzheimer vs. FTD).

    Wer sollte denn hier wie an die Daten herankommen? Deshalb fürchte ich die Veröffentlichungen werden nur Einzelfallbeschreibungen sein.

  • Leider hatte ich auch mit meiner Mutter genau mit den Suiziddrohungen zu tun, die für sie Ausdruck ihrer immensen Verzweiflung waren und gleichzeitig mich dazu bringen sollten zu sagen, dass alles wieder gut wird.

    Aber das kann ich nicht machen, wenn der Demenzkranke noch so viele klare Phasen hat, dass er sich an ein nicht wahr werdendes Versprechen erinnert.

    Das wäre ein Vertrauensbruch, besonders schlimm, weil die dementen Angehörigen ja doch oft darauf angewiesen sind, sich auf uns verlassen zu können.

    Weil ich selbst eine ziemlich heftige Krankengeschichte habe, hat mich die manchmal täglich ausgesprochene Drohung sehr sehr belastet.

    Das hat mich dazu gebracht, den Neurologen um ein Antidepressivum für meine Mutter zu bitten. Damit wir beide nicht mehr unter dieser Sch....-situation leiden müssen. Sie kann sich nicht selbst trösten, die Krankheit ist nicht heilbar, ich oder andere können sie nicht trösten - wie sollte man sonst aus der Depression kommen?

    Und es hat geholfen. Sie ist wesentlich ausgeglichener, hat wieder mehr Freude am Leben. Kleinere Einbrüche der Stimmung können jetzt aufgefangen werden.

  • Hallo zusammen,

    Es ist nun wieder ein anderes Thema als die letzten Beiträge hier, aber heute Abend geht's mir nicht so gut 😞 habe meine Mutter im Krankenhaus besucht, sie liegt richtig flach mit Bronchitis, es klingt heftig und sie kann aktuell nicht mehr selbstständig essen, das wird aber angereicht nach meinem Hinweis am Sonntag. Aufstehen darf und kann sie nicht, sie hat einen heftigen Tremor phasenweise, das ist noch ungeklärt und kein Neurologe im Haus. Ich hatte anfangs nicht den Eindruck, dass sie mich erkannt hat und ein Gespräch war kaum möglich, nur immer wieder die Frage nach ihrer Mama. Dann zeigte sie mal auf den Schrank im Zimmer und sagte "in dem Schrank hab ich auch mal gewohnt" - das war schon echt traurig und heftig heute. Sie wirkte total hilflos, also ist sie ja eben auch..

    Heute Mittag hatte ich das Gespräch beim Hausarzt zur Aufklärung,was die Aufnahme ins Palliativnetz bedeutet, sehr nett und hilfreich.

    Das gab es während der Sterbephase meines Mannes noch nicht, ich bin dankbar, dass so etwas heutzutage möglich ist und nun nach dem Besuch im Krankenhaus und der mehrmaligen Aussage, dass sie bald wieder nachhause will, bin ich umso überzeugter, dass es richtig ist. Es heißt ja nicht, dass sie deshalb nächste Woche stirbt, aber die zunehmenden Wechsel ins Krankenhaus sollen vermieden werden.

    Bei Knochenbrüchen ist es trotzdem notwendig zur Herstellung der "Pflegefähigkeit" , habe ich gelernt, das waren noch meine Bedenken, aber so finde ich es gut.

    Der HA war ganz meiner Meinung, auch wenn meine Mutter mit stets gefärbten Haaren noch deutlich jünger wirkt als 93 Jahre..

    Wenn man es vergleicht mit den ersten beiden Jahren als sie noch teils verbal ) aggressiv auftrat, finde ich in Ordnung, wenn man irgendwann von dieser Welt gehen darf - hoffentlich endlich zu ihrer Mama...

    Traurige Grüße und danke fürs Lesen

    Rose60

  • Meine Liebe Rose60,


    was soll man sagen? Du hast alles getan, jetzt kannst Du Deiner Mutter noch den letzten Liebesdienst erweisen und sie in Würde gehen lassen.


    Das ist schwer, sehr schwer. Wir sind in Gedanken bei Dir.


    Alles Liebe Valentina61

  • Liebe Rose60,

    ich hab gerade deine Zeilen gelesen und ich muss sagen, ich hab einen richtig dicken Kloß im Hals…

    Ich hoffe, es geht deiner Mutter wenigstens in Bezug auf die Bronchitis bald wieder besser.

    Das Thema Palliativnetz und Aufnahme dahin kenne ich garnicht, da werde ich mich demnächst mal belesen.

    Es ist alles so traurig und ich ich kann deine Stimmung sehr gut verstehen.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Kraft für die kommende, schwere Zeit <3 <3 <3


    Liebe Grüße

    Stern

  • Liebe Rose,

    das ist sehr traurig! Versuche Dich ein bisschen abzulenken. Momentan kannst Du nicht viel tun außer Deine Mutter weiterhin zu begleiten und an ihrer Seite zu sein. Ich schließe mich Stern an und wünsche Dir viel Kraft, aufmunternde und auch tröstende Worte von Deinen Mitmenschen.

    molli

  • Ach, ihr Lieben, ich danke euch <3 <3

    Noch ist es ja nicht akut, der OA heute ging von Entlassung Ende der Woche aus und die Luftnot wird mit Cortison momentan gebessert.

    Als ich ins Heim (ganz nah, sehr praktisch) ging um etwas zu holen, war im Eingangsbereich eine Aktion für die Bewohner, eine Geschichte wurde vorgelesen und ein Musiker saß bereit. Da war ich so froh, dass meine Mutter diese Zeit dort bisher hatte(abgesehen von der eher trostlosen Coronazeit), es gab immer wieder Feiern (Herbst, Frühling, Advent etc.), es wurde gesungen u.v.m. auch wenn es in letzter Zeit schnell vergessen war, die Stimmung ist ja länger gespeichert ("das Herz wird nicht dement", heißt ein schönes Buch dazu). Und die Bilder der Vergangenheit wurden hoffentlich auch etwas überschrieben.

    Meine Mutter war immer/ist ein kommunikativer Mensch, Zuhause hätte sie die meiste Zeit einsam und allein gesessen. Vor fünf Jahren hat sie dort noch die Nächte oft im Sessel verbracht und hatte nachts Angst vor Geräuschen, das war ja im Heim alles viel besser.

    Schauen wir mal, wie es sich entwickelt..

    Liebe Grüße :love:

  • Liebe Rose,


    so wie Du schreibst, bin ich zuversichtlich, dass Dir mit allen zusammen gelingen wird, eine friedliche und zugewandte Umgebung für Deine Mutter zu zaubern. Das wird ihre Lage leichter erträglich machen für sie selbst und für Dich. Wenn es geliebte Menschen am Ende nicht so schwer haben, hilft das den Abschied etwas ruhiger zu akzeptieren.

    Jedenfalls habe ich das so erlebt.

    Viel Kraft und günstige Winde auf Eurem Weg

    Albatross

  • Liebe Rose,

    Sohn83 ist mit seinem Vater vor dir diesen Weg gegangen:
    "Wir hatten angedacht Pallativversorgung mit schmerzstillenden Medikamenten. Die war aber sowieso durch Hausarzt und Heimarzt 24/7 gewährleistet (Fentanyl Pflaster) das zweite Standbein war ein Betreuungs- und Besuchsdienst. (bei uns vor Ort war dies von der Caritas)

    Diese sind nicht nur für den Sterbenden da, sondern auch für die Angehörigen. Wird er nicht mehr gebraucht (weil sich der Zustand evtl. wieder verbessert hat) wird er abbestellt kann aber jederzeit wieder "aktiv" geschaltet werden.

    Mit der Dame vom Besuchsdienst habe ich viele gute Gespräche geführt, es war auch schön sie im Zimmer meines (nicht mehr ansprechbaren) Vaters vorzufinden, beim Hand halten und mit ihm reden.

    Ich hoffe ihm hat es das etwas leichter gemacht, mir hat es jedenfalls viel geholfen."


    In Gedanken bin auch ich bei dir.

    Buchenberg

  • Liebe Rose -


    Deiner Mutter gute Besserung und Dir liebe Gedanken, die Dir Mut machen. Meine Mutter hat auch einen Palliativausweis - ich habe das als reine Vorsorge angesehen, damit sie nicht unnötig bei kleinsten Zwischenfällen ins KH kommt. Laut Arzt beeinträchtigt sie das mehr als sich einfach im Heim die Zeit zu nehmen, sich auszukurieren. Bei schweren Zwischenfällen (Brüche oder ähnliches) käme sie weiterhin ins Krankenhaus. Ich sehe den Ausweis so auch als etwas, das ihr Leben angenehmer gestaltet.

  • Zwischenstand: meine Mutter muss weiter im Krankenhaus bleiben, sie kann überhaupt nicht mehr aufstehen und die Luftnot ist nur minimal besser,für mein Empfinden nicht mehr wirklich Regenerationskräfte da. Vor 1 Jahr war sie aus dem gleichen Grund dort, da lief sie noch über den Flur und erholte sich..


    Stimmt es, dass man mit Ü90 nicht mehr mobil wird, wenn man länger als drei Tage liegt? martinhamborg ?

    Ist es dann falsch die Geriatrie abzulehnen?

    Das wäre wieder ein Ortswechsel mit wieder vielen anderen Pflegern..

    Im Heim wurde sie lt.heutiger Aussage der Pflege in letzter Zeit auch schon teils mit Rollstuhl geschoben..


    Ach, es ist blöd, dass es soweit kommt. Dann kann man nicht mal selbstständig zur Toilette..

    Nunja, jammern hilft nicht, ich weiß, Bedauern ist trotzdem. Und bei dem Gewicht meiner Mutter ist es mit Pflege nicht so einfach.

    Sie wirkte gestern wie ein Kleinkind auf mich, habe zum ersten Mal meine Mutter gefüttert.


    Liebe Grüße

  • Liebe Rose60,


    das es eine Faustregel in punkto der Tagesanzahl gibt, glaube ich nicht.

    Es gibt aber in Bezug auf eine Infektion der Atemwege und damit einhergehende Bettlägerigkeit leider ein großes Risiko.


    Ich würde jetzt das Augenmerk auf eine ruhige Umgebung lenken, denn der Stress im Krankenhaus macht auch jüngere Menschen fertig, egal auf welcher Station. Erholen tut man sich dann zu Hause.

    Lass Dir Zeit zum Verdauen der neuen Situation und ihr zum Gesunden. Zwingen kann man das gesund werden nicht.

    Sohn83 sagte mal so in etwa, dass man das spürt, ob etwas anders ist. Fühlst Du da vielleicht eine Veränderung?

    Viel Kraft und Unterstützung wünsche ich Dir.


    Liebe Grüße

    Albatross

  • Albatross : ich habe schon einen gewissen Prozess diese Woche absolviert, bin morgens mehrmals weinend aufgewacht, aber es gibt keinerlei Anzeichen auf ein nahes Ende. Muss sicher nichts heißen und wenn meine Mutter nochmal die Kurve kriegt, hoffe ich auf eine gewisse schönere Zeit im Heim.

    Ich merke , dass ich innerlich auf Abschied eingestellt bin, wann auch immer, das hat bei meinem Mann gestimmt und auch bei meiner Schwiegermutter vor 10 Jahren.

    Nun habe ich erstmal ein paar neue, sehr schöne Nachtwäsche teile besorgt, meine Mutter hat sich immer gern schick gemacht, das ist das, was ich noch tun kann und es tut auch mir dann gut.

    Liebe Grüße

  • Liebe Rose60,


    Du hast schon so viel mitgemacht, kein Wunder, dass Du weinend aufwachst.

    Ob Deine Mutter im Sterben liegt, kann man erst wissen, wenn es tatsächlich so ist. Vielleicht kriegt sie nochmal die Kurve, wie Du sagst.

    Ich meinte nur, das Risiko ist halt doch sehr groß und man muss sich dessen bewußt sein, damit es einen nicht völlig von den Füßen holt.

    Pfleger und Ärzte haben mir schon oft gesagt, dass Sturz und Atemwegsinfekt leider Hand in Hand gehen in diesem Alter. Sie haben das so selbstverständlich mitgeteilt, nicht herzlos, dass mir klar wurde, meine Mutter kann jederzeit soweit sein. Weil sie eben viel stürzt.


    Wenn Du auf Abschied eingestellt bist, ist das diese Veränderung, die Du wahrnimmst?

    Nun habe ich erstmal ein paar neue, sehr schöne Nachtwäsche teile besorgt, meine Mutter hat sich immer gern schick gemacht, das ist das, was ich noch tun kann und es tut auch mir dann gut.

    Finde ich richtig gut! Das ist wie umarmt werden, auch wenn Du nicht dasein kannst.


    Liebe Grüße

    Albatross

  • Albatross : danke für deine lieben Worte!

    "Weinend aufgewacht" meinte ich bzgl.der Situation diese Woche. Ich war nun alle zwei Tage im Krankenhaus und habe das Gefühl meine Mutter kämpft, was auch jederzeit kippen kann. ich bin quasi auf alles eingestellt, ich wünsche ihr nicht Leben um jeden Preis und dazu hat sie mich entsprechend beauftragt, ALLES zu entscheiden. Das ist natürlich Verantwortung, sie erinnert mich auch an die Situation vor genau 14 Jahren, als es mit meinem Mann zuende ging.

    Eine Gnade ist ja, wenn man als alter und/oder schwerkranker Mensch einfach morgens nicht mehr wach wird, doch das liegt nicht in unserer Hand - nur die Weichen soll und will ich mit stellen.

    Das Palliativnetz ist informiert, greift aber erst nach Entlassung.

  • Liebe Rose60

    da hast du wirklich ein Päckchen zu tragen im Moment!

    ich bin quasi auf alles eingestellt, ich wünsche ihr nicht Leben um jeden Preis und dazu hat sie mich entsprechend beauftragt, ALLES zu entscheiden. Das ist natürlich Verantwortung

    Und du trägst die Verantwortung so gut - es ist mir ein Bedürfnis Dir zu sagen, wie inspirierend es für mich ist, Deine Beiträge zu lesen. Du hast immer wieder gezeigt, dass man an schwierigen Situationen nicht verzweifeln muss, sondern sie bewältigen kann und u.U. sogar daran wachsen kann. Falls Deine Mutter wirklich in ihrer letzten Lebensphase angelangt ist, wünsche ich Euch beiden, dass ihr liebevoll loslassen könnt. Mit der Nachtwäsche tust Du ihr was Gutes, das spürt sie sicher. Mehr kannst du nicht tun - ich denke immer, dies ist der Weg, den wir alle irgendwann alleine gehen müssen ...

    Meiner Mutter wünsche ich von Herzen, dass sie - wenn es soweit ist - einfach einschlafen darf, aber das liegt nicht in meiner Hand und ich muss es nehmen wie es kommt. Körperlich ist sie ja noch recht fit, aber der Geist ...

    Ich merke auch, dass ich nicht mehr so belastbar bin wie früher (man wird ja nicht jünger) und ich bin ja noch berufstätig. Deshalb gönne ich mir jetzt ein Wochenende ohne Besuch im Pflegeheim (offiziell bin ich in Urlaub und habe meiner Mutter einen Zettel an den Schrank gehängt ....).

    Ich habe lernen müssen, auf mich zu achten und ich habe miterlebt, wie es kommen kann, wenn man sich in der Pflege völlig aufgibt. Es hat mich eine für mich sehr wichtige Freundschaft gekostet. Meine Freundin hat bei der Pflege ihrer Mutter gegen alles und jeden gekämpft, weil sie der Meinung war, dass nur sie recht hat und alle anderen sich gegen sie verschworen haben. Wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen lief, dann fühlte sie sich angegriffen. Dennoch glaube ich heute, dass sie im Grunde genommen gar nichts ändern wollte, weil sie sich in der Opferrolle durchaus wohl gefühlt hat. Aber jetzt schwafele ich und das ist ja auch eine andere Geschichte ...

    Dir liebe Rose60 wünsche ich alles Gute und viel Kraft, ich bin sicher, Du wirst auch diesen Abschnitt in Würde bewältigen.

    LG, SunnyBee

  • Vielen lieben Dank SunnyBee für deine aufbauenden Worte!

    Und du hast nicht "geschwafelt", für manche stillen Leser mag auch die von dir beschriebene Situation eine wichtige Erkenntnis bergen!!


    Wir machen alle so unsere Erfahrungen im Laufe des Lebens und auch ich musste schmerzhaft (im wahrsten Sinne des Wortes) lernen , dass ich Grenzen setzen darf, dass nicht immer die anderen wichtiger sind als ich, dass man Hilfe annehmen darf und dies sinnvoll ist u.v.m.

    Besonders wenn man streng erzogen wurde und Gefühle früher nie respektiert wurden, man oft abgewertet wurde, hat man oft als Erwachsener die Neigung über Grenzen zu gehen. Das funktioniert eine Zeit lang, aber nicht auf Dauer !!


    Liebe Grüße

  • Fortsetzung von: Hallo erstmal und meine „Geschichte“


    Weil ich den Thread von @Trinity15 nicht noch mehr kapern möchte (sorry dafür) schreibe ich hier weiter.


    Ich weiß ich bin nicht (mehr) aktiv von Pflege und Demenz betroffen. Aber ich weiß es gibt hier viele stille Mitleser die nicht selbst schreiben, die ich aber genau dazu ermutigen will. Warum? Weil es euch helfen kann!!


    So sehr dieses Forum mit seinen Ratschlägen und Hilfen zur Demenz gutes tut, ich glaube die gegenseitige Unterstützung und Verständnis das einem hier entgegenkommt ist mindestens genauso wichtig. Gerade für diejenigen die (wie so oft) alleine oder mit wenig Unterstützung dieser gewaltigen Aufgabe gegenüber stehen.


    Was ich in diesem Forum immer wieder bemerkenswert finde ist die Ähnlichkeit die viele Biographien aufweisen. Jede Geschichte ist unterschiedlich, aber nachdem man einige gelesen hat kann man manchmal im Text schon ahnen wie es weitergeht. Versteht ihr was ich meine?


    Hier in diesem Forum scheint mit großer Häufigkeit ein bestimmter "Typ" Mensch aufzutreffen (da zähle ich mit dazu). Alter, Geschlecht ect spielt da keine Rolle.


    Gestern hatte ich einmal wieder einen Termin mit meiner Psychotherapeutin (aktuell alle 3-4 Wochen für 30 Minuten, Sicherheitsnetz weil ich da so möchte).
    Da haben wir auch ein wenig Resümee über das letzte Jahr gezogen. Ich habe ihr dann gesagt "Ich möchte mir nicht ausmalen wo ich heute stehen würde wenn ich mich vor über einem Jahr nicht in Behandlung begeben hätte" und das stimmt. In dem Jahr (13 Monate) ist bei mir viel passiert "Pflege, Sterbephase, Tod, Verarbeitung, Neuausrichtung, persönliche Veränderungen, Outing, erste Beziehung" eigentlich ein kompletter Neustart meines Lebens " im Vergleich vor einem Jahr hatte ich noch Angst und Herzrasen wenn ich das Haus verlassen habe.



    Aber, ohne dieses Forum wäre ich aber schon vorher wohl irgendwann am Ende gewesen. Hier kamen (anfänglich schmerzhafte) Impulse wie "Du darfst Pflegetätigkeiten auch abgeben" "Du musst NICHT", "Kümmere dich auch um dich selbst". Sachen die ich eigentlich früher nicht zu denken gewagt hätte. Dafür Danke!


    @Valentina61

    vielen Dank für deine lieben Worte im anderen Thread.

    Wie Rose ebenfalls schon sagte vielen gehen durch diese Phase aber es lohnt sich. Es ist nicht immer leicht aber ich bin froh "die Reise angegetreten zu haben".

    Wenn man dann mit Anfang 40 das erste mal in seinem Leben überhaupt anfängt "zu Leben" ist das schon oft beängstigend. Dann fällt aber plötzlich der Vorhang und man sieht sein bisheriges "Leben" mit ganz anderen Augen, ordnet Dinge neu ein. Man sieht wo man aktiv manipuliert wurde um ein bestimmtes "Ergebnis" zu erreichen. Das narzistische Persönlichkeitsbild taucht in diesem Forum häufig auf. War mein Vater ein lupenreiner Narzist, sicherlich nicht. Aber ausgepräfte diesbezüglich Tendenzen muss ich ihm leider schon zuschreiben. Ich denke er war sich oft sehr bewusst wie es mir ging, aber anstatt zu helfen hat er dies ausgenutzt um mich zu manipulieren".

    Erkennen kann ich dies jetzt erst. Wie du schon geschrieben hast "Ich kannte es nicht anders" ich dachte das wäre "Normal". Intressant ist, ich komme jetzt mit viel mehr Menschen in Kontakt, Leute die meinen Vater kannten, Familienmitglieder wo oft seit 20 Jahren kein Kontakt mehr bestand obwohl sie keine 2km entfernt wohnten. Diese bestätigen meine "neue" Einschätzung der Dinge sehr nachdrücklich. So ergibt sich langsam ein deutlich gewandeltes Gesamtbild.


    Ich glaube zum ersten mal in meinem Leben bin ich an einem Punkt wo ich sagen kann "Ich freue mich auf das was kommt".

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