Spruch des Tages

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  • Ich sitze am PC und höre die langsamen und tapsigen Schritte des Schwiegervaters näherkommen. Als er im Türrahmen steht, frage ich: „Bist du auf der Suche?“

    Er: „Nein.“

    Ich: „Musst du auf Toilette?“

    Er: „Ach so!“

  • Zum Abendessen gibt es meist Salat und belegte Brote. Schwiegervater hat seinen Salat und zwei Schnitten verputzt, greift nach einer weiteren Schnitte Brot und sagt:

    „Das ist mein letzter Bissen!“
    und nach einer Pause: „Für heute.“

  • Heute ist Duschtag für Schwiegermutter. Als sie frisch geföhnt am Frühstückstisch sitzt, wird Schwiegervater zur Morgentoilette ins Bad geführt.
    Er sieht den nassen Boden und sagt: „Wer hat denn hier so eine Sauerei gemacht?!


    (Ich glaube, er hat in seinen 92 Mannesjahren niemals Boden gewischt.)

  • „Ich wünsche mir, dass meine Mutter so wird, wie sie nie war.“


    (Sandra Konrad ist Therapeutin und zitiert mit dem Spruch im FAZ-Interview einige ihrer Patientinnen.)

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Interessanter Gedanke ...

    Spontan würde ich aber antworten, dass ich mir von meiner Mutter gar nichts mehr wünsche, das habe ich vor langer Zeit aufgegeben. Ich wünsche mir meinen inneren Frieden im Umgang mit ihr, sonst bin ich nicht in der Lage die Betreuung zu leisten.

  • „Ich wünsche mir, dass meine Mutter so wird, wie sie nie war.“

    Diesen Wunsch hatte ich in meiner Jugend, aber später nicht mehr.

    Seit ihre Demenz deutlich wurde erst recht nicht, da wünschte ich nur, dass es für alle Beteiligten erträglich bleiben kann bis zu ihrem Tod.

  • Die Pflegerin kommt mit Schwiegervater aus dem Badezimmer, um ihn zu Bett zu bringen. Fragt Schwiegermutter:
    „Ich weiß gar nicht, wo ICH heute schlafen soll. Wir haben doch nur zwei Betten! Werde ich jetzt weggeschickt?“

  • Ist ja herrlich:))

    Ja, die Pflegerin, meine Frau und ich haben herzhaft gelacht, aber Schwiegermutter stand die Angst in den Augen, und wir brauchten dann eine ganze Weile, um sie zu beruhigen.
    Es gab schon mehrere Situationen, wo sie die Pflegerinnen als Eifersuchtsobjekte ansah, - entweder indem sie an der Badtüre lauschte, wenn ihr Mann dort gepflegt wurde, oder indem sie ihrem Mann riet: "Bleib liegen! Mit DER gehst du nicht mit!"

    Das ist dann gar nicht mehr lustig.

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Am Ende der psychiatrischen Sprechstunde, bei der Schwiegermutter Lots Frau gespielt hatte, verabschiedet sie sich nicht vom Arzt und sagt: „Ich hoffe, ich sehe Sie nie wieder!“

  • Das nenne ich direkt - ohne Filter! ;)

    Ja, soziale "Filter", die wir im Laufe eines langen (Arbeits)Lebens erwerben, um die soziale Reibung zu vermindern, gehen bei Demenz schnell verloren. Auch die Empathie, mit der man fremde Verletzungen spürt, verschwindet - falls man vordem davon hatte.

  • Meine Mutter redet inzwischen ganz ohne Filter - ihr ist nichts mehr peinlich, mir dafür manchmal umso mehr ...

    Z.B. wenn wir unterwegs sind und sie kommentiert das Erscheinungsbild anderer Menschen ... "die hat aber einen großen Busen!" ...

    Takt und Einfühlungsvermögen waren allerdings nie ihre Stärken.

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