Zu Hause mit schizophrenen Kindern doch besser als Pflegeheim?

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  • Hallo allerseits! Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Meine Mutter - 84- eigentlich sehr gesund, hat Demenz im mittelstadion- 19 von 30. sie lebt zusammen mit meinen zwei schizophrenen Geschwistern, wobei meine Schwester ziemlich arge symptomatiken hat- sehr wechselhafte Stimmungen, einmal der absolute Tyrann, dann wieder sehr fürsorglich, auch null Verständnis für die Vergesslichkeit meiner Mutter. Sie lässt kaum Hilfe von außen zu. Mein Bruder sehr paranoid- macht immer die Vorhänge zu wenn er sich aus seinem Zimmer traut, was eher selten der Fall ist, dreht Licht ab usw.

    Meine Mutter hat eine „fröhliche“ Demenz, Dh es geht ihr fast immer gut und sie vergisst sofort alles was irgendwie negativ ist- also zb die aggressiven Ausbrüche meiner Schwester zb. Sie erkennt die Lage meiner Geschwister nicht als leid an. Sie fühlt sich daheim im Grunde sehr wohl, sitzt immer an ihrem Platz am Tisch mit ihren Büchern, Fotos u Zeitungen rundherum- oder auf ihrer Terrasse. Da ich aber die Ausbrüche meiner Schwester nicht mehr aushielt- sie hat die Hauskrankenpflegerin brutal hinaus geworfen zb- habe ich meine Mutter sehr spontan in ein Pflegeheim bei uns im Ort untergebracht, dachte auch sie genießt es einmal umsorgt zu werden und dass man auch liebevoll mit ihr umgeht. Sie hat sich zu Hause hauptsächlich von purem Zucker ,Schokolade und milch ernährt- nicht mehr gewaschen, nicht umgezogen,… muss ich noch erwähnen.

    In Wahrheit ist es jetzt aber so dass sie sich im Pflegeheim total verloren u überhaupt nicht wohl fühlt, sie rennt den ganzen Tag durchs Heim, geht in die Zimmer der anderen Bewohner, klaut deren Sachen…die Pflegerinnen sind leicht überfordert sie aufzuhalten da es ein offenes Heim ist u sie theoretisch wenn sie den Ausgang fände abhauen könnte. Auch ist das Heim eher krankenhausartig von der Atmosphäre und sie teilt sich ein Zimmer mit einer Dame im Endstation der Demenz- aber ist auf Warteliste für Einzelzimmer.

    Sie ist jetzt gerade mal 1 1/2 Wochen dort, aber ich überlege sie wieder heim zu holen, weil für sie ist das Leid daheim erträglicher als das Entwurzeltsein im Heim. Obwohl zuhause wirklich oft Gefahr in verzug ist, da meine Schwester eine Katastrophe ist…

    Ihre Demenz ist bis jetzt eher langsam voran geschritten, Dh sie könnte vlt noch 1- 2 Jahre in ihrer Vertrauten Umgebung sein. Aber die pflegeheimplätze hier sind extrem rar, die Wartelisten sehr lange. Am Samstag werde ich sie wieder besuchen. Die letzten Male wollte sie natürlich unbedingt nach Hause gefahren werden…

  • Illuu

    Hat den Titel des Themas von „Demenz und Schizophrenie“ zu „Zu Hause mit schizophrenen Kindern doch besser als Pflegeheim?“ geändert.
  • Hallo Illuu,


    „Fröhliche Demenz“ ist eine Gottesgabe – mehr noch für die Umgebung als für die Kranken.

    Du schreibst:...für sie ist das Leid daheim erträglicher als das Entwurzeltsein im Heim.“ Ist das nicht deine Präferenz? Außerdem deutest du an, dass der Umzug ins Heim mehr vorsorglich als aktuell nötig sei.


    Das spricht zum jetzigen Zeitpunkt eher für Kurzzeitpflege als für eine dauerhafte Unterbringung.


    Lieben Gruß!

    Buchenberg

  • Mein Gedanke ist mehr die Gefährdung durch die Schizophrenie-kranke Tochter. Da könnte es dennoch besser sein, die Mutter im Heim zu belassen.

    Dass die Eingewöhnung schwierig ist und auch nach 1,5 Wochen längst noch nicht abgeschlossen ist, kann man hier ja wirklich häufig lesen und dass die Betroffenen in dieser Zeit (und noch viel länger) immer wieder nach Hause wollen, ist ja direkt schon vertraut.

    Aber ich sehe eben die o.g. genannte Gefährdung im vertrauten zu Hause als hohes Risiko ebenso, wie die drohende Problematik, die Mutter im Akutfall dann wieder neu in einem Heim unterbringen zu können.

    Von daher denke ich eher an Durchhalten und Eingewöhnen.

  • Ja das stimmt, es war mehr od weniger vorsorglich, weil ich mir dachte meine Schwester ist (wiedermal) kurz vor der zwangseinweisung. Und dann steht man plötzlich da- von heute auf morgen wäre meine Mutter alleine, (so gut wie-weil Bruder sich nicht blicken lässt, ich wohne 2 Stunden entfernt) und das geht nicht mehr… da hätte sie glaube ich Angst.

    meine Entscheidung sie ins Heim zu bringen war wohl aus Angst und Überforderung- wenn ein Platz in einem anderen Heim frei würde, wäre es wohl besser für meine Mutter sie ist wieder ein Zeiterl daheim und vergisst hoffentlich wie schrecklich es ist, da wo sie jetzt ist..? Oder es ist für sie immer schrecklich..? Bin gedanklich sehr gestresst vom vielen abwägen, überlegen, … danke für deinen Rat! In Wahrheit will ich einfach dass es ihr gut geht….

  • Ich habe dieses Forum erst heute entdeckt aber schon bissl rein gelesen wie schwierig die Eingewöhnung bei vielen ist…

    …hilfreich zu lesen dass man nicht allein ist.


    Ich halte es einfach so schwer aus meine Mutter so hilflos zu erleben. Ihr Zuhause seit 60 Jahren ist die dort- ist wohl ihre Identität. Aber mal sehn wie es am Samstag wird. Vielleicht hat sie sich schon etwas mit der neuen Umgebung anfreunden können..? Das Heim wo sie jetzt ist, ist in ihrer geliebten Heimatstadt, aber sie kann dort zb nichtmal raus in den Garten gehen, da muss erst die seniorenbetreuung Zeit haben um sie mitzunehmen…Dh frische Luft gibt es nur 1-2 mal pro Woche… für 1 Stunde…

  • Hallo Illuu,

    wenn ich es richtig verstanden haben, gibt es für Deine Mutter eine offizielle Demenz-Diagnose, ja? Hat sie denn einen Pflegegrad?

    Bist Du in Kontakt mit dem sozial-psychiatrischen Dienst Deiner Stadt oder mit der Beratung eines Pflegestützpunkts? Das sind kompetente Ansprechpartner in solch einer schwierigen Situation, wie Du es beschreibst.

    Ich stimme ecia25 zu, dass die Umstände zuhause nicht hilfreich sind und dass eventuell Gefahr im Verzug ist. Bitte nicht falsch verstehen, daber Deine Geschwister sind doch mit der Betreuung einer demenzkranken Mutter garantiert überfordert, oder?

    Gibt es einen Hausarzt, der Eure Familie kennt und der Deine Mutter vielleicht mal im Heim besuchen könnte und der Dir mit der Einschätzung der Situation weiterhelfen kann?

    Die Eingewöhnung kann schwierig sein (ich spreche aus Erfahrung) und dauert ... da muss man etwas Geduld haben und die Emotionen der Angehörigen aushalten. Wenn ihre Demenz langsam fortschreitet, besteht auch die Möglichkeit, dass sie noch im Heim "ankommt" (war bei meiner Mutter so).

    Dir alles Gute, LG SunnyBee

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Illuu, zunächst wünsche ich Ihnen sehr, dass sich Ihre Mutter in dem Heim einlebt und die Probleme jetzt am Wochenende nachgelassen haben!


    Egal, wie Sie sich entscheiden, ist diese Erfahrung jetzt wichtig, denn Ihre Sorge kann ich gut nachvollziehen.


    Sie stecken in einem echten Dilemma: Auf der einen Seite geht es Ihrer Mutter trotz der schlimmen Verhältnisse in ihrer Häuslichkeit sehr gut. Aber von Ihrer Schwester geht die Gefahr für häusliche Gewalt und Vernachlässigung aus, -immer dann, wenn sich ein psychotischer Schub anbahnt und eine Einweisung notwendig wird.

    Zu diesem Zeitpunkt ist es in jedem Fall hilfreich, wenn Ihre Mutter in einer Kurzzeitpflege versorgt werden kann.


    Bei Ihren ersten Zeilen hatte ich auf der anderen Seite das Bild, dass dieses Zusammenwohnen für alle Beteiligten stabil und angemessen sein könnte.


    Vielleicht hatte oder hat es auch für Ihre psychisch kranken Geschwister eine therapeutische Wirkung, mit einer so gutmütigen fröhlichen und vergessenden Mutter zusammen zu leben.

    Aber eine solche Wohnsituation darf nicht dem Zufall überlassen werden, es braucht echte psychiatrische Hilfe und Begleitung.


    Haben Sie die Situation mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst besprochen?

    Ich könnte mir vorstellen, dass engagierte Kolleg*innen dort gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen suchen, das häusliche System zu stabilisieren - oder eben entsprechend Ihre Geschwister im "Blick" behalten, falls diese durch die Veränderung einen Schub gekommen.


    Gibt es einen Betreuer für Ihre Schwester, sodass sie den ambulanten Dienst nicht einfach herauswerfen kann?


    Eigentlich sieht unser Gesundheitssystem für diese Fälle ambulante psychiatrische Pflege über die Krankenversicherung vor. Davon könnte Ihre Mutter zusätzlich zu den Leistungen der Pflegeversicherung profitieren. Ihre Schwester und Ihr Bruder könnten entsprechend eingebunden werden.

    Leider gibt es dieses gesetzlich vorgesehene Angebot zu selten, weil u.a. zu niedrige Entgelte verhandelt werden können.


    In manchen Städten gibt es auch "gemeindepsychiatrische Verbünde" in denen Anbieter aus allen Bereichen - also auch der Gerontopsychiatrie zusammenarbeiten und ggf. gemeinsame Lösungen suchen.

    Vielleicht haben Sie Glück...

    Ihnen viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

  • Sie hat mittlerweile pflegestufe 4 bekommen- bin in Österreich- ab der 4er darf man in ein Heim. Ja es stimmt- meine Geschwister sind auf jeden Fall nicht für Pflege einzusetzen. Das einzige was meine Schwester macht, ist, dass sie mit meiner Mutter ihr Essen auf Rädern teilt- und das auch nicht verlässlich leider.

    Aber in der Wahrnehmung meiner Mutter kümmert sie sich noch immer um meine Schwester und auch Bruder- was sie in emotionaler Hinsicht wirklich noch tut teilweise, aber ich glaube mittlerweile großteils wird sie von meinen Geschwistern emotional ausgebeutet. Sie hat ihre Autorität verloren. Aber es schwankt- teilweise sind sie noch ein gutes Team.

    Und jetzt im Heim hat sie das alles verloren-

    Gepflegt wurde meine Mutter zum Schluss von Hauskrankenpflege- und sie bekam vor dem Heim einmal die Woche Besuch von einer seniorenbetreuerin. Mein Bruder wird betreut vom mobilen psychiatrischen Dienst, doch beide Betreuer- die meines Bruders u meiner Mutter sind noch sehr jung u haben auch keine Erfahrung mit Heimeintritt u Demenz. Von ihnen kam die Einschätzung dass es nicht mehr lange gut gehen wird. Nur wartet man so lange bis wirklich etwas passiert oder handelt man vorher? Sprich- kommt Mama in die Sicherheit eines Heims.

    Das ist irgendwie die Frage- Selbstbestimmung dafür emotionale Stabilität- auch wenn Ernährung hauptsächlich aus Zucker besteht zb u Schwester oft verbal aggressiv. Oder Heim und dafür komplett verloren…?

    Aber das ich den Hausarzt um Rat frage ist eine gute Idee.

  • …den vorangegangenen Post wollte ich eigentlich schon vor ein paar Tagen senden, hab es aber gerade eben erst getan, hab’s wohl versehentlich nicht abgeschickt.

    aber passt wohl ganz gut zu Martins Nachricht. Danke für deine und eure Worte!


    Ich war gestern bei meiner Mutter im Pflegeheim und es scheint ihr weit besser zu gehen. Sie hat kein einziges Mal meine „großen“ Geschwister erwähnt! Obwohl sie die letzten Jahre immer das Bedürfnis hatte nicht allzu lang außer Haus zu sein damit sie „aufpassen“ kann bzw Streit schlichten (die zwei hassen sich noch dazu…). es schien fast so als hätte sie auf die beiden vergessen. Vielleicht liegt es daran, dass sie alles was irgendwie negativ in ihrem Leben ist- vergisst. Und meine Geschwister umgibt einfach eine Aura des Negativen.

    Und dort wo sie jetzt ist- die Pflegerinnen sind soo nett und bemüht, auch hat sie schon etwas Kontakt mit einer auch dementen Dame dort. Und sie nimmt an den Seniorenaktivitäten teil.

    Sie hat anscheinend/vielleicht auch ihre erste schlimme Woche dort im Heim vergessen..? Bzw weiß sie vielleicht gar nicht wie lange sie schon oder erst dort ist? (Noch nicht einmal 2 Wochen)

    Jedenfalls -ich glaube es war die richtige Entscheidung. Sie braucht Sicherheit und vertrauensvolle Menschen in ihrer Umgebung. Und das ist wahrscheinlich wichtiger als ihre urvertraute Umgebung.

    Auch wenn sie dort keinen direkten Zugang zum Garten hat, das ist wohl das kleinere Übel.

  • Hallo Illuu

    wie schön, dass sich das Einleben im Pflegeheim für Deine Mutter stabilisiert hat!

    Bzw weiß sie vielleicht gar nicht wie lange sie schon oder erst dort ist?

    Ja, die zeitliche Orientierung kann schon verloren gehen ... meine Mutter meinte heute zu mir, sie sei ja in Kurzzeitpflege - sie ist jetzt seit zweieinhalb Jahren im Heim :)


    es schien fast so als hätte sie auf die beiden vergessen. Vielleicht liegt es daran, dass sie alles was irgendwie negativ in ihrem Leben ist- vergisst. Und meine Geschwister umgibt einfach eine Aura des Negativen.

    Manches Vergessen hat seine Vorteile - und was für ein Glück, dass Deine Mutter Negatives vergißt. Jetzt geht es darum, dass Deine Mutter sich geborgen und beschützt fühlt. Dass sie an den Seniorenaktivitäten teilnimmt, ist doch ein gutes Zeichen, oder?

    Meine Erfahrung war, dass es im Pflegeheim mit das Wichtigste ist, ob das Pflegepersonal engagiert und zugewandt ist. Das ist auch für die Angehörigen hilfreich, damit man diese Aufgabe mit gutem Gewissen abgeben kann. Alles andere (Möbel, Ausstattung, Gebäude, usw.) ist m.E. nicht so wichtig wie eine liebevolle Betreuung und für die Angehörigen ein "guter Draht" zum Pflegepersonal.

    Der Zugang zum Garten lässt sich vielleicht in einer kleinen Weile "organisieren", eventuell gibt es ehrenamtliche Helfer, die so eine Aufgabe übernehmen möchten?

    Dir alles Gute, LG SunnyBee

    • Offizieller Beitrag

    Jedenfalls -ich glaube es war die richtige Entscheidung. Sie braucht Sicherheit und vertrauensvolle Menschen in ihrer Umgebung. Und das ist wahrscheinlich wichtiger als ihre urvertraute Umgebung.

    Hallo Illuu,

    mit fortschreiten der Demenz erlebe ich es auch so, dass ein angemessener Umgang, eine vertrauensvolle Beziehung und der wertschätzende Kontakt und die entsprechende Kommunikation an Bedeutung gewinnen und Räumlichkeiten und deren Gestaltung zunehmend weniger wichtig werden.
    Klingt gut, was Sie beschreiben und wie es sich für Ihre Frau Mutter entwickelt aktuell.

    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Heute war meine (gesunde) Schwester zu Besuch bei meiner Mutter und sie besuchten gemeinsam das Gasthaus wo wir schon sehr oft auf Kaffee u Kuchen waren.

    Danach wollte sie wieder unbedingt heim gefahren werden und wurde sehr unruhig.

    Aber wieder im Seniorenheim angekommen haben sie sich zusammen zu drei anderen Damen gesetzt und eine Pflegerin konnte meine Mutter ablenken sodass meine Schwester fahren konnte.

    Also es sind jetzt erst drei Wochen dass sie dort ist- aber ich weiß nicht ob wir jemals wieder einen Besuch machen können zu Orten die sie mit ihrem Daheim verbindet, geschweige denn mit ihr wirklich mal heim fahren..? Dort sind meine (schizophrenen) Geschwister - meine Schwester würde sie wahrscheinlich nimmer weggehen lassen…

    Eigentlich wollte ich für meine Mutter genau dieses Heim weil es in ihrer geliebten Heimatstadt liegt, mit den Kaffeehäusern und der Kirche- aber wenn wir da unterwegs sind wird sie wie gesagt sehr unruhig und will dann nach Hause.

    Aber sie sieht es eben überhaupt nicht so dass es daheim nimmer ging. In ihrer Wahrnehmung war alles gut…


    Sie bekommt auch nächste Woche ein Einzelzimmer. Ihr jetziges hat sie bis dato noch nie auf Anhieb gefunden, aber vielleicht wird’s beim neuen Zimmer anders weil das näher am „Zentrum“ liegt. ich bin gespannt…

  • Und es stimmt- trotz all dem Stress den sie vielleicht dort hat mit dem nicht finden ihres Zimmers und wahrscheinlich Heimweh… habe ich mittlerweile ein besseres Gefühl wenn sie dort ist weil die Menschen einfach so nett mit ihr umgehen und reden- auch die Stimmung unter den Pflegerinnen ist ausgesprochen gut und auch lustig, vielleicht kann sich das in ihrem Gedächtnis doch noch irgendwie einprägen dass sie es als daheim und vertraut empfindet…?

  • Liebe Illu,

    es dauert einfach noch eine Zeit bis sich deine Mutter eingelebt hat. Meine Mutter verwirren Besuche außerhalb der Einrichtung auch etwas. Wenn wir dann wieder zurück kehren, ist sie immer etwas unsicher, ob sie sich wieder zurecht findet.

    Ich habe übrigens ein Foto meiner Mutter mit ihrem Namen an ihrer Zimmertür. So findet sie ihr Zimmer immer sofort.

  • Liebe Anette,

    Danke für deine Worte, wir müssen wohl wirklich noch etwas Geduld haben, oder einfach akzeptieren dass es so ist wie es ist, weil die Pflegerinnen trauen sich keine Prognose abgeben wie lange es dauert bis sie sich eingewöhnt hat od überhaupt eingewöhnen wird.

    ihre Türe haben wir versehen mit Namen, auch einem Bild und (Plastik)Blumen die wir auf den Türrahmen geklebt haben, damit sie schon von weitem sieht wo die richtige Türe ist und nicht erst wenn sie direkt davor steht. Nächstes mal werde ich’s mit Foto versuchen- habe ich bisher nicht gemacht, weil sie sich selbst für eher unfotogen hält. Aber ich lasse sie eines von mehreren aussuchen.

  • Liebe forumsmitglieder! Jetzt ist es schon ein Monat her seit meine Mutter ins Heim eingezogen ist, und ich lese sehr oft eure Beiträge, weil es sind wirklich die Themen und Gedanken die auch mich sehr beschäftigen und dafür möchte ich danke sagen, dass ich lesen darf was in euch vorgeht, was ihr erlebt mit euren Angehörigen mit dieser Krankheit und auch für eure Ratschläge! Es hilft sehr.


    Ich schwanke emotional, je nachdem wie es meiner Mutter geht. Seit Montag hat sie ein Einzelzimmer, welches wirklich schön ist.

    Aber seitdem ist sie laut Pflegerinnen wohl wieder sehr unruhig- Dh sie wandert herum (das Zimmer ist eh ganz ähnlich und nahe am alten- aber es ist trotzdem anders) Heute war sie sehr schwach, langsam und unsicher zu Fuß unterwegs und tat sich schwer beim Essen. Sie sagte sie hätte das Gefühl dass es ihr den Hals zusammen schnürt. Die viele wanderei und die Umstellung oder einfach alles, laugt sie offenbar sehr aus. Anscheinend bekommt sie auch noch andere Medikamente, welche ich aber erst am Montag oder Dienstag erfragen kann. Und die anderen Damen sind nicht besonders nett zu ihr, weil sie sie nachts mit ihrer wanderei in ihren Zimmern anscheinend oft belästigt.

    Ich weiß nicht was in ihr da vorgeht wenn sie in der Nacht umherwandert? Gibt es da einen Schalter der sich umlegt? Tagsüber ist sie glaube ich nicht so extrem planlos- obwohl sie möchte im Heim das Essen immer bezahlen, sie will/ kann noch nicht ganz verstehen wo sie ist. Ich habe Angst dass sie die Umstellung nicht verkraftet und noch schneller abbaut. Bisher lief es eigentlich recht gut, aber heute war sie einfach so ausgelaugt und traurig.


    Wenn die anderen Bewohner auch etwas dementer wären, würden sie vergessen was in der Nacht passiert?

    Daher hab ich am Nachhauseweg einen kleinen Umweg gemacht zu einem Heim für ausschließlich demente Menschen- es ging weit lebendiger zu und es waren viel mehr Pfleger anwesend- und das am Wochenende. Und jederzeit freier zugang in den Garten…

    Und eine kleine Dame mit rollator empfing mich mit den Worten: „schämst di net?“ - wie treffend!


    Lieber Herr Hamborg, danke für den tip mit dem Foto aus der guten alten Zeit - das werde ich probieren.


    „Es freut mich zu lesen, wie sehr Ihre Mutter von freundlichen Menschen begleitet wird“


    Nur es scheint als würden die freundlichen Menschen leider nicht unendlich Geduld haben…

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Illu,


    Störungen im Schlaf- Wachrhythmus sind bei Betroffenen kein seltenes Phänomen, weswegen es in der Versorgung von Menschen mit Demenz Konzepte gibt, damit umzugehen. Dazu kann z.B. gehören, die Zeit zu der ins Bett gegangen wird, hinauszuzögern. Aber auch Tagschlaf (das berühmte "Nickerchen") zu begrenzen, ist ein Beispiel.

    Wenn die anderen Bewohner auch etwas dementer wären, würden sie vergessen was in der Nacht passiert?

    Grundsätzlich ja im Sinne dessen, wenn Sie sie zur vergangenen Nacht befragen. Die direkte "Störung" in der Nacht würden sie aber natürlich dennoch erleben.

    Grundsätzlich gilt, dass eine gute Nacht am Tag gemacht wird und stets Maßnahmen der Schlafhygiene / Rhythmusstabilisierung Vorrang vor Medikamenten haben sollen.

    Ihre Frau Mutter benötigt aber sicherlich auch Zeit, sich erstmal einzugewöhnen, anzukommen.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust


  • Hallo Illu,

    Bei vielen Bewohnern ist es wohl auch so, dass sie sich mit der Zeit durch den geregelten Tagesablauf stabilisieren und erstmal wieder besser drauf sind. So habe ich es bei einigen nach Wochen bzw.wenigen Monaten erlebt/empfunden.

    Ab einem gewissen Punkt müssen wir den Dingen ja eh ihren Lauf lassen und können uns wieder anderen/unseren Themen zuwenden.

    Soweit ich aus verschiedenen Heimen mitbekommen habe, sind doch ein großer Teil der Bewohner dement, meist der Auslöser, warum sie dort sind, nur eben auf verschiedenen Levels.. von daher ist mir nicht klar, warum du einen Wechsel überlegst ? Kannst du das mit der Heimleitung und/oder Pflegeleitung besprechen?

    Vielleicht darfst du nun auch zunehmend loslassen, da deine Mutter betreut ist und du hoffentlich bald ruhiger werden kannst, weil sie deinen zu beeinträchtigten Geschwistern nicht mehr ausgeliefert ist.

    Ich war zu Beginn des Heimaufenthalts meiner Mutter auch deutlich unruhiger und habe öfter nachgefragt, mir quasi ständig Gedanken gemacht, doch irgendwann wurde es mir zuviel und ich bekam mehr Vertrauen, dass alles seinen Lauf nehmen wird und ich nicht alles beeinflussen kann. Das ist ein Prozzess und geht nicht wie einen Schalter umlegen.

    Liebe Grüße

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