Fragen zur Verhinderungspflege

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  • Hallo zusammen,


    gerne würde ich bei der Pflegekasse eine stundenweise Verhinderungspflege für meine Frau (Pflegestufe 2) beantragen.

    Ich würde diese Entlastunghilfe, wenn möglich, wöchentlich für cirka 2 bis 3 Stunden in Anspruch nehmen wollen.


    Hierzu habe ich ein paar Fragen:

    1. Wie wird die Auszahlung der Verhinderungspflege abgerechnet? Zahle ich als Auftraggeber die Pflegekraft oder zahlt die Pflegekasse direkt an die Pflegekraft?
    1. Welche Formalitäten müssen eingehalten werden? Welche Nachweise für die Pflegekasse? Belege, Quittungen, etc?
    2. Ist die Höhe des Stundenlohns wichtig?
    3. Kann ich auch verschiedene Personen als Pflegekraft nutzen, z.B. im monatlichen Wechsel?
    4. Ist die Auszahlung des Entgelts der Verhinderungspflege für den Empfänger sozialversicherungsfrei und auch steuerfrei? :/ :?:

    Vielen Dank für Ihre Information!

    :)

  • Hallo Suricata,

    Aus der Erfahrung mit unserer Pflegekasse kann ich sagen:

    Du musst den jeweiligen Betrag verstrecken und von der Vertretung quittieren lassen - mit Datum, Arbeitszeit und Betrag. Wir nutzen dafür ein Blatt für mehrere Einträge. Wir warten mit der Rückerstattung, bis ein höherer Betrag aufgelaufen ist. Maximal können wir einmal jährlich abrechnen.

    Falls dein Pflegedienst die Vertretung stellt, kann der auch direkt mit der Kasse abrechnen.

    Steuerpflichtig u. sozialvers.pflichtig für die Vertretung bist nicht du, sondern deine Vertreterin bzw ihre Firma.

    Der Pflegebedürftige hat für Vertretungspflege ein jährliches Budget. Da es sich dabei um die Beiträge der Versicherten handelt, kann ich mir gut vorstellen, dass du Ärger bekommst, wenn du einen Stundenlohn von 100 Euro von der Kasse rückforderst.


    Deine / Eure Pflegekasse gibt dir telefonisch genauere Auskunft.

    2 Mal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Hallo Buchenberg,


    vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Fragen. :thumbup:

    Ihre Tipps helfen mir bei meinen Überlegungen sehr weiter!

    Meine Idee ist, dass ich jemanden aus meinem privaten Umfeld bitten möchte, mich bei der Pflege zu unterstüzten.


    Bei einem Stundenlohn von 18 Euro käme ich bei der Nutzung der Verhinderungspflege von 1612 Euro, plus der 806 Euro der Kurzzeitpflege auf durchschnittlich 2,5 Stunden wöchentlich.

    Das sind dann rund 200 Euro pro Monat.


    Soweit ich verstanden habe, muss diese Vergütung von der Pflegekraft in jedem Fall in der Steuererklärung angegeben werden. Wenn es sich nicht um eine Tätigkeit im Rahmen einer "sittlichen Verpflichtung" handelt, muss diese Aufwandsentschädigung auch versteuert werden. (in der Anlage N - Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, im Feld „Steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen / Einnahmen“.)

    Daher bin ich am Überlegen ob es nicht sinnvoll wäre, dieses Entgelt im Rahmen eines Minijobs auszuzahlen, da in unserem Fall die "sittliche Verpflichtung" nicht angewandt werden kann, da es sich nur um eine Bekannte und nicht um eine Verwandte handelt.

    Die Beiträge hierzu würde ich aus eigener Tasche bezahlen wollen. Geht das überhaupt? :/ :/


    Hat hiermit jemand bereits Erfahrungen gesammelt? :?:

    Für weitere Tipps und Überlegungen bin ich sehr dankbar!


    Vielen Dank!

    ;)

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte/r Suricata,


    Ich möchte gerne die Ausführungen von Buchenberg noch ergänzen.


    zu 1a.: Was die Entlohnung für die Verhinderungspflege betrifft, sind beide von Ihnen genannte Varianten möglich. Sie können den monatlichen Auszahlungsbetrag direkt an die Ersatzpflegekraft überweisen (oder in Bar aushändigen) und dann die Belege für die Anzahl und Dauer der Einsätze bei der Pflegekasse einreichen, damit der Betrag auf Ihr Konto erstattet wird. Normalerweise werden mit dem Bescheid auch gleich die Abrechnungsformulare mitgeschickt.


    Sie können aber auch bereits bei Beantragung der stundenweisen Verhinderungspflege die Bankverbindung der Ersatzpflegeperson angegeben, so dass das Geld direkt an diese überwiesen wird. Nach meiner Erfahrung kann es dabei zu Verzögerungen kommen. Wenn die Ersatzpflegeperson nicht bereit ist, mehrere Wochen auf den Lohn zu warten, wäre die erstgenannte Variante sicherer. Wird die stundenweise Verhinderungspflege von einem Pflegedienst geleistet, kann man mit dem Antrag zusammen eine entsprechende Abtretungserklärung unterschreiben.


    zu 1b.: Auf dem bereits erwähnten Formular für die Abrechnung der Verhinderungspflege werden die Einsätze mit Datum, Beginn und Ende des Einsatzes notiert und von dem oder der Pflegebedürftigen mit Unterschrift bestätigt. Am Anfang des Formulars wird der Zeitraum eingetragen, für den die stundenweise Ersatzpflege abgerechnet werden soll. Übersichtlicher ist es, wenn die Einsätze pro Monat erfasst und bestätigt werden. Es ist aber auch möglich, mehrere Monate auf einem Abrechnungsformular aufzulisten.


    Am Ende des Formulars wird das geforderte Entgelt eingetragen und sowohl von der Ersatzpflegeperson als auch von der oder dem Pflegebedürftigen (oder dem gesetzlichen Vertreter bzw. der gesetzlichen Vertreterin) unterschrieben. Diese Abrechnung kann monatlich erfolgen oder einmal im Jahr (rückwirkend).


    zu 2.: Wenn Sie eine nicht erwerbsmäßig tätige Ersatzpflegeperson, also eine Privatperson, mit der Verhinderungspflege beauftragen, ist die Höhe des Stundenlohns Verhandlungssache. Sie sollten beachten, dass Ihnen ein maximaler Betrag von 2.418 Euro pro Jahr zusteht (1.612 Euro Verhinderungspflege + 50 % des Budgets für Kurzzeitpflege von 806 Euro), also rund 200 Euro pro Monat. Laut einer Umfrage liegen die Stundenlöhne für Verhinderungspflege bei privaten Ersatzpflegepersonen zwischen 12 und 15 Euro. Bei einem Stundenlohn von 15 Euro und dem von Ihnen anvisierten Stundenumfang von 2- 3 Stunden wöchentlich, müsste das zur Verfügung stehende Geld ausreichen. Wenn die Ersatzpflegeperson einen höheren Stundenlohn verlangt, muss die Differenz aus eigener Tasche zugezahlt werden. Entweder zum Ende des Jahres, wenn das Budget aufgebraucht ist oder monatlich, wenn die Rechnung höher als 200 Euro ist.


    zu 3.: Sie können mehrere Personen für die Ersatzpflege einsetzen. Diese sollten Sie bereits bei der Antragstellung angeben, damit die Pflegekasse dies bei der Abrechnung zuordnen kann.


    zu 4.: Das Entgelt aus der Verhinderungspflege gilt als Einkommen für die Ersatzpflegeperson und muss entsprechend versteuert werden. Die Ersatzpflegeperson ist dafür verantwortlich, dies dem Finanzamt mitzuteilen.


    Ein Hinweis noch: Bei der Inanspruchnahme von stundenweiser Verhinderungspflege wird das monatliche Pflegegeld nicht gekürzt, anders als bei einer Verhinderungspflege für einen längeren zusammenhängenden Zeitraum.



    Mit freundlichem Gruß


    Birgit Spengemann

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte/r Suricata,

    hier noch eine Ergänzung zum Thema Minijob bei Verhinderungspflege:


    Minijob und Verhinderungspflege: Worauf Sie achten sollten
    Wer die Verhinderungspflege eines Angehörigen privat organisiert, muss die Pflegekraft meist bei der Minijob-Zentrale anmelden. Dabei ist einiges zu beachten.
    www.vdk.de


    Vielleicht dient diese Info-Seite Ihrer Entscheidungsfindung.


    Mit freundlichem Gruß


    Birgit Spengemann

  • Sehr geehrte Frau Spengemann,


    vielen Dank für die umfangreiche Beantwortung meiner Fragen und dem Einstellen des Links zur VDK-Seite! Ihre hilfreichen Informationen erlauben mir jetzt mehr Durchblick. Prima, dass man bei Bedarf mehrere Ersatzpflegepersonen einsetzen könnte!


    Habe ich das richtig verstanden, dass das Entgelt der Verhinderungspflege generell sozialversicherungsfrei ist, da es im Rahmen der Grenze der Verhinderungspflege gezahlt wird?

    Und wenn ich in Zukunft noch mehr Ersatzpflegepersonen benötigen sollte, sind diese ebenfalls bis zur Höhe des gezahlten Pflegeentgelts sozialversicherungsfrei - stimmt das so?


    Was die Steuer betrifft, vielleicht hat ja jemand hier im Forum hierzu bereits Erfahrunge gesammelt

    Ansonsten wäre jetzt mein Plan, dass wir es im ersten Jahr darauf ankommen lassen, was steuerlich nach der Abgabe der Einkommenssteuererklärung der Pflegeperson rauskommt. Die Pflegeperson würde ich natürlich im Voraus auf diesen Unsicherheitsfaktor hinweisen.

    Vielen Dank nochmal für alle Infos und Mitdenken:!: :thumbup:

    Liebe Grüße :)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Suricata,


    die Sozialversicherungspflicht, also Beitragszahlungspflicht für die Rentenversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung, besteht nur bei entsprechenden Arbeitsverhältnissen. Meines Wissens gilt dies ab einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden. Bei der Verhinderungspflege ist es nicht erforderlich, einen Arbeitsvertrag abzuschließen.


    In der Regel unterscheidet man zwischen professionellen Anbietern, wie Pflegediensten oder selbständigen Kleinstunternehmern mit angemeldetem Gewerbe (Einzelpersonen, die eine oder mehrere pflegebedürftige Menschen im Rahmen der Verhinderungspflege betreuen) und Privatpersonen, die mit einem geringen Stundenaufwand die Ersatzpflege übernehmen.


    Wird eine Ersatzpflegeperson bei der Minijob-Zentrale angemeldet, zahlt der Arbeitgeber eine Pauschale für Steuern und Sozialversicherung. Der Arbeitnehmer muss sich dann nicht mehr darum kümmern.


    Wie hoch die steuerliche Belastung durch die Einnahmen aus der Verhinderungspflege ist, hängt von den individuellen Lebensverhältnissen und den Lebensumständen ab. Darüber kann ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein Auskunft geben.



    Mit freundlichem Gruß


    Birgit Spengemann

  • Vielen Dank Frau Spengemann für Ihre Unterstützung und kompetente Beratung, die ich sehr zu schätzen weiß! Sie haben mir bei meinen Fragen sehr weitergeholfen! Danke!


    Alles Gute Ihnen!

    Suricata

  • Guten Abend,


    ich hoffe, dass ich mit meinem Anliegen hier richtig bin. Falls nicht, bitte ich das zu entschuldigen.


    Meine Mutter ist 77 Jahre alt, an Alzheimer-Demenz erkrankt und seit Februar in Pflegegrad 2. Leider steige ich noch nicht ganz durch, was die jeweiligen Töpfe bzw. die Voraussetzungen für die sinnvollste Ausschöpfung dieser angeht.


    Wir nutzen das Pflegegeld schon für allerlei Entlastungen, wie zum Beispiel eine private Haushaltshilfe, Gärtner und Mittagstisch von einer Metzgerei. Damit werden die 316 € allerdings vollständig ausgeschöpft und wir zahlen noch drauf


    Nun würde ich gerne die stundenweise Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, um mir und meiner Frau gelegentlich Entlastung zu verschaffen. Unsere beiden Schwiegertöchter haben sich bereiterklärt, sich regelmäßig um meine Mutter zu kümmern. Nun stellt sich uns jedoch die Frage, wie wir das Maximum an zusätzlicher Betreuung für meine Mutter rausholen können, ohne dass unseren Schwiegertöchtern steuerliche Nachteile entstehen.


    Unsere Idee war, dass beide etwa 2-3 Stunden pro Woche im Wechsel die Betreuung von Mutter übernehmen und dafür pro Stunde 18,50 € erhalten. So würden wir die 1612 € Verhinderungspflege + die 806 € aus der Kurzzeitpflege ausschöpfen und wir hätten zusätzlich Entlastung, da wir beide noch berufstätig sind. Nun wäre meine Frage, ob unsere Schwiegertöchter das Geld versteuern müssten?


    Da wir die Verhinderungspflege stundenweise in Anspruch nehmen, würde, sofern ich es richtig verstanden habe, kein Pflegegeld abgezogen, oder?


    Darüberhinaus würden wir gerne den Entlastungsbetrag i.H.v. 125 € nutzen, um Mutters Gärtner damit zu bezahlen. Laut Pflegekasse geht das nur über einen eigens dafür zertifizierten Dienst. Leider lassen diese sich die Arbeit mit ~ 45€ pro Stunde fürstlich bezahlen, sodass ich mit den 125€ nicht weit komme. Hinzu kommt, dass unser Nachbar (Gärtner) seit Jahren den Garten meiner Mutter pflegt und sie sich an ihn gewöhnt hat, was in Anbetracht ihrer Erkrankung nicht ganz unwichtig ist. Eine Freundin meinte nun, es wäre noch bis 31.12.23 möglich, den Entlastungsbetrag auch für Nachbarschaftshilfe ohne Rechnung bei der Kasse abzurufen. Ist dem tatsächlich so? Die Sachbearbeitern bei der Kasse zierte sich leider mit einer klaren Auskunft.


    Fragen über Fragen, tut mir wirklich leid. Leider bin ich aus meinen Recherchen im Internet nicht wirklich schlau geworden und der Pflegedienst, welcher die routinemäßigen Beratungen durchführt, wollte mir ausschließlich eigene Leistungen verkaufen.


    Ich bedanke mich schon mal vielmals im Voraus! LG

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrter Daniel,


    Ihre Überlegung, sich und Ihre Ehefrau bei der Pflege Ihrer Mutter durch stundenweise Verhinderungspflege zu entlasten ist gut und richtig. Wenn Ihre beiden Schwiegertöchter diese Aufgabe übernehmen, steht aber leider nicht das volle Budget in Höhe von 2418 Euro (1612 Euro + 806 Euro) zur Verfügung. Da Ihre Schwiegertöchter laut dem § 39 Sozialgesetzbuch XI als nahe Verwandte zählen (bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert, also auch Ehefrauen von Enkeln) steht lediglich ein Betrag in Höhe des monatlichen Pflegegeldes dafür zur Verfügung. Es besteht aber die Möglichkeit, sich die durch die Ersatzpflege entstandenen Kosten, wie zum Beispiel Fahrgeld und Verdienstausfall, von der Pflegekasse bis zum Höchstbetrag von insgesamt 2418 Euro erstatten zu lassen. Dafür müssen entsprechende Belege eingereicht werden.


    Da die laufenden Kosten für die Pflege Ihrer Mutter bei stundenweiser Verhinderung der Pflegepersonen weiter anfallen, kann das Pflegegeld wohl nicht dafür eingesetzt werden.


    Sie habe zwei Personen genannt, die für Ihre Mutter regelmäßig tätig sind, der Nachbar als Gärtner und die private Haushaltshilfe. Haben Sie einmal überlegt, einen von Ihnen zu fragen, ob er oder sie regelmäßig für einigen Stunden die Vertretungspflege übernehmen würde? Dann könnte das volle zur Verfügung stehende Budget genutzt werden.


    Das Geld aus der Verhinderungspflege wird bei der jeweiligen Ersatzpflegeperson als Einkommen angerechnet und muss beim Finanzamt entsprechend angegeben und versteuert werden. Für genauere Auskünfte wäre ein Steuerberater zu konsultieren.


    Nun zu Ihren Fragen zu den Entlastungsleistungen. Die Ausnahmeregelungen zur Nachbarschaftshilfe aufgrund der Corona-Pandemie sind nach meinen Recherchen schon im April 2023 ausgelaufen. Es gibt in einigen Bundesländern die Möglichkeit, dass Nachbarn oder Bekannte einen Pflegekurs bei der zuständigen Pflegekasse absolvieren und ein Zertifikat dafür erhalten. Damit können sie dann im Rahmen der Entlastungsleistungen Unterstützung im Alltag leisten und abrechnen. Ob es diese Regelung in Ihrem Bundesland gibt, können Sie bei einem Pflegestützpunkt oder einer Pflegeberatung erfahren, aber eigentlich auch bei der Pflegekasse Ihrer Mutter.


    Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Anbieter für Unterstützung im Alltag zu beauftragen. Dies sind keine Pflegedienste und die Stundensätze sind nicht so hoch.


    Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne wieder an uns wenden.



    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

  • Sehr geehrte Frau Spengemann,


    zunächst herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort.


    Dass wir lediglich einen Anspruch von 316€ pro Jahr für die Verhinderungspflege haben, wenn meine Schwiegertöchter die VH übernehmen, war mir nicht bekannt, danke. Hier machen es die Kassen den pflegenden Angehörigen sowie den Pflegebedürftigen unnötig schwer. Speziell bei demenziell Erkrankten sollte es möglich sein, das volle Budget auch für die Betreuung durch nahe Angehörige nutzen zu können. Immerhin sorgt häufig jedes neue Gesicht für Irritation bei den Erkrankten. Zumindest bei meiner Mutter ist es so. Dementsprechend wichtig ist es mir, so wenig „neue Gesichter“ in den Alltag zu integrieren, wie nur möglich.


    Ich werde es dementsprechend mal im Freundes- und Bekanntenkreis meiner Mutter bzw. über ihren Gärtner und ihre Haushaltshilfe versuchen.


    Vielen Dank!

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Daniel,


    ich möchte noch auf eine kleine Ungenauigkeit im meinem Beitrag vom 17. Oktober eingehen und klarstellen:

    Für die Verhinderungspflege von nahen Angehörigen steht ein Betrag in Höhe des regelmäßig ausgezahlten Pflegegeldes zur Verfügung, also bei Pflegegrad 2 = 316 Euro. Da die übliche Dauer der Verhinderungspflege aber 6 Wochen pro Jahr beträgt, ergibt sich ein Anspruch in Höhe des 1,5-fachen Pflegegeldes , also 474 Euro, pro Jahr.

    Bitte entschuldigen Sie das Versäumnis.


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

  • Sehr geehrte Frau Spengemann,


    ich bin hier über eine Suchmaschine gelandet und würde gerne ergänzend zu diesem Thema für mich Klarheit schaffen.


    Vorgestellt habe ich mir:

    Alle 2 Monate für 3 aufeinander folgende Tage, zu jeweils 8 Stunden auf eine Betreuung zurückzugreifen.

    Ist es richtig, das ich hierfür bei einem Stundenlohn von 15 Euro, 360 Euro zzgl. Fahrtkosten geltend machen kann? Die Übernachtung und Verpflegung wäre von uns organisiert.

    Am Ende des Jahres den - Antrag auf Leistungen bei Verhinderung der Pflegeperson -, sowie die unterschriebenen Zeiten mit Fahrtwegen bzw. Kostenaufstellung selbiger, unterschrieben an die Krankenkasse schicken und damit ist das Thema dann erledigt?


    Oder muss der Zeitraum einem anderen logischen Rahmen folgen wie hier im Post als Beispiel erwähnt? Und wenn ich richtig informiert bin, dürfte es durch die maximal 8 Stunden pro Tag keine Kürzung des Pflegegeldes geben?


    Wie weit rückwirkend lässt sich hierzu eigentlich etwas geltend machen?


    Ich wäre über Ihre Einschätzung sehr dankbar. Falls das hier nicht gewünscht ist bitte ich um Entschuldigung.

    LG

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nosferatu05,


    für die Erstattung einer stundenweisen Verhinderungspflege ist auschlaggebend, dass die reguläre Pflegeperson nicht länger als 8 Stunden an den betreffenden Tagen abwesend ist und nicht nur, dass die Ersatzpflege unter 8 Stunden liegt. Bei einer Abwesenheit von über 8 Stunden wird laut Gesetz eine tageweise Verhinderungspflege berechnet, was zur Folge hat, dass für diesen Tag das Pflegegeld um die Hälfte gekürzt wird und ein Tag von dem 42-Tage-Ansprch abgezogen wird.


    Gerade wenn die stundenweise Verhinderungspflege an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden soll, muss jeder einzelne Tag im Antrag angegeben werden und bei der Begründung sollte eine genaue Angabe zum Verhinderungs- bzw. Abwesenheitsgrund aufgeführt werden, zum Beispiel ein Arzt- oder Friseurbesuch, Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, Besuch eines Fitnessstudios oder ähnliches. Wird nur „Sonstiges“ angegeben, gehen die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Pflegekasse in der Regel davon aus, dass die Pflegeperson mehrere Tage hintereinander abwesend ist und somit keine stundenweise, sondern tageweise Verhinderungspflege vorliegt.


    Den Stundenlohn können Sie frei verhandeln, sollten aber die Gesamtsumme, die jährlich zur Verfügung steht (2.418 Euro), im Blick haben. Wenn das Budget dann noch für die Fahrtkosten ausreicht, empfehle ich Ihnen, mit der Pflegekasse abzuklären, welche Nachweise dort eingereicht werden müssen.


    Die stundenweise Verhinderungspflege kann bereits am Anfang des Jahres beantragt werden und auch monatlich mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Es ist aber auch möglich, die Abrechnung am Ende eines Jahres einzureichen. Gemäß § 45 Sozialgesetzbuch I kann die Leistung 4 Jahre rückwirkend beantragt werden (Ansprüche verjähren nach dem 4. Jahr, dass auf die Anspruchsberechtigung folgt).



    Mit freundlichen Grüßen

    Birgit Spengemann

  • Sehr geehrte Frau Spengemann,


    nachdem ich darüber nachgedacht habe, würde ich gerne noch etwas genauer bezüglich der Ausgestaltung nachfragen. Da auch schon einiges in der Vergangenheit liegt, stellt sich für mich die ein oder andere Frage, wie genau man das nachweisen kann/muss.


    Außer schriftlich vereinbart zu haben, das die Ersatzpflege an Tag XYZ anwesend war/ist und ich begründen könnte wo ich war, wie genau sieht ein solcher Nachweis von meiner Abwesenheit aus?


    Ich kann schlecht von einem Freund oder meinen Eltern verlangen, das er/sie mir bescheinigen, mich zum genannten Zeitpunkt für mehrere Stunden dort aufgehalten zu haben um einfach einen schönen Abend zu verbringen. Davon habe ich auch noch nie gehört. Gut, das es eine Erstattung gibt, habe ich auch erst vor 3 Tagen im Halbjahresgespräch erfahren und mich aus diesem Grund hier gemeldet.

    Es sind nunmehr 2 Jahre rum und irgendwie fühle ich mich veräppelt, da wenn auch nicht alles, einiges angefallen ist, über das ich nichts habe, außer das gesprochene Wort. Lehrgeld, ich weiß.

    In der Regel waren und sind es Anlässe, das Haus verlassen zu können um außerhalb abschalten zu können. Sozusagen ein starker Ausgleich, da ich sonst NULL Urlaub mache.


    LG

  • Hallo Nosferatu,


    Meine Frau und ich haben das so gemacht:

    Wir haben eine Liste gemacht mit

    „Verhinderungspflege für (Name der zu Pflegenden, Kr-Nr)“

    Datum – Vertretungszeit – Lohnsumme – Unterschrift der Pflegekraft


    Sobald mehrere Vertretungen eingetragen waren, haben wir diese Liste an unsere Pflegekasse geschickt und von dort ohne weitere Rückfragen das Geld überwiesen bekommen. Bis dahin hatten wir den Lohn vorgestreckt.

    Zum Teil hat die Pflegekraft auch rückwirkend unterschrieben. Den Grund unserer Abwesenheit haben wir nicht angegeben. Ob das in deinem Fall nötig ist, darüber gibt dir deine Pflegekasse Auskunft.


    Ich kann mir vorstellen, dass auch nützlich ist, wenn auf der Liste noch Name, Adresse und Telefonnummer der Pflegekraft stehen.


    Liebe Grüße

    Buchenberg

  • Das Budget hatten wir nie ausgeschöpft. Bei zwei zu pflegenden Demenzkranken hatten wir es schwer Vertretungspflegerinnen zu finden. Und wir sind nicht über die Jahresgrenze gegangen.

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nosferatu,


    meines Wissens reicht es aus, so wie von Buchenberg geschildert zu verfahren. Also die Tage und der jeweilige Zeitraum, an denen die stundenweise Vertretung wahrgenommen wurde, auflisten, den Grund dafür angeben und von der Ersatzpflegeperson gegenzeichnen lassen. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem die Pflegekasse Nachweise für den Aufenthalt während der Abwesenheitszeit angefordert hat.


    Für 2 Jahre könnten Sie die tageweise Verhinderungspflege rückwirkend beantragen, weil dass innerhalb der Verjährungsfrist liegt. Das Auflisten der einzelnen Termine macht zwar etwas Arbeit, dafür bekämen Sie Ihre Auslagen aber noch erstattet


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

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