Private KV: Aufenthalt in Gerontopsychiatrie war zu lang, wir zahlen nur einen Teil

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  • Ich habe eine etwas verstörende Nachricht von der privaten Krankenversicherung meines Vaters erhalten.


    Nachdem mein im Februar eingereichter Eratsttungsantrag für den Aufenthalt in der Genontopsychiatrie monatelang nicht bearbeitet wurde, hat man mir jetzt mitgeteilt, dass man ein Gutachten eingeholt hätte -- mein Vater sei schon ca. 2 Wochen vor Entlassung "stabil" gewesen und "medizinische Gründe, warum dann noch eine Weiterbehandlung (von ca. 2 Wochen) erfolgen musste, sind nicht ersichtlich." Er hätte früher in ein Pflegeheim entlassen werden müssen. Natürlich Blödsinn, weil wir ja monatelang gesucht haben (es gab einfach kein Pflegeheim; er stand auf einem Dutzend Wartelisten und ich habe die Heime abtelefoniert). Zudem wurde er während der angeblich "stabilen" Phase nochmal von einer Richterin begutachtet, es gibt einen entsprechenden Beschluss zu freiheitsentziehenden Maßnahmen.


    Hat jemand hier Erfahrungen mit einer solchen Ablehnung? Bin kein "Streithansel," aber ich denke, es wird wohl das Beste sein, das Ganze an einen Anwalt abzugeben.

  • Da es ja sicher un einen nicht unerheblichen Betrag geht, würde ich es auch für sinnvoll erachten einen Anwalt einzuschalten, wenn du mit eigenem Widerspruch nicht weiterkommst. Streitigkeiten mit Privatversicherung kenne ich, mir wurde gesagt, es macht schon etwas aus, wenn sie einen entsprechenden Briefkopf vom Anwalt sehen.

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte/r OiOcha,


    die Finanzierung des Aufenthaltes und der Behandlung Ihres Vaters in der Gerontopsychiatrie ist eine reine Krankenkassenleistung. Die Begründung für den Aufenthalts- und Behandlungsbedarf obliegt, nach meinem Wissensstand, den Klinikärzten, insbesondere wenn es sich um einen längeren Aufenthalt handelt. Aus der Krankenhaus-Dokumentation müsste das Erfordernis der Behandlung deutlich werden. Vielleicht könnten Sie dazu noch einmal Kontakt zur Klinik aufnehmen. Eventuell hilft eine zusätzliche ärztliche Stellungnahme der dort behandelnden Ärzte.


    Die Anordnung von freiheitsentziehenden Maßnahmen unterstreicht meines Erachtens die Dringlichkeit der Unterbringung und Behandlung, denn diese erfolgt nur, wenn die betroffene Person sich oder andere massiv gefährdet.


    Es ist die Frage, ob und inwieweit die Private Krankenversicherung die Einschätzungen von mehreren Ärzten, denn auch die Entscheidung der Richterin beruht letztendlich auf einem ärztlichen Gutachten, ignorieren kann. Andererseits muss man auch die vertraglichen Bedingungen der Privatkasse genau kennen.


    In dem beigefügten Link finden Sie Informationen der Verbraucherzentrale dazu, wenn die Private Krankenversicherung Arztrechnungen nicht oder nicht vollständig bezahlt:


    https://www.verbraucherzentral…hnungen-nicht-zahlt-54431


    Dort können Sie nachlesen, welche Schritte Sie unternehmen können und an wen Sie sich gegebenenfalls wenden können.


    Wichtig erscheint mir der Hinweis auf den Ombudsmann für Private Kranken- und Pflegeversicherung. Dies ist ein Angebot des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e. V.:


    https://www.pkv-ombudsmann.de/


    Hier noch ein Link zur Pflegeberatung für Privatversicherte. Dort erhalten Sie Informationen und Beratung zu allen Belangen, die mit den Leistungen der Pflegeversicherung zu tun haben.


    https://www.compass-pflegeberatung.de/


    Alles Gute und viel Erfolg bei der Lösung Ihres Problems.


    Mit freundlichen Grüßen


    Birgit Spengemann

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