Probleme mit Mutter und Tante - Ich bin ratlos

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  • Hallo zusammen,

    ich habe das Forum gestern in meiner Verzweiflung entdeckt und schon ganz viel gelesen. Es tut echt gut zu wissen, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist.


    Ich erzähle mal:

    Meine Mutter (74) hat eine Alzheimer-Demenz, den finalen Test (Rückenmarkswasser) will sie nicht machen, aber der kognitive Test beim Neurologen war auffällig und im MRT zeigt sich die Abnahme der Gehirnmasse. Zusätzlich hat meine Mutter aber auch Angststörungen: sie hat Angst im Dunkeln, Angst vor Einbrechern, Angst vor Gewittern usw.


    Obwohl sie eigentlich noch recht fit ist körperlich und auch die dementiellen Ausfallerscheinungen noch überschaubar sind, habe ich daher ein schlechtes Gefühl dabei, sie alleine zu lassen. Wenn ich nicht da bin, bekomme ich 20 und mehr Anrufe, zum Teil auch nachts, weil sie Panikattacken hat. „Das ist nicht mein Haus. Ich kann heute Nacht auf keinen Fall hier bleiben.“ Sowas kommt dann. Ich wohne eigentlich im Norden Deutschlands, sie in der Nähe von Frankfurt - aber de facto wohne ich gerade wieder bei ihr im Elternhaus. Mein „eigentliches“ Leben findet gerade nicht mehr statt, was mich sehr belastet. Ich habe eine ältere Schwester, aber die hat einige Erkrankungen und kümmert sich nicht. Kommt alle 3 Monate mal für ein Wochenende vorbei. Ruft kaum an.


    Noch schlimmer geworden ist die Situation, nachdem sich meine Tante, die 7 Jahre ältere Schwester meiner Mutter, bei einem Sturz die Hüfte gebrochen hat, sie wurde dann gleich operiert. Weil sie im Krankenhaus nicht bleiben wollte und nach Hause wollte (auch da gibt es eine dementielle Entwicklung, allerdings noch nicht diagnostiziert), ist sie zu früh aufgestanden und hat sich die neue Hüfte ausgekugelt. Noch eine OP also. Jetzt ist sie, die eigentlich im Rheinland wohnt, hier in der Nähe in der Kurzzeitpflege, damit meine Mutter und ich sie besuchen können. Aber auch jetzt will sie unbedingt nach Hause, will keinesfalls im Heim bleiben, wollte sogar die Polizei rufen. Sie wohnt aber alleine und kann derzeit nicht ins Haus zurück. Sie kommt noch nicht mal alleine aus dem Pflegebett jetzt im Heim. Wenn ich ihr das versuche zu erklären, bin ich die nervige Zecke. Meiner Mutter macht sie Vorwürfe, dass sie sich nicht kümmert.


    Und wenn meine Mutter und ich dann nach dem anstrengenden Besuch wieder zuhause sind, ist meine Mutter durch den Wind, denkt plötzlich, sie hätte drei Kinder und wir hätten „die Kleine“ unterwegs verloren, macht sich total Sorgen. Derweil ruft dann meine Tante wieder bei uns an, es würde sich ja keiner um sie kümmern.


    Gestern hatte ich dann echt einen Zusammenbruch und hab rumgeschrien und geheult. Was ich ganz furchtbar finde, gerade das Schreien. Aber ich weiß mir manchmal nicht anders zu helfen.


    Für meine Tante versuche ich jetzt, eine 24-Stunden-Pflege in ihrem Haus plus zusätzlich Pflegedienst zu organisieren. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und ich weiß nicht, ob meine Tante nicht in der Zwischenzeit so einen Alarm macht, dass sie aus der Kurzzeitpflege fliegt. Und meiner Mutter habe ich das Angebot gemacht, dass wir uns bei mir in der Stadt ein Häuschen suchen und da zusammen wohnen. So wäre ich immerhin näher an meiner Arbeit und an meinen Freunden dran und könnte mich trotzdem um sie kümmern. Ihre Resonanz? Null. Ich glaube, sie versucht, es auszusitzen.


    Im Moment bin ich ziemlich ratlos, wie ich bei beiden Damen mal weiterkomme. 😒



  • Liebe/r @Schmidd,


    dein Bericht klingt sehr belastend und ich kann dich gut verstehen, wenn du dann auch mal ausrastest. Aber ein Nervenzusammenbruch (was es bei dir gestern ja vermutlich war) ist ein Anzeichen dafür, dass man droht vor die Hunde zu gehen.

    Gibt es irgendjemanden im Umfeld deiner Mutter und/oder Tante, der/die dir zur Seite stehen kann/können? Familie, Freunde, Nachbarn?

    Für meine Tante versuche ich jetzt, eine 24-Stunden-Pflege in ihrem Haus plus zusätzlich Pflegedienst zu organisieren.

    Eigentlich braucht es keinen zusätzlichen Pflegedienst, wenn eine 24h-Kraft im Haus ist, es sei denn, es müssen medizinisch anspruchsvolle Aufgaben erledigt werden, das dürfen die 24h-Kräfte nicht, dafür sind sie nicht ausgebildet.


    Zusätzlich hat meine Mutter aber auch Angststörungen: sie hat Angst im Dunkeln, Angst vor Einbrechern, Angst vor Gewittern usw.

    Nimmt deine Mutter bereits ein Antidepressivum? Einen Neurologen scheint sie ja zu haben. Ich denke, es wäre wichtig, dass ihr (du und deine Mutter) die Angstzustände mal mit ihm besprecht, und versucht diese medikamentös in den Griff zu bekommen.

    Für meine Mutter war das Antidepressivum ein Segen. Alle Ängste, die du aufzählst, hatte meine Mutter auch, und auch die nächtlichen Panikattacken. Seit sie medikamentös gut eingestellt ist, ist all das kein Thema mehr.

    Gegen die Angst im Dunkeln helfen auch Nachtlichter (kleine Lampen im Schlafzimmer, Flur, etc.) ...ist als erste Notfallmaßnahme ohne großen Aufwand schnell umzusetzen.


    Ich bin mir sicher, dass du hier weitere Anregungen bekommen wirst, die dich bei den beiden Damen etwas weiterbringen. Dieses Forum ist wirklich Gold wert!

  • Hallo Schmiddi,


    erstmal ein herzliches Willkommen von mir.


    Der geschilderte Zusammenbruch ist nur menschlich, so oder so ähnlich ging es mir und vielen anderen hier auch schon ein- oder mehrmals. Aber ich würde es auch als eine Art Hilfeschrei sehen, denn das die Situation dich belastet ist ja klar - und absolut nachvollziehbar.


    So wie du von deiner Tante schreibst, nehme ich an, dass sie keine Kinder hat? Wenn doch, kannst du diese nicht mit ins Boot holen?


    Das dir deine Tante scheinbar viel bedeutet, macht die Sache natürlich nicht einfacher. Allerdings musst du versuchen einzusehen, dass du nicht überall gleichzeitig sein kannst. Selbst habe ich damit keine Erfahrungen, aber nachdem was ich hier bisher gelesen habe, wäre der sozialpsychiatrische Dienst ihrer Heimatstadt eine Anlaufstelle, sollte es tatsächlich soweit kommen, dass sie aus der Kurzzeitpflege fliegt.


    Aus meiner Perspektive kann ich dir außerdem raten, auch mal resolut zu sein. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, wäre ich dies wahrscheinlich schon viel früher gewesen. Mein Opa wusste zwar nicht mehr so genau was er will, dafür aber was er nicht will. Dies mündete dann in einen zwangsweisen Psychiatrieaufenthalt, der für alle Beteiligten eigentlich sehr nützlich war (Diagnose, Medikamentöse Einstellung, Ruhe für sich selbst).


    Das klignt im ersten Moment alles sehr schlimm, aber schon wenige Tage danach wusste er gar nicht mehr genau wo er überhaupt war, geschweige denn wie er dort hin gekommen ist. Heute erinnert er sich gar nicht mehr daran, demnach sind auch die Vorwürfe von damals vergessen.


    LG

  • Hallo Schmiddi,

    als meine Mutter in der Phase war wo sie mich nachts angerufen hat, ständig gestürzt ist, ihre Medikamente nicht mehr genommen hat, sich nicht mehr gewaschen hat, nicht mehr eingekauft hat, weil sie nicht mehr mit Geld klar kam, nichts mehr zum Essen im Haus hatte, habe ich eine Betreuung beim Gericht angeregt. So ging es einfach nicht mehr weiter.

    Eine Weile habe ich mich noch um alles gekümmert, habe auch den sozialpsychiatrischen Dienst vorher eingeschaltet und um Rat gebeten.

    Die haben mir aber gar nicht weiter geholfen.

    Niemand kann einen Menschen gegen seinen Willen in ein Heim stecken.

    Meine Schwester und ich hatten keine Vollmachten, weil meine Mutter niemandem traute und glaubte sie könne noch alles alleine.

    Ihren langjährigen Pflegedienst, den sie wegen einer anderen Erkrankung hatte, hat sie nicht mehr in die Wohnung gelassen.

    Die haben also gar nicht bemerkt, dass sie dement geworden ist.


    Es gab andauernd Streit, wenn ich sie bat in ein Heim zu ziehen.

    Als sie wieder einmal böse stürzte, kam sie durch mich ins Krankenhaus.

    Der soziale Dienst im Krankenhaus regte ebenfalls eine Betreuung beim Gericht an.

    Sie bekam dann sehr schnell einen Betreuer, welcher sie erst einmal in die Kurzzeitpflege übergab.

    Nach 8 Wochen Kurzzeitpflege beschloss der Betreuer sie vollstationär im Pflegeheim zu lassen.

    Leider ist es oft so, dass erst etwas passieren muss-meistens ein Krankenhausaufenthalt.

    Ich hätte mich nicht um meine Mutter kümmern können, weil es mir selber nicht gut geht, und meine Schwester hat die Betreuung auch abgelehnt.

    Jedenfalls ist sie in einem tollen Pflegeheim, und man kümmert sich bestens um sie.

    Zuhause müsste sie wirklich 24 Stunden eine, oder zwei Kräfte um sich haben, denn sobald man ihr den Rücken zugedreht hat, machte sie "komische" Sachen.

    Sie ist mittlerweile in dem Zustand, dass sie die Toilette in Ihrem eigenen Heimzimmer nicht mehr findet und das wird noch schlimmer, glaube es mir.

    Mein Schwiegervater verstarb auch mit Demenz.

    Ein berufstätiger Mensch alleine kann das nicht schaffen.

    LG

    Einmal editiert, zuletzt von Moskito ()

  • Liebe Schmiddi -


    ich spreche aus eigener Erfahrung: Du brauchst Dein eigenes Leben. Dein Angebot an Deine Mutter, mit ihr gemeinsam in ein Haus zu ziehen, ist sehr großzügig. Ich hätte es tatsächlich nicht gemacht. Allerdings hat meine Mutter mich auch immer auf's Übelste beschimpft und später sogar Sachen nach mir geworfen (auch nachts, wenn ich geschlafen habe). 20 Anrufe, auch nachts, zehren an den Kräften. Irgendwann schläft man eigentlich nicht mehr, sondern man döst vor sich hin, weil man gedanklich den nächsten Anruf erwartet. Irgendwann geht man dabei vor die Hunde. Wir sind alle nur Menschen und irgendwann können wir nicht immer mehr leisten.

    Wie Silly auch schon fragte: Hat Deine Tante keine Familie außer Dir, die zumindest einen Teil übernehmen könnte? Auch wenn Du sie sehr gern hast, zwischen Deiner Mutter und Deiner Tante hast Du kein eigenes Leben mehr. Bitte pass auf Dich auf.

  • Hallo zusammen und vielen Dank für die lieben und wertvollen Antworten. Meine Tante hat keine eigene Familie, nein. Ihr Mann ist verstorben, Kinder gab es nicht. Inzwischen ist sie dankenswerterweise etwas zur Ruhe gekommen und zum Teil auch recht einsichtig. Ich hoffe, das bleibt erstmal so. Und organisiere derweil, dass sie möglichst bald wieder nach Hause kann.


    Ich habe für mich aber schon entschieden, dass ich mich nicht um beide kümmern werde. Meine Mutter hat Vorrang. Für meine Tante würde ich sonst auch eine gesetzliche Betreuung beantragen, wenn es hart auf hart kommt.


    Ein Heim für meine Mutter kann ich mir derzeit noch nicht vorstellen. Sie kann ja noch sehr viel selbst, und sie ist auch lieb und dankbar - das bringe ich nicht über Herz. Momentan wie gesagt, wenn es irgendwann nicht mehr geht, werde ich eine entsprechende Einrichtung suchen.


    Ich werde mal mit dem Psychologen meiner Mutter sprechen. Sie vertraut eher darauf, was Männer ihr raten, vllt kann er medikamentös etwas gegen die Angst machen. Wobei meine Mutter ihre Tabletten jetzt schon nicht gerne nimmt.


    Im Moment bin ich recht zuversichtlich, dass sich eine Lösung finden wird. Wahrscheinlich das typische emotionale Auf und Ab als pflegende Angehörige. :/ ;)

  • Guten Abend zusammen, inzwischen ist wieder einiges passiert. 😕


    Am Mittwoch bekam ich einen Anruf vom Pflegeheim, meine Tante habe schon zweimal die Polizei angerufen, sie werde im Heim gegen ihren Willen festgehalten. Als wir (meine demente Mutter und ich) hin gefahren sind und ich sie darauf ansprach, konnte sie sich nicht erinnern.


    Sie will unbedingt nach Hause. Heute waren wir da und sie wirkte recht schwach, lallte. Sie isst nicht mehr richtig, will unbedingt nach Hause. Ich weiß nicht, ob sie das noch lange durchhält.


    Daher meine Frage: Wisst ihr, ob man einen bettlägerigen Patienten zu Hause mit Pflegedienst pflegen lassen kann, wenn die Person alleine lebt? Bis zu 3mal kommen die ja, so weit ich weiß. Es gibt aber noch kein Pflegebett, nix. Ich hätte ein schlechtes Gefühl dabei, sie quasi hilflos im eigenen Haus zu wissen, sehe aber eben auch, dass sie im Heim schnell abbaut. 😟

  • Hallo schmiddi,

    Das ist schwer auszuhalten, aber meinst du denn wirklich, dass es die hilfreichste Lösung wäre, deine Tante nachhause gehen zu lassen, obwohl sie pflegebedürftig ist? Es scheint doch, als kann sie das nicht mehr selbst entscheiden. Und eine 24std. Pflege bezahlen kann wohl kaum jemand, da müssten sich mehrere Personen abwechseln.

    Ich fürchte, du musst das aushalten..

    Ich würde es auch mit Pflegern besprechen, denen du vertraust.

    Warum genau deine Tante schon nicht mehr richtig sprechen kann, nicht mehr essen mag etc. Vllt kann man mit einem Antidepressivum eine Verbesserung erzielen, vllt hat aber auch die letzte Lebensphase begonnen und ein ambulanter Hospizdienst könnte eingeschaltet werden .

    Also ich würde definitiv mit Pflegern sprechen

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Schmiddi, die Organisation eines Pflegebettes und anderer notwendiger Hilfen in der Häuslichkeit gehört - in Abstimmung mit den Angehörigen - zu den Aufgaben eines Pflegedienstes.

    Ob Ihre Tante dann allein zurecht kommt, lässt sich kaum voraussagen. Die vertraute Wohnung kann stabilisieren und alte Ressourcen wecken, da der Pflegedienst täglich kommt, steht sie unter Beobachtung, ob sie z.B. das bereit gestellte Trinken oder Essen annimmt.

    Wurde die Ursache für die deutliche Veränderung geklärt? Bekommt sie z.B. Medikamente aufgrund der entweder wahnhaften oder nachvollziehbaren Gedanken, im Heim festgehalten zu werden?

    Alles Gute Ihr Martin Hamborg

  • Am Mittwoch bekam ich einen Anruf vom Pflegeheim, meine Tante habe schon zweimal die Polizei angerufen, sie werde im Heim gegen ihren Willen festgehalten. Als wir (meine demente Mutter und ich) hin gefahren sind und ich sie darauf ansprach, konnte sie sich nicht erinnern.


    Sie will unbedingt nach Hause. Heute waren wir da und sie wirkte recht schwach, lallte. Sie isst nicht mehr richtig, will unbedingt nach Hause. Ich weiß nicht, ob sie das noch lange durchhält.

    Hallo Schmiddi,

    wenn sich deine demente Mutter an ihre Polizeirufe nicht mehr erinnern kann, darf man annehmen, dass der Wunsch, nach Hause zu gehen, eine Phase und keine klare und dauerhafte Willensäußerung ist.

    "Zu Hause" hat für jeden Menschen einen anderen Inhalt. Man darf vermuten, dass deine Mutter nicht nur in ihre alten "vier Wände" zurück will, sondern ihr früheres Leben zurück haben will. Das ist auch mit einem Ortswechsel nicht mehr machbar.

    Liebe Grüße!

    Buchenberg

  • Liebe Schmiddi -


    die Aussage nach Hause zu wollen, ist aus meiner Erfahrung ganz normal - allerdings meint jeder Demenzkranke damit etwas anderes. Als meine Mutter neu im Heim war, wollte sie immer nach Hause. Erst nach ein paar Woche merkte ich, dass sie nicht ihre Wohnung meinte, sondern die ihrer Mutter, wo sie als Kind gewohnt hat. Andere Bewohner im Heim erzählen, sie wären ja nur zu Besuch im "Hotel" (=Heim) und würden abends wieder nach Hause fahren - und meint ihr Zimmer 2 Türen weiter. Eine weitere sagt immer, ihr Mann würde sie am nächsten Tag abholen aus der Kur. Will sagen: Nicht immer ist mit "zuhause" auch das wirkliche Zuhause gemeint.

  • Da kann ich Tanja zustimmen, "zuhause" ist oft irgendein Ort der Geborgenheit, bei meiner Mutter war es auch irgendwann das Haus ihrer Kindheit, wo sie sich um ihre Mama kümmern müsse..

  • Heute ist mal wieder anstrengend. Ich muss morgen beruflich nach Nürnberg, morgens früh hin und abends zurück. Und meine Mutter ist heute schon total durch den Wind. Sie hat ja unter anderem Angst vor Gewitter. Und obwohl sie jederzeit zur Nachbarin kann, hat sie schon wieder Panik. Wie viele berufliche Termine ich schon abgesagt habe ihretwegen. Es nervt echt.

  • Update: Den Tag hat sie dann gut geschafft - ich hatte zum Beispiel keine panischen Anrufe. Ich freute mich schon. Dann hat sie aber abends nicht erkannt, dass sie in ihrem Haus ist und wollte, dass ich sie nach Hause fahre. 😞 und als ich das verneint habe, war ich dann die, die sie im Stich lässt. Das ist ja das, was mich am meisten fertig macht. Ich mache und tue alles, damit es ihr gut geht. War seit 3 Monaten nicht mehr in meinem eigenen Zuhause - und dann muss man sich sowas noch anhören. Da ist schon hart - auch wenn ich ja eigentlich weiß, dass es die Krankheit ist. Aber ich denke mir dann schon, warum mache ich das Ganze eigentlich, wozu quäle ich mich so??

  • Ich würde mir an deiner Stelle dringend professionelle Hilfe holen , z.b. von einer psychologischen Beratungsstelle! Manchmal muss uns von außen jemand unterstützen, damit wir uns nicht selbst verlieren. Es hilft den dementen Menschen nicht weiter, wenn wir dauerhaft ihre Wünsche erfüllen und uns als betreuende komplett selbst aufgeben.

    Mir selbst hat vor einiger Zeit ein Berater gesagt, es sei wichtig, dass ICH die Fäden in der Hand behalte. Wir müssen teils gegen die Wünsche des dementen Menschen Entscheidungen treffen, die objektiv sinnvoll sind und können nicht darauf warten, dass sie es ebenfalls sinnvoll finden - auf Dauer zu deren Schutz und auch unserem. Sonst verliert man sich darin und kann irgendwann selbst nicht mehr. Und wer pflegt und päppelt uns dann??

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Schmiddi, Sie haben so viel für Ihre Mutter gemacht, dass ich Ihnen in jedem Fall ein professionelles "Ohr" wünsche, mit dem Sie die notwendige Gelassenheit üben können. Sie brauchen nichts klarstellen und diskutieren, wenn Sie die versteckten Gefühle heraushören und wertschätzen oder validieren!

    Ihr Martin Hamborg

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