Lieblosigkeit im Heimalltag

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  • Liebe Alle hier im Forum und insbesondere die, die Angehörige im Heim untergebracht haben,


    ich bin mir gerade wiedermal nicht so sicher, ob die Unterbringung meiner Mutter im Heim richtig war.

    Am Wochenende (wenn der Personalschlüssel besonders dünn ist) ist meine Mutter zwei Pflegerinnen gegenüber aggressiv geworden. Sie wollte sich nicht waschen lassen, das Hörgerät nicht einsetzen lassen und eine Pflegerin hat sie sogar in den Schwitzkasten genommen = Arm unters Kinn gelegt und zugedrückt.

    Ein so grasses Verhalten kenne ich von meiner Mutter nicht. Zuhause war sie absolut lieb, dankbar und hat wunderbar mitgemacht beim Waschen, etc.

    Jetzt nach 2,5 Wochen im Heim merke ich wie sie immer unzufriedener wird. Ich denke ihre Aggressivität ist ein Hilfeschrei, dass es ihr dort nicht gut geht, denn verbal kommunizieren kann sie das leider nicht mehr.

    Ich könnte noch einiges aufführen, was mir negativ am Verhalten bzw. der Kommunikation des Personals mit den Bewohnern während meiner Besuche aufgefallen ist, aber das würde den Rahmen sprengen und dem Personal gegenüber auch nicht ganz fair sein. Die stehen nun mal unter einem wahnsinnigen Druck, und ich verstehe vollkommen, dass man da nicht immer freundlich und gelassen sein kann.

    Aber was kann ich tun, damit sich meine Mutter dort wohler fühlt? Ein kurzes Gespräch mit der Heimleitung bzgl. des aggressiven Verhaltens meiner Mutter endete mit der Aussage: Da muss Ihre Mama halt durch. :/

    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Will man, dass meine Mutter resigniert und einfach hinnimmt, dass sie lieblos abgearbeitet wird?

  • Hallo silly,

    Ich finde es sehr schwierig zu beantworten. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass im Heim meiner Mutter definitiv liebevoll mit den Bewohnern umgegangen wird.

    Andererseits kann ja sicher immer im Verlauf der Demenz aggressives Verhalten durch den Abbau im Gehirn auftreten , was dann oft medikamentös behandelt werden muss.

    Wenn deine Mutter vorher selbst ein liebevoller Mensch war und sich nun so verändert, ist es sicher anders zu betrachten als bei Menschen, die vorher schon Potential zu Aggression hatten.

    "Da muss sie durch", finde ich eine befremdliche Aussage. Kannst du in Erfahrung bringen, welche Erfahrungen andere Angehörige in dem Heim gemacht haben?

    Es gibt z.B.auch bei Kleinkindern unterschiedliche Ansätze , wie ein Übergang in die Betreuung läuft, entweder brachial, egal wie ein Kind leidet, oder mit einem liebevollen Übergang, der weniger seelische Wunden macht .

    Und unsere Angehörigen sind nun ähnlich auf uns angewiesen wie Kleinkinder - das finde ich auch oft schwer, aber eben wie gesagt, habe ich das Problem zum Glück nicht bei meiner Mutter. Sie sagt nach den vier Jahren noch, dass alle immer sehr nett zu ihr sind, nur letztens war mal eine andere Situation, da habe ich gemerkt, dass sie Situationen nun oft ganz anders als ich objektiv wahrnimmt, vieles falsch versteht, sich angegriffen fühlte...

    Liebe Grüße

  • Hallo.

    Ich kann nur Positives über unser Heim sagen.

    Sie versuchen Tag für Tag sich auf meine Mutter einzustellen.

    Bei sich zuhause war sie sehr aggressiv, blockierte alles, und ihr narzisstisches, manipulatives Wesen kam noch deutlicher zum Vorschein.

    Seit sie im Heim ist "spielt" sie mit.

    Ich für meinen Teil besuche sie nicht, damit sie nicht mehr in ihr altes Strickmuster fällt.


    Ich kenne es aber auch umgekehrt von meinem Schwiegervater.

    Der wurde erst im Heim so richtig aggressiv, dass er in die Psychiatrie kam.

    Dort wurde er mit Medikamenten ruhig gestellt und sogar fixiert.

    Was ich davon halten soll, weiß ich auch nicht.

    Irgendwie finde ich das menschenunwürdig, sah es auch als Hilferuf, aber da hatte ich kein Mitspracherecht.

    Das entschied mein Ex Mann, der sein Betreuer war.

  • Es gibt z.B.auch bei Kleinkindern unterschiedliche Ansätze , wie ein Übergang in die Betreuung läuft, entweder brachial, egal wie ein Kind leidet, oder mit einem liebevollen Übergang, der weniger seelische Wunden macht .

    Und unsere Angehörigen sind nun ähnlich auf uns angewiesen wie Kleinkinder - das finde ich auch oft schwer,...

    Liebe Rose60 , vielen Dank für deine Antwort! Es hilft schon ungemein, dass andere hier in diesem Forum sich mit meinen Sorgen auseinandersetzen. Danke dafür!

    Ja leider ist mein Eindruck, dass in diesem Heim die brachiale Eingewöhnungsmethode gefahren wird. Neue Bewohner müssen sich, ob sie wollen oder nicht, von der ersten Minute an den Geflogenheiten im Heim anpasssen. Können oder wollen sie das nicht, werden sie zu Problembewohnern, die dann nötigenfalls auch sediert werden, damit sie ruhig sind. Das habe ich bei einer anderen Bewohnerin beobachtet und habe große Angst, dass dieses Schicksal auch meiner Mutter blühen könnte.

    So wie jochengust schon vermutet hat, gehöre ich zu den anstrengenden Angehörigen, die es sich rausnimmt zu kontrollieren wie die Eingewöhnung verläuft. Bisher leider recht enttäuschend!

    Der Unterschied zwischen einem Kleinkind und einem Dementen ist, dass das Kleinkind berichten kann, wie es z.B. im Kindergarten zurechtkommt. Meine Mutter kann das aber leider nicht mehr und ist somit noch hilfloser als ein Kleinkind.


    Ich kenne es aber auch umgekehrt von meinem Schwiegervater.

    Der wurde erst im Heim so richtig aggressiv, dass er in die Psychiatrie kam.

    Dort wurde er mit Medikamenten ruhig gestellt und sogar fixiert.

    Was ich davon halten soll, weiß ich auch nicht.

    Irgendwie finde ich das menschenunwürdig, sah es auch als Hilferuf, aber da hatte ich kein Mitspracherecht.

    Liebe Moskito , auch dir vielen Dank für deine interessante Antwort.

    Vielleicht ist es bei Dementen tatsächlich so, dass diejenigen die zuhause aggressiv waren, im Heim gut klarkommen, während die anderen, die zuhause zufrieden und lieb waren, mit der Heimsituation nicht gut klarkommen.

    Demente sind eben verdammt schwer einzuschätzen.

    Das was deinem Schwiegervater passiert ist, werde ich im Fall meiner Mutter auf gar keinen Fall zulassen. Ich bin vom Betreuungsgericht als ihre Betreuerin eingesetzt und kann/muss darüber entscheiden, wo meine Mutter wohnt.

    Seit gestern rattert mein Hirn ununterbrochen, wie/wo ich meiner Mutter eine gute Wohnsituation schaffen kann, die die Bedürfnissse aller Involvierten befriedigt.


    Viele Grüße

    Silly

  • Hallo silly,

    ich meinte mit Kleinkindern tatsächlich die 1-2-jährigen,weil ich das bei meinen Enkeln mitbekomme - also gehört sonst nicht wirklich hierhin, aber von daher eben schon vergleichbar..

    Sowohl für die Kleinen als auch die alten Menschen gibt es da offensichtlich einen unterschiedlichen Respekt vor Gefühlen und Bedürfnissen und nicht überall ist einheitliches Fingerspitzengefühl..

    Andererseits gibt es natürlich Rahmenbedingungen wie Essenszeiten etc , an die man sich im Heim gewöhnen muss, aber auch da kann man ja unterschiedlich mit umgehen.

  • Andererseits gibt es natürlich Rahmenbedingungen wie Essenszeiten etc , an die man sich im Heim gewöhnen muss, aber auch da kann man ja unterschiedlich mit umgehen.

    Die Essenszeiten, zu Bett geh Zeiten, etc. sind garnicht mein Problem, und auch nicht das meiner Mutter. Es ist die Härte mit der man in diesem Heim mit den Dementen umgeht, damit man alle anfallenden Aufgaben in die Schichten gepresst bekommt.

    Ich erspare es euch und mir Beispiele aufzuführen, denn dann kommen mir gleich wieder die Tränen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Silly,

    So wie jochengust schon vermutet hat, gehöre ich zu den anstrengenden Angehörigen, die es sich rausnimmt zu kontrollieren wie die Eingewöhnung verläuft. Bisher leider recht enttäuschend!

    Ich habe nichts dergleichen vermutet.
    Ortswechsel sind eine große Herausforderung - für Menschen mit Demenz besonders. Dass Eingewöhnungsphasen in Einrichtungen ganz unterschiedlich verlaufen können, kann und darf erfahrene Pflegefachleute in einer Einrichtung nicht schocken oder aus der Ruhe bringen (dann geht es häufig schief, denn meiner Beobachtung nach wird dann nicht selten zu schnell zu scharf reagiert, z.B. mit Medikamenten).

    Vielleicht ist vor dem Hintergrund die Aussage "Da muss sie durch" zu betrachten - allerdings mindestens unglücklich kommuniziert. Wenn die Aussage lediglich offensichtliche Mängel bagatellisieren soll, ist sie völlig verfehlt und inakzeptabel.
    Mit Eingewöhnungsschwierigkeiten können strukturelle Defizite nicht entschuldigt werden - und wie im verlinkten Thread bereits geschrieben, auch nicht persönliches Fehlverhalten von Mitarbeitenden.

    Eine Kollegin hat mal formuliert: "Gute Stationen sind Stationen des Zulassen-Könnens.", womit sie das Zulassen von Eigenheiten, individuellen Ausprägungen und ungewöhnliches Verhalten meinte. Und ich denke, sie hat noch immer recht damit.

    Es grüßt

    Jochen Gust



  • Hallo Silly, wir hatten am Anfang auch Probleme mit der Eingewöhnung. Für meinem Vater, der immer sehr dominant war und den Ton angeben wollte, war es extrem schwer, sich in den Heimalltag einzufügen. "Schlecht führbar" nennt sich dass wohl im Fachjargon. Mittlerweile scheint er sich aber sehr wohlzufühlen. Das Personal geht sehr freundlich mit ihm um, geradezu liebevoll. Meine Mutter und ich bewundern richtig, wie ruhig und freundlich die das machen.


    "Da muss sie durch" ist sicher etwas krass formuliert. Ich denke, vielleicht ist es eher so: "da musst Du durch" (als Angehörige). Am Anfang gibt es natürlich den Impuls, den Erkrankten wieder nach Hause zu holen, aber man muss stark sein und Zeit zur Eingewöhnung geben. Ich drücke Dir die Daumen, dass es bei Euch auch klappt!

  • Vielen, lieben Dank für eure Antworten und Sicht der Dinge.

    Vielleicht bin ich im Moment einfach überempfindlich, weil mir das Loslassen so schwer fällt. Aber wenn ich sehe, dass meine Mutter einen großen Teil des Tages alleine im Zimmer sitzt, die einzige Abwechslung das lieblos angerichtete Essen ist, und sie versucht, die Bremse von ihrem Rollstuhl zu lösen, um wegzukommen, dann zerreist es mir das Herz.

    Vielleicht spielt sie auch "nur" aus Langeweile an ihrem Rollstuhl rum, aber ich interpretiere ihr Suchen nach dem Bremshebel eben als ein "ich will hier weg".

    Leider kann man meine Mutter aber auch nicht in die große Runde der anderen Dementen setzen, weil sie dann total überdreht und nachts nicht mehr zur Ruhe kommt.

    Man kann auch bei den unscheinbareren Einrichtungen suchen ... Modernste Ausstattung ist kein Garant für Wohlgefühl!

    Wichtig ist m.E., dass man als Angehörige jederzeit kommen kann und dass die Pflegekräfte einem deutlich zeigen, dass man willkommen ist, ...

    Liebe schwarzerkater,

    die Einrichtung ist eine der Unscheinbareren und hat, wie bereits in einem anderen Post erwähnt, einen sehr guten Ruf.

    Das Haus ist ein offenes Haus und man kann jederzeit kommen, nur willkommen fühle ich mich dort leider nicht. Wenn ich dort bin (was für das Personal vermutlich zu häufig ist) spüre ich von einigen genervte Blicke und andere sind ganz offen unfreundlich zu mir. Es gibt aber auch die, die nett zu mir sind.

    Wie ich deinem Post entnehmen kann, laufen Dinge, die ich am Heim meiner Mutter zu kritisieren habe, im Heim deiner Mutter viel besser/zugewandter ab.

    Ich habe mich gestern Abend mit einer Bewohnerin unterhalten, die nicht dement ist, und die sagte (ohne dass ich sie darauf angesprochen hätte), dass die Personaldecke für die große Anzahl an schwerst Pflegebedürftigen zu dünn ist, weswegen es häufiger stressige Situationen gäbe und für individuelle Betreuung keine Zeit bliebe.


    jochengust

    Stimmt, Sie haben nichts vermutet, da habe ich mich falsch ausgedrückt, sorry!

    Dass Eingewöhnungsphasen in Einrichtungen ganz unterschiedlich verlaufen können, kann und darf erfahrene Pflegefachleute in einer Einrichtung nicht schocken oder aus der Ruhe bringen...

    Hm, leider war das Personal am Sonntag als ich ins Heim kam sehr aufgebracht wegen der Aggressionsvorfälle mit meiner Mutter. Ich hatte den Eindruck, man hätte mir am liebsten gesagt: nehmen Sie Ihre Mutter wieder mit.

    Eine Kollegin hat mal formuliert: "Gute Stationen sind Stationen des Zulassen-Könnens.", womit sie das Zulassen von Eigenheiten, individuellen Ausprägungen und ungewöhnliches Verhalten meinte. Und ich denke, sie hat noch immer recht damit.

    Das ist wunderbar formuliert und das würde ich so zu 100% unterschreiben.


    Liebe OiOcha,

    das macht mir ein wenig Hoffnung, dass die Anfangszeit bei euch auch schwierig war. Dennoch habe ich das Gefühl, dass nicht meine Mutter sondern der Mangel an Personal und etwas, was ich Ignoranz nennen würde, das Problem in diesem Heim ist.

    Am Anfang gibt es natürlich den Impuls, den Erkrankten wieder nach Hause zu holen, aber man muss stark sein und Zeit zur Eingewöhnung geben.

    Nach Hause zurück kann meine Mutter nicht mehr, aber ich habe jetzt einen Plan B, den ich versuchen werde umzusetzen.


    Danke nochmal für die Antworten. Es hilft mir sehr, mich hier austauschen zu können und von euren Erfahrungen zu lernen.


    Viele Grüße

    Silly

  • Liebe Alle hier,

    ich möchte gerne nochmal vom Heimalltag berichten und dann am Ende fragen, was ICH tun kann, damit sich die Situation für meine Mutter (aber auch die anderen Bewohner) bessert.


    Wie die meisten von euch hier wohl mitbekommen haben dürften, ist meine Mutter seit drei Wochen im Heim.

    Die Heimleitung kam vorletzte Woche mit einer Bronchitis ins Heim, weil sie wegen Personalmangels bei der Pflege helfen musste. Jetzt haben sich vier Bewohner angesteckt, unter anderem meine Mutter. Seit Freitag liegt sie mit Fieber im Bett und ich gehe mindestens zweimal am Tag ins Heim, um dafür zu sorgen, dass sie ausreichend trinkt und auch isst. Zum selbständigen Essen ist gerade zu schlapp, und das Personal hat einfach nicht die Zeit ihr das Essen anzureichen. Die PL und einige Pflegekräfte sind davon total genervt, aber es ist ein offenes Haus und ich möchte, jetzt wo meine Mutter mit Bronchitis im Bett liegt, ihr ein wenig Abwechslung bieten und eben dafür sorgen, dass sie viel trinkt. Das ist doch kein Verbrechen, oder?

    Gestern Abend bin ich dann Zeuge geworden wie die Pflegerin, die von meiner Mutter vergangenen Sonntag aggressiv angegangen worden war (da war meine Mama noch gesund und hatte noch Kraft), meine Mutter behandelt hat, um rektal Fieber zu messen. Ich musste mich schwer beherrschen freundlich zu bleiben und meine Mutter tat mir soooo leid.


    Ich werde diese Woche das Gespräch mit der Heimleitung suchen, habe aber das Gefühl, dass das nichts ändern wird. Die sind froh überhaupt Personal zu haben, und müssen es wohl hinnehmen, dass einzelne Pflegekräfte ganz offensichtlich ihren Beruf verfehlt haben.

    Hat hier jemand eine Idee, was ich tun kann?

    Nach einem anderen Heim suchen, ist vermutlich auch nicht die Lösung, denn wie soll ich bei der Besichtigung das gesamte Personal kennen lernen, da werden einem ja immer nur Einzelne vorgestellt, die selbstverständlich nett sind.


    Verzweifelte Grüße

    Silly

  • Liebe Silly,

    Da fehlt es vielleicht nicht am Personal, sondern an der Ausrüstung. Ein digitales Fiebermessgerät mit Ohr- oder Stirnmessung kostet um die 15 Euro.

    Lieben Gruß

    Buchenberg

  • Lieber Buchenberg,

    danke für deine schnelle Reaktion.

    Nein, das Thermometer ist nicht der Punkt. Im Heim wird immer rektal gemessen, weil man laut Aussage der Schwester nur so einen genauen Wert bekommt. Ohr, Stirn, Mund alles zu ungenau.

  • Also dass die Pfleger genervt sind, wenn man mithilft, finde ich seltsam. Man darf da sicher nicht Aussagen von einzelnen Pflegekräften auf die Goldwaage legen, vereinzelt musste ich auch mal die Augen verdrehen, wichtig ist da schon die allgemeine Atmosphäre.

  • Liebe Rose60

    die Heimleitung vertritt den Standpunkt, dass die Pflegetätigkeiten, und dazu gehört auch das Anreichen von Getränken und Essen, nur vom Pflegepersonal ausgeführt werden sollen, weil die Pflegetätigkeiten nun einmal das sind, wofür man in erster Linie in einem Pflegeheim zahlt.

    Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob ich mich nicht vielleicht sogar widerrechtlich verhalte, auch wenn ich doch eigentlich nur dem überlasteten Personal helfen möchte. 🤷‍♀️

  • Lieber Buchenberg

    ich habe versucht im Netz zu recherchieren, ob ich wirklich verlangen kann, dass das Pflegepersonal nur das nicht-invasive Thermometer benutzt. Dazu konnte ich aber leider keine bestätigende Aussage finden. Sprich, wenn das Heim den Standpunkt vertritt, dass die Temperatur rektal am genauesten zu messen ist, und sie das deswegen weiterhin so machen, werde ich mich wohl damit abfinden müssen. Ich darf mich aber durchaus darüber beschweren, wie diese Prozedur am Sonntagabend vonstatten ging.

  • Sprich, wenn das Heim den Standpunkt vertritt, dass die Temperatur rektal am genauesten zu messen ist, und sie das deswegen weiterhin so machen, werde ich mich wohl damit abfinden müssen.

    Hallo Silly,

    ich habe dir diesen Vorschlag gemacht, nicht, weil ich das irgendwo im Internet gelesen hätte, sondern weil ich mich selbst in dieser Situation so verhalten würde.

    Mag sein, dass die rektale Temperatur "am genauesten" ist, aber als Angehörige (möglichst mit Vollmacht und Patientenverfügung) hast du das Recht, auf ärztliche Maßnahmen einzuwirken. Wenn du sagst: Mir und meiner Mutter genügen die "ungenaue" Messung mit einem modernen Thermometer, (und du stellst dafür ein Gerät zur Verfügung), dann muss/wird das die Heimleitung akzeptieren.

  • Hallo Silly.

    Ich weiss noch wie meine Mutter ins Heim kam.

    Die Betreuung hatte ich zwar abgegeben, aber trotzdem habe ich sie anfangs noch besucht, und ich habe wirklich alle "Fehler" im Heim gesehen.

    In der ganzen Corona Zeit war sie nicht einmal krank, kaum war sie im Heim hatte sie Corona und wurde 1 Woche im Zimmer gehalten.

    Danach ging es ihr richtig schlecht.

    Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und bat den Betreuer sie umzusiedeln.

    Das zweite Heim machte einen wesentlich besseren Eindruck.

    Diese Heim Gruppe hat wirklich gute Bewertungen.

    Alleine das Personal ist nicht ständig mit einer schlecht gelaunten Fratze unterwegs, und man kann mit denen reden.

    Ich habe mittlerweile los gelassen.

    Leider auch, weil meine Mutter früher familiär vieles zerstört hat, ohne dass ich es wusste.


    Es ist eben nicht alles wie zuhause.

    Wobei sie zuhause längst gestorben wäre, weil sie alles verweigert hat.

    Sie bekommen 4x am Tag gutes Essen, ihre Medikamente, es ist immer jemand da, der nach ihr sieht, das Zimmer ist hell, die Umgebung ist schön und man macht etwas mit ihnen.

    Wenn dir das Heim deiner Mutter nicht zusagt, dann ziehe einen Wechsel in Betracht.

    Schau dir die Bewertungen im Internet an.

    Trotzdem empfehle ich dir entspannter zu werden.

    Du wirst sonst krank.

    LG

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Silly,


    auch wenn die Körpertemperatur bzw. Fieber ein wichtiges Symptom ist: in meiner Tätigkeit mit Menschen mit Demenz im Pflegeheim oder Krankenhaus war die rektale Messung der Temperatur in den vergangenen Jahren eher nicht (mehr) die Regel - auch wenn (nicht nur) mir aufgrund der Genauigkeit das vielleicht manches Mal lieber gewesen wäre.
    Entscheidend war aber stets schlicht die Akzeptanz der mir / uns anvertrauten Menschen. Die vom Patienten / Bewohner akzeptierte Form ist zu wählen. Punkt.

    Aber zur Genauigkeit: möchte Ihre Frau Mutter offensichtlich diese Form der Temperaturmessung grundsätzlich nicht, oder lag es an der Art der Mitarbeiterin die Sie (mehr) gestört hat? Aus Ihrem Text heraus hielte ich zunächst beides für denkbar.... .

    Richtig ist, dass die Messung rektal genauer ist. Weiter ist es richtig, dass es bestimmte Indikationen gibt, unter denen eine rektale Messung (od. ein anderes genaues Messverfahren der Körpertemperatur) geboten sein kann. Sprechen Sie den behandelnden Hausarzt an und fragen Sie nach, ob etwas derartiges geboten ist. Welche Behandlungs- / Therapiekonsequenz / Risiken hat es - abweichend von anderen Methoden - eine (invasive) Messung rektal vorzunehmen. Überhaupt eine.....?
    Ansonsten....siehe Buchenberg - Infrarothermomenter fürs Ohr besorgen, fertig.


    Hinzufügen möchte ich: ein Infekt bzw. Fiebererkrankung bringt gerade älteren Menschen häufig "Nebenwirkungen" mit sich: Flüssigkeitsverlust ist das eine. Das andere ist aber, wenn sie die "Schlappheit" ins Bett zwingt unbedingt auf ausreichend Bewegung (Positionsveränderungen) dort zu achten. Der Bewegungsmangel im Bett kann folgenreich sein, weshalb auch kleine und kleinste Bewegungen wichtig sind.

    Dazu, mit einer Bronchitis zur Arbeit in eine Pflegeeinrichtung zu gehen, schreib ich jetzt besser nichts.

    Gute Besserung Ihrer Frau Mutter.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

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