Suche eines geeigneten Pflegeheims

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  • Liebe Mitstreiter hier im Forum,


    ich hatte Ende dieser Woche das seit 2 Wochen erwartete Gespräch mit der Heimleitung.

    In diesem Gespräch ging es allerdings nicht, wie ich gehofft hatte, um die Erarbeitung von Ideen zur Entlastung des Pflegepersonals, sondern schon in der ersten Minute wurde klar ausgesprochen, dass man sich wünscht, dass meine Mutter die Einrichtung wieder verlässt. Begründung: Ich bin zu anstrengend und meine Mutter wird von Woche zu Woche aggressiver, was bei der Pflege zunehmend zu Problemen führt. (Anmerkung: in der 1:1 Betreuung durch eine 24h-Kraft zuhause war meine Mutter lieb wie ein Lamm und emotional ausgeglichen)


    Grundsätzlich bin ich über "die Kündigung" nicht traurig, denn mir ist spätestens seit der Fiebermessgeschichte Anfang September klar, dass ich meine Mutter aus diesem Heim wieder rausholen werde.

    Aber wie finde ich jetzt möglichst schnell ein besseres Heim :?:

    Bei zwei Heimen, die mir mehr zusagen, habe ich meine Mutter bereits auf die Warteliste setzen lassen, aber wie wir alle wissen, sind Wartelisten geduldig.

    Ich möchte meine Mutter nicht einer endlosen Heimoddysee aussetzen, sondern mit dem nächsten Heim einen Treffer landen. Wie mache ich das? Wie habt ihr, die gute Heime für ihre Angehörigen gefunden haben, das gemacht?


    Der Dachverband BKK bietet einen PflegeFinder, der recht aktuelle Qualitätsindikatoren der meisten Heime, die ich über die Suche eingegeben habe, zu bieten hat. Das ist schon mal sehr hilfreich, aber nun habe ich bei meinen Anrufen in den Heimen schon zu hören bekommen, dass man bei der Neubelegung Menschen, die aus der häuslichen Umgebung kommen, denen die aus einem anderen Heim kommen, vorzieht.

    Also habe ich jetzt Angst, dass die Suche nach einem passenden Heim sehr langwierig werden könnte, und meine Mutter über die Zeit immer aggressiver, so dass es nochmal schwerer werden könnte, ein Heim zu finden, das sie aufnimmt und das auch passt.


    Ich danke euch fürs Lesen und vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Tipp für mich.


    Sonnige (wenn auch verzweifelte) Grüße

    Silly

  • Hallo Silly,

    Ich habe tatsächlich das Heim (zunächst für Kurzzeitpflege) genommen, das spontan einen Platz frei hatte und hatte wohl Glück damit. Meine Mutter war danach nochmal ein paar Wochen Zuhause bis zum nächsten Sturz mit Armbruch und wieder war gerade ein Platz im gleichen Heim freigeworden, also jemand gestorben, so dass sie als Notfall den Platz bekommen konnte. Beides Mal also von zuhause aus. Kann man denn pflegebedürftige Menschen einfach auf die Straße setzen ? Natürlich dürfen sie auch den Bewohnern kündigen bei entsprechender Begründung.


    Wenn deine Mutter aggressiv wird, kann es vllt über die GerontoPsychiatrie (Krankenhaus) in ein anderes Heim gehen und ggf.medikamentös eingestellt. Das ist ja nicht ungewöhnlich bei Demenz, je nachdem, wo der Abbau stattfindet.

    Viel Erfolg!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Silly, bitte setzen Sie sich jetzt nicht unter den Druck. Bisher ist es nur der Wunsch des Heims, der Vertrag ist noch nicht gekündigt worden. Selbst dann kann das Heim Ihre Mutter nicht vor die Tür setzen, aber dann ist ein rechtlicher Beistand sinnvoll.


    Für die Übergangszeit können Sie für Ihre Mutter auch den Beistand im System suchen, wenn das Heim mit dem Verhalten überfordert ist. Ich habe Ihnen das ja schon ausgeführt.


    Da Sie eine engagierte Angehörige sind und bleiben wollen ist m.E. das Wichtigste, das die Chemie im und zum Heim stimmt. Nur gemeinsam sind diese Herausforderungen zu stemmen, denn spezialisierte Heime sind leider nicht überall da und wenn sie gut sind, gibt es lange Wartelisten.

    Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Silly,

    Wenn deine Mutter aggressiv wird, kann es vllt über die GerontoPsychiatrie (Krankenhaus) in ein anderes Heim gehen und ggf.medikamentös eingestellt. Das ist ja nicht ungewöhnlich bei Demenz, je nachdem, wo der Abbau stattfindet.

    Viel Erfolg!

    Das wäre auch mein Gedanke. Alternativ kann auch euer Hausarzt ein Mittel gegen Aggression verschreiben. Bei Schwiegermutter hat Risperidon geholfen (gegen Aggression, nicht gegen Wahn).

  • Liebe Rose60, lieber Buchenberg

    vielen Dank für den Tipp mit der GerontoPsychiatrie, vielleicht werde ich diesen Gedanken weiterverfolgen, wenn die Aggressivität meiner Mutter weiter zunehmen sollte.

    Mein Bauchgefühl ist jedoch, dass sie schlicht überfordert ist, mit der hektischen und unfreundlichen Art und Weise der Pfleger*innen in diesem Heim. Eine alte Freundin meiner Mutter und ich gehen sie ja regelmäßig besuchen, und uns gegenüber ist sie überhaupt nicht aggressiv. Wir bevormunden sie aber auch nicht und nehmen ihre Gefühle ernst.

    Buchenberg : Risperidon hat meine Mutter vor ein paar Jahren schonmal wegen ihrer Aggressionen und Wahnvorstellungen bekommen, hat bei ihr aber garnicht angeschlagen.

  • Da Sie eine engagierte Angehörige sind und bleiben wollen ist m.E. das Wichtigste, das die Chemie im und zum Heim stimmt. Nur gemeinsam sind diese Herausforderungen zu stemmen, denn spezialisierte Heime sind leider nicht überall da und wenn sie gut sind, gibt es lange Wartelisten.

    Lieber Herr Hamborg,

    zuerst einmal danke, dass Sie mich "engagiert" und nicht "anstrengend" nennen. ;)

    Ja, da bin ich vollkommen bei Ihnen, die Chemie muss stimmen, was sie in diesem Heim leider vom ersten Tag an nicht tat.

    Ich wohne Gott sei Dank in einer großen Stadt/Ballungszentrum, wo es viele auf Demenz spezialisierte Heime gibt, aber wirklich Gute sind leider sehr rar.

    Ich gebe die Suche nicht auf und bin dabei mir für mich psychologischen Beistand organisieren, der mir hilft, mich auf diesem Mienenfeld der Pflegeheime nicht nochmal zu verrennen.


    Ein schönes Wochenende wünscht

    Silly

  • Hallo Silly -- leider kann ich nicht viel mehr tun, als Dir viel Glück zu wünschen, dass Du bald etwas besseres findest für deine Mutter. Ich hatte meinen Vater fast drei Monate lang auf knapp einem Dutzend Wartelisten stehen, während er in der Gerontopsychiatrie war. Es tat sich monatalang nichts, und dann waren plötzlich innerhalb weniger Tage drei Heime verfügbar, inklusive unserer ersten Wahl, wo er dann auch eingezogen ist. Es erfordert viel Einsatz; bei uns taten die Damen vom Sozialdienst der Gerontopsychiatrie gar nichts, und ich denke, wenn ich mich nicht gekümmert hätte, dann hätten wir heute noch nichts. Drücke dir die Daumen!

  • Aber wie finde ich jetzt möglichst schnell ein besseres Heim :?:

    Liebe Silly,

    leider kann ich dir auch nicht sagen, wie du schnell ein Heim findest, zur Frage der Qualität hilft aber meiner Meinung Mundpropaganda. Ich habe, als ich auf der Suche war, alle möglichen Leute, die etwas wissen könnten, wegen Empfehlungen/Erfahrungen gefragt. Z.B. meine Hausärztin, eine Schwester vom ambulanten Pflegedienst, Bekannte und Kollegen, meine nette Blumenhändlerin, die sehr viele Leute kennt und sich für mich umgehört hat u.s.w. Da kristallisierte sich dann schnell ein Bild heraus, das nicht unbedingt mit meinem Eindruck bei der Besichtigung der Heime übereinstimmte. Ich habe uns dann in den favorisierten Heimen auf die Warteliste setzen lassen, in einem wurde ein Platz in der Kurzeitpflege frei und da ging es dann relativ schnell mit dem Wechsel in die Dauerpflege.

    Mit dem Heim bin ich sehr zufrieden und ehrlich gesagt, könnte ich mir nicht vorstellen, dass dort ein Vertrag gekündigt wird, weil ein/e Bewohner/in zu schwierig ist!

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg bei der Suche,

    LG never20

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Silly,


    zeitlichen Druck müssen Sie, wie schon Herr Hamburg anmerkte, nicht in dem Sinne fürchten, dass die Einrichtung nach Kündigung physisch den Auszug mal eben erzwingen kann. Theoretisch müsste, erfolgt der Auszug nicht zum Vertragsende, von der Einrichtung auf Räumung geklagt werden. Zuvor könnten Sie immernoch der Kündigung widersprechen - alles Dinge, die u.U. sehr viel Zeit verschaffen können. Das weiß man in der Einrichtung auch, weswegen sich da normalerweise leicht einigen kann. Mal eben einen Pflegebdürftigen "vor die Tür setzen" geht zum Glück nicht. Bei der Verbraucherzentrale finden Sie weitere Infos dazu.

    Der Wegweiser hat auch eine Adressdatenbank und den örtlichen Pflegestützpunkt kann man auch ansprechen nach Adressen. Viele Landkreise bieten auch online irgendwo auf ihren Seiten sowas wie Pflege-Wegweiser (meist pdf-Dateien mit Adressen & Ansprechpartnern) an. Ggfs. gibt es bei Ihnen vor Ort einen Verein für Personensorge / Betreuungsverein - die sind oft gut unterrichtet über das, was wo geht - nachfragen könnte lohnen.
    Zur Auswahl von Einrichtungen habe ich gute Rückmeldungen zur Broschüre bzw. Checkliste der BAGSO erhalten, eine kürzere finden Sie z.B. hier.

    Ich hoffe, Sie finden eine passende Einrichtung in überschaubarer Zeit.

    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • ...zur Frage der Qualität hilft aber meiner Meinung Mundpropaganda.

    Hallo never20,

    ja, leider habe/n ich/wir (meine Schwester und ich) genau das getan, mich/uns auf die Mundpropaganda verlassen, und meine Mutter nach Besichtigung in diesem Heim angemeldet, weil uns Leute, die ihre Angehörigen dort untergebracht hatten/haben, sagten, es sei das beste Heim in der Stadt.

    Aus meinem derzeitigen Disaster nehme ich auf jeden Fall mit, dass das, was für den Einen das beste ist, für einen Anderen eine ziemliche Katastrophe sein kann.


    Einen guten Start in die Woche wünscht

    Silly

  • jochengust


    Vielen Dank für die vielen wertvollen Links und Hinweise wie z.B. Betreuungsvereine, davon haben wir gleich 3 in der Stadt.

    Nun habe ich erstmal genug Futter für die Suche. :thumbup:


    Auch Ihnen einen guten Start in die neue Woche

    Silly

  • Mir gefiel, wie tolerant die Leute da miteinander umgehen. Das konnte ich auch sehen.

    Liebe schwarzerkater,

    ja, genau das wünsche ich mir für meine Mutter im nächsten Heim... eine offene, liebevolle, tolerante Atmosphäre, in der die Pfleger*innen auch mal (nicht ständig, das erwarte ich nicht!) die Zeit und Empathie für eine Umarmung oder eine kleine, nette Ansprache der Bewohner haben bzw. mitbringen.


    Viele Grüße

    Silly

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