Meine demente Mutter - alles nicht so einfach!

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  • Und diese Aktion mit dem Nachbarn ist doch wieder so eine "Flying Monkey"-Scharade., die abgezogen wurde, um Dich dazu zu bringen, Dich um die Mutter zu kümmern. Vermutlich angezettelt von Deinem Stiefvater.

    Einen solchen Gedanken hatte ich auch schon, würde zu ihm passen....das weiss ich aber auch erst jetzt.

    ...editiert..

    Wenn Du einer Narzisstin von einem Problem erzählst, wird er versuchen Dich zu "übertrumpfen".

    Klassiker: Wenn ich z.B. erzählt habe, dass ich krank bin, war ihre Antwort: "Ach das hatte ich auch schon, das ist nicht so schlimm, das geht wieder weg....und erzählte von sich".

    Wenn Du ihn in die Probleme einbinden willst, stelle ihn vor Probleme, die er tatsächlich lösen kann (Ans Telefon gehen, Dich in den Arm nehmen, Kraft spenden, eine Schulter zum Ausweinen bieten etc.).

    Das macht er, er hat grad mit meinem SV telefoniert. Er nimmt meine Situation definitiv ernst mittlerweile.


    Vielleicht" solltest Du mal schauen, dass Du eine Auszeit bekommst. So viele körperliche Symptome, wie laut muss denn Dein Körper noch schreien, bevor Du auf ihn hörst???

    Ich höre meinen Körper ja....ich ERhöre ihn nur nicht😥...

    Ich habe nächste Woche einen Termin ausser der Reihe bei meiner Ärztin. Vielleicht lasse ich mich von ein bisschen aus dem Verkehr ziehen. Ich hoffe, ich bin dazu mutig genug.

    Vorsicht Ironie 8o : Noch nicht einmal das kannst Du?! Du unfähige Tochter, Du. Und das, wo Deine Mutter so große Erwartungen an Dich hatte.

    Hihi...ich mag Deinen Humor.😎

    Hattest Du nicht immer solche Packete mit Müll in der Post? Diese Idee verwende ich jetzt auch mal. 8) .

    Ja, davon gab es zuviele, und alle sind im Müll gelandet. Wo sie auch hingehören.

    Werde vermutlich in der nächsten Zeit etwas gestreßt sein. Bitte nicht böse bei manchen Formulierungen sein, bin etwas in Eile.


    Und Freundinnen sind manchmal etwas schonungslos, man sollte aufpassen, was man sich wünscht :love: :saint: :!:

    Ich werde Dir nicht böse sein. Du musst ja auch nicht sofort antworten. Kümmere Dich zu vorderst um Deine Angelegenheiten, ich warte gerne auf Deine schonungslosen Antworten.🤗

  • Aber: Als Kind bist du nicht nur emotional und körperlich von der Fürsorge deiner Eltern abhängig, du bist auch rechtlich an sie gekettet. Wenn alles soweit gut ist, ist es eine feine Sache. Wenn nicht, kann es der Untergang sein.

    Dem kann ich definitiv zustimmen. Ich wäre so gerne weggelaufen...


    Jedenfalls: Als Erwachsene haben wir die Chance, uns zu befreien. Es kostet aber viel Arbeit und braucht Hilfe.

    Ich hätte nie gedacht, dass ich hier im Forum so häufig auf das Thema treffe.

    Bis vor einigen Monaten kannte ich noch nicht einmal das Wort "Narzissmus".


    Andererseits ist es eben auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte ... Somit kommt die Entwicklung (ich habe mich auch damit zeitweise intensiv befasst) irgendwann auch in den Pflegeheimen und bei den Angehörigen an und muss da bewältigt werden. Es ist eigentlich kein Wunder!

    Ich denke, dass immer mehr Betroffene dahinterkommen, was ihnen passiert ist und hoffentlich erkennen, dass nicht sie die Bösen sind. Das Schlimme ist ja leider aber auch, dass nicht nur Narzissten gute Schauspieler sind, sondern Demenzkranke auch. Die Glaubwürdigkeit von uns wahren Betroffenen zu beweisen und entsprechende Anerkennung zu erhalten, ist eine Schwerstarbeit für jeden einzelnen.

  • Ich denke, dass immer mehr Betroffene dahinterkommen, was ihnen passiert ist und hoffentlich erkennen, dass nicht sie die Bösen sind.

    Genauso. Deshalb entsteht so ein Eindruck.


    Und: Die Menschen werden immer älter und verbleiben auch länger in der Pflege, die Probleme nehmen zu.


    Das Betreuungsrecht hat sich auch sehr stark entwickelt. Die Betreuten haben viel mehr Rechte (ist ja einerseits gut, doch andererseits kann es ziemliche Probleme machen.)


    Das Schlimme ist ja leider aber auch, dass nicht nur Narzissten gute Schauspieler sind, sondern Demenzkranke auch.

    Die sind keine Schauspieler! Das ist die feste Überzeugung, deshalb ist es so schwierig zu widerlegen.


    Die Glaubwürdigkeit von uns wahren Betroffenen zu beweisen und entsprechende Anerkennung zu erhalten, ist eine Schwerstarbeit für jeden einzelnen.

    Das Schlimme ist, dass wir das auch noch beweisen muss. Das ist eine Beweislastumkehr, wie kommen wir eigentlich dazu.


    Natürlich habe ich mehrere Kisten Beweise. Doch vor Gericht kann man gegen diese verkrusteten Strukturen nur wenig machen.

    Da kann man nur versuchen, seine Vorstellungen durchzusetzen, indem man die "Gegener" siegessicher gegenübertritt und die Flying Monkeys so ordentlich aufzumischen.

  • Ich habe meinem SV alle möglichen Adressen geschickt, aber antworten tut er nicht mehr auf meine Mails, geschweige denn sich bedanken.

    Der will keine Adressen, sondern Deine Arbeitskraft und zwar 24/7 und das ohne Verzögerung. Warum sollte es sich deshalb bedanken, er bekommt nicht das was er will. :saint:



    Ich habe nächste Woche einen Termin ausser der Reihe bei meiner Rheumatologin. Vielleicht lasse ich mich von ihr ein bisschen aus dem Verkehr ziehen. Ich hoffe, ich bin dazu mutig genug.

    Mach das, vielleicht so etwas, was Rose60 gemacht hat. Du brauchst keinen Mut, nur einen Zugang zum Internet. Wir unterstützen Dich :!:


    Du musst ja auch nicht sofort antworten. Kümmere Dich zu vorderst um Deine Angelegenheiten, ich warte gerne auf Deine schonungslosen Antworten.

  • Die sind keine Schauspieler! Das ist die feste Überzeugung, deshalb ist es so schwierig zu widerlegen.

    Stimmt, habe ich vergessen. Sie sind überzeugt von sich und ihrem richtigen Handeln.

    Da kann man nur versuchen, seine Vorstellungen durchzusetzen, indem man die "Gegener" siegessicher gegenübertritt und die Flying Monkeys so ordentlich aufzumischen.


    Mach das, vielleicht so etwas, was Rose60 gemacht hat. Du brauchst keinen Mut, nur einen Zugang zum Internet. Wir unterstützen Dich

    Ich weiss grad ehrlich nicht, was genau Du meinst, was Rose60 gemacht hat. Klärst Du mich bitte auf?


    ....editiert...


    Ich werde diese Zeit nutzen, um eine Therapeutin zu finden, Himmel ist das schwierig. Ich hatte zwei gefunden, die mich wirklich ansprachen, aber "natürlich" ist deren Programm nicht beihilfefähig. Und auf 50 % der Therapiekosten sitzenzubleiben, kann ich mir nicht leisten.

  • Liebe Tochter67,


    nur kurz, bin unterwegs. Kann meistens nur lesen.


    Der Versuch, seine Vorstellungen gegenüber einem Narzissten durchzusetzen, ist eigentlich sehr "einfach": Nur nicht abbringen lassen von dem vorgefassten Ziel. Kann aber sein, dass der Narzisst aufgibt und sich ein anderes "Opfer" sucht.


    Wahrscheinlich ist er stinkig, weik ich nicht seinem Plan entspreche.

    Klar ist der SV stinkig. Hat es doch in der Vergangenheit immer super funktioniert.



    Ich weiss grad ehrlich nicht, was genau Du meinst, was Rose60 gemacht hat. Klärst Du mich bitte auf?

    Rose60 hat eine spezielle ReHa gemacht. Vielleicht schreibt Rose60 noch etwas dazu.



    P.S. Ich brauche die Rheumatologin übrigens nicht mehr, um mich aus dem Verkehr zu ziehen. Ich habe mir vorgestern einen hübschen Bruch zugezogen und darf nun einige Wochen zu Hause bleiben.

    Ohwe, dass ist aber blöd :!: Hauptsache das Tippen klappt noch :saint: . Du hast hoffentlich keine Schmerzen???


    Das kannst Du gleich Deinem SV mitteilen (lassen).

    Ich werde diese Zeit nutzen, um eine Therapeutin zu finden, Himmel ist das schwierig. Ich hatte zwei gefunden, die mich wirklich ansprachen, aber "natürlich" ist deren Programm nicht beihilfefähig. Und auf 50 % der Therapiekosten sitzenzubleiben, kann ich mir nicht leisten.


    Vorsicht, Ironie: Na, der liebe Gott hätte die Lösung auch eleganter hinbekommen können. Man sollte nicht undankbar sein 8) . Vielleicht eine Reha anschließend??


    Die haben auch Psychologen. Habe ich auch gemacht, bei einer Orthopädischen ReHa.


    Jetzt muss ich weiter mit meiner speziellen Messi-Therapie (Wegschmeißen!) machen.

  • DieTochter6070 :

    Ich habe einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Akutklinik gehabt, da hat man deutlich mehr Psychotherapie. Bei einer psychosomatischen Reha sind es nur max.30 min./Woche plus Gruppentherapie und verschiedene andere wertvolle Vorträge, das kann als Einstieg in eine weiterführende Therapie zuhause schon sehr gut sein.

    Überhaupt mal für einige Wochen rauszukommen und die Dinge mit Abstand zu betrachten, war sehr hilfreich.

    Die Wartezeit sind ein paar Monate, muss auf jeden Fall vorher beantragt werden.

  • Kann aber sein, dass der Narzisst aufgibt und sich ein anderes "Opfer" sucht.

    Oh da hätte ich nichts dagegen.

    Vorsicht, Ironie: Na, der liebe Gott hätte die Lösung auch eleganter hinbekommen können. Man sollte nicht undankbar sein 8) .

    ...editiert...

    Genau DEN Gedanken hatte ich auch, und ich bin tatsächlich dankbar für die Pause.


    Jetzt muss ich weiter mit meiner speziellen Messi-Therapie (Wegschmeißen

    Da beneide ich Dich nicht. Ich wünsche Dir gute Nerven und viel Energie dafür!

  • Liebe Rose60 ,

    vielen Dank! Das behalte ich mal im Hinterkopf. Das klingt sehr hilfreich.

    Heute Vormittag bin ich bei Sonnenschein spazieren gegangen, habe danach einen ausgiebigen Mittagschlaf gemacht, danach eine Gartensendung im TV geguckt. Das tat richtig gut. Fehlt nur noch fachkundige therapeutische Hilfe on Top. Aber die finde ich schon noch.

  • Oh da hätte ich nichts dagegen.

    Das ist ein zweiseitiges Schwert: Weil wenn der Narzisst weg ist, hat man - möglicherweise - das Gefühl, dass das nächste "Opfer" möglicherweise das bekommt, was man glaubt, das einem selbst zusteht. Schließlich haben "wir" lange genug dafür gelitten.

    Die Schmerzen halten sich in Grenzen. Ich war wenigstens so schlau und bin auf den linken Arm gefallen. Als Rechtshänderin kann ich also weiter mit rechts tippen.🙏

    Schmerzen werden hoffentlich besser.


    Vorsicht Ironie: Schnell genug umgedreht :saint: ? Du musst jetzt unbedingt Wassergymnastik machen! Nach der Reha, auf Verordnung. Zur Sturzprävention. Nein, mal mein Ernst. Das ist der tollste ReHa-Sport, den ich kenne.

    Genau DEN Gedanken hatte ich auch, und ich bin tatsächlich dankbar für die Pause.

    Laß Dir nur Zeit, es gibt keine Eile. Vielleicht kannst Du im Anschluß noch was für Deine Seele machen.


    Im Moment nutze ich jetzt die mindestens 5 Wochen spontane Auszeit, um erstmal 'runterzukommen von dem Dauerstress, einfach mal Luft holen.

    Hört sich an, wie ein guter Plan. Laß Dich bloß nicht auf irgendwas bezüglich Deines SV ein.


    Heute Vormittag bin ich bei Sonnenschein spazieren gegangen, habe danach einen ausgiebigen Mittagschlaf gemacht mit Katzen, danach eine Gartensendung im TV geguckt. Das tat richtig gut.

    Hört sich an, wie ein guter Anfang. Das mit dem Spazierengehen solltest Du beibehalten. Und das Schläfchen mit den Katzen. Auch wenn ich eher der Hundetyp bin.


    Fehlt nur noch fachkundige therapeutische Hilfe on Top. Aber die finde ich schon noch.

    Genau. Und bis dahin hast Du das Forum (und Deine rechte Hand 8) ).


    Da beneide ich Dich nicht. Ich wünsche Dir gute Nerven und viel Energie dafür!

    Ich beneide uns auch nicht darum: Aber es ist für mich eine Therapie, bei jedem Trum wird mein Herz leichter.

    Die Energie habe ich aus meiner Wut im Bauch, ich könnte meinem Vater noch immer in den .... treten.

    Und dann diese Undankbarkeit und diese Fehleinschätzung: Er hätte seine Werkstatt in einem tip-top-Zustand hinterlassen mit wertvollen Werkzeugen. Eine Lachnr. Das war ein Abwurfplatz (durch die FTD alles, aber auch wirklich ALLES durchmischt!)

    Jedes Teil verdreckt (mit ekeligen Ölfilm) und mit völlig veralteten Werkzeugen, die auch noch "weggefunden" waren. Und jeder aus dem Kaff hat es gewusst.


    Heute schon ieder einige Bäume gehäckselt. Der Garten ist fast vollständig gerodet. Jetzt erkennt man endlich, was für ein schönes Grundstück das ist.


    Ich habe heute schon wieder 4 Büsche gepflanzt (Umgesetzt).

  • Ich beneide Dich nicht, aber für meinen Mann war das Ausräumen der Wohnung auch Therapie. Die Wohnung war oberflächlich immer aufgeräumt. Es wurde sogar der Kühlschrank von der Wand gerissen, damit man dahinter saugen kann. ABER als wir die Schränke geöffnet haben. Himmel hilf. Es war eine verkappte Messi-Wohnung. In der - nach dem Wahn meiner Schwiegermutter - Werte lagerten. Das Geschirr sollten wir verkaufen. Nach ihrer Vorstellung war es mindestens 500 Euro Wert. Wir haben alles verschenkt oder weggeworfen. Das war alles nichts wert oder gibt es 1000 fach in den einschlägigen Foren billig zu kaufen. War das ein Theater am Ende. Das Schlafzimmer, wirklich noch gut in Schuss, konnten wir an ein Sozialkaufhaus verschenken. Nach ihren Ideen war das mind. 2000 Euro wert. Danach ging die Schimpferei los, wir hätten ihre Sachen verschenkt, weil wir ihr das Geld nicht gönnen würden.


    Nächsten Donnerstag hat sie Geburtstag. Mein Mann ringt mit sich, ob er an die Steele eine Blume bringt. Im Moment - 7 Monate nach ihrem Tod - kommt so viel hoch in ihm. Wir reden fast jeden Abend darüber, alles verdrängte schwimmt an die Oberfläche. Er ist ja seit Jahren in Therapie, zum Glück.


    Ich wünsche Euch allen schöne Ostertage!

  • Danach ging die Schimpferei los, wir hätten ihre Sachen verschenkt, weil wir ihr das Geld nicht gönnen würden.

    Das geht ja noch 8) .


    Wir wurden des Diebstahls bezichtigt und wir machen mittlerweile eine Bestandsliste über jeden Gegenstand. Ausdruck von den Anzeigen ist selbstverständlich.

    Einige Dinge ließen sich noch nicht einmal verschenken!

    Wenn wir das ausdrucken müssen, muss dafür ein Baum sterben.


    Nächsten Donnerstag hat sie Geburtstag. Mein Mann ringt mit sich, ob er an die Steele eine Blume bringt.

    Spontan entscheiden. Sie wird es nicht übelnehmen, wenn er nichts macht.


    Edit: Jetzt habe ich noch einmal nachgedacht. Ich selbst würde es machen,


    weil....


    ... ich für mich, es als Flucht oder Vermeidung sehen würde. Würde ich meinen Eltern meine Niederlage gönnen? Klares Nein. Wenn sie von oben zusehen, sollen sie doch sehen, was sie mit Füßen getreten haben.


    ... bei uns im Kuhkaff hat das gesamte Pflegeheim einen Blick auf den Friedhof 8). Sollen die doch sehen, dass sich der Sohn immer noch um seine Mutter kümmert. Ich würde darauf spekulieren, dass doch der ein oder andere nach dem Grab schaut und da wieder meine Geschichte abgeben. Mittlerweile geht das fast schon humoristisch! Höre immer wieder, dass es schön ist, dass meine Eltern mich nicht zerstören konnten.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, gern möchte ich einige Gedanken zu den vielen Beiträgen hinzufügen.


    Danke Schwarzerkater, dass Sie kurz und dem Forum angemessen auf die großen Herausforderungen mit Ihrem Enkel eingehen. Zum Glück hat er einen wichtigen Teil in der Familie, der ihn unterstützt und begleitet - anders als manche hier, die so lange allein gelassen wurden, mit einem narzisstischen Elternteil. Dadurch wird noch einmal deutlich, wie schlimm und wie tief die Verletzungen und Kränkungen sind und wie schwer es ist einen angemessenen und hilfreichen Weg zu finden, wenn genau diese Eltern dement werden.


    Vor einer Woche habe ich den Wunsch geschrieben, dass sich Mitlesende hoffentlich nicht "erschrecken", wenn sie mitbekommen, wie stark diese Gefühle aus der Kindheit den Kontakt zu dem narzisstischen Elternteil beeinflussen, wenn dieser dement wird.


    Auf der einen Seite ist es so wichtig und entlastend, sich der eigenen Wut bewusst zu werden und die Täter-Opfer-Umkehr zu vollziehen. Die Erfahrung hier, - dass viele Hauptpflegepersonen dieses Schicksal teilen und trotzdem ihren Eltern in der Demenz beistehen und sie eben nicht (mehr) damit allein sind - schafft ein wertvolles gegenseitiges Verständnis in fast schwesterlicher oder geschwisterlicher Solitarität durch das gemeinsame Schreiben und Unterstützung - in Echtzeit.


    Danke, dass Sie das Erschrecken aufgenommen haben und als Alternative den privaten Boxsack, die persönliche Psychotherapie und die private Unterstützung angesprochen haben. Wir sind auf der anderen Seite ein offizielles Forum und stehen in dem Spagat für ganz wichtige persönliche Erkenntnisse, die sich aus dem - in einem geschützten Raum - von der Seele schreiben ergeben und dem offiziellen Anspruch. Es ist gut, dass wir uns dem bewusst sind - dies wird in den Beiträgen deutlich - danke!


    Valentina61, Sie haben mir die Frage stellt, wie sehr die vorbereitende Trauerarbeit hilft, nach dem Tod eines so schwierigen Elternteils stark zu bleiben. Aus meiner Sicht ist es eine wichtige Säule zur Stärkung der eigenen Identität, die sich aus dem so wertvollen Austausch der Erfahrungen und der gegenseitigen Stärkung hier im Forum ergibt.

    Wenn Trauerbegleitende aus dem Freundeskreis zur Vorsicht raten, sollte dies nicht zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden, sondern zur Einladung der freundschaftlichen oder familiären Unterstützung. Dies ist eine weitere wichtige Säule, damit bei dem Verlust des Elternteils die so wichtigen bisherigen Erkenntnisprozesse durch schweren Herausforderung des Lebens weiterhin tragen. Manchmal werden Sie die durch die Endgültigkeit in Frage gestellt werden. So wie ich es aus Ihren Beiträgen lese, haben Sie sich viele starke Säulen aufgebaut, die alle in kritischen Zeiten tragfähig und bedeutsam werden können.


    Einige haben hier geschrieben, dass die narzisstischen Persönlichkeit ein unklares Modewort ist, dass in der Öffentlichkeit zu unscharf ist. Vielleicht ist es hilfreich, von einer Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert zu sprechen, die oft mehrere pathogene Anteile hat: Neben narzisstischen mischen sich sadistische, psychopathische, egoistische, usw. ... Aspekte zu einem toxischen Muster. Hinzu kommt, dass sich auch Fachleute sehr schwer damit tun, zwischen einem (noch) "normalen" schwierigen Charakter und einer (oft multiblen) Persönlichkeitsstörung mit echtem Krankheitswert zu unterscheiden.


    Es freut mich, dass Sie und Ihr Mann - DieTochter67 - nun ein gutes Team sind. Ich wünsche Ihnen gute Besserung und einen oder eine Psychotherapeut*in, mit dem oder der Sie all das aufarbeiten, was auf Ihren Schultern und auf Ihrer Seele lastest. Sicher werden Sie mehr als ein Ventil finden, um auch die so verständliche Wut über das erlebte Unrecht zum Ausdruck zu bringen, um sich innerlich zu versöhnen.

    Ihnen alle schöne Ostertage, Ihr Martin Hamborg

  • ich kriege das zitieren nicht hin.


    Valentina - deshalb haben wir eine Bestattung im Wald unter einem Baum gewählt und an abseits stehenden Steelen stehen nur die Namen mit Geburts- und Todesjahr. Mein Mann wollte kein Grab. Er hat gesagt: Sie hat mich zeitlebens rumkommandiert und bestimmt, wann ich wo zu sein habe. Das hat jetzt ein Ende. Hier sieht keiner, ob ich da war oder nicht.

  • DieTochter6070:


    Meine liebe Tochter67,


    wie geht es Dir? Hast Du eine Therapie bekommen? Was macht Dein Bruch?


    Hat der SV aufgegeben?


    Würde mich über ein Up-Date freuen. Oder sind es -no news- good news"


    Kleines Up-Date von mir, vielleicht interessiert es Dich/Euch:


    Bin von meiner "Messi"-Therapie (Räumen des Messi-Haushalts meiner Eltern) zurück in meinen "normalen" Leben.


    Mein Mann und ich hatten diesmal eine sehr kompetente Begleitung in Form eines väterlichen Freundes dabei. Er hat einfach nur zugehört (ohne zu werten!) und das ein oder andere gefragt und war auch bei zwei Treffen mit den Freunden meiner Eltern dabei.

    Ziemlich interessant, wie der vorgegangen ist, da sah man die große Lebenserfahrung und das Fachwissen. Da kamen noch mal "witzige" Dinge raus und einige Osrams sind bei mir aufgeleuchtet :saint: .


    Dieser Freund ist auch noch ein paarmal durch die Messi-Werkstatt gegangen und hat einiges an "Schrott" und "Müll" rausgezogen, was wir sofort entsorgen konnten (Interessanterweise hat er auch "Wertvolles" entdeckt, was wir eigentlich schon entsorgen wollten).

    Man wird bei dieser Menge (12 von 30 Tonnen bereits entsorgt) einfach betriebsblind. Jetzt haben wir einen Plan, wie wir weiter vorgehen können, d.h. dieses Mal hatte ich bei der Abfahrt das Gefühl eines Abschlußes (wenigstens für dieses Mal) und weiß, wie ich weitermachen kann und muss nicht nur permanent Feuerwehr spielen (Sonst sind die "Tonnen" immer mitgereist, dieses Mal habe ich sie "liegen" lassen können).


    Ja, ja, ich weiß interlektuell: Diese Struktur in dem Chaos ist Teil des Trauerprozesses, dass durch die Aufarbeitung irgendwann eine Story mit Anfang und Ende herauskommt. Aber es als eigene Erkenntnis zu erleben ist mega 8) .


    Und die Geschichte(n) kann ich dann abschließen (ENDE darunterschreiben, ähnlich wie bei den Hollywood-Filmen im Abspann) und irgendwo in der "Lebensbibilothek abstellen (und hoffentlich vergessen!)


    Es sind ja eigentlich zwei verschiedene Bücher (Eine Inventarliste über den Müll und Schrott mit den Beweisbilder!) und das was sich abgespielt hat und welche Verletzungen und emotionale Wirrungen entstanden sind.

    Diese Trennung der materiellen, physichen Ebene (x Tonnen von Schrott) und der emotionalen, psychologischen Ebene habe ich endlich vollziehen können. Hört sich lächerlich an, wenn ich das so lese .... So komisch, dass ich das nicht vorher geschafft habe, wo es doch so offensichtlich war.


    Ich bin glücklicherweise mittlerweile so weit, dass ich die wunderschöne Landschaft in der ich/wir lebe/n wieder genießen kann und auch zum Arbeiten komme. Klar, dieses Mal fühle ich mich um Tonnen leichter.


    Gleich lasse ich erst einmal die Seele baumeln und setze mich mit Blick auf den See an ein neues/altes Manuskript (Das habe ich in der "Tasche", seitdem dieses Drama mit meinen Eltern losgegangen ist. Ich konnte einfach nicht weiterschreiben, weil einfach meine Gedanken in einer endlos Schleife gefangen waren! )


    An der Stelle noch einmal ein riesen Dank an Alle. Wenn ich "Frust" oder "Endlosschleifenknoten" habe, kann ich hier schreiben und muss meine Freunde (die wahrlich leidensfähig waren) nicht mehr belasten und kann mich mit anderen Dingen beschäftigen.


    DANKE, DANKE, DANKE :love: <3 :thumbup:

  • Liebe Valentina, berichte weiter. Ich finde es spannend zu lesen, dass mit dem Verschwinden der vielen Tonnen Kram auch immer mehr Dein Leben wieder in die Bahn kommt und Du vieles ablegen kannst.


    Der Part, den Du jetzt machst, der kommt bei mir noch. Bei meinen Eltern ist es mein Vater, der langsam aber sicher immer verwirrter wird. Allerdings hat er auch so viele Baustellen (Diabetes, Grauer Star, schlechte Nierenfunktion), die auch mit reinspielen. Meine Eltern bewohnen ein großes Haus mit Dachboden, Keller und Garage. Meine Mutter hebt alles auf. Wirklich alles. Und mein Vater lässt sie gewähren. Wenn ich an den Tag denke, an dem ich das mal ausräumen muss, da wird mir heute schon schwindelig.

  • Meine Eltern bewohnen ein großes Haus mit Dachboden, Keller und Garage. Meine Mutter hebt alles auf. Wirklich alles. Und mein Vater lässt sie gewähren. Wenn ich an den Tag denke, an dem ich das mal ausräumen muss, da wird mir heute schon schwindelig.

    Das ist ja noch mehr als das, was wir jetzt nach dem Tod unserer Mutter zu bewältigen haben. Wenigstens hatte sie keine Garage und das Haus nicht groß.

    Aber ich schütze mich tatsächlich, indem ich nur wenige Sachen - hauptsächlich Fotoalben und alten Papierkram - mitgenommen habe.

    Glücklicherweise haben wir nun Interessenten für das Haus, die es auch selbst ausräumen wollen, bzw. einiges gleich drinlassen wollen. Ein Segen für uns.


    Ich wünsche allen, die früher oder später vor dieser Aufgabe stehen, viel Mut, Kraft und kreative Ideen zur Bewältigen (+ menschliche Hilfen).

  • Vielleicht für einige ein machbarer Tipp: Meine Eltern haben auch über 60 Jahre gesammelt, drei Etagen waren zu entsorgen . Meine Schwester wollte es mit ihrem Mann selbst machen, nach dem ersten Tag schon führte es zur Beziehungskrise, weil sie für 1 Raum schon einen kompletten Tag gebraucht haben. Ich habe dann bei einem Vergleichsportal die Möglichkeit gefunden, sich Anbieter für Entrümpelungen zu suchen bzw.deren Angebote einzuholen. Das haben sie dann genutzt und waren sehr froh darüber. Mit einem niedrigen vierstelligen Betrag war alles in 1 Tag erledigt samt Entsorgung oder die noch brauchbaren Teile für kleines Geld an interessierte Menschen abzugeben.

    Das nur für die Leser hier, die sich da nicht unbedingt mit beschäftigen möchten.

  • Ich finde es spannend zu lesen, dass mit dem Verschwinden der vielen Tonnen Kram auch immer mehr Dein Leben wieder in die Bahn kommt und Du vieles ablegen kannst.

    Ich fühle mich mit jeder Tonne leichter. Dieses Verhalten hat natürlich das Familienleben sehr belastet. Oft kam ich von der Schule nach Hause und fand meine Mutter heulend vor, weil wieder etwas (in der Dimension einer LKW-Ladung) bei uns abgeladen wurde. Das musste dann verräumt werden.


    Meine Eltern bewohnen ein großes Haus mit Dachboden, Keller und Garage.

    Bei mir ist ein großes Haus (incl. Dachboden u. Keller), 81qm Garage (3 Autostellplätze nebst Werkstatt) plus großen Garten mit vielen Büschen.


    Das Haus und den Garten habe ich schon leer (fast).



    Meine Mutter hebt alles auf. Wirklich alles. Und mein Vater lässt sie gewähren.

    Bei mir war es mein Vater. Meine Mutter (Depression, Angststörung & Waschzwang) kam nicht gegen ihn an.


    Neben einer schwierigen Persönlichkeit und der Kriegskindvergangenheit "erfreut" sich mein Vater an einer FTD :love: .

    Diese Demenz tritt relativ früh auf und hat auch noch die Besonderheit, dass die Betroffenen so ihre eigene Vorstellung von Ordnung haben.

    Laut Literatur findet man/frau da den Kamm neben der Butter. Das alleine ist tragisch genug:

    Bei "uns" betrifft diese spezielle Ordnung Metallgegenstände! Nur Beispielhaft: Ungefähr 50 verschiedene Hämmer sind gleichmäßig über die ganzen 81qm verteilt. Das betrifft jede Art von Werkzeugen (bis zu 800kg!) und metallische "Kleinteile" (Einige dieser "Kleinteile" wiegen einige Zentner. Da ist nichts sortiert. Das Chaos ist perfekt!!!


    Wenn ich an den Tag denke, an dem ich das mal ausräumen muss, da wird mir heute schon schwindelig.

    Ich wünsche Dir, dass da nicht soviel Durcheinander ist, dann läßt sich dass relativ gut wegschaffen.


    Und einen Rat: Du musst jeden Sack aufmachen, in jedes Buch hineinschauen, jede Jacke (incl. Saum und Futter) überprüfen. Die Kriegskinder (die Flüchtlinge) neigen dazu Sachen (Geld, Schmuck) an den drolligsten Stellen zu verstecken.

    Meine Schwiegermutter (Alzheimer) hatte Schmuck in getragenen Socken getan und diese irgendwo zwischen geschoben. Umschläge mit Geld waren in dem Sack mit Altpapier. Hinter jedem Vorhang und Schrank haben wir volle Plastiktüten gefunden. Wir haben jedes Papier angeschaut!


    Geldscheine in Bücher, hinter dem Funier von Schränken. Hinter dem Reißverschluss von Matrazen. Unter den Sitzen von Sesseln.


    Gerade ist es der 3. Haushalt, den wir auflösen müssen. WIr beginnen das sportlich zu sehen 8) .


    Ich wünsche allen, die früher oder später vor dieser Aufgabe stehen, viel Mut, Kraft und kreative Ideen zur Bewältigen (+ menschliche Hilfen).

    Ich kann Dir nur raten, schau Dich nach Containerdiensten um. Wo gibt es Sozialkaufhäuser, Altkleidersammlungen? Kleinanzeigen (Abteilung zu verschenken).


    Sind Deine Eltern in einem Verein (Schützen, Feuerwehr)? Die kommen bei uns immer mal wieder. Im Anschluß gibt es eine Brotzeit oder eine Runde Freibier auf dem Schützenfest.

    Meine Schwester wollte es mit ihrem Mann selbst machen, nach dem ersten Tag schon führte es zur Beziehungskrise, weil sie für 1 Raum schon einen kompletten Tag gebraucht haben.

    Kann ich mir gut vorstellen. Das nervt. Allerdings schmeißen wir inzwischen auch in unseren eigenen Haushalten auch sehr viel weg. Ist sehr heilsam. Weder mein Mann noch ich möchten dem Alleinzurückbleibenden zumuten etwas zu entsorgen. Vielleicht verkaufen wir am Ende alles und mieten uns eine Kabine auf einem Kreuzfahrtschiff und reisen um die Welt.



    Ich habe dann bei einem Vergleichsportal die Möglichkeit gefunden, sich Anbieter für Entrümpelungen zu suchen bzw.deren Angebote einzuholen.

    Das habe ich auch gemacht und bin fast umgefallen. Ich hatte auch geplant, ich rufe einen Schrotthändler an, der das ganze Zeit abholt. Der war zwar da, wollte es nicht holen, weil zu durcheinander :saint: . Und so lange wollte er niemanden von seinen Mitarbeitern abstellen.

    Mit einem niedrigen vierstelligen Betrag war alles in 1 Tag erledigt samt Entsorgung oder die noch brauchbaren Teile für kleines Geld an interessierte Menschen abzugeben.

    Bei mir war es ein mittlerer 5stelliger Betrag. Das mit den Kleinanzeigen und dem Sozialkaufhaus mache ich auch. Bei größeren Teilen sind die vorbei gekommen und haben es abgeholt.


    Aber ich schütze mich tatsächlich, indem ich nur wenige Sachen - hauptsächlich Fotoalben und alten Papierkram - mitgenommen habe.

    Das haben meine Eltern noch in der Wohnung, die ich ihnen hier in meiner Nähe gemietet habe.

    Das kommt noch dazu, so weit sind wir noch gar nicht.


    Glücklicherweise haben wir nun Interessenten für das Haus, die es auch selbst ausräumen wollen, bzw. einiges gleich drinlassen wollen. Ein Segen für uns.

    Ich kann ja leider aus formal juristischen Gründen das Haus nicht verkaufen. Allerdings hätte ich mit einem niedrigen 6stelligen Abschlag (laut Gutachten) rechnen müssen.

  • Hallo zusammen -


    ich habe auch ein Entrümpelungsunternehmen beauftragt, aber auch alles erst einmal auf links gedreht. Und wie auch schon gesagt wurde: ich habe Geld an den (aus unserer Sicht) unmöglichsten Stellen gefunden, ebenso Schmuck, den meine Mutter gesucht hat (und der aus Ihrer Sicht gestohlen wurde) - u.a. in Handtüchern, die im Schrank säuberlich gestapelt waren. Oder in Stiefeln, Jackentaschen usw. Da war dann auch klar, warum sie nie Geld hatte.

    Insgesamt war die Wohnungsauflösung schon anstrengend, ich müsste ja alles alleine machen. Einen großen Teil der Möbel habe ich auch selbst abgebaut. Manche Dinge habe ich an Nachbarn verschenkt, aber ich war froh, als alles rum war.

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