ein schönes Weihnachtsfest

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  • Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und ein paar ruhige Tage, in denen ihr alle wieder Kraft schöpfen könnt.


    Meinem Mann geht es grade nicht so gut damit - das erste Weihnachten ohne seine Mutter und er knabbert noch an den unerledigten Themen. In den letzten Tagen ist sehr oft das Gespräch über die Weihnachten seiner Kindheit - den Streit, den es immer gab und die kalte Atmosphäre.


    Wir werden das Weihnachten ruhig begehen, wenn es mal irgendwann aufhört zu regnen, den Baum besuchen, unter dem seine Eltern jetzt zusammen liegen. Und einfach Zeit haben für uns und die Familie.


    Ich danke Euch allen, für die vielen guten und tröstenden Beiträge, aus denen ich bisher so viel ziehen und zehren konnte.


    Allen ein gesegnetes Fest.

  • Liebe Schwiegertochter71,

    Deinen lieben Wünschen schließe ich mich gerne an! Ich kann gut nachvollziehen, was in deinem Mann vorgeht, nach dem Tod kommt vieles wieder hoch an schlechten Erfahrungen. Es braucht Zeit und irgendwann bewusstes Loslassen, während man neue schönere Erfahrungen dagegen setzen kann.

    Für mich ist Weihnachten auch mit vielen schlimmen Erinnerungen verbunden und ich halte mich seit meinem Klinikaufenthalt im November nun mehr von meiner Mutter fern und es macht mir nach diesem Abstand tatsächlich wenig aus bzw ich fühle mich deutlich befreiter als immer wieder getriggert zu werden. Sie bemerkt es nicht mehr wirklich wie groß die Abstände meiner Besuche sind und lt. Pflegern spricht sie sowieso nur von ihren Eltern und Geschwistern, seitdem sie dort ist.. dafür muss ich mich also gar nicht so anstrengen.

    Lasst es euch allen so gut wie möglich gehen. Ich freue mich nach vielen Jahren mal wieder auf Weihnachten, auch wenn es sehr sehr turbulent zugehen wird mit meiner neu zusammen gebastelten Familie.

    Herzliche Grüße an euch alle 🧑‍🎄🤗

  • Die ersten zwei Tage werde ich auch einsam begehen, ganz alleine, danach habe ich ein Konzert, dann einen Besuch, auf den ich mich freue, dann einen 90. Geburtstag der Schwester meiner Mutter. Da bin ich dankbar über die drei ganz ruhigen Tage vorher und hoffentlich auch danach wieder.

    Allen hier wünsche ich eine Zeit, die zu Euren jeweiligen Bedürfnissen passt und gut tut.

  • Ich wünsche euch allen schöne und erholsame Weihnachten. Ich besuche meine Mutter am 1.+2. Feiertag, dann ist ein Essen mit Freunden geplant und kurz vor Silvester "Die Zauberflöte" - darauf freue ich mich schon sehr.

    Ich hoffe, ihr könnt euch entspannen und habt eine schöne Zeit.

  • Vielen Dank Ihr Lieben.


    Grade kam ein „Weihnachtsgeschenk“ vom Pflegeheim, Preiserhöhung zum 01.08.2023. wir werden knapp 600 Euro nachzahlen müssen. Mal schauen, wo ich das „wegschnitze“. Wir erwarten zwar eine Steuererstattung für 2023, aber das Finanzamt brütet die Erklärung noch aus. Und da sie über den Bund auch Zuschüsse bekam, alles wieder einreichen. Ich habe langsam keine Lust mehr. Meinem Mann erzähle ich das erst nach Weihnachten. Sonst ist die Stimmung im Eimer.

  • Liebe schwarzerkater :

    Deine neue Sichtweise zur Welt deiner Mutter wird dir sicher helfen, etwas aus dem bisherigen Verantwortungsgefühl zu kommen, klingt sehr vernünftig 😊 ich sehe es quasi genauso. Ich erfuhr heute nochmal von einer Pflegerin, dass meine Mutter vor allem weiterhin zu ihrer Mama will und sich darum die meisten Sorgen macht. Von uns ist nie die Rede - obwohl sie mich noch erkennt..

    Damit fühle ich mich aber im Grunde entlastet. Ihre Mama kann ich ihr ja eh nicht zurückholen oder ersetzen.

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Schwiegertochter71 und allen Foristinnen und Foristen,


    den Weihnachtsgrüßen schließe ich mich an und wünsche Ihnen, hoffentlich auch Zeit für sich selbst und füreinander zu haben.
    Die "traditionellen" Weihnachtsdienste stehen für mich an, in diesem Jahr geprägt von vielen personellen Ausfällen vor Ort. Deswegen schließe ich mich der Empfehlung, vor Zusammenkünften einen Selbsttest in Sachen Corona zu machen, an.


    Kürzlich bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der aufzeigt, dass immer weniger Angehörige vorhanden sind die Pflege und Betreuung übernehmen bzw. weniger vorhanden sein werden. Das zeigt nicht nur auf, vor welchen Problemen wir als Gesellschaft und speziell in der beruflichen Versorgung Pflegebedürftiger stehen. Es zeigt auch deutlich, wie unfassbar wertvoll Ihr Engagement ist. Man kann es gar nicht genug wertschätzen und Ihre Beiträge im Wegweiser legen Zeugnis darüber ab.


    Ihnen frohe, schöne Festtage.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Auch von der Mauerflower alles Liebe für die Weihnachtstage an alle Foristen und Moderatoren!

    Gestern habe ich nach einer nervenraubenden Odysee (Papierkram und Befindlichkeiten zw. Betreuerin/KH/Gericht/Heim) meine Mutter tatsächlich noch in das (in meinen Augen ideale und hübsch gelegene) Pflegeheim bringen können. Ein paar Tage zuvor habe ich mit Hilfe aller Kinder und Familienmitglieder ihre Möbel und einige Klamotten dorthin geschafft, damit sie es gleich schön hat zum Einzug. Sie war überrascht und relativ erfreut…mal sehen, wie sie nun das Thema „Heim“ angeht. Ich habe versucht, ihre Ressource, aus allem das Beste zu machen, anzusprechen und zu aktivieren…und ihr fröhlich empfohlen, jetzt nach vorne zu schauen in eine bestimmt noch sehr nette Zukunft ohne Arbeit (waschen, einkaufen etc.). Sie ist ihre Selbständigkeit so gewohnt, dass sie an allem, was für sie Unabhängigkeit bedeutet, klammert. Hier braucht es wohl noch etwas Reframing wie zB. „Du kannst jetzt wieder jederzeit irgendwo einen Kaffee trinken gehen oder zum Friseur…“ was ja vorher, in all den beschützenden Einrichtungen, nicht möglich war.

    Mir ist bewusst, dass alles noch auf tönernen Füßen steht und insbesondere für mich viel Arbeit bedeutet…aber hey, was haben wir denn schon alles geschafft?! Das stärkt mich und gibt mir Mut und Kraft, weiterzumachen.


    Nun also erstmal Weihnachten…

    Ich fahre heute und morgen jeweils kurz hin zu ihr, nächste Woche nach den Feiertagen möchte ich sie dann mal irgendwohin zum essen ausführen, etwas, was sie dieses Jahr praktisch noch nicht hatte. Das genügt mE an Besonderheiten dieses Weihnachten.


    Lasst es Euch gutgehen und versucht, etwas für EUCH zu tun…einen schönen Tee…ein paar stärkende Burger 🍔, je nachdem, was Euch Freude macht.


    Eure Mauerflower

  • Hallo alle,


    ich möchte mich anschließen und allen ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten und vor allem gesunden Start ins Neue Jahr wünschen!


    Diese Forum hat mir mehr als einmal geholfen, wenn ich ganz am Boden war ... Demenz ist so hart für die Angehörigen.


    Hatte eben ein langes Telefongespräch mit meinem Bruder und wir sind uns einig, dass wir gerne noch das Eine oder Andere mit meiner Mutter aufgearbeitet hätten, aber dass das eben nicht mehr möglich ist.


    So wie die Zeit vergeht, merke ich, dass auch ich älter werde und meine Kraft nicht mehr für alles reicht. Da heißt es Abstand nehmen, auch von meiner Mutter, die mit ihren endlosen Beschwerden von meiner Kraft zehrt ...


    Wie dem auch sei - Danke an alle, die mir Feedback geben, ihr wißt gar nicht, was mir das bedeutet.


    Liebe Grüße, SunnyBee

  • Liebe Alle !


    Ich wünsche Euch auch ein schönes Weihnachten. Ich war gestern bei meiner Mutter mit einer Freundin. Mama war hoch erfreut. Allerdings gibt es in ihrem Schrank keine Klamotten mehr. Auf Nachfrage bei den Pflegekräften haben die gesagt das sie seit einer Woche jeden Tag ihren Schrank ausräumt und mit den Klamotten von Zimmer zu Zimmer eilt und und verteilt. Ich hab jetzt erstmal beschlossen morgen im Heim anzurufen um zu fragen ob irgendwelche Sachen wieder aufgetaucht sind. - Ansonsten war meine Mutter relativ ruhig - Ich hab ihr eine Lüge aufgetischt - ich bin jetzt erstmal 6 Tage nicht anwesend. Im Heim werden jetzt über Weihnachten jeden Tag Adventskaffees veranstaltet und ich gehe dann eben erst wieder am 28. Dezember hin. - Immerhin hat meine Mutter gestern nicht den "ich will nach Hause" Clown gemacht. Das hat ein bisschen geholfen. Sie war weinerlich als wir gingen, aber die Freundin hat sie kurz in den Arm genommen und ich bin über den Flur geflüchtet.


    Na ja, "Merry" Weihnachten ist was anderes, aber ich nutze jetzt die freien Tage um meine Erschöpfung ein bisschen zu lindern. Es gibt dann keine Gans sondern Kartoffeln mit Quark.


    Elbe

  • Hallo ihr Lieben!


    Habe lange nicht mehr geschrieben, aber eigentlich ist alles ok bei uns. Mein dementer Vater ist seit 8 Monaten im Heim und hat sich recht gut eingelebt. Er ist nicht mehr aggressiv, klagt nicht mehr, dass er mit nach Hause will, und ist fast teilnamslos, wenn wir ihm was erzählen oder wieder gehen. Er hat körperlich sehr abgebaut und ist wirklich ein alter Mann geworden. Kann schlecht aufstehen, schlecht gehen, und setzt sich immer schief hin, so dass man Angst haben muss, dass es ihn gleich vom Stuhl haut. Wir konnten ihn heute leider nicht besuchen, weil an der Stationstüre ein Schild war, dass dort seit heute früh ein Magen-Darm-Virus kursiert. Wir sind dann doch rein, aber die Pfleger haben uns abgeraten, in sein Zimmer zu gehen, weil es ihn schwer erwischt hat. Wir haben also nur ein Geschenk für das Personal abgegeben.


    Während die Dinge mit meinem Vater immer ruhiger werden, wird meine Mutter problematisch. Sie hat psychische Beschwerden und hat mal wieder einen völlig verrückten Weihnachts-Rundbrief an die Freunde verfasst, in dem sie beschreibt, wie schlecht es ihr geht. Jetzt ist "schlecht" relativ -- sie wohnt alleine in einem sehr großen Haus und klagt, dass sie überlastet ist -- obwohl Putzfrau/Gartenhelfer/Schneeschipper/Handwerker ein-und-ausgehen, um ihr alle Arbeit abzunehmen, ich täglich mit ihr telefoniere und sie 2x pro Woche besuche, und zwar jeweils stundenlang. Darüber hinaus war sie dieses Jahr vier mal jeweils 7-10 Tage im Urlaub (2x mit mir, 2x mit ihrer Freundin), plus noch einige kürzere Kuraufenthalte. Objektiv also eigentlich so, dass sie ihren Freundinnen, die z.T. mit Mini-Rente und kranken Verwandten überleben müssen, nichts vorheulen sollte. Ich Trotttel habe sie zu sehr verhätschelt nach den objektiv schweren drei Jahren, die sie mit meinem demenzkranken Vater zusammengelebt hat. Und jetzt haben wir den Salat. Auf den weinerlichen Rundbrief hin habe ich drei Anrufe/Emails von Freunden bekommen, ich solle mich doch bitte um meine Mutter kümmern, ihr ginge es nicht gut.


    Nach drei Single-Jahren habe ich seit einigen Monaten endlich eine Freundin. Ein unheimlich netter Mensch, fröhlich und freundlich und immer gut gelaunt, aber halt "eine Dicke," die noch dazu aus dem Ausland kommt, also nicht toll Deutsch spricht (ich habe ja auch fast 20 Jahre im Ausland gelebt, und mir fällt Englisch eh leichter, stört mich also null). Ich habe sie zu Weihnachten zu meiner Mutter mitgebracht. Wir haben meiner Mutter jeden Wunsch von den Augen abgelesen, sogar dort übernachtet, bis 23:00 mit ihr im Wohnzimmer gesessen und unterhalten, toller Baum, gutes Essen, Freundin hat sich als Top-Hausfrau verdient gemacht ... ich habe danach sogar gedacht, endlich einmal ein schönes Weihnachten. Heute früh stehen wir auf, ich gehe in die Küche, wo meine Mutter schon werkelt, und frage sie, wie sie geschlafen hat. Soooo schlecht! Sie hat sich so Sorgen gemacht. Mir rutscht das Herz in die Hose, sie sagt, wir besprechen es später. Ich sage warum, was passt dir denn nicht. "Dass du dir so eine Problemfrau aufhalst!" Ich musste natürlich meinen Ärger runterschlucken und musste den ganzen Tag gute Miene zum bösen Spiel machen, weil ich ja nicht wollte, dass meine Freundin mitkriegt, dass sie nicht gemocht wird. Sie ist so ein netter Mensch und will eigentlich nur dazugehören und akzeptiert werden. Bin nach dem fehlgeschlagenen Besuch bei meinem Vater dann wütend nach Hause gefahren, und werde daran arbeiten, von meiner Mutter Abstand zu gewinnen. Habe natürlich an Tanja, schwarzerkater und die anderen Töchter gedacht, die in diesem Forum beschieben haben, wie sie unter ihren narzisstischen Müttern leiden. Wünsche euch alles Gute!

  • Auch von mir ein gesegnetes Weihnachtsfest für alle Foristen und Moderator:innen.


    Schön, wenn es einige schaffen, ein Fest zu erleben, wie sie es sich wünschen: Wir haben es uns schön gemacht (Weihnachtsbaum, schön gedeckter Tisch, leckeres Essen etc.) und waren auch noch in der Christmette.


    Dort habe ich etwas geweint, weil ich an den Verlust meiner Eltern an die Demenz gedacht habe. Es fällt schwer, die Füße still zu halten, bis die Katastrophe eingetreten ist. Am liebsten möchte ich sie einfach schütteln, weil sie nicht nur mir , sondern auch sich selbst das Leben so schwer machen.


    Mittlerweile habe sie keinen Kontakt mehr zu Verwandten, weil die jetzt auch verstorben sind oder selbst dement und nichts mehr mitbekommen.


    Vielleicht sind sie auch schon in einer eigenen Welt und ganz zufrieden.

  • Ich kann mich dem nur anschließen. Mach ihr klar, dass Du glücklich bist und dir jede Einmischung verbietest.


    Du hast soviel getan, Du hast alles Recht der Welt glücklich zu sein. Wie hat deine Freundin die Situation denn aufgenommen? Kennt sie die Geschichte, die dahinter steckt?


    Wichtig ist, dass du ihr klar machst, dass du zu ihr stehst.

  • Liebe schwarzerkater, vielen Dank für deine super nette und einfühlsame Nachricht! Sie hat mich zu Tränen gerührt -- und auch vor einer Torheit bewahrt. Ich wollte nämlich das Weihachtsessen am 26.12. mit meiner Mutter und Freunden gar nicht mitmachen und einige Wochen lang nicht mehr hingehen. Was natürlich für meine Mutter schlimm gewesen wäre, was ihre Ängste weiter befeuert hätte. So haben wir uns ganz gut ausgesprochen und hatten dann doch noch einen schönen Tag. Ich habe ja vor einigen Monaten schon mal von ihrer Vergesslichkeit usw geschrieben, so dass es durchaus eine "beginnende Demenz" wie bei deiner Mutter sein könnte, die diese Verhaltensweisen befeuert (sie war sich dann natürlich auch keiner Schuld bewusst). Ich werde versuchen, sie nächstes Jahr mal zu einer Gedächtnisambulanz zu bringen.


    Auch dir, liebe Schwiegertochter71, vielen Dank für die aufmunternden Worte!


    Ich hoffe, ihr alle habt Weihnachten gut überstanden und wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

  • Nochmal vielen Dank für die aufmunternden Worte, schwarzerkater! Ich wünsche Dir und allen anderen Mitforisten einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Oiocha, herzlichen Glückwunsch zu der neuen Liebe und die Klärung mit Ihrer Mutter. Es gehört (leider) auch zur Trauerphase, dass sich Trauernde in ihren Emotionen verlieren und ungerecht, undankbar, missgünstig und verletzend werden können. Das ist natürlich nicht in Ordnung, aber die Perspektive hilft vielleicht allen drei Seiten, dass eine neue Beziehungsebene wachsen kann.

    Die Klarheit - die Sie bei den extremen Herausforderungen infolge der Demenz Ihres Vaters hatten - gibt vielleicht auch Ihrer Mutter Halt, wenn Sie sich in der Trauer verliert.


    Eine Untersuchung in der Gedächtnissprechstunde kann diese Klarheit noch mal bestärken. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können auch andere Ursachen haben, die dann behandelt werden. Dazu gehört auch die Erschöpfungsdepression, die nach einer so langen und schweren Pflegezeit den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt schwer macht.

    Ihr Martin Hamborg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rose60 und Schwarzerkater, es freut mich sehr, dass Sie nun mit einem offensichtlich guten Gewissen die Abstände zwischen den Besuchen größer machen können, weil sich Ihre Mütter gut eingelebt haben. So wie früher nehmen Sie jetzt wieder mehr am Leben Ihrer Mutter teil, vielleicht sind nun alle Erwartungen in der und durch die Demenz "abgearbeitet".


    Aber die Besuche bleiben wertvoll für den langen Abschied und die eigene Trauer, aber dabei geht es weniger um die Häufigkeit sondern mehr um die Intensität und die eigene Achtsamkeit in der Begegnung.


    Wenn Sie sich jetzt bei den Besuchen beobachten: Gibt es andere Erkenntnisse oder Erfahrungen, wenn Sie sich ganz auf den Moment und auf die Person, auf das Tiefe im Inneren des Menschen einlassen?


    Früher habe ich die Arbeit mit Menschen mit Demenz gern als "Schatzsuche" bezeichnet, gerade in der letzten Phase der Demenz habe ich ganz besondere und unerwartete Schätze gefunden!

    Ihr Martin Hamborg

  • Lieber Herr Hamborg,

    Danke für Ihre Rückmeldung.

    Durch den Abstand meines mehrwöchigen Klinikaufenthaltes und die dortige Arbeit an meinen Konflikten kann ich meine Mutter mit mehr Abstand auch während eines Besuches sehen.

    Ich nehme sie nun verletzlicher wahr als in den letzten Jahren, die Maske muss/kann sie wohl nicht mehr aufrecht halten. Das ganz große Thema ist weiterhin ihre Mama, mal hat sie sie zuvor besucht, beim letzten Mal war neu, dass ihre Mama kurz zuvor gestorben sei und sie weinte, meine Tochter hat sie getröstet, das alles wechselt immer wieder.

    Ehrlich gesagt würde ich ihr wünschen, dass sie bald ihre Mama im jenseits wieder sieht, doch das habe ja nicht ich in der Hand.

    Mir tut der Abstand gut und ich verabschiede mich von dem gefühlt lebenslangen inneren Druck, meiner Mutter ihr Leben leichter und schöner zu machen - denn auch das habe ich ganz offensichtlich nicht in der Hand, eigentlich reicht es nie wie schon all die Jahre. Das war/ist ein schmerzlicher Prozess, der mir aber zumeist nun gelungen ist.

    Beim letzten Besuch an Weihnachten hat sie ausgerechnet erstmalig seit Februar nach ihrem Sohn, meinem verstorbenen Bruder gefragt. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, nach dem gerade erlebten Tod ihrer Mama nun auch noch vom Tod ihres Sohnes zu berichten, zumal gerade das Mittagessen bevor stand.

    Insgesamt berichten die Pfleger/innen aber, dass meine Mutter weiterhin im Kontakt mit den Mitbewohnern ist und kommunikativ ist.

    Es plätschert also quasi so dahin.

    Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr und bedanke mich für Ihre m.E.sehr kompetente Begleitung an dieser Stelle, die für meine Reflektion schon oft sehr hilfreich war .


    Auch den anderen Teilnehmern hier alles erdenklich Gute für 2024!

    Rose60

  • Liebe OiOcha -


    schön, dass Du Dich mit Deiner Mutter aussprechen konntest. Ich hoffe, Sie akzeptiert Deine neue Freundin jetzt wie sie ist - und ist happy, dass Du glücklich bist. Das Wichtigste ist aber, dass Du glücklich bist. Alles Gute für's neue Jahr.

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