Kommunikation mit einer Alzheimer-Kranken

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Hallo,


    seit 1,5 Jahren pflege ich meine Schwiegermutter(82,Alzheimer).In letzter Zeit scheint die Krankheit rasch fortzuschreiten.Laufen ist sehr sehr schwer geworden,sie kann sich nicht mehr mit irgendetwas

    beschaeftigen.Und-das Sprechen ist total weg.Will sagen;sie sagt meistens Sachen die keinen Sinn machen und die ich schlicht und ergreifend nicht verstehe.Nur selten kapiere ich mal was genau sie mir mitteilen will.Das macht mich sehr hilflos.Hat jemand Erfahrungen mit dem Problem?

  • Ich denke, wenn deine Schwiegermutter mit dir spricht, geht es ihr mehr um den Kontakt, nicht um eine Botschaft. Meine Schwiegermutter wusste/weiß sehr wohl, wenn sie Probleme beim Sprechen hat. Es fühlt sich dann für sie nicht richtig an.


    Wie sieht es denn andersherum aus? Versteht dich deine Schwiegermutter, wenn du ihr etwas mitteilen willst?

    Profis raten: beim Sprechen mit Demenzkranken in die Hocke gehen, um Augenkontakt herzustellen und Hände und Mimik beim Sprechen mit einsetzen. Kurze Sätze wählen, Fragen so stellen, dass sie sich mit Ja/Nein (Kopfnicken/Kopfschütteln) beantworten lassen.

  • Danke Buchenberg

    Ja sie versteht mich schon.Allerdings ist ihre Krankheit so weit dass sie eben viel wirres Zeug vor sich hin redet und eben auf einer anderen Paralele geht.Sprich;sie hat ihre Traumwelt wo sie irgendwas redet über Leute die nicht da sind,Leute die nicht mal ich kenne.Sie hat auch Halluzinationen.

    Blickkontakt beim Sprechen gibt es bei ihr nicht mehr.Sie schaut nicht mal in meine Richtung wenn sie mir was sagt.Das macht es noch schwieriger.Denn cih weiss nicht ob sie dann mir was sagen will oder jemand FiktifemIch achte auf die Augenhöhe und beuge mich runter wenn ich ihr etwas sage

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Cosima,


    die Möglichkeiten sich verbal zu verständigen können im Rahmen einer Demenz stark zurückgehen und das belastet natürlich.
    Sie haben bereits Tipps erhalten. Prinzipiell gehe ich so vor, dass ich vor dem Sprechen die Aufmerksamkeit meines Gegenübers (versuche) sicherzustellen. Faustregel: hat man die Augen, hat man die Aufmerksamkeit. Daher auch der Tipp, Augenhöhe herzustellen. Bei fortgeschrittener Demenz können und müssen Sie vermutlich auch mit einer sog. Initialberührung arbeiten. Das heißt, Körperkontakt z.B. am Arm / Hand herstellen und sicherstellen, dass Sie "die Augen bekommen", wenn möglich.
    Ich empfehle Ihnen auch bewusst inne zu halten und hinzufühlen, wenn Ihre Schwiegermutter spricht. Möglicherweise entdecken Sie in dem "sinnlosen Gerede" vielleicht doch, worum es geht, was Ihre Schwiegermutter beschäftigt bzw. sie auszudrücken versucht - sprechen Sie das an.
    Manchmal, wenn die Demenz entsprechend weit fortgeschritten ist und ich nicht das Gefühl habe, angesprochen zu werden aber dennoch der Redefluss konstant und unverständlich bleibt, verlege ich mich auch aufs Dabeibleiben und gelegentliche Signale, dass ich da bin und zuhöre.... .

    Im Wegweiser Demenz finden Sie einige hilfreiche Informationen zum Thema Kommunikation hier (Reiter "Wichtige Kommunikationsregeln").

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!