Demenz und Krampfanfall

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  • Guten Abend Buchenberg und schwarzerkater,


    ich schließe professionelle Pflege auch nicht aus. Ich habe mich da auch schon informiert.


    Ich habe Pflegeheime in der Nähe ergoogelt. In einem davon war meine Oma auch. Meine Mutter hat sie dort immer besucht. Bei Demenz Krankheit möchten diese noch nach der Zahlung der Pflegekasse knapp 3000€ mtl. Wie soll man das bezahlen jeden Monat? Das ist unmöglich.


    Wir wohnen ja zsm in meinem Elternhaus. Meine Mutter hat es mir vor 4,5 Jahren überschrieben. Gottseidank haben wir alles noch beim Notar für ein Vermögen geregelt. Vorsorge Vollmacht gegenseitig für alles was es nur gibt. Überlassungsvertrag mit vielen Gegenleistungen wie lebenslanges Wohnrecht, Nebenkosten, Pflege... Als es schlechter wurde haben wir sogar beim Notar noch mal eine Ergänzung zum Überlassungsvertrag gemacht. Also eigentlich sind die Gegenleistungen so hoch das ich mir keine Sorgen machen müsste. Allerdings steht überall im Internet das Sozialamt würde versuchen dieses Rück abzuwickeln bzgl der 10 Jahres Frist. Ich habe soviel investiert ins Haus und die Pflege, - auch wenn ich es auch ohne Haus für meine Mutter getan hätte - und würde dann mit Pech vor dem nichts stehen. Können / könnten eure Eltern 3000 Euro mtl für das Pflegeheim zuzahlen? Wir können es nicht.


    Ich habe diesbezüglich Anfang Februar einen Termin bei meinem Notar um das mal zu besprechen. Wird ein teures Gespräch aber hilft ja nichts. Muss da einmal exakt wissen wie es sich da nun verhält. Kann ja nicht mit Ende 50 plötzlich vor dem nichts stehen.


    Aktuell ist der Plan wenn es sich weiter verschlechtert den Pflegedienst mehr mit einzubinden. Duschen, waschen, anziehen... Dann wäre halt das Pflegegeld wohl weg aber ist dann so ... Aber erstmal schauen wie es weiter geht. Und das wäre dann ja schon mal eine Entlastung. Tagespflege sehe ich momentan gar nicht, wenn es nicht besser wird hat sich das wohl leider erledigt. Das war schon durchatmen. Mal bis 16 Uhr für sich. Obwohl man in der Zeit Termine hatte welche sonst nicht gingen.


    Aktuell kann ich nicht sagen was Ende nächster Woche, oder im Februar oder März ist. Komisches Gefühl, so hatten wir es noch nie. Aber ich muss ruhig bleiben und weiter machen.


    Schwarzerkater, ja was heißt Verzweiflung. Wir sind lange Zeit echt gut trotz der Demenz durchgekommen nenne ich es mal und plötzlich bricht das Kartenhaus Stück für Stück mehr ein. Ich bin auch ehrlich, ich wusste es ja iwie aber habe es einfach verdrängt. Man weiß meine Mutter kann da nichts für, ich kann nichts tun und zum Arzt rennen braucht man auch nicht die sagen Sie wussten das es nicht besser wird. Also grad iwie von den eindrücken erschlagen lassen und versuchen weiter zu machen. Meine Mutter liegt nun seit dem Jahreswechsel im Bett. Gab es bei euren Eltern auch solche Phasen? Ich habe den Kamin an im Esszimmer welchen sie sehr mag. Aber sie möchte lieber in ihrem Schlafzimmer bleiben.


    Neurologen habe ich mal versucht, aber wenn man da in einem Jahr einen Termin bekommt hilft es ja auch nicht wirklich. Obwohl man mittlerweile sagen muss, okay, das Jahr wäre schon um gewesen. Aber was soll der anderes machen als sein Rezept block zücken oder auch sagen.. Besser wird es nicht mehr..


    Ich finde es verrückt. Du schreibst mit Demenz kann man noch sehr lange leben, man braucht zum leben nicht viel geistige Substanz. Wenn ich einen Arzt frage oder wie gewohnt googel steht dort Demenz ist unheilbar und führt zum Tod. Im Internet stehen sogar diese 7 Stufen, da soll man wohl schauen wo derjenige sich befindet und weiß wie lange noch. Das was die Ärzte sagen, also das Demenz zum Tod führt habe ich geglaubt. Daher bin ich sehr erstaunt das manche von euch über einen so langen Zeitraum von euren lieben berichten. Ich dachte immer wir sind nun so langsam am Ende angelangt... Ich habe sogar auf dem Friedhof schon eine Grabstätte gekauft für 20 Jahre. Habe ich viele Monate abbezahlt. Meine Mutter kennt den Platz und findet ihn schön. Allerdings weiß sie nicht das ich ihn gekauft habe. Finde es eigentlich schön das sie den Platz auf dem Friedhof kennt und sehe mag, unter einem Baum. Andersherum möchte ich es ihr nicht sagen. Dann denkt sie ich will sie los werden und nun ist es wohl soweit. Es war dort nur der letzte freie Platz und sie möchte ihn. Wollte den Platz erstmal fünf jahre bezahlen / Alis reservieren und habe emir überlegt was weg ist, ist weg und habe die 20 Jahr bezahlt. Auch beim Bestatter bezahle ich nun 200€ im Monat. Die bestatterin weiß von ihr aber meine Mutter nicht von der bestatterin. Ich zahle nun jeden Monat 200€. Ich denke viele sagen wie dumm bist du warum machst du das. Aber ich habe sorge so einen hohen Betrag iwann nicht parat zu haben. Daher Grabstätte ist bezahlt, Bestatter wird die Summe jeden Monat weniger. Eine Last, welche mich bedrückt hat und diese schaffe ich nun von mir. Möge meine Mutter noch 10 Jahre leben, dann zahle ich für die Grabstätte halt weitere 10 Jahre, was ich sehr gerne machen würde. Dennoch weiß ich so - wenn es einmal so weit ist - habe ich da keine Angst und Sorgen. Blödes Thema, aber auch da versuche ich mich stark zu machen. Dieses bezahlen, beim Notar sehr genau informieren was wäre wenn...


    Sie war vorhin grad auf Toilette (gehe ich seit November immer mit, davor ging das noch alleine), kam sie fast nicht mehr ins Bett. Knochen steif, sie sagt sie wird wohl alt. Habe erstmal bisschen geschimpft. Was sie denn erwartet? Sie liegt fast einen Monat im Bett. Ab morgen will sie paar mal am Tag bisschen im Schlafzimmer und Flur spazieren. Dem werde ich auch Nachdruck verleihen. Sie hat nichts an den Beinen oder Schmerzen beim Laufen, das ist scheinbar aktuell der Kopf. Ab morgen muss sie paar mal immer wieder paar Minuten im Schlafzimmer spazieren. Gelenke und Muskeln, das baut doch sonst alles ab. Vor einem Monat ist sie noch um 8 mit dem Rollator los gedüst zur Straße als sie abgeholt wurde zur Tagespflege. Das gehen und bewegen muss ich ab morgen unbedingt versuchen aufrecht zu erhalten. Sie hat keine Schmerzen beim Laufen.


    Und ob es uns mit der jetzigen Situation gut geht, nein mir nicht. Aber ich wusste das diese Phase kommen wird aber ich habe sie bewusst verdrängt. Ich muss mich da erstmal durch beißen. Schauen wie es weiter geht, in ruhe, der Pflegedienst würde mir von einem Tag auf den anderen helfen und im Februar habe ich Termin beim Notar, das ich mich da einmal absicher. Und dann schauen wie es weiter geht.


    Wie heißt es so schön, irgendwie geht es immer weiter.


    Und in jedem negativen steckt auch was positives (oder so ähnlich)


    Habt einen schönen Abend

  • Hallo Nicole,

    Am mentalen Rückgang allein stirbt man tatsächlich so schnell nicht. Natürlich kann theoretisch immer sein, dass das Herz plötzlich aussetzt oder ähnlich, aber nur weil man keine Lust mehr hat aufzustehen, passiert so schnell nichts. Von daher ist es sehr gut, wenn du deine Mutter wieder etwas aktivieren kannst. Solange sie gut isst und trinkt, kann der Prozess tatsächlich noch Jahre gehen. Das solltest du in deinen Überlegungen bedenken.

    Es ist sicher eine gute Idee dich professionell zu den Finanzen etc.zu erkundigen.

    Normalerweise ist es so, dass Rente und Ersparnisse für die Heimkosten verwendet werden und wenn Ersparnisse aufgebraucht sind, zahlt das Sozialamt - wenn kein Eigenheim o.ä.mehr verfügbar ist.

    Das kann bei uns bald ein Problem werden, da meine Mutter bereits 4,5 Jahre im Heim lebt trotz vieler Vorerkrankungen nun 93 Jahre alt und die Demenz schreitet langsam aber stetig fort. Das Eigenheim wollte sie auch nach dem Tod meines Vaters nicht überschreiben lassen, was für meine Schwester ein Problem werden kann.

    Meine Mutter lebt nun ganz in der Vergangenheit, erkennt mich aber noch. Manchmal gab es einen Schub, dann mal wieder etwas besser kognitiv, ein hin und her mit Abwärtstrend. Meist sitzt sie im Sessel, läuft immer schlechter.

    Wir haben den Verlauf nicht in der Hand , natürlich führt ihr Leben irgendwann zum Tod, aber an der Demenz allein stirbt man nicht.

    Es ist sicher gut, dass du hierher gefunden hast. Wir kennen hier alle diese Gedanken und Überlegungen, jede/r auf eigene Weise und Vorgeschichte.

    Alles Liebe für dich

    Rose60

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nicole2024, auch ich möchte mich den anderen Beiträgen anschließen: Die unterschiedlichen Phasen einer Demenz sind nur eine grobe Orientierung - im Einzelfall sehen wir bei guter Pflege oft lange Verläufe und sogar Besserungen.


    Wann die letzten Stunde beginnen, lässt sich nicht vorhersagen. Manchmal frage ich die die Angehörigen: "Darf Ihre Mutter gehen?", denn häufiger haben mir Menschen mit Demenz schon gesagt "Der liebe Gott will mich noch nicht und meine Tochter braucht mich noch, ich kann aber nicht mehr..."


    Es ist berührend, wie sehr Sie vorgesorgt haben und Ihrer Mutter das Lieblingsgrab gekauft haben. Was hält sie ab, ihr diese schöne Gewissheit zu geben? Wenn Ihre Mutter fragen würde, "Du willst mich wohl loswerden", haben Sie uns ja schon die richtige Antwort geschrieben, weil es Ihnen so wichtig ist, dass Ihre Mutter wirklich den Platz bekommt, den sich sich immer gewünscht hat.


    Die Phase ihrer Mutter und den Wunsch einfach nur im Bett zu bleiben, erleben wir häufiger. Vielleicht ist es diese Sehnsucht nach Rückzug und Ruhe in der Geborgenheit des Bettes, die auch viele Menschen ohne eine Demenz äußern.

    Es kann ein Hinweis auf eine depressive Entwicklung sein, - dann würde eine gute Stunde Lichttherapie in der Mittagszeit eine Wirkung zeigen. Diese Lampen mit ca. 10.000Lux können sie günstig bestellen oder im Baumarkt kaufen.


    Die Mobilisierungsübungen, die Sie mit Ihrer Mutter machen, sind genau das was auch professionelle Pflege tun würde. Sie erhalten ein wenig die Beweglichkeit. Kann der Arzt Ihrer Mutter Ergo- oder Physiotherapie verschreiben? Mit einem solchen Impuls, wüssten Sie was für Ihre Mutter an Bewegungsübungen und kleinen Einheiten zur Erhaltung wichtiger Fähigkeiten am besten ist.

    So wie Sie schreiben, ist Ihre Mutter sicher nicht die letzte Phase der Demenz, aber es ist vielleicht ihre letzte Phase als Mensch, der sich auf in der Geborgenheit mit Ihrer Tochter auf einen friedvollen Abschied vorbereitet.

    Alles Gute, Ihr Martin Hamborg

  • Guten Abend ihr lieben, danke schön für eure Antworten. Ich möchte euch was schreiben.


    Ich hatte euch ja geschrieben das meine Mutter 2,5-3 Jahre diagnostizierte Demenz hat. Wir sind da immer gut durch gekommen. Bis vor gut 3 Monaten ging sie noch alleine auf die Toilette und morgens zog sie sich alleine an und abends wenn es ins Bett ging alleine aus und ging schlafen. Kam morgens runter und frühstücke und dann ab zur Tagespflege oder was auch immer geplant war. Seit 3 Jahren nimmt meine Mutter abends donepezil, seit 1,5 Jahren morgens zusätzlich memantin.


    Im November letzten Jahres hatte sie das zweite mal Corona. Während und nach Corona baute sie täglich ab, also vom Kopf her. Es wurde echt massiv schlechter.


    Silvester hatte sie ja wohl einen Krampfanfall. Wurde im Krankenhaus mit Medikamenten "ruhig gestellt", ich habe euch davon erzählt. Auch das donepezil was meine Mutter drei Jahre lang abends nimmt hat der Arzt im KH einfach abgesetzt. Seitdem geht es bergab, nahezu jeden Tag. Wir haben drei mal im Januar versucht das donepezil wieder einzuschleichen, ohne Erfolg, meine Mutter reagierte zu doll auf Nebenwirkungen. Daher haben wir es nun dabei belassen, also muss es ohne donepezil gehen. Im Internet steht wenn man donepezil nach einigen Jahren aus dem nichts so absetzt kann es zu erheblichen Problemen kommen, aber das ist nun auch egal.


    Das war Anfang Januar, nun ist Anfang Februar. Und es wird weiter täglich schlechter. Meine Mutter kann plötzlich nichts mehr, gar nichts.


    Kann sich kein Brot mehr schmieren, da sie nicht mehr weiß was zuerst dran kommt. Oft schmiert sie die Butter auf den Teller da sie nichts weiß wohin damit. Ist nicht schlimm, ich kann ihr ja helfen aber das ging letztes Jahr alles noch. Sie weiß auch Toilette nicht mehr was sie da soll. Möchte am liebsten gar nichts mehr trinken, kann sich ihre Hose alleine weder an noch ausziehen, das betrifft die komplette Kleidung, selbst Schuhe weiß sie nicht mehr wie oder warum. Heute sagt sie wieder sie ist nicht zuhause, hier war sie noch nie. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur, da lebt sie seit Jahrzehnten, nein hier war sie noch nie. Sie weiß nicht wo sie grad ist... Im Bad vorhin auf Toilette sollte sie wieder aufstehen da sagte sie pass auf das keiner rein kommt. Habe ihr paar mal gesagt hier niemand außer uns, hier ist unser Zuhause. Sie sagt sie kennt das hier alles nicht, hier war sie noch nie. Das ist iwie nun alles binnen 4 Wochen zusammen gebrochen. Mich kennt sie noch, aber wenn das so weiter geht habe ich da in ein paar Tagen Angst vor. Sie wollte grad aufstehen und sich anziehen, habe erstmal gesagt es ist abends, schlafenszeit. Sie kann sich wirklich nicht mehr alleine an oder ausziehen, nicht mehr alleine auf die Toilette, trinkt am liebsten gar nichts und weiß nicht mehr wo sie ist, hier war sie noch nie. Und ich muss zusehen und habe iwie keine Chance. Wollte er einen eil Termin beim neurologen versuchen zu bekommen, aber eigentlich geht es meiner Mutter gut. Sie ist meistens ruhig, schaut TV oder liest, vorhin im Ersten um 18.05 Uhr dieses ratequiz da rät sie jeden Abend mit. Lacht beim TV schauen... Mit mir spricht sie kaum noch... Dieses alles ist binnen 4 Wochen passiert.


    Ich habe mit Pflegeheimen telefoniert, das ist alles so unfassbar teuer...


    Ich werde hier nun mehr als zügig einiges umbauen lassen und dann aufs Pflegegeld verzichten (pflegestufe 3) und zeitnah den Pflegedienst mit ins Boot holen. Habe gelesen das wir dort Leistungen bis zu 1432€ bekommen können. Ich denke das macht am meisten Sinn und die 573€ sind überschaubar, dafür erhält man ja auch was. Ich muss das nächste Woche mal durchrechnen lassen was es kostet zb 2 x die Woche Duschen und jeden Morgen waschen und anziehen, also kleine morgen Toilette heißt das glaube ich. Vllt ist noch bisschen Budget für abends bettfertig machen. Ich will ich es alles selbst machen aber komme gerade mehr als an meine Grenzen.


    Heim möchten wir nicht, zudem zur Zahlung der Pflegekasse noch 3000 Zuzahlung.

    Habe nach polnischen 24 Stunden Kräften telefoniert. Nur tagsüber, keine deutsch Kenntnisse, kein heben, kein putzen, nur reine Pflege, mtl über 2400€.

    Ich denke am besten ist zeitnah umzubauen und den Pflegedienst mit ins Boot zu holen. 1432€ ist ja schon eine Menge und aktuell das "Opfer" auf das Pflegegeld zu verzichten ist dann eine gute Option. Meine Mutter kennt die pflegekräfte alle durch das Strümpfe anziehen morgens und mag alle. Eigentlich möchte ich es wie sonst auch alles komplett alleine machen aber ich glaube das ist erstmal der richtige Schritt. Entlastung für mich. Wie ihr schon geschrieben habt, ich muss auch an mich denken und durch die letzen vier Wochen bin ich wirklich mehr als fertig, und traurig aber ich muss wohl stark sein. Meine Mutter sagte eben sie weiß nicht wo sie hier ist (im Wohnzimmer auf unserer Couch). Dieses sagte sie aber mit einer ruhe wo ich erstaunt bin. Ganz ruhig, ne ich weiß nicht wo ich hier bin. Als ich dann fragte wie alles weiter gehen soll sagte sie das weiß ich auch nicht. Habe vorhin das erste mal den Haustür Schlüssel abgezogen und mit in mein Schlafzimmer genommen. Schon komisch alles.


    Wie kann sich das in nur vier Wochen so verschlechtern?

    Noch größer ist die Sorge, was machen wir es sich weiter täglich verschlechtert? Davor habe ich Angst. Wie kann es drei Jahre sehr gut funktionieren und dann binnen vier Wochen So dermaßen abbauen. Ehrlich gesagt habe ich Angst vor den nächsten Wochen. Muss nun aber stark sein, Handwerker besorgen, einiges zu sofort umbauen lassen und dann morgens und abends Hilfe vom Pflegedienst in Anspruch nehmen. Einbuße 573€ bekommen wir weg gesteckt. Soweit erstmal der Plan.


    Wie eine Welt in vier Wochen zusammenbrechen kann obwohl es doch heißt es kommt in Schüben, ein auf und ab kann ich mir nicht erklären. Noch sorgenvoller ist die Frage, was ist in zwei oder vier Wochen? Angst habe ich da gerade vor. Habt einen schönen Abend ihr lieben.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nicole 2024, die Entscheidung, dass Sie Ihre Mutter weiterhin mithilfe des Pflegedienstes zuhause versorgen wollen, kann ich gut nachvollziehen. Für Umbaumaßnahmen erhalten Sie auch Zuschüsse aus der Pflegekasse, haben Sie dort schon nachgefragt?


    Ich hätte Ihnen und Ihrer Mutter sehr gewünscht, dass sich die plötzlichen gravierenden Verschlechterungen in der Demenz wieder etwas zurückbilden, wenn die Menschen wieder in ihr vertrautes sicheres Umfeld zurückkehren.

    Bitte sprechen sie noch mal mit Ihrer Hausärztin über den Zustand, ob sie die Diagnosen Ihrer Mutter noch einmal überprüfen kann. Zwei Aspekte wären mir dabei wichtig:


    1. Wurde ein Hirntumor ausgeschlossen? Die Frage stelle ich, weil ein epileptischer Anfall und die Verschlechterungen auch durch raumfordernde Prozesse ausgelöst werden können.


    2. Gibt es mögliche Ursachen für ein Delir? In einem früheren Beitrag habe ich ja schon geschrieben, dass die Neuroleptika bei dieser zusätzlichen schweren Erkrankung wirksam sind und gegeben werden. Die Ärztin könnte mögliche Ursachen z.B. in den Blutwerten erkennen.


    Eigentlich müssten Hinweise darauf auch in den Krankenhausberichten stehen. es geht also nur um eine zusätzliche Sicherheit!


    In jedem Fall ist es für Ihre Mutter wichtig, dass sie so wenig Stress wie möglich erlebt. Mit Ihrer Entscheidung zur häuslichen Versorgung haben sie schon einen wichtige Beitrag dafür geleistet und Ihrer Mutter die Botschaft vermittelt "Wir schaffen das!"

    Ihnen wünsche ich viel Kraft in dieser schwierigen Zeit, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Nicole2024,


    ich schreibe hier zwar nicht mehr oft, aber dein letzter Beitrag hat mich doch sehr berührt. Ich kann da viele Parallelen zu meinen Erfahrungen vor 3 Jahren erkennen. Zuerstmal, wie Hr. Hamborg schon schrieb, ein Delir würde ich unbedingt abklären lassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich leider das viele Ärzte damit keine Erfahrung haben (oder haben wollen) und vorallem bei dementen Patienten in der Diagnostik und Behandlung sehr eingefahren sind. Das beschreibst du ja auch mit deiner Krankenhauserfahrung und der dortigen Ruhigstellung.

    Ich möchte damit gar nicht sagen das dies falsch ist, ich habe das selbst auch bei meinem Vater mit vertreten weil er anders nicht zu beruhigen war. Ich habe (gerade bei "meinem" Krankenhaus vor Ort) vieles gehört (und selbst erlebt) wo praktisch die komplette Ruhigstellung bis zur Apartie usus ist. Ich habe sogar erleben dürfen wie mir ein Neurologe dieses Krankenhauses gesagt hat so etwas wie ein Delir würde es gar nicht geben.

    Was ich damit sagen will, du kennst deine Mutter wohl mit am besten, Scheue dich nicht Zweitmeinungen einzuholen, denn nicht jeder Arzt ist mit Demenz und geriatrischen Problemen vertraut.


    Das du deine Mutter zu Hause pflegen willst ehrt dich, ich habe es (als mein Vater in einem ähnlichen Zustand war wie du deine Mutter beschreibst) 18 Monate gemacht. Dann war ich körperlich und psychisch am Ende.

    Ich hatte aber auch (abgesehen von der Tagespflege) keine weitere Unterstützung (außer diesem Forum und die Leute darin, was mir mehr als einmal in meinen dunklen Stunden eine Stütze war) . Deshalb bitte vergiss dich selbst nicht. Man merkt in deinen Beiträgen du willst helfen, helfen kannst du aber nur wenn es DIR gut geht. Deshalb bitte bedenke auch den berühmten Plan B. Was passiert wenn du ausfällst. Du gehst auf die Straße, es ist glatt und du brichst dir etwas.

    Ich weiß das will man nicht hören, wollte ich auch nicht. Es hat lange gedauert bis ich es verstanden habe.


    Zu guter letzt, so wie du deine Mutter aktuell beschreibst würde ich eine Erhöhung des Pflegegrades versuchen. Könnte durchaus sein das PG4 angemessener ist.


    Ich wünsche Dir alles gute und liebe auf eurem Weg.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nicole2024 ,


    Sie haben hier ja bereits Rat erhalten. Ich hoffe ich habe es nicht überlesen, aber da Sie auch von Umbauarbeiten schrieben aber nichts von der (anteiligen) Kostenübernahme noch der Hinweis, dass notwendige Umbauarbeiten durch die Pflegekasse bezuschusst werden. (§ 40 Absatz 2 SGB XI): Sie finden dazu im Wegweiser etwas (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen) und gewiss weiß das Team im Forum gesetzliche Leistungen hierzu Rat.


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hallo zusammen. Ich möchte euch einmal ein Update geben. Vorweg, es geht weiter drastisch bergab... Und dieses seit knapp 8 Wochen. Die 2,5 Jahre haben wir uns echt gut arrangiert, zudem ging sie in die Tagespflege. Seit dem Krampfanfall ist nichts mehr wie es war und wird jeden Tag so drastisch schlechter...


    Meine Mutter hat seit dem Jahreswechsel immer Verstopfung, kann 7 oder auch 14 Tage nicht auf die Toilette. Sind dann immer mit abführ Medikamente dabei. Mittlerweile nehmen wir täglich movicol, aber auch das hilft bislang seit 6 Tagen erneut nicht. Sie spricht kaum noch, wie in ihrer eigenen Welt. Man redet oder fragt was, sie nimmt einen gar nicht mehr war. Sie mag überhaupt nicht mehr trinken, das ist so anstrengend. Für ein schluck bettelt man 100 mal. Mittlerweile bekommt sie zweimal in der Woche durch den Pflegedienst eine Infusion in das Bauch Gewebe, und ich versuche mich mit tütensuppen welche mit Wasser angerührt werden, Wackelpudding, Melonen usw.. Will ihre Tabletten nicht mehr nehmen, schläft tagsüber und macht die Nacht zum Tag. Ist letzte Nacht aus dem Bett gefallen. Mitternacht lag sie auf dem Bauch auf dem Fussboden. Habe sie wieder ins Bett... Und bis vier Uhr dort gesessen da sie nicht schlafen wollte. Sie liegt dann im Bett, antwortet nicht und starrt an die Decke und zählt iwelche Gegenstände... Zb Holz Vertäfelung. Hat das Laufen komplett eingestellt. Notfalls mal an den Tisch oder auf die Toilette. Pischt sich im Bett und auf der Couch ein. Ich ziehe sie mittlerweile komplett an, Strümpfe, Hose Hausschuhe, ausziehen das gleiche, auf Toilette mache ich die Hose auf, runter, auch die Pants mache ich runter dann halte ich sie beim hinsetzen. Umgekehrt das gleiche... Und tausend Beispiele mehr... Letztendlich ist sie aktuell so weg... Mag nicht trinken, auf die Toilette, sich bewegen, Tabletten nehmen oder sonst iwas... Iwie halte ich sie mit tüten Suppen am Leben... Jetzt spielt sie schon 30 Minuten mit ihrem Taschentuch... Gleich fahre ich kurz in die Apotheke und schaue mal ob ich was zum schlafen bekomme. Laut Google soll lasea ganz gut wirken.


    Ich hadere mit mir was richtig ist... Fahre ich sie heute in die psychiatrie ins Krankenhaus und von da aus geht es wohl in kurzzeitflege und danach bleibt sie im Heim..


    Alternativ habe ich mich in meiner Verzweiflung vor knapp zwei Wochen an ein Pflegeheim in der Nähe gewandt. Dort war meine Oma schon und meine Mutter kennt daher das Heim. Sie wurde auf die Warteliste für einen kurzzeitpflege Platz gesetzt und als Zeitfenster wurden mir 4-8 Wochen gesagt. Kann auch schneller gehen... Davon sind ja nun schon knapp zwei Wochen um... Da könnte sie danach wohl auch bleiben...


    Warte ich und halte durch bis das Pflegeheim anruft? Es ist für mich abschieben und auch auf den ganzen Streß mit dem Sozialamt habe ich Angst. Meine Mutter hat mir das Haus vor 5 Jahren übertragen, allerdings mit Gegenleistungen wie Wohnrecht und und und.. Auch die Pflege wurde in geldwert gerechnet und vor 2,5 Jahren nochmal beim Notar nach gebessert. Laut Notar ist es zum einen schonvermögen da ich selbst in der Immobilie wohne und zum anderen war es keine Schenkung sondern eine Übertragung mit Gegenleistungen, wobei mittlerweile durch das nachbessern beim Notar die Gegenleistungen höher sind wie die Übertragung. Daher könne mir das Sozialamt nichts. Dennoch habe ich da mal freundlich vorgefragt. Sie sagten direkt sie werden alle Unterlagen fordern und prüfen und sofern Möglichkeiten bestehen werden sie sie ergreifen. Kontoauszüge der letzten 10 Jahre wollen sie, auch von mir da die Rente mal auf mein Konto einging, da ich eh alles bezahlt habe. Es bricht grad alles zsm, drei Jahre arrangierten wir uns und binnen 8 Wochen fällt alles in sich zusammen. Meine Mutter spielt immer noch mit ihrem Taschentuch, als würde es ihr gefallen und Spaß machen...


    Was ist nun richtig und was ist falsch. Gedanken wie Sorge, Verzweiflung, Angst, Abschieben, tausend Gedanken grad...


    Wie heißt es so schön... Irgendwie geht es immer weiter... Habt ein schönes Wochenende

  • Liebe Nicole2024


    es ist wirklich bewundernswert, wie sehr Du Dich um Deine Mutter kümmerst und ich bin ganz sicher, dass sie das spürt.

    Aber ... beim Lesen Deines Beitrags kam mir spontan der Gedanke, dass Du gerade von den Entwicklungen überwältigt wirst. Du kennst Deine Mutter am besten, würde sie es gutheißen, dass Du Dich so aufopferst und Dein eigenes Leben aufgibst?

    Es ist für mich abschieben und auch auf den ganzen Streß mit dem Sozialamt habe ich Angst.

    Einen Angehörigen in ein Pflegeheim zu geben ist kein Abschieben (ich behaupte mal, jedenfalls in 99,9% der Fälle nicht ...), sondern eine andere Art der Fürsorge.

    Wenn Deine Mutter nun vielleicht in ihrer letzten Lebensphase angelangt ist, wäre es da nicht denkbar, die schwere Arbeit der Pflege und des Versorgens den erfahrenen Fachkräften zu überlassen und die verbleibende Zeit mit ihr entspannt zu verbringen?

    Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute,

    LG, SunnyBee

  • Da kann ich SunnyBee zustimmen.

    Ich bleibe bei der Beschreibung von der sehr verzögerten Verdauung hängen. Weiß der Pflegedienst davon? Meines Wissens nach kann das schnell lebensbedrohlich und vor allem ausgesprochen schmerzhaft werden, einen Darmverschluss zu riskieren, die Gefahr fängt eigentlich schon nach drei Tagen an und ich würde sagen, damit bist du pflegerisch überfordert, wenn du das alles fast allein stemmst.

    Warum denkst du an Psychiatrie im Krankenhaus? Wenn deine Mutter kaum aufsteht? Ich frage nur für das Verständnis. Ich würde eher an Abteilung "innere Medizin" denken bzw. Geriatrie (was es ja nicht überall gibt..). Dort könnte deine Mutter mal durchgecheckt werden, vllt gibt es ja was im Bauchraum, von dem ihr nicht wisst?

    Echt Wahnsinn, was du leistest. Kannst du den Hausarzt fragen?

    Ich weiß, wenn man in der Pflege mittendrin steckt, ist es echt schwer neutral zu reagieren, aber ein "Abschieben" ist es wahrlich nicht, wenn man einen Angehörigen in professionelle Hände übergibt. Es kann ja auch sein, dass deine Mutter in der anschließenden Kurzzeitpflege, un die sich übrigens der Sozialdienst eines KKH mit kümmern kann, wieder besser drauf ist oder eben dir eine halbwegs verlässliche Beurteilung des Zustandes und der Prognose besser gegeben werden kann.

    Es alles so laufen lassen, damit wirst du weder dem Zustand deiner Mutter gerecht noch deinem eigenen..

    Ich wünsche dir wirklich von Herzen baldige gute Ideen und Unterstützung!

  • Hallo Rose 😊


    Ja die Hausärztin weiß es und hat übrigens nächste Woche Urlaub.


    Pflegedienst weiß es auch, die habe ich letzen Sonntag deshalb zweimal hier gehabt weil ich da total überfordert war... Da haben die abführ Tropfen nach zwei Wochen gewirkt....


    Mittlerweile ist heute wieder Tag 6, so geht es seit Silvester, dem Tag als der krampfanfall kam. An dem Tag hat der Arzt im Krankenhaus das donepezil abgesetzt welches meine Mutter drei Jahre genommen hat. Er fand das nicht gut...


    Ich denke es mal so. Meine Mutter hat zwei Demenz Medikamente genommen. Angefangen abends mit donepezil iwann zusätzlich morgens memantin.


    Donepezil sorgt als häufigste Nebenwirkung für durchfall, memantin hingegen für Verstopfung und schwindel.


    Verstopfung und Durchfall, so hielt es sich wohl immer die goldene Mitte. Donepezil ist nun raus, memantin noch da, daher wohl seit Jahresbeginn durchweg Verstopfung.


    Die Hausärztin fragen macht nicht mehr viel Sinn, es kommt meistens immer... Sie wissen das es nicht mehr besser wird...


    Ich habe heute das memantin weg gelassen. Seitdem sie es ohne donepezil nimmt ist seit 8 Wochen Verstopfung und Schwindel angesagt. Heute Abend fangen wir wieder mit halber dosis donepezil an und schauen ob es wieder wirkt. Hat ja drei Jahre funktioniert. Und wenn Nebenwirkung da sind oder iwas, lassen wir es sofort weg. Damit sie heute besser schläft habe ich heute morgen Lasea gekauft.


    Im Krankenhaus war sie ja erst über den Jahreswechsel. Auf der Geriatrie, nach dem Krampfanfall. Da hat sie ja sofort risperidon und dieses pipamperon bekommen und war völlig verwirrt... Daher möchte ich eigentlich nicht das sie da noch mal hinkommt. Aber psychiatrie wird es wohl das gleiche sein.


    Schauen wir, wie es weiter geht. Aktuell denke ich wieder Stunden und Tageweise. Länger mag ich aktuell nicht voraus denken, dafür passiert grad zuviel

  • Natürlich habt ihr alle recht, dafür ein dickes Danke schön. Auch für eure Zeit welche ihr mir widmet.


    2-3 Jahre habe ich oft gehört "wie schaffst du das so lange, 24/7". Da habe ich immer gesagt alles gut. Es ist schwer aber so schaffen wir es. Vielleicht lief es zu gut und nun kommt die große Keule. Das es binnen 8 Wochen so zusammen bricht hätte ich mir nie träumen lassen. Aus dem nichts, daher bin ich auch grad zu 1000 Prozent überfordert. Ich weiß es ja selbst, nur wir haben es so lange gemeistert und nun geht es so schnell das einem der Atem stockt. Aber ich weiß ich muss ruhiger werden. Was sich sehr leicht schreibt oder sagt.


    Und natürlich habt ihr auch bzgl Pflege recht. Im Pflegeheim gehen die Mitarbeiter natürlich anders damit um. Sie haben es gelernt, Erfahrung und gehen nach 8 Stunden und nehmen es nicht mit Nachhause. Ich hingegen ersticke nahezu grad dran. Es tut mir so weh das mit anzusehen und ich kann nichts tun. Und ganz sicher reagiere ich oft nicht so professionell wie ich eigentlich reagieren sollte. Ich weiß das schon. Ich halte an was krampfhaft fest, da ich meiner Mutter versprochen habe sie bleibt zuhause, sie soll sich keine Sorgen machen. Aber wahrscheinlich weiß sie es gar nicht mehr. Ich muss erstmal ruhiger werden und durchatmen.


    Ich hatte ja vor knapp zwei Wochen mit dem Pflegeheim telefoniert wo auch meine Oma viele Jahre war. Meine Mutter kennt das Heim, hat ja Oma oft besucht, sagt aber sie möchte da nicht hin. Die Dame aus der Verwaltung hat die Daten meiner Mutter, welche KK usw aufgenommen bzgl kurzzeitlflege und sie sagte so circa 4 - 8 Wochen, dann bekomme ich einen Anruf wenn ein Platz frei ist. Zwei Wochen sind ja nun schon um. Sie könnte dann wenn es von beiden Seiten passt nach der kurzzeitlflege da bleiben. Und mit dem Auto sind es so gute 15 Minuten. Ich werde versuchen die nächsten Tage ruhiger zu machen und dann schauen wie die Lage sich entwickelt und wann der Anruf kommt.


    Diese ganzen Gedanken, Sozialamt, wo muss ich mich überall kümmern, die wollen das Haus... (was sie nicht schaffen werden). Habe vor kurzem extra mit dem Notar telefoniert. Zum einem wäre es schonvermögen da ich selbst die Immobilie bewohne. Zum anderen war es keine reine Schenkung sondern eine Übertragung mit vielen Gegenleistungen welche in geldwert gerechnet worden sind. Da haben wir beim Notar sogar nochmal nach gebessert bzgl der Pflege, als es schlechter wurde. Mittlerweile ist der Wert der Gegenleistungen höher als der Übertragungswert. Klar wird es unangenehm, auch mit den Kontoauszügen aber auch das wird iwie weiter gehen. Pflegegeld steht eh auf keinem Blatt da es ja nicht zum Einkommen zählt und mein Notar sagte wenn jemand in der heutigen Zeit eben über 1000 Euro Rente bezieht müsse man nicht darlegen wo das geld geblieben ist. Anders wäre es bei einigen tausend Euro Rente. Ich solle mir überhaupt keine Sorgen machen, sie werden unangenehme fragen stellen, welche ich beantworte und gut.

    Sehr ihr, ich grübel schon wieder.


    Ich muss runter kommen, durchatmen. Mir ist selbst schon bewusst wenn sie nicht mehr versteht wo sie hier ist und was ich oft von ihr möchte bzw warum und wohl oft falsch reagiere, da es mir oft zu weh tut, das die Mitarbeiter im Pflegeheim es wahrscheinlich besser können. Sie machen es 8 Stunden und gehen Nachhause zu ihrem Familien. Also wird es ihr wenn es weiter Fortschreitet wahrscheinlich besser gehen dort. Dort regt sich niemand auf da alles so sind oder viele.


    Auch an mich muss ich denken. Bin gesundheitlich sehr angeschlagen die letzten Wochen. Man könnte sagen am Ende, so am Ende wie ich es noch nie war. Ich möchte abends einfach mal ohne Sorgen und Verzweiflung einschlafen und (ohne nachtszzig mal zu schauen ob alles in Ordnung ist...), morgens so wieder aufwachen. Durchatmen. Mal eine Stunde raus, einfach mal eine Stunde raus.


    Ich versuche ruhig und bedacht und lieb zu sein so gut ich kann und schaue mal wie es weiter geht und wann das Pflegeheim anruft. Kann schnell gehen oder aber auch noch dauern. Scheint wirklich als gehe es seit dem Jahreswechsel binnen ein paar Wochen alles zuende... Und wahrscheinlich ist es für meine Mutter und auch mich das beste...


    Ich muss mir sagen sie hat es dort 24/7 besser und ich darf dann auch mal wieder eine Stunde leben. Aufatmen... Ich werde berichten 😊

  • Hallo Nicole,

    Ja stimmt, ich hatte eure ganze Story nicht mehr so auf dem Schirm.. schwarzer Kater hat das nun wunderbar ausgeführt, vor allem zum Thema "ins Pflegeheim abschieben". Ich habe vor längerer Zeit aufgehört mich drum zu scheren, was andere, nicht direkt Involvierte, zu meinen Entscheidungen denken und sagen. Da kannst du noch dran arbeiten. Wer dir keine Arbeit abnimmt, hilft dir nicht mit unqualifizierten Aussagen. Meist haben wir das natürlich auch aus der Familie übernommen.

    Aber weißt du, es ist etwas anderes, ob man einen körperlich schwer kranken Menschen mit absehbarem Ende Zuhause betreut (was ich bei meinem krebskranken Mann ja leider wegen der Symptome auch nicht bis zum Tod geschafft habe), oder einen demenzkranken, was sich Jahre hinziehen kann. Ich weiß von einer demenzkranken Frau, die noch mehr als zwei Jahre mit kaum Essen bettlägerig war, also das muss man allein 24/7 auch erstmal schaffen, wir sind ja keine Maschine.

    Und ich kann wirklich zustimmen, im Heim meiner Mutter ist es oft lustig, dort sind (teils) junge engagierte Mitarbeiter mit Humor und meine Mutter sagte neulich mit Blick auf die anderen alten Damen an ihrem Tisch "Guck sie dir doch an, man könnte meinen, man ist hier im Altenheim" 😃.

    Deine finanziellen Überlegungen verstehe ich durchaus, aber deine Gesundheit und die angemessene Versorgung deiner Mutter geht vor und der Rest wird sich irgendwie finden. Bestimmt gibt es dafür Beratungsstellen(Verbraucherberatung, Pflegeberatung?), denn selbst kann man bei solcher Überforderung ja irgendwann nicht mehr klar denken.

    Alle Liebe für dich


    PS: der Neurologe fürs Heim hat mir übrigens, wie im Beitrag vorher geschrieben, gesagt, dass Medikamente im fortgeschrittenen Stadium nicht wirken..

    Einmal editiert, zuletzt von Rose60 ()

  • schwarzerkater

    Später ist es besser, die demenzielle Entwicklung zu akzeptieren und auch zu respektieren.


    Das hast du schön geschrieben. Wir werden heute Abend auch nicht mit donepezil beginnen, ich lasse die Packung vorerst zu. Heute abend gibt es movicol, das wir hoffentlich morgen dieses Problem mal "lösen" und eine Tablette Lasea, da bin ich gespannt. Wirkstoff Lavendelöl, ob meine Mutter zur Ruhe kommt und mal wieder nachts gut schläft. Dieses wünsche ich ihr und mir auch.


    Rose

    Ja ich werde mich mit dem Gedanken anfreunden das es wohl vorbei ist hier zuhause mit meiner Mutter und mir. Zumindest setze ich mich damit auseinander. Wie schwarzer Kater geschrieben hat, manchmal kommen die Dinge anders als erhofft, man ist machtlos und es ist ggf besser für beide. Vllt fühlt meine Mutter sich dort wirklich wohl. Mir ist schon bewusst das ich oft falsch reagiere. Ist bei der eigenen Mutter halt anders und sehr schwer. Und mich habe ich die letzten Jahre zu 100 Prozent vernachlässigt. Ich habe mit meine Mutter gelebt, für meine Mutter, Tag und Nacht, das es ihr gut geht und habe trotz Veränderungen an allem festgehalten. Letztes Jahr war meine Mutter fünf Mal im Krankenhaus und ich hab gemerkt wie gut ich geschlafen habe. Morgens im Krankenhaus angerufen ob alles gut ist. Kurz vor Mittag ins Krankenhaus gefahren, Kuchen, klatschthefte, Obst und all sowas mit gebracht, vor dem Abendessen nochmal kurz hin gefahren... Dennoch habe ich mich wohl gefühlt. Ich hatte Zeit für mich. Bin grad erschrocken das so zu schreiben. Habe ich glaube gestern Abend auch schon geschrieben. Ich war seit corona nicht einmal abends weg, glaube corona begann Anfang 2020. Das sind nun fast vier Jahre.


    Ich gehe mit mehr Ruhe ran (versuche ich zumindest) und schaue wie es weiter geht. Das Pflegeheim wird in den nächsten Wochen anrufen. Und dann geht alles iwie weiter. Und ja ich denke mittlerweile auch es ist kein abschieben. Ich schaffe es einfach so nicht mehr, ich bin so leer... Ist ja nun nicht durch die Arbeit entstanden sondern durch Sorgen, 24/7 über einen sehr langen Zeitraum und sehr viel Verzweiflung... Bei der Arbeit würde ich sagen es ist zu 1000 Prozent ein burn out...


    In jedem schlechten steckt auch was gutes (oder so ähnlich?)...


    Scheint was wahres dran zu sein 🍀

  • Nicole2024 : und manchmal brauchen wir einfach von außen eine Einschätzung, das kennen wir alle. Du hast ganz offensichtlich ALLES gegeben, mehr geht nicht. Trinkt deine Mutter reichlich bei movicol? Sonst kann es nicht richtig wirken..

  • Liebe Nicole,

    Du hast wirklich alles gegeben und Deiner Mutter einige Jahre eine hohe Lebensqualität in einer heimischen Atmosphäre ermöglicht. Und es ist bestimmt sehr schwer zu sehen, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, an dem es nicht mehr geht... Wenn finanzielle Dinge dran hängen noch so mehr.


    Aber Deine aufopfernde und liebevolle Betreuung all die Jahre wird Deine Mutter bis zum Schluss in sich tragen. Ihr wurde Gutes getan, weil jemand wie Du, Nicole, da warst und ihr das Gefühl geben konntest, dass sie es wert ist.


    Sicherlich hatte die Betreuungsarbeit auch für Dich etwas Sinnstiftendes. Und da bleibt eine Lücke, die Du mit neuem Leben füllen darfst und kannst.


    Ich wünsche Dir viel Kraft. Und Du scheinst so stark zu sein, dass Du auch diesen Schritt meistern wirst.


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Ich habe nochmal eine Frage an euch.


    Ich werde morgen vormittag im Pflegeheim anrufen wo meine Mutter vorgemerkt ist. Wo ich auf einen Anruf warte, das dort ein Platz zur Kurzzeitpflege frei ist. Wenn dort noch nichts frei ist wovon ich ausgehe und ich es aber nicht mehr schaffe was mache ich dann? Was habe ich dann für Optionen?

  • Den Hausarzt fragen und vllt eine Einweisung ins Krankenhaus, von wo aus nach Pflegeplatz gesucht wird durch den dortigen Sozialdienst, würde mir einfallen.. du wirst nicht der erste entsprechende Fall sein für einen Hausarzt, ich würde auf gewisse Erfahrung hoffen.

    Ich drücke dir die Daumen ✊

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