Demenz und Krampfanfall

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  • Schau doch mal in die App, wo was frei ist. Es muss ja nicht das endgültige Heim sein. Wir sind auf diesem Weg an das Pflegeheim meiner Schwiegermutter gekommen und es war die richtige Entscheidung.

  • ich habe über google die Seite altenheime.de gefunden. Da ist auch eine Telefonnummer, die weiterhilf. Guck doch mal drauf.

    Ich habe einfach mal die Schlagworte freier Heimplatz Altenheim Schleswig Holstein eingegeben

  • Die AOK bietet auf Ihrer Internetseite einen Pflegenavigator an, womit man bundesweite Pflegeeinrichtungen suchen kann und für diese auch gleichzeitig die Zuzahlungshöhe angegeben wird. Kannst du auch mal reingucken. Man kann dort auch suchen, ohne AOK - versichert zu sein.

    Hier mal der Link

    Pflegeheim finden | AOK

  • Guten Abend 😊


    Möchte kurz berichten das meine Mutter weiterhin zuhause ist.


    Hatte gestern vormittag gestärkt beim Hausarzt angerufen und von der Verstopfung seit zwei Monate berichtet und nach einer Einweisung ins KH gefragt um das endlich mal richtig zu untersuchen. Hatte da schon die Tasche für meine Mutter gepackt und wir sind los gefahren. Einweisung abgeholt und ab ins KH. Dachte wenn sie ein paar Tage da bleiben muss... Aber der Tag entwickelte sich etwas anders. Zwei Stunden im Foyer warten und dann saßen meine Mutter und ich 8 (!) Stunden in einem Behandlungsraum. Dort gab es eine Untersuchung, Blut und Urin abnehmen, ein Einlauf, Ultraschall, ein Liter Infusion, Krankenhausbrief und wir sind Nachhause gefahren. Das hatte ich etwas anders gedacht... Wir waren abends nahe 21 uhr wieder zuhause. Noch schnell was gegessen, getrunken und ab ins Bett. Also vorerst alles wie gehabt.


    Einige hatten ja Anfang Januar vermutet das meine Mutter ein delir hat. Davon stand nichts im KH Brief und auch unsere Hausärztin hielt da nicht viel von. Im KH Brief gestern stand da plötzlich unter Vorerkrankungen Delir bei vorbekannter Alzheimer Demenz. Hattet ihr doch recht.


    Ich berichte morgen nochmal ausführlich, bin nun zu müde. Träumt alle was schönes

  • Guten Abend, ein kurzes Update von mir.


    Gestern war kein schöner Tag und ich habe mich verzweifelt an die Chefin vom Pflegedienst gewandt. Diese kam heute vormittag zu uns und hatte eine Mitarbeiterin von der Sozial Station mit. Diese ist beim Amt / Behörde angestellt und kann helfen, Unterstützen und wenn erforderlich aber auch eingreifen. Ich kenne sie von früher aus der Schule. Wir vier saßen nun am Tisch und haben 90 Minuten geredet.


    Zu meiner Überraschung machten sie sich gar nicht mal soviel Sorgen um meine Mutter bzgl Medikamente verweigern, nicht trinken wollen usw.. Nein sie machten sich Sorgen um mich, das ich zusammen klappe. Sie hat heute morgen telefoniert und hat hier ganz in der Nähe ein kurzzeitpflegeplatz organisiert. Könnte sofort los gehen. Um meine Mutter wird sich gekümmert und ich hätte zu sofort Entlastung und kann zu sofort durchatmen.


    Aber... Ich habe es nicht übers Herz gebracht. Meine Mutter lebt hier nun über 60 Jahre, schläft seit über 60 Jahren im gleichen Schlafzimmer...


    Aber wir haben einige neue Punkte besprochen welche ziehen müssen.


    Nächste Woche geht meine Mutter einen Tag in die Tagespflege. Wenn dieses klappt, wären drei Tage / Woche möglich. Ich habe mich große Sorge ob sie es schafft. Aber das wäre eine riesen Entlastung für mich, mal ein paar Stunden für mich allein. Und meine Mutter kommt unter Leute.. Schauen wir, wie es nächste Woche klappt. Aber ich habe sorgen dabei...


    Der Pflegedienst kommt ab nächste Woche 2 x die Woche für die große Wäsche. Bislang habe ich das gemacht. Kombinationspflege habe ich schon beantragt.


    Aufgrund medizinischer Verordnung kommt der Pflegedienst morgens und abends. Die pflegekräfte versuchen das sie jedesmal ein Glas Wasser trinkt wenn sie da sind.


    Wenn sie bei mir nicht mehr trinken will versuche ich es so hinzunehmen und lasse sie in ruhe.


    Ihre Demenz Tabletten (donepezil würde ja schon Silvester im Krankenhaus abgesetzt), bleibt noch memantin... Lassen wir nun komplett weg. Diese Medikamente hatten doch starke Nebenwirkungen. Seit dem Krampfanfall und delir Silvester hat es sich so verschlechtert, aber es geht ihr eigentlich gut dabei. Daher lassen wir die Demenz Tabletten komplett weg. Somit nimmt sie nur noch eine Tablette am Tag. Diese versuche ich das sie die nimmt. Wenn sie absolut nicht will dann halt an dem Tag nicht.


    Pflegegrad Höherstufung ist beantragt, versuch auf PG 4, warte aktuell auf Post vom mdk.


    Wir beantragen ein pflegebett (Niederflurbett).


    Wir hatten ja für das Badezimmer eine Bewilligung bis 4000 €. Da ich von Firmen bei Kostenvoranschlägen verrückte 15 - 20k da stehen hatte habe ich für über 4k alles gekauft was benötigt wird für das komplette Badezimmer. Detaillierte Rechnung, Barverkauf und Kassenbeleg habe ich schon bei der Pflegekasse eingereicht. Habe schon Bescheid bekommen, Erstattung dauert bis zu 21 Tage.


    Zum dem Trink Programm wenn man die geringe Menge überhaupt so nennen darf...


    Kaufe ich täglich zb Melone, Orangen, Mandarinen, Apfel, birnen usw.. Schneide ich in kleine Stücke und stelle es auf den Tisch incl einer Kuchen Gabel. Mag sie aktuell noch gerne.


    Wenn sie mal gar nicht trinken mag gibt es an dem Tag tüten Suppen welche sie gerne mag. Zudem Wackelpudding, rote Grütze, Pudding usw (alles mit Milch oder Wasser angerührt), Wassereis ist nun auch in der Truhe.


    Wenn sie nicht so gut drauf ist geht es einfach auf die Couch oder ins Bett (Erfahrungsgemäß schläft sie dann binnen 3 Minuten tief und fest).


    Sollte es sich verschlechtern unterstützt der Pflegedienst täglich mit aufstehen, waschen und anziehen


    Und abends mit ausziehen, Bett fertig machen und ins Bett bringen.


    Sollte es nicht gehen, kann ich sie vom sozialen Dienst anrufen und sie besorgt Tag gleich ein kurzzeitlflegeplatz. Auch den Pflegedienst kann ich die Chefin Tag und Nacht anrufen.


    Schauen wir wie es weiter geht. Sie bleibt zuhause aber habe Unterstützung und Entlastung. Zumindest möchte ich es versuchen. Habt einen schönen Abend


    Übrigens denke ich, da es ja seitdem Jahreswechsel so dermaßen abgebaut hat und weiter abbaut seit 8 Wochen, zum krampfanfall noch Delir bei vorbekannter Alzheimer Demenz, das sich da eh nicht mehr von erhohlen wird und es wohl nun weiter bergab geht. Daher möchte ich diese Option noch versuchen. Obwohl ich nicht weiß was delir nach krampfanfall bei vorbekannter Alzheimer Demenz ist. Im Internet steht da nichts gutes drüber, eher das man nun zeitnah dran stirbt.


    Habt ein schönen Abend.

  • Hallo Nicole,

    Wow, da hast du wirklich tolle Unterstützung an die Hand bekommen, es kann hilfreich sein, wenn man die Menschen bei der Pflege schon persönlich kennt. Das ist sicher schon psychisch eine große Entlastung, vor allem wenn dir notfalls sogar ein Kurzzeitpflegeplatz zur Verfügung gestellt werden könnte.

    So kannst du nun einen Tag nach dem anderen schauen, wie es sich entwickelt und musst nicht heute für die weitere Zukunft Entscheidungen treffen.

    Liebe Grüße

  • Hallo Nicole,


    ich freue mich für dich das jetzt mit der Unterstützung klappt. Als ich deinen Beitrag gelesen habe war das für mich ein wenig ein Flashback in meine Pflegezeit mit meinem Papa. Ich interpretiere jetzt einfach mal ein paar Sachen hinein. Dir fällt es trotz deiner Erschöpfung wwohl noch sehr schwer loszulassen. Das ist normal, bei mir hing es jahrelang wie Mantra im Hinterkopf. Mein Papa, meine Pflicht, nur ich kann es richtig machen. Das ist belastend.


    Ich wünsche dir das es mit der Tagespflege klappt. Hier möchte ich dir aber noch etwas mit auf den Weg geben. Wenn es nicht sofort klappt nicht den Kopf hängen lassen und weiter versuchen. Gib der Sache ein wenig Zeit bis sich deine Mama dran gewöhnen kann. Das ist auch mit dem Pflegepersonal in der Tagespflege so, die müssen deine Mama erstmal kennen lernen um zu wissen wie genau sie mit ihr umgehen müssen. Ich möchte dir hier ganz klar Mut zusprechen, weil ich in der Tagespflege nur wirklich ganz tolle Erfahrungen gemacht habe. Mein Vater fing damals mit 2 Tagen an und wir steigerten es über die Monate auf 5 Tage (Di-Fr eine Tagespflege vor Ort, Sa eine etwas weiter weg wegen dem spärlichen Angebot auf dem Land). Erst kürzlich habe ich eine der Pflegerinnen aus der Tagespflege wieder getroffen die meinen Vater betreut hatte. Diese hat mir ein paar Fotos zugemailt die mir wirklich sehr nahe gegangen sind (im positiven Sinne). Mein Papa über beide Ohren strahlend beim Kochen, beim Tischfußball, beim Maibaum aufstellen. Habe ich gefragt wie war es heute kam nur "Wir haben gar nicht gemacht". Klar er erinnerte sich nicht daran, trotzdem weiß ich das die Tagespflege ein wichtiger Baustein war um seine letzten Jahre noch mit etwas Leben zu füllen.



    Auch ein Grund warum ich aktuell das Forum wieder aufsuche obwohl mein Papa jetzt fast ein Jahr Tod ist.


    Zu eurem Trinkproblem. Hier ein Beispiel, mein Vater verweigerte zum Ende hin auch alles weil er ja auch kaum mehr wach war. Ich habe im Heim bestimmt zwei Stunden versucht etwas von der pürierten Nahrung in ihn hin zu bekommen und in den zwei Stunden vielleicht 1-2 Löffel geschafft. Dann kam ein Pfleger um das Tablett zu holen, der übernahm die Sache dann und in nichtmal 5 Minuten war der Teller leer gegessen.


    Was ich damit aufzeigen will. Manchmal (nicht immer) reagieren demente bei fachgerechter Fremdbetreuung ganz anders als gegenüber einem selbst.


    Ich Wünsche Dir alles Gute! Bitte nutze die Freizeit/Entlastung für DICH. Ich hatte immer den Impuls in meiner "freien" Zeit, (das war nur die Tagespflege am Samstag, unter der Woche habe ich gearbeitet) möglichst viel zu erledigen. Schlimmstenfalls kam noch der Impuls mit dem Putzen anzufangen weil ich mal länger als 10 Minuten dabei bleiben konnte. Jetzt mit zeitlichem Abstand sehe ich erst wie falsch dies war.

    Mach in der Zeit Sachen die dir gut tun um deine Batterien aufzuladen.

  • Guten Abend Rose60 und Sohn83


    Ja die sind alle lieb und nett. Hatte erst Sorge, sozialer Dienst, Behörde im Haus aber sie will nur helfen. Verwundert war ich das sie eigentlich nicht wegen meiner Mutter da waren sondern wegen mir. Sie haben sich echt Sorgen um mich gemacht. Sie kommt nächste Woche auf ein kaffee vorbei.


    Man muss nun auch erstmal schauen wie es sich weiter entwickelt. Die Demenz Medikamente hat sie Jahre genommen, welche wir nun weg lassen. Gar keine mehr ist der Plan, es einfach so hinnehmen. Zudem haben die dolle Nebenwirkungen. Wir nehmen nun nur noch eine Tablette. Habe mal geschaut, letztes Jahr im August waren es noch neun Tabletten!


    Wenn sie einen halben Tag zb nicht trinken will soll ich es einfach akzeptieren und sie lassen. Immer Obst (Melone, Ananas, Birne, Apfel, Apfelsine klein geschnibbelt auf dem Tisch, daneben eine kuchengabel, funktioniert bislang sehr gut. Heute abend hat sie noch einen grünen Wackelpudding und wenn gar nichts geht mache ich eine tüten Suppe welche sie mag (hauptsächlich ist viel Wasser oder Milch drin). Der Pflegedienst ist ja morgens und abends da und versucht da auch jeweils ein Glas Wasser. Klappt meistens ganz gut. Und wenn nicht, dann ist das so.


    Die beiden haben mir gestern versucht klar zu machen das ich viel ruhiger werden muss. Wenn sie nicht will, dann lasse ich sie. Und wenn sie einen Tag die Tablette nicht will, dann halt nicht. Morgen ist auch noch ein Tag. Ich mache mir zuviel Sorgen.


    Dienstag bin ich gespannt mit der neuen Tagespflege. Eine ganz neue Einrichtung, erst zwei Monate geöffnet. Ich habe bisschen Sorge, aber versuchen. Das wäre phantastisch...


    Und ja, habe schon Notizen gemacht was ich dann am Dienstag erledigen kann usw..


    Aber du hast recht. Ich sollte an mich denken! Auszeit. Wenn das Wetter mitspielt an der Ostsee am Hafen spazieren gehen, Kaffee trinken... Einfach mal ein paar ruhige schöne Stunden für mich. Wahrscheinlich schaue ich dabei aber alle paar Minuten aufs Handy ob die Tagespflege angerufen hat...


    Problem bzw Sorgen bereitet mir grad das sie nachts wach im Bett liegt (steht aber nicht auf, liegt wach im Bett und schaut an die Decke). Döst wohl immer mal leicht weg ist ansonsten aber wach. Und schläft dafür viele Stunden auf der Couch tief und fest. Merke ich wenn sie abwesend ist oder einfach nichts mehr will und hinbekommt. Dann ab auf die Couch, zudecken und binnen zwei Minuten schnarcht sie. Das kommt da sie nachts nicht schläft. Das Problem haben wie so seit 14 Tagen. Davor hat sie ihre 8-10 Stunden am Stück geschlafen. Habe ihr in der Apotheke lasea gekauft, so Lavendelöl, soll man besser von schlafen. Aber aktuell will sie nahezu keine Tabletten...


    Wir probieren es aus und schauen wie es weiter geht. Wenn sie zb nicht trinken will versuche ich es einfach zu akzeptieren. Ist wohl im Pflegeheim auch nicht anders. Tagespflege bin ich gespannt... Aber ich rechne aktuell Tage und wochenweise, nicht länger.


    Habt einen schönen Abend

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nicole 2024, beim Lesen Ihrer Beiträge habe ich mich sehr über die positiven Veränderungen und die kompetente Hilfe durch die Mitarbeiterin der Behörde gefreut.


    Es besteht kein Zweifel daran, dass Sie alles mit besten Gewissen versucht haben und dass Sie mindestens genauso viel Unterstützung verdient haben, wie Ihre Mutter!


    Sie haben erkannt, dass ein Heim eine echte Alternative ist und unser Forum hat sie dabei aus guten Gründen bestärkt. Es ist ein "PlanB" und Sie und Ihre Mutter können sich auch in der Kurzzeitpflege erholen, es muss kein Automatismus für die Dauerpflege sein. Aber Sie haben erst mal das gewählt, was sich früher bewährt hat.


    Da Sie es nun schriftlich haben, dass ein Delir (mit-)verantwortlich für die gravierenden Verschlechterungen war, besteht tatsächlich ein wenig Grund zur Hoffnung: Mit den Suppen und dem Obst haben sie eine perfekte Möglichkeit gefunden, dass Ihre Mutter Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) bekommt, in der Tagespflege wird Ihre Mutter vermutlich wegen der Gemeinschaft besser trinken und es spielt sich auch der Tag-Nacht-Rhythmus besser ein ... und das Wichtigste:


    Durch Ihre neue Gelassenheit strahlen Sie mehr Geborgenheit und Ruhe für Ihre Mutter aus und dies ist die vielleicht beste Medizin gegen das Delir, dass sich offensichtlich weiter zurückgebildet hat.

    Alle Gute für die nächste Woche Ihr Martin Hamborg

  • Hallo ihr lieben. Meine Mutter ist weiterhin zuhause, geht aktuell drei mal in der Woche in die Tagespflege. Ich gebe euch nochmal in ruhe ein update. Ich habe bitte eine Frage an euch.


    Ich war heute morgen bei unserer Hausärztin. Unter anderem da meine Mutter seit einigen Wochen gerne nachts hellwach im Bett liegt und natürlich tagsüber müde ist und schlafen möchte. Was für einen geregelten Rhythmus und hauptsächlich die Tagespflege nicht förderlich ist.


    Natürlich habe ich vorher die halbe Apotheke leer gekauft mit oder auch ohne Baldrian. Auch aus der Drogerie habe ich schon viel ausprobiert, leider nicht mit erhofften Erfolg.


    Ich habe nach einem ganz leichten Schlafmittel gefragt. Und leider am Ende ein Neuroleptika bekommen, was mir nicht gefällt. Melperon heißt es, kennt das vllt jemand von seinen Eltern? Ich möchte eigentlich nicht mit sowas starten, hat jemand alternativ Ideen?


    Neuroleptika hat sie letztes mal (bzw erstmalig) im Krankenhaus grundlos bekommen (aufgrund Personalmangel). Da war sie so weg getreten, so habe ich sie noch nie erlebt.


    Habt ihr da Erfahrungen?

    Oder besser Tipps was ich machen oder ausprobieren könnte? Ist so halt sehr unglücklich. Tagespflege beginnt und sie schläft dort am Tisch ein.


    Liebe Grüße

  • Frau Spengemann hat gestern zwei Themen von mir hier geschlossen. Wird das hier allgemein gemacht wenn ein oder zwei Wochen in einem Thema nicht geschrieben wird? Das eine ging zb um die wohnumfeldverbessernden Massnahmen. Da wollte ich ja das Ergebnis meines Widerspruchs mitteilen (habe noch kein Ergebnis). Aber scheinbar kann ich in dem Thema nun nichts mehr schreiben. Ist das hier im forum immer so?

  • Hallo Nicole,

    bzgl. der Schlafstörungen kann ich beitragen, dass es wohl relativ typisch bei fortgeschr. Demenz ist, dass sich der Tag-Nacht-Rhythmus wandelt. Bei meiner Mutter war es auch eine Zeit lang sehr ausgeprägt, so dass sie dann nachts in andere Zimmer lief etc. Die Behandlung in dem Fall mit Neuroleptika ist bei alten Menschen auch relativ Standard, so hat es mir der Hausarzt meiner Mutter erklärt, der sich auch mit Geriatrie auskennt. Meine Mutter bekommt deshalb Pipamperon und damit geht es besser. Entscheidend ist ja auch die Dosis, du kannst ja niedrig anfangen, wenn du Bedenken hast. Alte Menschen brauchen oft weniger oder du könntest schauen, wie es sich auswirkt. Andere Schlafmittel oder Antidepressiva, die man bei jüngeren Menschen gut gegen Schlafstörungen einsetzen kann, sind lt. unserem Hausarzt meist problematischer bgzl. Sturzgefahr u.ä.

    Also kurz gesagt, ich würde es versuchen und mit der Ärztin in Kontakt bleiben. Wenn es wirkt , hätte deine Mutter durch die Tagesbeschäftigung wieder etwas mehr Lebensqualität und du auch.

    bzgl. Themenschluss ist es bei mir auch geschehen, aber ca. zwei Monate nach dem letzten Beitrag

    Liebe Grüße

    Rose

  • Ich habe nach einem ganz leichten Schlafmittel gefragt. Und leider am Ende ein Neuroleptika bekommen, was mir nicht gefällt. Melperon heißt es, kennt das vllt jemand von seinen Eltern?

    Hallo Nicole. Meine Mutter hat im Krankenhaus, wo sie zur Schmerzbehandlung war, Melperon verordnet bekommen. Der Arzt wollte wohl eher mir einen Gefallen tun, weil meine Mutter oft schlecht ein- und durchschläft. Der Hausarzt hat es dann weiter verordnet. Die Dosis war 25 mg. Von Ausnahmen abgesehen, wirkte es relativ gut. Meine Mutter schlief gut ein und etwa 5 Stunden am Stück durch.


    Aber, und das Aber ist ein dickes: Unter Melperon kam es zu unerwünschten Ereignissen: Sprachstörungen und Bewegungsstörungen im linken Arm/Hand, die den Anschein von TIAs hatten und etwa 30-45 Minuten nach dem Aufwachen anhielten. Zudem kam es nach etwa 8 Monaten zu zwanghaften Bewegungsstörungen im Mundbereich, Dyskinesien genannt, eine häufige Nebenwirkung unter Neuroleptika.


    Die TIA-ähnlichen Symptome können eine Wechselwirkung mit den Medikamenten sein, die meine Mutter gegen neuropathische Schmerzen nimmt, die Dyskinesien sind nicht unüblich bei klassischen, auch niederpotenten Neuroleptika.


    Das Melperon wurde daraufhin abgesetzt. TIA-ähnliche Symptome sind seither (5 Monate) nicht mehr aufgetreten. Die Dyskinesien sind leider geblieben.


    Ein befreundeter Psychiater, leider wohnt er fast 1000 km entfernt, sagte mir, Melperon werde außerhalb von Deutschland als obsolet angesehen, zumal es so gut wie gar nicht auf psychotische Symptome wirke.


    Meine Mutter nimmt jetzt Melatonin. Das hilft weniger gut beim Einschlafen, aber besser als nichts und gilt als harmlos.

  • Guten Abend ihr Beiden, danke schön für eure Antworten.


    Ja mir ist bekannt das dieser falsche Tag und Nacht Rhythmus der Demenz geschuldet ist. Es ging nun fast drei Jahre gut mit dem Schlafen. Ok letztes Jahr Aug - Dez wurde es schwieriger aber ansonsten hat meine Mutter fast immer durch geschlafen. Seit Silvester ist das komplett vorbei. Liegt die ganze Nacht hellwach, habe nun eine kleine LED Lampe bei ihr im Schlafzimmer das sie weiß wo sie ist wenn sie da nachts mit augen auf liegt. Sie sagt sie ist nicht müde. Und zum Frühstück möchte sie gerne schlafen. Zuhause ist es nicht das Problem aber in der Tagespflege schwächelt sie natürlich weil sie dann so sehr müde ist. Ich habe die Apotheke schon leer gekauft, alles aus der TV Werbung, und Drogerien habe ich auch schon so viel ausprobiert. Lavendelöl, Baldrian, auch melatonin - schneller einschlafen und sowas.


    Wir haben mittlerweile eine Pflegebett (niederflurbett). Da mache ich zum schlafen die Seiten hoch und fahre es trotzdem sicherheitshalber ganz runter. Aber sie geht da bislang nicht raus sondern wartet auf mich. Sie liegt da nachts, kleines led Licht an und schaut durch die Gegend.


    Frage: Als es bei euren Eltern begann mit dem falschen Tag und Nacht Rhythmus.. Blieb es dann so oder kann ich hoffen das es sich auch nochmal ändert?


    Meine Mutter hatte bislang noch keine Erfahrungen gemacht mit Neuroleptika. Die erste Erfahrung war Silvester im Krankenhaus, aufgrund Personalmangel. Risperidon und pipamperon. Ich war erschrocken und kannte meine Mutter nicht mehr wieder. Sie konnte nicht richtig laufen, kein Gleichgewicht halten, wenn sie gesprochen hat, man hat kein Wort verstanden und sie war so verwirrt. Ich fand das so schrecklich. Der behandelnde Arzt rief mich sogar an (als ich meine Mutter abholen konnte) und sagte mir er hätte Rezepte bei gelegt und den Medikamenten Plan aktualisiert. Da habe ich erfahren, Demenz Medikamente abgesetzt, Neuroleptika rein. Er sagte Sogar zu mir glauben sie mir... Ihre Mutter wird sich binnen 10 Minuten an den neuen Zustand gewöhnen, sie wird es dann nicht mehr richtig merken aber für sie als pflegende Angehörige, wird sich alles ändern. Ihr Tag wird deutlich entspannter... Meine mutter hat diese Tabletten nie wieder bekommen...


    Aber Rose60, wenn ich es richtig lese geht es deiner Mutter besser mit pipamperon? Meine Mutter war im Krankenhaus total "weg geschossen" nenne ich es mal.


    Ich denke ich werde meiner Mutter das melperon nicht geben. So geht es ihr gut. Sie lacht viel, möchte nur nachts nicht schlafen.


    Das Themen hier einfach geschlossen werden, weil 2 1/2 Wochen dort keiner was schreibt finde ich schon sehr suspekt. Wir diskutieren da viele Tage über was. Ich habe bei der Pflegekasse wie wir es besprochen haben Wiederspruch eingelegt. Was dabei raus kommt kann ich dann ja nun nicht mehr dort berichten. Verstehe ich nicht wirklich. Habt einen schönen Abend

  • Hallo Nicole,

    Bei mir war es eher zwei Monate bis das Thema geschlossen wurde, vllt ein Versehen? Du kannst ja jederzeit wieder zu dem Thema schreiben und es neu eröffnen. Es interessiert bestimmt einige Leser.


    Also bzgl. Pipamperon war es bei meiner Mutter so, dass sie vor ein paar Jahren mal ne kleine Dosis bekam und davon zu müde wurde, da litt sie aber selbst unter den Schlafproblemen, was ich gut nachvollziehen kann, wenn alles so still um einen ist. Nun bekommt sie es seit ca.1 Jahr und verträgt es offensichtlich gut, sie schläft jedenfalls besser und wirkt ausgeglichen. Da kann ich nichts negatives sagen.

    Ich meine aber auch, dass ihr Hausarzt melperon bewusst nicht geben wollte, das würde ja zu der Aussage von Hinz passen. Der Hausarzt kennt sich mit Geriatrie aus und hatte Pipamperon oder Quetiapin genannt als mögliche Präparate. Und meine Mutter bekam anfangs eine Viertel Tablette von den 40mg Dosen, das ist ja alles individuell zu regeln, weil alte Menschen vermutlich stärker auf Medikamente reagieren. Im Heim wird die Verträglichkeit dokumentiert und bewusst drauf geachtet, dass niemand "abgeschossen" wird und auch die Sturzgefahr nicht steigt. Insofern habe ich in unserem Fall da Vertrauen hinein.

    Mit zunehmender Demenz können gewisse Substanzen (wie Neuroleptika) durchaus sinnvoll sein. Ich würde selbst auch gerne ganz ohne Medikamente auskommen, fühle mich aber mittlerweile mit den notwendigen wohler und das ist MEIN Maßstab.

    Vielleicht kannst du mir der Ärztin nochmal sprechen? Es wäre ja schön, wenn deine Mutter mehr von der Tagespflege profitieren kann, aber es ist natürlich deine Entscheidung und dein Gefühl, ob dortige Aktivitäten für deine Mutter noch ansprechend sein.

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nicole2024, die Schlafstörungen sind leider bei Menschen mit Demenz häufiger und "pendeln" sich oft langsam wieder ein, wenn ein längeres Einschlafen am Tage verhindert wird. Die Tagespflege Ihrer Mutter hilft da durch die Tagesstruktur. Bewährt hat sich auch eine Lichttherapie in der Mittagszeit - idealerweise im Freien, aber auch Tageslichtlampen erfüllen die Funktion, den eigenen Melatonin-Rhythmus zu normalisieren.


    Entscheidend ist die Frage, ob und wie stark der Leidensdruck ist. Neuroleptika wie Melperon oder Pipamperon wirken dann, wenn z.B. wahnhaftes Erleben und Ängste Ursachen sind. Sie haben allerdings das Risiko z.B. dass nach dem Absetzen die krampfhaften Bewegungsstörungen entstehen, die Sie uns, Herr Hinz, geschrieben haben, danke für Ihre Erläuterungen!


    In einigen Beiträgen wurde das "Abschießen" beschrieben. Wenn die Gabe von Neuroleptika zu derart massiven Einschränkungen führt, sollte dies m.E. diagnostisch geprüft werden - bei einer Form der Demenz (Lewy Body Demenz) ist dies ein Merkmal und wird "neuroleptische Sensibilität" genannt.

    Ihr Martin Hamborg

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