Das Medikament RISPERIDON

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  • Es sind schon ein paar Monate vergangen seit ich in das Forum reingeschaut und auch geschrieben habe.

    Allen, die mir damals mit guten Ratschlägen zu Seite standen, mich getröstet und aufgemuntert haben, will ich von Herzen danken.

    Bitte entschuldigt, dass ich geschwiegen habe , aber... ich konnte einfach nicht mehr schreiben! Es ging über meine Kräfte auch nur einen kurzen Text zu verfassen, dabei habe ich euch so gebraucht...


    Vor fast einem Jahr wurde bei meinem Mann (75) Alzheimer Demenz diagnostiziert.

    In der letzten Zeit wurde mein Mann zunehmend aggressiver, er nannte mich Schlampe, Nute, drohte mein Zimmer anzuzünden wenn ich ihm nicht 1000€ gebe, damit er ausziehen kann , wollte in Hungerstreik treten und Polizei rufen, weil ich ihn schlecht behandle usw.


    Vor einer Woche würde mein Mann mir gegenüber zum ersten Mal handgreiflich !

    Er behauptete, ich habe seinen Wohnungsschlüssel versteckt, er hätte ihn in meiner Hand gesehen.

    Das stimmte absolut nicht !

    Ich wollte nicht mit im diskutieren, also verließ ich das Zimmer . Mein Mann, rasend vor Wut, folgte mir , drückte mich gegen die Tür und biss mir mit ganzer Kraft in den Arm !


    Gestern waren wir bei der Neurologin meines Mannes zu einem Gespräch , dass immer alle 3 Monate stattfindet. Ich schilderte ihr diesen Vorfall und erzählte auch von seinem sonstigen Verhalten mir gegenüber.

    Die Neurologin verschrieb ihm RISPERIDON 0,25 mg

    und meinte, ohne Medikamente (wie bisher) ginge es nicht mehr !

    Ich hätte noch ein paar Fragen zu diesem Medikament , aber die Ärztin würde ungeduldig, das Wartezimmer sei voll und andere Patienten wollen auch drankommen...


    Zu Hause las ich im Beipackzettel von den Nebenwirkungen des Medikaments.

    Die Nebenwirkungen machen mir riesengroße Angst ❗


    Bestimmt hatten auch eure Angehörigen das Medikament einmal verschrieben bekommen. Haben sie es gut vertragen?

    Wie sind eure Erfahrungen mit Risperidon ?


    Über eure Antworten, würde ich mich sehr freuen...


    Liebe Grüße

    Lillemor



    ....

  • Hallo Lillemor! Es tut mir Leid, dass Du das durchmachen musst!


    Wir hatten bei meinem Vater vor eineinhalb Jahren fast das Gleiche: Er hat meine Mutter beschuldigt (Schlüssel versteckt!), beleidigt (Schlampe!), und wurde dann auch immer wieder tätlich (hat sie gewürgt). Sie hatte Angst um ihr Leben.


    Es tut mir leid, das so krass zu sagen, aber: Die Frage nach Nebenwirkungen von Risperidon von der Neurologin solltest Du nicht stellen. Dein Mann muss in eine Gerontopsychiatrie und richtig eingestellt werden. Danach kann man schauen, ob er "zahm" genug ist, wieder nach Hause zu kommen, oder ob er ins Heim muss. Wir haben auch ein bisschen mit Pillen rumexperimentiert (wobei bei uns dazukam, dass mein Vater keine Pillen wollte und auch keine Hilfe von Dritten), aber ich halte das im Nachhinein für einen Fehler. Viele wollen ihre dementen Angehörigen solange wie möglich zu Hause halten, aber ich vertrete heute die Linie, Du musst auf Deine eigene Sicherheit und Gesundheit achten. Wenn dein Mann dich angegriffen hat und sich nicht mehr unter Kontrolle hat, dann ist eine Grenze überschritten. Es klingt schlimm, aber Du solltest nicht zuhause versuchen, ihn einzustellen, sondern das müssen Profis machen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und drücke die Daumen!

  • Liebe Lillemor.

    Wie bei allen Medikamenten haben auch diese Mittel Licht- und Schattenseiten.

    Aus meiner Erfahrung mit gerontologischen Psychiatrie kann ich unterschiedliches berichten. Mein Vater wurde mit Wahnvorstellungen in die örtliche Klinik eingewiesen. Das war eine schlimme Erfahrung. Er wurde vollgepumpt mit Beruhigungsmittel. Zuerst habe ich mich gewundert, dass er ständig im Sitzen einschlief. Nach 2 Wochen konnte er kaum noch sprechen, kaum noch laufen und ich dachte schon, sein Ende naht. Besonders die Sturzgefahr ist enorm.


    Die Station war überbelegt und das Personal total überfordert. Die Patienten wurden sich mehr oder weniger selbst überlassen. Nach einem nächtlichen Sturz (drittes Bett im Zweibettzimmer ohne Klingel) hatte er Halluzinationen. Verdacht auf Hirninfarkt. Zum Glück ist ihm aber nichts weiter passiert. Ich hatte das Glück ihn dann relativ schnell in eine Uniklinik in der Nähe meines Wohnort zu verlegen.


    Dort teilte mir der Arzt als erstes mit, dass mein Vater die dreifache Menge an Beruhigungsmitteln von dem erhalten würde, was bei so einem alten Menschen noch vertretbar wäre. Und es ist ja selten, dass Ärzte sich zu Kollegen so kritisch äußern. Aber er meinte, dass wäre absolut unvertretbar. Aus Sicht der Ärzte dort, sollten zunächst alle anderen therapeutischen Ansätze ausgeschöpft werden und dann die Medikamentengabe beurteilt werden.


    Mit vielfältigen Therapieangeboten (Musik, Kunst, Psychotherapie) plus der streng überwachten Variation von Tabletten hat sich der Zustand meines Vaters von Tag zu Tag verbessert. Er ist jetzt, so weit ich das laienhaft beurteilen kann, gut eingestellt und hat keine Wahnvorstellungen mehr. Auch die sehr depressive Stimmung mit Suizidgedanken ist verschwunden.


    Mein Fazit: Ich würde ihn nie wieder in diese erste Klinik bringen, aber es gibt auch sehr gute gerontologolische Psychiatrien. Leider hat man nicht immer die Wahl...


    Ich wünsche Dir viel Kraft und vielleicht hilft das Medikament Euch beiden so schlimme Situationen, wie du sie erleben müsstest, etwas zu reduzieren.


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Lillemoor,

    Du darfst und musst dich schützen!! Ich würde auf jeden Fall Gerontopsychiatrie empfehlen, ich habe von mehreren dementen Menschen da von guten Erfahrungen mitbekommen. Dein Mann muss unter ärztlicher Aufsicht medikamentös eingestellt werden, das dauert meist ein paar Wochen und in dieser Zeit schaut man, wie es weitergehen kann.

    Risperidon kann auf jeden Fall günstig wirken, da würde ich auch auf mögliche Nebenwirkungen keine Rücksicht nehmen, sondern auf positive hoffen.

    Dein Mann - und du - braucht professionelle Hilfe! Das solltest du dir wert sein.

    Alles Gute wünsche ich von Herzen!

  • Hej OiOcha


    Vielen Dank für deine Antwort.


    Die Neurologin hat zwar die Gerontopsychiatrie erwähnt, dann aber meinte sie wir sollen zuerst mit Risperidon 0, 25 mg in der niedrigen Dosierung probieren, 2 Tabletten in der ersten Woche, danach eine vor dem Schlafengehen.


    Mein Mann hat noch eine Menge anderer gesundheitlichen Probleme :

    Er hat Knochenmarkkrebs (Multiples Myelom) und bekommt Chemotherapie und als Folge der Krebserkrankung hat er ein schweres Nierenproblem und muss eine strenge Diät halten. Weiter hat er Diabetes, COPD, Blutchochdruck, und schwere Osteoporose.

    Mein Mann hat viele Arzttermine und schon diese mit ihm wahrzunehmen kostet mich viel Zeit und Kraft, da ich auch ich (73 Jahre alt) mehrere gesundheitliche Probleme habe.


    Erwähnen will ich noch, dass wir kein Auto mehr fahren und alles zu Fuss, mit Bus und gelegentlich mit dem Taxi erledigen müssen.


    Ich bin etwas vom Thema abgewichen, aber ein Aufenthalt in einer Gerontopsychiatrischen Klinik, wie soll das gehen ?

    Mein Mann muss doch zu Chemotherapie, auf eine strenge Diät wird in dieser Klinik auch nicht geachtet und dann noch mehr Medikamente....?

    Momentan überlege ich. ob wir wegen der Medikamenten eine zweite Meinung einholen sollen?


    OiOcha... Alles Gute für dich🙂

  • Liebe Lillemor,

    was Du hier über dich und deinen Mann schreibst, erschüttert mich zutiefst und macht mir sogar Angst.

    Mit zwei solch schweren Erkrankungen umzugehen, ist ohnehin schon eine Herausforderung für alle Betroffenen. Aber diese Aggressivität deines Mannes bringt meiner Meinung nach das Fass zum Überlaufen. Dieser Zustand ist einerseits unzumutbar für dich in der häuslichen Umgebung und andererseits muss auch deinem Mann geholfen werden. So, wie ich finde, muss das alles auch schnellstmöglich passieren, zu eurer eigenen Sicherheit.

    Normalerweise halte ich auch viel von einer zweiten Meinung, aber dafür ist auch wieder Zeit erforderlich und niemand kann einschätzen, was in dieser Zeit noch alles passiert.

    Ich denke, ich an deiner Stelle, würde bei der nächsten gefährlichen Situation Polizei und Notarzt anrufen, um so erstmal den Prozess in Bewegung zu setzen und damit vor allem für deine eigene Sicherheit sorgen.

    Ich hatte schon schwer damit zu kämpfen, letztes Jahr die Beschimpfungen meiner Mutter zu ertragen und zu verarbeiten. Dabei ging es prinzipiell fast immer um die gleichen Dinge, ich bin Schuld an ihrer Krankheit und wenn sie Hilfe braucht, bin ich nicht da ( wir wohnen 470km voneinander entfernt, jetzt lebt sie im betreuten Wohnen). Zum Glück hat sich das durch die Veränderung der Medikation gegen ihre Depressionen und die Demenz einigermaßen normalisiert.

    Abhängig von ihrer Tagesform fällt mal eine Bemerkung in die Richtung, aber ich habe gelernt, anders damit umzugehen.

    Auf jeden Fall fühlt es sich im Gegensatz zu dem, was du gerade erlebst, fast schon harmlos an.

    Ich wünsche dir, dass sich schnellstmöglich eine gut Lösung findet, die euch beiden in dieser schwierigen Situation hilft und dass du die nötige Kraft dafür aufbringen kannst.

    Alles Gute, von ganzem Herzen! 🍀

  • Hallo Lillemor! Es ist toll, wie du dich für deinen Mann aufopferst! Die ganzen Arzttermine ohne Auto, das stelle ich mir schon für zwei geistig gesunde ältere Menschen schwierig vor. Mit Demenz dann nochmal komplizierter.


    Gleichwohl würde ich dir sagen, das renkt sich alles ein -- Krankenhäuser und Heime können das auch organisieren. Als mein Vater in der Gerontopsychiatrie war, gab es viele Mitpatienten, die nicht alles essen durften, weshalb ich meinem Vater keine Schokoladen offen dastehen lassen durfte (weil die Sorge bestand, dass andere Patienten das essen). Auch jetzt im Heim ist die Versorgung mit Ärzten usw sehr gut, selbst Dialyse organisieren die für einige Patienten.


    Hausärzte und Neurologen waren für uns überhaupt keine Hilfe. Man wollte meinem Vater (der nicht zum Arzt wollte und auch meinte, mit ihm sei doch alles in Ordnung) zu nichts zwingen, und wir gingen oft unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Irgendwann bekamen wir dann Quetiapin verschrieben, was er auch jetzt noch bekommt, allerdings in Verbindung mit anderen Medikamenten. Das ist alles unheimlich kompliziert und man braucht Fachleute, die es über einen längeren Zeitraum ausprobieren und den Patienten dann richtig einstellen.


    Wünsche dir viel Kraft und alles Gute!

  • Hallo Lillemor,


    du hast eine sehr große Belastung zu tragen.


    Zu Risperidon kann ich nur wenig beitragen. Wir hatten das nur kurzfristig oder vielmehr ein Neurologe hat dies verschrieben, ohne das wir dies wussten. Dies wurde dann von den Pflegekräften gegeben. Und ich muss sagen, in einer niedrigen Dosierung mit einem niedrigen Wirkstoffspiegel, war es wirklich eine gute Hilfe. Unter Risperidon ist man auch als Demenzkranker nicht abschossen, wenn es denn richtig dosiert ist.

    Leider hat man in unserem Fall das Medikament immer weiter erhöht. Das war ein Fehler gewesen, da die Person nur noch teilnahmslos, sediert da lag. Das Risperidon wurde dann wieder langsam abgesetzt. War in dem Falle auch nicht mehr nötig gewesen.

    Was ich laienhaft sagen kann, ist, es hat der Demenzkranken in den Tagen gut getan bis dann die Überdosierung eintrat.


    Ich kenne auch eine Frau, die Schizophrenie hat, die das seit Jahren niedrigdosiert einnimmt und es hilft ihr, wohingegen andere Mittel, der gleichen Stoffgruppe, eher sedierend wirken, auch in einer niedrigen Dosierung. Die Dosierung, die Du bekommen hast, ist die niedrigste, die man geben kann. Hätte Dein Mann nicht noch weitere Krankheiten und die Nierenprobleme wäre eine Selbstmedikation in Begleitung mit dem Hausarzt vielleicht auch Zuhause möglich.

    Was ich jedoch in dem Falle bedenklich finde, ist der Umstand, dass Dein Mann eine Chemotherapie bekommt. Das macht einiges im Stoffwechsel zunichte. Um das Risperidon verstoffwechseln zu können, braucht es bestimmte Leberenzyme. Und die Ausscheidung über die Nieren ist dabei auch ein Thema, so dass der Wirkstoffspiegel nicht zu hoch geht.

    Dein Mann bräuchte in jedem Fall eine gute ärztliche Begleitung, wenn das Medikament gegeben wird. Vielleicht gibt es Erfahrungswerte unter einer Chemotherapie mit Nierenproblemen . . .

    Ich würde all das mit dem Hausarzt besprechen und dieser kann dann eine Lösung finden, die jetzt am besten für Dich und Deinen Mann ist.


    Was für mich gar nicht geht, dass man Dich damit jetzt so alleine gelassen hat. Leider sind auch Ärzte immer wieder überlastet.


    Einen Aufenthalt in einer Klinik halte ich deshalb immer noch für die beste Lösung. Man kann auch von dort zur Chemotherapie gefahren werden, wenn diese im jeweiligen Hause nicht machbar ist. Auch eine Diät für den Mann dürfte in einem Krankenhaus kein Problem sein.


    Liebe Grüße

  • Hallo Lillemoor,

    ich schließe mich den letzten Beiträgen an, jedenfalls in meiner Gegend ist die Gerontopsychiatrie ganz normal einem Krankenhaus daneben zugeordnet, da wäre es überhaupt kein Problem die Chemo quasi nebenan zu bekommen. Vllt schreckt dich der Begriff Psychiatrie noch sehr ab, heutzutage sind das Krankenhausabteilungen wie andere auch und nicht mehr knastartig abgesondert.


    Also zu deiner Sicherheit würde ich im Bewusstsein behalten, wenigstens notfalls die Polizei oder Notarzt zu rufen. Für wen soll das pure Aushalten denn gut sein? Für deinen Mann auf lange Sicht nicht und für dich schon gar nicht. Ich nehme das sehr ernst, da mein Vater ebenfalls aggressives Verhalten zunehmend zeigte bei Alzheimer und mit Pistole und später Messer vor meiner Mutter stand, angeblich nachher nichts mehr davon wusste, was sein kann - aber meine Mutter konnte nicht mehr und ich habe es dann in die Hand genommen eine Veränderung einzuleiten.

    Bitte sorg auch für dich - du bist es wert!

  • Liebe Lillemor,

    bisher dachte ich, die anderen schreiben ja ohnehin schon alles, was auch ich schreiben würde und noch ein bisschen mehr, weil entsprechende Mehrerfahrungen haben.

    Aber jetzt möchte ich doch Dich auch dringend drauf hinweisen, dass Du Deine eigene Sicherheit unbedingt schützen musst, auch wenn die Art und Weise vielleicht Deinem Mann nicht passt.

    Ich selbst war in der Situation, von meinem (aus anderem Grund) psychisch massiv veränderten 1. Ehemann bedroht worden zu sein, glaubte, das mit ärztlicher Hilfe und Anleitung zu Hause handeln zu können, was auch eine ganze Weile funktionierte (unter fast völliger Selbstaufgabe).

    Schließlich eskalierte eines Abends die Situation doch so, dass er mich massiv mit Fußtritten attackierte, was mehrere Brüche im Bereich des Steiß und der Wirbelsäule zur Folge hatte. Mit sehr viel Glück entkam ich einer Querschnittslähmung, aber massive Schmerzen und Bewegungsstörungen mit erheblichen Einschränkungen im Alltag sind mir geblieben und werden mich bis an mein Lebensende begleiten. Passiert ist das Ganze 1987!

    Dann ließ ich den Arzt, der mich längst bedrängt hatte, etwas zu unternehmen, eingreifen und brachte mich samt Kindern in Sicherheit.

    Was ich Dir damit schreiben will: Es kann sehr plötzlich sehr gefährlich werden, auch wenn Du vorher noch einigermaßen glaubtest, die Lage selbst unter Kontrolle halten zu können. In meinem Fall kam die Entgleisung völlig unverhofft aus dem Nichts, es gab vorher keinen Streit....

  • Liebe ecia25 :

    Es tut mir aufrichtig leid, was dir passiert ist. Solche Situationen kenne ich aus Kind-Sicht, Zuschauer.. sehr schlimm. Wie gut, dass du daraus gefunden hast, vergessen tut man es nie..

    Genau das meinte ich auch bzgl. Lillemoor

    Ganz liebe Grüße

  • Liebe ecia25 :

    Es tut mir aufrichtig leid, was dir passiert ist. Solche Situationen kenne ich aus Kind-Sicht, Zuschauer.. sehr schlimm. Wie gut, dass du daraus gefunden hast, vergessen tut man es nie..

    Genau das meinte ich auch bzgl. Lillemoor

    Ganz liebe Grüße

    Danke, mir war ganz wichtig, Eure diesbezüglichen Hinweise zu bestärken, alles andere sowieso.

  • Meine volle Zustimmung (wenn es noch Likes gäbe, hätte ich ein solches gesetzt)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Lillemor, gut dass Sie wieder die Kraft gefunden haben hier zu schreiben und ich hoffe, die Antworten haben Ihnen etwas Sicherheit gegeben, schnell zu handeln. Ich möchte gern noch mal einige Punkte zusammenfassen:


    1. Wenn Aggressionen in unkontrollierte Gewalt (wie Ihre Bissverletzung oder die lebensgefährlichen Verletzung bei Ihnen, ecia25) umschlagen, ist sofort dringenden Hilfe geboten. Wenn Ihr Mann das nächste Mal die Polizei rufen will, machen Sie dies und berichten Sie von dem Vorfall! Oft geben Menschen mit Wahnsymptomen in dem Wunsch nach der Polizei den (unbewußten) Auftrag, dass sie in ihrem Wahn weitgehende Hilfe durch die Psychiatrie brauchen. Bitte besprechen Sie die Situation mit Ihrem Hausarzt und besser zusätzlich mit dem sozialpsychiatrischen Dienst, den Sie über das Gesundheitsamt erreichen!


    2. Risperidon ist eine wirksame Hilfe bei Wahnvorstellungen, Aggressionen und anderen psychotischen Symptomen auch bei einer Demenz. Die Nebenwirkungen sind lange nicht so stark wie die älterer Neuroleptika, aber gerade bei Ihrem Mann sollten sie besonders beobachtet werden. Sie stehen da in einem ethischen Dilemma, da das Risiko der Nebenwirkung bei den Vorerkrankungen ernst genommen werden sollten, aber die große Gefahr einer neuen Gewalttat wiegt vermutlich schwerer.


    3. Es sollte überhaupt kein Problem sein, die Chemotherapie in einem Heim oder in einem gerontopsychiatrischen Krankenhaus weiterzuführen. Im Gegenteil, es könnte in diesem Zusammenhang auch festgestellt werden, ob der Krebs möglicherweise schon in das Gehirn "gestreut" hat und damit die Verschlechterungen ausgelöst haben kann. Ihr Mann braucht also dringend ärztliche Hilfe und Diagnostik!


    4. Sollten Sie Pech mit dem Krankenhaus haben, können Sie sich an die Oberärzte und an das Beschwerdemanagement wenden. Aber die meisten Krankenhäuser machen trotz der Pflegenot eine gute Arbeit.


    Bitte schreiben Sie uns kurz, wie es weitergegangen ist!

    Ihr Martin Hamborg

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