Höherstufung Pflegestufe

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  • Guten Abend, ich habe bitte eine Frage. Ich kümmere mich 24/7 um meine Mutter, welche leider Demenzkrank ist. Wir wohnen auch zusammen. Meine Mutter hat seit Sommer 21 Pflegestufe 3 und da es in den letzen 2-5 Monaten aus dem nichts so sehr schlimm geworden ist habe ich einen Antrag auf Höherstufung gestellt und auch schon bekommen. Hausärztin und auch Pflegedienst meinen das die vier durchaus gerechtfertigt ist. Pflegestufe 2 und danach 3 hatten wir übrigens mit dem mdk Telefontermine zur Begutachtung, welche toll, lieb und freundlich verliefen. Ich habe nun bei der Pflegekasse angerufen und gefragt wie das aktuell gehandhabt wird. Der mdk kommt wohl zum Hausbesuch, aber es wird auch nach Aktenlage entschieden wenn alle Informationen vorliegen oder man wird dann noch einmal angerufen. Was ich bevorzuge da die Tagesform meiner Mutter stündlich schwankt und sich ändert. Ich selbst habe so einen Pflegegrad Rechner test gemacht wo alle Fragen wohl wie beim mdk aufgeführt sind. Da habe ich geantwortet wie die Situation hier zuhause auch ist und ich hatte 84 Punkte. Der Pflegedienst meinte ich solle zwei Tagen von morgens bis abends als Tagesauszug dem Antrag beiliegen. Ich persönlich würde es lieber anders machen, daher hier meine Frage.


    Bei diesem Pflegegrad Rechner wurde mir das Ergebnis incl meiner Antworten per Email zugesandt. Ich möchte dem mdk auf einem zusatzblatt die aktuelle Lage umschreiben, wie wir zurecht kommen, was sich verschlechtert hat, seit wann usw..


    Danach würde ich gerne den Fragenkatalog nach, also ohne die Fragen aber schon die 6 Module aufteilen und beginnen mit Mobilität usw.. . Ich möchte die Fragen weg lassen aber die Antworten hin schreiben wie es hier grad ist. Beispiel "halten einer stabilen Sitzposition". Ich würde die Frage weg lassen aber in einem Absatz detailliert mit einem Beispiel Stellung dazu nehmen. So würde ich mich einmal durch den Fragenkatalog arbeiten, der Reihe nach. Frage "Fortbewegung im wohnbereich" würde ich auf die Frage verzichten und einfach in einem Absatz umschreiben wie es aktuell bei uns funktioniert oder ein Beispiel dazu schreiben.


    In Hoffnung das so nach Aktenlage entschieden wird oder noch ein Anruf erfolgt. So wären der Reihe nach alle Fragen absatz für Absatz beantwortet und begründet (Fragen lasse ich natürlich weg). Das wird aufwendig aber so habe ich Zeit jede Frage in ruhe, überlegt und detailliert zu beantworten.


    Macht sowas Sinn und in das so erlaubt? Empfehlt ihr mir diese Methode?


    Am Telefon geht es so schnell Frage für Frage und bei einem Hausbesuch ist es genau in der Stunde Form abhängig von meiner Mutter. Auf diesem Weg, also den Fragenkatalog einmal komplett durch, ohne Fragen, aber Absatz für Absatz antworten mit einem Beispiel. Dieses kann man ihr ruhe, sehr überlegt und vergisst so nichts.


    Wie schätzt ihr das bitte ein?

    Schönen Abend

  • Hallo Nicole,

    ich finde das auch eine schwierige Situation auf Grund der jeweiligen Tagesform und kann sie durchaus nachvollziehen. Bei meiner Mutter erfolgte die Begutachtung durch den MDK genau in der Coronazeit. Vorgesehen war ein Videocall. Anwesend waren nur meine Mutter und eine Mitarbeiterin des ambulanten Pflegedienstes. Das war vorher so besprochen. Ich selbst konnte daran leider nicht teilnehmen. Da ich auf Grund dessen auch so meine Bedenken hatte, vor allem, weil meine Mutter ja auch immer behauptete, keine Hilfe zu benötigen.

    Genau, wie du schon beschrieben hast, ergoogelte ich mir eine Liste mit den Punkten, die bei der Begutachtung hinterfragt werden. Ich schrieb eine Mail an den MDK, in der ich zu jedem Punkt bewusst ausführlich die Situation meiner Mutter schilderte.

    Letztendlich erfolgte die Begutachtung nur in einem normalen Telefonat. Die Demenz meiner Mutter war zu dieser Zeit gerade diagnostiziert und ihr wurde sofort PG 3 bewilligt.

    Ich habe vom MDK damals keine Reaktion auf die Mail erhalten, gehe aber davon aus, dass meine Informationen als Grundlage für die Begutachtung herangezogen wurden. Teilweise konnte ich das im Gutachten nachvollziehen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und ein hoffentlich positives Ergebnis!

    Liebe Grüße

    Stern

  • Guten Morgen, danke schön für deine Antwort. Ja in der Tat mache ich mir Sorgen wie ich es richtig mache. Es gibt hier Momente, da denkt man wir schaffen das noch eine ganze Zeit, paar Stunden später weiß meine Mutter nicht wo sie ist, obwohl sie hier Jahrzehnte lebt oder das man sich auf Toilette die Pants herunter ziehen muss.


    Ich habe bei der PV ja den Antrag auf Höherstufung gestellt und auch erhalten. Diesen muss ich ja zurück schicken das es weiter geht. Da wollte ich direkt die letzten zwei Krankenhaus Briefe (sind beide aus den letzten vier Monaten, wo sie zwar wegen was anderem im Krankenhaus war aber die demenz sehr gut und ausführlich beschrieben wurde), einen kurzen Bericht zur aktuellen Situation, und einmal in Absätzen Antworten auf den Fragenkatalog vom mdk, da man es so in ruhe überlegen kann und zeit hat für die Antworten.


    In der Hoffnung der mdk nimmt sich die Unterlagen zu Herzen und entscheidet ggf schon so oder ruft noch einmal an. Laut einer Sachbearbeiterin der PK entscheidet der mdk wohl auch nach Aktenlage. Ich denke ich werde mir die Zeit nehmen und es alles dort so hinschicken. Nachteilig kann es ja in keinem Fall sein. Die Wahrheit ist es auch, man kann so nur in Ruhe über die Fragen nachdenken und dann detailliert und mit einem Beispiel antworten.


    Auf dem normalen Weg geht es so schnell und hinterher denkt man oft, warum habe ich das nicht gesagt, das habe ich auch nicht erwähnt usw.


    Daher überlege ich es halt einfach so zu tun. Ist sehr aufwändig, aber hängt ja auch einiges von ab, Pflegegeld, Budget für den Pflegedienst usw... Liebe Grüße

  • Hallo Nicole,

    du machst das ganz gut, wenn du deine Kenntnisse im Vorhinein dem MD mitteilst. Du musst ihm aber nicht alle Arbeit abnehmen wollen, indem du auf jede einzelne Frage eingehst.

    Der MD bezweckt mit einer Höherstufung mehr und bessere Pflege für die Pflegebedürftigen. Vielleicht solltest du ebenfalls - nach der Höherstufung - externe Pflegekräfte in die Versorgung deiner Mutter einbeziehen und das dem MD auch schon ankündigen. Das wäre ein sehr starkes Argument für Höherstufung.
    Du bist ja auch keine Maschine, die 24/7 ständig rund um die Uhr funktionieren kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Guten Morgen.


    Wir bezwecken mit der Höherstufung ja auch eine bessere Pflege für meine Mutter.


    Wie ist es gemeint, das für den mdk die Begutachtung einfacher ist wenn schon externe pflegekräfte involviert sind? Da verstehe ich den Hintergrund nicht.


    Also es kommt seit über einem Jahr morgens und auch abends der Pflegedienst um die Kompressions Strümpfe an und aus zuziehen was ja aber eine medizinische Leistung ist. Sie unterstützen mich dabei und versuchen das meine Mutter morgens und auch abends jeweils ein Glas trinkt. Trinken mag sie ja am liebsten gar nicht. Beim Pflegedienst ist aktuell für ein halbes Jahr eine Praktikantin, welche im Krankenhaus ihre Ausbildung macht. Ist aber fast fertig mit der Ausbildung. Sie hilft uns zweimal in der Woche. Auch hilft sie da beim waschen und bei allem, was aber nicht abgerechnet wird da wir aktuell das volle Pflegegeld brauchen.


    Wir haben mit dem Pflegedienst alles besprochen und auch ausgerechnet. Wenn wir morgens und auch abends Hilfe in Anspruch nehmen ist das Pflegegeld aktuell weg was nicht geht. Bei einer pflegestufe höher, also der 4 sieht es da anders aus, da würde es knapp funktionieren. Weiß nur nicht ob es schlau ist dieses dem mdk mitzuteilen.


    Wir haben halt nicht viel Einkommen da ich nicht arbeiten kann aufgrund der 24/7 Pflege, daher benötigen wir das Pflegegeld , benötigen aber auch externe Hilfe. Daher ist die Höherstufung so wichtig.


    Wie würde der mdk wohl drauf reagieren wenn ich einmal schilder wie es hier so abläuft und wo die Probleme liegen und zum anderen in Absätzen der Reihe nach Antworten auf ihre Fragen direkt mit liefere im Antrag (die Fragen würde ich weg lassen). Ich würde jede Frage beantworten und ein oder zwei Beispiele hinzufügen. Für jede Antwort incl Beispielen einen Absatz. Der Zeitaufwand für mich wäre mir egal. Es ist grad sehr wichtig und notwendig diese Höherstufung. Ist das schlau es so zu machen?


    Ich kann ja auch noch hinein schreiben das wir dringend professionelle Hilfe durch den Pflegedienst benötigen aber mit der Stufe 3 reicht es nicht aus.. Oder lieber doch nicht?


    Frage wäre ob sie diese Form so akzeptieren und vllt nur nach aktenlage entscheiden oder nochmal anrufen. Das war mein Hintergrund. Es bleibt ja auch so die Wahrheit und ich kann in Ruhe jede Frage überlegen und im Detail beantworten. Damals wurde eine Frage gestellt, worauf man nicht vorbereitet war, hat schnell einen Satz geantwortet und es ging zur nächsten Frage. So wurde es einmal durch gerattert. Daher wenn es so akzeptiert würde, würde ich diese Form gerne versuchen.

  • Es kann auf keinen Fall zum Nachteil sein, wenn du es so machst. Auch aktuelle Befundberichte, wie du sie hast, würde ich auf jeden Fall beifügen. Im Prinzip müsste der MDK doch über jede vorliegende Info dankbar sein.

    Es würde mich sehr interessieren, wenn du später hier mal das Ergebnis mitteilst. Bei meiner Mutter ist die gesundheitliche Situation sehr ähnlich. Der Zustand hat sich in den letzten Monaten stark verschlechtert. Sie lebt allerdings schon im betreuten Wohnen. Findet sich im Haus garnicht und in der Wohnung nur teilweise zurecht. Das Kurzzeitgedächtnis ist vollkommen weg. Ich hatte auch schon einen Höherstufungsantrag im Kopf, jedoch hat mir der dortige Pflegedienst abgeraten mit der Begründung, für PG reicht das noch nicht.

    LG und viel Erfolg

    Stern

  • Liebe Nicole,

    wenn ich für meine Ma mit einem Pflegegradrechner aus dem internet ausrechne, sind wir inzwischen bei Pflegegrad 4. Daher habe ich auch bei der Pflegekasse einen Antrag auf Höherstufung gestellt. Basis für die Begutachtung durch den medizinischen Dienst ist ja zumeist (eigentlich immer) der Fragebogen, den Du im Vorwege ausfüllen sollst.

    1. Führe dort alle gesundheitlichen Probleme Deiner Mutter auf (Befundberichte/Arztbriefe nach Krankenhausaufenthalt beifügen);

    2. schildern, was sich in letzter Zeit verändert hat, so dass ein erhöhter Hilfebedarf da ist;

    3. wobei wird Unterstützung benötigt.

    Versuche jede Frage so kurz und konkret wie möglich zu beantworten.

    An den mD würde ich nun keine Romane schreiben - auch wenn der Alltag mit einem Demenzerkrankten das durchaus hergibt…

    Und ich muss sagen: Hut ab, dass Du mit Deiner Mutter in einem Haushalt lebst und sie rund um die Uhr pflegst - das ist sportlich! Du brauchst aber auch einmal Zeit für Dich - evtl. gibt es im Pflegestützpunkt Eurer Gemeinde eine Liste mit Betreuungsdiensten, die Dich stundenweise entlasten, damit Du mal rauskommst - oder ein netter Nachbar oder Verwandter springt mal ein.

    Alles Gute, liebe Grüsse, molli

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag Nicole,

    zuerst einmal möchte ich Ihnen meine Bewunderung (wie allen anderen pflegenden Angehörigen auch) für Ihren Einsatz an Ihrer Mutter aussprechen.


    Im Prinzip machen Sie ja schon alles was möglich ist und haben von anderen Forumsnutzern auch schon nützliche Ratschläge bekommen.


    Ich persönlich würde auf ein Gutachten durch den MD mit einem Hausbesuch plädieren und sämtliche Unterlagen wie vorliegende Fremdbefunde, pflegerelevante Vorgeschichte (Atteste, Krankenhausbefunde), aktuelles Pflegetagebuch und wenn Sie es für nötig empfinden, den Fragenkatalog sowie, wenn möglich, einen Befundbericht eines Neurologen oder Psychiaters vorlegen aus dem hervorgeht, welche Auswirkungen die Demenz auf den Alltag der Betroffenen hat.

    Die Hinzuziehung der Pflegekräfte ist meines Erachtens nicht wirklich sinnvoll, da diese ja überwiegend in der Behandlungspflege tätig sind. Wichtig ist die Erwähnung der Behandlungspflege beim MD.


    Sollte alles schief gehen und der aktuelle Pflegegrad bleibt, holen Sie sich bitte Hilfe von einem Pflegestützpunkt. Die Mitarbeiter*innen (machen auf Wunsch auch Hausbesuche) gehen dann auch Schritt für Schritt das Gutachten mit Ihnen durch und würden auch einen Widerspruch formulieren, wenn es Sinn macht.


    Den finanziellen Aspekt würde ich nicht erwähnen.


    Viel Erfolg und auch wir wären gespannt auf das Ergebnis. Alles Gute.


    Mit freundlichen Grüßen

    R. Gascho


  • Liebe Nicole,

    es wurden ja schon sehr viele Tipps gegeben und ich schließe mich diesen an. Auf jeden Fall würde ich Berichte vom Neurologen/Psychiater beifügen. Das kann nur nützlich sein.

    Ich hatte 2022 eine Hochstufung für meine Mutter beantragt. Von PG3 auf PG4 da damals schon die Demenz deutlich zu merken war. Es gab eine Begutachtung per Telefon, ging natürlich gehörig schief. Ich habe keinen Widerspruch eingelegt damals, was wahrscheinlich falsch war.

    Mitte 2023 habe ich einen Neurologen hinzugezogen wegen der Demenz und im Oktober 23 habe ich es nochmals probiert mit der Höherstufung.

    Die Papiere kamen, ich habe sie ausgefüllt und hatte schon bevor ich sie hingeschickt hatte nach 8 Tagen! den Bescheid für PG4 im Briefkasten. Es wurde nach Aktenlage entschieden. So kann es also auch gehen, dass hätte ich nie erwartet.

    Bleib am Ball und lege Widerspruch ein falls es nicht gleich klappt.

    Viele Glück

    Man_in_the_mirror

  • Guten Abend, danke schön für eure Antworten.


    Ich habe bislang Modul 4, 5 und 6 fertig. Bis Ende der Woche mache ich noch Module 1-3 und das Anschreiben (auf einer Seite unsere aktuelle Situation schildern). Krankenhaus Briefe suche ich auch noch raus und markiere wichtige Stellen. Ende der Woche werde ich dieses per Einschreiben abschicken. Und natürlich berichte ich wenn es etwas neues gibt.


    Ich habe gestern beim MD angerufen und kurz mein Anliegen geschildert. Die Dame sagte, es kommt jemand raus, dieses dauert aber alles sehr lange. Alternativ wird auch nach Aktenlage entschieden und auch angerufen. Diese beiden Methoden gehen natürlich deutlich schneller. Daher mache ich mir weiter die Mühe und versuche es einfach so. Ich vermute mal das es auch immer ein bisschen Glückssache ist, welcher Sachbearbeiter die Unterlagen auf den Tisch bekommt. Aber so ist das beim Hausbesuch ja iwie genauso.


    Auf einen Hausbesuch plädieren halte ich für nicht so schlau. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht beeinflussen kann wie der MD prüft. Meine Mutter hat in den letzten Monaten sehr abgebaut. So wie noch nie, richtig erschreckend, Angst macht es einem und dennoch kann man nur zuschauen. Erst baute es ab als meine Mutter corona hatte und dann kam zwei Monate später der erste aber intensive krampfanfall hinzu. Das scheint ja einem Gewitter oder Erdbeben im Kopf nahezu kommen, seitdem geht es rapide bergab wie noch nie davor.


    Dennoch gibt es Stunden wo meine Mutter kurzzeitig fast normal wirkt. Und Stunden später weiß sie nicht mehr wo sie sich befindet, sagt sie möchte iwann auch wieder Nachhause obwohl sie zuhause ist und es geht nichts mehr. Gar nichts..


    Und bei unserem Glück kommt der MD in diesem seltenen kurzen guten Moment. Daher versuche ich es so. Ich habe die Fragen und habe Zeit über die Antworten nachzudenken. Und auch um gute Beispiele hinzu zufügen. Ich hoffe einfach das es jemand liest und ggf nochmal anruft und man spricht drüber.

    Es ist auch nichts gelogen, absolut nicht. Leider ist mir beim beantworten und drüber nachdenken der Fragen bewusst geworden wie schlimm das eigentlich binnen kurzer Zeit geworden ist. Und täglich geht es weiter abwärts...


    Warum meint ihr man sollte den finanziellen Aspekt nicht erwähnen? Letztendlich kümmere ich mich hier 24/7 und ja man muss auch rechnen. Bei der Erhöhung von 3 auf 4 ist der PG Unterschied nicht so hoch. Hauptsächlich geht es mir um das Budget für den Pflegedienst. Dieser steigt mtl schon immens. Man hat mehr Optionen Hilfe zu suchen und anzunehmen. Um die Pflege meiner Mutter 24/7 zu gewährleisten auch wenn ich morgens mal nicht mit ihr auf die Toilette gehe sondern der Pflegedienst. Wenn das noch länger hier funktionieren soll müssen wir Entlastung für mich suchen. Und diese sind teuer, daher ist die Höherstufung immens wichtig. Ich gehe 24/ mit ihr umsonst auf die Toilette oder Wasche sie, der Pflegedienst bekommt da jedesmal Geld für. Daher ist diese Erhöhung so wichtig. So schlimm wie es geworden ist kostet es vielmehr Kraft, ich kann nicht Tag und Nacht, daher brauche ich richtig Hilfe durch den Pflegedienst. Dieses ist schon besprochen und ausgerechnet und mit der PS 3 nicht zu leisten, mit PS 4 ja.


    Zum anderen komme ich bei Pflege Rechner auf 85-90 Punkte, daher ist der versuch der Höherstufung auch gerechtfertigt. PS 3 hat sie seit 2,5 Jahren. Und so wie es jetzt ist, so war es noch nie. Ich bin ziemlich erschrocken und fertig und muss doch stark sein. Daher mache ich mir auch die Mühe und schreibe alles detailliert. Schaden kann es nicht.


    Habt eine schönen Abend

  • Erschrocken bin ich darüber was zb ein Pflegeheim, spezialisiert auf Demenz mtl nimmt. Da liegen wir schnell bei 4500€ mtl. Und mehr. Ich denke zb geschiedene Hausfrauen, Mütter iwann im betagten Alter bekommen wenn überhaupt 1000 bis 1300 Euro Rente. Wie soll das funktionieren... Somit weiß ich schon, muss ich iwann in ein Pflegeheim, dann muss ich auch zum Sozialamt. Das steht schon fest.


    Ich hatte auch im hinterkopf, sollte meine Mutter doch mal in ein Pflegeheim müssen weil es immer schlimmer wird und nicht mehr geht zuhause zahlt die PK mit einer höheren Pflegestufe ja mehr Geld für das Heim dazu. Das ist aber schon wieder futsch da das Pflegeheim bei einer höheren Pflegestufe sofort auch deutlich mehr mtl verlangt. Also bleiben dort die hohen Kosten.


    Dieses war schon in der Tagespflege so. Als ich denen vor knapp 2,5 Jahren erzählt habe das wir einen Antrag auf Höherstufung gestellt haben, haben sie tausend mal nachgefragt ob es schon was neues gibt. Und sie brauchen da dann sofort eine Kopie von. Nun weiß ich auch warum. Der tagessatz ist bei höherer Pflegestufe deutlich höher.


    Zudem kann ich nicht verstehen wie ein Pflegeheim 4500 Monat nimmt, die pflegekasse da sehr viel mtl übernimmt und zahlt.


    Die Tagespflege zb Freitags 9 - 14.30 Uhr incl 2 Stunden Mittagsschlaf, bleiben 3,5 Stunden übrig... kostet dennoch 120 € der Tag... Und die pflegekasse zahlt...


    Kurzzeitpflege... Die pflegekasse zahlt...


    Ich kümmere mich 24/7 um meine Mutter, nachts paar mal raus, jeden ganzen Tag, jede Stunde, jede Minute, die pflegekasse zahlt 545€ mtl... 18,17 am Tag.. 76 Cent für jede Stunde... Und da MÜSSEN wir noch den beratungsbesuch machen, damit die pflegekasse sehen will ob die Pflege überhaupt gewährleistet ist...


    Aber für alle anderen, zahlt die Pflegekasse jeden Monat tausende von Euro...


    Auch die 4000€ für den Badezimmer Umbau sind mittlerweile nicht mehr zeitgemäß.


    Vor Jahren hat man noch was für 4000 € bekommen, das mag ja sein. Mittlerweile haben sich die Preise da mindestens verdoppelt, wenn nicht verdreifacht... Ich habe hier Kostenvoranschläge, das ist absolut verrückt, da muss man so viele tausende von Euro drauf zahlen heutzutage... Man kann diesen Umbau für den Pflegebedürftigen nicht mehr stemmen, zumindest nicht mehr mit den 4000€. Die Kosten sind explodiert bis ins... Aber die 4000€ sind gleich geblieben....


    So nun habe ich mal Dampf abgelassen, war nicht geplant, musste wohl mal raus. Sorry dafür

  • Nicole, da müssen wir ja auch Dampf ablassen, kein Problem.

    Ich habe größte Hochachtung vor Angehörigen wie Dir, die ständig mit der Pflege betraut sind.


    Mir geht es schon Tage vorher schlecht, wenn ich wie heute zu meinen Eltern für eine Woche reisen muss, weil mein Vater morgen erneut am Blasentumor operiert wird.

    Die letzten beiden Male waren der Horror für mich. Und zuletzt hatte mich meine Tochter noch begleitet, ich musste das nicht einmal alleine auffangen.


    Also verschaffe Dir Luft hier, soviel Du magst. Du leistest einfach enorm viel.


    Das System würde auch zusammenbrechen, wenn es die vielen Angehörigen nicht gäbe.

    Ich habe hier eine Statistik:

    Mehr Pflegebedürftige
    Immer mehr Menschen sind in Deutschland im Zuge der Alterung der Gesellschaft von Pflege­bedürftig­keit betroffen. Im Dezember 1999 gab es 2,02 Millionen…
    www.destatis.de


    Beim Pflegeheim ist ja das Gute, dass die Zuzahlung gleich bleibt von PG 2 bis 5.

    Der Aufwand für die Pflege wird größer, was durch die Pflegekasse geschultert wird.


    Alles Liebe

    (ich geh dann mal packen)

    Pause

  • Guten Morgen, gestern war nicht mein Tag. Es hat wohl gezeigt wie es in mir ausschaut gerade, das war pure Verzweiflung gestern, dennoch hätte ich mich zusammen reißen müssen.


    Zu den Zahlungen von der Pflegekasse an Pflegeheime, Kurzzeitlflege, Tagespflege usw... Mal ein Beispiel...


    Wenn jemand vom Pflegedienst nichtmal 15 Minuten hier ist zahlt die Pflegekasse da mehr für als was wir für den ganzen Tag (24 Stunden) bekommen. Ich könnte mal Auflisten was ich in den 24 Stunden alles mache... Das sollte ich wirklich mal machen...


    Aber nun denn, wir werden daran nichts ändern. Daher sollte ich da keine Gedanken dran verschwenden.


    Habt alle einen schönen Tag


    Und dir wünsche ich ganz viel Kraft und das alles gut verläuft 🍀

  • Ja, das ist eine ganz schöne Diskrepanz zwischen reinem Pflegegeld und dem, was die Pflegedienste bekommen.

    Aber das sind ja auch Fremde, die es GsD gibt, wenn Angehörige die Pflege nicht stemmen können/wollen.

    Examinierte Kräfte, die es eben auch braucht.


    Ich hadere immer noch mit den verschiedenen Bestimmungen in Bezug auf Verhinderungspflege und der neuen Unterstützung für pflegende Angehörige (10 Tage zahlt die Pflegekasse das Gehalt, plötzlich Not am Mann ist.)


    Letzteres gibt es aber nur für Angestellte, nicht für Selbständige.


    Und in der Verhinderungspflege ist der Verwandschaftsgrad wichtig. Für Ehepartner und Kinder ist das Kontingent geringer als für Nachbarn oder Freund, der sich kümmert.

    Finde ich bei den beiden Gruppen ja noch in Ordnung, aber Enkel und Geschwister des Pflegebedürftigen sind auch noch zu nah verwandt.

    Wobei ich letztens mit einem Pflegestützpunkt diesbezüglich telefoniert habe, der sagte, die nahen Verwandten hätten gar keinen Anspruch.


    Ich muss die Frage hier noch mal stellen.


    Vielen Dank für Deine guten Wünsche. Erst einmal ist heute Nachmittag noch fie Beerdigung meiner Schwiegermutter und dann geht es auf in den Zug.

  • Klar ist es ganz wichtig das es Pflegedienste und all diese Kräfte und Institutionen gibt. Dennoch finde ich diese Verteilung fragwürdig. Wenn von der Pflegekasse für 15 Minuten bei meiner Mutter sein mehr bezahlt wird als wenn ich 24 Stunden da bin...


    Es ist auch das berufliche bzw finanzielle Problem. Um mich kümmern zu können hier zuhause habe ich damals erst die Wochenstunden auf der Arbeit deutlich verringert (was im Nachhinein gar nicht nicht schlau war)..., dann ging es gar nicht mehr und ich war 1,5 Jahre krank geschrieben. Arbeitsverhältnis ist inzwischen aufgelöst. Nach Aussteuerung bin ich nun bei der Agentur für Arbeit. Bekomme nur paar Euro, da ja durch wenige Stunden auch wenig verdient. Hinzu kommt das mir von diesen paar Euro welche ich bekomme immer wieder viel gekürzt wird da ich massnahmen machen soll aber nicht kann. Ich kann nicht mal eben drei Wochen Montag bis Freitag 7-16 Uhr aus dem Haus gehen und dort sitzen. Daher werden mir die Leistungen gekürzt. Ich kann aber auch nicht sagen warum ich nicht kann... Denn wenn ich sagen würde ich kann nicht da ich mich um meine Mutter kümmere, stehe ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und würde gar keine Leistung bekommen. Irgendwie ein Teufelskreis gerade. Alles wird immer teuer und hier wird es zusehentlich immer weniger. Demenz ist auch so wie noch nie, das kenne ich so nicht und bin erschrocken. Hinzu kommt die finanzielle Not. Daher wohl auch gestern Abend, es staut sich halt auf.


    Aber es muss und wird weiter gehen

    Habt einen schönen Tag 😊🍀

  • Klar ist es ganz wichtig das es Pflegedienste und all diese Kräfte und Institutionen gibt. Dennoch finde ich diese Verteilung fragwürdig. Wenn von der Pflegekasse für 15 Minuten bei meiner Mutter sein mehr bezahlt wird als wenn ich 24 Stunden da bin...


    Aber es muss und wird weiter gehen

    Habt einen schönen Tag 😊🍀

    Die Pflegedienste haben mehr oder minder lang ausgebildete Kräfte. Es stimmt, dass wir als Angehörige nach ein oder zwei Jahren Pflege uns ebenfalls viele Kenntnisse angeeignet haben, aber das hebt nicht den Unterschied von familiärer, laienhafter Pflege und professioneller Pflege auf.
    Sowieso gibt es diese "Ungerechtigkeit" bei aller häuslicher Arbeit. Die Arbeit, die ich als Hausmann oder die eine Hausfrau macht, wird nicht bezahlt. Dieselbe Arbeit, die eine angestellte Haushälterin macht, muss bezahlt werden.

    Das eine ist lohnabhängige Arbeit, das andere nicht.


    Schließlich: Die Pflegekasse zahlt niemandem die vollen Kosten. Die Pflegekasse ist eine Unterstützungskasse, die immer nur einen Teil der Kosten abdeckt: Bei den ambulanten Pflegerinnen, die zu dir nach Hause kommen, wie bei den Aufwendungen eines Pflegeheims, erst recht nicht, wenn Angehörige die Pflege übernehmen. Es wird davon ausgegangen, die häusliche Pflege von Angehörigen "nebenher" erledigt wird, so wie wir Putzen, Waschen und Kochen ("Reproduktionsarbeit") nebenher erledigen müssen. Unser Lebensunterhalt lässt sich nie mit dem Pflegegeld bestreiten.


    Meine Frau war wegen der häuslichen Pflege ihrer Eltern auch auf halbe Stundenzahl gegangen, das war für uns beide (ich bin in Rente) ein große finanzielle Einschränkung. Wir haben das gesamte Pflegegeld für ambulante Pflegekräfte verwendet und haben keinen Cent für die Pflege der (Schwieger)Eltern eingesteckt. Ohne externe Hilfe hätten wir die vier Jahre Pflege für zwei Demenzkranke niemals durchgestanden.

    Die Pflege unserer Angehörigen kommt jedem von uns teuer - egal ob wir die Arbeit selber machen oder ob wir die Pflege delegieren.


    Deshalb: Jede/r soll dreimal überlegen, ob er/sie diese finanzielle, nervliche und zeitliche Bürde auf sich nehmen kann und auf sich nehmen will.
    Und jede/r muss sich immer wieder neu überlegen und neu entscheiden, ob er/sie diese Bürde noch weiter tragen kann und tragen will.


    Niemand kann dazu verpflichtet werden, diese Bürde zu tragen. Ich glaube, wer die Pflegearbeit nicht aus freiem Willen tut, der kann und macht es nicht gut.

    Buchenberg

  • Ich kümmere mich seit Jahren. Aus freiem Willen (!) und ich denke ich kann es und mache es gut.


    Bei unserem Pflegedienst sind zwei gelernte Kräfte, der Rest sind Einsteiger. Sie sind lieb und machen ihre Arbeit sorgfältig. Aber mit den Jahren möchte ich behaupten ich mache sie nicht schlechter.


    Ich möchte und werde es auch weiterhin versuchen hin zu bekommen. Nur zb mit der Agentur für Arbeit, ich darf nicht sagen da ich mich um meine Mutter kümmere. Bewerbungs training und sowas steht an, drei wochen dort sitzen und einen geregelten Tagesablauf lernen. Es geht halt nicht. Somit wird mir das Alg 1 gekürzt aber dann ist das so. Ich darf auch den Grund nicht nennen sonst heißt es ich stehe dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und habe keinen Anspruch auf Alg 1. Also nehme ich die sperren und Kürzungen in Kauf, geht schon iwie weiter.


    Über habe nur einmal meine aktuellen Gedanken geschrieben, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe auch die Pflegedienste u d Mitarbeiter nicht kritisiert. Sie sind alle bemüht und lieb. Nur wenn eine ungelernte pflegekraft mit meiner Mutter 10 Minuten auf die Toilette geht und die pflegekasse zahlt dafür mehr als ich für die verbleibenden 23 Stunden und 50 Minuten erhalte darf ich auch mal aussprechen was ich denke. Es kommen so halt zu den Sorgen um meine Mutter finanzielle Ängste hinzu. Warum darf ich der Agentur für Arbeit nicht sagen was aktuell Sache ist? Nein darf ich nicht, dann stehen mir keine Leistungen zu. Obwohl ich mir ja diesen Anspruch auf Alg 1 erarbeitet habe. Laut dem Gesetz müsste ich meine Mutter ins Heim bringen, das Sozialamt müsste Zuzahlungen leisten für das Pflegeheim (obwohl meine Mutter das nicht möchte sondern zu Hause bleiben). Und ich müsste diese massnahme machen 8-16 Uhr dort sitzen und ein geregeltes Leben lernen...


    Daher musste das gestern Abend und heute morgen einfach mal raus. Wenn es stört, bitte dann löschen.


    Habt einen schönen Tag

  • Liebe Nicole,

    Entschuldige bitte, wenn ich auf deine Zehen getreten bin. Das war nicht meine Absicht. Ich wollte den finanziellen Aspekt der Pflegearbeit, der ja auch wichtig ist, aus meiner Sicht ansprechen. Bei diesem Thema soll nichts gelöscht, da soll weiter darüber gesprochen werden.
    Mit dem Alg kenne ich mich aber nicht aus. Ich hatte das Glück, darauf nie angewiesen zu sein.

    Vielleicht hast du die Möglichkeit, deine Pflegearbeit als Gewerbe anzumelden? Vielleicht können dir bei der Frage, wie du den Fängen des Arbeitsamts entkommen kannst, @renatogascho weiterhelfen oder sonst jemand, die sich mit gesetzlichen Leistungen auskennt?

    Liebe Grüße an dich!
    Buchenberg

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