Meine Mutter wird immer aggressiver

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  • Hallo ihr Lieben,

    der besagte 09.04. ist ja nun vorbei und wir haben einige Tage voller ungeahnter Überraschungen hinter uns.

    Meine Mutter wurde wie geplant am 9.4. stationär aufgenommen, allerdings nicht in die offene sondern geschlossene Psychiatrie der PIA aufgrund ihrer Hinlauftendenz.

    Ich sollte zeitnah durch einen Arzt telefonisch informiert werden, wie der Sachstand ist und was genau getan wird. Grund der Einweisung war ihr aggressives Verhalten und die Hinlauftendenz, die Medikation sollte verändert werden. Leider blieb der versprochene Anruf aus und ich erkundigte mich am Abend des nächsten Tages, ob meine Mutter wenigstens die Einweisung erstmal einigermaßen verkraftet hat. Eine Azubine am Telefon konnte und durfte mir keine Auskunft geben und bat mich, am nächsten Vormittag anzurufen, dann wäre ein Arzt zu sprechen.

    Also Donnerstag Vormittag wieder angerufen.

    Ich sprach mit einer Ärztin, die mir dann völlig überraschend sagte, es ist alles gut, so schlimm ist es nicht mit ihrer Mutter, morgen früh wird sie nach Hause entlassen!

    Darüber war ich erstmal sprachlos.

    Gestern früh bestellte man ein Taxi und meine Mutter wurde nach Hause gebracht in ihre Wohnung. Erstmal hatte sie dem Taxifahrer die falsche Adresse gesagt, also da hat sich scheinbar niemand verantwortlich gefühlt, dafür zu sorgen, dass sie auch zu Hause ankommt. Das Pflegepersonal aus dem betreuten Wohnen sah zufälligerweise das herum irrende Taxi und löste die Situation.

    Gestern Abend telefonierte ich mit meiner Mutter und sie war verwirrt, wie noch nie zuvor. Fragte mich, ob ich wüsste, wo ihr Mann und ihr Kind sind. Sie kommt aus dem Urlaub und zur Arbeit muss sie auch noch.

    Ich soll ihrer Tochter ausrichten, sie ist zurück.

    Aus dem Entlassungsbericht konnte ich erfahren, dass die Dosis an Memantin erhöht wurde und nächste Woche eine weitere Erhöhung geplant ist.

    Vor 2 Stunden ein Anruf meiner Mutter:

    die gleiche Agressivität, wie in den letzten Wochen, für alles, was ihr nicht passt, bin ich verantwortlich, die Wohnung ist nicht ihre und ich soll sie gefälligst zu ihrer Mutti bringen!

    Lange Rede kurzer Sinn: Das alles hat außer Aufregung nichts gebracht. Ich weiß nicht, was ich vom Vorgehen des KH halten soll und die Aggressivität meiner Mutter macht mich fertig.

    Bin ratlos !????

    Liebe Grüße

    Stern

  • Das finde ich aber sehr ärgerlich für dich, deine Mutter etc. "Außer Spesen nichts gewesen ", eine Lösung weiß ich gerade auch nicht, außer Arzt befragen.. ich weiß allerdings von dementen Menschen, die absichtlich wegen dieser Hinlauftendenz nicht in der Nähe ihrer bisherigen Wohnung im Heim aufgenommen wurden um das Weglaufen zu erschweren. An der Aggressivität ändert vllt leider nur die fortschreitende Demenz etwas.

    Ist denn deine Mutter den Großteil des Tages sich selbst überlassen? So wäre es jedenfalls im hiesigen Modell des betreuten Wohnens. Damit sind die dementen Menschen an einem gewissen Grad überfordert, so dass ich die Geborgenheit eines Heimes favorisieren würde.

    Bekommt deine Mutter in der jetzigen Form Beschäftigungsangebote?

  • Liebe Rose60,

    viele gute Meinungen über dieses betreute Wohnen haben uns letztes Jahr unter anderem zum Entschluss gebracht, meine Mutter dort unterzubringen.

    Der Pflegedienst ist im Haus stationiert und 24/7 sind mehrere Pflegekräfte vor Ort. Meine Mutter wird zu jeder gemeinsamen Mahlzeit von ihrer Wohnung abgeholt und auch wieder zurückgebracht, da sie sich selbst nicht zurecht findet. Vormittags werden gemeinsam kleine Dinge zusammen gemacht, Bingo, Basteln, Einkaufen oder spazieren gehen und die Arzttermine werden mit ihr erledigt. Das Personal bemüht sich wirklich, das kann ich nicht anders sagen. Das Problem der Nähe zu ihrem früheren Haus in 200 Metern Entfernung war uns allerdings nicht bewusst . Auch von der Einrichtung kamen diesbezüglich keine Einwände.

    Gerade hatte ich noch ein langes Telefonat mit dem Pflegedienst. Auch sie sind sprachlos über den Verlauf der letzten Tage und dem heutigen Verhalten meiner Mutter.

    Sie wird ja nicht nur zu mir, sondern auch dem Pflegepersonal gegenüber richtig böse und wütend.

    Nächste Woche wird jedenfalls erstmal streng beobachtet und dann müssen wir weitersehen. Die weiteren Erhöhung der Memantindosis sehen sie als skeptisch. Wenn meine Mutter dadurch den halben Tag schläft und dann dafür in der Nacht aktiv wird, ist auch niemandem geholfen.

    Der Höherstufungsantrag wurde auch abgelehnt, also es wird mir mit Sicherheit nicht langweilig.

  • Das ist echt bitter, auch für das Pflegepersonal.. vermutlich hat sich deine Mutter quasi "zu gut" in der Klinik verhalten, aber lange haben sie es ja nicht beobachtet. Das von dir beschriebene betreute Wohnen geht ja eigentlich kaum besser, also du hast definitiv nichts falsch gemacht. Wirklich ungute Situation, besonders wenn man nicht nah dabei ist

  • Ja liebe Rose60, da hast du vollkommen Recht.

    Ich hatte schon angefangen, mir Vorwürfe zu machen wegen des betreuten Wohnens.

    Darum vielen lieben Dank für deinen Zuspruch. Es gibt sicher auch andere Erfahrungen mit betreutem Wohnen, aber jedesmal, wenn ich jemandem beschreibe, wie es dort bei meiner Mutter läuft, erhalte ich die gleiche Einschätzung, wie du sie auch eben gemacht hast. Ich glaube, sehr viel anders läuft es auch in einem Pflegeheim nicht.

    Liebe Grüße und eine gute, erholsame Nacht!

  • Heute ein weiterer, nicht zu bremsender Anruf meiner Mutter. Neuerdings erzwingt sie vom Pflegepersonal den Anruf über den Telefonanschluss der Einrichtung. Ich dachte also, jemand vom Pflegedienst ruft mich an.

    Meine Mutter schrie ins Telefon, immer und immer wieder, sie will nach Hause, wird nicht rausgelassen und ich habe sofort dort zu erscheinen und sie nach Hause zu bringen. Dazu heftige Beschimpfungen und Beschuldigungen.

    Ich versuchte sie immer wieder zu beruhigen, aber sie ließ mich nicht einen einzigen Satz zu Ende sprechen.

    Das Gespräch dauerte 19 Minuten, davon 16 Minuten in der oben beschriebenen Art und Weise. Plötzlich kurz vor dem Ende wurde sie ruhiger, nachdem ich es doch noch geschafft hatte, auf das Wetter abzulenken.

    Die diensthabende Dame vom Pflegedienst konnte sie auch nicht bremsen und es war auch nicht die Möglichkeit, mit meiner Mutter ein Stück nach draußen zu gehen, da sich das Ganze ein paar Minuten vor der Essenszeit abspielte.

    Morgen früh erneute Rücksprache mit der Pflegedienstleiterin.

    Ich hoffe, es wird schnellstens eine Lösung gefunden, es kann so nicht weitergehen mit meiner Mutter und auch ich verkrafte es nicht.

    Meiner Meinung nach müsste sie sofort wieder in die Klinik. Die Entlassung nach drei Tagen in der vergangenen Woche verstehe ich bis heute nicht.

    Können das auch Nebenwirkungen der höheren Dosis Memantin sein? Vielleicht können die Experten das einschätzen?

    Bin weiterhin ratlos.

    Liebe Grüße

    Stern

  • Liebe Stern0709 ,

    Oh ich fühle so mit Dir.

    Meine Mutter war genauso. Genau.so.!!!

    Da hilft es nur rationell vorzugehen:

    Arzt sprechen: Ursache=?

    Pflegeleitung sprechen: Anrufe verbitten und um Hilfe bitten

    Bei Anrufen sofort auflegen

    Besuche reduzieren


    Meine Mutter hat dann noch immer mit Selbstmord gedroht und sonst: siehe bei Dir.


    Nun gleitet sie wie ein welkes liebes Blümchen langsam hinfort.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und keine dummen Sprüche von anderen „mei mir ist sie so lieb“ etc.


    Halte durch, lg Alfi

  • Hallo Stern,

    Da kann ich mich Alfi nur anschließen, du hast dich dem Telefonat lange ausgesetzt. Nun haben die Pflegerinnen es ja beeindruckend mitbekommen und deine Mutter wird nicht die erste rebellierende Bewohnerin sein. Ob man nicht irgendwas leicht sedierendes dazu verordnen könnte? So hat deine Mutter ja auch heftige Not, sie sieht sich aus ihrer Position ja voll im Recht und für dich ist es Belastung pur.

    Meine Mutter hat mir auch über längere Zeit die Hölle heiß gemacht und wenn sie Heimatnah gewesen wäre, hätte sie sich vllt wirklich mit dem Taxi auf den Weg gemacht. So hat sie es nur angedroht, immer wieder, aber kannte sich eben örtlich nicht aus .

    Liebe Grüße

    Ich drücke die Daumen!

  • Liebe Stern -


    Ich kann mich Alfskjoni und Rose60 nur anschließen. Eine Möglichkeit wäre noch (wenn sie von ihrem Telefon anruft), ihre Nummer zu blockieren. Und die Nachrichten dann ungehört zu löschen. Das habe ich lange Zeit gemacht, es hat wenigstens etwas Ruhe gebracht. Ich wünsche Dir alles Gute!

  • Hallo ihr Lieben,

    euer Zuspruch und eure wirklich lieben Worte sind momentan das Einzige, was mir Mut macht. Eben das Verstandenwerden tut mir gut. Danke dafür!!!

    Meine Mutter kommt mit ihrem Telefon selbst nicht mehr wirklich klar. Selten gelingt das noch. Letzte Woche an einem Abend kurz vor Mitternacht klappte es 11mal hintereinander. Ich frage mich allerdings, wen sie um diese Uhrzeit vielleicht noch anruft… Da bin ich aber auch nicht rangegangen.

    Problem ist nur, wenn der Anruf vom Diensttelefon oder einer anderen Handynummer kommt. So war es die letzten Tage. Die Dame gestern hat sich gleich erstmal bei mir dafür entschuldigt, bevor meine Mutter zu Wort kam. Ich kann nicht deren Nummern blockieren.

    Das Pflegepersonal tut mir auch wirklich leid, denn ich konnte bisher noch nichts Negatives sagen. Alle sind echt lieb und haben eine Engelsgeduld. Nur zur Ruhe kriegen sie meine Mutter eben nicht. Außer mit spazieren gehen,

    aber das ist nicht jederzeit immer gleich machbar, was ich auch wieder verstehe.

    Der Pflegedienstleiterin hab ich heute schon gesagt, dass ich solche Anrufe demnächst zügig beenden werde.

    Heute war bis jetzt ein ruhiger Tag, kein Anruf, ich hoffe, es bleibt dabei.

    Seid alle lieb gegrüßt!

    Eure Stern

  • Einen hab ich noch: vom Arzt noch mal attestieren lassen, dass Heimunterbringung vonnöten.

    Durch ihr stets so bestimmtes Auftreten konnte meine narzistische und dann auch noch Demente Mutter mich immer an den Rand des Zweifels treiben. Obwohl alles ganz offensichtlich war. Aber das Papier hab ich mir dann ab und zu angeschaut. Lg Alfi🐝


    Mir taten die Pfleger auch immer Leid. Was sagte dann die Leitung : „das ist unser Job“. ❤️

  • Liebe Alfi,

    meine Mutter lebt ja bereits im betreuten Wohnen und ich wohne in 470 km Entfernung.

    Deshalb macht sie mir auch regelmäßig Vorwürfe, aber mittlerweile sehe ich das für mich positiv. Außer die langen Fahrten, wenn wir zu ihr fahren.

    Scheinbar haben wir mit „diesem“ betreuten Wohnen eine ziemlich gut Wahl getroffen, denn es wird sich dort um Vieles gekümmert.

    Die Bewohner sitzen nicht den ganzen Tag in ihrer Wohnung, vormittags werden kleine gemeinsame Dinge gemacht, Bingo, Basteln, Sport. Einmal pro Woche gemeinsam einkaufen, alles nach Bedarf. Geburtstage werden gemeinsam gefeiert und die Arzttermine erledigt. Es wurde uns zugesagt, dass die Unterbringung und Pflege dort auch bis zum Lebensende möglich sind.

    Also eigentlich kein Grund zur Klage, jedenfalls unsererseits nicht. Leider versteht meine Mutter das alles nicht.

    Ich habe allerdings auch schon viele andere Dinge und Meinungen über betreutes Wohnen gehört, also dass es vielerorts ganz anders abläuft.

    Momentan kann ich nur hoffen, dass es in naher Zukunft mal wieder entspannter wird und das alles nur eine Phase ist.

    Auf jeden Fall halte ich mich an Eure wertvollen und lieben Ratschläge und das tut mir sehr gut. Heute war ein Tag ohne Kontakt und es geht mir schon ein kleines bisschen besser. Die letzten Tage waren einfach zu viel des Bösen.

    Trotzdem nochmals Danke liebe Alfi 🤗🌺

  • Liebe Stern0709 ,

    Hört sich vielversprechend an❤️.


    Jajaaaaa…also das war bei meiner Mutter auch: einvernehmlich habe ich für sie einen sehr schönen Heimplatz ausgesucht, 430 km von ihrem alten Zuhause bei mir 17 km (Gut, dieser Abstand!), 32 qm, Terrasse. Aber sie hat mich dann echt madig gemacht und wirklich überall kundgetan was ich für ein schlechter Mensch sei und sie das Opfer.

    Das war schlimm.

    Kaum auszuhalten.

    Dann hat mir dieses Papier vom Arzt, das Gutachten aus dem KH etc. sehr geholfen.


    In ihrer ganzen Boshaftigkeit hat sie dann noch angefangen überall zu sagen, dass sie bei uns einziehen will.

    Undsoweiter.


    Wir sind die erste Generation, in der die Eltern richtig alt werden und die sich fast alle mit diesem immer gleichen Heim-Thema auseinandersetzen müssen.


    Machst Du alles super, Lg Alfi 🐞


    Heute Besuch bei meiner Mutter, die nun täglich weniger wird.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Stern0709, zunächst zu Ihrer Frage, Memantine kann als Nebenwirkung auch Verwirrtheit verstärken oder auslösen. Die behandelnde Ärtzin in der PIA oder in der Station sollte dies wissen, um entsprechend reagieren zu können.



    Möglicherweise wurden in der Klinik auch Bedarfsmittel gegeben, die so gut gewirkt haben, dass sie entlassen werden konnte. Damit ist die Behandlung in der Klinik noch nicht abgeschlossen.


    Das Telefongespräch mit der behandelnden Ärztin könnte aber auch das Ergebnis haben, dass Ihre Mutter durch den stationären Kontext genau die Sicherheit in ihrer Demenz bekommen hat, die sie braucht. Dies könnte in einer Kurzzeitpflege „erprobt“ werden, - mit dem Ziel, dass sie nach der Zeit in ihre Wohnung zurückkommt oder sich dort besser einleben kann - z.B. auch in einem Doppelzimmer so wie in der Klinik (?)


    Ihr Martin Hamborg

  • Danke Herr Hamborg für ihre Erklärung und vor allem den sehr interessanten Hinweis auf die Möglichkeit der „Erprobung“ in einer Kurzzeitpflege.

    Daran hab ich bisher überhaupt noch nicht gedacht und ich werde das auf jeden Fall mit dem Pflegedienst bzw. Arzt besprechen.

    Ich denke sogar ein Doppelzimmer würde meiner Mutter gut tun, vor allem, weil sie sich auch ständig über Einsamkeit beklagt. Jedoch befürchte ich, es wird zum jetzigen Zeitpunkt absolut schwierig, ihr das nahe zu legen. Dagegen hat sie sich schon seit eh und je gesträubt. Den Zusammenhang erkennt sie vermutlich nicht.

    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, im Moment aber vor allem dankbar über jeden Tag, an dem es keine Vorfälle gibt.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Stern

  • Liebe Alfi,

    mit diesen vielen Problemen rund um das Thema Narzissmus hab ich (zum Glück) überhaupt keine Erfahrung. Eigentlich bin ich hier im Forum überhaupt zum ersten Mal darauf aufmerksam geworden und hab mich dann erstmal ein bisschen schlau gemacht.

    Da hast du wirklich noch eine Menge extra Last zu tragen.

    Die vielen Beschuldigungen meiner Mutter sind auch so schon genug für mich. Wenn ich mal so zurück denke:

    1. Pflegeantrag vor 3 Jahren abgelehnt, meine Schuld, nicht gut genug begründet!

    2. Pflegeantrag vor 2 Jahren: PG 3, jetzt bin ich deinetwegen krank!

    Unter anderem ihre völlig schwachsinnigen und an den Haaren herbei gezogenen Begründungen gegenüber Nachbarn und Bekannten, vor denen ich mich dann auch noch rechtfertigen musste, haben mir jede Menge Nerven gekostet.


    Ich wünsche dir auf jeden Fall heute einen ruhigen Besuch bei deiner Mutter ❤️🌺

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Stern0709, zunächst geht es jetzt ja darum, die medikamentöse Behandlung abzuwarten, in der Hoffnung, dass sich die Lage stabilisiert.


    Wenn Sie den Eindruck haben, dass nach einem nächsten schweren "Vorfall" ein Doppelzimmer in einer Kurzzeitpflege sinnvoll ist, können Sie sich schon jetzt Heime ansehen. Es gibt Heime, die sich ganz bewußt auf die Kurzzeitpflege einstellen und gemeinsam mit Angehörigen rehabilitative Pflege leisten, während andere die Kurzzeitpflege eher als Übergang in die Langzeitpflege sehen. Genau das können Sie bei Ihren Telefonaten abklären...

    (Der Gesetzgeber hat die Kurzzeitpflege eher als Stärkung der Häuslichkeit gedacht, auch im Betreuten Wohnen, eine Alternative wäre die sogenannte "Verhinderungspflege" also zusätzliche ambulante Leistungen, um ein Krankenhaus zu verhindern, aber dazu finden Sie mehr im Forum "Gesetzliche Leistungen".)


    Ich wünsche Ihnen sehr, dass nun Ruhe einkehrt und sich Ihre Mutter gut erholt, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo zusammen und Ihnen Herr Hamborg vielen lieben Dank für Ihre Einschätzung und die wichtigen Hinweise zur Kurzzeitpflege.

    Seit nun 1 1/2 Wochen hat sich der Zustand meiner Mutter in Hinsicht auf ihre Aggressivität tatsächlich verbessert,

    keine schweren Vorfälle. Insgesamt erscheint sie mir entspannter, aber auch verwirrter. Ihre Hinlauftendenz besteht unverändert, ziemlich regelmäßig am Nachmittag versucht sie zu ihrem früheren Haus zu gehen, wobei sie sich auf die Suche nach ihren Eltern, meinem Vater und noch anderen lange verstorbenen Verwandten beruft.

    Vom Hausarzt kam die gleiche Einschätzung wie von Ihnen, Herr Hamborg. Wir warten zuerst die Wirkung der veränderten Medikation ab. Die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege behalte ich mir erstmal im Hinterkopf und werde auch die von Ihnen genannten unterschiedlichen Ziele im Vorfeld mal erfragen.


    Die nun vorliegende, doch entspanntere Situation hat mich auch wieder mehr zu Ruhe kommen lassen und ich wäre sehr glücklich, wenn es so bleibt.


    Liebe Grüße

    Stern

  • Hallo Magret,

    danke für die Blumen…🌺🌼 und ja, es geht mir wieder besser. Die letzten Wochen waren wirklich eine Herausforderung. Ich hoffe nur, es bleibt jetzt so, denn genau, wie du es von dir auch schreibst, brauche ich immer fast einen Tag, um mich von solchen Attacken meiner Mutter wieder zu erholen.

    Es wäre schön, wenn sich die Hinlauftendenz wieder abschwächen würde, denn die Versuche, sie zurück zu halten waren auch immer der Auslöser für diese Attacken und die darauf folgenden, gefühlt endlos langen Telefonate. Wenn ich aber lese, wie es bei deiner Mutter ist, dann schwindet mir da ein bisschen die Hoffnung. Einen Zaun gibt’s bei meiner Mutter in der Wohnanlage zum Glück nicht. Wenigstens das bleibt mir erspart.

    Ich wäre im Traum nicht auf den Gedanken gekommen, dass eine alte, demente Frau versucht, über einen Zaun zu klettern!

    Aber du hast schon genau die richtige Frage gestellt: was kann denn noch alles kommen?!

    Diese Frage hab ich mir schon so oft gestellt und ich befürchte, da werden noch einige Male dazu kommen.

    Ich wünsche dir noch einen schönen und erholsamen Abend, du hast heute deine Mutter gerettet, das hast du auch sehr gut gemacht!

    Liebe Grüße Stern

  • Oh weh! Da hast du auch schon ganz schön was durchgemacht. Das kann ich gut verstehen, dass da immer große Aufregung aufgekommen ist. Hoffentlich liegt es nicht wirklich in der Familie…


    Da hätte ich gleich noch zwei Fragen an dich.

    Hat sich das bei deiner Mutter mit der Hinlauftendenz im Laufe der Zeit weiter verschlechtert bzw. verstärkt?

    Welchen Pflegegrad hat deine Mutter?


    Ich frage nach dem Pflegegrad, weil wir gerade einen Höherstufungsantrag gestellt haben, auch auf Anregung der Neurologin. Erstmal abgelehnt, Widerspruch und nun soll eine Begutachtung vor Ort erfolgen. Meine Mutter hat momentan PG 3, seit 2022. Ich bin gespannt.


    Ich denke, für uns alle hier ist es eine sehr anspruchsvolle Zeit. Bei jedem oder jeder auf individuelle Art und Weise und mit Höhen und Tiefen. Irgendwie kommen wir alle weiter und viele haben sich bestimmt schon oft genug gefragt, wie hab ich das nur geschafft?


    Für heute erstmal eine schöne gute Nacht 🌙

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