Wie lange immer wieder aufpäppeln?

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  • Hallo zusammen,

    meine Mutter wurde gestern mal wieder vom Heim ins Krankenhaus eingewiesen, die Atemprobleme waren wohl mehr geworden, sie hat COPD, besonders im Frühjahr. Da ihre Demenz ja weiter fortschreitet und sie auf jeden Ortswechsel bislang immer mit einem Schub reagiert hat und verwirrter war, stellt sich mir mittlerweile die Frage, wie oft man sie wieder ins Krankenhaus bringen soll und ab wann man wie palliativ vorgehen würde mit einem entsprechenden Plan für das Heim etc.


    Gibt es dafür Regelungen? Erfahrungen?

    Mein Plan ist gerade mit dem Hausarzt zu sprechen.

    Ich habe meine Mutter heute im Krankenhaus besucht, sie lag brav im Bett,man hatte ihr trockene Waffeln und einen Becher Kaffee hingestellt, was sie trotz Hunger nicht angerührt hat, aus fehlendem Antrieb und man kennt sie dort ja nicht.


    Natürlich will ich nichts beschleunigen und nichts aufhalten, aber auch nicht unnötigen Ortswechseln zusehen. Man hatte nur bei mir auf Festnetz versucht und ich war nicht zuhause, Mobilnummer nicht versucht leider..

    Bespricht man das also im Heim? Nur mit dem Arzt?

    Weiß jemand was dazu?

    Liebe Grüße

    Rose60

    Einmal editiert, zuletzt von Rose60 ()

  • Hallo Rose,


    ich verstehe wie schwierig diese Situation ist, das abwägen. Es ist noch kein Jahr her da stand ich vor einer ganz ähnlichen Entscheidung. Bei mir war es der Hausarzt (der auch Hausbesuche im Heim gemacht hat) der mir da die entscheidenen Worte sagte. "Hr X, ihr Vater gehört medizinisch gesehen ins Krankenhaus, aber ich verstehe es, wäre es mein Vater würde ich es auch nicht machen."


    Soviel dazu. Was kannst du nun tun:


    Hausarzt, Heim(Leitung), Pallativdienst, (sofern du/deine Mutter religiös sind evtl. auch kirchliche Vertreter).


    Wir haben wie gesagt eng mit dem Hausarzt zusammengearbeitet. Das denke ich ist schonmal ein gute erste Anlaufstelle.


    Als (für mich) absehbar war das er sich nicht mehr erhohlen wird (das dürfte so ca 2 Wochen vor seinem Tod gewesen sein) habe ich mich an die Heimleitung bzgl. Palliativversorgung gewandt. Dort war man sehr hilfreich und hat alles weitere in die Wege geleitet. Die kennen sich ja normalerweise auch aus und arbeiten mit den örtlich verfügbaren Diensten zusammen. So schwer es für einen selbst ist, für ein Heim gehört das halt zum normalen Regelbetrieb.



    Wir hatten angedacht Pallativversorgung mit schmerzstillenden Medikamenten. Die war aber sowieso durch Hausarzt und Heimarzt 24/7 gewährleistet (Fentanyl Pflaster) das zweite Standbein war ein Betreuungs- und Besuchsdienst. (bei uns vor Ort war dies von der Caritas)


    Diese sind nicht nur für den Sterbenden da, sondern auch für die Angehörigen. Wird er nicht mehr gebraucht (weil sich der Zustand evtl. wieder verbessert hat) wird er abbestellt kann aber jederzeit wieder "aktiv" geschaltet werden.

    Mit der Dame vom Besuchsdienst habe ich viele gute Gespräche geführt, es war auch schön sie im Zimmer meines (nicht mehr ansprechbaren) Vaters vorzufinden, beim Hand halten und mit ihm reden.

    Ich hoffe ihm hat es das etwas leichter gemacht, mir hat es jedenfalls viel geholfen.


    Ich würde also offen und ehrlich mit allen Stellen in Kontakt treten. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Kraft und Mut.

  • Erfahrungen?

    Mein Plan ist gerade mit dem Hausarzt zu sprechen.

    Wir hatten den Fall mit meiner Schwiegermutter (92, Alzheimer). Sie war im Heim gestürzt und hatte sich die Hüfte gebrochen. Wurde nicht mehr operiert, sollte so ausheilen.


    Das Krankenhaus hat entschieden, dass es nur noch Pallativ weitergeht. Sie hat schon im KH die Nahrungsaufnahme verweigert, Vorsorgevollmacht in die Richtung lag für sie vor.


    Zurück im Heim haben die Schwester wirklich nett mit uns geredet und alles in die Wege geleitet. Sie waren entsetzt, wie sehr sie in den wenigen Tagen abgebaut hat und meinten, dass die letzte Phase eingeläutet ist.


    Umbetten (Stündlich), Pfarrer kam. Flüssigkeit unter die Haut, Astronautennahrung. Mehr ging nicht, dass war durch die Patientenverfügung ausgeschlossen. Eine der Schwester hat es geschafft, löffelweise Joghurt in sie reinzubetteln. Bei allen anderen hat sie den Kopf abgewendet und die Lippen zusammengekniffen.


    Sie wollte einfach nicht mehr. Wenn Menschen die Nahrungsaufnahme verweigern ist es meistens so weit.


    Dann sollte man sie in ihrer "gewohnten" Umgebung in Ruhe sterben lassen.


    Bei meiner Schwiegermutter hat es noch 8 Wochen "gedauert". Meistens war sie nicht mehr ansprechbar und hat nur noch mit den Schultern gezuckt. Selten konnte sie im Rollstuhl in den Essensraum, dann hatten wir wieder Hoffnung.


    Wir haben so oft wie möglich am Bett gesessen und uns ganz ruhig unterhalten. Ruhige Musik, Kerze, nette Blumen (von Zuhause) und einen Handschmeichler. Ihre Hand gehalten, gesagt, dass sie gehen darf. Sie hätte alles gut gemacht, mehr ist nicht zu tun.


    Wir haben mit ihr geredet und nette Dinge über sie ausgetauscht (Es war immer wieder eine alte Freundin da). Auch gelacht, wenn es eine komische Geschichte gab und gemeinsam geweint.


    Wir haben immer wieder den Raum verlassen und uns verabschiedet, jedoch gesagt, dass wir wiederkommen, wenn wir gegessen haben und mit dem Hund draußen waren.


    Meistens sterben die Menschen ganz alleine, durch die Anwesenden werden sie noch festgehalten. Das war auch bei ihr so. Als wir vom Abendessen und dem Hundegassi zurückkamen, war sie ganz still gegangen.

    Die Schwestern haben sie gewaschen und angezogen. Wir haben noch eine Weile dagesessen und geschwiegen.

    Sie wurde am nächsten Morgen abgeholt. Wir waren bis zum Schluß bei Ihr, bis ihr Sarg im Leichenwagen war.


    Danach haben wir das Zimmer geräumt. Ganz pragmatisch und schnell. Die Einzelzimmer waren knapp und der nächste Bewohner hat schon mit den Hufen gescharrt.

  • Sohn83 : vielen Dank schon mal für deine Erfahrungen!

    Valentina61 : meine Mutter isst weiterhin sehr gerne, wenn auch nicht mehr so viel. Sie beschwert sich oft,dass sie kein Essen bekommen hat, hat es dann vergessen und hat durch Diabetes sicher Blutzuckerschwankungen.

    Mal schauen, wie es nun weitergeht, sie ist sehr aufgeschwemmt und voller Wasser momentan. Das habe ich bei der Pflege angegeben, irgendwie habe ich heute das Gefühl gehabt es ändert sich etwas, zum Glück nimmt es mich aktuell nicht so mit wie vor einiger Zeit noch. Innerlich habe ich vor einiger Zeit begonnen loszulassen..

  • meine Mutter isst weiterhin sehr gerne, wenn auch nicht mehr so viel. Sie beschwert sich oft,dass sie kein Essen bekommen hat, hat es dann vergessen und hat durch Diabetes sicher Blutzuckerschwankungen.

    Dann gib ihr etwas zu essen, was sie gerne hat. Das die Portionen kleiner werden, ist wohl dem Alter geschuldet.



    irgendwie habe ich heute das Gefühl gehabt es ändert sich etwas, zum Glück nimmt es mich aktuell nicht so mit wie vor einiger Zeit noch.

    Dann ist da auch was anders, meistens liegt man da richtig.


    Lass der Sache ihren Lauf. Das ist jetzt der Weg Deiner Mutter, hier bestimmt sie das Tempo. Du bist nur Beifahrer.


    Macht es Euch schön, dass es auch für Dich passt. Du bist die, die zurückbleibt.


    Wünsche Dir viel Kraft!


    Meistens kennen die im Pflegeheim sich gut aus und kennen die Signale, die die letzte Phase einläuten.

  • Liebe Rose -


    meine Mutter stürzte vor ca. 4-5 Monaten häufig - keiner fand einen Grund. Ihr Arzt sagte dann, dass es schlimmer wäre, sie dauernd ins Krankenhaus zu schicken als sie im Heim zu lassen. Sie hat sich nichts gebrochen, aber viele blaue Flecke. Der Arzt und das Heim haben mich dann kontaktiert und empfohlen, nur noch Palliativversorgung zu machen, wenn sie wieder fällt. Alles andere regt sie zu sehr auf. Sie hat jetzt einen Palliativausweis, wo auch steht, dass sie nicht künstlich beatmet oder ernährt werden möchte. Ich hatte wirklich ab gewägt, ob der Ausweis die richtige Entscheidung ist, aber meine Eltern waren schon vor Jahren sehr deutlich, dass sie zum Beispiel nicht künstlich ernährt werden möchten. Diesen Wunsch akzeptiere ich.

    Was das Essen angeht: Meine Mutter behauptet auch immer, sie bekommt nichts zu essen. Wenn dann der Kuchen (oder was auch immer) auf dem Tisch steht, dann isst sie mit Appetit.

    Liebe Grüße!

  • Bei meiner Schwiegermutter kam es zu Atemproblemen mit Wasser in der Lunge. Der Arzt hat mit meinem Mann gesprochen, dass man sie in KH bringen lassen muss, wenn es keine Verfügung gibt. Die gab es aber und dort stand ausdrücklich, dass sie keine künstliche Ernährung und Beatmung möchte. Mein Mann hat dann die Erklärung unterschrieben, dass nur noch palliativ behandelt wird.

  • Danke euch für die Ideen und Anteilnahme!

    Heute Abend kann ich mit dem Hausarzt sprechen und wegen der Umstellung auf palliativ sprechen.

    Die Ärzte im Krankenhaus hatten überlegt meine Mutter in die Geriatrie , nur eine andere Station im Krankenhaus, zu bringen für zwei Wochen zur Mobilisation. Das habe ich erstmal abgelehnt wegen erneuterm Ortswechsel.

    Im Heim sagte man aber, dass sie so schlecht Luft bekam die letzten Wochen, das wird diese Woche im Krankenhaus untersucht und behandelt. Das finde ich natürlich auch furchtbar und eine Zumutung..

    Also es macht mich etwas unglücklich gerade und ich hoffe, der Hausarzt kann mir etwas dazu sagen.

    Liebe Grüße an alle

  • HAllo nochmal,

    Habe nun alles mit dem HA geklärt, Aufnahme ins Palliativnetz wird befürwortet und beantragt, das heißt ja nicht, dass man bald stirbt, aber dann können sie im Heim entsprechend was gegen potentielle Luftnot geben und jederzeit den palliativdienst anrufen und befragen um Krankenhaus zu vermeiden.

    Ein bisschen aufregend finde ich es schon, aber meine Mutter hat mir diesen Auftrag zu ihrer Vertretung vor ein paar Jahren gegeben und nun kann ich sie nicht mehr ernsthaft fragen zu wichtigen Entscheidungen.

    Der Hausarzt wollte sie letzte Woche im Heim abhören und das hat sie strikt verweigert, also will sie vielleicht gar nicht mehr behandelt werden und das darf man ja respektieren.

    Irgendwie kommt es mir trotzdem wie eine neue entscheidende Phase vor.. nunja, bin selbst gespannt wie es weitergeht

    Liebe Grüße

  • Die Ärzte im Krankenhaus hatten überlegt meine Mutter in die Geriatrie , nur eine andere Station im Krankenhaus, zu bringen für zwei Wochen zur Mobilisation.

    Wow, also meiner Meinung nach, haben da die Ärzte aber nicht gut nachgedacht. Die Geriatrie soll dabei helfen, wieder mobil/selbständiger zu werden. Von deiner Beschreibung her, wäre das für mich eine sehr zweifelhafte Entscheidung.


    Das ist mit Sicherheit ein schwerer Schritt gewesen. Ich kann mir vorstellen, aber auch eine Erleichterung, dass es jetzt entschieden ist. Irgendwann muss man loslassen, vor allem wenn die Eltern es vorher schon ausdrücklich gewünscht haben. Aber der Schritt bedeutet ja nicht, dass sie euch in den nächsten Tagen schon verlässt. Genieße die Zeit mit ihr soweit es geht :)
    Ich wünsche euch alles Gute!

  • Bei manchen ärztlichen Entscheidungen frage ich mich - wo ist der gesunde Menschenverstand? Für meine Schwiegermutter hatten wir einen tollen Platz in einer kleinen Senioren WG mit Pflegedienst etc. Da wäre auch die Mobilisierung usw. erfolgt. Aber nein, die eine Ärztin wollte sich mit aller Gewalt durchsetzen. Ende vom Lied - sie wurde 2x in die Reha gebracht und hat dort weitere Schlaganfälle gehabt. Sie war eigentlich nicht mal in der Lage für eine Reha. Aber die Ärztin hatte ihr eingeredet, dass sie danach wieder fit wie ein Turnschuh sei und wieder alleine in die Wohnung kann. Da konnten wir reden wie wir wollten, es wurde uns nicht geglaubt. Im Nachhinein hätte ich der Dame furchtbar gerne mal die Meinung gegeigt. Hätte nur leider nichts gebracht.


    Am Ende des Dramas hat mein Mann dann auf den Tisch gehauen und zusammen mit dem Reha-Arzt dieses traurige Schauspiel beendet. Aber was macht man, wenn man keine Angehörigen hat und niemand eine Vollmacht hat? Man wird dann doch zum Spielball des Systems.

  • Finja : die Ärzte kannten sie ja vorher nicht, daher waren sie dankbar für meine Einschätzung. Vor ein paar Jahren wäre es eine super Idee gewesen mit Geriatrie, da hat meine Mutter sich massiv gewehrt.

    Ich weiß gerade nicht, ob sie nochmal mobil wird. Bislang konnte sie wenigstens noch vom Zimmer zur Küche gehen..

    Genießen kann ich es ehrlich gesagt nicht, die aktuellen Einschränkungen empfinde ich als nicht mehr würdevoll, Gespräche sind nicht wirklich möglich, weil sie sich an kaum jemanden erinnert und im Krankenhaus ist max.ein halber Meter zum Nachbarbett auf beiden Seiten..

    Ich hoffe sehr, dass sie bald wieder ins Heim kommt zu den gewohnten Mitarbeitern.

    Ich musste ja bereits meinen Mann gehen lassen und da war ich froh um jeden Moment, den wir im Hospiz noch zusammen hatten.

    Bei meiner Mutter ist das anders, da liegt einiges dazwischen, auch wenn es gerade kein Groll mehr ist.

  • Ja, genießen ist da vermutlich das falsche Wort. Ich liebe meine Mutter, kann aber die Zeit mir ihr aktuell nicht genießen. Ich versuche aber mich auf das positive zu konzentrieren (was leider selten klappt).

    Es wird sicher positive Situationen geben, auch wenn sie noch so rar sind. Das ist eine echte Kunst nicht immer nur das Negative zu sehen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass sie bald wieder ins Heim kommt und sich dann hoffentlich wieder etwas Normalität entwickelt.

  • 😊 genau, das hast du richtig vermutet, liebe schwarzer Kater, habe an mehreren Stellen gebeten so schnell wie möglich in die gewohnte Umgebung. Das größte Problem war die Atemnot und das finde ich natürlich schlimm.

    Finja: ich liebe meine Mutter auch, aber wir haben eine schwere gemeinsame Geschichte und gerade seit ein paar Wochen hatte ich mich besser distanzieren können, was jetzt wieder nicht geht(für mich). Wenn sonst niemand danach schaut, kümmere ich mich natürlich. Ich muss immer zusehen nicht wieder in ein Loch zu fallen, denn ich werde an mehreren "Fronten" gebraucht und muss eben auch für meine eigene Stärke sorgen.

    Aber ich verstehe schon was du meinst, danke


    Liebe Grüße

  • Liebe Rose,


    ich wünsche dir auch von Herzen alles Liebe. Egal wie es ausgeht du hast das menschenmögliche getan.


    Als bei meinem Papa die finale Phase (ca 2 Wochen) anfing wusste ich es sofort. Es hat sich einfach "anders" angefühlt. Das ging soweit das ich Sonntags morgen aufgestanden bin und mir 100%ig sicher war nächste Woche um diese Zeit lebt er nicht mehr. Donnerstag ist er dann gestorben, Sonntag haben wir bereits das Heimzimmer geräumt.


    Was ich damit sagen will, vertraue auf dein Bauchgefühl, das ist in solchen Situation manchmal das Beste was man machen kann.

    Ich habe erst kürzlich ein Buch gelesen, da wurde geschrieben" Das Bewusstsein verarbeitet nur wenige Eindrücke gleichzeitg, das Unterbewusstsein aber 80.000 Sinneseindrücke und Informationen pro Sekunde. Ob das stimmt kann ich nicht sagen, aber vorstellen kann ich es mir gut. Unser Unterbewusstein nimmt Sachen war die wir selbst nicht bewusst wahrnehmen und leitet uns so durch so manche schwierige Zeit.

  • Ich hab mal gehört, dass viele gute Gedanken helfen ... Ich möchte das glauben und leiste hiermit liebend gern meinen Beitrag. <3

    Auf diese Weise versuche ich grade auch meinen Beitrag zu leisten, Rose, denn zu mehr bin ich momentan nicht in der Lage. Aber gute Gedanken gehen immer.

  • Liebe Rose60, du hast alles getan, was du tun konntest. Lass alles Weitere auf dich zukommen und in der Zwischenzeit tu was für dich!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rose60, nun möchte ich doch noch etwas zu dem wichtigen Thema schreiben, auch wenn Sie das ethische Dilemma ist wenigen Tagen so gelöst haben, wie ich es auch empfohlen hätte.


    Je problematischer die Demenz ist, desto schwieriger sind Krankenhausaufenthalte und um so sorgfältiger sollte abgewogen werden, ob sie wirklich notwendig sind und eine reale Chance besteht, dass der Demenz mit Demenz "gesünder" wieder herauskommt.


    In Kliniken gibt es Ethik-Konferenzen, in denen unter Einbeziehung der Angehörigen alles sorgsam abgewogen wird.


    Auch im Heim oder mit einem ambulanten Dienst sollte Zeit für sogenannte "ethische Fallbesprechungen" eingeräumt werden. Ich habe dazu gern auch Auszubildende eingezogen, denn für sie steht das Thema ausdrücklich im Rahmenausbildungsplan.


    Zudem sind Heime verpflichtet, mit einem Hospizdienst zu kooperieren, sodass auch von dieser Seite ehrenamtliche Unterstützung erfolgen kann.


    Natürlich weiß ich, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit gerade bei den schwierigen ethischen Abwägungen in den Zeiten der dramatischen Pflegenot eine krasse Lücke klaffen kann - aber der fachliche Standard ist, dass die Leitung des Heimes zuständig ist und angesprochen werden sollte.


    Viele Hausärzte haben inzwischen eine Palliativ-Ausbildung und können Leistungen entsprechend abrechnen, zudem werden auch im Heim zusätzlich Pflegekräfte eines Palliativ-Care-Team`s einbezogen. Gerade bei Atemnot sollte hier die hohe Kompetenz der Ärzt*innen und Palliativ-Kräfte genutzt werden, um den Leidensdruck zu mindern.


    Bitte schreiben Sie uns, wie es den Fachleuten gelingt, die Atemnot zu mindern.

    Alles Gute, Ihr Martin Hamborg

  • Danke martinhamborg , für Ihre Nachricht und Einschätzung der ethischen Fragestellungen.

    Nun kann ich vermelden, dass die Atemnot aktuell deutlich gemindert ist nach regelmäßigem inhalieren im Krankenhaus plus Cortison. Meine Mutter wurde gestern in deutlich gebessertem Zustand ins Heim entlassen, läuft wieder, also zum Glück nochmal mobilisiert.

    Heute habe ich erst erfahren, dass sie als Diagnose Influenza hatte, mir hat man nichts gesagt, habe mich richtig geärgert, was selten vorkommt und mich bei einer Stationsärztin beschwert,da ich ja zigmal nachgefragt hatte nach dem Stand der Dinge..

    Nunja, die Impfung hatte nicht gegriffen und trotzdem überstanden.

    Der Palliativ Pfleger ist trotzdem eingeschaltet, wir haben uns leider knapp verpasst, weil meine Mutter - oh Wunder - beim Friseur unter der Trockenhaube saß, mit allem anderen habe ich gerechnet..

    Trotzdem wurde nun alles telefonisch schon geklärt bzgl. Verhalten bei Notfällen etc und das beruhigt mich zunächst.

    Diese "Aufs und Abs im Abwärts" kosten viel Kraft..

    Herzliche Grüße

    Rose 60

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