Ich brauche dringend Hilfe

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  • Hi.


    Kann man mir einen Rat geben? Bitte?!

    Ich bin verzweifelt.


    Meine Situation: Mutter 81, offensichtliche Demenz (ohne Diagnose da Arzt abgelehnt wird) plus Narzisstin plus Alkoholikerin. Höllische Kombo.


    Ich selbst seit 5.5 Jahren schwerst depressiv, auf einem Auge Sehgestört, ein Fuss nach schweren Arbeitsunfall dauerhaft lädiert. Bin arbeitsunfähig und quasi gezwungen im Haus meiner Mutter zu leben.


    Ihre Aggressivität und Stimmungsumschwünge werden immer häufiger und heftiger. Nachts schreit sie lautstark stundenlang nach ihrer 20 Jahre lang toten Mutter (manchmal auch Schimpftriaden über mich), kann zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden, mich behandelt sie wie einen Sklaven und wie den letzten Stück Dreck.

    Beleidigungen, Vorwürfe, Aussperren, Anschreien ist an der Tagesordnung. Nur um sich dann bitterlich zu beklagen warum sie alleine ist (Ihr Mann, mein Vater ist vor 7 Jahren gestorben) und ich keine Zeit mit ihr verbringe. (sie hat keinerlei Kontakt mit jemand andrem) Meine Schwestern interessiert das alles nicht. Ich werde komplett alleine damit gelassen. Essen und trinken tut sie kaum noch. Verlässt höchst selten das Haus. Liegt den ganzen Tag und Nacht auf dem Sofa.


    Schon das erwähnen von Pflegeheim oder Arzt macht sie rasend vor Wut und Aggression.


    Das alles macht meine Depressionen nur schlimmer. Suizidal.


    Wer oder was kann mir helfen. Die Frau muss in die Pflege. Ich kann nicht mehr.

  • Sofortmaßnahme (die drastische): Ruf deine*n Ärztin/Arzt an, bitte um einen Hausbesuch, weil du deine demente Mutter keine Sekunde allein lassen könntest. Wenn sie oder er kommt, schildere die Situation so wie du das hier gemacht hast. Er bzw. sie muss helfen. Lass dich notfalls einweisen. Falls deine Schwestern dann immer noch nicht einspringen wollen, muss deine Mutter mit Psych-KG in die Psychiatrie und von dort ins Heim. Falls dein*e Hausärztin keine Hausbesuche macht, ruf abends, nachts oder am Wochenende den ärztlichen Notdienst oder 112. Du bist ein Notfall und musst die Notbremse ziehen.

  • Liebe Jenny,

    sehe ich wie Hinz: wende Dich jetzt an Deinen Hausarzt/Psychiater und lass‘ Dich einweisen. Auch, wenn es da nicht schön ist: man kommt aus der Psychiatrie auch wieder raus! Such‘ Dir mit Hilfe eines sozialpsychiatrischen Dienstes eine eigene Wohnung. Für Dich und Deine Mutter in einem Haus ist das nichts, weil Du daran zugrunde gehst. Beschreite unbedingt neue Wege, denn: Auf Veränderungen hoffen, ohne etwas dafür zu tun, ist, wie an einem Bahnhof zu stehen, um auf ein Schiff zu warten.

    Solange nichts passiert und keine offensichtliche Eigen-/Fremdgefährdung vorliegt, hat Deine Mutter ein Recht darauf, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden.

    Geh‘ es an. Alles Gute und viel Kraft wünscht

    molli

  • Liebe Jenny,

    ohne viele große Worte möchte ich mich den anderen sofort anschließen! Du beschreibst hier eine unerträgliche Situation, die weder für dich, noch für deine Mutter so weiter gehen kann.

    Hier, in diesem tollen Forum, hat jeder viele ähnliche Probleme, aber was du hier beschreibst, empfinde ich als den absoluten Horror. Du musst unbedingt etwas tun, du bist ja selbst in höchster Gefahr! Ich an deiner Stelle würde mich für den Notruf entscheiden.

    Dadurch würde mit einer Einweisung dieses Horrorszenario zumindest erstmal unterbrochen und eine Veränderung in die Wege geleitet.

    Ich hab gleich noch eine sehr dringende Bitte an dich: versuche, die Suizidgedanken zu verdrängen! Das ist die ganze Sache nicht wert! Du hast ein Recht auf ein eigenes, friedliches und glückliches Leben.

    Ich bin sicher, du wirst hier in den nächsten Stunden und Tagen sehr viele gute Tips erhalten von Menschen, die schon viele Erfahrungen in diesem Thema haben.

    Nutze diese bitte! Schreib dir hier alles von der Seele, das alleine ist schon eine Befreiung.

    Du hast einen schwierigen und harten Weg vor dir. Dafür wünsche ich dir ganz viel Kraft, gute Nerven für die richtigen Entscheidungen und vor allem erstmal gute Besserung für dich selbst! Ich hoffe, wir hören schnell wieder etwas von dir. Auch DU wirst das schaffen!!

    Ganz liebe Grüße

    Stern

  • Liebe Jenny,


    pack Deine Papiere und vertrau sie jemanden an. Dann packst Du deinen Koffer und machst Dich auf dem Weg zum nächsten Gemeindepsychatrischen Zentrum. Dort sprichst Du vor und lässt Dich aufnehmen. Mit Deinen Suizidgedanken müssen sie dich aufnehmen. Der Weg wird nicht einfach, aber es wird besser!!! Lass Dir helfen. Dir steht doch auch eine Sozialwohnung und Unterstützung zu. Oder guck, ob Du vielleicht danach in einer Wohngruppe unterkommen kannst.


    Aber handle sofort! Du schaffst das!


    Liebe Grüße

  • Liebe Jenny -


    ich kann mich den anderen nur anschließen. Meine Mutter war ebenfalls sehr aggressiv und bösartig mir gegenüber- aber ich wohne mehrere Hundert Kilometer entfernt und konnte mich etwas entziehen. Sieh zu, dass Deine Mutter in ein KH kommt - der Sozialdienst dort hat mir zum Beispiel sehr geholfen. Nach dem Krankenhaus ging es in ein Heim zur Kurzzeitpflege und dort blieb meine Mutter dann auch. Wenn Du eine Vorsorgevollmacht hast, dann ist es deutlich einfacher.

    Und bitte, bitte kümmere Dich um Dich selbst.

  • Liebe Jenny,


    auch ich möchte mich anschließen. Bitte handle sofort, bitte nimm keine Rücksicht auf deine Mutter oder Geschwister. Lass dich nötigenfalls selbst einweisen.


    Du schreibst du bist schwerst depressiv.


    Wenn du Suizidgedanken hast:

    Die Telefonseelsorge ist 24/7 erreichbar

    Tel: 0800 1110111


    Bei uns in Bayern gibt es noch die Krisendienste, bei anderen Bundesländern weiß ich es leider nicht.


    Die Krisendienste Bayern sind ein psychosoziales Beratungs- und Hilfeangebot für die Bürgerinnen und Bürger Bayerns. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 655 3000 erhalten Menschen in seelischen Krisen, Mitbetroffene und Angehörige qualifizierte Beratung und Unterstützung. Auch Fachstellen können sich an uns wenden. Wir sind täglich rund um die Uhr für Sie da



    Ich konnte jetzt nicht rauslesen ob du diesbezüglich behandelt wirst/wurdest oder ob es eine Selbstdiagnose ist. Falls du noch nicht behandelt wirst, davor braucht man keine Angst haben! Ich habe selbst Jahrzehnte mit Depressionen verbracht, bin desegen nie zum Arzt, Selbstmedikation, Selbstdiagnose. Angst deswegen zu einem Arzt zu gehen .... Heutzutage bereue ich nur noch die Zeit die ich damit vergeudet habe weil es mir jetzt in jeder Hinsicht besser geht. Deshalb keine Angst, lass dir helfen!

  • Liebe Jenny,

    Ich schließe mich an. Dein Eintrag ist ein Hilferuf und wie du siehst, wird er gehört. Wir sind Fremde hier, aber im Gegensatz zu allen anderen in Deinem Leben, haben wir aus eigener Erfahrung eine Idee von Deinem Leid... Jede Situation ist einzigartig, aber es gibt immer wieder Parallelen. Hier sind großartige und kluge Menschen, die zuhören (zulesen) und Dir Lösungswege aufzeigen können...


    Wir kommen alle an unsere Grenzen in der Fürsorge um unsere alten dementen Eltern und Deine wurden in vielerlei Hinsicht schon lange überschritten. Du kannst und darfst und solltest die Verantwortung abgeben. Nichts ist für immer. Aber für den Moment darfst und kannst und solltest Du Dich als erste Patientin sehen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und nutze die Schwarm Intelligenz (und Schwarm Wärme) hier. Sie ist großartig.

    Fühl dich mal virtuell herzlich in den Arm genommen. Du bist nicht allein mit Deinen Problemen.

    Liebe Grüße

    Sabine

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Jenny-am-Ende, nun sind schon 10 Tage nach Ihrem Hilferuf vergangen und ich hoffe sehr, dass Sie dem einhelligen Rat der Forumsgemeinschaft aufgreifen konnten und dass Sie Unterstützung gefunden haben.


    Bei jeder Flugreise wird uns klar gemacht: Selbstschutz vor Fremdschutz, erst wenn ich die Atemmaske aufhabe, darf ich anderen helfen.

    Genaus so gilt sie in der extrem schwierigen Situation, die Sie beschreiben.


    Ich hoffe sehr, dass Ihnen gerade geholfen wird und dass Ihre Mutter auch die Hilfe z.B. in einer Kurzzeitpflege oder in einer Gerontopsychiatrie annehmen kann.


    Bitte melden Sie sich wieder, wenn es Ihnen möglich ist.

    Ihr Martin Hamborg

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