Hallo erstmal und meine „Geschichte“

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  • Ein Hallo an alle,


    Ich versuche kurz ein paar Worte zu mir zu sagen und würde mich sehr freuen, über die ein oder andere Erfahrung, die mir mein Erlebnis vereinfachen kann. An Demenz bei meiner Mutter habe ich das erste Mal vor circa 4-5 Jahren gedacht… Es war mehr ein Gefühl, eine Ahnung als irgendetwas anderes… im Juni 2022 sind meine Eltern zu Hause schwer gestürzt und haben sich beide so verletzt, dass beide ins Krankenhaus kamen. Mein Papa Nieren krank und an der Dialyse hatte zusätzlich noch einen Magen und Darm Virus. Allerdings sonst keine größeren Verletzungen. Meine Mutter hatte sich etwas im Rücken gebrochen und musste operiert werden. Beide nicht mehr körperlich auf der Höhe mit ihren 77 Jahren, habe ich damals eher erwartet. Meine Mutter schafft die OP nicht, als dass meinem Vater irgendwas passiert. Leider ist mein Vater am 10. Juli 2022 verstorben danach ging’s erst richtig los… Ich hatte mich vorab schon um zwei Kurzzeitpflegeplätze für meine Eltern gekümmert (Gott sei Dank) und somit kam meine Mutter direkt vom Krankenhaus ins Altersheim. Ihr anfänglicher Zustand war eine absolute Katastrophe, und damit meine ich nicht die Nachwehen ihrer OP. Sie war extrem durcheinander hat mir jeden Tag neue schräge Geschichten erzählt, wie zum Beispiel im Altersheim wäre eingebrochen worden und alles geklaut worden, oder dass die Polizei im Altersheim war und die Hälfte der Bewohner mitgenommen hätte hätte und und und nachdem sie zweimal das Zimmer und die Station gewechselt hatte, ging es allerdings erst mal aufwärts. Meine Mutter war zufriedener, hat sich in den Alltag eingewöhnt, er hat die Regelmäßigkeit der Essenszeiten und alles zusammen sehr gut getan und es wurde etwas einfacher und besser mit ihr. Dann ist sie innerhalb von zwei Wochen zweimal in einer Art Ohnmacht gefallen mit Bewusstseinsverlust über mehrere Minuten, das eine Mal war ich gerade zufällig zu Besuch und habe alles live mit erlebt. Als sie wieder zu sich kam, hat sie zu mir gesagt. „Ach Mama, gut dass du da bist.“(…) diese auch für mich verwirrenden Dinge haben zugenommen, seitdem. Am 1. Januar (ich war im Urlaub), habe ich sie angerufen und hatte das Gefühl mit ihr überhaupt nicht normal sprechen zu können. Sie hatte eine verwaschene Sprache hat nicht nur ein oder zwei Wörter im Satz gesucht, sondern gefühlt jedes zweite und es war wirklich schwierig, mit ihr zu sprechen. Einen Tag später war die Ärztin da und hat sie ins Krankenhaus einliefern lassen, dort wurde wieder mal nur Blut abgenommen und nach den Vitalwerten geschaut, die in Ordnung waren und meine Mutter wurde wieder nach Hause geschickt, als ich sie am 4. Januar besucht habe, war sie eigentlich wieder wie Ende Dezember. es ist jedes Mal anders. An manchen Tagen habe ich das Gefühl mit ihr gar nicht normal sprechen zu können, an anderen Tagen ist sie fast so wie noch vor vier oder fünf Jahren. Leider habe ich keine wirkliche Diagnose, ich habe ein paarmal schon gefragt, ob es nicht Sinn machen würde, das Ganze richtig diagnostizieren zu lassen… Aber ich habe weder mit ihrer neuen Hausärztin bisher gesprochen Noch hat sich irgendjemand bei mir gemeldet um dieses Thema mal anzugehen. Die Frage ist natürlich, ob eine Diagnose mir wirklich weiterhilft. Im Endeeffekt glaube ich meine Mutter hat eine vaskuläre Demenz, da ich auch MRT Unterlagen bei meinen Eltern gefunden habe die etliche Jahre alt sind. Ich gehe also von vielen kleinen schwachen Schlaganfällen aus, die ihre jetzige Situation so gemacht haben wie sie ist. Dazu passt auch, dass sie mal fit ist und mal nicht. Ich hab starke Schwierigkeiten mit der Situation klarzukommen, so extrem hätte ich mir das tatsächlich nicht gedacht. Ich habe eher schon immer ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter und hatte zwischenzeitlich vier Jahre überhaupt keinen Kontakt (das ist aber schon über zehn Jahre her) . Mein Mann hat bis heute keinen Kontakt zu meiner Mutter. Da sind so viele Sachen vorgefallen, dass er diesen Kontakt nie wiederherstellen wollte, bedeutet ich bin mit dem Thema komplett alleine. Meine Schwester hält sich raus, sowohl was das vermieten und renovieren das Elternhauses angeht, um das Altersheim zu finanzieren, als auch den Besuch bei unserer Mutter… Unsere Mutter ist in meiner Nähe im Altersheim , da wir in der Nähe ihrer ehemaligen Wohnstätte keinen Platz bekommen haben. Wir reden hier von 100 km, die ich auch noch regelmäßig hin fahre, um mich auch noch um das Haus zu kümmern. Letzte Woche hatte ich Geburtstag und meine Mutter hat mir nicht gratuliert… Zwischenzeitlich habe ich ihre Telefonnummer gesperrt gehabt, da sie bis zu fünf mal am Tag hier angerufen hat und hat auf den Anrufbeantworter gesprochen. Wires Zeug zwar aber auf Dauer für meinen Mann für unsere Tochter und für mich nicht erträglich… Noch hinzu ist ihre Schwester (88 Jahre). Im gleichen Altersheim, hat keine Kinder und ruft auch ständig hier an. Allerdings hatte ich jetzt vor dem Geburtstag die Telefonnummern Sperre rausgenommen um mir die Chancen zu geben, mir zu gratulieren. Sie denkt ich bin nie da oder unser Telefon spinnt, sie hat also nicht verstanden, dass ich sie gesperrt habe. Sie hat nicht angerufen. Bis hierhin soweit schlimm aber irgendwie auch okay heute habe ich mit ihr telefoniert und sie hat mir nicht mal nachträglich gratuliert… Das trifft mich sehr viel mehr, als ich mir jemals zugestanden hätte. Vor einer Woche hatten wir einen Notartermin wegen dem Verkauf einer Wohnung, ich dachte schon, der Notar bricht den Termin ab (…). Am Ende des Termins hat meine Mutter etwas gefragt und erwähnt, sie hätte ja nur einen Abkömmling und ich wäre ja die Patin dieses Abkömmlings… Den Abkömmling hat sie dann namentlich genannt und damit meine Tochter gemeint. in diesem Moment hatte sie offensichtlich vergessen, dass sie selbst zwei Töchter hat, meine Schwester und mich. meine Frage an euch ist, kennt jemand diese hoch und Tiefs, dass man manchmal fast denkt, alles wäre, wie es noch Jahre zuvor war und an anderen Tagen ist, ist es ganz besonders schlimm? Wie lange wird meine Mutter mich noch erkennen, wenn sie jetzt schon manchmal offensichtlich nicht mehr weiß, dass ich ihre Tochter bin Wie geht ihr damit um? Wo holt ihr euch Kraft her? kennt das jemand, dass die eigene Mutter oder der eigene Vater den Geburtstag nicht mehr weiß? Meine Mutter hat eine narzisstische Störung, auch diese Diagnose habe ich beim ausräumen des Hauses gefunden, hatte sie aber schon lange vermutet. Ich habe das Gefühl, die narzisstische Störung und die Demenz in Kombination sind eine ganz besondere Herausforderung… Auch hier die Frage, ob das vielleicht jemand kennt? Danke schon jetzt für alle, die sich die Zeit genommen haben, all das zu lesen und vielleicht sogar noch eine Antwort für mich haben. <3

  • Herzlich willkommen hier. Du wirst von einigen lesen, dass die Eltern genau diese Störung / Erkrankung in Kombi haben und was da alles passieren kann.


    Was mir sofort eingefallen ist - hast Du wenigstens eine Vollmacht? Grade wenn Immobilien im Spiel sind, ist das sonst richtig schwierig.


    Lieber Gruß

  • Herzlich willkommen hier. Du wirst von einigen lesen, dass die Eltern genau diese Störung / Erkrankung in Kombi haben und was da alles passieren kann.


    Was mir sofort eingefallen ist - hast Du wenigstens eine Vollmacht? Grade wenn Immobilien im Spiel sind, ist das sonst richtig schwierig.


    Lieber Gruß

  • Hallo


    Und Danke für deine Antwort. Ja um die Vorsorgevollmacht habe ich mich sofort gekümmert als sie im Altersheim angekommen war und es ihr besser ging… immerhin das 😔

  • Hallo schwarzer Kater und erst mal vielen Dank für deine Antwort, zuerst möchte ich auf die Diagnose eingehen, die meine Mutter sicherlich deshalb bekommen hat, weil sie A in einer psychiatrischen Klinik war in einer Kur und B weil sie damals gegen ihren Arbeitgeber vorgegangen ist, um vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können. In dieser Klinik hat ihr der Arzt das tatsächlich diagnostiziert. Ich war auch sehr überrascht, diese Diagnose zu lesen, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte zwar gedacht, dass sie narzisstische Störung hat, hatte aber auch noch nie von einer solchen Diagnose gehört oder gelesen. Was eine Diagnose angeht, hast du sicherlich recht und ich werde mich darum einmal kümmern. Vielleicht erleichtert es mir auch den Umgang mit ihr, da ich mich ja immer wieder frage ist das Demenz, ist das Altersstarrsinn, oder wo kommt jetzt diese Verhaltensweise her. Das ist auch das, was mich Wahnsinnig verunsichert, und ich bin ja sowieso im Umgang mit ihr unsicher aufgrund unseres schon immer schwierigen Verhältnisses.

  • Hallo trinity ,

    erstmal "willkommen im Club". Nach deiner Schilderung bist du hier wohl genau richtig.

    Wenn du andere Themen hier mal länger lesen magst wie "wie geht es euch" o.a., wirst du viele sehr ähnliche Geschichten und Gedanken lesen. Die Wechselhaftigkeit, die sprachlichen Auffälligkeiten u.a.ist quasi normal. Kommt in das Altenheim deiner Mutter kein Neurologe, der eine Diagnose stellen kann? In "unserem" Heim alle zwei Wochen und man kann dann - in meinem Fall - meine Mutter auf die Besuchsliste setzen lassen mit einer Fragestellung.

    Allerdings ändert die Diagnose nicht viel, meine Mutter bekommt wegen der Demenz keine anderen Medikamente.. ich kann auch mit der Heimleiterin oder anderen Mitarbeitern über die Auswirkungen der Demenz sprechen, wie ich mit Situationen anders umgehen kann etc

    Meine Mutter vergisst schon einige Jahre meinen Geburtstag, das macht mir aber nichts, außer dass es mir ungewöhnlich auffiel, es liegt nun mal am nachlassenden Gedächtnis und ändert nichts an meiner Wertigkeit.

    Meine Mutter erkennt mich bislang meist noch, die letzten Wochen war ich mir nicht immer sicher. Wenn sie dich für ihre Mutter manchmal hält, bist du eben ein ihr vertrauter Mensch und natürlich sind die Veränderungen traurig, doch ich mache dann anschließend irgendwas nettes für mich oder kaufe mir ne gute Schokolade o.ä. - irgendwas , das einem gut tut als Belohnung oder Ausgleich.

    Zwischenzeitlich habe ich die Besuche reduziert zum Auftanken, manche hier profitieren auch von psychologischer Beratung, ich auch zuvor.

    Also wie gesagt, lies mal einiges hier, dann wirst du die Ähnlichkeiten feststellen, auch dass Narzissmus plus Demenz ne besondere Kombi sind.

    Alles Liebe für dich

    Rose60

  • Hallo Rose 60, auch dir erst mal danke für deine Antwort. Nein ein Neurologe kommt leider nicht regelmäßig ins Altersheim, ich habe tatsächlich eben mal angerufen und mir versucht einen Termin auszumachen bei dem Angehörigen Betreuer dort vor Ort. Der hat heute Urlaub aber ich werde das jetzt angehen, wir wollten schon lange über dieses Thema genauer sprechen, letztlich ist es auch so das es eh klar ist und auch das ist mir mehrfach schon gesagt worden, dass eine Diagnose letztlich nichts mehr bringt, meine Mutter erhält sowieso schon so viele Medikamente für ihre Diabetes für ihren Bluthochdruck, gegen ihre Depressionen, gegen ihre Schmerzen, da sie mehrfach gestürzt ist, in den letzten Jahren und sich alles mögliche gebrochen hat… Ich fürchte auch, da käme an Medikamenten tendenziell nichts mehr dazu, da es, wenn es eine vaskuläre Demenz ist ja sowieso eher Blutdrucksenker wären(die sie eh bekommt…,) oder irgendetwas in der Art… vielen Dank. Ich glaub ich werde mir hier einiges mal durchlesen, habe eben schon gemerkt, dass es einem hilft wenn man sieht, dass man nicht alleine ist und andere ähnliche Probleme oder die gleichen Probleme in bestimmten Bereichen haben. Vielen lieben Dank trotzdem jetzt schon mal.

  • Hallo Trinity15,


    gut das du den Weg in diesem Forum gefunden hast. Ich kenne es eigentlich nach Aussagen von zwei Neurologen so das sie gerne einen etwas höheren Blutdruck hätten als die "berüchtigten 120:80". Eben weil mit etwas mehr "druck" das Gehirn besser durchblutet wird dazu eher Blutverdünner um das Gehirn besser zu durchbluten. Aber das ist Sache der Ärzte. Eine entsprechende neurologische Abklärung wäre aber sicher sinnvoll.

  • Liebe Trinity15,

    auch von mir ein herzliches Willkommen im Club :)

    Einen ganz wichtigen Punkt des Forums hast du schon entdeck: es hilft unglaublich zu wissen, dass man hier verstanden wird, es gibt so viele nette Menschen mit gleichen oder ähnlichen Problemen und ganz viel Erfahrung darin.

    Ich selbst hab mit meiner Mutter auch die ein oder andere Erfahrung gemacht, aber zum Glück fehlen mir diese, was das Thema Narzissmus angeht.

    Bis jetzt erkennt meine Mutter mich noch, weiterhin noch meinen Mann und meine beiden Söhne. Aber leider kann sie ihre beiden süßen Urenkelinnen und auch die Mama dazu nicht mehr einordnen… noch nie gesehen meint sie, schade. Als diese Phase bei uns begann, war ich ziemlich am Boden zerstört .

    Da hat mir das Lesen hier sehr geholfen.

    In 2 Wochen hab ich auch Geburtstag und ich gehe davon aus, es wird mein erster Geburtstag sein, zu dem mir meine Mutter nicht gratuliert. Alles andere würde mich wundern. Es ist schon ein komisches Gefühl.

    Man muss lernen, damit umzugehen.

    Genauso dieses ständige Auf und Ab. Mal ein guter Tag und dann wieder nur Beschimpfungen und Vorwürfe. Ihre Depressionen machen alles nicht leichter.

    Ich vermute, da kommt auch auf dich noch Einiges zu. Es wäre schön, wenn du deinen Mann davon überzeugen kannst, dass er dich in der ganzen Sache doch irgendwie unterstützt bzw. entlastet. Das finde ich sehr wichtig, auch wenn er keinen direkten Kontakt zu deiner Mutter will. Letztendlich kommen immer wieder neue Herausforderungen, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat und dafür braucht man genug Kraft und Rückenhalt kann nicht schaden.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und gute Nerven für die kommende Zeit.

    Alles Liebe

    Stern

  • Hallo und danke für das Feedback.

    Ich möchte gerne etwas zum Narzissmus sagen…

    Tja narzisstisch ist meine Mutter leider schon ihr ganzes Leben lang, mit so einer Mutter groß zu werden war nicht wirklich einfach. Mit Anfang 20 bin ich soweit weg gezogen, dass ich aus ihrem unmittelbaren Dunstkreis entkommen bin, leider wusste ich mir anders nicht zu helfen. Ich bin mit 18 sehr schwer an Neurodermitis erkrankt und war dann mit 23 Jahren für 2 Monate zur Kur in der Schweiz, danach habe ich mich getraut weg zu ziehen… weil mir klar war worauf meine Haut so reagiert. Tatsächlich habe ich seitdem meine Neurodermitis sehr gut im Griff und kann es manchmal kaum glauben, dass es „so einfach war“…

    Tatsächlich ist das auch ein Punkt der mir jetzt zu schaffen macht, weil ich Angst habe selbst wieder krank zu werden…

    Die Diagnose aus der Klinik schwarz auf weiß in den Unterlagen meiner Eltern zu finden, als ich mein Elternhaus ausgeräumt habe, war für mich nur eine Bestätigung eines Verdachts den ich schon seitdem ich ca. 15 bin hatte (…) ich hatte nur früher keinen Namen dafür…

    Allerdings habe ich meine Art ihr gegenüber geändert nachdem ich mit mitte 30 eine 6 Jahre lange Therapie/ Psychoanalyse gemacht habe. Seitdem kann ich damit umgehen, habe den Kontakt wieder her gestellt und konnte mich abgrenzen… das wird halt jetzt zunehmend schwieriger, obwohl es letztlich genauso wichtig ist wie zuvor… noch hat meine Mutter eine Energie, die mich fast auffrisst, Wenn ich nicht aufpasse… Wie gesagt: heiße Kombi

    Wenn meine Mutter damals schon beginnende Demenz gehabt hätte, dann wäre sie mit 35/40 schon drin gewesen (oder noch früher wenn man meine (ältere) Schwester fragt… was generell möglich ist, aber sie ist heute 78…. Ich glaube dann gäbe es sie schon nicht mehr oder es wäre sicherlich viel schlimmer….

    Ich merke das es mir Wahnsinn gut tut hier auf so viele Menschen mit ähnlichen Problemen zu stoßen, man fühlt sich halt nicht mehr so alleine… dafür bin ich sehr dankbar.

    Ich werde jetzt mal mit dem Personal im Altersheim sprechen um für mich mehr klarierte herein zu bekommen und dann den schweren Weg gehen meine Mutter zu fragen ob sie sich auf Demenz untersuchen lassen möchte, denn ich denke das kann die erneuten noch alleine entscheiden…

    Danke für alle Tipps und Hinweise 😀

  • Stern0709 vielen lieben Dank für deine Worte… und auch dir viel Kraft weiterhin. 🫶🏻

    Wie schade dass deine Mutter ihre Urenkel nicht mehr kennt 😔

    Ich habe meinem Mann heute seit langem mal gesagt: ich kann nicht mehr… das hat ihm wohl ganz schön geschockt… Ich bin die Powerfrau (meine Mutter, 3 Familienhaus renoviert in 100km Entfernung, vorher den fast schon Messihaushalt aufgelöst, bin selbst Mama von einem weiblichen Pupertier und selbständig (…)) er hat mich mit Samthandschuhen angefasst, sowas hört er von mir eigentlich nie und JA ich muss ihn mehr in die Pflicht nehmen….

  • Hallo Trinity15,


    gut das du den Weg in diesem Forum gefunden hast. Ich kenne es eigentlich nach Aussagen von zwei Neurologen so das sie gerne einen etwas höheren Blutdruck hätten als die "berüchtigten 120:80". Eben weil mit etwas mehr "druck" das Gehirn besser durchblutet wird dazu eher Blutverdünner um das Gehirn besser zu durchbluten. Aber das ist Sache der Ärzte. Eine entsprechende neurologische Abklärung wäre aber sicher sinnvoll.

  • Hallo Trinity,

    Die Aufforderung an deine Mutter bzgl. Untersuchung würde ich aber definitiv anders formulieren, also nicht mit Verdacht auf Demenz begründen. Meine Mutter hat den Neurologen bei seinem ersten Besuch bei ihr im Heim rausgeschmissen, ihr Spruch war immer "ich lass mich doch nicht für verrückt erklären"..

    Ich denke "schwarzer Kater " meinte da eher Ausschlussdiagnose von anderen Prozessen im Hirn, die man anders behandeln könnte/müsste.

    Und ja, diese Situation ist auch für Powerfrauen eine ernsthafte Herausforderung, es reicht ja vermutlich schon, wenn dein Mann für dich da ist, etwas Schönes als Ausgleich mit dir unternimmt, du deinen Frust mal rauslassen kannst. Dafür muss er deine Mutter nicht mal sehen😉

    Liebe Grüße und gut, dass du hergefunden hast!

    Wir sitzen zwar irgendwie alle in "verschiedenen Booten", aber in 1 Rennen um es mal sportlich auszudrücken 😊


    Und "Vorsicht Falle": die Töchter von dementen narzisstischen Mütter neigen besonders dazu, sich wer weiß wie ins Zeug zu legen um von ihren Müttern doch noch irgendwann Anerkennung zu bekommen, die es früher nie gab... Wirklich retten können wir sie nicht

  • Liebe Trinity15.

    Auch ich habe die "Zusatzproblematik" einer narzisstischen Mutter. Und erst über das Forum hier mitbekommen, wie häufig diese Problematik besteht. Eine ganze Generation von Kriegsenkeln? Oder was auch immer die Störung bei unseren Müttern oder auch Vätern hervorgerufen hat.


    Wir sind hier wahrscheinlich alle ähnlichen Alters. Ich bin 56. Der Auszug von zu Hause lange her. Viele Jahrzehnte habe auch ich mir ein Leben aufgebaut, in dem die Eltern nur eine marginale Rolle gespielt haben. Bei Besuchen kann man die "Macken" aushalten und geht wieder ins eigene Leben zurück. Und dann kommt die Krankheit. Ich habe mich wie zurückkatapultiert gefühlt. Mit unsanftem Aufschlag.


    Teilweise hatte ich regelrechte Flashbacks aus meiner Kindheit... Ungute Szenen aus meiner Kindheit. Nach dem ersten Schock habe ich eine bessere Haltung dazu gewinnen können. Eine Chance darin zu sehen. Sich noch einmal selbst damit zu konfrontieren. Mit dem ganzen Familiensystem, das ja immer mitwabert. Therapeutisch stehe ich noch am Anfang. Aber ich habe die Zuversicht, dass ich durch diese Konfrontation auch aussortieren darf, was ich mitnehmen möchte in mein Leben und was ich zurücklassen darf.


    Auch ich bin viele 100 km weggezogen. Die innere Heimat nimmt man trotzdem mit. Und es fühlt sich schon jetzt zum Beginn der Therapie so an, als könnte ich hier die gesunde innere Distanz finden, die ich immer im geografischen gesucht habe.


    Du bist hier gerade erst im Forum angekommen... Und merkst jetzt schon wie gut es tut, dass du hier auf Menschen triffst, die ähnliche Vergangenheiten und Gegenwarten haben. Das hilft ungemein, auch wenn man alle Probleme letztendlich doch selbst lösen muss.


    Schön, dass Du die Gruppe hier mit Deinen Erfahrungen bereicherst. DANKE!

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Wir sitzen zwar irgendwie alle in "verschiedenen Booten", aber in 1 Rennen um es mal sportlich auszudrücken

    Danke Rose, für dieses schöne Bild. Leider habe ich den Eindruck, dass diese Boote nicht von uns gesteuert werden, sondern wir von einem Sog in den Abgrund gezogen werden.


    Und "Vorsicht Falle": die Töchter von dementen narzisstischen Mütter neigen besonders dazu, sich wer weiß wie ins Zeug zu legen um von ihren Müttern doch noch irgendwann Anerkennung zu bekommen, die es früher nie gab... Wirklich retten können wir sie nicht

    Danke. Genauso ist es.


    Trinity15 Töchter von Narzistischen Müttern werden zu Powerfrauen oder gehen unter.

    Auch kommen an ihre Grenzen

  • sondern wir von einem Sog in den Abgrund gezogen werden.

    Hallo Valentina, so sollte es tatsächlich nicht sein. Aus meiner persönlichen Sicht habe ich "das Boot" gesteuert zu einem passenden Zeitpunkt (mit Gipsarm und nach mehreren KKH Aufenthalten den Heimplatz für Kurzzeitpflege organisiert) und mit einiger psychol. Unterstützung und Beratung fühle ich keinen Sog mehr in den Abgrund. Das näher werdende Lebensende meiner Mutter, wann auch immer, ist ja naturgegeben und ich habe Strategien erarbeitet, wie ich davon nicht mehr so geschädigt werde und (halbwegs) oben bleibe. Sowas sind längere Prozesse, aber die Arbeit lohnt sich.

    Es gab einen Punkt, nachdem sie mich die ersten beiden Jahre hier immer verbal angegriffen hat, dass ich mir fest vorgenommen hatte die Verantwortung an eine rechtliche Betreuung abzugeben. Als sie mich nämlich wieder mal anfuhr, während wir sie zum Kaffee bei mir abgeholt hatten, hab ich sie (für mich ungewöhnlich) angefahren "dann pack doch deine Sachen und lass dich nachhause fahren!" - ab dem Zeitpunkt war es anders, in mir und auch bei ihr. Meine Grenze war noch angekommen..

    Also nochmal fürs Protokoll: nicht sich dem Sog überlassen!!

    Unser Leben läuft wohl eher selten nach Plan, aber das muss nicht das Ende sein, sondern vllt "nur" ein anderer Anfang, eine andere Weiche oder aufs Boot bezogen ein anderer Nebenfluss..

    Das reicht wohl mit Küchenphilosophie 😀

    Liebe Grüße an alle

  • Hier möchte ich auch mal ganz kurz wieder einhaken (meine Verfassung lässt derzeit aktiv Schreiben nur selten zu): Nach dem Tod meiner Mutter, da ich nun ganz viele Papiere und Fotos aus alten Zeiten, auch gemeinsamen Zeiten in Händen halte und durcharbeite (ja, es ist kein lockeres Anschauen und sich freuen) brechen so viele Dinge wieder auf, die ich auch v.a. durch immer große räumliche Entfernungen überwunden glaubte.

    Ich fühle plötzlich in manchem ihren Narzissmus ganz massiv - bei ihr war es ein verdeckter, bei meinem Vater ein sehr offener, durchaus Richtung maligner - und ich muss ganz viel jetzt in meinem Leben neu einsortieren - bis hin zur Partnerwahl.

    Gleichzeitig lösen sich aber auch die anderen Probleme mit meinen kranken Kindern/Schwiegerkindern nicht,

    Und es sieht nicht so aus, als würde eine davon irgendwann mit einem Happyend enden (... obwohl ... man weiß ja nie ...).

    da schließe ich mich an, auch dem letzten Funken Hoffnung...

    Der Zustand meiner Schwester besorgt mich auch, da die Tendenzen Richtung Demenz nicht wieder weggehen, also eher keine Belastungsfolge waren und auch meine Gesundheit zeigt mir derzeit neue Grenzen auf.

    Trotzdem will ich aus diesem Boot mit Euch nicht aussteigen, nur im Moment mehr ruhig mitfahren, manchmal mit Worten mitrudern, wenn ich glaube, etwas sagen zu können... Danke Euch.

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