Plötzlich wieder völlig klar im Kopf ?

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  • Hallo ihr lieben,

    Erst seit kurzem bin ich hier und habe mich „getraut“ meine Bedenken öffentlich zu vertreten. (Mama hat Demenz ?)

    Nachdem sie montags einem anwesenden Notar erklärt hat sie hätte nur einen Abkömmling (ich habe eine Schwester) und ich wäre die Patin von diesem Abkömmling (sie sprach von meiner Tochter) und mir in der gleichen Woche Freitag nicht zum Geburtstag gratuliert hatte, dachte ich: okay jetzt ist es eindeutig!

    Das ganze ist jetzt 2 Wochen her.

    Gestern hat sie mir erzählt ihre Schwester (im gleichen Altersheim) hätte sie angerufen (was sein kann weil sie ihr Zimmer nicht mehr verlässt), die Schwester die das Essen gebracht hätte, hätte zu ihr gesagt der Notar käme noch mal, der hätte eine Frage…

    Ich meinte das ist Quak… er kam natürlich auch nicht… meine Mutter meinte dann ich soll das mal klären. Ich: ja ich rufe den Notar an. Heute: Anruf bei mir zu Hause (also kann sie noch bei mir anrufen - wegen Geburtstag meine ich 😏) was denn jetzt wäre ob ich beim Notar angerufen habe und so weiter…

    1. keine Wortfindungsstörungen (sie bekommt sonst keinen Satz mehr hin ohne dass ihr ein Wort nicht einfällt)

    2. klare Sätze, Nix seltsames (auch fast nicht mehr so normalerweise)

    3. sie kann das Gespräch mit meiner Tante (Sonntag) und mit mir quasi wiedergeben… weiß noch alles ????

    Ich bin völlig irritiert… so klar habe ich sie - keine Ahnung wie lange - nicht mehr 2 Tage nacheinander am Telefon gehabt…

    Rede ich mir das mit der Demenz vielleicht nur ein, damit ich die erneuten Spitzen meiner narzisstischen Mutter besser ertrage? 😳

    Einmal editiert, zuletzt von Trinity15 ()

  • Liebe Trinitry, diese Zweifel, die Du grade erlebst, hatte ich auch immer wieder, meine Schwester noch stärker als ich.

    Es gab immer wieder Phasen, in denen unsere Mutter absolut eindeutig total verwirrt war, durchaus über einige Tage und Wochen.

    Urplötzlich gab es dann aber Situationen, in denen sie genauso klar wirkte, wie auch jetzt Deine Mutter: klare Sprache, Erfassen der Situation, Erinnerungen vorhanden - eigentlich unvorstellbar, dass das dieselbe Frau sein soll, mit der evtl. sogar am Tag vorher eigentlich kein sinnvolles Gespräch mehr möglich war, sie sich an nichts hatte erinnern können, nicht mal, wer wer ist...

    Aber doch, das ist bei Demenz möglich. Warum da diese fast an ein Wunder grenzende Verbesserung plötzlich auftaucht, weiß ich auch nicht, aber dass es immer wieder passiert, haben wir oft genug erlebt.

    Allerdings dann auch den schmerzlichen, oft noch heftigeren Absturz, wenn dieser Zustand zu Ende ging.

    Ich denke, hier werden Dir noch einige ähnliche Erfahrungen berichtet, aber ich sehe keinen Grund, dass Du an Dir und Deinen bisherigen Wahrnehmungen zweifelst.

  • Hallo Trinity,

    Ich verstehe deine Zweifel, kann aber Ecia zustimmen . Demenz ist nicht wirklich linear,sondern kann Wechsel haben.

    Meine Mutter ist fortgeschrittenen dement, letzte Woche hat sie erzählt, sie sei 28 Jahre (statt 93), heute konnte sie sogar ihr Geburtsdatum richtig angeben.,also sie wirkt nun kaum noch klar, aber eben diese Wechsel bleiben. Andererseits meine Frage: wurde mal ein CT vom Kopf gemacht? Das habe ich gerade nicht auf dem Schirm..

    Bei einer beginnenden Demenz können die Wechsel jedenfalls noch sein, daher glauben Außenstehende es auch oft nicht .

    Liebe Grüße

  • Hallo ihr lieben, erst mal danke für eure Antworten. Ob ein CT gemacht wurde weiß ich nicht, aber beim ausräumen meines Elternhauses habe ich MRT Bilder gefunden aus 2019 oder so, allerdings gibt mir der Arzt am Telefon keine Auskunft drüber was damals untersucht wurde und was dabei heraus kam… dazu müsste ich 120km fahren und mich dort in die Praxis setzen um etwas zu erfahren… habe schon überlegt ob ich noch mal eine email schicke und die Vorsorgevollmacht vom Notar dazu lege… 😏

    Ich habe ja schon seit ca. 4-5 Jahren den Verdacht, dass meine Mutter an Demenz leiden könnte… Es gab auch damals einige Hinweise. Sie hat damals schon viel vergessen, vieles mehrfach erzählt (auch kurz hintereinander), ist sehr oft gestürzt ohne dass man begreifen konnte warum… Ich denke dass mein Papa sehr viel aufgefangen hat. Das meine Mutter etwas gekocht hat dürfte locker 3 Jahre oder länger her sein, einkaufen war sie nicht mehr mit, sie ging schon vor Corona gar nicht mehr aus dem Haus, hat ihre sozialen Kontakte überhaupt nicht mehr gepflegt.

    Der Haushalt war ziemlich verwahrlost, sie hat aber nicht wahrhaben wollen dass sie Hilfe brauchen, wenn ich da war (ca. alle 2-3 Wochen) habe ich eingekauft, geputzt, Wäsche gewaschen… ich habe es selbst immer auf ihre körperlichen Defizite geschoben… mir kommen aber immer mehr Verdachtsmomente dass es eine Kombi war…

    Vor einigen Jahren ist sie auch oft und schnell aggressiv geworden, gerade wenn man sie auf etwas angesprochen hat (Mama das hast du doch schon erzählt…), da sie aber noch nie Kritik gut abkonnte und durchaus früher schon böse geworden ist, habe ich dem nicht allzuviel Aufmerksamkeit gegeben…

    Am Anfang im Altenheim war es extrem (ich glaube aber das war auch Delir von der OP Narkose). Da hat sie völlig wirres Zeug geredet, ständig geschimpft, nur im Bett gelegen… inzwischen ist sie im Altenheim angekommen und ruhiger und zufriedener…

    Seit einigen Wochen redet sie irgendwie überhaupt nicht mehr über ihren Mann (meinen Papa). Als ich ihr letzt sagte: Mama weißt du, dass der Papa und du letzte Woche Goldene Hochzeit gehabt hättet ???… reagierte sie seltsam, ich habe mich wirklich gefragt ob sie gerade gar nicht versteht wovon ich rede… dann hat sie sich „gefangen“ und ein betretenes Gesicht gemacht und ein, zwei Minuten später hat sie erzählt dass sie sich darüber 2022 noch unterhalten haben… und sie sich wohl gefragt haben ob sie das beide noch erleben… manchmal kommen dann so klare Sätze und dann wieder denkt sie wir hätten 2022 meinen Opa (ihren Papa- der aber 1973 gestorben ist) statt meinen Papa beerdigt.

    Dieses hin und her macht mich manchmal echt fertig, man schöpft Hoffnung (gerade weil sie ja als das Delir rum war wirklich viel klarer war… aber das ist jetzt eben über 1,5 Jahre her) …

    So wie gestern und heute habe ich die lange nicht erlebt und bin echt durch… meine Schwester glaubt ja sie Schauspielert und möchte mir mit den „Demenzattacken“ ein schlechtes Gewissen machen… Ich dachte eigentlich sie kann das alles nicht mehr steuern… ihr Anruf heute war (…) krass… da war wieder dieses: ich möchte das jetzt so und so: kümmer dich gefälligst… kann man das wenn man sonst so „kraftlos“ und unbeteiligt ist ???

  • Mh, eine Aufnahme von 2019 sagt nicht unbedingt etwas über das Jetzt aus, aber die Idee mit der Vollmacht an den Arzt per E-Mail ist doch sinnvoll...

    Ansonsten kannst du sicher deine Bedenken mit der Heimleitung oder zuständigen Mitarbeitern dort besprechen. Mir wurde das mehrfach angeboten und steht dir mit Vollmacht doch zu!! Sonst kommst du offensichtlich aus dem Gedanken Karussell nicht raus.

    Ich verstehe das, man will ja niemandem Unrecht tun. Das bringt jedenfalls mehr als wenn wir hier spekulieren..

    Diese Zeitsprünge deiner Mutter sind jedenfalls "normal" bei Demenz, besonders bei vaskulärer Demenz gibt es Phasen der gefühlten Erholung.

  • Liebe Trinity,

    ich finde dieses ständige AUF und AB bei der Demenz auch super anstrengend. Ich kenne das 1:1 von meiner Mutter. So wie du alles beschreibst, glaube ich nicht, dass deine Mutter dir bewusst sowas vortäuschen kann.

    Es ist die Krankheit. Solche extremen Schwankungen hab ich bei meiner Mutter seit letztem Jahr nicht nur tageweise, sondern sogar innerhalb einiger Stunden erlebt.

    Sie beschimpfte mich nachmittags am Telefon bitterböse, forderte sofortige Klärung von allen möglichen Sachen, weinte und wollte aus dem Fenster springen. Ich sagte ihr, wir beenden das Gespräch, ruh dich etwas aus und ich rufe später wieder an. 2 Stunden später, ich war immer noch fix und fertig, geht sie lachend an Telefon und weiß von allem nichts mehr!

    Mein Vater ist 2014 verstorben. Sie hat fast 10 Jahre kaum von ihm gesprochen und ich hab bewusst auch nicht davon angefangen, da sie schon länger depressiv ist. Seit 2 Monaten sucht sie ihn plötzlich. Gestern hat ihr angeblich jemand erzählt, dass er gerade verstorben ist und damit war das Drama perfekt. Wer dieser JEMAND ist, weiß sie nicht.

    Ich wurde beschuldigt, sie nicht informiert zu haben und letztendlich sagte sie: wenn dein Vater schon nicht da ist, dann muss doch wenigstens ihre eigene Mutter zu Hause sein.

    Auch wenn ich weiß, es ist die Krankheit, machen solche Situationen mich immer wieder fertig. Ich hab fast einen ganzen Tag gebraucht, um mich wieder einigermaßen zu erholen.

    Vielleicht bringen dir diese Zeilen ein kleines bisschen mehr Klarheit, was im Dschungel der Demenz so alles passieren kann. Es liegt auf jeden Fall nicht an dir!

    Du bildest dir auch nichts ein.

    Mir stellt sich allerdings immer öfter die Frage, verwechselt meine Mutter eventuell Traum und Realität oder wirft sie alles durcheinander? Vielleicht weiß ja hier in der Runde jemand etwas interessantes darüber??

    Liebe Grüße

  • Hallo Stern,

    Anfangs habe ich auch an Träume gedacht, quasi die gleichen Situationen mit Todesnachrichten habe ich auch erlebt, am nächsten Tag war angeblich die Mutter zu Besuch gewesen, das fordert.. die dementen Menschen erleben diese Situationen real, Halluzinationen aus unserer Sicht

  • Oh wow das klingt aber auch sehr anstrengend…

    Vielen Dank für deine Antwort, auch weil mir gerade dieses „Ich bin den ganzen Tag zu Nix mehr zu gebrauchen“ sooosoooo bekannt vorkommt….

    Irgendwie hilft es wirklich sehr zu wissen, dass auch andere solche Situationen kennen… obwohl man das ja niemanden wünscht, ist man trotzdem froh nicht alleine zu sein…

  • schwarzerkater danke für deine Gedanken und Ausführungen, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Wie du es so schön schreibst, nimmt es einen zwar nicht die emotionale Arbeit ab damit klar zu kommen, aber ich bin auch schon immer jemand die eben alles verstehen möchte und nicht nur einfach hinnehmen… da werde ich wohl noch einige Male an meine Grenzen kommen 😔


    Da Du und auch andere schon geschrieben haben, dass oft eine Verschlechterung folgte auf die „Hochs“ habe ich mal nachgedacht, denn weniger auffällige „Besserungen“ gab es ja auch schon mehrfach und ich habe eben leider festgestellt dass es danach meist dann erst mal wieder ganz schlimm war… davor fürchte ich mich jetzt schon wieder ein bisschen…

    Ich glaube das „Oma erzähl mal“ Buch, dass ich für meine Tochter gekauft habe, sollte ich künftig bei jeden Besuch raus holen und versuchen noch mit ihr befüllen zu können (…)

  • Ob ein CT gemacht wurde weiß ich nicht, aber beim ausräumen meines Elternhauses habe ich MRT Bilder gefunden aus 2019 oder so, allerdings gibt mir der Arzt am Telefon keine Auskunft drüber was damals untersucht wurde und was dabei heraus kam… dazu müsste ich 120km fahren und mich dort in die Praxis setzen um etwas zu erfahren… habe schon überlegt ob ich noch mal eine email schicke und die Vorsorgevollmacht vom Notar dazu lege… 😏

    Das Pflegeheim von Schwiegermutter wollte alle ärztlichen Unterlagen von ihren früheren Ärzten haben und hat sie auch bekommen. Ich glaube, wenn das Heim deiner Mutter den früheren Arzt anschreibt und um die Unterlagen bittet, bekommen sie das. Und mit Vollmacht kannst du die Unterlagen im Heim einsehen und mündlich um Auskunft bitten.
    Zum Auf und Ab: bei vaskulärer Demenz sind Hirnareale nicht wirklich zerstört, sondern chronisch schlecht durchblutet und quasi "verkümmert". Je nach Trinkmenge und Bewegung (?) oder durch neugebildete Blutgefäße funktionieren plötzlich Dinge, die vorher brach lagen. Bei Schwiegermutter kamen die von dir beobachteten Schwankungen wie Ebbe und Flut: Morgens war sie hochgradig verwirrt, am Nachmittag schien sie klar zu sein.
    Gruß Buchenberg

  • Hallo Buchenberg,


    Danke für die Infos, das ist durchaus hilfreich 😊

    Wegen der auf und ab‘s - sie hatte in den letzten 20 Monaten 2x „Ohnmachten“ - aus dem Rollstuhl gefallen und einmal vom Klo gekippt wo sie mehrere Minuten nicht ansprechbar war. Der Notarzt hat auch auf Schlaganfall „untersucht“ und mich gefragt ob ihr Mund sonst anders wäre - was ich bejaht habe… im KH ist angeblich nichts gefunden worden - beide Male.

    Am 01.01.24 konnte sie morgens auf einmal nicht mal mehr ihr Brötchen schmieren und hatte eine total verwaschene Sprache, erst am 02.01. kam dann die Hausärztin ins Altenheim, die schicke sie ins KH - die haben angeblich wieder nix gefunden. Ihre Vitalwerte wären gut (…)

    Ich habe mich schon oft gefragt ob das kleine Schlaganfälle waren… was ja für eine vaskuläre Demenz sprechen würde… vielleicht war der Verdacht 2018/2019 schon da, als das MRT gemacht wurde 🤷🏼‍♀️ ich tappe so im Dunkeln… habe das Gefühl die Ärzte haben gar keinen Bock dich näher damit auseinander zu setzen und wenn ich meine Mutter was frage, dann wird sie pampig oder weiß es nicht mehr… was das angeht dringe ich nicht zu ihr durch… manchmal denke ich: dann ist es eben so… und dann fühle ich mich natürlich wie ein Verbrecher und denke: Du wirst dir später ne Menge Vorwürfe machen…

  • Hallo Trinity,

    Warum solltest du dir später Vorwürfe machen? Du kannst doch an der Krankheit nichts ändern und der mentale Niedergang deiner Mutter liegt nicht in deiner Verantwortung.. oder wie meinst du das?

    Wenn du eine Vollmacht hast, würde ich im Heim deiner Mutter um Aufklärung bitten, ob sie eine Diagnose haben. Deine Mutter ist ja nicht umsonst dort.

    Und die Aussage deiner Schwester bzgl."Schauspielerei" finde ich unmöglich, als ob jemand Demenz vorspielt....

    Ich persönlich kann definitiv besser mit klaren Fakten leben und würde eine Diagnose wissen wollen. Für einen Test ist nach meiner Kenntnis ein Arzt/Neurologe zuständig.

    Meine Mutter hat den Neurologen anfangs noch rauskomplimentiert. Bei meinem Vater hatte sie noch geschimpft, dass er nicht zum Neurologen geht als die Demenz begann..

  • UPDATE:

    Heute wurde im Altersheim der MMST Test und der Uhrentest gemacht.
    MMST = 22 Punkte (wobei davon einer - naja - fast geschenkt wäre meinte der Physiotherapeuth (mit Zusatzausbildung zum Them Demenz) der Ihn gemacht hat.
    Uhrentest 2-3
    Klar der Mitarbeiter meinte: ich bin kein Arzt... aber das ist relativ eindeutig (...)
    Ich fühle mich tatsächlich "erleichtert" ? weil ich es mir eben nicht alles eingebildet habe...

  • habe das Gefühl die Ärzte haben gar keinen Bock dich näher damit auseinander zu setzen

    Hallo Trinity15,


    dieses Gefühl kenne ich sehr gut. Man selbst sucht Kontrolle. Ein Neurologe hat mir einmal gesagt "Wir können an ihrem Vater jetzt ganz viele, für ihn anstregende, Tests machen um herauszufinden ob es eine reine vaskuläre Demenz ist, oder eine Mischform (Vermutung des Neurologen) etc.." Dann wissen wir das ganz genau aber haben damit überhaupts nichts geändert. Oder wir lassen es einfach und ersparem ihm diese Anstrengung.


    Wie viele andere hier auch habe ich eine (laaaaange) Phase durchgemacht wo ich nach Gründen gesucht habe. Wo ich meinte mit diesem Vitaminchen, dieser Therapie etc könnte ich etwas grundsätzliches ändern. Vielleicht hat es geholfen, vielleicht habe ich den Krankheitsverlauf etwas verzögert. Sicher sagen kann ich es nicht.


    Was man sagen kann, Demenz ist leider eine absolute Wundertüte. Da kann ein Tag völlig klar beginnen und eine Stunde später werden die eigenen Kinder nicht mehr erkannt. Auch der Tag/Nach Rhytmus spielt eine Rolle, das sogenannte "Sundowning" (Unruhe bei Einbruch der Dunkelheit) war z.b. bei meinem Vater recht ausgeprägt. Deshalb waren auch die Sommermonate "leichter" als die Wintermonate. Wenn es bei deiner Mutter eine vaskuläre Demenz ist läuft es meist für Schübe hinaus. Kaum hat man sich auf eine Situation eingestellt kann (muss nicht) sich diese innerhalb weniger Tage wieder komplett verändern.


    Du machst das alles toll.

  • Hallo Sohn83,


    ja wahrscheinlich läuft es darauf hinaus... man möchte gerne die Kontrolle über etwas behalten... einer Situation wie dieser, in der man völlig "Hilflos" ist und sie einfach annehmen muss, muss man wohl auch akzeptieren lernen...
    Tatsächlich geht es mir mit einer gewissen "Sicherheit" also zumindest das es so ist wie es ist, im Moment besser (warscheinlcih bis zur nächsten Katastrophe...
    Und ich darf glaube auch lernen, dass jeder andere Grenzen hat.
    Ich hardere schon mit mir, weil ich Stress habe meine Mutter mit zu IKEA zu nehmen (ungefähr mit dem Rollstuhl 20 Fussminuten vom Altersheim weg) einfach weil meine Mutter öfter mal in die Hose macht... sicher könnte ich sie davon überzeigen eine Windel anzuziehen... aber was mache ich wenn Stuhlgang daneben geht (auch diese Sache hat sie nicht immer völlig unter Kontrolle) und wir gerade mitten in IKEA stehen... ?? Andere sind da glaube ich nicht so zimperlich wie ich... Inzu kommt, dass ich zeit meines Lebens eine schwierige Beziehung zu meiner Mutter hatte und es auch Jahre gab in denen ich den Kontakt komplett abgerochen hatte, mir fällt zu viel Nähe zu Ihr auch nciht wirklich leicht... auch das ist etwas, was ich lernen muss zu akzeptieren (und sie auch) vor 6 Jahren habe ich Sie erst überhaupt wieder an meinem Leben (zum Teil) teilhaben lassen... aber mein zu Hause, mein Mann... das sind alles Dinge die sie wohl nie wieder sehen wird... aber das hat sie selbst zu verantworten....

    Ich bin so schon absolut an meiner Grenze - mit Ihr und Ihrer Schwester, die ja im gleichen Altersheim ist und eine Alterschizoprenie hat (braucht auch alles kein Mensch...) .
    Das bedeutet ich habe mit mir und für mich auch einige Aufgaben vor mir... vielleicht bin ich auch deswegen jetzt eher erleichtert, weil ich endlich (gefühlt) eine Marschrichtung habe...
    DANKE noch mal für Deine Worte !!!

  • Hallo Trinity,

    In einigem finde ich mich wieder, was deine Beschreibung betrifft. Ich hatte zwar nicht den Kontakt ganz abgebrochen, aber doch auf Abstand und mag auch den engen Körperkontakt nicht. Ich finde dazu darf man definitiv stehen, ich kann meine Mutter nicht wickeln und will das nicht. Ich finde das nicht zimperlich sich das einzugestehen. Bei meinem Mann hat es mir zu seinem Lebensende nichts ausgemacht, nur spritzen konnte ich auch nicht.

    Also lass es mit Ikea, würde ich sagen..

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Tinnity, zunächst möchte ich mich den Gedanken und Einschätzungen der anderen hier anschließen. Bitte gehen Sie nicht über Ihre Grenzen!


    Sehr schön finde ich Ihre "Oma-erzähl-mal-Buch", je mehr Ihre Mutter abbaut, um so wertvoller wird diese Gesprächshilfe und die Erinnerung oder Reorientierung in ihr bisheriges Leben.


    Die Antwort auf Ihre Frage vor einer Woche haben Sie vermutlich schon gefunden: Gerade bei einer durchblutungsbedingten Demenz erleben wir häufig Schwankungen und eine unerwartete Klarheit, deren mögliche Ursachen sehr interessant sind, denn Sie zeigen, was vielleicht hilfreich für die Durchblutung des Gehirns ist.

    Ich lasse in diesen positiven Phasen gern den Blutdruck messen, aber auch ausreichende Getränke, bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente und ein entspanntes Zusammensein kann die Leistungsfähigkeit des Gehirns (zeitweise) erhöhen.


    Sie können das mal systematisch beobachten und dokumentieren... Mit Ihrem Verhalten hat es vermutlich sehr wenig zu tun.

    Gut ist, wenn Sie möglichst wenig mit Ihrer Mutter diskutierten oder Erinnerungen einfordern, da dies zu negativem Stress führt - ganz im Gegensatz zu dem "Oma-erzähl-mal-Buch".

    Auf der anderen Seite sind Schwindel, vermehrte Wortfindungsstörungen, kognitive Ausfälle, Störungen in der Gesichtsmuskulatur, kurzfristige Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen typische Symptome, die auf einen gravierende Unterversorgung des Gehirns hinweisen. Wenn dies von allein zurück geht, wird es manchmal als TIA bezeichnet - eine transischämische Attacke, bei der es dem Gehirn gelingt, die Versorgung von allein wieder herzustellen, ohne eine anhaltende Schädigung wie bei einem Schlaganfall.


    Vielleicht kann der Hausarzt diese Beobachtungen in seinem Behandlungsplan berücksichtigen.

    Ihr Martin Hamborg

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