Plötzlich wieder völlig klar im Kopf ?

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  • Hallo ihr lieben alle,

    Vielen Dank für eure Worte… Ja das „nicht über sie eigenen Grenzen gehen“, ist wohl ein Prozess des Lernens, den wir alle hier lernen müssen… und ja ich bekomme das auch von vielen Freunden immer wieder gesagt (…) Danke für euer liebevolles „noch mal darauf Stumpen“ 😊 ich werde mir Mühe geben…

    Heute war ich nach 3 Wochen wieder mal bei meiner Mutter. Im Altersheim war ein Magen und Darm Virus und etliche Bewohner (auch meine Mutter) waren betroffen… an Ostern war meine Schwester nach 4 Monaten mal wieder bei ihr und meine beste Freundin 2 Tage später auch…

    Leider habe ich heute eine Mama vorgefunden, bei der eine Demenz nicht mehr wegzudiskutieren ist…

    - sie hat inzwischen einen Latz um, offensichtlich kleckert sie zu arg beim Essen.

    - sie wollte von mir wissen wie es meiner Tochter geht (deren Name ihr nicht eingefallen ist… ich habe es nur geahnt dass sie nach ihr fragen möchte), dann hat sie nach noch einem Namen gesucht, meinen genannt und dann gesagt: ach ne das bist ja du…

    - dann habe ich das „Oma erzähl mal“ Buch geholt (…) 🫣 sie wusste so gut wie NICHTS… ich habe ihr dann mit meinem Wissen fragend auf die Sprünge geholfen… sie hatte sogar Probleme bei den Namen ihrer Eltern und beim Beruf ihrer Mutter, die Geburtstage ihrer Eltern wusste sie auch nicht mehr (nicht mal das Jahr)

    Ein älterer Mann (auch Dement), der immer im Aufenthaltsraum dabei sitzt, hat dann ab und zu etwas eingeworfen (irgendwas halt - was aber tatsächlich zum befragen gepasst hat- Lieblingsessen - Pizza oder so (also nicht Fußballspielen auf eine Essensfrage)) u und meine Mutter meinte dann: Mensch der weiß das noch alles… vorher hatte sie ihn schon mal gefragt ob er da nicht mal was sagen könnte, er wisse das doch bestimmt noch (…) 😵‍💫😔

    - sie hat mit den Händen genestelt (…), mehrfach wollte sie mir über die Backe streichen, ich habe dann irgendwann ihre Hand genommen und gedrückt, das hat ihr gut gefallen.

    Das war alles sehr ernüchternd.

    Die neue Ärztin der betreuenden Hausarztpraxis war dann grade da, mit ihr habe ich noch mal gesprochen, sie hat in die Akte geschaut und gesagt: im Oktober 2022 wurde ein CT gemacht als ihre Mutter gestürzt war, damals hat man schon gesehen dass die kleinsten Blutgefäße (?) verstopft seien links mehr als rechts, das würde ganz klar auf Demenz hinweisen… toll das ich das heute erst erfahre (…)

    Die Sache im Januar bezeichnete sie als TIA und meine: quasi noch mal Glück gehabt…


    Insgesamt war der Tag wirklich ernüchternd… ABER meine Mutter war glücklich, gut drauf, nett… das ist so viel wert, gerade wenn ich lese was manche von euch aushalten müssen…

    Allerdings weiß ich gar nicht ob ich ihr totalen Stress mache, wenn ich versuche das Buch weiter mit ihr auszufüllen… Ich glaube da muss ich genau hinschauen, wenn ich sie nicht frustrieren möchte 😔

  • Hallo Trinity,

    Die Phasen wechseln ja meist und wenn deine Mutter gerade von einem Infekt betroffen ist, wirkt es oft wie ein Schub - was sich aber wieder bessern kann..das habe ich schon mehrfach erlebt.

    Ja, es ist traurig mit anzusehen, es bleibt uns nichts anderes als es zu akzeptieren.

  • Wir (mein Mann und ich) haben sehr bald aufgehört, meine Mutter nach etwas zu fragen, sondern das komplette Gegenteil praktiziert: Wir haben immer gleich Zusatzinformationen mit geliefert. Beispiel: Ich kam morgens mit dem Frühstück und sagte "Hallo, ich bin die xxxx (Name) und bring das Frühstück." Das hat(te) den Vorteil, dass sie schneller informiert war und nicht in Stress geriet. Auch merkwürdige Aussagen von ihr habe ich im Prinzip nie offensichtlich richtig gestellt, sondern entweder die falsche Info einfach hingenommen oder die richtige Info unauffällig verpackt nachgeliefert.

    Wow! Ich finde diese Taktik sehr interessant und es funktioniert ja offensichtlich bei dir, liebe schwarzerkater.

    Meine Mutter erkennt aktuell noch meinen Mann und mich, aber den Rest der Familie leider nicht mehr. Da ist immer eine Erklärung nötig. Das funktioniert noch mit meinen Söhnen, also ihren Enkeln. Aber meine beiden Enkelinnen, Ihre Urenkelinnen, kann sie auch nach Erklärung nicht mehr zuordnen.“ Hab ich noch nie gesehen“ ist dann die Standardantwort.

    Auf jeden Fall find ich das oben beschriebene

    Herangehen sehr interessant und werde mir das unbedingt merken und bei nächster Gelegenheit ausprobieren.

    Danke für diesen tollen Tipp!

  • "Hallo, ich bin die xxxx (Name) und bring das Frühstück.

    Vielen Dank für den Gedanken Anstoß. Ich frage auch zu viel. Manchmal bringt es allerdings auch Erfolgserlebnisse... Das ist das Fragen nach alten Geschichten oder Fachwissen, was sehr gut abrufbar ist. Aber die Frage "wo sind wir hier?" ist natürlich überflüssig. Morgen werde ich ihn mit einem "Guten Morgen in K***" begrüßen. Soviel besser!!!

  • Hmmm sehr interessante Gedankengänge dazu…

    Ich bin nur traurig, da ich vieles nicht beantworten kann und so gerne für mich und meine Tochter (16) eine Erinnerung erhalten hätte… meine eigenen Großeltern sind 3von 4 bis zu meinen 2. Lebensjahr verstorben und die eine Oma die geblieben ist, war räumlich weit entfernt… manchmal bin ich so entwurzelt und es wie so schon gewesen alte Geschichten aufzuschreiben… aber Heute hatte ich echt das Gefühl, dass wird nix mehr 😔

  • Hallo Trinity,

    Wie meinst du "es wird nix mehr"? Die Demenz nimmt ihren Lauf, der Abwärtstrend ist klar, aber es gibt durchaus wechselnde Phasen und (bei uns)durchaus mal überraschende Momente. In der Vergangenheit hat meine Mutter sich noch sehr lange ausgekannt. Während eines Infektes ist nun kaum noch was abrufbar, aber wenn es überstanden ist, kommen wieder alte Erinnerungen auf.

    Jedesmal eine "Wundertüte" - das kann anstrengend sein, je nachdem wie man selbst "gestrickt" ist. Am besten man lässt sich bei jedem Kontakt überraschen und erwartet nichts.

  • Im Moment sind wir, mein Mann und ich, froh über jeden kleinsten Hinweis, den man irgendwie positiv nutzen kann. Meine Mutter ist gerade so krass drauf und bringt uns damit auch an den Rand der Verzweiflung. Es ist nicht mehr schön. Ich wünsche mir so sehr, dass sie noch ein paar „fröhliche“ Jahre hat, körperlich wäre es durchaus denkbar.

    Aber dieses aggressive Verhalten macht uns alle fertig.

  • Hallo Stern,

    Das wichtigste dabei ist: es ist nicht deine Verantwortung, sondern liegt (mit) an der Demenzerkrankung!

    Das darfst du dir immer wieder sagen.

    LG

  • Liebe Stern, Rose und SchwarzerKater -


    Ihr wisst ja aus meinen früheren Berichten, wie bösartig und aggressiv meine Mutter mir gegenüber war. Je weiter die Demenz fortschritt, desto mehr reduzierte sich das, zum Schluss sprach sie überhaupt nicht mehr. Es ist jetzt knapp 9 Monate her, dass die Aggressivität mir gegenüber aufhörte. Aber: Ich bin immer noch nicht drüber hinweg. Mit fallen immer noch die bösartigen Worte und Unterstellungen (Diebstahl ihres Geldes, ich würde sie verhungern lassen wollen, usw. usw.) eiin. Auch wenn wir nach außen hin stark wirken, es gibt diese Momente, in denen alles wieder hochkommt. Und manchmal sitze ich da und die Tränen kommen. Es dauert, bis man so viel Gift verarbeitet hat - lasst euch Zeit, sprecht mit Freunden, professionelle Hilfe hat mir gut getan. Ich wünsche euch das aller-aller Beste. Ihr seid stark!

  • Ja ihr Lieben, ihr habt so Recht!

    Dieses versprühte Gift muss man erstmal verarbeiten. Es bleibt schwierig. Ich hatte auch eine Zeit lang nur noch zwei mal pro Woche angerufen und das ging relativ gut. Meine Mutter kommt schon seit ein paar Monaten nicht mehr mit ihrem Telefon klar und dadurch war dann Ruhe. Jetzt ist sie auf den Trick gekommen, die Damen vom Pflegedienst zu zwingen, bei mir anzurufen, wenn sie grade bei ihr sind. Deshalb hab ich den geballten Frust täglich. Das ertrage ich nicht und das werde ich dem Pflegedienst auch so sagen.

    Ich bin wirklich froh, dass ich hier so gut verstanden werde und eure Worte tun mir gut. Danke!

    Ich habe allergrößte Achtung vor allen, die ihre kranken Angehörigen zu Hause pflegen!!

  • Auch wenn wir nach außen hin stark wirken, es gibt diese Momente, in denen alles wieder hochkommt. Und manchmal sitze ich da und die Tränen kommen. Es dauert, bis man so viel Gift verarbeitet hat - lasst euch Zeit, sprecht mit Freunden, professionelle Hilfe hat mir gut getan. Ich wünsche euch das aller-aller Beste. Ihr seid stark!

    Danke für diese Sätze !!!! 🫶🏻

  • Hallo Trinity,

    Wie meinst du "es wird nix mehr"? Die Demenz nimmt ihren Lauf, der Abwärtstrend ist klar, aber es gibt durchaus wechselnde Phasen und (bei uns)durchaus mal überraschende Momente. In der Vergangenheit hat meine Mutter sich noch sehr lange ausgekannt. Während eines Infektes ist nun kaum noch was abrufbar, aber wenn es überstanden ist, kommen wieder alte Erinnerungen auf.

    Jedesmal eine "Wundertüte" - das kann anstrengend sein, je nachdem wie man selbst "gestrickt" ist. Am besten man lässt sich bei jedem Kontakt überraschen und erwartet nichts.

    Rose60 ich meine in dem Moment (lies es noch mal bei mir, dann siehst du es…) ich hoffe schon sehr, dass ich mit ihr öfter noch etwas in dem Buch ausfüllen kann, aber ich möchte sie auch nicht überfordern…

    Das finde ich wirklich schwierig.

  • Hallo Magret,

    Was ist das denn jetzt? Erst Empathie vorgeben und dann eine persönliche Zurechtweisung mit deinem letzten Satz bzgl.vermeintlicher Allwissenheit??? Ich bin Laie wie alle anderen außer den Admins. Auf diesem Niveau kommunizieren wir bislang in diesem Forum nicht.

    Vorschlag: einfach meine Texte nicht lesen 😉

  • Ui. Was ist denn hier passiert? Ich habe Rose die ganze Zeit positiv und empathisch "genossen". Auch ich habe Reaktionen gelesen, die nicht immer dem Erhofften entsprachen. Dennoch sind es genau diese Hinweise, die den eigenen Standpunkt in Frage stellen. Dafür bin ich allen sehr dankbar. Denn nur das bringt eine*n nach vorn.

    Liebe Grüße Sabine

  • Oh ha, was ist los? Ich empfinde Rose keineswegs als negativ. Im Gegenteil, sie stellt oft sehr sachlich ihre Gedanken und Tipps da, die ihr helfen. Grade wenn man im hamsterrad steckt sind diese Einwände hilfreich. Finde ich.

  • Ich glaube, wir sind alle in einer Stituation, die uns stresst. Vielleicht sollten wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ich bin auch noch dabei, mich an empfindliche Reaktionen zu gewöhnen. Nicht alles, was auf den ersten Blick aussieht, wie Kritik, ist auch welche, und schon gar nicht bösartige. Darüber hinaus schließe ich mich den Worten von Sabine67 an.

  • Reaktionen gelesen, die nicht immer dem Erhofften entsprachen. Dennoch sind es genau diese Hinweise, die den eigenen Standpunkt in Frage stellen

    Das finde ich auch. Manchmal verbeißen wir uns wahrscheinlich alle in eine Sache und jemand anders muss uns wach rütteln oder zum Nachdenken bringen.

  • Hallo zusammen,


    ich habe Rose60 Beiträge immer als emphatisch und reflektiert erlebt und ich bin schon eine ganze Weile in diesem Forum unterwegs.

    Aber irgendwie haben deine Antworten immer so viel negatives an sich.

    Ich denke, wenn Du @Magret die Beiträge von Rose60 als "negativ" empfindest, liegt das an Deiner Wahrnehmung und nicht an Rose60s Absichten. Ich habe es immer so verstanden, dass der Sinn dieses Forums - unter anderem - darin liegt, sich eben alles von der Seele schreiben zu dürfen,weil uns das einfach gut tut.

    Manchmal lese ich Beiträge und denke mir meinen Teil und bin dann einfach ruhig. Man muss ja nicht unbedingt zu jedem Beitrag was kommunizieren, es gibt immer die Option seine Gedanken für sich zu behalten. Nix für ungut.

    Allen eine schöne Woche, ich geh' jetzt zur Arbeit, SunnyBee

  • Manchmal lese ich Beiträge und denke mir meinen Teil und bin dann einfach ruhig.

    Geht mir auch so, mache ich auch so. Aber tatsächlich ist mir von Rose noch nie ein Beitrag negativ aufgefallen.

    Ansonsten kann ich mich mal wieder nur noch meinen Vorschreiberinnen anschließen und hoffe, dass sich die Wogen wieder glätten.

  • Danke an die, die mich schon länger " kennen"❤️ ❤️ ❤️

    Hab schon etwas gezweifelt. Die schriftliche Kommunikation hier kann Fluch und Segen zugleich sein . Besonders wenn ich mal relativ knapp antworte, kann es vllt abgebrüht wirken oder jemanden auf dem falschen Fuß erwischen, der/die etwas zwischen den Zeilen liest, was vom Schreiberling sachlich und wertfrei gemeint ist.

    Damit für heute liebe Grüße an alle!

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