Leistung nach SGB 5 / Pflegegrad 2

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Sehr geehrte Damen und Herren,


    ich habe eine rechtliche Frage zum Thema Pflegegrad 2 / Leistung nach SGB 5:


    Meine Mutter hat seit Juli 2023 Pflegegrad 1. Am 2.1.24 ist sie gestürzt und hat sich die Hand gebrochen. Wir benötigten schnell Hilfe und haben über den Hausarzt ein Rezept über Behandlungspflege (Messen, Spritzen bei Diabetes) und Grundpflege (Anziehen und Waschen) erhalten, das von einem Pflegedienst geleistet wurde. Zeitgleich haben wir die Erhöhung auf Pflegegrad 2 beantragt, da meine Mutter mehrfach gestürzt ist und die Hand nie wieder so wird wie zurvor. Der Pflegegrad 2 wurde Anfang Februar bewilligt. Darüber ist der Pflegedienst (leider nur telefonisch) informiert worden.


    Nun erhält sie eine Rechnung über 1.800,-, da die Krankenkasse nur das Messen und Spritzen bezahlt hat (in Rechnung gestellt wurden 2 Mal am Tag Leistungsgruppe 1 à 10,84 und 1 Mal pro Tag Tageshöchstsatz § 37, 1a). Auf meine Nachfrage bei der Pflegekasse teilte mir diese mit, dass der Pflegedienst die Rechnung splitten soll und die häusliche Grundpflege über die Pflegekasse abrechnen soll. Der Pflegedienst weigert sich aber, mit dem Hinweis, die Rechnung sei schon "vollendet/eingereicht" sei. Ich vermute, dass der Pflegedienst über SGB V höher abrechnen kann und sich daher weigert die Rechnung an die Pflegekasse zu stellen. Ansonsten ist der hohe Betrag kaum zu vertreten, da wir dieselbe Leistung zur Zeit vom gleichen Pflegedienst beziehen und das Geld vom Pflegegrad dafür angeblich ausreicht.


    Wie ist da die Rechtslage? Welche Möglichkeiten haben wir? Oder muss meine Mutter die Differenz von 1800,- tatsächlich bezahlen? An wen kann ich mich wenden?


    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!


    Mit besten Grüßen

    T. Hönig

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Tanja H.,


    seit 2016 gibt es den erweiterten Anspruch auf häusliche Krankenpflege - auch Unterstützungspflege genannt - für Personen, die nicht pflegebedürftig sind oder maximal Pflegegrad 1 haben, für bis zu 4 Wochen und wenn keine andere Person im Haushalt die Pflege übernehmen kann. Dazu gehört auch die Hilfe bei der Grundpflege.


    Hat Ihre Mutter einen schriftlichen Bescheid über die Bewilligung der häuslichen Krankenpflege erhalten? Meines Erachtens müsste zunächst gegen die Entscheidung der Krankenkasse vorgegangen werden, Ihrer Mutter die Kostenübernahme für Grundpflege zu verweigern. Denn im Januar 2024 hatte sie noch keinen Anspruch auf die Leistungen des Pflegegrades 2.


    Es ist wahrscheinlich das Beste, wenn sich Ihre Mutter (oder Sie in Vertretung) zur persönlichen Beratung an die Verbraucherzentrale oder einen Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe wenden. Die Berater oder Beraterinnen können dann, nach Sichtung des bisherigen Schriftverkehrs, einschätzen, ob ein Widerspruch gegen die Entscheidung der Krankenkasse möglich und sinnvoll ist und ob eventuell eine Teilung der Kosten machbar wäre.


    Nach meiner Erfahrung sollte es kein Problem für den Pflegedienst sein, eine Rechnung zu korrigieren und die Kosten gegebenenfalls zu splitten. Auch diese Frage könnten Sie in einer persönlichen Beratung klären. Wenn der Pflegedienst bei seiner Weigerung bleibt, lohnt es sich vielleicht, einen Rechtsanwalt einzuschalten.


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!