Umgangsformen im Pflegeheim

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  • Hallo,


    ich wusste jetzt nicht wie ich das Thema nennen soll, aber im Grunde trifft die Überschrift doch den Punkt.

    Folgende Situation, meine Mutter ist jetzt gute 3 Monate im Pflegeheim. Soweit so gut, es gab einige Hürden am Anfang, inzwischen hat sich manches geregelt.


    Was mir in letzter Zeit ein paar Mal im Umgang mit den Bewohnern/Bewohnerinnen aufgefallen ist, einige Pflegekräfte sprechen die Leute nicht mit "Sie" an sondern mit "du". Bei meiner Mutter war das auch schon der Fall. Da meine Mutter schlecht hört bzw. manchmal nicht so recht aufpasst, hat sie das gar nicht bemerkt. Teilweise wurden auch schon Vornamen benutzt.

    Bin ich empfindlich? Ich finde das nicht so recht korrekt bzw. auch etwas respektlos. Mir würde im Traum nicht einfallen einfach so eine Person zu duzen ohne deren Einverständnis. Natürlich kann ich nicht sagen ob einige das so wollen oder überhaupt bemerken.


    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass meine Mutter das nicht möchte. Angesprochen habe ich sie darauf noch nicht, da ich keine schlafenden Hunde wecken wollte. Sie hat sich mittlerweile etwas akklimatisiert und das möchte ich nicht so recht torpedieren.


    Ist das überall so? Die Pflegedienste die zu uns heim gekommen sind früher haben das nie gemacht. Wie sind hier die Erfahrungen zu diesem Thema?


    Viele Grüße

  • Hallo Man_in_the_mirror -- ich kann mir gut vorstellen, dass es dich stört. Im Heim meines Vaters sind die Pfleger enorm freundlich und respektvoll, da würde nie jemand "Du" zu den Bewohnern sagen. Zuvor war mein Vater lange in der Gerontopsychiatrie, und einer der Pfleger sprach ihn mit auch mal mit "Du" und der Koseform seines Vornamens an. Das ging aber eher so in die Richtung bayerische Wirtshausgemütlichkeit und hat die Situation entspannt. Dementsprechend fand ich es damals positiv, wenngleich es sicher nicht den Regularien entsprach. Wenn es aber eher abschätzend wäre, dann hätte ich auch ein Problem damit.

  • Hallo zusammen,

    ich finde es auch respektlos und nicht korrekt. Allerdings weiß man auch nicht, ob diejenigen Pfleger/innen sich eventuell mit deinem Vater aus das DU geeinigt haben.

    Bei meiner Mutter ist es haargenau so. Bis auf eine Pflegerin wird sie von allen anderen mit SIE angeredet. Die sagt dann z. B. „meine liebe“. Meine Mutter hat sich dazu noch nie geäußert, obwohl ich mir entsprechend ihrem früheren Leben vorstellen könnte, dass es ihr nicht passt. Ich hab es dabei belassen und ich werde die schlafenden Hunde ruhen lassen..

    Liebe Grüße

  • Im Pflegeheim meiner Mutter (dörflich, extrem familiär angelegt) duzen sich ALLE miteinander und nennen sich beim Vornamen. Ich habe das anfangs ein bisschen erstaunt zur Kenntnis genommen, jedoch gleichzeitig die liebevolle Grundstimmung erkannt. Meiner Mutter war es komplett egal (wirklich), wohingegen sie die Grundstimmung sehr mochte. Und alle anderen wirken auch zufrieden. In Grenzen darf da jeder machen, was er möchte.


    Ich werde zwar (noch) gesiezt, aber inzwischen wurde ich so mehr und mehr von manchen Pflegerinnen quasi in die "Familie" "eingemeindet" ... so werde ich bspw. umarmt, wenn ich komme und die Gespräche sind sehr zwanglos.


    Ich bin persönlich in einem Bereich tätig (weltweite Kontakte), wo die Grenzen zwischen Du und Sie immer mehr verschwimmen. Das gefällt nicht allen (v.a. in Deutschland) gleich gut, ich persönlich habe aber kein Problem damit, wenn der menschliche Kontext stimmt.


    Ich weiß eigentlich nicht, welche Vorlieben meine Mutter zu nicht dementen Zeiten hierzu hatte. Fakt ist, dass sie sich in dem Heim wohlzufühlen scheint (sie spricht nicht mehr und kann es nicht sagen) und sie manche Pfleger richtig gern hat, so dass sie ihnen auch mal über die Hand streichelt. Da freuen sie sich drüber, und das beweist mir, dass sie meine Mutter lieb haben. Und mehr wünsche ich mir nicht für sie.


    Wenn es ein Problem für mich wäre, könnte ich meine Mutter nicht da lassen. Oder ich müsste/würde es den Pflegern gegenüber ansprechen. Ich wurde aber über den Grundkonsens des Heims aufgeklärt und mir wurde geraten, es halt erst mal zu probieren.


    In einem vorigen Heim (Kurzeitpflege) war alles per Sie und im Grunde auch nicht schlecht. Nur meine Mutter passte da leider nicht rein, weil sie sich ständig gegängelt fühlte und sie benutzte ein Bad gemeinsam mit einer anderen Bewohnerin. Das brachte sie an den Rand der Verzweiflung.


    So unterschiedlich können Bedürfnisse und Vorlieben sein.

  • Mit meiner Mutter hat sich mit Sicherheit keiner auf ein "Du" geeinigt, dazu kenne ich meine Mutter zu gut. Sie ist eher eine distanzierte Person.


    Natürlich möchte ich keinen Stress auf der Station machen, gerade weil ich ab und zu schon mal was reklamiert habe. Ich beobachte das jetzt noch etwas und schaue weiter.

  • Wenn es für alle passt ist es doch okay. So wie du das beschreibst ist das alles sehr liebevoll.

  • Im Pflegeheim meiner Mutter werden die Bewohner gesiezt und wenn sie den Bewohnern auf dem Flur begegnen, sagt man bewusst nicht nur den kurzen Gruß, sondern "Hallo, Frau/Herr xy". Das gefällt mir sehr gut. Das hat für mich auch mit Respekt zu tun und ohne Absprache finde ich es nicht OK einfach zu duzen - wenn es allgemeine Regel ist, natürlich OK bei Einverständnis.

    In der jüngeren Generation ändert sich das offensichtlich, selbst auf höherer Ebene teilweise, aber alles mit Absprache. Und die ältere deutsche Generation ist da eben noch anders gestrickt.

    Mein Vater hat z.B.von sich aus selbstverständlich alle Ärzte und Pfleger geduzt, nach meinem Ermessen bewusst, damit sie bloß nicht sowas wie Respekt vermuten, sowas war typisch für ihn

    Aber Man_in_the_mirror : ich würde das ansprechen bei der Pflegeleitung o.ä. Für mich hat es was mit Würde zu tun.

    Und warum nicht solche Kritikpunkte anbringen, sie sollen doch ruhig wissen, dass du dich kümmerst. Auch in der Schule haben manche Eltern solche Bedenken zuviel zu meckern, dass es die Schüler dann ausbaden müssen. Das sehe ich anders, war selbst Lehrerin und habe gestaunt, wie zurückhaltend Eltern selbst bei unmoglichem Verhalten von Kollegen waren. Da sind Schüler manchmal schutzlos und für den Schutz der zu Pflegenden sind wir nun mit zuständig.

    Sie sollen sich wohlfühlen, nicht mehr und nicht weniger

  • Ich finde es gelinde gesagt übergriffig, wenn Pflegekräfte Bewohner*innen ungebeten duzen. Das ist respektlos und kann herabwürdigend sein. Etwas anderes ist es, wenn nicht demente Bewohner*innen Pflegekräften das "Du" anbieten und die darauf eingehen.

  • Sie sollen sich wohlfühlen, nicht mehr und nicht weniger

    Liebe Rose, ich komme gerade aus dem Pflegeheim und habe es heute mal gezielt beobachtet: Dort ist ein Umgangston, wo absolut jeder redet, wie ihm "der Schnabel gewachsen ist", aber insgesamt freundlich, denn darauf wird sehr geachtet (wie hier auch ;) ). Es wohnen übrigens auch jüngere Bewohner da (geistig etwas eingeschränkt, aber total lustig und cool).

    Wir saßen am Kaffeetisch und haben gescherzt und gelacht. Das war sehr nett.

    Aber ich gebe euch recht: Ein unangemessen übergriffiges und nicht wertschätzendes Du geht gar nicht.

  • Hallo zusammen,

    meine Mutter ist auf der beschützten(geschlossen) Abteilung eines Pflegeheims. Dort wird auch geduzt und gesiezt ohne Nachfrage was ok wäre. Mein Eindruck ist, dass dies als eine Art Machtinstrument genutzt wird um den Bewohnern auf respektlose Weise ihre Ohnmachtsstellung vor Augen zu führen. Sobald nur der geringste Hinweis gegeben oder die kleinste Frage von Angehörigen gestellt wird, ist Tage - teils Wochenlang höchstbeleidigte Stimmung…darum sage ich fast garnichts mehr außer ein knapper Gruß - so scheint es gewünscht und nach 1 1/2 Jahren Kampf meinerseits (bzgl vieler Themen medi/pflege…) kann ich nun nicht mehr- und gebe klein bei da ich klar sehe dass ich meiner Mutter indirekt damit schade

  • Mein Eindruck ist, dass dies als eine Art Machtinstrument genutzt wird um den Bewohnern auf respektlose Weise ihre Ohnmachtsstellung vor Augen zu führen.

    Liebe Petra15, ja genau das ist der "Punkt". So was gibt es in allen Bereichen, wo man als Mensch immer oder partiell auf andere angewiesen ist (Lehrer - Schüler, Dozenten - Studenten, Ärzte/Krankenschwestern - Patienten, Behörden - alle Menschen usw. usf.).

    Je älter man selbst ist, umso häufiger ist einem eine so überhebliche Art selbst schon begegnet.

    Diejenigen, die so subtil bis offen so respektlos agieren, tun dies häufig so automatisiert, dass sie eine Kritik daran gar nicht verstehen und dann ggf. noch beleidigt reagieren. Sie halten es für völlig normal, die anderen ihre Unterlegenheit spüren zu lassen.


    Duzen vs. Siezen ist lediglich EIN Symptom dieses Verhaltens. Und wenn man das nun daran allein festmacht, ändert sich meistens nicht viel. Dann sagen sie halt "Sie", aber auch damit ändert sich ihr Verhalten nicht.


    Eine grundlegende Änderung tritt m.E. erst dann ein, wenn der Faktor "Persönlichkeit" (Empathie, richtiges Maß an Altruismus, Menschlichkeit ... halt alles, was man braucht) bei der Einstellung von Pflegepersonen (etc.) eine größere Rolle spielt.

    Man könnte das auch in der Ausbildung stärker thematisieren und/oder dafür sorgen, dass die sog. Entscheidungsträgerinnen, die andere einstellen, ein Auge darauf haben, wen sie da ins Boot holen.


    Übrigens: Sollten wir selbst auf irgendeinem Gebiet andere einstellen können, die mit Menschen zu tun haben, so können wir bewusster die menschliche Eignung prüfen. Ich habe das bspw. auf einem anderen Fachgebiet gemacht. Es ist gar nicht mal so schwer. Und meine Tochter tut es heute auch auf ihrem Gebiet .... mit großem Erfolg.

    Man kann selbst nur punktuell etwas ändern. Aber es wäre m.E. sehr dringend.


    Hierfür ist z.B. dieses Forum auch wichtig. Es lesen hier Verantwortliche für den Pflegebereich mit, die Änderungen bewirken können ... und wenn es auch nur langsam voran geht.


    Liebe Petra, hoffentlich sind im Heim deiner Mutter auch freundlich zugewandte Menschen, denen ihre Arbeit eine Herzensangelegenheit ist? Das würde ich euch sehr wünschen.


    Klar gibt es auch bei uns im Heim Personen, die einem mehr oder auch weniger ans Herz gewachsen sind. Aber die Grundstimmung ist super. Manche haben einen raueren Ton an sich, andere einen liebevolleren. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um ihre Schützlinge sorgen und das spüren diese natürlich, so dass sich alle gut aufgehoben fühlen.

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, tatsächlich wird das DUTZEN im Heim auch von Fachleuten unterschiedlich bewertet. Voraussetzung ist aber der gegenseitige Respekt und das Ziel jede Gewalt in der Pflege zu vermeiden. Wir sprechen von Gewalt, wenn jemand durch das DU abgewertet, bevormundet usw. wird und wenn Macht ausgeübt wird - so wie Sie es, Petra15 beobachtet haben.

    Aber es ist auch nicht richtig, wenn sich jemand sich durch das "Sie" und den Nachnamen nicht gemeint und angesprochen fühlt, z.B. weil der (angeheiratete) Name vergessen wurde.


    Ich gehöre zu den "Strengen" und habe das "Dutzend" auf den Index, die Liste der Verbotenen Worte gesetzt. Nur einmal habe das Du eines alten (nicht-dementen) Mannes angenommen. Dabei habe ich mich immer unwohl gefühlt und es offiziell zurückgenommen, als er mich kumpelhaft ansprach: "Hier Martin hast Du 1000 Mark, besorge mit bitte ein Mittel dass ich sterbe ..."

    Unzählige Menschen mit Demenz haben mich gebeten, "sag doch bitte Du zu mir..." Es hat meiner Arbeit als Psychologe nicht geschadet, dass ich beim "Sie" geblieben bin.


    Hintergrund, war dass ich in hauptsächlich in einem "integrativen" Konzept tätig war, d.h. Menschen ohne Demenz und mit Demenz in unterschiedlichen Phasen leben zusammen. Wenn ich dort einen Menschen mit Demenz "dutze", weiß ich nie, was bei den anderen ankommt: "die Frau X wird mit dem Du bevorzugt, er hat ein besseres Verhältnis zu ihr..." oder "wenn ich dement werde, hat hier keiner Respekt vor mir, so wie bei Frau X"


    Bei den Pflegekräften bin ich nicht so streng, denn mit dem "Sie" ist eine intime pflegerische Begegnung und palliative Pflege gerade bei Menschen mit Demenz oft nicht möglich. Aber dann muss das "Du" m.E. in der Pflegeplanung vermerkt sein.


    In einer Demenzeinrichtung - wie sie schwarzerkater beschreibt - gehört das "Du" zum Konzept für einen personenzentrierten wertschätzenden Umgang und das "Sie" ist die geplante Ausnahme. Die Mitarbeitenden sind in der Regel darauf sensibilisiert, dass das "Du und Sie" in einem wertschätzenden Menschenbild genutzt wird und nicht als Machtinstrument.


    Bitte sprechen Sie Ihre Beobachtungen mit der Heim- oder Pflegedienstleitung an, jedes Haus sollte Regeln haben und reflektieren. Im Zweifel können Sie sich auch bei der Heimaufsicht informieren oder diese beratend hinzuziehen.

    Ihr Martin Hamborg

  • Guten Tag Herr Hamborg,


    vielen Dank(auch an die Anderen!) für die ausführliche Antwort!

    Ich sehe das ähnlich wie Sie und denke dass das Ungleichgewicht welches zu Pflegende eh schon erdulden müssen nicht noch von was auch immer getoppt werden sollte.

    Ich habe meine Mutter jetzt seit 1/23 auf der geschlossenen Abteilung eines kleinen Seniorenheims in Süddeutschland.

    Der Platz war extrem schwer zu bekommen.

    Demenzstationen/WG o.ä. gibt es kaum im Süden.

    Ich war schon einmal hier auf dem Portal, Anfang 2023.

    Ich habe mich daraufhin tatsächlich an diverse Stellen BIFA , heimaufsicht, andere Heime, usw gewendet. Auch an die behandelnden Ärzte.


    Im Endeffekt ging alles schief. Meiner Mutter ist in einem unschönen Zustand.


    Ich habe bedenken auch nur noch irgendetwas zu sagen , da es immer nur schlimmer geworden ist (sogar die Heimaufsicht scheint zu kuschen).


    Herr Hamborg, könnte ich ihnen mal direkt schreiben?


    Beste Grüße

  • Lieber Herr Hamborg, ich musste schmunzeln bei Ihnen Worten über das Thema Siezen, da ich ebenfalls eine Verfechterin des Siezens gegenüber meinen Studenten und Doktoranden war und bin... aus den gleichen Gründen wie Sie (weibliche Formen oben mit gemeint). Aber ich lerne gerade anhand des Pflegeheims meiner Mutter, dass Wertschätzung nicht allein am Duzen vs Siezen zu messen ist. Es kommt auf die allgemeine Einstellung an. Wie Petra beschreibt, scheint es eben daran oft zu mangeln. Ich denke weiterhin, dass hier bei Pflegekräften strenge Maßstäbe angesetzt werden müssen, gerade weil ihre Schützlinge eines besonderen Schutzes bedürfen.

    Also ... wie gesagt, in unserem Heim sagen alle Du. Und obwohl ich selbst gar nicht so eine Verfechterin des Duzens bin, fühlt es sich stimmig an. Das liegt an der liebevollen Grundstimmung. Und das allein zählt.

  • dass Wertschätzung nicht allein am Duzen vs Siezen zu messen ist

    In einem klaren Umfeld, wie z.B. in der Hochschule bin ich auch unbedingt fürs Siezen. Die Studenten duzen sich halt untereinander.


    Ein Problem wird es, wenn sich ein Teil der Gruppe duzt und mit Vornamen anredet und der andere Teil den Nachnamen verwendet. Dann kommt es zwangsläufig zu Verwirrungen.


    In dem Heim meiner Schwiegermutter (kirchlich geführt mit MIssionarsschwestern) war es klar beim Sie und dem Nachnamen.


    Die Schwestern wurden gesiezt und mit Schwester Vornamen angesprochen. (Die Nachnamen hätte ich auch nicht aussprechen können :saint: , wie hätte das meine 90-+ Schwiegermutter machen sollen?)


    Sonst sollte es einheitlich sein, um die Bewohner nicht noch weiter zu verwirren.

  • Ich habe schon Schwierigkeiten mit der Duzwelt, in der mich ein Supermarkt, bei dem ich Klopapier und Haferflocken online bestelle, permanent ankumpelt. Meine Mutter hat sich als Studierende vor 65 Jahren noch mit den anderen Studis solange gesiezt, bis beim Bierchen was anderes vereinbart wurde. Deshalb ist ihr - und selbst mir, der eine Generation jünger ist - die Duzerei in einem Pflegezusammenhang mit Abhängigkeitsverhältnis ein Graus. Das heißt nicht, dass nicht etwas anderes vereinbart werden kann, wenn sich eine vertrauensviolle Beziehung aufgebaut hat. Was ist denn schlimm daran, wenn im Pflegeheim die einen sich duzen und die anderen siezen? Das kommt doch auch sonst im Arbeits- oder Geschäftsleben vor.

  • Bei meiner Mutter wurden die Bewohner gesiezt. Das war auch vom Heim her vorgegeben und wurde damit begründet, dass die Bewohner respektvoll zu behandeln und anzusprechend sein. Man war aber auch gleichzeitig sehr herzlich - zum Beispiel haben die Pflegerinnen die Bewohner auch mal in den Arm genommen.

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Petra15, das hört sich nicht gut an, wenn die vielen offiziellen Stellen, die für den Schutz pflegebedürftiger Menschen verantwortlich oder zuständig sind, keine Unterstützung geben konnten!


    Ihre kurze Bewertung liest sich wie ein Multi-Systemversagen, obwohl wir so viele Menschen und Institutionen haben, die Gewalt in der Pflege ernst nehmen und handeln sollten!

    Ihre Bitte, ob und wie Sie direkt mit mir Kontakt aufnehmen können, werde ich an den Wegweiser weiterleiten. Zum Schutz der Anonymität können wir hier nicht öffentlich das Verhalten der Verantwortlichen und aller Beteiligten hinterfragen und konkrete Lösungen erarbeiten.


    Ihre Erfahrungen machen deutlich, dass ein großes Hilfenetz um den schutzbedürftigen Menschen mit Demenz nicht ausreicht, es braucht einen Menschen darin, der oder die sich kümmert. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie diesen Menschen finden, vielleicht über ein Pflegenottelefon, eine Beschwerdestelle oder den oder die Bürgerbeauftragte des Landes...

    An dieser Stelle kann ich Ihnen erstmal nur viel Erfolg wünschen. Ihr Martin Hamborg

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