Pflege von demenzkrankem 94 jährigem unendlich anstrengend- am Rande eines Nervenzusammenbruchs

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Hallo Linchen

    erstmal herzlich willkommen in diesem Forum. Aus Deinem Beitrag lese ich Verzweiflung und Ratlosigkeit - vielleicht können wir das Ganze mal ein wenig sortieren.

    Zunächst mal: Du bist ein junger Mensch, der noch in Ausbildung ist und am Beginn eines Berufslebens steht. Es ist wichtig, dass Du für DICH eine Zukunft aufbaust. Ist Dein Vater auch in die Pflege und Betreuung des Großvaters involviert? Ich frage deshalb, weil ich ihn da definitiv auch in der Verantwortung sehe - ehrlich gesagt, mehr als Dich.

    Dauerargument: Nimm doch Rücksicht auf den Opa.

    Auch Du und Dein Vater verdienen Rücksicht, das ist keine Einbahnstraße.


    Vielleicht könnten Du und Dein Vater Euch mal zusammensetzen und die Lage besprechen: Gibt es einen Hausarzt für Deinen Großvater? Falls ja, kann er "mit ins Boot" geholt werden? Eventuell mal einen Hausbesuch machen, damit er sich ein Bild vom Zustand des Großvaters machen kann?

    Wichtig wäre eine Diagnose und eventuell ein Pflegegrad, damit man die Leistungen des "Systems" auch nutzen kann. Du hast geschrieben, dass Dein Vater das nicht will, aber vielleicht lässt er sich durch einen Hinweis auf die finanziellen Vorteile umstimmen ... z.B. "es steht dem Großvater zu und man verschenkt ja quasi das Geld" ...

    Ich hatte schon überlegt, ob ich den sozialpsychiatrischen Dienst ins Boot hole, aber ich weiß nicht, ob mein Vater da hinter mir steht.

    Eine Beratung im nächstgelegenen Pflegestützpunkt oder ein Gespräch mit dem sozialpsychiatrischen Dienst ist sicher eine gute Idee, dann weiß man, wo man ungefähr steht, welche Optionen man hat und welche Schritte sinnvoll sind. Diese Beratung kannst Du ja mit oder ohne Deinen Vater machen.

    Gibt es Vollmachten für Dich und/oder Deinen Vater? Das wäre auch wichtig, damit Ihr im Fall der Fälle handeln könnt.

    So wie Du Deinen Großvater beschreibst, ist eine Demenzerkrankung nicht unwahrscheinlich, aber wie gesagt, am besten wäre eine Diagnose - wir sind ja nur Laien hier.

    Jemand hat mal zu mir gesagt: Es ist ein Zeichen von Intelligenz, zu erkennen, wann man Hilfe braucht und sie sich zu holen.

    In diesem Sinne alles Gute, SunnyBee

  • Herzlich willkommen hier. Eine Frage ploppte bei mir sofort auf: warum ist Dein Vater so wankemütig? Hofft er das Haus des Großvaters zu erben? Du schreibst noch von einer Tochter - in wieweit könnt ihr sie mit einbinden?


    Du musst einen Schlußstrich ziehen für Dich. Sonst kannst Du den Start ins Berufsleben auch gleich vergessen. Hol Dir fachlichen Rat bei z.B. einem Pflegestützpunkt.

  • Hallo Sunny Bee,


    mein Vater versucht zu unterstützen, wenn er da ist. Er ist aber meist von Montag bis Freitag von 8 bis 16:30 Uhr außer Haus. Danach macht er abends noch ein Brot und ein paar Sachen im Haushalt und das wars. Das meiste bleibt in der Woche an mir hängen, weil ich mich in der Bewerbungsphase befinde.


    Mein Großvater hat den Pflegegrad 3. Von dem Geld sehen wir aber kaum irgendwas. Das meiste stopft er sich selbst in die Taschen. Ich pflege ihn deshalb, weil er sich als ich klein war oft um mich gekümmert hat, aber langsam geht mir echt die Puste aus. Er blockt auch sämtliche Hilfsangebote ab. Pflegedienst will er nicht, Heim sowieso nicht und Kurzzeitpflege auch nicht. Ich kann es aber bald nicht mehr. Ich hab mir im August selbst die Grenze gesetzt arbeiten zu gehen. Ich bin schon Ende 20. Normale Frauen in meinem Alter haben Kinder und Familie. Ich kümmere mich um meinen Großvater. Fühlt sich manchmal wie verkehrte Welt an.


    Könnte man mit der Vollmacht eine Unterbringung erwirken?

    Ich bin mir sicher, dass er dement ist. Er hat solche Marotten entwickelt, die er früher nie hatte. Zieht die Gardinen zu, weil der Nachbar ihm irgendwas abgucken könnte, der gar nicht da ist, überschätzt sich grenzenlos, wird aggressiv und gewalttätig, reagiert immer abwertend und macht alles kaputt.

  • Herzlich willkommen hier. Eine Frage ploppte bei mir sofort auf: warum ist Dein Vater so wankemütig? Hofft er das Haus des Großvaters zu erben? Du schreibst noch von einer Tochter - in wieweit könnt ihr sie mit einbinden?


    Du musst einen Schlußstrich ziehen für Dich. Sonst kannst Du den Start ins Berufsleben auch gleich vergessen. Hol Dir fachlichen Rat bei z.B. einem Pflegestützpunkt.

    Da gibts nichts zu erben. Mein Vater und seine Schwester erben zu gleichen Teilen. Berliner Testament.

    Der Großvater droht aber damit, sobald man ihn ins Heim geben will, dass er sein Haus verkauft. Nach dem Motto: Ich erpresse euch damit, denn dann seid ihr obdachlos. Er kann theoretisch verkaufen. Ob er es noch auf die Reihe bekommt ist die andere Frage.


    Die Schwester ins Boot zu holen ist aussichtslos. Sie ist der Meinung keinerlei Verantwortung zu haben, denn mein Vater und ich wohnen ja mit im Haus. Sie ist weit weg.

  • Und wenn Du und Dein Vater auszieht? Manchmal hilft es nur, harte Fakten zu schaffen. Soll er das Haus doch verkaufen. Solange das nicht topp in Schuss ist oder unendlich billig, wird das nicht leicht.


    Ich glaube ich würde ihm den Wind aus den Segeln nehmen mit: dann mach das doch. Nur weil er sich als Kind um Dich gekümmert hat, musst Du dich nicht versklaven. Zumal Dir später mal jeder Euro an der Rente fehlt, den Du jetzt nicht verdienst. I

  • Und wenn Du und Dein Vater auszieht? Manchmal hilft es nur, harte Fakten zu schaffen. Soll er das Haus doch verkaufen. Solange das nicht topp in Schuss ist oder unendlich billig, wird das nicht leicht.


    Ich glaube ich würde ihm den Wind aus den Segeln nehmen mit: dann mach das doch. Nur weil er sich als Kind um Dich gekümmert hat, musst Du dich nicht versklaven. Zumal Dir später mal jeder Euro an der Rente fehlt, den Du jetzt nicht verdienst. I

    Ich bin schon Ende 20. Ich stehe jetzt schon in der gesicherten Altersarmut, wenn ich nicht endlich arbeiten gehe.

    Allein bleiben kann er aber nicht. Er baut auch nur Mist und repariert alles kaputt, wenn wir nicht da sind.

    Ich hänge an dem Haus, aber ich glaube das kann ich wohl eh vergessen.

  • Aber was nützt Dir das Haus, wenn Du psychisch vor die Hunde gehst? Mein Mann ist durch seine Familie psychisch krank geworden - glaub mir, dass willst Du nicht.


    Und wenn Dein Vater und die Schwester zu selben Teilen erben, muss einer auszahlen. Könnt ihr das? Zudem kann es ja immer noch sein, dass der Großvater doch ins Heim muss. Manchmal reicht schon ein Sturz oder ähnliches und die Lawine rollt los. Dann wäre das Haus eh das Vermögen, dass aufgebraucht wird.


    Auch wenn er nicht alleine bleiben kann - wie lange willst Du das noch mitmachen? Er lehnt alles ab. Und? Was ist, wenn Du arbeiten gehst? Dann ist er auch alleine.


    Ich will damit ausdrücken - ihr braucht kurzfristig eine Lösung. Und wenn er gegen alles ist, dann muss es eskalieren.

  • Hallo Linchen,

    ich hab's grad noch mal nachgeschaut: ich habe eine notariell beglaubigte Vollmacht für meine Mutter, da steht drin ... "Bevollmächtigte ist ....zu meiner Vertretung befugt: Bei der Aufenthaltsbestimmung, vor allem bei der Entscheidung über die Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung." Mit diese Vollmacht habe ich - GottseiDank - viel in die Wege leiten können. Vieles davon hat meiner Mutter nicht gepasst und ich musste dann ihre Wut und ihren Zorn aushalten. Aber ich weiß, dass ich es zu ihrem Besten getan habe.

    Ich bin schon Ende 20. Ich stehe jetzt schon in der gesicherten Altersarmut, wenn ich nicht endlich arbeiten gehe.

    Dann geh' unbedingt in Dein Arbeitsleben und bau' Dir eine Zukunft auf. Ich bin der Meinung, dass wir nicht den vorhergehenden Generationen verpflichtet sind, sondern den zukünftigen.

    Der Großvater droht aber damit, sobald man ihn ins Heim geben will, dass er sein Haus verkauft.

    Falls er in ein Pflegeheim kommt (weil er muss), muss das Haus vielleicht eh verkauft werden, um die Kosten des Pflegeheims zu finanzieren. Falls er Euch mit der Drohung abstrafen will ... das könnte nach hinten losgehen.


    Es gibt ja auch noch die Möglichkeit, beim Amtsgericht eine gesetzliche Betreuung anzuregen, dazu kann Dich ein Pflegestützpunkt oder der sozialpsychiatrische Dienst bestimmt auch beraten. Für manche ist das eine Lösung, wenn die familiäre Situation hoffnungslos festgefahren ist.


    Alles Gute, SunnyBee

  • Hallo Linchen,

    Ich kann dir nur von meiner Warte aus, also was ich machen würde, Ratschläge geben.

    Als da wären: nix wie weg!

    Ich verstehe dich schon, du fühlst dich moralisch verpflichtet, nach deinem Opa zu schauen.

    Was meinst du, hat sich der Opa deshalb um dich gekümmert, damit du dich, wenn er alt ist, um ihn kümmerst?

    Oder vielleicht doch eher, weil er wollte, dass du gross und stark und eigenständig wirst?


    Wenn es überhaupt eine Pflicht gibt, dann obliegt diese zuallererst deiner Tante und deinem Vater.

    Dein Vater macht es sich m. M. n. leicht, er nutzt dich aus.

    Lass das nicht mit dir machen!

    Allerdings musst du deinen Hintern hochkriegen und dir eine eigene Bude/WG-Zimmer suchen und finden.

    Hoffentlich hast du was Erspartes und dann nix wie weg!

    LG

    Thea

  • Du bist die Enkelin, dein Vater ist der Sohn. Er muss sich vor dem alten Herrn aufbauen, und ihm klar machen, dass die Sklaverei abgeschafft ist. Dein Vater macht es sich ein wenig zu einfach. Er geht schön arbeiten und du musst dir von deinem Opa Schläge androhen lassen? Geht überhaupt nicht. Dein Vater kann vorübergehend seine Berufstätigkeit reduzieren und für seinen Vater was Passendes suchen. Zum Beispiel Tagespflege 5 x in der Woche.

  • Hallo Linchen,

    meine spontane Reaktion ist auch: such dir eine eigene Wohnung/Zimmer sobald wie möglich!! Du schreibst, dass du schon seit 2018 dich um deine Opa kümmerst, da hast du wirklich jedes Recht an ein eigenes Leben zu denken, genau wie Thea u.a.auch schon schreiben. Ich habe Kinder in deinem Alter und finde es geht überhaupt gar nicht, dass du dich so in die Pflicht genommen fühlst. Ich kenne aber von mir (von früher) das Gefühl der moralischen Verpflichtung und emotionalen Gebundenheit. Ich hätte es ohne psychol. Beratung für mich wohl kaum geschafft daraus zu kommen und du klingst ähnlich betroffen.

    Daher : such dir Unterstützung!! Dein Opa kann locker noch 100 Jahre alt werden und du hast sehr richtig erkannt, dass du - abgesehen von mehr Lebensqualität und -freude - auch für deine spätere eigene finanzielle Versorgung arbeiten musst .

    Die Verantwortung liegt definitiv mehr bei deinem Vater als bei dir.

    Selbst wenn man eine Vorsorgevollmacht hat, in der , wie von SunnyBee berichtet steht, dass man über den Aufenthaltsort entscheiden darf, heißt das nicht, dass man deinen Opa gegen seinen Willen irgendwo hin bringen kann oder in einem Heim festhalten! Das geht nur auf richterliche Anordnung, wenn der demente Angehörige sich selbst und/oder vor allem andere gefährdet. Das weiß ich leider aus Erfahrung. Mein Vater hat auch als ehemaliger Handwerker an Stromleitungen u.ä."gebastelt" und Elektriker haben nachher mit Entsetzen reagiert.

    Ich würde mal einige Dinge schriftlich zusammenstellen, was dein Opa so anstellt. Ich habe es nach meinem Antrag auf rechtliche Betreuung an die entsprechende Stelle weiter gegeben.

    Ich habe mich an den sozialpsychiatrischen Dienst damals gewandt sowie an die Betreuungsstelle beim Amtsgericht. Aber das ist der Job deines Vaters eigentlich!!


    Zum Thema Pflegedienst: die würden deinen Opa nicht stundenlang am Stück betreuen, sondern nur zum Duschen und/oder Anziehen usw.kommen für ne Viertel Stunde. Und eine ausländische Pflegekraft wird dein Opa vermutlich auch nicht wollen.

    Meine Kinder haben alle mit einem WG Zimmer angefangen, dir steht ein eigenes Leben zu und solange keiner aus dem System ausbricht, gibt es so schnell keine Veränderung.

    Du schaffst das!!

    Dein Opa wird nach deiner Beschreibung eine Demenz haben und damit kann er kein Haus mehr verkaufen, sobald es eine Diagnose gibt.

    Also ihr braucht Beratung!!

    Du bist eine mutige junge Frau und darfst es dir schön machen!! Es wird keiner an eurer Tür klingeln und es für euch erledigen, eine/r muss den Anfang machen.

    Herzliche Grüße

  • ich leg noch was nach.

    Spielen wir das Ganze mal durch.

    Möglichkeit A:

    Du und dein Vater machen so weiter, wie bisher, dann gehst du vor die Hunde.

    Möglicherweise fackelt Opa das Haus ab; dann steht ihr alle auf der Straße. Wie würde es dann weitergehen?


    Möglichkeit B:

    Opa stürzt und kann sich dann definitiv nicht mehr selbst versorgen.

    Dann muss er in ein Heim oder ein Pflegedienst ins Haus.

    Pflegedienst kostet, das, was es an Hilfen gibt, wird nicht reichen.

    Es sei denn, du reibst dich weiter auf und gehst vor die Hunde.


    Möglichkeit C:

    Opa kommt ins Pflegeheim. Da ein Haus vorhanden ist, wird dieses zu Geld gemacht werden müssen.

    Du und dein Vater stehen auf der Straße.


    Möglichkeit D:

    Opa stirbt überraschend, deine Tante und dein Vater erben gemeinsam das Haus.

    Derjenige, der drin wohnen will, muss zwangsläufig den anderen ausbezahlen. Bekommt dein Vater in seinem Alter noch einen Kredit dafür?

    Wenn nicht, steht ihr auf der Straße.


    Ich weiß, das klingt alles so richtig übel.

    Es bringt aber nichts, die Realität zu verleugnen.


    Termin beim Neurologen bezgl. Demenz machen, falls er Demenz hat, beim Gericht eine Betreuung anregen (das nennt sich wirklich so)

    deinen Vater oder euch beide als Betreuer vorschlagen.

    Das Gericht prüft das dann und entscheidet.

    Das Betreuungsgericht selbst prüft und befragt, zusammen mit einem Rechtspfleger, den Opa.


    Ui, das wird jetzt zuviel, zum Aufschreiben.


    Euer Haus wird, aller Voraussicht nach, so oder so wegsein.

  • Zumal ein Haufen Steine und Mörtel nicht die eigene Gesundheit aufwiegt. Meine Oma hat ihre Mutter damals bis zum bitteren Ende gepflegt. Damals war das ja einfach mal "so". Sie hat sich davon nie wieder richtig erholt.


    Wenn der Opa so harsch reagiert, wäre vielleicht sogar eine neutrale Person als Betreuer richtiger.

  • Ich ebenfalls bzgl. Betreuer von außen, bei meinem Vater wurde vom Gericht eine Rechtsanwältin dafür eingesetzt. Wir wären da allein nicht durch gekommen, es musste ja erst zu einem gefährlichen tätlichen Angriff meines Vaters kommen, er war irgendwann unberechenbar..

  • Derjenige, der drin wohnen will, muss zwangsläufig den anderen ausbezahlen. Bekommt dein Vater in seinem Alter noch einen Kredit dafür?

    Wenn nicht, steht ihr auf der Straße.

    Hallo Thea, so ganz nicht. Die Pflege, die Linchen und ihr Dad leisten, kann aufs Erbe angerechnet werden. Dabei wird das normalerweise Geld angerechnet, das dadurch eingesaprt wird, dass der Erblasser nicht ins Heim kommt. Also Eigenanteil Heim minus Pflegegeld. Allerdings bleibt der Pflichtteil der Nichtpflegenden in der Regel erhalten. Soll heißen: Eins zu Eins wird das Vermögen des alten Herrn nicht aufgeteilt.

  • Und wenn Dein Vater und die Schwester zu selben Teilen erben, muss einer auszahlen. Könnt ihr das? Zudem kann es ja immer noch sein, dass der Großvater doch ins Heim muss. Manchmal reicht schon ein Sturz oder ähnliches und die Lawine rollt los. Dann wäre das Haus eh das Vermögen, dass aufgebraucht wird.

    Mein Vater könnte das. Das ist nicht das Problem. Das größere Problem ist gerade, will man das alles, wenn man sich selbst verliert und aufgibt?



    Auch wenn er nicht alleine bleiben kann - wie lange willst Du das noch mitmachen? Er lehnt alles ab. Und? Was ist, wenn Du arbeiten gehst? Dann ist er auch alleine.


    Das ist ja das Problem.



    ich hab's grad noch mal nachgeschaut: ich habe eine notariell beglaubigte Vollmacht für meine Mutter, da steht drin ... "Bevollmächtigte ist ....zu meiner Vertretung befugt: Bei der Aufenthaltsbestimmung, vor allem bei der Entscheidung über die Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung."

    Ich bin gerade nicht sicher, ob wir das haben. Muss mir nochmal den Ordner mit den Pflegeunterlagen zu Gemüte führen.



    Ich ebenfalls bzgl. Betreuer von außen, bei meinem Vater wurde vom Gericht eine Rechtsanwältin dafür eingesetzt. Wir wären da allein nicht durch gekommen, es musste ja erst zu einem gefährlichen tätlichen Angriff meines Vaters kommen, er war irgendwann unberechenbar..

    Aber ihr habt ja sicher nicht mit demjenigen zusammengewohnt, oder?


    Hallo Thea, so ganz nicht. Die Pflege, die Linchen und ihr Dad leisten, kann aufs Erbe angerechnet werden. Dabei wird das normalerweise Geld angerechnet, das dadurch eingesaprt wird, dass der Erblasser nicht ins Heim kommt. Also Eigenanteil Heim minus Pflegegeld. Allerdings bleibt der Pflichtteil der Nichtpflegenden in der Regel erhalten. Soll heißen: Eins zu Eins wird das Vermögen des alten Herrn nicht aufgeteilt.

    Ich weiß. Wer pflegt, erbt auch mehr, aber deshalb pflege ich nicht.

  • Hallo Linchen,

    meine Mutter hat mit meinem Vater noch zusammen gelebt. Ich habe den Antrag auf Betreuung nach Absprache mit ihr "aus der Ferne " gestellt, hätte aber nicht ihr Einverständnis gebraucht, den Antrag kann jeder stellen. Es war eine sehr aufregende Zeit, aber hat langfristig deutlich Ruhe in die Sache gebracht.

    Seitdem meine Mutter im Heim ist, gehen auch ihre Ersparnisse samt Rente drauf und das Haus stand eine Zeit lang leer

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!