Wie geht es euch - Teil VI

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Hallo zusammen,

    Bevor ich mich zum Ende des letzten Teils zu diesem allgemein gehaltenen Thema aufrege, mache ich einen neuen Teil auf, nächstes Kapitel einer gefühlt unendlichen Geschichte(zu unserem allg. Befinden) sozusagen.


    Zunächst möchte ich mich von ganzem Herzen für das zu gegebener Zeit umsichtige Eingreifen der hiesigen Admins, besonders martinhamborg, bedanken, die zurecht gelegentlich auf den respektvollen Umgang pochen. Dies ist sehr zu Recht wichtig, da wir Angehörigen von Demenzkranken doch phasenweise co-krank sind. Ich möchte wirklich keinerlei Mitleid heischen, aber doch sagen, dass mir eine unliebsame Diskussion in einem anderen mittlerweile zum Glück geschlossenen thread gestern Abend tatsächlich Herzrasen und Schlaflosigkeit beschert haben, einfach weil doch (vermutlich)fast alle hier neben der Pflege und/oder Betreuung eines demenzkranken Angehörigen noch anderen Ballast mit rumschleppen. Andere, die gut damit klar kommen, schreiben oder lesen hier wohl eher nicht.

    Und da merke ich, dass ich keine 30 mehr bin. Ich denke, viele hier befinden sich in der "Sandwichgeneration", sind also sowohl in die Betreuung der Eltern (-teile) als auch noch mit Sorgen der Kinder oder gar Enkel eingebunden- heutzutage sind Großeltern ja gefragter als je zuvor, scheint mir, weil sich die Arbeitswelt, die Gesetze, anderer Bedarf von Altersvorsorge etc.geändert haben. Zudem sind zurecht deutlich mehr Frauen mittleren Alters noch berufstätig und nicht automatisch als Pflegerin zur Verfügung, wie z.B.meine Eltern es noch selbstverständlich fanden, jedenfalls in den westlichen Bundesländern.


    Und da ist es sooo wohltuend und wichtiger Support, wenn man sich hier austauschen kann - ohne dass man gleich provokativ wahrgenommen wird und quasi einem jedes Wort im Mund umgedreht wird oder "namenlose Wesen" hier verbal um sich schlagen im "ich-lass-mir-nichts-gefallen-Modus". Also DANKE an alle, die dies hinkriegen und/oder größeren Schaden buchstäblich an Leib und Seele verhindern helfen!!


    Nun noch kurz zur aktuellen Situation bzgl.meiner Mutter: unverändert auf und ab, aber ich bin dem Himmel dankbar, dass ich die Unterstützung durch die örtliche Hospizbewegung habe seit einigen Wochen und eine Dame von dort nun meine Mutter wöchentlich besucht, außer sie kann mal selbst nicht natürlich. Das empfinde ich als echte Entlastung und meine Mutter wird es in der Situation sehr freuen, auch wenn sie es wieder vergisst. Aber es nimmt sich jemand 1 ganze Stunde für sie allein Zeit, kann mit ihr Zeitschrift blättern oder spazieren fahren per Rolli.


    Heute muss ich mich tatsächlich aus allem zurückziehen(also nicht aus dem Forum, nur den eigentlichen Terminen)bzw.zum Arzt, die vielen Jahre der ständigen Pflege und Betreuung schwerkranker Angehöriger , ob selbst ein paar Jahre in meiner Wohnung oder auf Abstand im Heim, aber in ständiger Sorge, die spüre ich..

    Ich hoffe inständig, dass nun meine Mutter stabil bleibt und ich meinen geplanten Urlaub bald antreten kann.


    In diesem Sinne, herzliche Grüße an alle

    Rose60 <3

  • ich drücke mit!

    kann auch jemand für mich Daumen drücken?

    Wir wollen am kommenden Sonntag in den Urlaub fahren. Mit unserem Wohnmobil. In die Sonne.

    Danke😘

    Thea

  • Ich drücke für Euch alle!


    Wir sind ja seit August letzten Jahres raus aus der Nummer. Aber immer wieder kommt es zu Momenten, da muss ich echt schlucken. Am Wochenende waren wir im Wald - Schwiegereltern liegen unter einem Baum und ihre Namen und die Lebensjahre stehen an einer Steele. Da haben wir eine weitläufig Bekannte von Schwiegermutter getroffen. Was sagt sie als erstes zu meinem Mann? Und A.. musste im Heim sterben? Das macht man als guter Sohn aber nicht.


    Ich bin fast ausgeflippt. Mein Mann ist dann mit unserer Tochter schon mal vor in Richtung Auto und ich habe ein paar deutliche Worte gefunden.


    Was soll sowas? Vor allem die, die sie in den letzten Jahren nicht mehr besucht haben, erlauben sich ein Urteil.

  • Schwiegertochter, das ist hart, eine Zumutung. Du, Deine Familie, Ihr habt mein Verständnis für Euer Schlucken.

    Euch anderen drück ich die Daumen für Urlaub und Erholung, Ihr braucht´s alle. Tankt Kraft und habt Freude.

  • Danke euch allen😍 Schwiegertochter : das ist wirklich krass!! Im Laufe des Lebens muss man sich immer mal wieder ermahnen, die Ohren auf Durchzug zu stellen, aber du bist hoffentlich erstmal deinen Frust los geworden, soweit möglich.

    Meine letzte Therapeutin hat mal einen einprägsamen Satz gesagt "mit ü50 muss man niemandem mehr etwas beweisen", das versuche ich mir bei solchen Gelegenheiten zu sagen

  • Zunächst möchte ich mich von ganzem Herzen für das zu gegebener Zeit umsichtige Eingreifen der hiesigen Admins, besonders martinhamborg, bedanken, die zurecht gelegentlich auf den respektvollen Umgang pochen. Dies ist sehr zu Recht wichtig, da wir Angehörigen von Demenzkranken doch phasenweise co-krank sind. Ich möchte wirklich keinerlei Mitleid heischen, aber doch sagen, dass mir eine unliebsame Diskussion in einem anderen mittlerweile zum Glück geschlossenen thread gestern Abend tatsächlich Herzrasen und Schlaflosigkeit beschert haben, einfach weil doch (vermutlich)fast alle hier neben der Pflege und/oder Betreuung eines demenzkranken Angehörigen noch anderen Ballast mit rumschleppen. Andere, die gut damit klar kommen, schreiben oder lesen hier wohl eher nicht.

    Und da merke ich, dass ich keine 30 mehr bin. Ich denke, viele hier befinden sich in der "Sandwichgeneration", sind also sowohl in die Betreuung der Eltern (-teile) als auch noch mit Sorgen der Kinder oder gar Enkel eingebunden- heutzutage sind Großeltern ja gefragter als je zuvor, scheint mir, weil sich die Arbeitswelt, die Gesetze, anderer Bedarf von Altersvorsorge etc.geändert haben. Zudem sind zurecht deutlich mehr Frauen mittleren Alters noch berufstätig und nicht automatisch als Pflegerin zur Verfügung, wie z.B.meine Eltern es noch selbstverständlich fanden, jedenfalls in den westlichen Bundesländern.


    Und da ist es sooo wohltuend und wichtiger Support, wenn man sich hier austauschen kann - ohne dass man gleich provokativ wahrgenommen wird und quasi einem jedes Wort im Mund umgedreht wird oder "namenlose Wesen" hier verbal um sich schlagen im "ich-lass-mir-nichts-gefallen-Modus". Also DANKE an alle, die dies hinkriegen und/oder größeren Schaden buchstäblich an Leib und Seele verhindern helfen!!

    Liebe Rose, dafür danke ich dir ganz besonders und unterstreiche jedes Wort.


    Auch wenn ich vielleicht nicht so belastet und bedürftig erscheine, sondern eher bestrebt bin, den einen oder anderen Rat (aus Erfahrung) zu geben, auch wenn manche mich vielleicht für eher sortiert oder gar abgeklärt halten ...


    Hiermit möchte ich einmal verdeutlichen, dass mich die Jahre mit meiner immer dementer werdenden Mutter (die es sich selbst und uns allen nicht leicht gemacht hat) schwer gezeichnet und sogar traumatisiert haben. (Von den anderen Dramen in meinem Leben rede ich hier nicht.)


    Auch die manchmal tapfer erscheinenden Menschen sind mitunter - wie Rose es schreibt - richtig co-krank. Ich fühle mich damit sofort angesprrochen. Vielleicht habe ich einfach eine etwas andere Strategie, mit dem Leid umzugehen? So wie jede/r von uns eine eigene Strategie entwickelt ...


    Was mir auf jeden Fall fehlt, sind emotionale/seelische/psychische ... Kapazitäten, um noch mit irgendwelcher Aggressivität im menschlichen Kontakt umzugehen. Ich bin leider auch schon in einem Alter, wo mir dasnächtliches Herzrasen verursacht.


    ((Ein gestriger Beitrag von mir, in dem ich kurz darauf hindeutete, war heute Morgen verschwunden, was mich noch zusätzlich "angefasst" hat, weil ich mir nicht vorstellen kann, wen dieser Beitrag geärgert haben könnte, was daran eventuell anstößig gewesen sein sollte. Aber inzwischen ist es mir auch gleichgültig.))


    Ich muss zu jeder Zeit all meine inneren Ressourcen aufwenden, um meine arme Mutter auf dem langen (!!!) Weg ins komplette Vergessen begleiten zu können und tue das nach Kräften. Ich bin gern in einem Forum, um mich mit gleichermaßen Betroffenen liebevoll auszutauschen. Das war bisher über einen langen Zeitraum möglich und ich schätze viele Mitforisten/-foristinnen sehr dafür.


    Liebe Rose, ich kann dich sehr gut verstehen, v.a. weil deine Mutter anscheinend auf einer ähnlich fortgeschrittenen Demenzstufe angekommen ist (wobei meine Mutter ja nicht einmal mehr spricht).

    Ich glaube, was man jetzt noch geben kann, ist Trost. Und den brauchen sowohl die Demenzkranken als auch wir, ... jedoch in unterschiedlicher Form.


    Ich drücke dir auch die Daumen, dass alles möglichst gut (so gut es eben geht) ablaufen möge.

  • Liebe schwarzer Kater,

    das kann wirklich nur ein Versehen sein mit deinem verschwundenen Beitrag, ich habe ihn noch gelesen..

    lg aus dem Wartezimmer 😉

  • das kann wirklich nur ein Versehen sein mit deinem verschwundenen Beitrag, ich habe ihn noch gelesen..

    Alles gut, ... er war ja auch nicht wirklich wichtig ...


    Ich wünsche dir möglichst keine zermürbende Wartezeit und dass am Ende der Wartezeit alles gut ist.

  • Liebe Alle,


    ich bin wirklich froh, dass dieser Sturm aus den letzten Tagen vorbei ist. Mir geht es wie Rose60 und anderen, es war alles ein bisschen drüber. Oder sogar ziemlich drüber.

    Was mir auf jeden Fall fehlt, sind emotionale/seelische/psychische ... Kapazitäten, um noch mit irgendwelcher Aggressivität im menschlichen Kontakt umzugehen. Ich bin leider auch schon in einem Alter, wo mir dasnächtliches Herzrasen verursacht.

    Nach doch einigen schweren Kämpfen in meinem Leben fühle ich mich oft wie ein nasses Handtuch über den Zaun gebückt oder, wenn ich mich tatsächlich mal stark fühle, dann ich einem "epischen Kampf mit einer Hydra gefangen ;)

    Meine Mutter in ihrer Demenz ist einfach ein weiterer Höhepunkt (Ironie!!) in meinem Leben.

    Was ich wohl sagen will, ich bin froh, dieses Forum und in ihm liebe Mitforisten gefunden zu haben, deren Geschichten helfen können, wenn man es zulässt.


    Meine Mutter halluziniert wieder sehr oft und im Inhalt heftig, ein bisschen bin ich bange, dass sie einen Wahn entwickelt. Wisst ihr was, selten habe ich so gehofft, dass ich mich irre.


    Alles Liebe für Euch

    Albatross

  • So, es ging schneller und gründlicher als erwartet, alles ok, scheint "nur" Erschöpfung zu sein. Es war ein bisschen viel familiäre Aufregung die letzten Wochen.

    Albatross: bei meiner Mutter gab es vor ein paar Jahren schon Phasen mit Wahnvorstellungen, die auch mal wieder vorbei gingen. Vllt braucht deine Mutter ein Medikament dagegen? Auffallend schlechter war es bei meiner Mutter bei Aufregung (weil sie Geburtstag hatte o.ä.).

    Liebe Grüße

  • @alle

    Danke für's Daumendrücken ❤

    Schwiegertochter71 , das ist übel. Ich kenn das. Als bei meiner Mutter feststand, dass sie in ein Pflegeheim kommt, gab's bei uns den "Vorschlag" bzw. die Frage, warum wir, respektive ich, Mutter nicht selbst pflegen.

    So etwas kommt ausschließlich und immer von Leuten, die keine Ahnung haben, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben.

    Solche Leute muss man aufklären😉

    Ich denke, das hast du getan, oder?

    Rose60 .

    auch mit "nur Erschöpfung" ist nicht zu spaßen. Und ja, ich weiß, dass das mit Entspannen und Abschalten nicht hopplahopp möglich ist. Versuch's trotzdem, ok?

    LG

    Thea

  • Rose60

    Werde ich in den nächsten Wochen beobachten. Sie hat das immer mal wieder vermehrt. Spätestens beim nächsten Neurologentermin kann ich da ja mal nachfragen.


    Ratschläge sind eben auch Schläge. Kommen ganz selten gefragt aber ganz oft unreflektiert ohne Kenntnis der Problemlage im Brustton der allein selig machenden Wahrheit.

    Obwohl es bei Demenz und allg. Pflegebedürftigkeit sowas von garantiert keine alleinige Wahrheit gibt.

    Ob im Urlaub oder zu Hause, lasst es euch gut gehen.

  • So, es ging schneller und gründlicher als erwartet, alles ok, scheint "nur" Erschöpfung zu sein. Es war ein bisschen viel familiäre Aufregung die letzten Wochen.

    Ich freue mich für dich, auch wenn Erschöpfung nicht das ist, was man möchte.


    Mir geht es im Moment ebenfalls nicht gut. Es ist ein Auf und Ab im Inneren ... und in eine Balance kann man dies alles nur noch von innen bringen. Die äußeren Gegebenheiten machen weiter,was sie wollen. Aber was soll's ...


    Mal schauen, wie es weitergeht ...

    Liebe Grüße

  • für alle hier (ich hoffe das ist in Ordung, wenn ich hier den Link zu einem Lied poste).

    kAPELLE PETRA - NiCHT ALLEiNE
    Darsteller:Priska Kraft als KekeOpa als OpaEin Video von Paul Hartmann.Danke an unser Blokhutboot.Das neue kAPELLE - Album "HAMM" erscheint am 12.01.2024.Hie...
    m.youtube.com

    ❤💗💝

  • Liebe Rose60 -


    ich freue mich wirklich für Dich, dass Du etwas Entlastung bekommst. Und es ist nicht "nur 1 Stunde": Es ist eine Stunde für Dich, die Du so gestalten kannst, wie Du möchtest, in der Du auf Dich achten kannst. Und "nur Erschöpfung": Bitte mach das nicht klein, pass auf Dich auf, kümmere Dich um Dich selbst. Wenn man erschöpft ist, braucht es eine ziemliche Weile, bis man wieder einigermaßen auf dem Damm ist, wie man die uns so schön sagt. Erhol Dich gut. Alle lieben Wünsche, Tanja

  • Liebe Schwiegertochter71 -


    in der Situation wäre ich sicherlich auch nicht ruhig geblieben. Meine Mutter hatte so eine Nachbarin, die mich bei Besuchen immer abgepasst hat und mir vorgehalten hat, dass ich in die Nähe ziehen soll (wohne einige Hundert Kilometer entfernt), meinen Job aufgebe usw. Irgendwann habe ich dann mal deutlich gesagt, dass sie sich doch kümmern kann, wenn ihr so viel daran liegt - statt nur schlaue Sprüche zu schwingen und keine Ahnung vom Leben anderer hat. Da war sie dann beleidigt. So etwas braucht man wirklich nicht. Liebe Grüße!

  • Wir wurden auch gefragt, warum wir sie denn nicht zu uns nehmen? Ganz einfach, wir arbeiten beide Vollzeit, unsere Tochter ist erst 9 Jahre alt und wir haben damals ein kleines Haus gekauft. Ursprünglich sollte es ein 2 Familienhaus sein, aber sie hat uns kurz vorm Notar-Termin "vor den Koffer gesch...". Somit war das Thema für mich eh durch. Ich würde auch nicht meine Eltern pflegen. Das ist nicht meins und das würde niemals gutgehen. Meine Eltern stehen allerdings auch auf dem Standpunkt, dass keines ihrer Kinder das soll. Das wurde klar besprochen. Anders als meine Schwiegermutter weichen sie diesem Thema aber auch nicht aus und haben sogar schon den Baum gekauft, unter dem sie mal liegen wollen.


    Ich bin eine eher robuste Natur und solche Sprüche von Menschen, die nur klug reden, ärgern mich zwar, reißen mich aber nicht runter. Anders meinen Mann. Da tut es mir immer besonders leid.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!