Neu hier – Fragen zum Delir

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  • Liebe Community,

    bin neu hier und hoffe, ich bin hier in diesem Forum richtig (falls nicht, bitte sagen). Ich muss einfach mal mein Herz ausschütten (bin allein, keine weitere Familie). Ich pflege meine Mutter (80) zu Hause, sie hat Pflegegrad 2, und es klappte eigentlich ganz gut. Sie ist bisher nicht dement, nur etwas tüdelig, einigermaßen mobil und fit. Vor einer Woche ist sie mit einem Lungenödem ins ins Krankenhaus gekommen und hat, so scheint mir, dort ein Delir entwickelt. Ich habe das schon einmal vor drei Jahren mit ihr erlebt. Damals war Corona und ich dachte, es lag an den Regeln, die damals herrschten. Wir haben es wieder hingekriegt, aber es war schlimm.


    Jetzt also wieder KH und Delir. Bin verzweifelt. Ich habe extra ein KH mit Geriatrie ausgesucht, das damit wirbt, dass ein Delir verhindert werden kann. Ich habe auch alles gemacht, was man so zur Delirprävention machen soll (bin 2 x am Tag da, bringe Dinge mit, gehe mit ihr im Rollstuhl spazieren usw., achte auf Essen/Trinken usw.).


    Erst schien alles prima, aber am Freitag ging es bergab. Ich habe den Schwestern sofort Bescheid gegeben. Sie können aber nix machen: Wochenende, unterbesetzt, kein Arzt da, keine Betten frei usw. Heute schien es ihr gut zu gehen, da erfuhr ich, dass sie im deliranten Zustand versucht hat, sich in das Bett ihrer Zimmernachbarin zu legen, wo diese aber noch drin war! Sie musste mit zwei Pflegern davon abgebracht werden. Die alte Dame ist blind und hat sich natürlich zu Tode erschreckt. Die Verwandten von der Zimmernachbarin haben mit mir geschimpft und mit Vorwürfe gemacht. Ich sitze zu Hause und heule.


    Hat jemand mit so einer Situation Erfahrungen? Was kann ich nur tun?


    Wie es nach dem KH weiter gehen soll, weil ich auch nicht. Ich hab das Gefühl, ich pack das nicht nochmal. Danke im Voraus an alle, die dies lesen! Ich freue mich über alle Tipps und Kommentare.

  • Liebe Puffinpatrol,

    was für eine stressvolle Situation für dich!

    Wie bitter, dass Du nun auch noch die Schimpfe der Angehörigen der Zimmernachbarin abbekommen hast - DU kannst überhaupt nichts dafür, dass das passiert ist - ebensowenig deine Mutter oder sonst wer. Ich hoffe, dass Du dir den Schuh nicht anziehst oder schnell wieder abstreifen kannst.


    Ich habe leider keine Erfahrung, was jetzt hier genau helfen kann, außer ein paar Ideen: morgen so schnell es geht einen Arzt im KH zu rate zu ziehen und evtl. auch schauen, ob es einen seelsorgerischen Dienst dort gibt, der Dir etwas Entlastung durch Gespräche bringen kann.

    Auch kannst Du den Sozialen Dienst der KHs kontaktieren, damit die Zeit nach der Entlassung besprochen wird - was kann es an Pflegeunterstützung vielleicht zuhause geben, um Dich zu entlasten. Evtl. wäre auch Kurzzeitpflege in einem Heim für ein paar Wochen eine Option, damit sie sich dort erholen kann und du nicht alleine mit ihr zuhause bist? Oder ob eine Gerontopsychiatrie vielleicht weiterbehandeln kann bis sie wieder zurück nach hause kann.

    Vielleicht gibt es auch einen Demenzbeauftragten im Haus, der akut helfen kann?


    Wünsche Dir sehr, dass Du da gut durch kommst.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Puffinpatrol ,


    Menschen mit Demenz tragen leider ein höheres Risiko, ein Delir zu erleiden. Ortswechsel (KH-Aufenthalte) und die damit einhergehenden Prozedere machen die Situation häufig nicht leichter bzw. reduzieren das Risiko eher nicht.

    Gerade wenn im KH dort delirvermeidend gearbeitet wird, bedeutet das vor allem, die Risiken zu reduzieren - ganz ausgeschlossen werden kann das leider nicht. Und das trotz Ihres großen Engagements und persönlichen Einsatzes.
    Hat man dort die Vermutung eines Delirs geäußert bzw. dies diagnostiziert? Falls ja, wäre bzw. ist die ärztliche Abklärung zwingend, denn es kommen eine Reihe von Ursachen in Frage die sehr gefährlich sein können, ebenso wie die Folgen schwerwiegend sein können.
    Ich hoffe, man wird Sie Morgen besser ins Bild setzen können.

    Ich empfehle Ihnen auch wie thalia24 frühzeitig Kontakt zum Sozialdienst / Entlassmanagement aufzunehmen um sich auf die Entlassung vorbereiten zu können und gemeinsam Wege zu besprechen, die möglich sind. Wenn Sie klar für sich haben, dass Sie die Versorgung Zuhause (erstmal) nicht fortführen können, formulieren Sie das unbedingt auch dort klar, damit die Mitarbeitenden des Entlassdienstes auch entsprechend aktiv werden.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Liebe thalia24 , lieber jochengust ,


    ganz lieben Dank für die Antworten und die guten Wünsche!!! Ich habe mich ein wenig beruhigt. Ich war heute Abend noch einmal da, und die Schwestern waren trotz Unterbesetzung sehr nett.


    Morgen soll sich ein Arzt bei mir melden, ich hoffe, das klappt auch wirklich.


    Das Delir wurde noch nicht untersucht/diagnostiziert. Ich vermute es seit Freitag und habe direkt um Abklärung gebeten, zumal es in dem KH einen ausgewiesenen Fachmann dafür geben soll. Leider konnte wohl wegen des Wochenendes bisher nichts gemacht werden.


    Bisher habe ich insgesamt keine ganz genaue Vorstellung, was meiner Mutter alles fehlt und ob der angepeilte Entlassungstermin überhaupt eingehalten werden kann. Ich werde es aber genau so machen, wie Sie geschrieben haben mit dem Sozialen Dienst/Entlassmanagement und mich auch mal an COMPASS wenden (meine Mutter ist privat, da läuft es wohl etwas anders, habe ich gelesen...?).


    An eine Kurzzeitpflege habe ich auch schon gedacht. Meine Mutter sagt nur die ganze Zeit, sie will nach Hause, hat Heimweh. Ich habe Angst, dass sie mir nicht mehr vertraut, wenn ich sie noch irgendwo anders hin bringe, und dass das ihren psychischen Zustand verschlimmert wg. Stress usw. Sie denkt jetzt schon, man gibt ihr "Tröpfchen" ins Wasser und sowas...


    Ich weiß nicht, ob das jemand kennt: Sie erzählt einerseits merkwürdige Dinge, hat kein Zeitgefühl usw., ist aber andererseits fast beängstigend klar: Sie bekommt alles mit, erinnert sich an viel mehr Details, Gesichter und Namen als sonst, fängt jede Stimmung um sie herum auf, und ist extrem hellhörig und misstrauisch, ängstlich und teilweise verzagt, dass ich sie nicht direkt mitnehmen kann...


    Für heute nochmals vielen Dank, es hat mir sehr geholfen, hier schreiben zu können und auch in anderen Beiträgen zu lesen. Ich hoffe, ich weiß morgen mehr.


    Allen eine gute Nacht und viele Grüße, Christie

  • Liebe Puffinpatrol -


    Misstrauen ist leider häufig bei dementen Menschen vorhanden. Eine Krankenschwester, die viel mit Demenzkranken zusammengearbeitet hat, hat mir erzählt, dass das Zeitgefühl als eines der ersten Dinge beeinträchtigt wird. Heimweh und nach-Hause-wollen sind ganz normal - viele hier im Forum haben dies mit ihren Müttern / Vätern erlebt, wenn diese im Krankenhaus waren oder auch neu im Heim. Eine fremde Umgebung schürt Ängste. Ich wünsche Dir viel Kraft.

    • Offizieller Beitrag

    Eine Krankenschwester, die viel mit Demenzkranken zusammengearbeitet hat, hat mir erzählt, dass das Zeitgefühl als eines der ersten Dinge beeinträchtigt wird.

    Hallo,


    was TanjaS hier berichtet, stimmt. Die Orientierungsdimensionen (Zeit, Ort, situativ, etc.) sind nicht gleich vulnerabel beim Delir.
    Man kann sagen, dass Zeit die erste Orientierungsqualität ist die bei einem Delir leidet und die letzte, die sich wieder stabilisiert wenn ein Delir zurückgeht.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hi,


    meine Mutter hatte ein Delir nach einer großen OP. Das erste auffällige war, dass sie extrem inkontinent war und gleichzeitig, davon überzeugt war, dass ALLE Lebensmittel, die sie bekam, schlecht riechen, fast schon verdorben. Sie hatte sich geekelt.

    Außerdem hatte das KKH sie nach einem starken Blutverlust mit einem unterirdisch schlechten Hämoglobinwert ohne Blutkonserve eine Woche vor sich hinleiden lassen. Das hat der Demenz gut getan; Ihr versteht, was ich meine?!

    Wenn KKH alle Sorgfaltspflichten ausser Acht lassen.

    Liebe Grüße

    Albatross

  • Hallo Albatross ,


    danke für Deine Antwort! Ja, das mit dem Riechen hat meine Mutter auch! Deshalb trinkt sie zu wenig, wenn ich nicht da bin, weil das Wasser ihr "verdächtig" schmeckt. Sie glaubt, es sind Abführmittel drin.


    Ich muss allerdings zugeben, dass eine Wasserflasche wirklich etwas seltsam gerochen hat. So ein bisschen nach Hustensaft. Ich habe die Schwester gefragt, die meinte, sie wüsste von nichts, aber manchmal würden Medikamente in Wasser aufgelöst.


    Ist das Delir bei Deiner Mutter wieder zurückgegangen?

  • Liebe TanjaS , lieber jochengust ,


    vielen Dank. Ich verstehe das auch mit dem Misstrauen bei ihr. Meine Mutter hat schon schlimme Erfahrungen in KKH und bei Ärzten gemacht, ich würde fast sagen, traumatisch, besonders, als sie während der Coronazeit im KKH war. Ich hoffe, ich kann sie ein bisschen runterbringen, wenn ich gleich da bin.


    Ich finde die Ärzte in dem KKH bisher ganz o.k., aber die Kommunikation ist sehr distanziert, kurz ab und kühl für einen älteren Menschen, wirkt teils von oben herunter (ich hatte gedacht, das hätte ich inzwischen geändert nach den vielen Erkenntnissen der Kommunikationsforschung und auf einer Station, die damit wirbt... Na ja...).

  • Ja aber langsam. Sie brauchte Regelmäßigkeit, klare Strukturen und gute Ernährung sowie Ruhe. Allerdings möchte ich Dir nicht verschweigen, dass sie vermutlich hauptsächlich wegen des beträchtlichen Blutverlustes 6 Wochen danach einen kleinen Schlaganfall hatte.

    Das Delir ist ein durchaus gefährlicher Zustand für alte und sehr alte Menschen.

    Lass Dich nicht unterkriegen und kämpfe, mehr kannst Du nicht tun. Sprich das Thema Delir an bei den Ärzten im KKH. „Meckerpatienten leben länger!“

    Den Ausspruch kannn ich nur wärmstens empfehlen!

    Liebe Grüße

    Albatross

  • Hallo Puffinpatrol,


    ich bin über das Wort Delir im Titel gestolpert und war neugierig, weil meine Mutter davon wohl auch betroffen ist.


    Es tut mir sehr leid, was Euch da passiert ist im Krankenhaus. Dass Du dann auch noch geschimpft wirst von den Angehörigen der Mitpatientin, ist mit gutem Willen vielleicht der Hilflosigkeit der Leute zuzurechnen. Eine Entschuldigung ihrerseits wäre schön, aber damit ist wohl nicht zu rechnen.


    Wenn es bei Deiner Mutter darauf hinaus läuft, dass sie in ein Heim kommen wird, würde ich sie vorher nicht nach Hause holen. Das könnte wieder schmerzhafte Wunden aufreißen.

    Aber ich weiß nicht, in wieweit Du den Gedanken mitgehen kannst.


    Alles Gute

    PausE

  • Hallo Albatross und hallo PausE ,

    danke für Eure Posts! Es tut so gut, hier zu schreiben.


    Ich war eben im KKH und konnte mit den Ärzten reden. Sie denken auch, es ist ein Delir, Behandlung folgt je nach Ursache. Leider lagen noch nicht alle Laborbefunde vor.


    Die Zimmernachbarin wurde verlegt, die Verwandten haben mich heute nur noch böse angeguckt. Dabei waren die überhaupt nicht nett zu ihrer Mutter/Schwiegermutter. Sie war sehr traurig. Wie mir eine Schwester erzählt hat, wollte meine Mutter sie in ihrem verwirrten Zustand wohl trösten und spukte deshalb an ihrem Bett herum. Na ja.


    Da meine Mutter ansonsten total misstrauisch und deshalb recht aggressiv war, haben sie ihr etwas zur Beruhigung gegeben. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre fast lustig, was meine Mutter so erzählt (dass sie die Lügen durchschaut und dass sie zum Ohrenarzt will, um sich "ganz runde" Luxushörgeräte zu besorgen :-D).


    Einige Pfleger haben es persönlich genommen ("Ihre Mutter hat ihre Tabletten ausgespuckt!". Mit Vorwurfsblick). Das hat mich überrascht, weil sie meinten, sie wären speziell auf Delir und Demenz geschult. Und bei 25 bis 30 Prozent Delirpatienten über 75 Jahren im KKH ist das alles doch nicht sooo ungewöhnlich, oder?


    Aus dem sonstigen Befund der Ärzte bin ich leider nicht ganz schlau geworden, was die Prognose betrifft: Offenbar pumpt ihr Herz sehr schlecht, sodass all die entwässernden Maßnahmen langfristig gar nix bringen. Auf die Frage, was das konkret heißt (mit Blick auf Entlassung bzw. was ich vorbereiten sollte), wussten sie auch nicht weiter. Sozialen Dienst habe ich noch nicht erreicht. Bleibe dran.


    Aber: Keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich denke mir, einen Tag nach dem anderen. Du hast recht, PausE : Es wäre sicher schlimm, wenn sie erst nach Hause käme und dann in ein Heim. Ich habe mal das hier in der Nähe angerufen, aber die haben zur Zeit nix frei. Vorher soll ich einen Anmeldebogen und einen Arztfragebogen abgeben. Aber so weit bin ich gerade mental einfach noch nicht...


    Danke für die Tipps Albatross , ich werde im KKH notfalls "nerven", wenn es sein muss (natürlich freundlich). Heute bringe ich schonmal Essen mit (sie wollte Würstchen ;-)).


    Wie äußert sich das Delir bei Deiner Mutter PausE ? Wie ist es dazu gekommen? Würde mich interessieren, wenn Du erzählen magst...


    LG, Puffinpatrol

  • Hallo Puffinpatrol,

    herzlich Willkommen noch von mir im Forum.

    Nicht schön, was dir dort im KH passiert ist mit den Angehören. Das klügste ist wohl, du setzt dich darüber hinweg, so gut du kannst. Diskussionen würden da sowieso zu nichts führen.

    Wie schon von den anderen hier beschrieben, würde ich auch das Gespräch mit dem Sozialdienst des KH und natürlich die endgültigen Befunde abwarten.

    Du könntest dich aber vorab weiter informieren über mögliche Heime für Kurzzeit/Langzeitpflege in deiner Umgebung, eventuell auch auf eine Warteliste setzen lassen. Anderenfalls bist du auf die Auswahl des Sozialdienstes angewiesen und beschränkt.

    Ich schicke dir hier einen Link für die entsprechende Suche, funktioniert natürlich auch für nicht in dieser Kasse Versicherte.


    Pflegeheim finden | AOK


    Dann erstmal weiter viel Erfolg in der Sache und ein bisschen Glück gehört auch dazu!


    Liebe Grüße

    Stern

  • Hallo Stern0709 ,


    vielen Dank, den Rat habe ich direkt befolgt und noch ein anderes Heim hier in der Nähe angerufen, das auch einen guten Ruf hat. Der Ansprechpartner war sehr nett und hat sich schonmal den Namen notiert und mir das mit dem Überleitungsbogen nochmal gut erklärt. Unter dem Link schaue ich gleich mal. Es wäre mir wichtig, das meine Mutter soweit wie möglich in einer vertrauten Gegend ist. Sie hat ihr ganzes Leben in dem Haus verbracht, in dem wir jetzt wohnen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallon Puffinpatrol, auch von mir willkommen im Forum.


    Ich hoffe, Sie nehmen die "bösen Blicke" der Angehörigen der Mitpatientin Ihrer Mutter nicht persönlich. Wie Jochen Gust schon schrieb, ist ein Delir eine ernstzunehmende Krankheit die gut behandelt werden kann.


    Haben Sie besprechen können, was Sie in dieser Situation für Ihre Mutter tun können? Ganz besonders wichtig ist jetzt jede Form von Sicherheitsgefühl und Geborgenheit. Gibt es Fotos, Erinnerungsstücke oder Gedichte, Themen, Lieder ... die diese Gefühle bei Ihrer Mutter auslösen können?


    Gibt es Nachbarn oder Freunde, die Sie einbeziehen können - und die verständig und belastbar genug sind die akute Verwirrtheit Ihrer Mutter zu ertragen?


    Alles, was Sie persönlich zur Beruhigung Ihrer Mutter tun können ist jetzt sehr wertvoll!


    Viel Erfolg Ihr Martin Hamborg

  • Es wäre mir wichtig, das meine Mutter soweit wie möglich in einer vertrauten Gegend ist. Sie hat ihr ganzes Leben in dem Haus verbracht, in dem wir jetzt wohnen.

    Das verstehe ich sehr gut. Wir haben es bei meiner Mutter auch so gemacht. Sie lebt jetzt im Betreuten Wohnen etwa 200m von ihrem früheren Haus entfernt.

    Allerdings hat sie nun seit Februar diesen Jahres eine Hinlauftendenz entwickelt, da sie immer wieder „nach Hause“ will.

    Meine Mutter hat aber eine schon recht fortgeschrittene Alzheimererkrankung.

    Die unmittelbare Nähe kann also auch Nachteile bringen.


    Schön, dass du gleich einen netten Mitarbeiter einer anderen Einrichtung sprechen konntest, das ist auch leider nicht unbedingt immer so.

  • Lieber martinhamborg ,


    vielen Dank für Ihren Post! Die bösen Blicke habe ich weggesteckt. Ich fand nur schlimm, wie unfreundlich manche Leute sind.


    Viel besprochen haben wir im KKH nicht. Aber ich habe ja schon ein Delir mit meiner Mutter durchgestanden. Im Zuge dessen habe ich viel gelesen und mich so gut es ging informiert, was man so tun kann. Davon profitiere ich jetzt: Ich spreche ihr gut zu, nehme sie in den Arm, diskutiere und berichtige sie nicht, bringe Essen mit.

    Insgesamt ist meine Mutter ein pragmatischer Typ. Man kann ihr leider nicht mit Lieblingsliedern oder Gegenständen von zu Hause so einfach eine Freude machen. Ihre große Freude ist, in unserem Garten zu arbeiten. Vom Garten habe ich gestern Fotos gemacht und mitgebracht. Bei anderen Fotos bin ich unsicher – nicht alle Erinnerungen sind schön in ihrem Leben.


    Leider sind meine Mutter und ich inzwischen ganz allein. Die Nachbarn sind z.T. selbst schon sehr alt, die jungen arbeiten hart, haben Kinder. Weitere Familie gibt es nicht (mehr) und wirklich gute Freunde auch nicht. Das finde ich oft traurig und es belastet mich (auch die Frage, was ist, wenn ich mal ausfalle, wie ich da Vorsorge treffen kann).


  • Wie äußert sich das Delir bei Deiner Mutter PausE ? Wie ist es dazu gekommen? Würde mich interessieren, wenn Du erzählen magst...


    LG, Puffinpatrol

    Es ist noch ganz frisch, die Situation bei uns. Nix genaues weiß ich nicht, sozusagen.


    Die Ärzte, mit denen ich gesprochen habe, reden immer von einem Delir.

    Meine Mutter ist 88, seit wenigen Jahren dement, lebte mit meinem Vater bisher zu Hause.

    Am Samstag musste ich sie einweisen lassen, sie versuchte zum 2. Mal diese Woche ihr geliebtes Heim zu "fliehen". Ich glaube, sie ist im Alter von 10 Jahren angekommen, da mussten sie aus Oberschlesien flüchten.

  • Hallo PausE ,

    das tut mir leid. Ich habe in dem anderen Thread in Deine Erfahrungen reingelesen (lese gleich noch weiter) und hoffe, dass sie ihr und Euch dort helfen können. Dass sie ruhiger wird.


    Was diese Generation als Kind erlebt hat ...! Ich kannte einige Leute, die, wie sie immer sagten, aus der "alten Heimat" hatten flüchten müssen im Krieg hierher an Rhein und Ruhr. Was die erzählt haben, da habe ich mich oft gefragt, wie (und ob) die mit den Erlebnissen fertig geworden sind. Ich mein, viel aufgearbeitet wurd ja damals auch nicht, einfach weitergemacht...

    Ich wünsche Dir jedenfalls ganz viel Kraft und dass Ihr auf kompetente Menschen trefft!

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