Neu hier – Fragen zum Delir

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Liebe Puffinpatrol, ich lese die ganze Zeit mit und sowohl du als auch deine Mutter tun mir unendlich leid. Mit einem Delir (ohne zusätzliche Demenz) kenne ich mich aber leider nicht aus.

    Meine Mutter hat nach einer ihrer OPs ein vorübergehendes harmloses Delir entwickelt. Ich selbst konnte es bei sogar jüngeren Mitpatientinnen beobachten (die genau wie ich operiert wurden), bei denen es auch recht schnell wieder verschwand.


    Aber mein Rat wäre: Bitte such das Gespräch mit den verantwortlichen Ärzten des Krankenhauses (haben schon viele hier geraten): Frage, was sie meinen, was sie wozu vorschlagen. Ich würde jetzt nicht sofort aufgeben,und keinesfalls die Sache ohne eigene Intervention laufen lassen.


    Gibt es denn in deiner Umgebung Spezialisten für das Thema Delir. Die würde ich alle und einen nach dem anderen kontaktieren und Rat und Hilfe suchen.

    Gibt es eine stationäre Einrichtung, die darauf spezialisiert ist. Dort würde ich die Mutter hinbringen (lassen).

    Ich würde mich da auch nicht abweisen oder vertrösten lassen. Es ist deine Mutter und es geht um ihr Leben und auch dein Wohlbefinden.


    Ich glaube, wir alle hier sind nicht in der Lage, die absolut passende Hilfe zu geben oder zu nennen. Und es ist Eile geboten.

    Bevor du überlegst, an welchem Ort deine Mutter am besten aufgehoben ist, muss erst einmal medizinisch alles ausgeschöpft werden.

    Hast du vielleicht jemanden bei dir, der dich da unterstützt? Das wäre sehr gut.


    Bitte berichte uns doch, was du erreicht hast. Ich bin in Gedanken bei dir und drücke dir die Daumen ... vor allem wünsche ich dir Kraft (alle, die du mobilisieren kannst). Solltest du dann erfahren, dass es tatsächlich so bleibt, wie es jetzt ist, kannst und musst du neu planen. Aber erst einmal muss diese Ungewissheit weg,


    Alles, alles Liebe!!!!

  • Hallo schwarzerkater ,


    vielen lieben Dank für die Nachricht. Ich bin jetzt im KKH und hatte Glück: Die Oberärztin war da und hat endlich Klartext mit mir geredet: Sie gehen nicht von einer hohen Lebenserwartung meiner Mutter aus. Wie lange sie noch hat, können sie nicht sagen, ob eine Woche oder ein Jahr. Das Problem ist die offene Herzklappe rechts, wegen der der Kreislauf nicht funktioniert und zu wenig Sauerstoff oben in den Körper gepumpt wird.


    Wegen des Delirs schaut jetzt ein Ärzteteam aus einem Nephrologen, Neurologen und den Geriatern. Sehr viel Hoffnung, dass es wieder weg geht, besteht aber derzeit anscheinend nicht. Da meine Mutter eine ziemlich weitreichende Patientenverfügung gemacht hat (sie war in diesen Dingen immer radikal, nach dem Motto "besser kürzer leben und dafür gut"), sind die medizinischen Möglichkeiten eingeschränkt. Ich habe die Ärztin gebeten alles zu machen, damit sie nicht leidet.


    Geplant ist, dass, wenn sich die Sache nicht verschlechtert, sie Ende der kommenden/Anfang nächster Woche entlassen wird. Die Ärztin meint auch, ich kann sie zu Hause nicht angemessen versorgen. Ich werde also morgen den Hausarzt kontaktieren und mich auch auf die Suche nach einem Heim in der Nähe machen. Ich hätte ihr so gern ermöglicht, zu Haue zu sterben, in dem Haus, in dem sie aufgewachsen ist und überlege, wie/ob das nicht doch zu bewerkstelligen ist...


    Liebe Grüße

    Puffinpatrol

  • Liebe Puffinpatrol,

    ich bin sehr froh und freue mir für dich,

    dass du nun endlich klare Aussagen bekommen hast. Das hätte ich auf Grund des Wochenendes heute nicht erwartet.

    Die Aussage der Oberärztin bezüglich der Lebenserwartung ist natürlich sehr heftig.

    Das musst du erstmal verarbeiten. Aber du hast genau richtig reagiert, indem du gebeten hast, alles zu tun, dass deine Mutter nicht leiden muss.

    Vielleicht schafft das Ärzteteam in der kommenden Woche es tatsächlich noch, den Zustand deiner Mutter wieder zu verbessern.

    Das wünsche ich dir sehr.

    Du kannst den Hausarzt morgen um eine Einschätzung bitten, wie er über eine eventuelle Pflege zu Hause denkt.

    Ich verstehe wirklich sehr gut, dass du deine Mutter in der noch verbleibenden Zeit gerne zu Hause pflegen würdest. Für dich bedeutet es einen 24 Stunden Job. Du kannst dir sicherlich Hilfe vom Pflegedienst dazu holen, aber letztendlich bleiben trotzdem noch sehr viel Arbeit und eine große nervliche Belastung für dich übrig. Schaffst du das?

    Ich möchte nur sagen, lass nicht alle Meinungen der behandelnden Ärzte völlig außer Acht bei deiner Entscheidung, wie es nach dem KH weitergeht.

    Ich hoffe und wünsche dir, dass deine Mutter nicht zu lange leiden muss und die verbleibende Zeit für euch beide wenigstens einigermaßen erträglich verläuft.


    Liebe Grüße

    Stern

  • Die Tropfen sind in der Tat fies bitter. Dem fiesen Geschmack kann man entgehen, wenn man Tabletten gibt. --- Es gibt seltene Einzelfallberichte, dass Metamizol, der Wirkstoff von Novalgin, ein Delir ausgelöst habe. vgl. https://www.akdae.de/arzneimit…ol-uaw-news-international


    Delirauslösend sind viel eher starke Opioide, aber, wie du schon sagtest, starke Schmerzen ebenfalls. Falls Novalgin nicht ausreicht, wäre zusätzlich retardiertes Tilidin/Naloxon noch eine Möglichkeit. Die Wirkungsweise ist unterschiedlich, so dass sich die Wirkung addieren kann. Alles, was sediert, kann delirauslösend sein, Benzodiazepine, trizyklische Antidepressiva, viele klassische Neuroleptika.

  • Noch ein Gedanke, weil du noch abwägst, ob du sie nach hause holen willst/kannst oder nicht: Du könntest sie auch zunächst in einem Pflegeheim unterbringen und die kommenden Wochen abwarten, wie sich ihr Zustand und vor allem auch ihr Delir dort entwickeln. Außerdem bekommst du einen Eindruck, ob die Situation im Pflegeheim nicht deutlich besser ist, als das, was du jetzt und zu Coronazeiten im KH erlebt hast.

    Auch kann nach einigen Wochen vielleicht dort dann besser als jetzt abgeschätzt werden, welcher Pflegeaufwand zuhause auf dich zukäme und ob und wie das mit Pflegediensten und sonstiger Unterstützung ggf. bewerkstelligt werden könnte.

    Dann hättest du auch etwas Zeit zum Verschnaufen und Kräfte sammeln - um dann besser entscheiden zu können, wie es weiter gehen soll nfür euch beide.

  • Wie lange sie noch hat, können sie nicht sagen, ob eine Woche oder ein Jahr.

    Liebe Puffinpatrol, ich bin froh, dass du mit den Ärzten offen reden konntest.

    Stern hat eigentlich schon alles auf den Punkt gebracht.

    Ja, es ist heftig, wenn die Ärzte so etwas sagen. Wir haben dasselbe genauso mit meinem Vater durchgemacht und ich habe damals dieselben Worte gebraucht wie du (in Bezug auf das Leiden). Die Ärzte waren sehr lieb und fürsorglich und haben ihm das Leiden erspart ... er durfte wirklich einschlafen, was ich angesichts seiner fürchterlichen Erkrankung (Lungenkrebs) als eine Gnade empfand.

    Ich tendiere eher dazu dir zu raten, dass deine Mutter in professioneller Pflege besser aufgehoben ist. Aber ein Rat ist hier schwer, weil nicht einmal die Ärzte klar sagen können, was noch alles auf deine Mutter und dich zukommen kann und v.a. wie der Weg aussieht und wie lang er ist.

    Sprich doch auch darüber mit den Ärzten ... ganz offen, liebevoll, fürsorglich (so wie du hier wirkst). Das werden sie verstehen und mit dir auch offen sprechen. Ärzte müssen halt auch vorsichtig sein, inwiefern sie Angehörigen Prognosen zumuten können oder nicht.

    Man muss da leider sehr tapfer sein und sich ganz und gar auf die schwerkranke Person fokussieren und deren noch mögliche Lebensqualität ausloten. Gleichzeitig muss man ans Machbare denken: Was ist man überhaupt in der Lage zu leisten. Hier steht klar im Vordergrund: Inwiefern kann ich dafür sorgen, dass ein sterbender Mensch mit seiner Erkrankung bei mir schmerzfrei ist, was ist für wie lange von mir leistbar. Wenn man zusammenbricht, ist dem kranken Menschen nicht geholfen. Und es ist keine Schwäche, wenn man sich entscheidet, die Pflege in professionelle Hände zu geben.

    Auch ist es noch gar nicht sicher, ob das Zuhause in der Phase deiner Mutter für sie noch den höchsten Stellenwert hat oder ob sie vielleicht auch lieber mal "für sich" ist auf diesem schweren Weg.

    Hier ist immer mal von Palliativversorgung die Rede. Diese würde ich hinzuziehen. Meine ehemalige Kollegin war zum Schluss in einem Hospiz, wo ihr die letzte Zeit sehr erleichtert worden ist.


    Ich wünsche euch alles, alles Gute und gute Menschen aller wichtigen Fachbereiche, die euch helfen!!!! <3

  • Danke, Stern0709 , Hinz , thalia24 , schwarzerkater ,


    bitte entschuldigt, dass ich Euch gesammelt antworte: Ihr glaubt gar nicht wie wertvoll Eure Nachrichten, aufbauenden Worte, Erfahrungswerte und Informationen gerade für mich sind!!!


    Nach dem Gespräch mit der Ärztin bin ich nicht mehr ganz so panisch. Auch mit den Pflegekräften bin ich eben etwas ins Gespräch gekommen (ist ein ruhiger Tag auf der Station). Kommunikation hilft wirklich. (Konnte nun auch in Erfahrung bringen, dass meine Mutter noch Pipamperon und Risperidon bekommt.)


    Auch Eure Anregungen zu professioneller Pflege helfen mir sehr. Meine Situation ist vielleicht speziell, weil wir ein bisschen wie in einer WG leben. Wenn ich nun heimkomme, ist mein Zuhause leer und still. Insofern denke ich vielleicht auch an mich selbst bei dem Wunsch, sie hier zu haben, selbst in diesem Zustand: Dann wäre ich nicht so auf mich zurückgeworfen. Ich hätte eine Aufgabe, die mich ablenkt. Denn die Information der Ärztin hat mich umgehauen. Ich möchte das alles noch nicht wahrhaben.

    Aber es stimmt, ich neige dazu, mich zu überschätzen/überfordern, und man muss schauen, was für den Kranken das beste ist.


    Was mir sehr leid tut ist, dass meine Mutter nichts isst, aber zwischendurch sagt, sie hat Hunger. Ich habe alles Mögliche ausprobiert, herzhaft, süß, verschiedene Konsistenzen. Sie beißt rein und spuckt dann alles sofort aus und scheint sich zu ekeln. Selbst Trinken ist gerade schwierig, obwohl das zwischendurch ging. Kennt das jemand? Kann ich da was machen?


    Liebe Grüße <3
    Puffinpatrol

  • Liebe Puffinpatrol,

    ich möchte nochmal auf deine Überlegungen, wie es weitergehen kann, zurück kommen.

    Du kannst dich diese Woche auch mit dem Entlassmanagement des KH in Verbindung setzen. Dort wirst du Vorschläge erhalten, wie es nach dem KH weitergehen kann.

    Vielleicht wäre eine Kurzzeitpflege erstmal das Mittel der Wahl. Sie ist für 8 Wochen im Jahr möglich. In dieser Zeit kannst Du beobachten, wie sich der Zustand deiner Mutter entwickelt und es verschafft dir Zeit für eine Entscheidung. Das Entlassmanagement unterstützt bzw. vermittelt auch die entsprechenden Pflegeplätze.


    Ich kann mir gut vorstellen, wie es dir jetzt geht. Die Gedanken überschlagen sich und am Ende herrscht Ratlosigkeit. Ich hoffe und wünsche dir, die verschiedenen Gespräche in der kommenden Woche helfen dir.

    So eine schwierige Entscheidung ist nicht an einem Tag möglich. Lass dich beraten und wäge die die Ratschläge gut ab. Aber bei aller Liebe zu deiner Mutter, vergiss dich selbst dabei nicht. Mute dir nicht mehr zu, als eigentlich möglich ist.


    Noch kurz etwas anderes: Ich denke, du solltest auch einen Antrag auf Höherstufung des Pflegegrades bei der KK deiner Mutter stellen. Der Pflegebedarf wird ja mit großer Wahrscheinlichkeit steigen.

    Was mir sehr leid tut ist, dass meine Mutter nichts isst, aber zwischendurch sagt, sie hat Hunger. Ich habe alles Mögliche ausprobiert, herzhaft, süß, verschiedene Konsistenzen. Sie beißt rein und spuckt dann alles sofort aus und scheint sich zu ekeln. Selbst Trinken ist gerade schwierig, obwohl das zwischendurch ging. Kennt das jemand? Kann ich da was machen?

    Hast du es schon mal mit Joghurt oder Pudding probiert?


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächsten Tage, alles alles Gute!


    Liebe Grüße ❤️

  • Was mir sehr leid tut ist, dass meine Mutter nichts isst, aber zwischendurch sagt, sie hat Hunger. Ich habe alles Mögliche ausprobiert, herzhaft, süß, verschiedene Konsistenzen. Sie beißt rein und spuckt dann alles sofort aus und scheint sich zu ekeln. Selbst Trinken ist gerade schwierig, obwohl das zwischendurch ging. Kennt das jemand?

    Liebe Puffinpatrol, die Sache mit dem Essen war bei meiner Mutter infolge der Demenz ebenso. Ich habe für sie immer mitgekocht. Und nichts schmeckte ihr. Sie fand alles eklig, außer Süßes (Pudding, Schokolade, Marmelade).

    Offensichtlich zerstört die Demenz auch Bereiche, die mit dem Riechen und Schmecken zusammenhängen. Nur Süßes wird erkannt und gemocht. Davon liest man immer wieder.

    Dennoch mochte meine Mutter auch Speisen nicht, die ihr zu süß erschienen. Am Ende hatten wir uns zu Hause auf Pudding und Marmelade (und Schokolade) festgelegt. Das ging einigermaßen. Im Pflegeheim ist es genauso. Man achtet darauf, dass sie vorrangig bestimmte Speisen bekommt.

    Seit meine Mutter dement ist, spuckt sie alles aus (auf den Tisch ), was sie nicht mag. So etwas hätte sie früher nie getan. Ich fand es gruselig und schlimm. Im Pflegeheim kommt man damit aber irgendwie klar und erklärt mir, dass das nun mal eben so ist. Das ist beruhigend für mich.

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Puffinpatrol ,


    gut, dass Sie nun etwas Klarheit gewonnen haben. Mit Stille-Üost-Phänomen meinte ich, dass häufig bei der Weitergabe von Antworten / Dritten über mehrere Ecken (Personen) nicht immer ankommt, was ankommen sollte bzw. gesendet wurde.


    Auch gut finde ich, dass nun mehrere Fachdisziplinen schauen hinsichtlich möglicher Ursachen des Delirs. Allerdings, da die Oberärztin Sie ja auch schon darauf hinwies (multifaktorell), ist es zumindest wenn nichts Neues entdeckt wird nicht wahrscheinlich, dass man durch eine einzelne Maßnahme das Delir schnell wird zurückdrängen können. Vermutlich wird das Zeit in Anspruch nehmen und ich hoffe, man kann Ihnen zumindest prognostisch etwas dazu sagen.

    Zum Thema Ernährung finden Sie auch hier im Wegweiser etwas. Werden Getränke aktuell angereichert bzw. entsprechend Trinknahrung angeboten?

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hallo Stern0709 und schwarzerkater ,


    vielen Dank für die Tipps! Ein Pfleger meinte, dass der Soziale Dienst in Sachen Pflegegrad vielleicht was machen kann, damit es zügig geht, und sonst setze ich mich mit dem MD in Verbindung. Ein Gespräch mit dem Sozialen Dienst hatte ich schon. Die Dame war nett, meinte aber, dass Kurzzeitpflegeplätze schwer zu bekommen sind und sie stadtweit suchen (per Fax...). Ich wohne in einer Großstadt im Ruhrgebiet, sodass die Einrichtung sehr weit weg sein kann. Den Platz, egal in welchem Stadtteil, meinte sie, muss man dann annehmen. Oder das KKH ist halt raus und man steht da mit der Patientin. Deshalb wollte ich parallel versuchen, selbst etwas in der Nähe zu finden.


    Das mit den acht Wochen klingt gut. Ich dachte, es wäre auf zwei beschränkt, das schien mir sehr kurz, auch, um zu sehen, ob es z.B. die richtige Entscheidung auch auf Dauer ist.


    Das mit dem Süßen ist bei meiner Mutter genau so!!! (Und leider auch das mit dem Spucken...:-().


    Pudding ging nicht, aber ich habe es geschafft, ihr zwei Bröckchen Brot mit Marmelade und etwas Schokolade zu verabreichen, und zum ersten Mal seit gefühlt einer Ewigkeit meinte sie "lecker" :) Außerdem ist sie scharf auf kalte Cola. Immerhin!!!

  • Hallo jochengust ,

    sehe eben Ihre Antwort! Vielen Dank! Nein, Trinknahrung o.ä. gibt es noch nicht, Anreicherung auch nicht, ich werde morgen mal danach fragen. Im Moment wird einfach das Übliche auf den Tisch gestellt, und meist bin ich da und versuche, ihr das "schmackhaft" zu machen...


    Ich stelle mich jetzt auch auf eine längere Zeit ein. Ich hoffe wirklich sehr, dass eine Einrichtung das richtige ist und sie ihr "Zuhause" nicht zu sehr vermissen wird...


    Ich glaube, das alles fällt mir auch deshalb so schwer, weil ich als Schülerin (vor über 30 Jahren) ein Praktikum im Pflegeheim gemacht habe und die Zustände schlimm fand. Und damals war die Personalnot noch nicht so groß wie heute. Andererseits hoffe ich, dass die Einrichtungen heute "fachlich" besser aufgestellt sind (damals ging es teils ziemlich rabiat zu).

  • Da du aus dem Ruhrgebiet kommst, kann dir auch der Heimfinder weiter helfen, darüber habe ich einen Kurzzeitpflegeplatz für meinen Vater gefunden.

    Und hier findest du noch einen Link, in dem Bewertungen für Heime zu finden sind: BKK PflegeFinder


    Ich lese hier aufmerksam mit, kannte Delir vorher aber auch noch nicht.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du die richtige Entscheidung für dich findest. Ich kann den Gedanken nachvollziehen, dass du deine Mutter gerne nach Hause holen möchtest. Aber das kann wirklich hart werden, vor allem wenn du alleine davor stehst.


    Denke auch daran, solltest du deine Mutter wieder nach Hause holen und benötigst dafür noch Hilfsmittel, wie z.b. ein Pflegebett, dass kann unter Umständen auch schon mal 2 Wochen oder länger dauern. Die Bürokratie ist manchmal nicht zu überschätzen oder aber auch, es ist schlicht nicht vorrätig.

  • Hallo Finja ,


    lieben Dank für Deine Nachricht! Als ich damals das erste Mal ein Delir erlebt habe, hatte ich auch noch nie davon gehört. Es scheint mir gar nicht so ein Thema z.B. in den Medien, obwohl es doch recht oft vorkommt bei betagten und/oder demenziell veränderten Patienten, die – egal weswegen – ins KKH kommen.


    Danke auch für die Links!!! Das ist ja toll mit dem Heimfinder, dass man da direkt freie Plätze sehen kann. Bei dem anderen Link habe ich schon Einrichtungen in der Nähe gefunden, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte... Die gucke ich mir gleich mal genauer an.


    So, wie sie jetzt zurecht ist, würde es allein wirklich nicht gehen, das muss ich einsehen. Und es stimmt mit dem Bett und allem. Trotzdem finde ich es sooo schwer, als "Kind" zu entscheiden: Du kommst nicht mehr nach Hause.


    Schade finde ich, dass es wenig flexible Angebote zu geben scheint, z.B. eine Art einfache "Nachtwache", die einen weckt, wenn was ist...

  • Trotzdem finde ich es sooo schwer, als "Kind" zu entscheiden: Du kommst nicht mehr nach Hause.


    Das ist auch eine sehr schwierige Entscheidung. Aber man muss realistisch bleiben und so, wie du es schon schreibst, einschätzen, ob die Pflege zu Hause überhaupt zu bewältigen ist.


    Als mein Vater vor 10 Jahren schwer an Krebs erkrankte, standen wir vor genau dieser Entscheidung. Für die letzten Wochen seines Lebens sollte er aus dem KH entlassen werden. Eine Pflege zu Hause war in seinem Zustand unmöglich. Er war körperlich am Ende nach vielen Operationen, Chemotherapie usw., allerdings geistig fit.

    Weder meine Mutter noch ich brachten es übers Herz, ihm mitzuteilen, dass er in eine Kurzzeitpflege muss.

    Ein sehr lieber Mitarbeiter des Pflegedienstes hat uns diese Aufgabe abgenommen und ihm mitgeteilt, dass es zur Besserung seines Zustands erforderlich ist. Das war natürlich auch nicht die Wahrheit, aber alle waren mit dieser Lösung sehr zufrieden.

    Damals war allerdings die verbleibende Zeit genauer einzuschätzen, als es jetzt bei deiner Mutter der Fall ist.


    Vielleicht hilft dir dieses Beispiel ein bisschen, ich hab lange überlegt, ob ich es überhaupt schreiben soll.


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!


    Liebe Grüße

  • Hallo Stern0709 ,


    entschuldige die späte Antwort: Ich danke Dir, dass Du Deine Erfahrung hier geteilt hast. Sie hat mich sehr berührt, und sie hilft mir auch sehr weiter. Ich kann Euch so verstehen...


    Ich wollte es genau so machen, wie Du geschrieben hast, denn ich habe große Angst, dass meine Mutter sich von mir verraten fühlt und dann zusätzlich traurig ist. Sie findet eine Ärztin im KKH nett, die wollte ich bitten. Aber dann hat sie mich heute sehr direkt gefragt, ob wir denn Ende der Woche nach Hause gehen, und da konnte ich einfach nicht komplett "lügen". Ich habe also gesagt, dass sie erstmal noch woanders hingehen muss, wo sie weiter aufgepäppelt wird. Habe auch erzählt, dass der Hausarzt (dem sie sehr vertraut), das empfohlen hat (was sogar stimmt).


    Meine Hoffnung ist ein bisschen, dass es ihr dann ganz gut gefällt. Bei meiner Mutter changiert das momentan alles, heute fand sie es z.B. zeitweise sogar im KKH auch ganz gut und meinte "Ach, dann bleiben wir noch ein bisschen hier."


    Mal sehen, was morgen ist ;)


    Viele liebe Grüße und nochmals Dank <3

  • Liebe Puffinpatrol,

    das hört sich sehr gut an und du hast perfekt reagiert, richtig gut!

    So wie du schreibst, geht’s deiner Mutter auch etwas besser? Vielleicht bessert es sich tatsächlich in den nächsten Tagen noch weiter durch einen entsprechenden

    „Medikamentencocktail“.

    Freu dich jetzt erstmal, dass es heute ein bisschen besser ging. Es wird immer ein auf und ab sein, das kennen wir ja.


    Im Übrigen musst du dich doch hier nicht für eine späte Antwort entschuldigen.

    Es ist sehr schön, wenn du so persönlich antwortest, aber ich weiß auch, dass es einfach nicht immer möglich ist bei all den anderen Sorgen und Herausforderungen.

    Aber das Schönste ist, dass wir dir helfen konnten!


    Liebe Grüße

    Stern

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!