Frühform von Demenz oder was anderes? Schwiegermutter will nicht zum Arzt

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  • Hallo,


    es geht um meine Schwiegermutter. Sie war schon immer schwierig, aber in letzter Zeit reagiert sie manchmal so heftig, dass das uns nicht mehr normal vorkommt. Am Wochenende hatten wir alle zusammen eine Veranstaltung vom Sportverein mit den Kindern, da warf sie mir plötzlich vor, ich würde sie von der Seite angucken und auslachen. Sie versteht nicht, dass ich nur zufällig in irgendeine Richtung geguckt habe und über einen Spaß vom Kleinen gelacht habe. In gewissem Sinne ist sie dann gar nicht mehr ansprechbar. Sie hatte die Augen wie irr aufgerissen und am Körper gezuckt, die Kinder sind da genauere Beobachter als wir Erwachsenen. Bevor das völlig eskaliert ist, bin ich gegangen und habe meinen Mann mit dem Kindern und Oma alleine da gelassen, weil sie ja bis zum Schluss bleiben wollte. Wahrscheinlich weiß sie heute gar nicht mehr, dass sie so ausgerastet ist bzw.findet das gar nicht so schlimm. Dass die Kinder drunter leiden und vor ihren Vereinskumpeln blamiert wurden, merkt sie gar nicht.


    Davor war lange Ruhe. Der große Ausraster davor war vor acht Monaten. Das war richtig schlimm, weil wir alle zusammen auf Kurzurlaub waren und ich da nicht einfach gehen konnte. Grob gesagt hat sie mir vorgeworfen, ich hätte mich nur an ihren Sohn rangemacht, damit ich ihm das Geld und das Haus abnehmen könne und meine eigene verkommene Herkunftsfamilie dort reinsetzen könne. Das Schlimme war, dass sie sich einen ganzen Tag lang von früh bis spät dermaßen reingesteigert hat und im Urlaubsort vor tausenden Leuten rumgebrüllt hat, dass mein Mann irgendwann vor Wut zurückgebrüllt hat und ich die heulenden Kinder an der Hand hatte. Dann bekommt man ja auch die vorwurfsvollen Kommentare der anderen Urlauber herzlichen Dank aber auch. Mein Mann wollte vor Wut seine Mutter alleine in den Zug nach Hause setzen, da hat sie geweint wie ein kleines Kind, da sie nicht Zugfahren kann, aber 10 Sekunden später hat sie wieder mich beschimpft. Das war das erste Mal, dass wir an Demenz dachten. Allerdings hatte sie an dem Tag fast nichts getrunken, da hatten wir nicht drauf geachtet. An den Urlaub erinnert sich meine Schwiegermutter kaum.


    Zwischendurch ist sie aber ziemlich normal. Naja sie schreibt Termine auf, das mache ich aber auch. Sie kocht nicht mehr, weil die Kinder immer mäkeln würden, und möchte lieber Pizza bestellen, das kann ich aber nachvollziehen. Ach da fällt mir ein, dass sie vor etwa einem Jahr sich mal bei Nudeln völlig verkocht hat, weil sie es mal genau nach Anleitung kochen wollte und 5 l in 500 ml umgerechnet hat und nicht gemerkt hat, dass das überhaupt nicht stimmen kann (sie hat als Hausfrau früher täglich gekocht und ganz oft Nudeln).


    So ganz sicher bin ich mir aber nicht, ob das eine Demenz wird. Denn meine Schwiegermutter konnte noch nie gut zuhören und ist schon immer anderen ins Wort gefallen und hat dadurch auch vieles nicht richtig mitgekriegt und durch ihre eigene Version ergänzt (das klingt irgendwie gemein, das meine ich aber ganz neutral). Außerdem war sie schon immer ziemlich frauenfeindlich eingestellt, ich fand sie vom ersten Augenblick an etwas unheimlich, unnahbar und gleichzeitig übergriffig. Ich habe mich immer gefühlt wie auf rohen Eiern, bloß kein falsches Wort sagen, damit sie nicht explodiert. Ja es gab auch schon früher Eskalationen, meistens Weihnachten, aber nie so schlimm wie im letzten Jahr.


    Und sie hatte auch bei allen früheren Beziehungen von meinem Mann was gegen die Freundinnen (zu prollig, zu frech, will ihm nur ein Kind unterjubeln...) und hat ihre Meinung auch lautstark kundgetan. Insofern ist das jetzt nicht so die große Wesensveränderungen, was ja Demenz-typisch sein soll. Von den Symptomen passt das so teilweise. Ich kann mir aber auch ein unbehandeltes ADHS oder eine andere psychische Störung vorstellen. Leider kriegen wir sie nicht zum Arzt, weil sie ja sonst noch ganz fit ist und schon immer uneinsichtig war. Aber irgendwas stimmt nicht. So kann das nicht weitergehen. Vor allem die Kinder leiden unter der Situation (der Kleine war heute in der Schule bockig, der Große frisst das eher in sich rein), weil sie auch an der Oma hängen. Ich selber schlafe schlecht und mache Fehler auf der Arbeit, und meinen Mann, der meine Schwiegermutter am längsten kennt, belastet das am meisten.


    Danke fürs Lesen!

  • Hallo Anita,

    ich glaube, deine Beobachtungen sind sehr wichtig, und sie zeigen auch Symptome, die meine Frau und ich an ihrer Mutter gesehen haben, bevor bei ihr eine Demenz diagnostiziert wurde.

    Bei Schwiegermutter war es so, dass die beginnende Demenz ihre unangenehmen Persönlichkeitsmerkmale verstärkt und die ihre positiven Merkmale geschwächt hatte. Wir hatten dann erreicht, dass sie zur Hausärztin und dann zu einer Neurologin ging. Dort wurde bei ihr vaskuläre Demenz diagnostiziert.
    Das war allerdings nicht das Ende, sondern erst der Anfang aller Probleme, die wir mit ihr hatten.

    Liebe Grüße
    Buchenberg

  • Liebe Anita, willkommen im Forum!

    Wie Buchenberg dachte auch ich beim Lesen Deines Beitrages gleich an eine vaskuläre Demenz. Hier ist das Erinnerungsvermögen noch lange vorhanden (im Gegensatz zur Alzheimer Demenz), aber es nehmen die alltragspraktischen Fähigkeiten ab. Als Du das mit dem Nudeln kochen beschrieben hast, kam mir das recht bekannt vor. Bei meiner Mutter ging das auch so ähnlich los… SAE - Eine Spezialform der Vaskulären Demenz…späte Diagnose, ständig neue Herausforderungen

    …und ich hatte SEHR lange keine Diagnose, nur Verdachtsmomente. Denn sie konnte (und kann immernoch 🙃) sehr geordnet, selbstbewusst und klug auftreten, sodass selbst Fachleute zunächst nicht an ein dementielles Geschehen denken.

    Hier hilft am ehesten ein Gehirn-CT, anhand dessen man die tatsächliche Lage beurteilen kann.

  • Liebe Anita,

    das ist wahrlich eine schwierige Situation. Ich kann mir auch eine andere psychiatrische Erkrankung vorstellen nach deiner Beschreibung... Leider kann man deine Schwiegermutter ja nicht zum Arzt zwingen. Was ich aber auf jeden Fall wichtig finde, ist die Kinder vor ihr zu schützen, allein schaffen sie es ja nicht. Und auch auf keinen Fall einen gemeinsamen Urlaub. Also das ist meine Sicht.

    Wenn die Schwiegermutter keine Bereitschaft zeigt sich untersuchen zu lassen (haben meine Eltern auch nie gehabt..), dann darf man auf jeden Fall für sich selbst sorgen, und eben die Kinder, wie auch immer das möglich ist. Das kann man sicher auch mit Kindern besprechen, du willst die Oma ja nicht abwerten.

    Und den Hausarzt ansprechen..

    LG

  • Liebe Anita47,

    willkommen im Forum. Ich kann mich den anderen anschließen. Ich würde es so zusammenfassen: Wenn einem etwas an einer sonst vertrauten Person komisch vorkommt, dann ist da meist etwas wirklich nicht in Ordnung.


    Wir haben mit meiner Mutter zig Jahre Haus an Haus gelebt und ebenso einen schleichenden Prozess mit Änderungen ins Negative erlebt. An eine Demenz dachte damals niemand. Es war halt so, dass die eher anstrengenden Persönlichkeitsmerkmale meiner Mutter sich immer mehr verstärkten: War sie früher schon eher meinungsstark bis stur, so steigerte sich das nun ins Unerbittliche. Zunächst hat sie ihren Mann (meinen Vater) damit traktiert und als der verstarb, war ich dran. Es war grausam.


    Durch die Mobilisierung aller unserer eigenen Ressourcen konnten wir die Situation einigermaßen wieder ins Lot bringen, aber ich denke noch heute mit Grausen an die Zeit zurück (die vor viel mehr als 10 Jahren begann). Unzulänglichkeiten sind mir an meiner Mutter eher nicht so aufgefallen, aber sie hatte auch wahnsinnig viele innere Ressourcen und konnte Defizite lange, lange kompensieren und vertuschen.


    Erst vor ca. 4 Jahren ging es deutlich in die demenzielle Richtung. Sie tat merkwürdige Dinge, merkte sich nichts mehr, wurde lethargisch ...


    Was kann man dir da raten? Ich fürchte, nicht allzu viel. Ihr könntet versuchen, eine Diagnose zu bekommen. So lässt sich das Verhalten der Person besser einordnen. Uns hat das letzten Endes etwas geholfen.


    Aber wie wollt ihr die Schwiegermutter (die sich ja offensichtlich für völlig gesund hält, was unglücklicherweise ein Symptom der Demenz sein kann) zu einem Arztbesuch bringen?

    Ihr müsstet euch sozusagen Taktiken überlegen (Hausarzt ansprechen?). Bei uns war es die Hausärztin, die sehr früh auf eine Demenz hinwies. Die wirklichen Fachleute (Neurologen) machten noch mir Vorwürfe, was mir denn an meiner "armen Mutter" nicht passen würde, sie sei für ihr Alter doch noch so gut drauf ...


    Inzwischen ist meine Mutter nicht mehr in der Lage zu sprechen und das Gedächtnis erfasst nur noch Momente. Aber im Gegensatz zu den Jahren vorher lebt sie friedlich und glücklich in einem liebevollen Pflegeheim dahin und es fühlt sich - im Vergleich - wie der Himmel auf Erden an.


    Mein letzter Rat: Beobachtet weiter aufmerksam. Vertraut euren Wahrnehmungen. Versucht, eine Diagnose zu bekommen. Dann (erst) kann man weitersehen.


    Dies in aller Kürze als Essenz aus unseren eigenen leidvollen Erfahrungen (es wäre Stoff für einen Roman!).

  • Vielen Dank für die Antworten! Symptome und Auffälligkeiten aufzuschreiben, ist wirklich eine gute Idee, darauf wäre ich nicht selbst gekommen. Das ist hilfreich, egal wann und ob überhaupt wir an einen Arzt kommen. Irgendwie habe ich das Gefühl, wenn wir eine Diagnose hätten, wäre die Situation schlagartig besser (Wunschdenken wahrscheinlich). Leider kennen wir die Arztpraxis nur vom Namen her und würden da sicher keine Auskünfte bekommen. Schwiegermutter geht auch nicht zum Arzt, sie ist ja fit.


    Ich muss gerade selber hier klarkommen. Heute musste ich den Kleinen eher aus der Grundschule abholen, er war total bockig, war nicht ansprechbar und wollte wegrennen. Hat sich von allen ungerecht behandelt gefühlt. Er hatte schon früher mal solches Verhalten, im letzten halben Jahr hat er aber einen großen Reifesprung gemacht und sich im Verhalten sehr normalisiert, jetzt sind die Probleme aber wieder da. Mist. Mist. Mist. Naja das muss nichts mit dem Ausraster vom Wochenende zu tun haben, ich halte es aber schon für wahrscheinlich (ich hatte aber den Eindruck, dass der Kleine am lockersten mit der Situation umgeht und als Einziger nicht wütend wird). Nun sollen wir zum Schulpsychologen (weil die Lehrer ihn schon auf dem Kieker hatten). Ich habe so eine Wut im Bauch. Ich war schon kurz davor, Schwiegermutter anzurufen und ihr an den Kopf zu knallen, dass sie durch ihr Verhalten dem Kleinen Probleme in der Schule macht. Zum Glück habe ich es doch gelassen. Ich würde sowieso wieder vorgeworfen bekommen, dass ich am Benehmen vom Kleinen schuld bin, weil ich ihm alles durchgehen lasse und ihn verhätschele (das ist oft auch die Meinung meines Mannes, leider). Zum Psychologen zu müssen, finde ich schon heftig. Ich habe damit gar keine Erfahrung. Naja vielleicht ist das auch eine Chance, etwas Klarheit ins Familienleben zu bekommen. Wie der Kontakt zwischen Kindern und Oma am besten ist, weiß ich gar nicht. Ich halte den Kontakt grundsätzlich schon wichtig, auch damit Krankheiten mal nicht so ein Tabuthema werden. Ich möchte aber auch nicht, dass die Kinder über den Omabesuch entscheiden müssen, sonst fühlen sie sich verantwortlich, wenn es eskaliert. Und auch wenn wir für ein paar Wochen die Oma nicht besuchen, ist sie ja nicht weg und spüre ich ihre Denkweise quasi als Geist über uns schweben, und auch der Ärger ist noch da.


    Mal schauen, wie es weitergeht.

  • Nur kurz - Schulpsychologe ist nicht schlimm. Unsere Tochter kommt nicht so richtig mit in der Schule, da haben wir uns selber dahin gewendet. Es gibt dort wirklich hilfreiche Tipps.


    Vielleicht siehst Du es als Chance. Sprich das schwierige Verhältnis zu Hause an. Und vielleicht kannst Du deinem Mann dann auch klar machen, dass Eure Kinder Schutz brauchen vor der Oma. Mein Mann war auf dem Auge und dem Ohr auch blind. Bis seine Mutter so richtige Böller losgelassen hat (wer fragt bitte ein 5 jähriges Kind ob es dumm sei, nur weil was nicht auf Anhieb klappt? das Kind war völlig verstört).

  • Irgendwie habe ich das Gefühl, wenn wir eine Diagnose hätten, wäre die Situation schlagartig besser (Wunschdenken wahrscheinlich). Leider kennen wir die Arztpraxis nur vom Namen her und würden da sicher keine Auskünfte bekommen. Schwiegermutter geht auch nicht zum Arzt, sie ist ja fit.

    Liebe Anita, ich verstehe dich.

    Eine Diagnose hilft zwar, aber anders, als man es sich vorstellt. Auf jeden Fall könntet ihr damit das Verhalten der Schwiegermutter besser einordnen. Die Probleme hierdurch sind aber sehr vielfältig und erfordern jede Menge Kraft, Ausdauer und Strategie.

    Andererseits muss man auch nicht so große Angst davor haben, denn man geht ohnehin nur einen Schritt nach dem anderen und an uns "alten Hasen" sieht man, dass es zu überleben ist. Der Mensch ist dafür gemacht, Schwierigkeiten und Härten auszuhalten, das sage ich mir immer wieder (aus Erfahrung, leider!).


    Als meine Mutter die ersten Symptome zeigte, habe ich nicht im Traum an eine Demenz gedacht (was mich heute wundert, da ich mich beruflich teilweise mit angrenzenden Themen befasse). Ich habe stattdessen alles auf mich bezogen und musste psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Im Prinzip haben wir (mein Mann und ich, teilweise die erwachsene Tochter) uns aber allein durch die Jahre gekämpft.


    Es ist natürlich nicht gut, wenn kein ärztlicher Kontakt besteht. So könnt ihr erst mal nur selbst beobachten und euch Strategien überlegen, die - so meine ich - auch bei nicht dementen Menschen helfen.


    So würde ich mir vornehmen, beim nächsten Angriff deiner Schwiegermutter klar und deutlich zu sagen, wie du ihr Verhalten empfindest, erst mal ganz ruhig und freundlich und echt emotional:


    1. Stufe: "Ich bin erschrocken über deine Worte. Was ist denn nur passiert. Warum regst du dich so auf? Es gab doch gar keinen Grund, denn ...."

    Dann abwarten, wie sie reagiert!


    2. Stufe im Wiederholungsfall: "Wir haben bereits .... (Zeitangabe) darüber gesprochen. Ich finde dein Verhalten ungerecht. Ich möchte das nicht, weil ..."

    Dann wieder abwarten, wie sie reagiert!


    3. Stufe: "Das lasse ich mir nicht gefallen, das habe ich nicht verdient! Ich bin nicht dein Blitzableiter."


    4. Stufe: "Ich gehe jetzt und komme erst wieder, wenn du dich entschuldigst."


    Dabei musst du so ruhig wie nur möglich bleiben und ihr Verhalten ganz intensiv beobachten. Dir wird dann sicher bald auffallen, inwiefern sich die Schwiegermutter überhaupt an die Vorfälle erinnert bzw. ob sie vernünftige Argumente hat, ob es immer dieselben Argumente sind etc.

    Anfangs kannst du noch versuchen zu argumentieren, um ihre Reaktionen zu analysieren.

    Falls eine Demenz wahrscheinlich ist, kann man jegliche Argumentation einstellen, dann geht es nur noch um Ideen (Strategien), wie man sich gegenseitig das Leben erleichtert.


    Im Nachhinein denke ich, dass meine Mutter schon damals sehr floskelhaftes Verhalten gezeigt und gar nicht mehr überblickt hat, warum sie eigentlich so extrem wütend war.


    Mit dem Kind würde ich relativ offen reden und erklären, wie geschockt ich selber über das Verhalten der Oma bin und welche Sorgen ich mir mache. ... und dass das alles geklärt werden muss. Authentisches Verhalten hilft hier meistens am besten.

    Wird er von ihr angegriffen, würde ich ihn sofort aus der Gefahrenzone nehmen, wenn möglich.


    Ich denke, dass er das schon verkraften wird und es ist gut, dass ein Schulpsychologe vor Ort ist. (Innerlich hoffe ich, dass er sein Fach versteht, es gibt leider wie überall die ganze Bandbreite).


    Wir selbst haben mit dem Enkel ein schwieriges Thema, da er teilweise seinem psychopathischen Vater ausgesetzt ist, der versucht, ihm psychischen Schaden zuzufügen. Es ist permanente Arbeit, dagegen zu halten, aber nicht erfolglos. Daher bin ich zuversichtlich, dass euer Kind das gut verkraften kann.


    Nicht zuletzt: Ich würde mir Auszeiten von der Schwiegermutter nehmen und mir bewusst Inseln schaffen, wo sie nicht immer präsent ist.

    Das habe ich damals im Fall meiner Mutter zu wenig gemacht. Diese Zeit (Jahre) war geprägt durch eine große Anspannung bei mir und einen Teil davon hätte ich mir sparen können.


    So, ich hoffe, du kannst ein paar Ideen mitnehmen. Man muss das ja immer "übersetzen" in die eigene Situation, aber manchmal hilft so ein kleiner Anstoß ja doch.


    Alles Liebe!

  • Mit dem Kind würde ich relativ offen reden und erklären, wie geschockt ich selber über das Verhalten der Oma bin und welche Sorgen ich mir mache. ... und dass das alles geklärt werden muss. Authentisches Verhalten hilft hier meistens am besten.

    Wird er von ihr angegriffen, würde ich ihn sofort aus der Gefahrenzone nehmen, wenn möglich.


    Ich denke, dass er das schon verkraften wird und es ist gut, dass ein Schulpsychologe vor Ort ist. (Innerlich hoffe ich, dass er sein Fach versteht, es gibt leider wie überall die ganze Bandbreite).


    Wir selbst haben mit dem Enkel ein schwieriges Thema, da er teilweise seinem psychopathischen Vater ausgesetzt ist, der versucht, ihm psychischen Schaden zuzufügen. Es ist permanente Arbeit, dagegen zu halten, aber nicht erfolglos. Daher bin ich zuversichtlich, dass euer Kind das gut verkraften kann.

    schwarzerkater schreibt wieder so, dass ich nicht mehr allzu viel hinzufügen muss. Aber gerade Deinen Schreck wegen des Schulpsychologen möchte ich auch noch abmildern: ich hätte mir schon öfter gewünscht, dass es mehr Schulpsycholog*innen gibt, denn oft genug wären sie dringend nötig als Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen. Bei meinen Enkelkindern, deren Mutter psychisch schwer krank ist, waren sie letztlich die erste Hilfe auf außerfamiliärer Ebene, an das sich die älteste Enkeltochter von sich aus wenden konnte.

    Bei meinem weiteren Enkelkind, dessen Mutter schwer psychisch krank ist (schwerste Traumatisierung v.a. durch den Vater des Kindes) waren und sind sie eine zuverlässige Unterstützung.

    Ich kann mir vorstellen, wenn Du hier liest ( wie auch von Schwiegertochter71), dass doch auch hier einige von Erfahrungen mit Schulpsychologen berichten können, kommst Du Dir vielleicht auch damit nicht mehr so allein vor.

    Kinder reagieren nunmal einfach auf die Probleme in ihrem Umfeld, wenn dann die Oma derartige Ausraster hat z.B., sind sie besonders belastet und das muss sich ja bemerkbar machen. Ich wünsch Dir viel Kraft, Mut und Zuversicht für diesen Schritt und parallel auch für die Schritte mit der Schwiegermutter.

  • Nur kurz - Schulpsychologe ist nicht schlimm. Unsere Tochter kommt nicht so richtig mit in der Schule, da haben wir uns selber dahin gewendet. Es gibt dort wirklich hilfreiche Tipps.


    Vielleicht siehst Du es als Chance. Sprich das schwierige Verhältnis zu Hause an. Und vielleicht kannst Du deinem Mann dann auch klar machen, dass Eure Kinder Schutz brauchen vor der Oma. Mein Mann war auf dem Auge und dem Ohr auch blind. Bis seine Mutter so richtige Böller losgelassen hat (wer fragt bitte ein 5 jähriges Kind ob es dumm sei, nur weil was nicht auf Anhieb klappt? das Kind war völlig verstört).

    So ganz schlimm finde ich das mit dem Schulpsychologen auch nicht, außer dass mir das unangenehm ist, dass das nun in der Akte vom Kleinen drin steht. Es ist zwar immer die latente Angst da, dass durch zuviel Psychologisieren was "versaut" wird, aber grundsätzlich gehe ich davon aus, dass der Berater ein Mensch ist, mit dem man normal reden kann, der eben nur viel mehr als wir vom Fach versteht. Mein Mann hat ein viel größeres Drama drum gemacht, der hat dem Kleinen gedroht, wenn das so weiter geht, fliegt er von der Schule und muss am Ende vielleicht in irgendeine Einrichtung. Oje! Da war ich dann sauer, denn es geht darum, dass der Kleine mit seinem Verhalten riskiert, auf Schulausflüge oder die Klassenfahrt nicht mitzudürfen. Das finde ich schon dramatisch genug. Das ist aber was ganz anderes. Mein Mann hat wieder irgendein Blabla dahergeredet.

    So würde ich mir vornehmen, beim nächsten Angriff deiner Schwiegermutter klar und deutlich zu sagen, wie du ihr Verhalten empfindest, erst mal ganz ruhig und freundlich und echt emotional:


    1. Stufe: "Ich bin erschrocken über deine Worte. Was ist denn nur passiert. Warum regst du dich so auf? Es gab doch gar keinen Grund, denn ...."

    Dann abwarten, wie sie reagiert!

    "Du guckst mich immer so von der Seite an! Immer, wenn du auftauchst, gibt es Streit!" - "Welchen Streit denn? Wir streiten doch gar nicht." - "Jetzt tu nicht so. Du hast was gegen mich. Du bist ein ganz raffiniertes Stück! Ich habe dich schon lange durchschaut, haha!" Wenn ich dann etwas lauter werde und sage: "So lasse ich nicht mit mir reden!", kommt zurück "Ha, wer bist du schon! Hältst dich wohl für ganz besonders! Mir kannst du nicht das Wasser reichen!" - Also Argumentieren geht in der Situation gar nicht. Später nach so einem Ausbruch meint sie "Och da war doch gar nichts. Ihr übertreibt."


    Floskelhaftes Verhalten - das trifft es sehr gut. Das hatte sie aber schon immer.


    Auszeiten von der Oma nehmen: Wir sind ja nur einen Tag pro Woche da und das auch nicht jede Woche. Aber gerade nach so einem Ausraster (welche es ja auch früher schon gab) wird auch mein Mann hier komisch und kommt mit ähnlichen Floskeln an "Aber ein bisschen hat meine Mutter auch Recht, du bist wirklich unordentlich und vergreifst dich oft im Tonfall" (jetzt nach dem Demenz-Verdacht nicht mehr so), der ist halt doch irgendwo Mamasöhnchen. Das meinte ich damit, dass der Stress durch die Schwiegermutter trotz Abstand da ist. Ich bin gerade so vergesslich und unkonzentriert und bin schon froh, wenn ich an die Mülltonne denke (dafür vergesse ich vielleicht die Wäsche in der Maschine - egal gerade), mein Mann braucht es gerade extraordentlich und regt sich über jedes herumliegende Teil auf, klar gibt das Streit.


    Ich finde es einfach furchtbar anstrengend :-(

  • "Du guckst mich immer so von der Seite an! Immer, wenn du auftauchst, gibt es Streit!" - "Welchen Streit denn? Wir streiten doch gar nicht." - "Jetzt tu nicht so. Du hast was gegen mich. Du bist ein ganz raffiniertes Stück! Ich habe dich schon lange durchschaut, haha!" Wenn ich dann etwas lauter werde und sage: "So lasse ich nicht mit mir reden!", kommt zurück "Ha, wer bist du schon! Hältst dich wohl für ganz besonders! Mir kannst du nicht das Wasser reichen!" - Also Argumentieren geht in der Situation gar nicht. Später nach so einem Ausbruch meint sie "Och da war doch gar nichts. Ihr übertreibt."


    Floskelhaftes Verhalten - das trifft es sehr gut. Das hatte sie aber schon immer.

    Liebe Anita, ich kann dir (trotzdem) immer nur wieder raten: Arbeite (für dich und für den Kleinen) die Stufen ungefähr ab. Das wäre nun schon ab Stufe 2 oder 3. Ganz, ganz wichtig ist es, dass du nach außen ganz ruhig und sachlich-freundlich bleibst. Und nach: "So lasse ich nicht mit mir reden ..." , lass bitte wirklich (!!!) nicht mehr so mit dir reden und gehe ... ganz in Ruhe.


    Frag dich bitte selbst: Warum tust du dir das an? Das hat doch kein Mensch verdient. Es ist psychische/seelische Gewalt, die dir widerfährt. Egal, ob deine Schwiegermutter krank ist oder nicht: Gewalt muss niemand und in keiner Form erdulden und aushalten.


    Wichtig ist halt, dass DU ruhig bleibst. Das ist schwer (ich weiß), da es tief in einem brodelt, aber es ist die beste Taktik, auch um der anderen Person die Projektionsfläche zu entziehen. Innerlich kannst du denken: Wüte ruhig weiter, aber ich mach nicht mehr mit.


    Noch ein Gedanke: Meine Therapeutin meinte einmal: Man sollte die schlechte Stimmung, die einem andere aufdrängen wollen, nicht annehmen, sondern bei der Person lassen, die sie verbreitet.


    Ich schreib hier mal einfach so klar wie ich kann, es ist trotzdem nur MEINE Sicht auf die Dinge. Du kannst davon nehmen, was dir taugt. Aber es tut mir einfach so leid, wie mit dir umgegangen wird.


    Durch dein verändertes Verhalten werdet ihr auch viel schneller Gewissheit haben, ob es sich um eine Demenz handelt oder nicht. Vieles spricht dafür, da sich tatsächlich (scheinbar?) in der Demenz die negativen Anteile verstärken.


    Ich hoffe, du kannst dann auch deinen Mann mit auf deine Seite nehmen, wenn er merkt, worum es geht?


    Und in Bezug auf deinen Sohn möchte ich ecia beipflichten. Wir haben (aus anderen Gründen, die ich angedeutet habe) auch einiges hinter uns. Der kleine Enkel musste sogar einen Integrationsplatz in der Kita haben. Aber es hat ihm alles zusammen sehr geholfen, auf einen guten Weg zu kommen trotz aller Schwierigkeiten. Das allein zählt. Ich wünsche euch, dass der Schulpsychologe guten Rat weiß.


    Ich drücke ganz ganz fest die Daumen, dass du erst mal innere Ruhe findest, um dich zu wehren (s.o.) und dass bald Gewissheit kommt, was hinter dem schrecklichen Verhalten der Schwiegermutter steckt.

  • mein Mann braucht es gerade extraordentlich und regt sich über jedes herumliegende Teil auf, klar gibt das Streit.

    Wenn ihn was stört, dann soll er es aufräumen, Du bist ja wohl nicht allein für alles zuständig. Sorry für meinen Ton, aber ich hab mich schon darüber aufgeregt, auch darüber:

    Mein Mann hat ein viel größeres Drama drum gemacht, der hat dem Kleinen gedroht, wenn das so weiter geht, fliegt er von der Schule und muss am Ende vielleicht in irgendeine Einrichtung.

    Das klingt für mich, als wenn er nicht sehr reflektiert auf sein Kind schaut, das durch sein Verhalten eigentlich große seelische Not ausdrückt. Dass er selbst auch überfordert ist, kann ich schon erkennen, aber er ist der Erwachsene.

    Ansonsten möchte ich komplett unterstreichen, was schwarzerkater geschrieben hat und nicht noch einen eigenen langen Text dazu verfassen, das es eher eine Doppelung bedeuten würde.

    Achte auf Dich und Deinen Sohn!

  • Dass er selbst auch überfordert ist, kann ich schon erkennen,

    Liebe ecia, liebeAnita47,


    es ist für euch alle eine Überforderungssituation!!! Ich gehe mal davon aus, dass das Verhalten der Mutter/Schwiegermutter tatsächlich auf eine ernstzunehmende Verhaltensstörung (infolge Demenz?) hindeutet.

    Hierdurch kommen allerdings als Folge auch bei uns "Gesunden" Verhaltensmuster an die Oberfläche, die da besser nichts zu suchen haben. Daher reagiert dein Mann vielleicht so?


    In der Phase, als meine Mutter unkontrolliert gewütet hat, war mein sonst eher toleranter Mann ebenfalls nicht wiederzuerkennen, so dass es auch böse Streits zwischen uns gab.


    Vielleicht hast du noch die Kraft, dafür zu sorgen, dass bei dir und deinem Mann kein Neben(kriegs)thema entsteht? Ich würde mir alle seine Anschuldigungen hinten "runter purzeln lassen". Du kannst sagen: "Das ist gerade jetzt nicht das Thema, aber in dieser Art lasse ich mich von niemandem fertig machen. Punkt!"


    Denn ... manchmal sieht man in der Situation den Wald vor Bäumen nicht (geht mir auch so). Aber was wir dir hier glasklar sagen können:

    Bei dem geschilderten verbalen Verhalten deiner Schwiegermutter leuchten alle Warnlampen auf. Auch deine! Das Verhalten ist so gar nicht in Ordnung!


    Versuche doch bitte, so gut es geht, dich bei der Schwiegermutter rar zu machen. Sie scheint dich (und das Kind) als Adressaten auserkoren zu haben.


    Bei meiner Mutter war es damals so, dass beinahe nur ICH im Fokus stand, während sie Enkeltochter und Urenkel und auch meinen Mann in Ruhe gelassen hat. (Nur mein Mann hat eben dennoch alles mitbekommen.)

    Meine Mutter hat mich auf andere Art beschimpft, aber es hat bei mir zu Panikattacken geführt, die ich nur langsam wieder losgeworden bin.


    Daher fühle ich mich so aufgefordert, dir zu schreiben. ((Ich hätte damals andere gebraucht, die mir einen Rat gegeben hätten ..., aber es war leider niemand da.))


    Bitte pass auf dich auf! Alles, alles Liebe!

  • ... Ich habe mich einige Zeit nicht gemeldet, also hier geschrieben!

    Ich möchte mich nun bei allen, die mir geschrieben haben, mich für die lieben Worte und den Zuspruch bedanken!

    Ich werde, den einen oder anderen Rat annehmen! Ähnliche Gedanken hatte ich schon länger, mir hat aber der letzte Impuls gefehlt....

    Thema: anderes Heim finden!

    Also danke!

  • Hallo Ihr Lieben,


    vielen Dank für den Zuspruch, und nun möchte ich auch mal wieder ein Bild von der aktuellen Situation geben. Wir haben gerade keinen Kontakt zur Schwiegermutter, besser gesagt, mein Mann hat den Kontakt abgebrochen - mal wieder. Das hatten wir schon einige Male, wenn sie sich so extrem daneben benommen hat, auch als der Verdacht auf Demenz noch gar nicht da war. (Ob auch schon, als wir noch keine Kinder hatten, oder auch als mein Mann noch mit anderen Freundinnen zusammen war, weiß ich nicht mehr.) Das ging dann immer so zwei bis drei Monate, bis ... ja keine Ahnung, vielleicht hat sie angerufen, weil Fernseher oder Telefon nicht mehr richtig gingen, oder Weihnachten oder ein Geburtstag standen vor der Tür... mein Mann erinnert sich auch nicht mehr daran, wie genau wir immer wieder Kontakt aufgenommen haben und dann alle so getan haben, als wäre nichts passiert.


    So wirklich gut finde ich die Situation nicht. Leider haben wir keinen Kontakt zu den Nachbarn, damit würde ich mich schon wohler fühlen. Nicht, um die Schwiegermutter überwachen zu lassen, sondern damit die anrufen können, wenn was ist. Als unsere alten Nachbarn hier noch gelebt haben, hatten wir die Telefonnummern von deren Kindern, andere Nachbarn hatten sogar einen Schlüssel. Bei meiner Schwiegermutter ist das undenkbar - sie war sogar mal empört, dass ich einen Nachbarn unbekannterweise im Treppenhaus gegrüßt habe, weil man das meiner Meinung nach so macht. Sie tratscht zwar mal mir irgendwelchen Bekannten über Dritte und weiß dann von irgendwelchen Krankheiten von irgendwelchen Leuten, ist aber mit allen Nachbarn per "Sie", obwohl sie schon seit über 50 Jahren im selben Haus wohnen. Auch mein Mann, der ja dort aufgewachsen ist, kennt die Nachbarn nicht weiter. Schwiegermutter wäre sicher auch beleidigt, wenn wir "hintenrum" Telefonnummern austauschen würden.


    Mein Mann ist von der Situation wahrscheinlich noch mehr überfordert als ich. Aber wir reagieren unterschiedlich: Während ich mich dann bemühe, wenigstens bei den wichtigen Sachen zu funktionieren (Schule, Termine, Arbeit) und dafür unwichtigere Sachen schleifen lasse (Wäsche, Aufräumen, den Kindern Disziplin beibringen), braucht es mein Mann, wenn er sich schlecht fühlt, extra ordentlich und die Kinder extra brav. Unordnung überfordert ihn dann, und sei es nur eine stehengelassene Tasse oder ein unabgewischter Tisch oder Kindergestreite oder dass der Kleine gerade extrem dünnhäutig ist, was ich dann aber gar nicht nervig finde und auch nicht die Kraft habe, die Kinder deswegen anzuschimpfen. So weit haben wir unsere Bedürfnisse geklärt, aber ich kann seine nicht erfüllen.


    Wann wir meine Schwiegermutter wieder sehen, keine Ahnung. Vom Gefühl her denke ich, eher recht bald. Zumindest hat sie die letzten Wochenenden nicht angerufen und gefragt, warum wir nicht angerufen haben, insofern wird sie schon wissen, dass da was war. Ich habe mir die Gesprächsstufen von Schwarzerkater für den nächsten Anfall abgespeichert, aber ob ich es in so einer Situation abrufen kann ... Beim nächsten Treffen will ich auf jeden Fall fragen, was da los war, ob sie das so in Ordnung fand. Mal sehen, woran sie sich noch erinnert. Keine Ahnung, ob ich eine Entschuldigung verlangen soll. Und wir müssen drauf bestehen, dass sie zum Hausarzt geht. Wieder so tun, als wäre nichts gewesen, wollen wir nicht mehr mitmachen.


    Liebe Grüße (... wieder lang geworden...)

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Anita47, auch von mir ein "Willkommen im Forum"!

    Es ist für mich wieder beeindruckend, wie Sie in wenigen Tagen aus den klugen Antworten einen sinnvollen Ausweg gefunden haben.


    Auch ich möchte Ihnen Mut machen, den Schulpsychologen als Hilfe zu sehen.

    In einer solchen Beratung geht es ja nicht darum, den Eltern Schuld für das Verhalten der Kinder zu geben, sondern zunächst darum, die Zusammenhänge zu verstehen.


    Deshalb ist Ihr Beitrag hier im Forum sehr wertvoll, denn er zeigt, dass eine dement werdende Schwiegermutter mit einem so herausfordernden Charakter das ganze Familiensystem durcheinander wirbeln kann. So sehr, dass die Kleinsten so sehr überfordert sind, dass Sie in der Schule durch Verhaltensauffälligkeiten gewissermaßen um Hilfe rufen. Oft will das Kind unbewusst einen Elternteil schützen. Ob es in Ihrer Familie so ist, kann und will ich nicht sagen.


    Aber jedes Angebot kann eine echte Hilfe sein, denn viel spricht dafür, dass Ihre Schwiegermutter eine beginnende Demenz und damit noch weniger Möglichkeiten hat, ein angemesseneres Verhalten zu lernen.


    Deshalb gibt es vielleicht nur die Lösung, dass die Familie umlernt und eine Form findet, daran zu wachsen. Vielleicht können Sie sich auf das Gespräch vorbereiten und den Fachmann gezielt nach Strategien befragen - so wie die 4 Schritte von Ihnen, schwarzerkater.


    Ich möchte Sie auch bitten, einen Plan zu machen, wenn sich Ihre Schwiegermutter wieder meldet:

    • Muss sie wirklich die ganze Familie treffen?
    • Reicht es, wenn nur Ihr Mann dann den Kontakt macht?
    • Können Sie mit Ihrem Mann üben, wie Sie sich am besten gegen die Erniedrigungen abgrenzen können, ohne in eine Rechtfertigungsfalle zu kommen?

    Sie haben Verantwortung für Ihre Kinder und noch nicht für Ihre Schwiegermutter, so weit ist die Demenz - nach dem was Sie schreiben - noch nicht fortgeschritten.

    Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie in Ihrer Familien einen guten Weg finden und ich bin gespannt auf Ihre weiteren Gedanken und Erfahrungen, Ihr Martin Hamborg

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