Oma dement - Unterbringung Gerontopsychiatrie - was danach?

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  • Hallo,


    meine Oma ist dement und meine Mutter pflegt sie seit mehreren Jahren zu Hause, mittlerweile ist aber ein Zeitpunkt gekommen an dem es absolut nicht mehr möglich ist.


    Am Wochenende ist sie zu Hause wieder gestürzt und hat sich den Arm gebrochen.

    Das Klinikum hat sie dann in die Gerontopsychiatrie einweisen lassen, dort befindet sie sich seit Samstag.


    Wir werden jetzt einen Termin beim dortigen Sozialdienst anfordern um eine anschließende Heimunterbringung zu organisieren.


    Hat jemand Erfahrungen, wie lange man sich ca. in der Gerontopsychiatrie befindet?

    Können diese meine Oma so lange behalten, bis ein Pflegeplatz gefunden wurde?


    Vielen Dank im Voraus!

  • Hallo Selana,

    willkommen im Forum!

    Diese Situation kennen sehr viele Mitglieder hier, irgendwann schafft man die Pflege nicht mehr, wenn es sich über viele Jahre zieht. Die Idee mit dem Sozialdienst ist auf jeden Fall gut. Bei meinem Vater hieß es vor ein paar Jahren, dass er maximal 6 Wochen in der Gerontopsychiatrie bleiben kann.

    Oft machen sie allerdings einen Versuch, die Patienten schneller zu entlassen, da solltet ihr also auf jeden Fall dran bleiben und vllt sogar eine gute Begründung, warum deine Mutter es nicht mehr schafft (Erschöpfung, Erkrankung..). Die Situation ist ja überall auf den Stationen unterschiedlich, meist eher voll.. Ich würde auch das Gespräch mit dem zuständigen Arzt/Oberarzt suchen und die Situation schildern.

    Vllt auch mit umhören nach Plätzen, sicher wollt ihr nicht, dass die Oma "irgendwo" hinkommt, sondern dass sie es gut hat. Oft läuft es erstmal über einen Kurzzeitpflegeplatz, der in Dauerpflege übergeht. Eine Akutsituation mit Armbruch ist oft hilfreich, wenn ich das mal so ausdrücken darf, also ich gönne niemandem was schlechtes, aber meine Mutter hat auch einen Pflegeplatz durch Gipsarm bekommen, meine Schwester konnte einfach nicht mehr, meine Mutter lebte allein , ich weiter weg und krank.

    Hast du schon mal online geschaut, ob es einen "Pflegeplatzfinder" für eure Region gibt, oft über Krankenkasse (AOK, meine ich gelesen zu haben). Vllt meldet sich noch jemand dazu.

    Alles Gute für euch!

  • Liebe Selana, auch von mir ein Willkommen im Forum.

    Genauso war es bei meiner Mutter auch: Sturz mit angebrochener Hüfte, dann Krankenhaus, dann Kurzzeitpflege: meine Mutter sollte mit Demenz und angebrochener Hüfte zu Hause liegen, was sie natürlich nicht freiwillig getan hat, so dass ich mich überfordert sah. Ich habe meine Mutter vorher auch lange, lange Zeit alleine gepflegt. Deine Mutter ist da in bester Gesellschaft.

    Unbedingt müsst ihr das Entlassungsmanagement des Krankenhauses einbeziehen. Wie es in der Gerontopsychiatrie läuft, weiß ich nicht.

    Wir haben es sogar damals nach der Kurzzeitpflege noch einmal zu Hause versucht ... bis zum nächsten großen Zusammenbruch.

    Schaut unbedingt selbst nach einem Pflegeheim. Es gibt sehr, sehr liebe Pflegeheime, wo es fast wie zu Hause ist. Wir sind in so einem. Und es gibt welche, die zwar viel versprechen, aber nicht die Menschlichkeit in den Vordergrund stellen.

    Ich wünsche euch viel Erfolg und alles Gute!!!!

  • Hallo Selana,

    auch von mir willkommen hier.

    Ich möchte dir einen Link für die Pflegeheimsuche schicken.


    Ergebnisse für Ihre Suche nach Pflegeheimen | AOK-Pflegeheimsuche | AOK


    Falls ihr in NRW lebt, gibt es dafür auch noch einen separaten Heimfinder NRW, mit dem man auch gleich die Verfügbarkeit der jeweiligen Plätze sehen kann.


    Ich denke, das wird dir erstmal weiterhelfen.

    Ansonsten wurden schon die wichtigsten Dinge genannt, da kann ich mich nur anschließen.

    Der Anspruch auf Kurzzeitpflege beträgt 56 Tage pro Jahr ab Pflegegrad 2.

    Auf jeden Fall würde ich mich unabhängig vom Sozialdienst auch selbst über Heimplätze informieren und wenn möglich auch das ein oder andere in Frage kommende Heim besichtigen.


    Viel Erfolg und Alles Gute für euch! 🍀

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Selana ,


    willkommen im Forum. Die Aufenthaltsdauer hängt von mehreren Faktoren ab, so dass Ihnen niemand sicher eine Anzahl von Tagen nennen kann, hier im Forum. Es gibt Durchschnittswerte dafür, aber das hilft individuell nicht weiter... .


    Ich schließe mich den Vorrednerinnen an und rate, neben dem Kontakt zum Entlassmanagement / Sozialdienst, auch selbst nach einer geeigneten Unterbringung z.B. zur Kurzzeitpflege zu schauen. Hier im Wegweiser haben wir eine Seite mit Adressdatenbanken zusammengestellt, die Sie unterstützen kann.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    • Neu
    • Offizieller Beitrag

    Hallo Selena, nur noch eine kurze Ergänzung zu der Antwort meines Kollegen:

    Die Klinik achtet aus guten Gründen darauf, dass die Behandlungszeit nicht zu lang ist - noch nach 2 Jahren kann die Krankenkasse bei unnötigen Behandlungen Geld zurückfordern.


    Sollte Ihre Großmutter in eine Situation entlassen werden sollen, in der aus Ihrer Sicht die Pflege nicht sichergestellt ist, können Sie auch von sich aus die Kranken- oder Pflegekasse einschalten, um den behandelnden Ärzten den Entlassungsdruck zu nehmen. Alles weitere wurde schon geschrieben.

    Viel Erfolg Ihr Martin Hamborg

  • Vielen Dank für eure Antworten - ich bin sehr froh darüber, dieses Forum gefunden zu haben!


    Ich stehe nun in Kontakt mit dem Sozialdienst des Klinikums.


    Aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses wurde meine Oma ja in die geschlossene Gerontopsychiatrie untergebracht - dort vorerst längstens bis zum 17.08. (also insgesamt 6 Wochen).


    Meine Oma ist dort nun wieder erneut gestürzt und hat sich eine Platzwunde zugezogen (sie lässt sich leider auch nichts sagen und nimmt keine Unterstützung an, in der Form Gehhilfen etc. zu verwenden). Es wurde inzwischen auch eine vaskuläre Demenz festgestellt.


    Die Dame vom Sozialdienst hat mir mitgeteilt, dass eine anschließende Unterbringung in einem Pflegeheim mit beschütztem Bereich wohl die beste Lösung wäre, da ja aufgrund der Umstände die Pflege zu Hause leider nicht mehr möglich ist...


    Ich stehe mit ihr in Kontakt und sie hält mich auf dem Laufenden bzgl. des Pflegeheims, wo und wann ein Platz frei wird etc.


    Ich hoffe natürlich dass das alles irgendwie reibungslos klappt. Dennoch fühle ich mich einerseits "schlecht" und mache mir Gedanken was meine Oma wohl fühlt, denkt, sich "abgeschoben" fühlt usw. ... Bisher konnte ich sie ja noch nicht besuchen und ich weiß auch nicht ob das derzeit die beste Lösung wäre. Das macht mich schon ziemlich fertig.


    Soviel zum aktuellen Stand - wünsche euch noch einen schönen Abend/Nacht!

    Einmal editiert, zuletzt von Selana ()

  • Hallo Selana,

    das klingt ja erstmal sinnvoll, wie von Sozialdienst die Situation eingeschätzt wird.

    Deinen Konflikt verstehe ich gut und das kennen hier wohl fast alle. Du kannst versuchen dir zu sagen, dass deine Oma nun eben eine schwere Erkrankung hat und du kannst ihr nicht alle schweren Gedanken und ggf. Traurigkeit nehmen. Wenn sie eine andere Erkrankung hätte und eine OP notwendig wäre o.ä., wärest du auch nicht für die Übernahme der Schmerzen zuständig, es geht einfach nicht.

    Ich kann dir aber sagen, dass bei meiner Mutter mit Fortschreiten der Demenz sogar die Stimmung besser wurde, vor allem wenn sie in ihrer Welt lebt, in der sie angeblich in der Stadt einkaufen geht oder ihre längst verstorbenen Angehörigen besucht hat. In ihrer Wahrnehmung war es dann so und es nimmt ihr niemand.

    Die Pflegeheime können sehr unterschiedlich sein, von daher war die Idee, da mit zu schauen, wir haben Glück gehabt und meine Mutter kam mit Gipsarm in ein Heim mit einer sehr freundlichen und lockeren Atmosphäre.

    Das wäre so das, was du und deine Mutter nun ganz pragmatisch tun könnt.

    Liebe Grüße

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