Wer beantragt eine richterl. Verfügung

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  • Der Arzt meiner Mutter sagte meiner Schwester, dass er es selbst mit Absprache des Neurlogen macht. Gestern sagte er mir, dass i c h die Verfügung beim Amtsgericht beantragen muss. Damit hab ich wieder den "schwarzen Peter" meiner Mutter gegenüber. Und der Arzt sagte mir, dass es zu einer Beurteilung durch den Richter vermutlich gar nicht kommen wird, wenn ich dort angebe, dass meine Mutter bereits in neurolog. Behandlung sei. Ich wäre aber durchaus dafür, dass jemand aus neurtraler Sicht ein Urteil fällt. Denn ich vermute, es müsste eine geschlossene Abteilung werden, wenn man die Einweisung gegen den Willen meiner Mutter vornimmt - sie würde sonst immer wieder in ihre Wohung zurück gegen. Gerade deshalb finde ich ja den jetztigen Zeitpunkt für einen Umzug zu früh.

  • Liebe Annemarie, ich verfolge nun schon die ganze Zeit Ihre Mitteilungen und muss sagen, dass es sich im Falle meiner Mutter ähnlich verhält. Ich habe Ihnen ja bereits zu Beginn einen Kommentar hierzu gesendet. In dem Fall Ihrer Mutter wundert es mich wirklich auch, dass sie nicht mehr selbst bestimmt in Ihrer Wohnung bleiben darf! Als meine Mutter wegen Ihrer Knie-OP im Krankenhaus war, meinten die Ärzte auch, sie könne nicht mehr alleine leben. Aber wie kann jemand, der meine Mutter nicht kennt, auch wenn es ein Arzt ist, so etwas feststellen? In ihrer häuslichen, gewohnten Umgebung ist meine Mutter noch sehr strukturiert. Sie lebt in ihrem eigenen Haus alleine, und alles ist sauber und tiptop in Ordnung. Sie ist sogar noch fähig, die Fenster zu putzen. Nur der Garten ist vernachlässigt. Aber das liegt auch nur daran, dass sie sehr schlecht gehen kann, da das andere Knie und die Hüfte noch operiert werden müssten. Sie hat deshalb auch sehr oft Schmerzen, obwohl sie täglich 5 Schmerztabletten nehmen muss! Sie bekommt 3 x in der Woche Essen auf Rädern, was jeweils für 2 Tage reicht. Wenn nicht, kann sie sich noch selbst versorgen (einfache Gerichte). Sie schaltet auch die Herdplatten rechtzeitig aus, weil sie auch früher schon die Herdplatten ein paar Minuten vorher ausgeschaltet hat, um die Restwärme zu nutzen und Energie zu sparen. Das ist so in ihr drin, dass man sich da keine Sorgen machen muss. Wenn man meine Mutter in ihrem heutigen Zustand in ein Pflegeheim geben würde, hieße das, dass sie keinerlei Aufgaben mehr für sich sehen würde. Sie wäre orientierungslos und die vielen fremden Menschen würden sie erschrecken. Sie würde den ganzen Tag über nur herumsitzen oder -liegen, weil sie es nicht einsehen würde, irgendwelche Spielchen mitzumachen. Ich selbst bin Gedächtnistrainerin und weiß, wie schwierig es ist, sie zu einigen kleinen Aufgaben in Sachen Training für den Kopf zu ermutigen. Den älteren Menschen kann man mit Freizeitbeschäftigung nur ganz schwer beikommen, das ist meine Erfahrung. Was für Aufgaben hätte sie denn dann in einem Pflegeheim? Keine! Sie würde ganz schnell richtig senil werden und an gar nichts mehr teilhaben. Der körperliche und geistige Verfall wäre doch vorprogrammiert!!! Also ich bin da ganz bei Ihnen: so lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden lassen, wo sie sich auskennt und noch etwas zu tun hat! Und im Falle Ihrer Mutter ist es meiner Meinung nach noch sehr gut möglich. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie sich da durchsetzen können.

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Frau Annemarie,


    Eine Betreuung wird vom Amtsgericht in der Regel dann eingerichtet, wenn jemand nicht mehr selber in der Lage ist, bestimmte Angelegenheiten selbständig zu regeln. Die Betreuung muss dabei nicht zwingendermaßen von den Angehörigen angeregt werden. Das Amtsgericht benennt auch die konkreten Aufgabenkreise für die rechtliche Betreuung (z.B. Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmung, etc...). Eine Beurteilung des individuellen Falles ist deshalb eigentlich Voraussetzung. Vom Gericht kann auch ein externes Gutachten in Auftrag gegeben werden. Eine "neutrale" Entscheidung sollte deshalb eigentlich immer gegeben sein.


    Bei Zweifeln oder Fragen lassen Sie sich in dieser Sache von einem Betreuungsverein vor Ort oder z.B. dem regionalen Caritasverband beraten.


    Alles Gute und mit freundlichen Grüßen,


    Lässer Marc

  • Hallo Annemarie,
    auch ich musste für meine Mutti einen Antrag auf Betreuung beim Amtsgericht stellen; dies kann nur ein Angehöriger.
    Sie lebt noch gemeinsam mit ihrem 93-jährigen Ehemann in den eigenen vier Wänden - 2 x täglich kiommt ein Pflegedienst.
    Sollte es eines Tages mehr nicht mehr gehen, muss dann von mir über das Gericht ein Antrag zur Unterbringung in einem Heim gestellt werden.
    DieÄrzte kiönnen nur Hinweise zum Gesundheitszustand des Kranken geben und vielleicht den Rat zur Unterbringung im Heim.

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