Toilette wird ständig verstopft

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  • Hallo, ich bin neu hier. Meine Schwiegermutter lebt seit einem Jahr in unserem Haushalt. Nach einer schweren Eingewöhnungszeit kommen wir nun einigermassen zurecht im Alltag. Seit einigen Wochen haben wir folgendes Problem: sie zerpflückt nach jedem Toilettengang ihre Inkontinenzvorlage und wirft sie in die Toilette. Zuerst haben wir Schilder ausgedruckt und diese gut sichtbar im Badezimmer angebracht, das funktionierte auch. Jetzt allerdings war bereits zweimal alles verstopft, sodaß wir nicht mehr weiter wissen. Sie möchte natürlich niemanden dabeihaben, das kann ich auch verstehen. Wenn wir erklären, das es nicht gut ist, so etwas zu tun, lacht sie nur. Haben Sie einen Rat?

    • Offizieller Beitrag

    Hallo demenzkrank,


    ein Patentrezept kenne ich leider auch nicht.
    Zwei Fragen stellen sich mir allerdings:
    Wenn sie noch selbst auf die Toilette gehen kann, braucht sie dann überhaupt Inkontinenz-Materialien? Würden nicht eventuell dünne Slipeinlagen ausreichen (die die Toilette im schlimmsten Fall weniger verstopfen würden)?


    Und: Hat sie eventuell früher Damenbinden auch auf diese Weise entsorgt, wenn kein entsprechend gekennzeichneter Mülleimer vorhanden war? Ich weiß ja nicht, wie und wo Sie die Schilder angebracht haben: Grundsätzlich würde ich ein großes Bild einer Damenbinde auf einen Mülleimer kleben, nicht nur mit Schrift arbeiten (weil Gelesenes wohlmöglich nicht mehr verstanden werden kann).
    Prinzipiell denke ich nicht, dass sie Sie absichtlich ärgern will, sie versucht nur, autonom, selbstständig zu handeln und eine Lösung für das Problem "nasse Vorlage" zu finden. Das Lachen, das Sie beschreiben, ist sicher eher ein verlegenes, kein bösartiges, oder?


    Ich drücke Ihnen die Daumen...
    S. Sachweh

  • Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Leider kommt meine Schwiegermutter ohne Inkontonenzvorlagen nicht mehr aus. Der Tipp mit dem Bild einer Binde auf Mülleimer und direkt über der Toilette wird bereits angewendet. Leider momentan ohne Erfolg.
    Es fing ganz langsam an, indem sie das benutzte Toilettenpapier nicht mehr in der Toilette entsorgte sondern in einer Plastiktüte sammelte.


    Ich weiß natürlich, dass sie mich damit nicht ärgern will, mit ihrem Lachen will sie ihre Unsicherheit verbergen, vermute ich. Sie lacht bei jeder Gelegenheit, besonders wenn sie nicht versteht, was ich gerade sage.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,


    haben Sie auch schon Plastiktüten wieder bereit gestellt, wenn Ihre Frau Mutter diese früher zur Entsorgung benutzte? Vielleicht würde sie diese wieder benutzen?

    Es gibt auch Inkontinenz(unter)hosen, die eben getragen werden wie eine solche. Diese zieht man nicht einfach heraus, sondern muss sich dazu entsprechend ganz ausziehen. Vielleicht wäre dies noch eine akzeptable Möglichkeit?


    Ansonsten hilft wahrscheinlich nur noch der begleitete Toilettengang, oder ein "Sieb" in der Toilette, welches aber dann natürlich nicht nur die zerissenen Vorlagenstücke auffängt und ebenfalls anschließend gereinigt werden muss. Funktioniert natürlich nur, sofern Ihre Frau Mutter diesen "Fremdkörper" in der Toilette nicht identifiziert und selbst herausholt..... .


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Mit Inkontinenzhosen würde ich es zuerst versuchen.

    Wir hatten zwei alte Menschen mit Inkontinenz zu pflegen und kamen mit Inkontinenzhosen und einer großen Plastiktonne neben der Toilette gut zurecht. Nur einmal wurde ich mal nachts um zwei aus dem Bett geholt, weil tief unten im Abflussrohr unter der braunen Brühe eine Windel feststeckte. Mit zwei Fingern konnte ich sie gerade noch packen.


    Wenn auch die Windel in der Toilette landet, noch eine Idee:
    Auf Berghütten muss auch Toilettenpapier in eine Tonne geworfen werden. Vielleicht lernt die Dame, Papier UND Inkontinenzmaterial in einer Tonne zu entsorgen.


    Falls nicht: dann würde ich das Wasser der Toilette abstellen und die Toilettenspülung leeren. Dann landen die Sachen zwar in der Schüssel, aber wenigstens nicht im Abflussrohr.

  • Inkontinenzhosen sind leider sauteuer und umständlich anzuziehen. Um eine neue anzuziehen, muss die Hose zuvor ausgezogen werden. Toilettenräume sind dafür häufig zu eng, es könnte zu Stürzen kommen - oder die Betroffene müsste stets Röcke tragen. Meine Mutter hat, als sie noch mobil genug war, um auf die richtige Toilette zu gehen, die benutzte Inkontinenzeinlage rausgereicht und die neue dann selbst eingeklebt. So blieb ein hohes Maß an Autonomie erhalten und gleichzeitig die Kontrolle, dass alles gut ging. Inzwischen habe ich sie aus Angst vor Stürzen und weil ich bei nächtlichen Klobesuchen keine Lust auf die Reise durchs ganze Haus mehr hatte, an die Benutzung des Toilettenstuhls gewöhnt. Seither gibt es keine Probleme mehr mit dem Inkontinenzmaterial. Sie prüft das gute Stück und klebt, falls nötig, ein neues ein. Falls wegen Stuhlinkontinenz eine große Vorlage erforderlich ist, helfe ich ihr (sie vorn, ich hinten). Glücklicherweise hat die Demenz meiner Mutter bisher die haushaltspraktischen Dinge nicht erfasst (der Rest reicht auch schon :| )

  • Inkontinenzhosen sind leider sauteuer und umständlich anzuziehen.

    Inkontinenzhosen zahlt die Krankenkasse auf Rezept (ganz oder teilweise je nach Modell und Kasse).
    Sie sind nicht anders anzuziehen als eine Unterhose.

    Das Modell, das wir benutzten, konnte nach Gebrauch - wie die Modelle die im Heim bei Schwiegermutter verwendet werden - im Sitzen beidseitig aufgerissen werden und muss nicht über die Füße ausgezogen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Guten Abend. Wir haben die auch auf Rezept bzgl Inkontinenz. Bei unserem Hersteller bekommt man mit Rezept komplett ohne Zuzahlung nur Einlagen und selbst da zahlt man den Eigenanteil. Wir haben von allen wo man Zuzahlen muss Muster bekommen und sind beim teuersten Modell geblieben. Ich denke man spart sonst am falschen Ende und meine Mutter trägt den "Ferrari" sehr gerne. Und wenn sie richtig angezogen ist geht da absolut auch über den ganzen Tag kein Tropfen durch. Selbst beim anziehen (mache ich bei meiner Mutter) merkt man schon die Qualität. Sie soll sich da wohl und gut fühlen und für mich ist der zusätzliche Aspekt das sie im Notfall den ganzen Tag halten würden. Wenn sie richtig angezogen ist, geht da absolut nichts durch. Wir zahlen für den "Ferrari" teuerste Pants in der Firma zum Rezept obendrauf: 2 Karton (6 Packungen a 14 Stück) ich meine 43 Euro Eigenanteil plus so circa 4 € die gesetzliche Zuzahlung. Also für 84 Pants so 47€, also circa 55/56 Cents. Den Luxus gönnen wir uns, hat ja auch was mit wohlfühlen zu tun. Ohne Zuzahlung gibt es da wirklich nur die billigsten Einlagen...


    Entsorgung kümmere ich mich übrigens. Vor ein zwei Jahren als meine Mutter noch nicht so dement war und sich selbst drum gekümmert hat, hat sie die immer versteckt. Man roch dann immer das iwas nicht stimmt und ich habe mich auf die Suche gemacht. Seitdem sind die Pants versteckt, eine Rolle kleine Müllbeutel liegt bereit. Morgens und nach Bedarf alte Pants aus und direkt in den Müllbeutel und raus in die Mülltonne. Und dann eine neue anziehen wo sie aber nicht weiß wo die sind. Ist auch nicht mehr wichtig da ich ihr die eh an und ausziehe usw..


    Habt einen schönen Abend.

  • Inkontinenzhosen zahlt die Krankenkasse auf Rezept (ganz oder teilweise je nach Modell und Kasse).
    Sie sind nicht anders anzuziehen als eine Unterhose.

    Das Modell, das wir benutzten, konnte nach Gebrauch - wie die Modelle die im Heim bei Schwiegermutter verwendet werden - im Sitzen beidseitig aufgerissen werden und muss nicht über die Füße ausgezogen werden.

    Ja, die lassen sich seitlich aufreißen und anziehen wie eine Unterhose. Was bedeutet, dass meine Mutter die Hose ausziehen müsste, um eine neue Inkontinenzhose anzuziehen. Das ist bei 6-8 maligen Wechsel pro Tag etwas sportlich. Unsere GKV bezuschusst die Teile zwar, aber nur zu einem winzigen Teil. Sie zahlt dem Lieferanten eine monatliche Pauschale von unter 20 €, mit dem dieser wirtschaften muss. Im Online-Handel kosten die billigsten Pants um die 50 Cent pro Stück. Ich finde das sehr teuer.


    Sie soll sich da wohl und gut fühlen und für mich ist der zusätzliche Aspekt das sie im Notfall den ganzen Tag halten würden. Wenn sie richtig angezogen ist, geht da absolut nichts durch.

    Das ist leider eine riskante Sache. Wenn es gut geht, Glückwunsch. Meine Oma, die ihre Pants auch sehr schätzte, bekam von dem Klima unter ihren Volvos (es war das schwedische Produkt) leider Pilze und Harnwegsinfekte. Daraufhin musste sie den Einsatz der Teile auf größere Ausflüge beschränken.

  • Macht euch mal schlau, Rezept vom Hausarzt Diagnose Inkontinenz. Es gibt wohl nur zwei große Hersteller mit denen die Krankenkassen zsm arbeiten. Dort dann mal anrufen, Größe usw durchgeben und man bekommt von beiden ein Musterpaket zugeschickt. Wir haben wie gesagt seit langer Zeit die teuersten aufs dem Sortiment, aber meine Mutter trägt sie gerne. Bzw früher, heute merkt sie es leider nicht mehr. Ich habe mir das damals mal durchgerechnet mit Rossmann, das war nicht wirklich günstiger. Zudem ist dieses Pflegeleicht. Ich bekomme immer zwei Kartons mit jeweils 3 Pack a 14 Stück. Dafür überweise ich Eigenanteil 43€ (diese gesetzliche Zuzahlung durchschnitt 2-5€ kommt meine ich alle drei Monate, also Quartal. Ich verbrauche auch unterschiedlich, das variiert stark und wird aktuell eher mehr... Ein kurzer Anruf oder eine Email, und 2-3 Tage später stellt Hermes mit die zwei Kartons ins Carport. Ist für mich einfacher und bequem. Die kümmern sich auch um diese Inkontinenz matten die auf der Matratze liegen unter dem Bettlaken. Sagen dir wie oft du Anspruch drauf hast und dann bekommst ich meine jedes Jahr ein Paket. Vllt sind es am Ende ein paar Cent mehr als bei Rossmann, aber wir haben auch den Ferrari aus dem Sortiment, das geht auch deutlich günstiger. Es ist einfach, also mir gefällt es, eine Sorge weniger.

  • Ja, die lassen sich seitlich aufreißen und anziehen wie eine Unterhose. Was bedeutet, dass meine Mutter die Hose ausziehen müsste, um eine neue Inkontinenzhose anzuziehen. Das ist bei 6-8 maligen Wechsel pro Tag etwas sportlich.

    Hallo Hinz,

    die Inkontinenzhosen werden nach Körpergröße und nach Saugfähigkeit unterschieden. Das richtige Produkt kann mehr als ein Liter Flüssigkeit aufnehmen, ohne dass es nässt. Das musst du nicht 6-8 mal am Tag wechseln. Oder trinkt deine Mutter 8 Liter am Tag?


    Ich sehe das als Notlösung, aber Schwiegermutter bekommt im Heim zwei Inkontinenzhosen übereinander (ohne Stoffunterhose) angezogen. Ist die innere Hose voll, wird sie beidseitig aufgerissen und abgenommen. Dann ist die frische Hose schon am Platz.


    Grüße von Buchenberg

  • Hallo Hinz,

    die Inkontinenzhosen werden nach Körpergröße und nach Saugfähigkeit unterschieden. Das richtige Produkt kann mehr als ein Liter Flüssigkeit aufnehmen, ohne dass es nässt. Das musst du nicht 6-8 mal am Tag wechseln. Oder trinkt deine Mutter 8 Liter am Tag?

    Nein, meine Mutter trinkt gerade ausreichend, aber sie schmeißt Inkontinenzmaterial sofort raus, wenn es deutlich sichtbare Spuren hat oder fühlbar schwerer geworden ist. Es ist dann praktischer und günstiger, wenn sich um Einlagen der größten Kategorie zum Einkleben handelt.

    Zudem kommt Stuhlinkontinenz zuweilen vor und dann wird es mit Pants, nun ja, etwas umständlich.

  • Es ist dann praktischer und günstiger, wenn sich um Einlagen der größten Kategorie zum Einkleben handelt.

    Lieber Hinz,

    Ich will dir keine bestimmte Lösung aufdrängen. Kein Schuh passt auf jeden Fuß.

    Es gibt hier immer verschiedene Meinungen. Das ist für alle von Vorteil, weil sich auch die Probleme mit demenzkranken Angehörigen unterscheiden.

    Buchenberg

  • Hallo Hinz, hallo ihr Lieben,


    …erstmal Chapeau an dich Hinz, das du das alles so wuppst für deine Mutter!


    Und ist doch egal wie und mit was man das Thema Inkontinenz angeht: es ist teuer, es ist schwer, das ganze Thema!


    Wir alle haben viel gelitten und leiden noch, darum lasst uns hier im Forum nett zueinander sein.


    Lieber erstmal einen Kaffee trinken, ehe man jemandem hier eine Antwort schreibt!


    Wir brauchen uns hier doch! Hinz, du brauchst, denke ich, mal eine Auszeit! Zeit für dich! Ml gar nichts denken und kümmern müssen. Organisier dir das! Ohne wenn und aber! Mach es, du kannst das locker! Du wirst nicht immer gebraucht. Vertrau den Menschen, denen du deine Mutter anvertraust, während du 4 Wochen im Uröaub bist, am besten ohne Handy! Es müssen ja nicht gleich die Malediven sein. Dank darüber nach, aber nicht zu lange.🤩


    Ich wünsche uns allen weiterhin viele gute Freunde, ( wer keine hat: wer käme in Frage? Kontakt aufnehmen, schöne Karte schreiben, Kaffee trinken gehen ).


    Ich wünsche uns Hoffnung, 🧡 Liebe, viele schöne Momente und einen guten Arzt für das eigene Wohl.


    Liebe Grüße 🌺💓🌺

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