Mein Vater schneidet stundenlang Papierränder von Schrifstücken und Büchern ab

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  • Hallo,


    bei meinem Vater (79) wurde vor 1,5 Jahren eine Alzheimer-Demenz ärztlich festgestellt, der Beginnn der Krankheit liegt jedoch ca. zwei Jahre länger zurück, weil es sehr schwierig war, den fälligen Arztbesuch in die Wege zu leiten.
    Seit einem Dreivierteljahr schneidet mein Vater von allen Papieren und Zetteln, die sich im Haus meiner Eltern befinden, die unbeschriebenen Ränder ab. Ich muss dazu sagen, dass er sein ganzes Leben lang Zeitungsartikel zu seinen zahlreichen Interessengebieten ausgeschnitten und aufbewahrt hat. Und seit seiner Pensionierung war er immer bestrebt, die angehäuften Stapel von Zeitungsartikel zu sichten, zu ordnen und Teile davon zu entsorgen und somit aufzuräumen.
    Er nimmt sich täglich einen Stapel Papiere vor, darunter auch Behördenpost, Versicherungsscheine, schlicht alles, was aus Papier ist und schneidet manchmal stundenlang die Ränder bzw. alles ab, was unbeschriftet ist. Das Resultat sind natürlich arg verunstaltete Schreiben etc. Jetzt berichtete mir meine Mutter, dass er nun auch angefangen hat, die Ränder in Büchern abzuschneiden.

    Was halten Sie davon? Gibt es so etwas häufiger? Ist es seine Form der Beschäftigungs- oder Entspannungstherapie? Sollte man ihn häufiger mit den beschädigten Briefen und Büchern konfrontieren (haben wir bislang nicht gemacht) oder ist das kontraproduktiv? Wie schütze ich die zahlreichen Bücher im Haus meiner Eltern vor ihm, ohne dass ihm seine Umgebung dann weniger vertraut erscheint?


    Herzlichen Dank, Sissi172

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sissi172,
    ich glaube, dass Ihre Frage besser in dem Forum "Kommunukation und Konflikte" aufgehoben ist.
    Meine Empfehlung ist, Ihren Vater nicht mit seinem "Unfug" zu konfrontieren, weil es für ihn ja offensichtlich Sinn macht, die Seiten zu beschneiden.
    Ich würde ihm genügend "ungefährliches" Material zum beschneiden an die Hand geben und die wichtigen Dinge vor ihm verbergen.
    Ich bin aber sicher, dass den Kollegen in dem Forum "Kommunikation und Konflikte" dazu noch mehr einfällt....


    Beste Grüße von


    Klaus-W. Pawletko

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sissi,


    ich kann den Rat des Kollegen Pawletko nur unterstützen: Konfrontieren bringt außer Unverständnis und Frust gar nichts. Menschen mit Demenz tun Dinge, die in ihrer (!) jetzigen Lebenswelt für sie sinnvoll und logisch sind. Und die sie als Beschäftigun befriedigen. Entsprechend würde auch ich Ihnen raten, wichtige Papiere unauffällig vor ihrem Vater in Sicherheit zu bringen und seinen Wunsch, Ordnung zu schaffen, dadurch unterstützen, dass Sie ihm "harmlose" Papiere zur Verfügung stellen. So genanntes Schmierpapier aus jedem Büro tut es sicher auch... Werbeprospekte... zur Not billige Bücher aus Trödelläden oder von Flohmärkten.


    Freundliche Grüße
    S. Sachweh

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